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SWWP für Neubau eines EFH mit Tiefenbohrung
Verfasser:
matzeox
Zeit: 10.04.2020 11:46:33
0
2945496
Hallo zusammen,

nachdem ich mich durch das Lesen von diversen Beiträgen hier im Forum vom kompletten Newbie weiterentwickelt habe, möchte ich gern euer Feedback/Expertise zu meinem Projekt hören.

Wir werden voraussichtlich im Oktober diesen Jahres mit dem Neubau unseres EFH in 763xx (Landkreis Karlsruhe) beginnen. Dieses Haus (1,5 Geschosse mit Keller) wird massiv und nach EnEV-Standard gebaut. Nach langen Berechnungen sind wir zum Entschluss gekommen, dass sich für uns ein KfW-55-Haus nicht lohnt. Hier ein kurzer Überblick über die Daten zum Haus (aus der vorläufigen EnEV-Berechnung):
- Ziegel: 36,5-Proton-T10
- Jahres-Primärenergiebedarf: 33,4 kWh/m^2a
- H'T: 0,333 W/m^2K
- Gebäudevolumen Ve: 856,3 m^3
- Gebäudehüllfläche A: 508,0 m^2
- Wohnfläche (EG und OG): 155 m^2, zusätzlich soll noch ein Teil des Kellers beheizt werden (ca. 45m^2)
- Gesamte beheizte Wohnfläche: ca. 200 m^2 (beheizt durch FBH)
- Keine KWL
- 4-5 Personenhaushalt
- PV-Anlage geplant mit 5-10 kWp

Auf Basis dieser Werte erhalte ich die folgende Heizlastberechnung (https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/enev-heizlast.html):
- Heizlast: 7,8 kW

Diese Heizlast wurde nun das gesamte Haus vorgenommen (Beheizung des gesamten Kellers). Daher wird die Heizleist doch etwas darunter liegen, da der Keller nur zum Teil beheizt wird. Außerdem wird in dieser Rechnung, sowie es verstanden habe, keine Wärmegewinnung durch Sonneneinstrahlung berücksichtigt. Hier Forum wurde geschrieben, dass sich dadurch die Heizleist um 20-50% reduzieren könnte.

Daher nun die erste Frage an euch:
Wie groß würdet ihr für dieses Haus die Tiefenbohrung dimensionieren? Ein erste Berechnung eines Heizungsbauers ergab 7,5kW, das ich in Ordnung finde. Oder würdet ihr mehr oder weniger bohren?

Nun kommen wir zu eigentlich Frage. Welche Sole-WP würdet ihr uns empfehlen? Mein Heizungsbauer hat mir eine fixed-speed Siebel Eltron (WPC 07 cool) vorgeschlagen, wovon ich nicht begeistert bin. Ich hätte gerne eine modulierende WP mit Kühlfunktion. Ich habe hier im Forum und auch auf der Website von SE gelesen, dass sie im August eine neue WP (WPE-I 04 H 230 Premium) herausbringen. Jedoch hat diese nur eine Wärmeleistung bei B0/W35 von 1 bis 4,2 kW. Das finde ich zu klein, oder?

Da hier im Forum die NIBE-WP immer empfohlen werden, habe ich mir auch diese näher angeschaut. Ich finde, dass die S1255-PC ganz gut passen könnte, da sie einen Leistungsbereich von 1,5 bis 6 kW (mit Freischaltung sogar 7,5 kW?) hat. Zudem denke ich, dass ein 180l WW-Speicher für uns reichen dürfte. Daher wäre diese WP mein momentaner Favorit. Gäbe es noch gute Alternativen dazu?

Dann noch eine letzte Frage: Soweit ich es hier im Forum gelesen habe, macht hier eine ERR der FBH keinen Sinn und kann man weglassen oder?

So das war es erstmal und hoffe, dass ihr alle Daten habt, damit ihr mir Feedback geben könnt! Freue mich schon auf eure Rückmeldung!

Verfasser:
winni 2
Zeit: 10.04.2020 12:16:45
5
2945515
Hi,

H,t 0.33 ist echt mau für einen Neubau
Welcher Wärmebrückenzuschlag wurde verrechnet?
Auch wenn kein KfW55 angestrebt wird würde ich da nachbessern.
Das geht im Dach, an der Bodenplatte, Kellerwänden, bei den Fenstern
oft mit überschaubarem Aufwand.
Wenn Du willst, könnten wir uns hier die Dämmdetails Deines
Hauses ansehen.

Kennst Du den RGK?
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/
Mit Eigenleistung könnte da gegenüber einer Bohrung einiges
an Geld gespart werden.

Wenn die 7,5 kW die Entzugsleistung aus der Erdwärmebohrung
sind, fände ich sie überdimensioniert? Da kommt ja noch die
elektrische Leistungsaufnahme der Wärmepumpe dazu.

Die Stiebel WPE-I wird es auch mit ca. 6,5 kW, 8kW und mehr Leistung geben:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=2ahUKEwibp_v3y93oAhVBKewKHZmfAtIQFjAAegQIARAB&url=https%3A%2F%2Fwww.stiebel-eltron.de%2Fcontent%2Fdam%2Fste%2Fde%2Fde%2Fhome%2Fprodukte%2Finformieren_planen%2FNeuheiten_2020%2FSTE_Neuheiten_2020.pdf&usg=AOvVaw3D1nPbQhKV-mLwEprqoFyn

Die Nibe würde gut passen.
Ähnliches gibt es von IDM, AlphaInnotec, Daikin, Viessmann.

EER würd ich in Schlafzimmern, Büros, machen, den Rest nicht.
Allerdings muss man sich dafür eigentlich von der gesetzlichen Pflicht zur
Einzelraumregelung befreien lassen.

Grüsse

winni

Verfasser:
matzeox
Zeit: 10.04.2020 13:38:39
0
2945554
Hi Winni,

danke für deine Antworten.

Ja, gerne erhalte ich Tipps für eine bessere Dämmung. Alle Daten die ich im Moment habe, findest du hier:
https://drive.google.com/open?id=1METaHYJFA2Z71tCRuW5pfBmB5Om0EmnZ

Über das Thema RGK habe ich hier im Forum schon gelesen. Theoretisch könnte man das auf unserem Grundstück (ca. 550m^2) schon machen, aber ich war/bin eher der Fan von einer Tiefenbohrung. Gründe hierfür sind, dass ich diese eher als "abgeschlossen" System und keine/minimale Einschränkungen auf meinem Grundstück habe im Vergleich zu einem RGK. Bei einem RGK habe ich das Gefühl, wenn ich doch später irgendwann einmal eine Hecke/Baum/o.ä. auf dem RGK pflanzen möchte, dies nicht geht oder zu Problemen führen könnte.

Der Heizungsbauer hat eine Gesamtleistung von 7.5 kW berechnet. Wie berechne ich für eine WP die Entzugleistung für die Erdwärmebohrung/RGK?

Ist es "kompliziert"/schwierig eine solche Befreiung für die anderen Räume zu bekommen oder ist das eher Formsache?

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 10.04.2020 13:52:19
3
2945561
Zitat von matzeox Beitrag anzeigen
Hi Winni,
Bei einem RGK habe ich das Gefühl, wenn ich doch später irgendwann einmal eine Hecke/Baum/o.ä. auf dem RGK pflanzen möchte, dies nicht geht oder zu Problemen führen könnte.


Hast du das Gefühl auch bei Wasser / Telefon und Stromleitung ??

Die sind nämlich empfindlicher und liegen nur auf 80cm statt 1,50m

Macht zwar normal keiner.... eine Lücke in der Hecke fürs Wasserrohr, aber wenn du dich dadurvh besser fühlst ;-)

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 10.04.2020 14:18:25
2
2945569
Deine Gefühl sind hoffentlich fundiert?
-7,5 kW Heizlast auf 200qm
-wesentlich verringerte Heizlast durch Nichtbeheizung des innerhalb der thermischen Gebäudehülle liegenden Kellers
-180l WW von Wärmepumpe für 5 Personen
- keine KWL


Meine Meinung:
-Heizlast zu hoch, du baust einen Altbau
-Kellerdecke gehört dann entsprechend gedämmt
-180l bei Wärmepumpentauglichen Temperaturen sind schon bei Vollbad in üppiger Wanne zu wenig, bei 5 Duschern am Morgen duschen die letzten zwei kalt (...und Kinder werden irgendwann schulfpflichtig, stinken in der Pubertät und sollten auch in den regelmäßigen Genuss moderner Körperpflege kommen)
-KWL ist geil, nur Menschen ohne Erfahrung damit meinen verzichten zu können. Was hast du denn für ein Lüftungskonzept? Fensterfalzlüfter?

Zur Wärmepumpe:
Die 1255 mit integriertem Speicher kam bei einigen Nutzern schon zu knapp, da wurden die WW Temperaturen nachträglich kräftig angehoben, was entsprechend ineffizient ist.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 10.04.2020 14:37:39
5
2945583
Alles keine ambitionierten Dämmwerte, sorry.

- Kellerwand könnte man mehr Dämmstärke darauf machen, nur
Materialmehrkosten. Evtl. mit Versatz zu oberirdischer Dämmung,
damit der Steinanschluß fluchtet.

- Bodenplatte dito.

- Dach könnte man eine Untersparrendämmung, 60 mm, zwischen quer
verlegter Unterkonstruktion für die Gipsplatten ergänzen.

- Aussenwand evtl. einen besseren Stein wählen.
Das gibt es auch in U-Wert unter 0,2.

- Fenster sollten schon in Standardausführung besser als U-Wert 1 sein.

Den RGK kann man überpflanzen, wie man möchte, nur versiegelte
Flächen können, bei knapper Auslegung des Kollektors, ein Problem sein.

Für die Entzugsleistung ziehst Du ca. 1/5 von der Heizlast ab.
Der RGK wird aber nach Heizlast dimensioniert, nicht nach Entzugsleistung.

Die Befreiung kann kompliziert sein, weil die Ämter da oft keinen Plan
von haben.
Die Alternative wäre eine kabelmässige Vorrüstung für Raumthermostate
und schauen, ob sich einer für die ERR interessiert....

Grüsse

winni

Verfasser:
gutheiz
Zeit: 10.04.2020 14:53:40
0
2945589
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Hi,

H,t 0.33 ist echt mau für einen Neubau
Welcher Wärmebrückenzuschlag wurde verrechnet?
Auch wenn kein KfW55 angestrebt wird würde ich da nachbessern.
Das geht im Dach, an der Bodenplatte, Kellerwänden, bei den Fenstern
oft mit überschaubarem[...]


@winni 2

Für diesen post locke ich mich noch einmal ein und zolle dir Respekt.

Verfasser:
matzeox
Zeit: 10.04.2020 18:48:58
0
2945700
Welchen Ht-Werte sollte ein normaler Neubau aufweisen?

Zum Thema Keller:
Ich habe gedacht, dass wir für den Technikraum und für einen Aufbewahrungsraum keine FBH benötigen. Daher hätte ich mir in diesen Räumen die FBH gespart, aber anscheinend macht man dies nicht?

- Zum Thema Dämmung: Bodenplatten, Dach und Kellerdämmung werde ich nochmal ansprechen und schauen, wie man diese besser gedämmt bekommt.

- Stein: Hier hatte ich mir schon eine Poroton-Ziegel von Wienerberger angeschaut. Ich will schon bei einem 36,5er bleiben. Die Mehrkosten für eine Füllung der Steine sind ja schon erheblich. Würdet ihr trotzdem dieses Geld investieren bzw. lohnt sich das?

Das mit dem RKG überleg ich mir nochmal und werde mich über Ostern noch einmal verstärkt in die Thematik einlesen.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 10.04.2020 19:00:18
1
2945707
Für Technik und Lagerräume würde ich auch keine FBH vorsehen,
aber diese Bereiche sollten dann möglichst gut zu beheizten
Kellerräumen und EG thermisch getrennt sein, was mit den
Betonteilen nicht so einfach ist.

Es gibt von Wienerberger auch ungefüllte T8 Ziegel.
Da wärest Du dann immerhin auf U-Wert 0.21 runter.

Es hilft, wenn Du auch Fragen beantwortest. :-)
Welcher Wärmebrückenzuschlag wurde verrechnet?

Es sollte auch eine Dämmung unter der Bodenplatte geben.
Andernfalls bekommst Du üble Wärmebrücken im Fußpunkt
der Kellerwände, weil hier von Aussen- auf Innendämmung
gewechselt würde.

Grüsse

winni

Verfasser:
matzeox
Zeit: 11.04.2020 09:36:26
0
2945897
Ich habe auf die Wärmebrückenzuschlag-Frage nicht geantwortet, da ich diesen (noch) nicht kenne. Werde ihn aber nachfragen ;-)

Gibt es im Internet irgendwo eine Liste, welche U-Werte für einen heutigen Massivbau als Standard angenommen werden?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 11.04.2020 12:27:50
0
2945959
Liste ist schwierig, weil die Dämmung ist immer eine Kombination
aus den U-Werten der einzelnen Bauteile und da besteht relativ
viel Freiheit.
So kann man z.B. eine schlechtere Wanddämmung mit einer sehr
guten Bodenplatten- und Dachdämmung ausgleichen.

Das alles fliesst dann im H,t-Wert zusammen, der ein gewichteter
Durchschnitt aus den U-Werten ist. (z.T. noch mit Abmilderungs-
faktoren belegt, z,B. gegen Erdreich)

Ich denke, mit Wärmebrückenzuschlag 0,05 sollte H,t im Neubau
nicht über 0,3 sein.
Gut fängt für mich ab 0,25 an.

Grüsse

winni

Verfasser:
dyarne
Zeit: 11.04.2020 12:52:37
0
2945966
kann nur unterstreichen was winnie hier schreibt...

der dämmstoff ist eine einmalausgabe, abgesehen von den betriebskosten spürt man bei komfort & behaglichkeit auch den unterschied wenn es keine kalten/kühlen flächen gibt (stichwort strahlungsasymmetrie)

hier ein folder des landes oberösterreich, in dem viele gute dinge stehen...

Verfasser:
matzeox
Zeit: 12.04.2020 18:56:31
2
2946530
Vielen Dank für die ganzen nützlichen Tipps.

Ich werde nun nochmal alles durchschauen und durchrechnen. Bei Neuigkeiten und bei einem eventuell RKG komme ich wieder auf euch zurück ;-)

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