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Alle
Foren
Neubau mit Kalter Nahwärme
Verfasser:
fritzemann
Zeit: 23.05.2020 00:59:38
1
2965698
Hallo Zusammen,

wir sind im Begriff ein Haus zu bauen und erörtern aktuell die Möglichkeiten der Heizungsanlage. In dem Neubaugebiet wird, betrieben von den Stadtwerken, ein Kaltes Nahwärmenetz (KNW) entstehen. Es werden keine Gasleitungen in das Neubaugebiet verlegt. Zu dem KNW Angebot würde ich gerne hier im Forum um Eure Meinung bitten.

Fakten:
- 5.000 € Baukostenzuschuss aller Bauherren an die Stadtwerke (auch wenn nicht an KNW interessiert)
- KNW Kunden werden 2.500 € der 5.000 € sofort angerechnet und die restlichen 2.500€ bei Verlängerung des Vetrages mit den Stadtwerken im Anschluss an die 10-jährige Erstvertragslaufzeit
- BAFA Förderung, sowie die 5.000 € Baukostenzuschuss fliessen in die Grundgebühr der KNW Nutzung/Grundgebühr der WP ein (werden also nicht ausgezählt und nach meinem Verständnis können wir nicht nochmal extra BAFA beantragen)

Viessmann Vitocal 333-G
210l Wasserspeicher, sowie 46l Pufferspeicher
Monatl. Grundgebühr ohne/mit Kühlfunktion:
~140 € / ~160 €

Zwei Modelle: Full Contracting oder Strom selber zahlen
- Full Contracting: Wärmemengenzähler hinter der WP
- Arbeitspreis: 6,64 Cent/kWh

- Strom selber zahlen: JAZ 4 (3,8 laut Kundenberater der Stadtwerken)

In der Grundgebühr enthalten: Anschaffung, Anschlusskosten, Wartung, Reparatur der WP
Nach 10 Jahren ist die WP abgeschrieben, danach verringert sich die Grundgebühr auf ~40 €. Ab da 5-jährige Vertragslaufzeiten, in der ersten Verlängerung kommen dann die restl. 2.500 € auf die Grundgebühr, sprich sie wäre dann für 5 Jahre 0 €

Anschluss: 5 offene Rohrleitungsenden benötigt, lt. Kundenberater
VL, RL, FW Zufuhr, WW Abgang, Zirkulationspumpenleitung

Fragen:
1. Ist das ein gutes Angebot und würdet Ihr das in Betracht ziehen?
2. Wenn nein, wieso nicht?
3. Kundenberater hat eine Beispielrechnung mit 15 MWh für einen Neubau genommen. Ist das nicht etwas hoch? Würde dann auf 83€ Arbeitspreis + 140 € Grundgebühr kommen. Ist das nicht generell ein recht hoher monatl. Betrag für heutzutage?
4. Der Kundenberater hat auch genannt das wenn man eine besser Dämmung wie z. B. KfW 40 oder 55 hat das dann die JAZ sinkt aufgrund des fixen Anteils des Warmwassers. Ca. 3,3. Kann man das irgendwie ausrechnen abschätzen wieviel Verbrauch man dann im Jahr/Monat hat um das mal zu kalkulieren?
5. Lohnt so eine Kühlfunktion? Oder muss man dort mit Kondenswasser o. ä. auf dem Boden rechnen müssen bzw. mit aufpassen?
6. Pufferspeicher oder Zirkulationsleitung habe ich bei beidem schon öfter mal aufgeschnappt das man das besser lassen sollte bzw. das nicht soviel Sinn macht. Ist das richtig?

Ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand bei meinen Fragen weiterhelfen kann und bin auf Meinungen zu dem Thema und dem Angebot gespannt.

Vielen Dank im Voraus!!
Grüße Fritzemann

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 23.05.2020 07:56:42
1
2965725
Ganz davon abgesehen, dass eine Wärmepumpe mit Niedrigsttemperaturflächenwärmeverteilungssystemen unbedingt ohne Pufferwasserspeicher im Hausheizkreis zu konstruieren ist, um die Anlage möglichst effizient betreiben zu können, wären monatlich 160 Euro Grundgebühr für die kalte Nahwärme in 10 Jahren ganze 19.200 Euro!

Ist es denn in diesem Baugebiet alternativ möglich, dass eine eigene Erdwärmepumpenanlage realisiert werden kann?


Da der Neubau einen Keller bekommen soll, wären die für einen Baugrubenrandkollektor zusätzlich nötigen Erdarbeiten marginal.

Bitte diesbezüglich in den einzelnen Threads auf folgend verlinkter Seite recherchieren.

Internetsuchmaschinenergebnis zu Baugrubenkollektor site:www.haustechnikdialog.de 👈 Link!



Bzgl. der Ausführung vom Neubau sind übrigens auf folgend verlinkter Seite ein paar Informationen zusammengefasst.

http://aquarea.smallsolutions.de/index.php?title=Bei_Neubau_sind_die_besten_Chancen_...


Zu folgendem:
Zitat von fritzemann Beitrag anzeigen
... 5 offene Rohrleitungsenden benötigt, lt. Kundenberater
VL, RL, FW Zufuhr, WW Abgang, Zirkulationspumpenleitung ...
VL und RL sind für die hausinternen wasserführenden Wärmeaustauschflächen.

FW Zufuhr müssten auch VL und RL sein ... ist praktisch die Wärmequelle.

WW Abgang ist auch verständlich.

Bitte aber möglichst keine Warmwasserzirkulation bauen lassen!
Bei cleverer Ausrichtung der einzelnen Räume im Haus ist das völlig unnötige energievergeudende Technik!

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 23.05.2020 12:23:45
0
2965832
Alleine die Grundgebühr wären 2280,-€ "Heizungsbereitstellungskosten" pro Jahr !!!

Ist dies eventuell noch dazu Indexiert ? dann ist das eine sehr teure Geschichte.

Mit welchem Temperaturniveau soll diese "kalte Nahwärme" ins Haus kommen ? Der angegebene COP ist dafür eigentlich Grottenschlecht, denn eine Grundwasser WP erreicht locker einen COP von 5,5 bis 6 (bei Grundwassertemperaturen um etwa 12°C)

Es scheint mir dass sich die Betreibergesellschaft da mit völlig unisolierten Rohren aus preiswerten PE ein gewaltiges Körberlgeld machen will und die Netzvorlauftemperatur wohl kaum über der Erdreichumgebungstemperatur liegen soll!?!?

Verfasser:
fritzemann
Zeit: 23.05.2020 13:49:28
0
2965885
Vielen Dank für Eure bisherigen Antworten und die Links. Da werde ich mich mal reinlesen.

@lowenergy:

Ob in dem Baugebiet eine eigene Wärmepumpenanlage realisiert werden kann weiss ich gar nicht genau. Denke aber schon. Zumindest gibt es andere Bauherren, die sich auch nicht dort anschliessen und mit einer LWWP planen. Im Bebauungs plan habe ich nichts dagegen gefunden:

3. 2 Bodenschutz
Nach den §§ 9 und 12 Abs. 2 Bundesbodenschutzverordnung ist es nicht zulässig, Bodenmaterial, das die
Vorsorgewerte überschreitet, auf Flächen, über die keine Erkenntnisse über das Vorliegen von schädlichen
Bodenveränderungen bekannt sind, aufzubringen. Der im Rahmen von Baumaßnahmen abgeschobene
humose Oberboden sollte im Plangebiet verbleiben, um Flächen, auf denen die Vorsorgewerte nach
BBodSchV nicht überschritten sind, vor Schadstoffeinträgen zu schützen. Bei der Umsetzung der Baumaß-
nahme ist der § 2 Abs. 2 Landesbodenschutzgesetz zu beachten. Hiernach ist das Einbringen von Materialien,
die von den oberen Bodenschichten anderen Orts abgetragen wurde, auf oder in Böden in einer Gesamt-
menge von über 800 cbm bei der Unteren Bodenschutzbehörde vorab anzuzeigen.

...
4. EMPFEHLUNGEN
4.1 Erneuerbare Energien

Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes soll eine klima- und umweltschonende Stadtentwicklung realisiert
werden, indem erneuerbare Energien genutzt werden sowie mit Energie- und Wasservorräten schonend
umgegangen wird. Zu diesem Zweck ist der Einsatz erneuerbarer Energien der Nutzung nicht-regenerativer
Energien vorzuziehen.


Wir würden ohne Keller bauen wollen, aber trotzdem könnte ich mir vorstellen das ein Baugruben Kollektor/RGK machbar ist weil wir ein wenig Hanglage haben und eh etwas modellieren müssten. Meine Laien Einschätzung...

Ok, also ohne Pufferspeicher und ohne Warmwasserzirkulationsleitung. Bei beidem muss dann gut/effizient geplant werden, z. B. FBH ersetzt Speicher und gut geplante Leitungslängen ersetzt Wasserzirkulation.

@Hannes/esbg:
Darf ich fragen wie Du auf 2280 € pro Jahr kommst?

Was bedeutet indexiert? Konnte in den Folien des Beraters nichts davon lesen.

Mit welcher Temperatur die "KNW" in das Haus kommt ist mir nicht bekannt. Könnte das mal anfragen... davon steht ebenfalls nichts in den Folien.
Das könnte natürlich ein wenig Geldmacherei sein...

Verfasser:
winni 2
Zeit: 23.05.2020 14:15:45
0
2965903
Ich habe nicht verstanden, wie der Arbeitspreis für die Nahwärme ist,
wenn Du den Strom der Wärmepumpe selber bezahlst?

Gibt es kein Preismodel ohne Wärmepumpe durch den Nahwärme-
lieferant?

Grüsse

winni

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 23.05.2020 14:50:24
0
2965923
Sorry, hatte mich vertippt, wären (mit den 160 gerechnet) NUR 1920,-€, was aber auch jenseits von gut und böse ist, mit den 140 + 83 wären es aber 2676,-€ ob das bereits mit Märchensteuer ist ist da auch nicht klar!

Mit Indexierung ist gemeint dass jedes Jahr (bzw alle paar Jahre) entsprechend der Teuerungsrate diese Summe angepasst wird!

Aber besonders interessieren würde mich mit welcher Temperatur diese Energieversorgung am Hauseintritt ankommt!

Die Abrechnung wird dann warscheinlich nach bezogenen m³ sein und da machen auch ganz kleine Einheitspreise schon einen großen Brocken aus!

Da leider keine Berechnungen über nötige Leistungswerte vorliegen, nehme ich an dass es da wohl so um die 6 bis 7 kW an Leistung geht, da reden wir als Luft/Wasser WP von einem Einstandspreis von 4.500 bis 6.000,-€ für eine Kompaktmaschine

Verfasser:
fritzemann
Zeit: 24.05.2020 00:38:05
0
2966128
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Ich habe nicht verstanden, wie der Arbeitspreis für die Nahwärme ist,
wenn Du den Strom der Wärmepumpe selber bezahlst?

Gibt es kein Preismodel ohne Wärmepumpe durch den Nahwärme-
lieferant?

Entweder man zahlt den Arbeitspreis (6,64 Cent/kWh) auf den Gesamtverbrauch (Gesamtverbrauch/-durchlauf wird dann über einen Wärmemengenzähler welcher hinter der Wärmepumpe installiert wird gemessen; somit entfallen die Stromkosten für die WP)

oder man zahlt den Strom der Wärmepumpe selber und ist unabhängig von dem Arbeitspreis und bekommt keinen Wärmemengenzähler installiert. Dann schlägt quasi die JAZ zu mit dem Strompreis z. B. 30 Cent/kWh. Würde mit Photovoltaik dann erst interessant denk ich...

Zumindest hatte ich es so verstanden.

Ob es ein Preismodel ohne WP gibt weiss ich nicht. Das hatte ich leider vergessen zu fragen ob man sich auch einfach mit seiner eigenen WP an das Netz dranflantschen kann. Klär ich auch nochmal ab.

Verfasser:
fritzemann
Zeit: 24.05.2020 01:01:52
0
2966129
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
...NUR 1920,-€, was aber auch jenseits von gut und böse ist, mit den 140 + 83 wären es aber 2676,-€ ob das bereits mit Märchensteuer ist ist da auch nicht klar!

Ja das kommt uns nämlich auch ein bisschen jenseits von gut und böse vor leider. Was meinst Du mit Märchensteuer?

Bezüglich Indexierung heisst es:
"Arbeitspreis und Grundgebühr gelten für die ersten beiden Jahre ab Inbetriebnahme als fest. Details u. a. zur Preisgleitklausel nach Ablauf der ersten beiden Vertragsjahre regelt der Wärmeliefervertrag."

Mit welcher Temperatur die Energieversorgung am Haus antritt werde ich auf jeden Fall mal anfragen.

Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
Die Abrechnung wird dann warscheinlich nach bezogenen m³ sein und da machen auch ganz kleine Einheitspreise schon einen großen Brocken aus!

Da leider keine Berechnungen über nötige Leistungswerte vorliegen, nehme ich an dass es da wohl so um die 6 bis 7 kW an Leistung geht, da reden wir als Luft/Wasser WP von einem Einstandspreis von 4.500 bis 6.000,-€ für eine Kompaktmaschine

Genauso hatte ich es verstanden, nach bezogenen m³ über einen Wärmemengenzähler hinter der WP quasi.
Hatte vergessen zu erwähnen das bei der Beispielrechnung (140+83) folgendes bei stand:
"eine Heizanlage mit einer Leistung von ca. 8 kW anzusetzen."

Eine LWWP hatte ich jetzt in einem ersten Angebot eines Massiv-Fertighausbauers mit angeboten bekommen. Auf meine Frage was diese kostet hat er mir 8.000 € genannt (Nibe F 2040 / VVMS 320). Die könnte man aber rausnehmen...
Aktuell tendieren wir aber mehr das Projekt mit einem lokalen Architekten (Gute Erfahrung in der Verwandschaft) anstatt einem Fertighausbauer durchzuführen.

P.s.: Wir sind noch recht früh in der Planung, aber zielen auf ca. 150qm Wohnfläche ab.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 24.05.2020 08:18:33
0
2966158
Zitat von fritzemann Beitrag anzeigen
... sind noch recht früh in der Planung, aber zielen auf ca. 150qm Wohnfläche ab.
Bei uns war mit dem Grundstückskauf ein Anschlusszwang an das örtliche Wärmenetz gekoppelt und davon ist leider nicht loszukommen.

Wenn ihr die kalte Nahwärme abwählen könnt und die Möglichkeit besteht, dass auf dem eigenen Grundstück die Erschließung einer preiswerten Erdwärmequelle zu realisieren ist, dann würde ich das an eurer Stelle definitiv machen!

Informationen dazu auf folgend verlinkter Seite.

https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/207602/Ringgrabenkollektor-fuer-Anfaenger

Beim Erdwärmequellenprojekt würde es übrigens auch bei Eigenleistung die 35% der förderfähigen Investitionen vom BAFA geben können!

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 24.05.2020 10:16:35
2
2966205
@ fritzemann
Märchensteuer wurd spasshalber oft die "Mehrwertsteuer" genannt!!

Entschuldige bitte den nachfolgenden Kommentar, ist NICHT beleidigend gemeint!

Aus Deinen Postings entnehme ich daß Du noch relativ jung bist und keinerlei Erfahrung mit Hausbau, Handwerkern und Technik hast, Leute wie Du sind das gefundene Fressen für alle Betrüger rund ums Hausbauen.
Denen kann man jeden Blödsinn plausibel erklären und auch wesentlich überhöhte Preise aufs Aug drücken, weil ihnen die praktische Lebenserfahrung noch fehlt.

Darum ein Tipp von mir (warscheinlich auch von vielen anderen), hinterfrage jeden unklaren Punkt, lass dich nicht zu übereilten Entscheidungen drängen und Unterschreibe erst wenn alles wirklich sauber abgeklärt ist.

Da Du glücklicherweise noch in der Planungsphase bist ist alles etwas einfacher, solltest Du zu manchen Punkten detailliertere Fragen haben, so schlage diese hier auf, es wird dir geholfen!
Grüße Hannes / ESBG

Verfasser:
fritzemann
Zeit: 24.05.2020 23:39:59
1
2966679
@lowenergy:
Danke für den Prima Link. Sehr aufschlussreich und gute Erläuterungen. Werde es defintiv in Betracht ziehen und schauen ob sich so ein RGK dann letztendlich bewerkstelligen lässt.

@Hannes/ESBG:
Vielen Dank für Deinen Tipp. Werde versuchen alles sauber abzuklären und soviel Rat wie möglich einzuholen bevor irgendwo eine Unterschrift drunterkommt. Bin zwar nicht mehr ganz so jung mit Ü40 ;-) aber man lernt ja bekanntlich nie aus.

Also Quintessenz für den Moment: Doch lieber etwas eigenes/unabhängiges machen!

Grüße Fritzemann

Verfasser:
fritzemann
Zeit: 29.05.2020 12:23:13
0
2968599
@Hannes/ESBG:
Die Temperaturspanne der Sole soll/wird zwischen 0-15 Grad liegen. Während den Heizperioden nicht unter 0 Grad und im Sommer aufgrund von Kühlmöglichkeit nicht über 15 Grad.

Ein Preismodell ohne Wärmepumpe und nur Bezug der Nahwärme ist Stand heute nicht geplant.

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 29.05.2020 12:59:03
4
2968610
Hallo!
Das ist meiner bescheidenen Meinung nach für dich kein gutes Geschäft!!

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 30.05.2020 11:32:51
0
2969890
Jetzt einmal etwas "Nachgedacht" über dieses Versorgungsmodell!

1.) Wenn man in diesem Neubaugebiet sich einkaufen bzw bauen will holt man sich einen sehr teuren Knebelvertrag aus dem man warscheinlich nicht rauskommt!

2.) Die "vorgesehene" Temperaturspanne bedingt den Einsatz einer Sole (Frostschutzmischung) was sicherlich eine Riesenmenge bedeutet.

3.) Wie ich bereits vermutete wird das Leitungssystem in "Billigstausführung" ohne jede Isolierung augeführt, darum auch dieser Temperaturbereich.

4.) Mit welcher "Wärmequelle" wird das System primärseitig versorgt, mit Tiefbohrungen oder mit Energie aus Grundwasser oder mit irgendeiner Industrieabwärmequelle, wobei letzteres fast auszuschließen ist, denn da würde der Temperaturbereich höher sein, was aber gegen Punkt 3 spricht.

5.) Ein nicht unbedeutender Teil der verrechneten Primärenergie wird wohl auf die elektrische Leistung der Solepumpen gehen ?

7.) Noch eine abschließende Vermutung (nur so ein Gedanke), sind das vielleicht sogenannte "Baurechtsgründe" und ist die vergebende Stelle irgend einer Religionsgemeinschaft nahestehend ?????

Wenn letzteres zutrifft, dann rate ich nur Hände weg von diesen Grundstücken und allen Nebenvereinbarungen!

Verfasser:
Zuviel Zeit
Zeit: 31.05.2020 12:09:14
0
2970181
Moin,

also für mich klingt das ganze nach einem ziemlich lukrativen Projekt... für die Stadtwerke.

Ich vermute fast, die Stadtwerke haben dort, aus unerklärlichen Gründen, eine sehr hohe Menge an verfügbarer "Wärme" in Form von Grundwasser... entweder betreiben sie in unmittelbarer Nähe eine Heizkraftwerk und sparen sich dadurch den Kühlturm, eine Flusswasserkühlung oder vergleichbares. Möglichweise müssen die auch größere Mengen an Grundwasser ohnehin fördern und filtern oder ähnliches.
Diese zwingend anfallenden Betriebskosten versuchen sie jetzt durch Dritte (nämlich die zukünftigen Bauherren) decken zu lassen.

Die Kosten für die fertige Wärme liegen aktuell über denen einer eigenen Gasheizung, Wärmepumpe oder ähnlichem und sind selbst bei Betrachtung der eigenen Investitionskosten vollkommen oberhalb des derzeitigen Markpreises.

Daher rate ich dazu, das Grundstück nur näher in Betracht zu ziehen, wenn eine eigene Heizung gebaut werden darf und trotz der Zwangsbeiträge für die ungenutzte "Nahwärme" noch interessant ist.

Gruß und schon mal Frohe Pfingsten

Verfasser:
fritzemann
Zeit: 01.06.2020 00:57:39
0
2970409
Vielen Dank nochmal für Euer Feedback.

Hier ein Projekt was aus derselben "Feder" stammt und in unserem Neubaugebiet "nachgebaut" werden wird:
https://www.energieagentur.nrw/eanrw/kaltes_nahwaermenetz

Jedoch, soweit ich das verstanden habe, bei uns nur mit Erdwärme und keine solarthermische Anlage oder gesammeltes Regenwasser oder Abwasser...?

Primärseitig wird die Energie wohl mit Erdwärmekollektoren gewonnen:
1. Ebene: 1,2 m Tiefe - Flächenkollektor?
2. Ebene: 3 - 3,5 m Tiefe - Graben- oder Spiralkollektor?

Der Transport der Sole erfolgt tatsächlich in einfachen, nicht isolierten Kunststoffleitungen!

Das Neubaugebiet liegt am Rande der Stadt auf einem Berg, in Hanglage. Unterhalb erstreckt sich ein kleines Naturschutzgebiet. Dazwischen werden die Kollektoren realisiert. Die Erschliessung des Gebietes hat vor ca. 3 Wochen begonnen.

Die Grundstücke dieses Neubaugebietes werden direkt von der Stadt angeboten. Es gibt keinen Anschlusszwang an das KNW und es gibt auch ansonsten keine Nebenvereinbarungen oder ähnliches. Nach meinem aktuellen Verständnis darf sehrwohl eine eigene Heizanlage gebaut werden. Ein anderer Bauherr baut seine Heizung mit LWWP.
Ob z. B. ein RGK gebaut werden dürfte weiss ich noch nicht. Aber wieso nicht? Die machen das ja auch ;-) Falls ja, könnte das KNW sich mit unserem RGK gegeneinander stören? Scheint mir nach meinem aktuell angelesenen Verständnis über RGK aus diesem Forum zunächst nicht so...

Was mir auch nicht klar ist und ich noch prüfen muss, ist ob uns auch eine BAFA-Förderung zustehen würde wenn wir z. B. eine Erdwärme-Quelle erschliessen und eine eigene Erdwärmepumpe nutzen würden. Weil die Stadt nämlich auch die BAFA Förderungen einkassieren wird:
- BAFA-Förderung Netzinvestition "Modellvorhaben Wärmenetzsystem 4.0"
- BAFA-Förderung für Wärmepumpen "für das Heizen mit erneuerbaren Energien ab 2020"

Naja, auf jeden Fall müssen wir wohl den Baukostenzuschuss für die Netzinvestition dann leider als Grundstückspreis verbuchen und gut ist.

Grüße Fritzemann

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 01.06.2020 09:34:12
1
2970443
Ich finde es schade das Stadtwerke so agieren, denn entweder sind sie nett aber total. Ineffizient wenn sie 2x oder 3x so teuer sind oder andersherum ziemlich raffgierig.

Hier im Norden kann man sich total nett Gasthermen mieten.

Auf 20 Jahre zahlt man dann ca 25000 Eur für eine einfache Gastherme. Der Netzbezug ist auch schon geregelt (toll oder) nämlich von den Stadtwerken für ein leicht aufgerundeteren Preis (1,5x so teuer)

Dafür ist aber der Handwerkerservice auch dabei.

Imho für mich Bauernfängerei von Städtern die natürlich gerne rundum-sorglos-Pakete abschließen.


Wobei wenn ich nachdenke..... So schlimm sind die Stadtwerke auch nicht. Man bekommt ja auch ein Auto rundum sorglos für 200 oder 300 Eur im Monat bei einer über kleinen Schlussrate nach 3 Jahren von 10 bis 20000 Eur ;-)

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 01.06.2020 09:56:56
1
2970451
Zitat von fritzemann Beitrag anzeigen
... ob uns auch eine BAFA-Förderung zustehen würde wenn wir z. B. eine Erdwärme-Quelle erschliessen und eine eigene Erdwärmepumpe nutzen würden ...
Bei einem Neubau gibt's zur Installation von Wärmepumpentechnik, wenn die Fördervoraussetzungen (u. a. Installation von Flächenwärmeverteilung, Einbau eines Wärmemengenzählers, min. JAZ 4,5) erfüllt werden, 35% der förderfähigen Investitionen vom BAFA zurück - das würde ich garnicht erst nicht in Frage stellen.

Verfasser:
Moritz_CW
Zeit: 12.06.2020 14:17:38
0
2974479
Hallo zusammen,

wir stehen vor genau derselben Frage und haben das System mal mit einer „normalen“ WP verglichen.

Folgende Annahmen haben wir getroffen:

Investition WP mit Bohrung: 20.000€
Inkl BAFA Förderung 35%: 13.000€
Wartung/Jahr: 100€
Verbrauchskosten/Monat: 93€
(Heizung 10.000 kWh 2,8 , Wasser 7000€ 4 , 0,21€/kWh Strom)


Gesamtkosten 10Jahre: 24.800€
Monatlich: 206€


Passen die Annahmen eurer Meinung nach so?

Außerdem steht im Kaufvertrag nur, dass man diesen Baukostenzuschlag von 5.000€ zahlen muss aber nicht, dass man sich zwingend anschließen muss. Dies wurde uns aber in einer Email mitgeteilt. Wir sind jetzt natürlich zusätzlich verunsichert. Gerne würden wir sonst auch die Option ziehen diese 5000€ als Grundstückskosten abzuhacken wenn es nachher klar ist, dass das NKW viel teurer ist.

Viele Grüße

Moritz

Verfasser:
fritzemann
Zeit: 07.01.2021 00:36:30
1
3082402
Für Interessierte, kurzes Update...

Hannes/esbg hatte recht, die ursprünglichen Preise bei Vorstellung des Projektes waren ohne Mwst. kalkuliert.

Verrohrung KNW, Ausschnitt Broschüre & Preisblatt:








Habe mir das mal ausgerechnet und einen RGK + WP mit Kühlfunktion gegenübergestellt (~18.000 € für die Anlage angesetzt und 32 Cent/kWh Strompreis).
Nach meiner Kalkulation würde die KNW auf 10 Jahre um ca. 10.000 € teurer sein...


Verfasser:
mdonau
Zeit: 07.01.2021 03:13:30
2
3082436
bei 5000€ für jeden Bauherren wäre es wahrscheinlich günstiger auf jedem Grundstück eine eigene Bohrung
zu setzen.
immer wieder traurig wie man mit besten Intentionen
so einen Murks bauen kann...

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 07.01.2021 06:29:29
1
3082444
Zitat von fritzemann Beitrag anzeigen
Für Interessierte, kurzes Update...

Nach meiner Kalkulation würde die KNW auf 10 Jahre um ca. 10.000 € teurer sein...
Auch wenn es vor/bei Neubaubeginn noch in weiter Ferne scheint, 10 Jahre sind schneller vergangen als gedacht!

Ich persönlich würde an Deiner Stelle definitiv eine eigene Erdwärmequelle realisieren und daran eine vollmodulierende Sole-Wasser-Wärmepumpe mit passender Verdichterleistung betreiben.

Wir haben in 1999 ein Einfamilienhaus auf einem mit Anschluss- und Benutzungszwang für's örtliche Wärmeversorgernetz belastetem Grundstück gebaut und nun ist sogar schon 2021!

Der Preis für die Nutzung der thermischen Energie dem regionalen Netz kostet uns derzeit, bei maximaler Abnahmeleistung von 5 kW und einem jährlichen Bedarf <5 MWh, Brutto 0,15 Euro pro kWh. Die Übergabestation, die uns rund 6.000 DM gekostet hat, mussten wir uns damals selbst besorgen und auch die Installation ist komplett auf eigene Rechnung gegangen, auch wenn's zu Glück in Eigenleistung funktioniert hat.

Zusätzlich forderte der Versorger natürlich auch noch einen sogenannten Baukostenzuschuss, der unser Baubudget trotz Eigenleistung beim auf dem Grundstück nötigen Erdaushub für das Verlegen der Leitungen (der Graben ist parallel auch für Wasser, Strom und Telekommunikation genutzt worden) mit knapp 10.000 DM belastet hat.

Der einzige Vorteil unserer Wärmeversorgung ist, dass ich das bisschen erforderliche Wartung sowie die bisherige Instandhaltung als Laie allein hinbekommen habe und entsprechend im Laufe der Betriebszeit nur geringe finanzielle Mittel aufgewendet werden mussten.

Verfasser:
fritzemann
Zeit: 07.01.2021 20:32:14
1
3083026
Vielen Dank für die Beschreibung Deiner (Zwangs)Lösung. Da sieht man wie schnell 22 Jahre rum sind.

Ich bin Deiner Meinung und tendiere seit Eurer Hilfe hier im Beitrag sowie einlesen hier im Forum zu einer eigenen und vor allem unabhängigen Lösung -> RGK. Werde hierzu bald einen neuen Planungsbeitrag öffnen.

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 08.01.2021 20:17:18
1
3083732
Wie obiges Beispiel zeigt, traue niemandem der dir Gutes tun will!

Niemand hat etwas zu verschenken, jeder (auch die Kommune) will nur dein Bestes,nämlich dein Geld und das nicht zu knapp.

Ich habe wirklich verständnis dafür, dass die gesamte Infrastruktur für ein Neubaugebiet (Wasser, Abwasser, Gasleitungen, Stromleitungen, Telefon-/Internetleitungen, Straßenbeleuchtung, Gehsteig, Straße etc.) alles relativ viel in der Errichtung aber auch im Betrieb und der Erhaltung kostet.

Aber eine derartige Abzocke mit "fast Ewigkeitsvertrag" zum Gelddrucken ist schon krass.

Man vertraut offensichtlich darauf dass die Bauwerber sich nicht allzusehr mit der Materie beschäftigen und blauäugig alles unterschreibenwas Ihnen mit blumigen Worten schöngeredet wird, wenn der Hase einmal in der Pfanne ist kommt Er auch kaum mehr raus!

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 08.01.2021 20:41:54
2
3083746
Ja, leider wollen die Betreiber solcher zentraler Lösungen meist kräftig daran verdienen.
In der Presse wird das dann medienwirksam als tolle Lösung angepriesen...

So ähnlich bei meiner Mutter mit örtlicher nahwärme.
Basis Investition pauschal 10.000€ für den Anschluss.
Fernwärmestation auf eigene Kosten.
Zugleich für den Sommer eine eigene Warmwasserlösung vorhalten.
D.h. viele zahlen 10.000€ für den Anschluss.
+ x € für Solarthermie + Warmwasserspeicher.

Solche Nahwärme Anlagen sind meist über Fördertopfe Subventioniert.

Auf meine Nachfrage wann die Förderung ausläuft, wurde erstmal geschmückte am Telefon.
Warum ich das wissen will?
" Ich gehe davon aus, dass die Bezugspreise nach Auslauf der Subventionen anderst kalkuliert werden - Antwort: das könnte durchaus sein....".
OK. Danke - wir nehmen Abstand von Nahwärme.
Man wollte uns dann zwar indirekt "zwingend" Nahwärme zu nehmen... Aber rechtlich nicht haltbar, da notariell nicht vereinbart....

Wir haben daher eine Erdwärmelösung + Photovoltaik genommen bei einem Passivhaus.
Ne Luft - WP hätte locker gereicht - war in der Bauordnung aber verboten.



P.s. unsere Gemeinde lässt gerade ein Beratungsunternehmen kommen, das solche Lösungen für das nächste Baugebiet aufzeigen soll... Da kann nichts rauskommen.
Aber letztlich ganz klares Ende: die Stadtwerke die nun fast kein Gas in Neubaugebieten mehr verkaufen können, bekommen neue Einnahmequellen.
Und da die Gemeinden an den Stadtwerken beteiligt sind, kann man natürlich nicht von Objektivität sprechen... Darf man nur nicht sagen in Gemeinderats Sitzungen...
Das schöne an der Sache.
Null Energiekosten. Es gibt mehr Einspeisevergütung als für Haushalt+ Heizung + Warmwasser benötigt wird.


Und die hier genannten kosten der Kaltwärme sind auf 10 Jahre betrachtet nichts anderes als ein abbezahlen der Heizung.
Mich würde interessieren, was passiert wenn die Heizung nach 10 Jahren übernommen wird und sie dann kaputt geht... Dann darf man selbst ne Heizung kaufen.
Und die Quelle kostet weiterhin? Irgendwie ein schlechtes Geschäft

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