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Feed-Back nach gut 10 Jahren Betrieb der Solarthermianlage
Verfasser:
black_rabbit
Zeit: 27.11.2019 20:09:33
11
2863869
Hallo Zusammen,

da wir seinerzeit (um 2009), gerne die Feedbacks anderer Betreiber nach längerer
Laufzeit der Anlage gelesen haben, wolle wir nun auch ein Feedback geben.

Die Details zu unserer Anlage findet Ihr hier.

Wir haben die Anlage im Selbstbau realisiert und die Kosten standen bei uns nicht unbedingt im Vordergrund . Wir sind halt technisch interessiert und Bastler :-).

Seinerzeit haben wir uns für VRK entschieden. Ob wir uns heute nochmal so entscheiden würden, glaube ich nicht. Die Aperturfläche eines Flachkollektors ist einfach viel größer. Hier findet Ihr dazu ein paar Informationen auf unserer Website unter dem Punkt "Wirkungsgradverlauf von Kollektoren in Abhängigkeit der Einstrahlung und der Außentemperatur" und unter "Leistung von Kollektoren in Abhängigkeit der Einstrahlung und der Außentemperatur" bezogen auf unsere VRK.

Was wir im Laufe der Zeit geändert und angepasst haben findet Ihr hier.
Letztendlich ist unser Fazit, so gut dämmen wie es nur irgendwie geht und
kostenmäßig noch vertretbar ist, wobei hier nicht nur die Energieersparnis sondern auch das Wohnraumklima berücksichtigt werden sollte.

Die Solarkollektoren haben -wie nicht anders zu erwarten- an Leistung verloren. Der Leistungsverlust hält sich jedoch in Grenzen (eine Berechnung des Leistungsverlustes haben wir noch nicht durchgeführt, aufgrund der vielen Änderungen im Laufe der Zeit ist dies auch schwierig.

Was den Ausfall von unzählig verbauten Aktoren wie Zonenventilen, Pumpen usw. sowie Sensoren angeht, hatten wir noch keine Probleme. Es musste noch nichts Aufgrund eines Defekts, ausgenommen vom kombinierten Durchfluss- und Temperatursensors Typ VFS2-40DL (ersetzt durch VSG1,5 + PT1000) ausgetauscht werden. Die zwei UVR1611 verrichten anstandslos ihren Dienst.

Jetzt noch kurz zur Kosteneinsparung. Das ist hier ersichtlich., wobei hier auch alle anderen Maßnahmen wie Einbau einer Fußbodenheizung im 1.OG und auch die Dämmmaßnahmen (Deckendämmung und neue Fenster) eine maßgebliche Rolle spielen (niedrigere Vorlauftemperaturen => weniger Verluste im Rohrnetz und zuletzt niedrigere Temperaturen im solaren Beladebereich des Pufferspeichers, was zu einem höheren Solarertrag führt)

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken die uns seinerzeit mit Informationen versorgt haben und dass, was wir jetzt unser eigen nennen somit
mit realisiert haben.

Gruß Schorsch

Verfasser:
ET76
Zeit: 27.11.2019 21:26:02
1
2863916
Hallo, eine schöne Seite habt ihr da.
Detailiert erklärt und verständlich beschrieben.
Habt ihr einen WMZ in dem Solarstrang, oder wie erfolgt die Leistungserfassung in den Puffer und Heizkreis?

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 27.11.2019 21:32:37
1
2863919
Hallo Schorsch!
Vorerst herzlichen Dank für die offene Rückmeldung!

Die Problematik mit den VRK kenne ich auch von einem Kunden, sämtliche Anfragen und Feststellungen welche wir an den Großhändler diesbezüglich weiterleiteten wurden mit den unterschiedlichsten Ausreden (Fühler falsch positioniert, Pumpenleistung mal zu klein oder auch zu groß je nachdem wer antwortete, Reglereinstellung falsch......)!

Bis mir dann der Geduldsfaden endgültig gerissen ist und wir einen WMZ in den Solarkreis einbauten, sowie einen Strahlungssensor an den Kollektoren plazierten und die Werte loggten, da stellte sich dann ganz schnell heraus, dass die guten VRK (Sydney Röhren) eigentlich nur einen ganz geringen Ertrag lieferten.

Wir haben dann wahllos 10 Röhren abgebaut und getestet (die Heatpipes aus den Thermoskannen gezogen und in eien Behälter mit 65°C warmen Wasser gestellt und die Zeit gestoppt bis der Pimmel oben nicht mehr anzufassen war.
Die guten brauchten weniger als eine halbe Minute, die schlechten waren nach 3 min noch immer nicht heiß, von den 10 waren 6 unbrauchbar 3 gut und eine so mittendrin!

Leider war die Gewährleistungszeit schon um 3 Monate überschritten!

Das Dilemma bei den Heatpiperöhren ist, dass man den "schleichenden Ausfall" lange nicht bemerkt und auch ohne Wärmezähler und Strahlungssensor nicht wirklich dokumentieren und beweisen kann, denn rein optisch ist alles in Ordnung, denn bei den Sydney Röhren ist ein Vakuumverlust fast nicht möglich.

Und die versprochenen "höheren Temperaturen" auch bei schlechterem Wetter sind einfach nur ein gut erfundenes Märchen, denn wenn auch nur ein Teil der Solarleitungen schlecht isoliert sind geht das bischen "mehr" an Temperatur dort auch noch verloren!
Nur im Hochsommer wenn dieses "Mehr an Ertrag" sowieso nicht gewünscht wird hilft es mit den Wärmeträger und die Dichtungen zu zerstören!

Verfasser:
Hallenmeister
Zeit: 28.11.2019 08:50:15
1
2864043
Moin Schorsch,
der absolute Hammer finde ich. Unglaublich übersichtlich, sachlich, informativ.
Ein Riesenkompliment zu diesem Projekt! Ich wünschte ein Heizungsbauer hätte diese Kompetenzen und auch die Geduld, sich auf diese Weise in eine Materie einzuarbeiten.
Und auch super dass du dich nach der Zeit hier meldest und uns deine Langzeiterfahrung zur Verfügung stellst. Für mich ist das eine unglaubliche Hilfe.
Wirklich toll!

Viele Grüße
Axel

Verfasser:
Martin24
Zeit: 28.11.2019 09:27:35
0
2864060
Kannst Du ganz kurz zusammenfassen, wie hoch der genutzte Solarertrag in den 10 Jahren war und was die Anlage gekostet hat?

Grüße
Martin

Verfasser:
black_rabbit
Zeit: 28.11.2019 20:51:17
2
2864430
Hallo Zusammen,

vielen dank an alle für das Lob, kommen kaum noch an die Tastatur mit der vor stolz geschwollenen Brust :-).

Es freut mich wenn wir dem ei n oder anderen helfen können.

Nun zu euren Beiträgen und Fragen:

@ET76
ja es ist ein WMZ (Durchflußtransmitter + Temp.- Sensoren im Vor - und Rücklauf und auswerteung in der UVR) verbaut. Der WMZ sitzt in der Sekundärseite des Plattenwärmetauschers somit sind die Verluste des PWT bereits ausgeschlossen.

@Hannes/esbg
im Prinzip ist das alles richtig, aber es gibt auch Vorteile wie VRK sind leichter und lassen sich einfacher hydraulisch verschalten als FK's. Das Überhitzen einer Solarthermieanlage hat mal wohl in beiden Varianten während der Sommermonate.
Wir wirken dem wie folgt entgegen:
- ab einer Temperatur von ca. 75°C im unteren Pufferbereich betreiben wir die
Kollektoren absichtlich im einem miserablen Wirkungsgrad (Kollelektortemp. fest
auf 95°C),
- steigt die Temp. im Puffer unten über ca. 85°C erhitzen wir den alten
Brauchwasserspeicher über den Ölkessel auf ca. 65°C (dann ist in der Regel erst
mal Ruhe),
- sollte das noch nicht ausreichen, heißt Puffertemp. hoch und Temp.
Brauchwasserspeicher hoch, wird automatisch die Rad-Heizung eingeschaltet und
der Keller getrocknet :-)
Stagnation wollen wir tunlichst vermeiden, jedoch haben wir bei Stromausfall auch schlechte Karten, da wir keine USV (Unterbrechungsfreie Spannungsversorgung) installiert haben.
Im Winter hat es mich schon hin und wieder gefuchst, wenn bei strahlendem Sonnenschein kein Ertrag da war, weil die Kollektoren mit Schnee bedeckt waren.
FK'S hätte man können über den Pufferspeicher abtauen, wenn si sich nicht schon von selbst vom Schnee befreit hätten (eine nicht bedeckte Stelle reicht in der Regel schon aus, habe ich mir hier sagen lassen)
Es ist und bleibt ein Streitthema. Die hören Temperaturen die ein VRK "bringt" als Kauf- oder Verkaufsargument anzuführen ist ganz sicherlich nicht zielführend.

@Hallenmeister
vielen Dank für das Kompliment

@Martin24
die Frage hinsichtlich der Einsparung ist sehr anspruchsvoll gestellt ;-).
Nun gut antworte mal wie folgt:
Wir haben in den 10 Jahren gegenüber dem Heizungssystems wie es vorher war (keine gemischten Heizkreise, Festwertregelung FBH, Brauchwasserspeicher und ohne Solarthermie) ca. 10100l Heizöl eingespart. Ich gehe mal von einem mittleren Heizölpreis hier in der Region von ca. 0,75C/l aus. Das ergibt eine Ersparnis von ca.
7613€. Die Kosten ohne Eigenleistung und Abzüglich Förderung belaufen sich auf
ca. 12000€. Die Antwort wird Deiner Frage nicht gerecht, da die Gesamtkosten auch die Kosten für die Modernisierung der Heizungsanlage (jetzt gemischte Heizkreise, neue Pumpen und das System ist gespickt mit Sensoren) beinhalten. Der kellergeschweißte Pufferspeicher hat hier mit ca. 3500€ einen hohen Anteil (2 oder 3 Standardpuffer hätten es auch getan) , FRIWA wäre auch nicht zwingend erforderlich gewesen, usw., kurz um, man könnte das auch günstiger realisieren, aber wir wollten das so aus den unterschiedlichsten Gründen.

Ich hoffe Eure Fragen und Beitrage gerecht und ausreichend beantwortet zu haben und nochmals vielen Dank für die Lorbeeren.

Gruß Schorsch

Verfasser:
Martin24
Zeit: 28.11.2019 22:05:55
1
2864461
Zitat von black_rabbit Beitrag anzeigen
@Martin24
die Frage hinsichtlich der Einsparung ist sehr anspruchsvoll gestellt ;-).

Mir ging es nur um die Solarthermie. Erfasst Du, wieviel die liefert?

Grüße
Martin

Verfasser:
black_rabbit
Zeit: 29.11.2019 20:54:56
0
2864838
Hallo Zusammen,

@Martin

ja ich erfasse die Daten und aus der Richtung habe ich die Daten bis dato noch nicht ausgewertet.

stellt sich wie folgt dar:

solarer Gesamtertrag über 10 Jahre ca.: 51000 kWh
mit einem Wirkungsgrad von ca. 70% meines Ölers entspricht das ca.: 7285 l Öl
mit den angesetzten 0,75€ pro l Öl sind das ca.: 5460€

Das ganze entspricht einem Deckungsgrad von knapp 34% hierbei nicht berücksichtigt sind Pumpenstrom und nicht nutzbare Solarenergie in den Sommer-Monaten. Nachfolgende Angaben und Berechnungen haben somit eine gewisse Unschärfe und der ermittelte Solarertrag müsste nach unten korrigiert werden.

GetSolar hat uns seinerzeit (2008) einen Deckungsgrad von ca. 35% prognostiziert.

Bei der Ersparnis von ca. 7613€ entfallen somit (mit Unschärfe) ca. 72% auf die Solarthermie und ca. 28% auf die Modernisierung der Heizungsanlage (kein neuer Brenner, kein Brennwertgerät und inkl. Unschärfe).

Nur das Material für die Solarthermieanlage und die Montageleistungen durch Firmen, wie Montage der Kollektoren, einbringen des Wellrohrs zu den Kollketoren usw. haben wir mit ca. 8000€ (Pufferspeicher zu 100% enthalten, der aber eigentlich auch der Heizungsanlage zu gute kommt z,B. Brennertakten) Brutto abgeschätzt. Die Kosten für unsere Eigenleistungen sind hier nicht berücksichtigt. In Summe schätzen wir die Gesamtkosten für das Gesamtprojekt (Solar + Heizung) inkl. Eigenleistung, wenn man so was komplett in Auftrag gibt auf ca. 20000€ - 25000€ Brutto, was natürlich in keinem Verhältnis mehr steht.

@all
Das soll hier kein Abfeiern der Solarthermie werden, sondern wir wollen nur unsere Erfahrungen mitteilen. Man muss das Ganze auch unter der derzeitigen Situation sehen, sprich situativer Kontext (Ende Jahr 2008, Stand der Technik, sowie Ressourcenkosten 1 Liter Heizöl fast 1€).

Gruß Schorsch

Verfasser:
la boca
Zeit: 30.11.2019 18:44:39
3
2865166
Das was ihr da, im wahrsten Sinne des Wortes hingezaubert habt, ist echt eine Augenweide. Unglaublich technisch versiert und super umgesetzt. Man kann euch dazu nur beglückwünschen. Auch wenn man anhand der Zahlen sieht,dass es sich erst spät rechnet. Na und? Fossiler Brennstoff wird eingespart. Das muss sich also nicht immer und gleich finanziell rechnen. Also echt toll gemacht. Daumen hoch.

la boca

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 03.12.2019 13:20:29
0
2866719
Kompliment und Glückwunsch zu der Anlage

Dietmar Lange

Verfasser:
black_rabbit
Zeit: 03.12.2019 20:57:23
0
2866982
Hallo Zusammen,

die Kosten und der Ertrag sind natürlich maßgeblich für die Entscheidung, ob man sich eine Solarthermie- Anlage anschafft oder nicht.

Unsere Anlage kann für eine solche Entscheidung nicht herangezogen werden, da die Anlage die Eisenbahn, Modelbau oder dergleichen ersetzt, sprich zum Hobby geworden ist.

Dennoch können wir feststellen, dass bei allem Aufwand und Kosten, sich eine Ersparnis an Öl von ca. 1000-1200l pro Jahr eingestellt hat. Derzeit beheizen wir ein Haus von ca. 170m2 Wohnfläche mit ca. 1200-1400 l Öl pro Jahr.

Abgesehen von der Eigenleistung hat sich die "Hobbyanlage" in ca. 14,5 Jahren aromatisiert und ich hatte Spaß :-).

Wie würden wir das heute rein kostenoptimiert an unserem Standort mit unseren Gewohnheiten realisieren:

- der relativ große Pufferspeicher als Sonderanfertigung bringt im Kost-
Nutzenverhältnis nicht genug, d.h. 1-2 Standardspeicher mit 800l als Blechdose
ohne Innenleben verwenden,
- wenn zwei Pufferspeicher, dann diese in Reihe schalten, mit einer solaren
Beladung im Bereich des ersten Pufferspeichers mittig (also ca. 400l), und
unten über ein Schichtladerohr und die zweite Beladung Pufferspeicher #2 unten,
Umschaltung über Zonenventil,
- Pufferspeicher wie realisiert ohne Innenleben was in der Regel eine Trennstation
und eine Frischwasserstation erforderlich macht,
- unbedingt Frischwasserstation, da den Pufferspeicher hinsichtlich WW nur soviel
Energie entzogen wird, wie gerade benötigt wird und ein Betrieb, ohne eine
Vergiftung durch Legionellen, ist nahezu sichergestellt (Brauchwasserspeicher
als auch zeitgesteuerte Brauchwasser- Zirkulationspumpen sind nach unserer
Erfahrung reine Energie- Vernichter)
- der BIV-Mischer inkl. Anschlüsse ist unverzichtbar, da er für eine
temperaturgerechte Abnahme aus dem ersten Pufferspeicher sorgt,
- die Solarkollektoren, nun ja, das leidige und durchaus streitbare Thema:
rein auf dem Dach Richtung Osten , würden wir heute vermutlich Flachkollektoren
wählen, da diese ertragstechnisch (Aperturfläche usw.) einfach besser sind.
Hätten wir eine Ausrichtung der Dachfläche nach Süden, wären FK's die erste
Wahl. Da wir uns die Option, der einfachen Verschaltung von Kollektoren auch auf
der Dachfläche West mit den Kollektoren auf der Dachfläche Ost offen halten
wollten, haben wir uns für VRK entschieden. Des Weiteren war das Thema der
Reflektion der Sonneneinstrahlung bei schräg einfallender Strahlung bei FK's
derzeit unklar.
- die Steuerung
je besser ein System hydraulisch dimensioniert ist, desto weniger Steuerung bedarf
es, dass ist unbedingt anzustreben,
dennoch, die Möglichkeit zu haben steuerungstechnisch eingreifen zu können ist
für Hobbytypen sicherlich reizvoll, hier war seinerzeit die UVR1611 die
erste Wahl, aber nur dann wenn man ein solches System selbst programmieren
kann (Zukauf + Änderungen können ins Geld gehen),

Fazit:

Standardanwendung, mit Standardkomponenten - unbedingt und nur mit Heizungsunterstützung- entsprechend der Funktion unserer Anlage müsste auch über eine versierte Firma für 6000- 8000€ brutto inkl. Montage bei bestehender Heizungsanlage zu bekommen sein.

Hinweis:
Ohne ein entsprechend gedämmtes Haus, hinsichtlich Mauerwerk, Fenster usw. und ohne eine Flächenheizung wie Fuß- und/oder Wandheizung ist jegliche Überlegung zur Anschaffung einer Solarthermieanlage, zwecks Heizkostenreduzierung, zu verwerfen.

Gruß

Schorsch

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 03.12.2019 21:56:13
0
2867015
Zitat von black_rabbit Beitrag anzeigen

Fazit:

Standardanwendung, mit Standardkomponenten - unbedingt und nur mit Heizungsunterstützung- entsprechend der Funktion unserer Anlage müsste auch über eine versierte Firma für 6000- 8000€ brutto inkl. Montage bei bestehender Heizungsanlage zu bekommen sein.



Leider war das nur vor dem Bauboom so.

Heute kostet eine ausgewachsene Heizungsunterstützende Solarthermie 10-15k.

Das letzte Angebot was ich hier liegen hatte und für einen begutachten sollte waren 25k für Thermentausch + Solarthermie (Viessmann)

Die Konkurrenzfirma wiegelte bei ST ab... lohnt sich nicht und machte einen Thermenstausch für 9k (Wolf)

Klar Markenaufpreis ist da drinen aber wie viel könnt ihr selber abschätzen.

Verfasser:
muensterlaender
Zeit: 04.12.2019 06:23:35
0
2867101
Die Mehrkosten hängen von der Art der Heizung ab.

Bei mir war der Pufferspeicher im Rahmen eines Kwsseltausches eh nötig und in NRW war die Fördersituation gut. Trotzdem wäre eine simple Gastherme deutlich günstiger gewesen.

Aber macht heute der Einbau einer Heizung mit fossilen Brennstoffen noch Sinn, wenn es gute Alternativen gibt?

Verfasser:
kathrin
Zeit: 04.12.2019 11:07:28
3
2867269
@black_rabbit

Vielen Dank für deine Langzeiterfahrungen und Kompliment für die Anlage und ausgezeichnete Dokumentation!

Bei den Kosten vermiesen die niedrigen Energiepreise die Amortisationsrechnung, aber wenn man mit eingesparten fossilen kWh oder eingespartem CO2 rechnet, dann lohnt sich jede Solaranlage.

Nur dazu etwas:
Zitat von black_rabbit Beitrag anzeigen
Hinweis:
Ohne ein entsprechend gedämmtes Haus, hinsichtlich Mauerwerk, Fenster usw. und ohne eine Flächenheizung wie Fuß- und/oder Wandheizung ist jegliche Überlegung zur Anschaffung einer Solarthermieanlage, zwecks Heizkostenreduzierung, zu verwerfen.
Das ist die allgemeine Lehrmeinung, aber diese wäre m.E. zu hinterfragen. Je besser gedämmt das Haus, desto mehr verkürzt sich die Heizperiode und der Heizbedarf fällt immer mehr in die sonnenarme Zeit. wenn die Solaranlage nicht mehr viel beisteuern kann. Ein schlecht gedämmtes Haus dagegen muss auch in der Übergangszeit beheizt werden und kann dann einen grossen Anteil aus Solarthermie beziehen. Zudem kann bei grossem Energiebedarf die ST eine - absolut gesehen - "grosse" Energiemenge liefern (resp. ersetzen), was bezüglich Amortisation gut ist. Niedrigenergiehäuser haben nur unwesentlich geringere Investitionskosten, aber wegen geringer eingesparter Energiemengen auch geringere Kosteneinsparungen pro Jahr und somit längere Amortisationszeiten (dies betrifft JEDE Investition in Heiztechnik, nicht nur ST).
Hier ein Beispiel: https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/105710/Erste-Heizperiode-Solaranlage-im-nichtisolierten-Altbau-beendet-Fazit-

Klar wäre es "generell" gut, wenn ein Haus möglichst wenig Energie benötigt, aber bei einem noch nicht gedämmten Altbau würde ich ST nicht von vornherein ausschliessen, sondern Kosten und Ertrag durchrechnen lassen - je nach Rahmenbedingungen kann ST für Heizungsunterstützung auch in ungedämmten Altbauten sehr sinnvoll sein.

So oder so: jede dank Solarthermie eingesparte fossile kWh ist gut, und wenn man die aktuell noch hohen Kosten als Hobby abbuchen kann, hat sich auch die leidige Kostendiskussion erledigt.

Schönen Tag + Gruss

Kathrin

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 04.12.2019 13:51:34
0
2867371
Zitat von kathrin Beitrag anzeigen
@black_rabbit

Das ist die allgemeine Lehrmeinung, aber diese wäre m.E. zu hinterfragen. Je besser gedämmt das Haus, desto mehr verkürzt sich die Heizperiode und der Heizbedarf fällt immer mehr in die sonnenarme Zeit. wenn die Solaranlage nicht mehr viel beisteuern kann. Ein schlecht gedämmtes Haus dagegen muss auch in der Übergangszeit beheizt werden und kann dann einen grossen Anteil aus Solarthermie beziehen [...]


Hallo Kathrin,

nur ein Hinweis zur "allgemeinen Lehrmeinung"

Die heutige Auffassung der meisten Anbieter ist etwas anders.

Das Haus soll in einem Bauzustand sein, dass es mit einer Niedertemperaturheizung (max. Rücklauftemperatur Heizkreise 45 °C) beheizbar ist.

Kollektorflächen für HU sollen so ausgelegt werden, dass die etwa die doppelte Fläche wie für die TW Erwärmung in Sommer vorgesehen wird,
Ausgehend von dieser Regel erfolgt dann die Feinabstimmung nach örtlichen Gegebenheiten.

Anders ausgedrückt, die Anlage sollte in der Übergangszeit März oder Oktober das Haus ban einem vollsonnigen Tag noch heizen können.

Empfehlungen für optimale Neigungswinkel der Kollektoren orientieren sich ebenfalls an der Einstrahlung in diesen Monaten.

Es geistern aber noch viele abweichende Empfehlungen aus früheren Zeiten herum,

Der grüne Daumen ist von mir.

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
black_rabbit
Zeit: 04.12.2019 21:19:55
0
2867649
@kathrin ,

danke für das Lob.

Deine Überlegungen will ich nicht komplett ausschließen, jedoch haben wir hier die folgenden Erfahrung gemacht:

Auch in den Septembermonaten mussten wir zum Teil schon zuheizen und das obwohl wir am 06.09.2013 (siehe Ertragsdaten) mit einer unteren Puffertemperatur von 65,6°C und einer oberen Puffertemperatur von ca. 81°C in den September gestartet sind. Am 17.09.13 hatten wir den ersten Brennerstart.
Der Grund hierfür waren die relativ "hohen" Vorlauf-Temperaturen (RAD VL =36°C und FBH VL=31 °C bei einer Außentemperatur von 6°C) und natürlich auch mangelnde Einstrahlung. Bei der ganzen Überlegung spielen die Temperaturen eine untergeordnete Rolle. Erst eine Betrachtung der Wärmemenge, sprich Q= m*c*dT, bringt schlüssige Ergebnisse (leider kann ich die Wärmemengen zum 06.09.13 nicht angeben, da seinerzeit noch keine Durchfluss- Transmitter in den Heizkreisen verbaut waren). Letztendlich kann man sagen, es muss immer soviel zugeheizt werden, wie die Gebäudehülle an Wärmemenge verliert.
So hatten wir am 27.10.19 nach zusätzlichen Dämmmaßnahmen auch bei 6°C Außentemperatur Vorlauftemperaturen im RAD- Kreis von ca. 35°C mit 80l/h und im FBH- Kreis von ca. 27,5 °C mit einem Durchfluss von 200l/h. Setzt man näherungsweise den gleichen Durchfluss auch für den 06.09.13 an kann man die unterschiedlichen Wärmemengen abschätzen (der Ansatz ist realistisch, da nach wie vor ca. 200l/h für die FBH in das Wohnzimmer als Hauptaufenthaltsraum fließen und der Rad-Kreis zu dieser Zeit in beiden Fällen nur das Bad heizt).
Was die Überlegung der Gebäudehülle angeht, so sollte man hier auch die Transmissionswärme betrachten. Im Wechsel von Sommer auf Winter hat ein „schlecht“ gedämmtes Haus noch die Wärmeenergie die im Mauerwerk gespeichert ist. Danach geht es rapide bergab und das umso mehr je schlechter die Fenster sind und das mit dem Einhergehen geringerer Einstrahlung. Im Sommer ist es sehr heiß im Gebäude, die im Mauerwerk gespeicherte Energie veranlasst erst einmal nicht zum Heizen (kein oder kaum Solarertrag da der/die Pufferspeicher noch voll sind), dann wird es schlagartig kalt und der Pufferspeicher ist sehr schnell entladen und anschließend ist kaum noch Einstrahlung vorhanden. So zumindest die Erfahrung die wir an unserem Standort gemacht haben und sich mit der Lehrmeinung deckt.
Dann geht die Heizsaison los und das Ganze kehrt sich wärmemengentechnisch um, sprich man heizt die Umwelt und das macht die Ertragsbilanz auf das Jahr gesehen kaputt.
Das Ganze läuft dann über den Winter mit entsprechend hohem Energiebedarf des Primärträgers bis zum Wechsel auf Frühjahr -> Sommer. Hier kann dann die Solarthermie bei schlecht gedämmter Gebäudehülle schon helfen das Mauerwerk wieder zu erwärmen, aber dann erwärmt die Sonneneinstrahlung das Mauerwerk und auch der Innenraum wird durch die Fenster relativ schnell aufgeheizt. Es wird schnell wieder warm bis zu warm, der Pufferspeicher wird wieder geladen und das Stagnationsproblem stellt sich ein. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Nach unserer Erfahrung an unserem Standort mit unserem als positiv empfunden Wohnraumklima, ist ein kontinuierlicher Betrieb mit möglichst geringen Vorlauftemperaturen der Heizkreise, die beste Wahl.

Gruß Schorsch

Verfasser:
ThomasShmitt
Zeit: 04.12.2019 21:37:58
0
2867660
Ich möchte ja kein Spielverderber sein, aber wenn man CO2-Einsparung bzw. Einsparung von fossilien Brennstoffen rechnet, muss man zumindest auch mal bedenken, dass die Herstellung und Installation der ganzen Anlage ja auch nicht gerade CO2-neutral erfolgt.

Verfasser:
obio
Zeit: 04.12.2019 23:00:16
2
2867710
Zitat von ThomasShmitt Beitrag anzeigen
Ich möchte ja kein Spielverderber sein, aber wenn man CO2-Einsparung bzw. Einsparung von fossilien Brennstoffen rechnet, muss man zumindest auch mal bedenken, dass die Herstellung und Installation der ganzen Anlage ja auch nicht gerade CO2-neutral erfolgt.


Wenn mich nicht alles täuscht, ist das ein Einwand, der auf jedwede Installation zutrifft. Also auch auf solche, die weniger CO2 einsparen oder sogar noch welches zusätzlich in die Atmosphäre blasen. Dann doch lieber so wie in diesem Fall: hergestellt, installiert und dann eben kein weiteres CO2 - ausser Wartung und Reparatur, die aber auch bei konventionellen Anlagen anfallen würden.
Auch von meiner Seite Glückwunsch zum gelungenen Projekt :-)
Gruß

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 04.12.2019 23:34:32
0
2867720
Zitat von ThomasShmitt Beitrag anzeigen
Ich möchte ja kein Spielverderber sein, aber wenn man CO2-Einsparung bzw. Einsparung von fossilien Brennstoffen rechnet, muss man zumindest auch mal bedenken, dass die Herstellung und Installation der ganzen Anlage ja auch nicht gerade CO2-neutral erfolgt.


Die sogenannte energetische Amortisationszeit bei Kollektoren liegt bei rund 2 Jahren. Dann haben die Kollektoren rechnerisch die Energiemenge in kWh bereit gestellt, die zur Fertigung erforderlich war.

Das Umweltprüfzeichen Blauer Engel sollte vor rund 20 Jahren nur an Kollektoren vergeben werden, bei denen solche Amortisationszeiten nachgewiesen wurden.
Deshalb wurde das Thema damals auch gründlich untersucht.

Das Projekt wurde nicht realisiert, weil die Bilanzgrenzen zur Berechnung problematisch sind. Damals sollten die Transportwege vom Herstellungsort nach Deutschland mit berücksichtigt werden. Kollektoren aus Ländern am Rande der EU hätten dann einen Wettbewerbsnachteil in D gehabt.

Deswegen wurde diese Idee nicht weiter verfolgt.
Bei allen Wärmeerzeugern mit fossilen Energieträgern lässt sich keine energetische Amortisationszeit angeben.


Dietmar Lange

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