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Beatmungsgerät selber bauen
Verfasser:
sukram
Zeit: 03.04.2020 20:52:22
0
2942297
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen


Heißt das eigentlich, dass die, die zu Hause sterben, z.B. weil sie vom Krankenhaus gar nicht mehr aufgenommen werden (okay, das passiert wohl eher in Italien als in Frankreich) gar nicht gezählt werden?

Grüße
Martin


Worldometers hat heute 6,507 (+1,120) Opfer
eingetragen (und eine NOTE ON FRANCE DATA dazu unten unter "Latest Updates" ergänzt), während die offizielle Seite nur 5091( +588 ) décès à l’hôpital verzeichnet.

Wie in Spanien "gezählt" wird, kann
man bei Heise/Telopolisnachlesen...

Verfasser:
Martin24
Zeit: 03.04.2020 22:18:45
0
2942339
Zitat von sukram Beitrag anzeigen

Wie in Spanien "gezählt" wird, kann
man bei Heise/Telopolisnachlesen...

Auf der einen Seite wird immer wieder gesagt, dass viel zu viele Tote gezählt werden, weil jeder Tote mit Infektion als Covid-19-Toter gezählt wird, egal ob er an Covid-19 gestorben ist, auf der anderen Seite werden offenbar wirklich nur Leute gezählt, die im Krankenaus (oder ggf. noch im Pflegeheim) gestorben sind. Leute die z.B. in Italien gar nicht erst ins Krankenhaus kommen, sondern "mit Opiaten und Schlaftabletten zur Sterbebegleitung" versorgt werden, kommen dann aber wohl gar nicht in die Statistik.

Neulich habe ich noch gesagt, die Anzahl der positiv getesteten sei zu stark von der Testanzahl abhängig, um aussagefähig zu sein und gesagt, die Anzahl Toter sei die einzige verlässliche Zahl. Das scheint aber auch nicht so ganz zu stimmen.
Wie soll man sich da ein vernünftiges Bild machen?

Grüße
Martin

Verfasser:
berkamti
Zeit: 04.04.2020 00:00:42
1
2942367
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
... die Anzahl der positiv getesteten sei zu stark von der Testanzahl abhängig, um aussagefähig zu sein
Prof. Wieler sagt in der PK von heute, "... es ist nicht so einfach für uns, diese Zahlen zu erheben" (und macht ein Gesicht, als hätte er in eine Zitrone gebissen :-)
Aber nicht nur die Anzahl der Tests, sondern natürlich auch die Selektion der Testgruppe hat Einfluss auf das Ergebnis. Er nennt mal wieder 2 Zahlen (@24:40):
letzte Woche wurden ungefähr 350.000 Tests durchgeführt, davon ~8% positiv.
Die Argumentationslinie (von mir antizipiert): wenn die Testgruppe schon nur die höher risikobehafteten Personen enthält und dann trotzdem nur 8% positiv sind, dann muss es im Gesamtdurchschnitt viel niedriger sein. Deswegen reicht strategisches Testen derzeit völlig aus.
Zitat:
die Anzahl Toter sei die einzige verlässliche Zahl. Das scheint aber auch nicht so ganz zu stimmen.

Er schätzt, dass mehr Menschen an COVID-19 sterben, als offiziell gemeldet werden. (@21:25)
@26:25 "... wir haben keine Empfehlung zur Maskentragung geändert. ... hier irrt die BILD" :-)
click

Verfasser:
loli
Zeit: 04.04.2020 01:27:17
1
2942380
Zitat von berkamti Beitrag anzeigen
Die Argumentationslinie (von mir antizipiert): wenn die Testgruppe schon nur die höher risikobehafteten Personen enthält und dann trotzdem nur 8% positiv sind, dann muss es im Gesamtdurchschnitt viel niedriger sein. Deswegen reicht strategisches Testen derzeit völlig aus.

Hm,
die risikobehafteten Personen in Bezug auf einen schweren Verlauf vielleicht - nicht die Risikopersonen als Virenschleuder... Denn auch ganz ohne Husten und Fieber (und das sind angeblich an die 80%!!!), kann man den Leuten etwas "Gutes" tun ;-)

Heute kam wieder ein Interview bei NDR-Info mit Prof. Drosten (wie jeden Tag):
wenn der Test per Rachenabstrich gemacht wird, aber die Infektion schon länger zurück liegt (´ne Woche) ist die Wahrscheinlichkeit für ein negatives Ergebnis recht groß (waren 30% glaub ich) - angeblich bereits aus China bekannt.

Das könnte auch das vermutlich negative Ergebnis meiner Frau erklären... Denn bis der Tester kam, waren fast 5Tage um.

Ich bin deshalb immer noch auf der Suche nach zuverlässige Antikörpertests, die man einfach so machen kann. Ein Labor hat meine Frau schon aufgetrieben, aber die gehen den Umweg über die Hausärzte und die sind immer noch nicht für so ein Spaß zu haben ;-( Kosten angeblich 147€

Kennt Jemand eine Möglichkeit sich testen zu lassen (also direkt beim Labor), denn meine bestellte Teststreifen machen nicht den Eindruck, als wollen sie sich auf den Weg machen...?

Gruß

Verfasser:
Mat79
Zeit: 04.04.2020 05:21:01
2
2942392
Update für den 03.04.
Quelle: Johns Hopkins Coronavirus Resource Center

Ich habe mir heute den Verlauf in Deutschland seit Anfang März noch einmal genau angeschaut und für unterschiedlichen Annahmen die Kurven modelliert.

Daraus konnte ich folgende Schlußfolgerungen ziehen:

1. Die mittlere Dauer der aktiven Erkrankungsphase scheint 12 Tage zu sein
2. Die mittlere Zunahme neuer Erkrankungen über die letzten 10 Tage ist 6000/Tag
3. Die Annahme, 5-6% der Erkrankungen haben einen schweren Verlauf scheint korrekt

Wenn die Zunahme neuer Erkrankungen sich weiterhin zwischen 5000 und 7000 pro Tag bewegt, dann würde die Kurve tatsächlich bald deutlich abflachen und innerhalb von 2-3 Wochen das Plateau erreichen.

Die "Gesunden" kommen sicher nach 12 Tagen Krankheit (minus 6%, aktuell 3936), es dürfen pro Tag also nur nicht zu viele neue Kranke dazu kommen.


Verfasser:
Martin24
Zeit: 04.04.2020 08:29:21
2
2942409
Zitat von berkamti Beitrag anzeigen

@26:25 "... wir haben keine Empfehlung zur Maskentragung geändert. ... hier irrt die BILD" :-)


Das könnte auch daran liegen, dass er eigentlich immer ausweichend antwortet, wenn er nach Mascken in der Öffentlichkeit gefragt wird.
Wenn man gefragt wird, ob allgemeines Mundschutztragen in der Öffentlichkeit nicht das durchschnittliche Ansteckungsrisiko vermindern könnte, dann ist es keine sinnvolle Antwort zu sagen "Einfache Masken schützen den Träger nicht." Das ist zwar wahr, aber passt eben nicht zur Frage.
M.E. ganz gut zusammengefasst: Unglücklich kommuniziert

Was für mich auch völlig unverständlich ist, ist dass er sich gegen eine repräsentative Stichprobentestung ausspricht weil "die hohe Testanzahl zwar nicht repräsentativ ist aber uns einen Einblick gibt".
Tatsächlich geben uns die durchgeführten Tests aber nur den Einblick, dass real wohl weniger als 8% der Bevölkerung infiziert sind. Also liegt die tatsächliche infektionszahl in Deutschland wohl irgendwo zwischen 85.000 und 6.400.000.
Um diese Spanne einzuengen benötigt man eine (besser mehrere) repräsentative Stichprobe.
Die würde uns (immer noch mit erheblichem Fehler, aber deutlich besser als jetzt) eine Indikation geben, wie viele Menschen hierzulande wirklich infiziert sind und wie die Sterberate tatsächlich ist.
Ich halte das für sehr wichtige Informationen.
Vor allem wenn es nach Ostern u.U. bereits darum geht, Maßnahmen zu lockern.

Grüße
Martin

Verfasser:
Martin24
Zeit: 04.04.2020 08:31:59
1
2942410
Zitat von Mat79 Beitrag anzeigen
3. Die Annahme, 5-6% der Erkrankungen haben einen schweren Verlauf scheint korrekt

Meinst Du
5-6% der Erkrankungen
oder
5-6% der Infizierten
oder
5-6% der nachweislich Infizierten?

Grüße
Martin

Verfasser:
Mat79
Zeit: 04.04.2020 09:10:31
3
2942420
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Zitat von Mat79 Beitrag anzeigen
[...]

Meinst Du
5-6% der Erkrankungen
oder
5-6% der Infizierten
oder
5-6% der nachweislich Infizierten?

Grüße
Martin



Ich kann natürlich nur die Daten der nachgewiesenen Erkrankungen auswerten...

Im Bild unten sieht man folgendes:

Rot: geglättete Wachstumskurve für Erkrankungen (kumulativ), ab 27.03. linear (6000/Tag)
Die fast genau darauf verlaufende gestrichelte Linie ist der tatsächliche Verlauf positiv Getestete kumulativ bis heute.
Grün: geglättete Wachstumskurve für überstandene Erkrankungen (12 Tage nach Erkrankung)
Die darauf verlaufende gestrichelte Linie ist abzüglich 5% für schwere Verläufe (hellblaue Line unten)
Gelb: Kurve der aktiven Erkrankungen, die sich aus der roten und der grün gestrichelten Kurve ergibt (also Erkrankungen kumulativ abzüglich der überstandenen Erkrankungen)
Die fast genau darauf verlaufende gestrichelte Linie ist der tatsächliche Verlauf aktiver Erkrankungen bis heute.

Da die Zahl der täglichen Todesfälle relativ gering ist, habe ich sie weggelassen.

Wie man sieht, passen die Daten so sehr gut zusammen.


Verfasser:
schaffgut
Zeit: 04.04.2020 09:41:01
3
2942430
Zitat von HenningReich Beitrag anzeigen
Viren werden in der Regel auch immer in Aerosolen übertragen und Aerosole kann man (grob vereinfacht) nur mit FFP2 aus der Atemluft rausbekommen.
"Der Durchmesser von Aerosolpartikeln liegt in der Größenordnung zwischen 0,1 nm und 10[...]


Das ist genau die eine Sichtweise (von Egoisten) . Ich möchte mich maximal schützen. So jetzt drehen wird den Spieß um: Selbst mit einem einfachen MNS wird das Verbreiten/ Streuen der Viren deutlich reduziert. Und es gibt eigentlich kein Argument, warum man nicht den anderen schützen sollte. Zumal es ja scheinbar viele Fälle gibt, wo der Träger des Virus sich gar nicht krank fühlt. Diese höfliche : ich will andere nicht anstecken sieht man in vielen asiatischen Ländern. Wir sind da schlichtweg zu doof dazu bzw. weil es einen Mangel an Masken gibt darf man dass nicht fordern/ sagen.

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 04.04.2020 10:28:33
6
2942448
Noch mal zu dem Thema Aerosol / Tröpfchen. Nach allem was wir wissen spielt die Übertragung durch Aerosole eine untergeordnete Rolle. Das Virus wird vor allem durch Tröpfchen übertragen.

Die Tröpfchen können direkt von Mensch zu Mensch fliegen bis zu einer Entfernung von maximal 1-2 Metern. Sie fallen aber auch herunter auf Boden und Oberflächen und von dort aus können sie durch Schmierinfektion andere Menschen infizieren.

Wenn wir das Ausscheiden von Tröpfchen verhindern wird also der wichtigste Übertragungsweg des Virus blockiert.

Jetzt gibt es zwei Ansatzpunkte dafür, die Tröpfchen aufzuhalten: beim infizierten Sender oder beim gesunden Empfänger.

Wenn ich den Empfänger schützen will, also den gesunden, noch nicht infizierten Menschen, ist der Aufwand sehr hoch. Ich brauche eigentlich einen Vollschutz, denn durch eine einfache Maske wird nur das Gesicht um Mund und Nase herum geschützt. Der Rest des Gesichtes und Kleidung, Körper, Schuhe und die Umgebung können weiter durch den Tröpfchennebel kontaminiert werden und von dort kann das Virus durch Berühren kontaminierter Stellen und dann der Mundregion übertragen werden.
Einen solchen Schutz des Empfängers brauche ich dort, wo die Gefahr besonders groß ist, zum Beispiel auf einer Intensivstation. In einer solchen Umgebung muss ich davon ausgehen, dass extrem viele Viren freigesetzt werden und alle Oberflächen mehr oder weniger kontaminiert sind. Dort müssen die hochwertigsten Masken getragen werden, zusätzlich Handschuhe, Schutzanzug und möglichst auch ein Visier.

Im öffentlichen Raum für den Normalbürger ist die Situation anders. Hier ist es einfacher und wirksamer, beim Sender anzusetzen. Der Sender ist ein infizierter und ansteckender Mensch, der vielleicht Erkältungssymptome hat, der sich in vielen Fällen aber vollkommen gesund und beschwerdefrei fühlt. Dieser Überträger kann unabsichtlich andere Menschen anstecken. Dazu muss er nicht einmal husten, auch beim Sprechen werden Tröpfchen frei gesetzt.
Diese Tröpfchen kann man durch eine einfache Maske aufhalten. Diese Maske schützt nicht ihren Träger, sondern alle anderen werden vor den Tröpfchen des Trägers geschützt, indem diese von der Maske aufgefangen werden.

Wenn ich also Maske trage schützt das nicht mich, sondern dich. Wenn du eine trägst während wir uns unterhalten schützt das nicht dich, sondern mich. Und wenn wir beide eine tragen sind wir beide geschützt.

Diese Masken können einfach sein, und man muss sie nicht ständig austauschen. Man trägt die Maske ja nicht den ganzen Tag, sondern immer wieder mal, und zwischendurch wird sie immer wieder ganz trocken. Wir brauchen also nicht Milliarden Masken pro Tag, sondern nur eine für jeden, die der Träger tagelang benutzen kann.

Ich sehe hier immer noch ganz wenige Leute mit Masken.
Hoffe die Erkenntnis wird sich auch ohne Vorschriften der Regierung durchsetzen, dass wir durch das Tragen einer einfachen Maske die Verbreitung des Virus bremsen können und der Überwindung der Krise schneller nahe kommen können.

Seit Montag trage ich selbst Maske, wann immer ich mich mit anderen Menschen unterhalte. Seit Mittwoch verteile ich auch Masken an meine Patienten und bitte sie, die so zu benutzen wie ich das tue - im öffentlichen Raum und bei Gesprächen. Zu Hause in der Familie nicht, sofern nicht ein sehr gefährdetes Mitglied der Famile besonderen Schutz benötigt, und allein im Auto auch nicht.

Also, liebe Leser, macht es wie ich und tragt Maske. Die Mehrheit der Bevölkerung ist ja schon davon überzeugt, dass dies eine richtige Maßnahme ist. Aber alle warten darauf, dass die anderen es tun oder dass es vorgeschrieben wird. Wenn genügend Leute den Anfang machen wird der Rest schon nachziehen.

Grüße
Frank

Verfasser:
berkamti
Zeit: 04.04.2020 10:39:50
2
2942454
Zitat von loli Beitrag anzeigen
die risikobehafteten Personen in Bezug auf einen schweren Verlauf vielleicht
nene, damit waren die Selektionskriterien "kam aus Risikogebiet oder hatte Kontakt zu positiv Getesteten usw." gemeint. Diese Gruppe hatte logischerweise ein höheres Infektionsrisiko, als ein Leuchtturmwärter. Zumindest zum damaligen Zeitpunkt.
Zitat:
Denn auch ganz ohne Husten und Fieber (und das sind angeblich an die 80%!!!), kann man den Leuten etwas "Gutes" tun
das sind eher die wenigsten. Ich hab die Zahl nicht mehr parat, aber die war im niedrigen %-Bereich, also eher 1-80%. Aber richtig ist natürlich, dass vor dem ersten Auftreten von Symptomen die Infizierten bereits ansteckend sind (~2,5 Tage), in diesem Zeitraum (also ohne Symptome) sind dann nicht nur 80% sondern fast 100% ansteckend :-)
PS: 80% der Erkrankten haben einen milden Verlauf ... d.h. aber nicht, dass sie kein Fieber oder Husten + sonst. Symptome haben.

Verfasser:
delta97
Zeit: 04.04.2020 10:40:19
2
2942455
Ich habe versucht mit einer Hygienmaske ein brennendes Streichholz auszublasen: Geht schlicht nicht. Die Wirkung ist (noch) besser als erwartet.

Und jetzt kommt zu allem noch die Pollenzeit: Wer Corona und Pollenallergie hat wird zum Supersprinkler - besser verteilen geht nicht !

Der Kommentar unten gefällt mir auch ganz gut & Gruss delta97

www.tagesschau.de/.. /kommentar-rki-mundschutz..
Die Argumentation des RKI beim Thema Mundschutz entbehrt jeder Logik. Selbst, wenn die Masken nur dem Gegenüber helfen: Hätten alle eine, wären auch alle besser geschützt.

widerlegt wird auch gleich die Argumentation des CH BAG. Und es weiss ja schlicht keiner, ob es ihn nicht bereits erwischt hat. www.bag.admin.ch/..pandemien/../novel-cov/FAQ

Nein, gesunde Personen sollen in der Öffentlichkeit keine Hygienemasken tragen (chirurgische Masken, OP-Masken). Diese schützen eine gesunde Person nicht effektiv vor einer Ansteckung mit Viren der Atemwege (Eigenschutz). Das Tragen einer Maske kann deshalb ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen.

Verfasser:
loli
Zeit: 04.04.2020 10:55:50
2
2942462
Zitat von berkamti Beitrag anzeigen
Zitat von loli Beitrag anzeigen
[...]
nene, damit waren die Selektionskriterien "kam aus Risikogebiet oder hatte Kontakt zu positiv Getesteten usw." gemeint. Diese Gruppe hatte logischerweise ein höheres Infektionsrisiko, als ein Leuchtturmwärter. Zumindest zum damaligen Zeitpunkt.
Zitat:
[...]
das sind eher die wenigsten. Ich hab die Zahl nicht mehr parat, aber die war im niedrigen %-Bereich, also eher 1-80%. Aber richtig ist natürlich, dass vor dem ersten Auftreten von Symptomen die Infizierten bereits ansteckend sind (~2,5 Tage), in diesem Zeitraum (also ohne Symptome) sind dann nicht[...]

Also ich kann aus Erfahrung sagen, dass zumindest hier in Hamburg diese Selektionskriterien "kam aus Risikogebiet oder hatte Kontakt zu positiv Getesteten usw." definitiv nicht für eine Testung gereicht haben - es mussten noch Husten und Fieber dazu kommen - und auch dann war es nur der besonderen Hartnäckigkeit geschuldet, dass bei uns überhaupt getestet wurde...

Kann natürlich auch sein, dass es hier besonders schlimm war, weil wir bis mitte März Ferien hatten - da sind zu viele gleichzeitig aus dem Urlaub gekommen... und dass es im Rest des Landes anders aussah/aussieht.

Gruß

Verfasser:
delta97
Zeit: 04.04.2020 11:14:24
1
2942470
Hier CH / Bern gibt es ein Drive in Testcenter. Eine Statistik wäre interessant .. also Anzahl Test - positive - negative .. Gruss delta97
www.20min.ch/..-Coronatests-am-Drive-in-21850398

Verfasser:
loli
Zeit: 04.04.2020 11:19:16
1
2942472
Drive ins gibt es in DE auch (wenn auch nicht bei uns), aber auch da brauchst Du ein Termin - einfach so vorbeifahren ist nicht!

Verfasser:
Martin24
Zeit: 04.04.2020 11:23:40
2
2942473
Zitat von Mat79 Beitrag anzeigen
Ich kann natürlich nur die Daten der nachgewiesenen Erkrankungen auswerten...

Nein, Du verwendest die Zahlen der nachgewiesen Infizierten, die müssen nicht alle erkrankt sein.
Bitte versuche, das klar zu trennen

Es gibt (mit fallender Anzahl)
- Infizierte (mit hoher Dunkelziffer, tatsächliche Anzahl unbekannt)
- nachweislich Infizierte (die, die getestet wurden, diese Zahl ist bekannt)
- Erkrankte (beinhaltet auch die, die krank sind, aber nicht wissen, ob es eine einfache Erkältung ist, weil sie nicht getestet wurden, auch diese Zahl ist unbekannt)
- nachweislich an Covid-19 Erkrankte (das sind die, die Symptome haben und positiv getestet wurden)

Wenn Du nun von 5-6% der Erkrankten redest, das dann auf 5-6% der "nachweislich Erkrankten" änderst und in Wirklichkeit 5-6% der "nachweislich Infizierten" meinst, dann wird das etwas unübersichtlich.

Grüße
Martin

Verfasser:
Mat79
Zeit: 04.04.2020 12:09:03
0
2942488
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Zitat von Mat79 Beitrag anzeigen
[...]

Nein, Du verwendest die Zahlen der nachgewiesen Infizierten, die müssen nicht alle erkrankt sein.
Bitte versuche, das klar zu trennen

[...]


Das würde jetzt eigentlich besser in das andere Thema passen, das aktuell auch gerade unter "Sonstiges" läuft...

Aber wenn ´s Dir jetzt besser geht...

Verfasser:
Martin24
Zeit: 04.04.2020 12:23:36
0
2942494
Zitat von Mat79 Beitrag anzeigen
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
[...]

Das würde jetzt eigentlich besser in das andere Thema passen, das aktuell auch gerade unter "Sonstiges" läuft...
Aber wenn ´s Dir jetzt besser geht...


Echt? Es gibt schon ein Thema, wo darüber gesprochen wird, dass Leute die eigentlich etwas sehr sinnvolles tun durch unpräzise Angaben Verwirrung stiften und auf einen entsprechenden Hinweis mit Erklärung total angepisst und uneinsichtig reagieren?

Grüße
Martin

Verfasser:
sukram
Zeit: 04.04.2020 12:44:17
1
2942502
https://www.worldometers.info/coronavirus/ führt jetzt hinten auch
die Anzahl der Tests (wieauchimmer...) an.

Verfasser:
Mat79
Zeit: 04.04.2020 13:02:56
2
2942510
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Verwirrung stiften und auf einen entsprechenden Hinweis mit Erklärung total angepisst und uneinsichtig reagieren[...]


Du hast ja völlig recht und ich bin auch nicht angepisst.

Ich versuche hier, anhand von Visualisierung der bekannten Zahlen (meine Quelle ist bekannt, daher ist auch bekannt welche Zahlen ich verwende) zu veranschaulichen, was die Einflußgrößen für den bisherigen und somit auch einen möglichen zukünftigen Verlauf sind.

Wie man an der grünen und gestrichelten grünen Kurve sehen konnte, stellen die 5-6% schweren Verläufe (aktuell rund 3900) nur einen minimalen Einfluß dar.
Die 1275 Toten sogar noch weniger (daher nicht einbezogen).
Auf diesen 5-6% herumzureiten ist daher schlicht am eigentlichen Kern des Beitrags vorbei und stellt für niemanden einen Mehrwert dar.

Genau diesen Mehrwert versuche ich aber mit meinen Beiträgen zu bringen.

Hier daher nocheinmal kurz zusammengefasst, um was es mir in dem Beitrag eigentlich ging:

Unter Verwendung der tatsächlichen bekannten Zahlen (dabei sei dahingestellt, ob diese nun repräsentativ sind oder nicht) zeigt sich, dass aus (ich verwende nun die englischen Begriffe meiner Quelle Worldometers.info um nicht wieder einen Fehler einzubauen)
"Corona Virus Cases" nach 12 Tagen "closed Cases" werden.

Es verbleiben die "active Cases" (die natürlich auch die 5-6% "Serious or Critical" enthalten, da diese nicht nach 12 Tagen "gesund" sind).

Bislang betrachte ich in meinen täglichen Updates diese "active Cases" und wollte daher die Dynamik erklären, aus der diese Kurve entsteht.

Denn neben der 12 Tage andauernden Krankheitsphase ist eben der tägliche Zuwachs neuer "Corona Virus Cases" der zweite wichtige Faktor.

Wichtig dabei ist, für einen "Closed Case" gibt es keine Meldepflicht, während die positiven Tests alle (früher oder später) in die Statistik laufen.

Daher sind die 12 Tage eine wichtige Annahme, um einen möglichen zukünftigen Verlauf zu bestimmen.
Die zweite wichtige Annahme ist der zukünftige Zuwachs neuer "Corona Virus Cases".
Diesen habe ich auf 6000/Tag gesetzt, da dies dem Mittel der letzten 10 Tage entspricht.

Um die Schwankungen aus den gemeldeten Zahlen herauszufiltern, habe ich durch Excel eine Wachstumskurve erstellt (also eine Exponentialfunktion), die ab dem 27.03 in einen linearen Verlauf übergeht (eben 6000/Tag).
Um zu zeigen, dass diese geglättete Kurve den Tatsachen entspricht, habe ich die tatsächliche Kurve als gestrichelte Line darüber gelegt.

Den Rest habe ich dann einfach durch Excel rechnen lassen.

Dadurch wurde dann die gelbe Linie für den Verlauf der "active Cases" generiert.

Die Tatsache, dass die gestrichelte gelbe Linie (tatsächlicher bekannter Verlauf der "active Cases") ziemlich genau so verläuft, zeigt, dass die Annahmen soweit korrekt sind.

Wir können so also einen zukünftigen Verlauf abschätzen, vorausgesetzt die lineare Zunahme setzt sich fort.

Mathias

Hier nocheinmal die Visualisierung, auf die ich mich beziehe:


Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 04.04.2020 13:33:46
1
2942524
Nur um nochmals auf das eigentliche Thema dieses Fadens zurückzukommen.

Ein Freund von mir hat letztes Jahr für eien Fallschirmspringerverein ein Sauerstoffbeatmungsgerät entwickelt und gebaut, skalierbar zu jeweils 6 Verbraucher über eine ganz stinknormale kleine Nasenmaske (so wie im Flugzeug bei Notfall).

Diese funktioniert auf der Basis dass beim Einatmen ein geringere Unterdruck in der Maske entsteht und dafür ein Sauerstoffventil öffnet, welches beim stop des Einatmungsvorganges sofort wieder schließt, das hat den Sauerstoffverbrauch im Transportflieger auf etwa 1/3 reduziert, gegenüber der üblichen Variante wo jede Maske ständig dauernd mit zuviel Volumen angespeist wurde!

Wenns für die Fallschirmspringer bis 6000 m funktioniert würde es wohl auch für die mittelschweren Coronafälle sicherlich eine gewaltige Erleichterung sein!

Verfasser:
Martin24
Zeit: 04.04.2020 13:59:19
0
2942535
Zitat von sukram Beitrag anzeigen
https://www.worldometers.info/coronavirus/ führt jetzt hinten auch die Anzahl der Tests (wieauchimmer...) an.

Oh, danke, hatte ich noch gar nicht gesehen.

Aber auch da wieder: Das Argument, Italien hätte so viele Todesfälle, weil die viel weniger testen und deshalb in Wirklichkeit viel mehr Infizierte haben, stimmt nicht so recht - wenn die Zahlen hier stimmen.

Grüße
Martin

Verfasser:
Martin24
Zeit: 04.04.2020 14:03:10
3
2942538
Zitat von Mat79 Beitrag anzeigen
Du hast ja völlig recht und ich bin auch nicht angepisst.

Okay, klang für mich etwas angepisst.
Ich bin ehrlich gesagt ganz schön genervt, dass auch offizielle Stellen den Unterschied zwischen "Infizierten" und "bestätigte Infektionen" so oft vernachlässigen. Und dass aufgrund solcher Daten und ihrer interpretation dann sehr weitreichende Entscheidungen getroffen werden.
Aber auch nochmal: Ich finde Deine Aufbereitung der verfügbaren Daten wirklich sehr gut!

Grüße
Martin

Verfasser:
Martin24
Zeit: 04.04.2020 14:09:39
1
2942542
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
Wenns für die Fallschirmspringer bis 6000 m funktioniert würde es wohl auch für die mittelschweren Coronafälle sicherlich eine gewaltige Erleichterung sein!

Wieso?
Was dieses Gerät Deines Freundes macht ist doch vor allem Sauerstoff zu sparen, was im Flieger natürlich sinnvoll ist.
Die Sauerstoffverfügbarkeit ist aber bisher wohl auch in überlasteten Krankenhäusern kein Problem, so dass die da auch problemlos sehr viele Menschen mit normaler Sauerstoffmaske beatmen können.

Eng wird es für die, bei denen das nicht reicht, die nicht mehr selbst atmen können und deshalb eine invasive Beatmung oder gar ECMO benötigen.

Grüße
Martin

Verfasser:
OliverSo
Zeit: 04.04.2020 14:20:28
0
2942544
Zitat von Mat79 Beitrag anzeigen

Wir können so also einen zukünftigen Verlauf abschätzen, vorausgesetzt die lineare Zunahme setzt sich fort.


Nur haben wir leider keine lineare Zunahme. Insofern sind das alles nur Wunschträume.

Täglicher Zuwachs, rote Linie ist der gleitenden 7-Tage-Mittelwert, um den 7-Tageszyklus rauszurechnen.



Oliver

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Verfasser:
OliverSo
Zeit: 04.04.2020 14:20:28
0
2942544
Zitat:
...

Wir können so also einen zukünftigen Verlauf abschätzen, vorausgesetzt die lineare Zunahme setzt sich fort.


Nur haben wir leider keine lineare Zunahme. Insofern sind das alles nur Wunschträume.

Täglicher Zuwachs, rote Linie ist der gleitenden 7-Tage-Mittelwert, um den 7-Tageszyklus rauszurechnen.



Oliver
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