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Hilfe beim Dimmensionieren der WP und RGK
Verfasser:
md19
Zeit: 16.04.2020 23:49:35
1
2948519
Hallo zusammen,

ich lese schon seit einigen Tagen sehr interessiert hier im Forum.
Vorab möchte ich mich schon mal bedanken bei all den Menschen die hier sehr engagiert und kompetent ihr Wissen teilen, das ist nicht selbstverständlich ;-)

Wir sind gerade dabei einen Neubau zu erstellen und stehen vor der großen Frage wie wir das Gebäude beheizen sollen.
Die groben Eckdaten sind:
-180qm Wohnfläche Haus (nicht unterkellert)
-Garage unterkellert, Keller soll als Lagerraum und Technikraum dienen.
-EneV-Haus (keine KfW Förderung)
-Monolithische Bauweise aus Poroton (Lambda 0,09, 36,5cm)
-Sichtdachstuhl mit Aufdachdämmung (Holzwolle 14 + 6cm)
-Bodenplatte ohne Perimeterdämmung (Dämmung auf der Bodenplatte, sehr wahrscheinlich mit PUR Dämmplatten)
-Im Wohnzimmer ist ein Schornstein vorhanden, woran ein Kaminofen angeschlossen werden soll. Die Empfehlungen hier im Forum raten eher ab von einer Wassertasche.

Anfangs dachten wir das ist recht einfach, man geht zu zwei oder drei Heizungsbauern, lässt sich ein Angebot machen und man entscheidet sich für das welches einem am meisten zusagt.
Mittlerweile haben wir mit 5 Heizungsbauern gesprochen und Angebote bekommen. Jeder empfiehlt uns was anderes. Die Hoffnung war, dass durch die Angebote zumindest irgendwie eine Lösung/Auslegung herauskristallisieren würde und man sich dann nur noch für den Anbieter/Hersteller entscheiden müsste.
Aber stattdessen haben wir Angebote von 6kW Wärmepumpen bis 13kW erhalten, On/Offs und Modulierende, Luft- und Sole Maschinen, Fußbodenheizungen mit 900m Rohr bis 1800m Rohr. Eigentlich alle möchten Pufferspeicher und Überstromventile verbauen.
Das kommt mir alles über den breiten Daumen gepeilt vor.

Daher hoffen wir, dass wir hier im Forum unabhängig einen Rat bekommen was sich für uns am besten eignet.

Es beginnt schon mit der Frage der Heizlast.
Laut der EnEv Berechnung 10,33kW, wenn man bei der Heizlastabschätzung bei dem Grabenkollektor Tool eingibt kommt man auf ca. 7kW wenn man eine KWL einbauen würde und auf ca. 8,5kW bei Fensterlüftung.
In wie weit kann man auf die Werte vertrauen?
Ich habe hier im Forum zwar die Excel Tabelle von Hfrik gefunden, mich aber bisweilen noch nicht selbst da ran getraut.
Ist es notwendig eine solche Berechnung vorab zu machen oder reicht für die Auswahl der Wärmepumpe auch die Heizlastabschätzung?

Liebäugle aktuell mit einer Nibe Sole Wärmepumpe, da es sich hierbei um bewehrte Geräte zu handeln scheint worüber viel Wissen hier im Forum besteht.
Hier ist die Frage, wie ich es sehe können die 6kW Nibe (1x55-6) bis zu 7,5kW leisten und bis auf 1,5kW herunter modulieren, was gerade für den Fall, dass man keinen Pufferspeicher einbaut sehr gut wäre.
Als Alternative käme die (1x55-12), wobei man die Erdbohrung dann direkt auf 12kW auslegen sollte, was natürlich die Kosten auch um einiges erhöht.
Andererseits bietet die 12kW Maschine mehr Reserven für die Trinkwassererwärmung, ggf. Sperrzeiten durch den Energieversorger...

Daher überlegen wir momentan, ob es sinnvoll wäre die größere Wärmepumpe zu holen und statt einer Erdbohrung einen Ringgrabenkollektor zu erstellen, welcher ungefähr so aussehen könnte:


Entwurf Ringgrabenkollektor

Was mir daran nicht so ganz klar ist, wie üblicherweise die Sole-Verteiler realisiert werden? Sitzen diese außen oder innen im Gebäude?
Wir haben zwei 100er KG Rohre mit Dichtflansch für den Anschluss der Wärmepumpe vom Technikraum nach draußen vorgesehen, würde das auch bei einem RGK passen?

Vielen Dank schon vorab für jegliche Unterstützung.

Michael

Verfasser:
Hannes85
Zeit: 17.04.2020 00:54:51
1
2948542
Serwus,

- Laut der EnEv Berechnung 10,33kW, wenn dein Haus in Potsdam steht könnte die Berechnung stimmen.

Eine korrekte Heizlast wird nach DIN EN 12831 berechnet. Da das aber Zeit kostet und Kunden sich gerne 5 Angebote einholen, wird von der Heizlast nach EneV geschätz und erst nach Auftragserteilung eine anständige Berchnung gemacht.

Gruss

Verfasser:
schorni1
Zeit: 17.04.2020 01:14:01
0
2948546
Ja, DIE Hoffnung stirbt zuletzt!

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 17.04.2020 08:19:54
2
2948574
Zitat von md19 Beitrag anzeigen
... sind gerade dabei einen Neubau zu erstellen und stehen vor der großen Frage wie wir das Gebäude beheizen sollen.
Die groben Eckdaten sind:
-180qm Wohnfläche Haus (nicht unterkellert)
-Garage unterkellert, Keller soll als Lagerraum und Technikraum dienen.
-EneV-Haus (keine KfW Förderung)
-Monolithische Bauweise aus Poroton (Lambda 0,09, 36,5cm)
-Sichtdachstuhl mit Aufdachdämmung (Holzwolle 14 + 6cm)
-Bodenplatte ohne Perimeterdämmung (Dämmung auf der Bodenplatte, sehr wahrscheinlich mit PUR Dämmplatten)
-Im Wohnzimmer ist ein Schornstein vorhanden, woran ein Kaminofen angeschlossen werden soll. Die Empfehlungen hier im Forum raten eher ab von einer Wassertasche ...
Das soll so doch aber nicht wirklich in 2020 noch realisiert werden?

Warum unter der Bodenplatte keine Dämmung? Da kommt ihr nie wieder dran!
Wozu dann ein wasserführender Kaminofen? Dadurch wird die gesamte Anlage aufwändiger und unnötig teuer!


Die NAT Heizlast von 10,33 kW bei einem Neubau mit 18qm beheizter Fläche kann ich nicht glauben!

Wir haben für unser vor 20 Jahren im Bereich Norm-Außentemperatur -14° freistehend gebautes Einfamilienhaus mit rund 250qm beheizter Fläche real gerade mal knapp 7 kW maximalen Heizleistungsbedarf!

Verfasser:
md19
Zeit: 17.04.2020 08:48:54
0
2948582
Hallo zusammen,

das Haus steht in der Eifel, laut https://www.waermepumpe.de/normen-technik/klimakarte/ liegt die Normaußentemperatur bei -9,6°C.
Das Haus steht jedoch ziemlich frei und ist daher viel Wind ausgesetzt.

Das da eine genaue Berechnung stattfinden muss ist klar. Aber wie soll ich das in der richtigen Reihenfolge angehen?

So wie ich das verstanden habe muss ich bevor ich einen Heizungsbauer beauftrage das ganze schon bei der BAFA beantragen, wenn man die Förderung erhalten möchte.
Dazu müsste ich ja aber wissen welches Konzept und welche Wärmequelle, welcher Heizungsbauer, Kosten etc. richtig?

Das würde ja bedeuten ich benötige die Berechnung schon vorab, würde sie also am besten getrennt beauftragen und am besten sogar von einem unabhängigen Anbieter.
Könnt Ihr mir da jemanden empfehlen?

Andererseits frage ich mich ob das überhaupt so entscheidend ist, wenn man eine modulierende WP einsetzt? Da diese ja von 3 -12 kW modulieren könnte?
Ich denke hier wäre eher die Frage ob die kleine 6kW (7,5kW) Nibe nicht auch schon reichen würde, selbst wenn sie im worst case (länger -10°C) mal auf Heizstabbetrieb ginge.
Oder haltet Ihr die kleine Nibe schon von den Eckdaten für ausgeschlossen?

Was mich generell noch interessieren würde, ist ob der Ringgrabenkollektor prinzipiell so wie ich ihn gezeichnet habe eine Option wäre und wenn ja wie sich das mit den Soleverteilern verhält, ob die außen oder innen sitzen müssen?

Vielen Dank

Michael

Verfasser:
md19
Zeit: 17.04.2020 09:03:03
0
2948593
Ergänzend noch...

Es war zuerst Glasschaumschotter unter der Bodenplatte vorgesehen, davon hat mir jedoch der Rohbauer dringend abgeraten, er hätte wenn dann eher XPS darunter gepackt.
Von XPS wiederum hat unser Architekt uns abgeraten und empfohlen dann eher die Innendämmung dicker und hochwertiger zu machen.
Jetzt ist es leider zu spät, nochmal würde ich da was drunter machen.

Den Ofen besser nicht wasserführend zu machen, sondern nur just-for-fun betreiben, ist angekommen ;-)


Vielen Dank

Michael

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 17.04.2020 09:06:26
2
2948598
Ich persönlich würde die Tipps auf folgend verlinkter Seite befolgen:
http://aquarea.smallsolutions.de/index.php?title=Bei_Neubau_sind_die_besten_Chancen_...

Wenn Du die Gesamtheizlast für die Dimensionierung der Wärmepumpe wirklich genau ermittelt haben möchtest, dann solltest jemanden finden der z.b. nach PHPP Dr. Feist (https://passiv.de/de/04_phpp/04_phpp.htm) rechnet!

Bei der Berechnung der raumweisen Heizlasten nach DIN 12831 werden keinerlei Wärmegewinne berücksichtigt!
Das ist als Grundlage für die Auslegung der hausinternen wasserführenden Wärmeaustauschflächen aber kein Nachteil!
Diesbezüglich mal bei •2) auf folgend verlinkter Seite querlesen: http://aquarea.smallsolutions.de/index.php?title=Generelle_Tipps

Verfasser:
winni 2
Zeit: 17.04.2020 11:42:40
3
2948695
Hi,

hier sehe ich auf jeden Fall eine kleinere modulierende Wärmepumpe,
wie die 6er Nibe S 1255 oder 1155.
https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/199288/Auslegung-wieviele-kW-braucht-die-WP

Mit der würde ein 40er Rohr, 400 Meter lang reichen und man spart sich
die Verteiler. Alternativ 2 mal 40er Rohr, je 300 Meter lang.
Beides müßte durch die 100er Leerrohre gehen, wenn es da nur sanfte Bögen
im Verlauf gibt.
Verteiler innen plazieren.

Der Graben ist total überdimensionert, wenn die Heizlastabschätzung
richtig ausgefüllt wurde und die Bodenart stimmt.
Würde ich z.B. so vereinfachen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=UbXoKlKYu0JVnoJOZ4i5

Die Dachdämmung ist m.M. viel zu schwach.
Da könnte man sparen und ein energetisch besseres Dach bekommen,
wenn auf den Sichtdachstuhl verzichtet würde.
Den Rest der Dämmung sollte man sich auch ansehen, wenn das sich
auf diesem "Niveau" befindet...Sorry.

Grüsse

winni

Verfasser:
md19
Zeit: 18.04.2020 11:39:46
0
2949150
Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die Rückmeldungen und Informationen.

Dämmung ändern ist jetzt schwierig, da der Rohbau schon steht und das Dach auch soweit schon in Vorbereitung ist. Klar könnte man noch zusätzlich eine Zwischensparrendämmung einbauen, aber dann hätte man ja keinen Sichtdachstuhl mehr.
Vielleicht in 20 Jahren falls man sich dann wirklich satt gesehen hat an zu viel Holz, was ich nicht glaube ;-)

Denke da bleibt im ersten Schritt nicht viel Möglichkeit, außer einer guten Innendämmung auf der Bodenplatte (alukaschierte PU-Dämmung) und guten zu Fenstern verbauen.

@winni tendierst Du auch so zu einer 6 (7,5kW) WP oder nur wenn man die Dämmung noch verbessern würde/könnte?
Ich denke wenn man die 6er Nibe in Betracht zieht müsste man zwingend eine KWL verbauen, um die Heizlast auf ca. 7kW zu drücken, oder?

Wenn man auf die 12er Nibe gehen müsste, wollen zumindest die Erdbohrfirmen auch gerne 12kW bohren, was alles in allem die Kosten schon in die Höhe treibt (ich weiß das Geld hätte man vorab besser in Dämmung investiert ;-( )
Müsste man dann nicht auch den RGK auf 12kW auslegen?

Vielleicht wäre für uns auch anstatt der Nibe eine Viessmann Vitocal 333-G Typ BWT 331.C06 Leistungsbereich 1,7 - 8,6kW eine Option.
Hat damit schon jemand Erfahrungen gesammelt?

Was mich generell wundert, dass immer empfohlen wird modulierende Wärmepumpen einzusetzen, was ich auch nachvollziehen kann, aber es von sehr vielen Herstellern selbst heute im Solebereich noch keine angeboten werden.

Vielen Dank für Eure Unterstützung.

Michael

Verfasser:
winni 2
Zeit: 18.04.2020 12:20:12
0
2949175
Ja, ich würde so oder so die 6er von den beiden Nibe nehmen.
Siehe meinen Link oben, die reicht auch ohne Dämmungsverbesserung
und KWL.

Der Graben wird auf die Heizlast dimensioniert, nicht auf die mögliche
Leistung der Wärmepumpe.
Die Solerohre müssen allerdings zur Wärmepumpenleistung passen,
wenn die nicht in der Leistung einstellungsmässig begrenzt wird.

Die Viessmann passt, ist aber brandneu und so gibt es hier m.W. keine
Erfahrungen damit?

Grüsse

winni

Verfasser:
md19
Zeit: 18.04.2020 20:40:31
0
2949349
Also muss die Rohrlänge zur WP passen, sprich selbst wenn ich den RGK nicht verkürze und entlang der ganzen Grenze (ca. 120m) verlege würde man trotzdem bei einer 6kW WP ein 400m langes 40iger Rohr verlegen, nur die Überlappung entsprechend kleiner machen? So wie es der Trenchplanner auch grafisch darstellt.

Wenn dem so ist und nichts dagegenspricht, hätte ich im Grunde nur etwas mehr Baggeraufwand.

Was ich mich noch Frage ist, die beiden 100er KG-Rohre laufen im Schotter unter der Bodenplatte auf einer Länge von ca. 5m. Könnte das ein Problem sein, da die Leitungen ja entsprechend kalt sind wegen Frostschäden?

Danke, Gruß, Michael

Verfasser:
winni 2
Zeit: 19.04.2020 14:44:12
1
2949728
Im Prinzip stimmt das, nur bekommst Du bei mehr Grabenlänge
irgendwann keine sinnvolle Belegung mit Slinkys mehr.
Kannst Du bei Deinem Entwurf sehen, wenn Du auf das 400 Meter
Rohr umstellst. Da liegen kaum noch Slinkys in den ersten Graben-
stücken. Das könnte man dann besser nur gerade verlegen, ohne
breiten Graben.

Das Leerrohr im Schotter ist okay und macht keine Frostprobleme.
Da muss Du nur sehen, ob ein weicher Bogen nach oben geht, sonst
geht das Rohr nicht durch die Biegung.

Grüsse

winni

Verfasser:
md19
Zeit: 19.04.2020 15:04:39
0
2949744
Die Rohre sind mit 6x 15° Bögen nach oben geführt und verlaufen dann gerade.
Denke das sollte machbar sein.

Länger wie 400m sollten die Rohre wahrscheinlich nicht werden, dass es hydraulisch noch passt, richtig?

Vielen Dank

Gruß, Michael

Verfasser:
winni 2
Zeit: 19.04.2020 15:08:52
0
2949747
Gut, das funktionieren.

Die 32er Rohre maximal 300 Meter
40er maximal 400 Meter.

Grüsse

winni

Verfasser:
md19
Zeit: 26.04.2020 23:21:02
0
2953400
Hallo zusammen,

ich habe jetzt mal eine Heizlastberechnung machen lassen.
Was mir jedoch daran merkwürdig vorkommt ist, wie dort der Wärmeverlust des Fußbodens berechnet wurde.

Und zwar z.B. bei folgendem Raum:

Innentemperatur: 21°C
Bruttofläche: 10,4

grenzt an: g
angrenzende Temperatur: +9,6°C
(9,6°C entspricht der Jahresmittel Außentemperatur für unseren Standort)
Temperaturanpassung: 0,54
Bauteil-U-Wert: 0,14
Wärmebrückenzuschlag: 0,05
Korrigierter U-Wert: 0,226 Uc/equiv,k

Standard-Transmissionswärmeverlust: 14,47 W

Wenn ich die Werte alle multipliziere also Bruttofläche * Temperaturdifferenz * Korrigierter U-Wert * Korrekturfaktor komme ich auch auf die 14,47W

10,4 * 11,4 * 0,226 * 0,54 = 14,47 W


Der Wert kommt mir sehr gering vor und ich frage mich ist es wirklich korrekt als angrenzende Temperatur die durchschnittliche Außentemperatur zu wählen?
Ich dachte dazu ist der Korrekturfaktor?

Wenn ich mir andere Heizlastberechnungen aus dem Internet ansehe, ist dort beim erdberührenden Fußboden nie eine angrenzende Temperatur angegeben.


Wäre sehr nett wenn jemand mir sagen könnte ob das so wirklich sein kann.

Vielen Dank

Gruß, Michael

Verfasser:
md19
Zeit: 29.04.2020 23:15:49
0
2954849
Hallo zusammen,

bzgl. meinem vorherigen Post war beim Umstellen auf die 2020iger Norm dem Ersteller der Heizlastberechnung wohl ein Fehler unterlaufen.

Jetzt habe ich die Heizlastberechnung vorliegen mit folgendem Ergebnis:

Wärmeverluste
durch Transmission: 5197W
durch Lüftung: 2627,9W

Standardheizlast: 7824,6W


Abweichend zur Norm empfiehlt der Ersteller der Berechnung zur Auslegung der Wärmepumpe mit 15% weniger zu rechnen wegen der solaren und inneren Gewinne.

Also 7824,6W - 1173,69W = 6650,91W

Für Warmwasserbereitung (5 Personen) meinte er, müsste man nichts ergänzen, die Wärmepumpe hätte auch so noch genug Reserven.

Wenn man statt der Fensterlüftung eine KWL einbauen würde, könnten die Lüftungsverluste noch um ca. 80% reduziert werden, also nochmal knapp 1kW weniger.

Momentan überlegen wir was technisch und wirtschaftlich am meisten Sinn macht.

Sole modulierend (Nibe und Viessmann hätten dazu förderfähige KWLs im Porgramm zu je ca. 10.000€ inkl. Verrohrung und Installation):
Nibe S1155-6 und VPB S300 (ca. 11.500€ +MwSt.)
Viessmann Vitocal 333-G Typ: BWT 331.C06 Leistungsbereich 1,7-8,6 (ca. 10.500€ + MwSt.)

Sole on/off:
VAILLANT Paket 4.703 flexoTHERM VWF 87/4 mit allSTOR VPS 800/3-7 Speicher und Trinkwasserstation aquaFLOW exclusive VPM 20/25/2 W (ca. 10.200€ + MwSt.)

Für eine Sole-Bohrung mit 9kW habe ich 3 Angebote zwischen 8 und 10.000€ + MwSt. Alternativ den RGK wie oben geplant.

Luft WP mit JAZ über 4,5:
Weishaupt WWP LB 12-A R ("Biblock") (ca. 11.500€ + MwSt. + Warmwasserspeicher)
VAILLANT Paket 4.34 aroTHERM plus VWL 125/6 A uni STOR plus VIH RW 300 (ca. 11.500€ + MwSt.)

Pellets-Heizung:
KWB Easyfire Typ EF2 GS CC4 10 + Zubehör wie Silo, 800l Pufferspeicher, etc. (ca. 20.500€ + MwSt. + Schornstein ca. 2000€)
OekoFEN Pellematic Condens 16kW + Zubehör wie Silo, 800l Pufferspeicher, etc. (ca. 20.500€ + MwSt. + Schornstein ca. 2000€)

Alternativ frage ich mich, ob es nicht vielleicht noch eine ganz andere sinnvolle Lösung gäbe z.B. in Richtung Panasonic Geisha und statt der 35% Förderung einfach eine viel günstigere Lösung zu verbauen. Oder vielleicht hat ja jemand noch eine ganz andere Idee was hier gut passen würde.

Bin echt dankbar für Eure Meinungen und Vorschläge.

Vielen Dank

Gruß, Michael

Verfasser:
Brombaer
Zeit: 30.04.2020 07:08:50
0
2954875
Meine Meinung, KWL auf jeden Fall, ist Superkomfort nicht mehr Lüften zu müssen UND verringert die Heizlast. Gerade bei einer Bohrung finanziell nicht uninteressant.

Würde auch die modulierende Nibe nehmen, im Forum ist viel Wissen zur Optimierung und die Regelung ist ziemlich fortgeschritten. Kannst Du die Heizlastberechnung anonymisiert einstellen ?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 30.04.2020 12:53:25
1
2955061
Der Ersteller ist prima, kaum ein Planer traut sich Abstriche bei der
Leistung der Wärmepumpe gegenüber der rechnerischen
Heizlast zu machen.

Der Kollektor wird in Eigenleistung um die 2500,-- , mit Baggerkosten,
kosten.

Eine Erdwärmepumpe wird potenziell länger leben, als eine Luftwärme-
pumpe.

Eine Pelletheizung verursacht mehr laufende Kosten, Wartung, Schornstein-
feger und braucht mehr "Zuwendung" und es geht Platz für ein Pelletlager
verloren. Praktisch keine Entlastung durch eine PV-Anlage bei den
Heizkosten, im Gegensatz zu Wärmepumpen.

Die 5 kW "Geisha" wird für die Heizlast leistungsmässig sehr, sehr eng, würde
ich mich nicht so richtig trauen.

Entscheiden mußt Du, aber wäre ein Jammer auf dem großen Grundstück
keinen Ringgrabenkollektor zu bauen, finde ich.
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=OgquUBeY4zh7MpLxyZjc

Grüsse

winni

Verfasser:
winni 2
Zeit: 30.04.2020 14:10:25
0
2955096
Rohrbelegung stimmte nicht.
Korrigiert:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=IsM4059ok7mnI0cAXBL1

Bei der Heizlast und Rohrwahl, bin ich davon ausgegangen, das die
Lüftung eingebaut wird.
Das wäre ein guter Weg, die z.T. maue Dämmung zu kompensieren,
denke ich.

Grüsse

winni

Verfasser:
md19
Zeit: 30.04.2020 16:55:08
0
2955173
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Rückmeldungen.

Hier habe ich einmal die aktuellen Berechnungen hochgeladen:

Heizlastberechnung

Auslegung Fußbodenheizung

Was mir als Leihe etwas komisch vorkommt, ist dass der Fußboden gegen Erdreich mit der durchschnittlichen Außentemperatur gerechnet wurde und sich zudem der U-Wert noch verbessert weil gegen Erdreich. Habe allerdings extra nachgefragt, würde so stimmen.

Die Fußbodenheizungsauslegung ist jetzt ohne KWL gerechnet, müsste mit KWL nochmal neu gerechnet werden.
Wobei ich hier sowieso mal noch schauen muss wegen den Belägen, denn ich hatte für einige Räume Laminat oder Parkett angegeben.
Es wurde jetzt mit Parkett gerechnet, so wären es schon sehr viel Rohr und Kreise, denke das bekäme ich so garnicht hin mit je einem Heizkreisverteiler pro Etage.
Was mich auch verwundert hat, dass der Vorlauf trotz soviel Rohr noch so hoch ist.

Der Ersteller der Berechnungen meinte er würde auch in dem Fall eher eine KWL empfehlen um die Auslegung der Fußbodenheizung noch zu optimieren.

Die Unterdeckung im EG Flur wäre mir egal, weiß noch nicht ob ich den überhaupt beheizen möchte. Von dort aus geht man nur in Garage oder Keller.

Die Unterdeckung in der Diele OG würde kompensiert durch die Überdeckung der Diele EG, da dazwischen ein Luftraum ist.

Vielen Dank und viele Grüße

Michael

Verfasser:
Brombaer
Zeit: 30.04.2020 17:10:13
0
2955178
Klingt als ob Du einen Guten erwischt hast. Die Nibe F1155-6 ist auf jeden Fall ausreichend, mit KWL wird die Heizung effizienter und für Dich entfällt das ständige Lüften.

Weiter so.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 30.04.2020 17:13:39
0
2955182
Die Bodenplatte gegen eine mittlere Aussentemperatur zu rechnen
ist mir noch nie unter gekommen.
Da fällt mir auch keine logische Begründung für ein?

Normal wird da, zum Ausgleich der geringeren Wärmeverluste gegen
Erdreich, ein Faktor auf diese gerechnet. Abhängig vom Umfang der
Bodenplatte, etwas kompliziert...
Üblicherweise werden dann so um die 0,4 der Verluste angesetzt.

Mässige Dämmung kann man nur in Grenzen durch engere Verlegung
der FBH kompensieren und Deine Dämmung ist nirgends wirklich gut,
sorry. Entsprechend hoch sind dann die notwendigen Vorlauftemperaturen.
Heizkreislängen über 100 Meter finde ich zu lang, Über Flure und Dielen-
unterdeckung würde ich mir auch keinen Kopp machen.
Ich glaube nicht, das man da in der Praxis was von spüren wird.

Da gibt es verschiedene DA-Werte in der Rechnung, sicher Dachflächen.
0,19 geht ja noch so, aber 0,3 und 0,31 geht im Neubau m.M. eigentlich
gar nicht...

Grüsse

winni

Verfasser:
md19
Zeit: 30.04.2020 22:01:24
0
2955316
Danke für die Rückmeldungen.

Es kam mir auch komisch vor mit der mittleren Außentemperatur, darum habe ich nachgefragt und es hieß als Antwort:

"
Es wird definitiv laut aktueller Norm mit der Durchschnittstemperatur gerechnet.
Der Faktor wird nur für den Transmissionswärmekoeffizienten gebraucht.
Wenn Sie andere Bauteile durchrechnen werden Sie auch sehen das der Faktor nicht in der Heizlast eingerechnet wird.

Sie können sich gerne die Norm beim Beut Verlag kaufen und selber Durcharbeiten.
"

Daraufhin habe ich es dann geglaubt, weiß hier vielleicht jemand was wirklich nach der aktuellen Norm Fakt ist? Bevor ich dort wieder abgeblockt werde.
Habe nämlich Angst, dass die ganze Berechnung dadurch verfälscht wäre...

Bzgl. 0,3 und 0,31 muss ich dazu sagen, dass diese U-Werte nicht direkt zum Wohnhaus gehören.
Das Gebäude ist so aufgebaut, es gibt eine große Garage (9,4mx9,5m) die komplett unterkellert ist. An die Garage stößt an einer Ecke die Bodenplatte des Wohnhauses, welches nicht unterkellert ist.
Zwischen Wohnhaus und Garage gibt es einen kleinen Anbau mit Flachdach, der Garage, Haus und Keller verbindet und ein kleines WC.
Nur dieser kleine Anbau hat die 0,3er U-Werte, da wir das Flachdach als sichtbare Holzbalkendecke wollten. Ziel ist es auch nicht diese Räume wirklich zu beheizen, sondern lediglich diese frostfrei zu halten.

Hier mal ein paar Ansichten:

Ansichten

Ansicht Rückseite

Danke, Gruß, Michael

Verfasser:
winni 2
Zeit: 01.05.2020 11:56:08
0
2955488
Hmmm, irgendwas in der Art scheint es zu geben, aber das ist vielleicht
nicht die ganze Rechnung?

"Die Jahresmittel Außentemperatur wird u. a. zur Berechnung von Wärmeverlusten an/über Erdreich benötigt. Diese stammt aus dem Klimareferenzort.

Der Faktor jährliche Schwankung ist mit 1,45 ein Fixwert und wird in den Wärmeübertragungskoeffizienten für das Erdreich HT,ig eingerechnet. In der österreichischen Heizlast Norm kann zwischen 1,45 und 1,80 gewählt werden."
https://confluence.hottgenroth.de/pages/viewpage.action?pageId=52462637

Grüsse

winni

Verfasser:
md19
Zeit: 01.05.2020 14:27:15
0
2955560
Danke winni für die Info.

Was mir halt merkwürdig vorkommt ist, dass ich mir bestimmt 5-10 Beispiel Heizlasberechnungen aus dem Internet geladen habe und da war bei keiner als angrenzende Temperatur gegen Erdreich die mittlere Außentemperatur angegeben.

Hier im Forum stellte sich schon mal jemand eine ähnliche Frage, leider steht dort auch nicht wirklich wie es letztlich ist:

https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/160404/Heizlastberechnung-Bodenplatte-Erdreich

Vielleicht weiß ja noch jemand wie das genau ist bzw. vielleicht gibt es ja auch mehrere Wege die nach Rom führen?

Danke, Gruß, Michael

Aktuelle Forenbeiträge
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jantosh schrieb: Danke für die Tipps lowenergy, ich habe mich jetzt für eine...
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Hilfe beim Dimmensionieren der WP und RGK
Verfasser:
md19
Zeit: 01.05.2020 14:27:15
0
2955560
Danke winni für die Info.

Was mir halt merkwürdig vorkommt ist, dass ich mir bestimmt 5-10 Beispiel Heizlasberechnungen aus dem Internet geladen habe und da war bei keiner als angrenzende Temperatur gegen Erdreich die mittlere Außentemperatur angegeben.

Hier im Forum stellte sich schon mal jemand eine ähnliche Frage, leider steht dort auch nicht wirklich wie es letztlich ist:

https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/160404/Heizlastberechnung-Bodenplatte-Erdreich

Vielleicht weiß ja noch jemand wie das genau ist bzw. vielleicht gibt es ja auch mehrere Wege die nach Rom führen?

Danke, Gruß, Michael
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