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Tatsächliche Stromverbräuche Heizkreispumpen
Verfasser:
revox76
Zeit: 04.12.2019 08:06:48
0
2867136
Hallo!

Ich habe gerade beim Testen der Stromverbräuche der verschiedenen Heizkreispumpen folgendes für mich Überraschendes festgestellt:

Die Menred Energiesparspumpe die laut Display 4 Watt verbraucht, verbraucht diese 4 Watt auch laut Energiekostenmessgerät (Düwi). Alles gut.

Die betagte Wilo-Star (von 2006) mit rund 30-50 Watt laut Typenschild verbraucht in höchster Stufe (III) derzeit 30 Watt. Soweit auch okay. Könnte ich mal ersetzen.

Dann habe ich noch zwei günstige orange IBO Pumpen (Ebay) im Einsatz die laut Typenschild 39-72 Watt (3-Stufig) verbrauchen sollen. Sollten eigentlich mal nur als Zwischenlösung dienen und ich wollte diese als Erstes demnächst austauschen.

Eine Pumpe verbraucht aber auf Stufe 1 nur 7 Watt! (Ich habe es mehrmals getestet und auch festgestellt dass sich der Verbrauch mehrstufig bis 70 Watt in der höchsten Stufe erhöht). Die Pumpe fördert auch für die Fubo auf Stufe1 ganz normal. Diese würde ich nicht ersetzen wollen - ist ja quasi fast eine Hocheffizienzpumpe ;-)

Die baugleiche Pumpe in einem anderen Heizkreis verbraucht jedoch die Werte laut Typenschild (also die 39 in I und 72 III).

Habe ich jetzt bei der einen "Günstigpumpe" Glück gehabt dass diese so sparsam ist?

Wie läßt sich dass technisch erklären? Es sind ja ungeregelte Pumpen die keine Differenzdruckmessung durchführen können und dementsprechend Ihren Verbrauch regeln können.

Verfasser:
thx222
Zeit: 04.12.2019 09:15:16
1
2867182
Toll das du soviel Watt an der Umwälzpumpe einsparst,aber dadurch um ein vielfachen höheren Verbrauch bei der Heizung hast;)

Verfasser:
Martin24
Zeit: 04.12.2019 09:53:19
2
2867213
Die Typschildangaben sind natürlich nur grobe Schätzungen.
Hängt auch sehr davon ab, nach welchem Verfahren beim Hersteller gemessen wird.
Außerdem hängt die tatsächliche Leistungsaufnahme auch von der anliegenden Netzspannung ab (die kann schon ganz erheblich unterschiedlich sein) und davon, welchen Druck die Pumpe aufbauen muss.
Eine Pumpe, die quasi leer läuft, nimmt weniger Leistung auf als eine die gegen einen hohen Gegendruck arbeiten muss.

Grüße
Martin

Verfasser:
revox76
Zeit: 04.12.2019 21:47:31
0
2867668
Ich habe mehrmals gemessen. Es kommen immer die 7 Watt Differenzverbrauch für die besagte Pumpe heraus, wenn ich die Pumpe an der Kesselsteuerung (dessen Gesamtverbrauch änderte sich von (49 zu 56 Watt) an oder abstöpsele.

Bei den anderen 3 Pumpen entsprechend andere Differenzen w.o. genannt.

@thx222 Wie meinst du dass mit dem vielfach höheren Verbrauch an der Heizung? Ich habe wie gesagt am Schucostecker des Kessels gemessen an dessen Steuerung (noch) die 4 Heizkreispumpen hängen. Kommen demnächst auch an die UVR mit jeweils eigenem Schütz.

Verfasser:
elelom2
Zeit: 04.12.2019 22:24:59
2
2867688
Die Äusserung von thx.. ist ein sinnfreier Beitrag.
Es gibt sicherlich Konstellationen, in denen durch eine geringere Pumpleistung der Wärmeerzeuger in einen ungünstigeren Arbeitsbereich kommt und entsprechend mehr Energie benötigt. Das ist hier aber erstmal nicht die Frage.

Ansonsten ist es wie Martin schon andeutete. Die Angabe auf der Pumpe ist die maximale Leistungsaufnahme. Muss die Pumpe aber keine Arbeit verrichten weil im Kreis kaum Widerstand ist, ist die Leistungsaufnahme entsprechend geringer.

Der Motor in deinem Golf hat auch max 90PS, beim Rollen auf der Landstrasse liefert er jedoch nur ein Bruchteil der Leistung.

Der Kreis mit der Pumpe, die nur 7W aufnimmt, wird ein recht kurzer Kreis mit grosszügiger Verrohrung sein, zB Ladekreis WW-Speicher.

Verfasser:
revox76
Zeit: 06.12.2019 08:43:08
0
2868458
Eigentlich ist der Kreis nicht so klein. Er versorgt die Fußbodenheizung im Nachbarhaus im EG mit etwa 50qm. Fußbodenheizung nebenan wird auch warm ... :-)

Ich habe noch eine Frage zum Pumpendurchlass DN25 vs DN32 bei gleichem Anschlussgewinde 1 1/2".

Kann man bei einer baugleichen HE Pumpe mit gleicher Förderhöhe von 3,5 Meter und gleicher Leistungsaufnahme 5-22 Watt auch zur günstigeren DN32 greifen? Die geringfügig teurere des Modells in DN25 die bei mir "schon" 2 Jahre zuverlässig läuft ist nicht mehr lieferbar.

Verfasser:
cheak
Zeit: 06.12.2019 09:04:11
2
2868473
Eigentlich ist es ganz einfach:

hydraulische Leistung: P_hydr = (V/t) x dp

[m³/h x Pa = m³/h x N/m³ = Nm/h = kg m/s² x m : h x 1h/3600s = kg m² / s³ = W]

Pumpenleistung: P1_pumpe = P_hydr : eta_pumpe

Die Leistung einer Pumpe folgt somit immer dem angeforderten Volumenstrom des versorgten Netzes sowie der eingestellten Förderhöhe. Bei ungeregeltem Betrieb ist dies nicht die eingestellte Förderhöhe, sondern die sich bei dem Volumenstrom einstellende Förderhöhe nach Kennline.

Beispiel:

2,5 m³/h Volumenstrom
3,5 m Förderhöhe (= 35000 Pa)

P_hydr = 2,5 m³/h x 35000 Pa x 1h/3600s = 24,3 W

eta_pumpe = 0,65 (Herstellerangabe am Betriebspunkt)

P1_pumpe = 24,3 W : 0,65 = 37,4 W (Anzeige am Leistungsmessgerät)


Die Versorgungsspannung hat hiermit überhaupt nichts zu tun, da P = U x I ist und die Pumpe die Leistung bestimmt. Kommt also weniger Spannung, so wird die Pumpe mehr Strom aus dem Netz ziehen.


Viele Grüße

Chris

Verfasser:
OliverSo
Zeit: 06.12.2019 09:12:41
1
2868480
Wieviel eine Pumpe "verbraucht", hängt nur davon ab, was hinten dran hängt. Selbst eine 1000W-Pumpe kann an einem widerstangsarmen kurzen Boilerkreis nur 10 Watt aufnehmen. Die Pumpe hat ihre Kennlinie, der hydraulsiche Kreis auch, und deren Schnittpunkt ergibt den Arbeitspunkt, in dem die Pumpe läuft.(bei ungeregelten Pumpen)

Insofern ist die Leistungsmessung verschiedener Pumpen an verschiedenen hydraulischen Kreisen völlig sinnlos.

Oliver

Verfasser:
sukram
Zeit: 06.12.2019 10:21:18
1
2868522


Wiki -> Phasenverschiebung, Blindleistung, Scheinleistung...

So ein Billigteil misst da Mist.

Verfasser:
cheak
Zeit: 06.12.2019 12:21:57
0
2868599
...na klar. Bei einphasigem Wechselstrom.

ROTFL

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 06.12.2019 13:13:24
1
2868627
Zitat von cheak Beitrag anzeigen
...na klar. Bei einphasigem Wechselstrom.

Ja. Strom und Spannung sind außer bei ohmschen Verbrauchern zueinander verschoben. Auch bei einphasigem Wechselstrom. Da gibts nix zu lachen.

Verfasser:
cheak
Zeit: 06.12.2019 14:39:51
0
2868664
Na klar, bei Induktivitäten Ströme sich verspäten. Das ist eine alte Weisheit.

Nur ist die Phasenverschiebung bei kleinen Umwälzpumpen verschwindend gering, weil der Frequenzumrichter einen Zwischenkreis mit Kondensatoren zur Pufferung hat und kurz nach dem Anlauf die Phasenverschiebung im Prinzip vollständig eliminiert ist.

Der Stromzähler im EFH misst ausserdem die Wirkleistung. Da aber die Scheinleistung S = U x I und die Wirkleistung P = U x I x cos phi ist, wird dem Kunden sogar noch weniger in Rechnung gestellt als das, was die Pumpe dem Kunden anzeigt (so sie denn nur Scheinleistung misst). Es darf dem Häuslebauer also herzlich egal sein, ob es zwischen Strom und Spannung eine Verschiebung gibt.

Der Effekt darf hier getrost vernachlässigt werden.

Verfasser:
winnman
Zeit: 06.12.2019 17:01:34
0
2868728
Und diverse Aussagen hier sind grundfalsch.

Ein Heizungspumpe ist eine Zentrifugalpumpe.

Die hat die höchste Leistung beim größten Durchsatz.

Wird hier nun der Durchsatz vermindert (warum auch immer, Totdrosselung) sinkt auch der Verbrauch.

Physik: Die Zentrifugalpumpe fördert das Heizwasser durch beschleunigen desselben im Pumpenrad. strömt viel Wasser durch die Pumpe, muss auch viel Wasser beschleunigt werden.
Wird der Durchfluss begrenzt, wird wenig Wasser beschleunigt.
Was übrig bleibt sind die Verluste zwischen Pumpenrad und Gehäuse, die bleiben relativ Konstant.

Mit bestem Wirkungsgrad arbeitet also eine möglichst klein dimensionierte Pumpe die mit ihrem optimalen Durchfluss betrieben wird.

Wenn Pumpen außerhalb ihres Kennfeldes betrieben werden sinkt der Wirkungsgrad, dabei spielt es keine Rolle ob zu kleine Pumpe mit zu großem Durchfluss betrieben wird oder Große Pumpe mit zu geringem.

Pumpen müssen nach den Hydraulischen Gegebenheiten dimensioniert werden.

Um auf den Konkreten Fall mit der "großen" Pumpe und deren Leistungsbedarf zurück zu kommen: Welchen Durchsatz benötigt dieser Kreis?
Kann der Durchsatz vermindert werden ohne dass es zu unschönen Effekten kommt? (Temperaturen werden dann irgendwo ev. nicht mehr erreicht)
Kann der Durchsatz temporär vermindert werden?
Testweise kann man den Durchsatz auch mit Absperrorganen begrenzen (Kugelschieber im Kreis, . . .)

Die Leistung der Pumpe wird dadurch sinken.

Wenn auch bei geringerem Durchsatz die Hydraulik noch funktioniert kann ev. eine kleinere Pumpe installiert werden.

Entsprechende Tests sind am besten bei Auslegungstemperatur durchzuführen.

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 06.12.2019 17:12:47
0
2868739
Mir stellt sich bei 7 Watt die Frage, ob der Heizkreis auch ohne Pumpe warm wird?

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 06.12.2019 20:40:24
1
2868894
Zitat von cheak Beitrag anzeigen
Nur ist die Phasenverschiebung bei kleinen Umwälzpumpen verschwindend gering, weil der Frequenzumrichter einen Zwischenkreis mit Kondensatoren zur Pufferung hat und kurz nach dem Anlauf die Phasenverschiebung im Prinzip vollständig eliminiert ist.

Es ging hier zunächst um eine "klassische" Pumpe, also keine Hocheffizienzpumpe. Die hat keinen Frequenzumrichter - die hat einen klassischen Wechselstrommotor mit Betriebskondensator. Der Kondensator erzeugt eine verschobene Spannung, quasi so eine Art Pseudo-Drehstrom. Da ist eine Phasenverschiebung sehr wohl vorhanden.

Und bei modernen Hocheffizienzpumpen stimmt zwar das mit dem Frequenzumrichter. Da wird dafür die Stromaufnahme stark nichtlinear (nicht sinusförmig) sein - und mit solchen Strömen haben billige Energiemessgeräte auch gern mal ihre lieben Probleme.
(Eine PFC - Power Factor Correction - die diese Nichtlinearitäten ausbügelt ist erst ab etwas größeren Grenzen vorgeschrieben - Wert müsste ich nachschauen, aber so eine 0815-Einfamilienhaus-GrundfosAlpha hat ja nur 15W oder so, da gehe ich nicht davon aus, dass die so etwas hat.)

Verfasser:
cheak
Zeit: 06.12.2019 20:46:29
0
2868895
Das stimmt. Die ebay Dinger sind ungeregelte Pumpen. Die Blindleistung sollte bei dieser Leistung aber kaum noch messbar sein.

Verfasser:
revox76
Zeit: 08.12.2019 15:50:12
0
2869816
Okay! Vielen Dank für die Beiträge!

Noch ein Grund mehr für einen einheitlichen Austausch zu sorgen wenn die Verbräuche so real gar nicht mit dem Energiekostenmessgerät genau gemessen werden können.

Davon 4 Stück wären mir am liebsten:

https://www.pumpendiscounter.de/ReigaGbR-p5977h710s1011-WITA-Hocheffizienzpu.html

Da kann ich dann das Delta zwischen VL und RL schön über die Drehzahl mit der UVR regeln lassen und halte meinen Solar-RL damit schön kühl zum solaren Heizen.

Mit den HE Pumpen ist das immer so eine Sache.

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