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07.07.2005 23:11:30 |
Hallo miteinander, ich habe eine Frage zur Dachdämmung: Bei uns unterm Dach soll eines der Kinder dauerhaft unter dem Dach schlafen. Deswegen wollen wir das Dach besonders gut isolieren ( vor allen Dingen gegen sommerliche Wärme). Wir dämmen mit 24 cm Glaswolle zwischen den Sparren. Jetzt grübeln wir gerade ob wir noch zusätzlich Dämmplatten unter die Dachpfannen einbringen. Dabei denken wir an Gutex oder Pavatex Holzdämmplatten. Bringt das wirklich etwas oder sollte man lieber Rigipsplatten mit zusätzlicher Styroporisolierung (1,8 cm Styropor/1,2 cm Rigips)verwenden. Bringen die Holzdämmplatten noch viel zusätzlich gegen die Sommerhitze (Dicke ca. 3,5 -4 cm) ? Ist ja nicht ganz billig !! Gruß, T.Thal |
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07.07.2005 23:17:54 |
Mehr bringt IMHO nix. Besser wäre, zzgl. mehr thermisches Speichervermögen (=MASSE, wegen thermischer Phasenverschiebung))- da ist dann aber evtl. die (Balken)statik zu prüfen. Bitte achten auf >>hinterlüftung >> Dampfsperre >>Sd-Werte und dazu gehen Sie bitte besser in's Forum von www.bau.de und gucken mal was im entspr. Unterforum schon geschrieben steht- 'ne Menge Threads.
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07.07.2005 23:35:56 |
Hallo, ich würde es wenn mit PUR WLG025 kombinieren, oder ganz in PUR dämmen, was aber mit der Hitze im Sommer nichts zu tun hat. Aber 24cm Glaswolle WLG035 ist auch recht gut. So ob jetzt die Wolle, PUR, Styropor oder eine Kombination bisher eingebracht wird, hat nur mit dem U-Wert zu tun, was weniger Heizkosten verursacht. Quasi je mehr Dämmung in cm reinkommt, desto besser der U-wert, und somit auch niedrigere Heizkosten. Ob jetzt 24cm Glaswolle WLG035 oder 24cm Styropor WLG035 reinkommen wäre sekundär, beides ist auch ungeeignet als Hitzeschutz. (Mineralwolle etwas besser da schwerer) Den "Hitzeschutz" bringen Sie in Form von Masse ein. Dazu benötigen Sie nicht unbedingt irgendwelche teuren Holzdämmplatten. Den EnEv u-Wert, der gefordert ist, haben sie schon mit den 24cm übertroffen. (Anmerkung: den Wert zu übertreffen ist ja gut, wenn mit 24cm zB noch weniger Heizkosten erreicht werden sollen, könnte man die 24cm in WLG025 ausführen. Aber wie erwähnt, die 24cm in 035 erfüllen alle Vorgaben). So, nun kommt die Masse ins Spiel. Optimal ist es zB im Betonkeller. Wenn er außen gut gedämmt ist, und die Wände aus Beton, ist er niemals überhitzt. Gut, die Dachschrägen können Sie nun schlecht mit Beton ausgießen ;-) Denkbar wäre zB als Mindestmaßnahme doppelte beplankung mit Gipsfaser zB Fermacell (schwerer als Gipskarton). Noch besser wäre 1x Holzbeplankung, dann 2x Fermacell. Die Grenzen werden hier nur durch die Statik (und den Geldbeutel) gesetzt. Helle Dachziegel sind übrigens besser als dunkle. Dachfenster mit Außenrollo nehmen. Gruß Martin Asrav
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07.07.2005 23:36:51 |
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07.07.2005 23:49:58 |
Hallo zusammen, danke für die Antworten soweit. Macht es tatsächlich mehr Sinn doppelt Rigips anzubringen als Holzdämmplatten ? Gerade diese sollen doch gut gegen die Hitze sein. Rigips mit Styropordämmung mach demnach keinen Sinn oder ? Gruß, T.Thal
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08.07.2005 00:17:42 |
Hallo, die Holzdämmplatten nimmt man hauptsächlich, weil sie auch noch einen einigermaßen annehmbaren U-Werthaben, denn man will ja dämmen. (auch diverse andere Gründe, die an dieser Stelle nicht relevant sind) Zum dämmen haben Sie aber mit 24cm genug Platz. Nochmal, diese Schicht der Dämmung von 24cm hat nicht sehr viel mit der Überhitzung zu tun. Sie ist hauptsächlich um den Wärmeverlust zu senken. Ob sie da nun Styropor, oder Glaswolle, oder eine Kombination nehmen ist reine Glaubenssache. Fakt ist, ob 24cm Glaswolle WLG035 oder 24cm Styropor WLG035 ist egal. Die Masse bringen Sie dann Raumseits ein. Ich würde wie oben erwähnt lieber Gipsfaser als Gipskarton nehmen. (Fermacell oder Knauf, gibt es überall) Ein Beispiel, für was Sie die Holzdämmplatten bräuchten. -> Dach, nur 16cm möglich für Dämmung + Verkleidung/Masse. So, 16cm wären sowieso schon zu wenig. Jetzt bräuchte man etwas das gut dämmt und auch schon massebehaftet ist, denn für leichte Dämmung + Masse Raumseits ist kein Platz. Hier könnte man diese Platte nehmen. (Sie können diese sowieso nehmen, gut ist diese auf jeden Fall, nur in Ihrem Fall nicht nötig) Gruß Martin Asrav
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08.07.2005 10:28:57 |
an Martin Asrav und viele Andere Kann man - ausser hellen Ziegeln - auch noch etwas "strahlungsmäßig" tun? Massnahmen, unter den dachziegeln, die die Wärme wieder durch die zeigeln hindurch zurück-reflektieren?
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08.07.2005 11:20:55 |
...Nochmal deutlich: die tollen k- und u-Werte, bzw WLG xx bringt alles nichts in Punkto sommerlicher Hitzeschutz. Die Stoffe Mineralwolle, PUR, Styropor usw sind alle viel zu leicht und besitzen zu wenig Wärmespeichervermpögen. Ähnliches Thema: http://www.haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=10642 Harry
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08.07.2005 12:27:38 |
So wie ich es verstehe, hat man mit Holzfaserdämmstoffen wesentlich mehr Masse (Gewicht). Daraus resultiert dann eine abhängige Phasenverschiebung von z.B. 9-12 Stunden. Die bewirkt, dass die Hitze nicht am späten Nachmittag in die DG-Räumlichkeiten drückt, sondern erst in der Nacht ab 12-6 Uhr morgens. Da es aber in dieser Zeit gegenüber nachmittags recht kühl ist, wird die Wärme wieder viel eher nach außen als nach innen abgegeben; die DG-Räume bleiben kühler. Gert
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08.07.2005 12:40:15 |
Moin, nun, dann funktionieren Glaswolle und Co. neuerdings offenbar als " Wärmedioden", und entscheiden selektiv in welche Richtung sie die Wärme weiterleiten. Habe lange nicht mehr so gut gelacht. 240er Mineralwolle in WLG 035 (über-)erfüllt wie bereits richtig von einigen Vorrednern erkannt im beschriebenen Aufbau alle Normen, und isoliert genau so gut gegen den Wärmeübergang von außen nach innen wie umgekehrt. Alles andere, insbesondere das Märchen von der notwendigen Masse (welche lediglich zur Amplitudenkappung führt, bei anhaltender "Sommerhitze" aber nicht die Aufheizung der Räume verhindert) gehört in den Bereich der Ziegelphysik. Nachzulesen bei Fischer et al. Und zur Ausgangsfrage: ein mehr Isolation bringt (theoretisch) immer was, nur kommt man früher oder später an den Punkt, wo die Kosten-Nutzen Relation nicht mehr stimmt. Bei vorhandener 240 Mineralwolledämmung, bringen 40er Holzdämmplatten (WLG ??) meines Erachtens im Verhältnis zum (finanziellen) Mehraufwand nicht mehr allzuviel. Grüße Jörg. |
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08.07.2005 13:30:45 |
@ Big F Volle Zustimmung! Hinzuzufügen wäre noch ,das sich die "speicherfähige Masse" in einer längeren Hitzeperiode aufheizt und im Gebäude eine Art Barackenklima erzeugt. MFG HP
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08.07.2005 13:45:17 |
Mensch, ihr Heinis. Die Diode ist handbetrieben- nachts Fenster auf Durchzug, tags zu ;-) |
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08.07.2005 13:52:15 |
"Die bewirkt, dass die Hitze nicht am späten Nachmittag in die DG-Räumlichkeiten drückt, sondern erst in der Nacht ab 12-6 Uhr morgens. Da es aber in dieser Zeit gegenüber nachmittags recht kühl ist, wird die Wärme wieder viel eher nach außen als nach innen abgegeben; die DG-Räume bleiben kühler" Da es aber in dieser Zeit gegenüber nachmittags recht kühl ist ... Wenn das so ist, kann es klappen. Sonst Baracken-Klima. Es ist aber nicht immer so. Derselbe Einwand gilt natürlich für Sukrams Diode.
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08.07.2005 20:44:53 |
... Ihr solltet euch vielleicht erst mal informieren was man allgemein unter "Baracken-Klima" versteht. Und natürlich dämmen Dämmstoffe in beide Richtungen gleich, aber die Anforderungen sind je nach Richtung unterschiedlich. Schon mal den Unterschied erkannt, dass es bei der Wärmedämmung nur darum geht 20° Luftemperatur im Raum zu halten, aber beim sommerlichen Hitzeschutz ganz andere Energiemengen am Durchgang gehindert werden müssen? Da heizt nämlich ein großer Strahler mit zig-tausend Watt die Dachflächen uU auf mehr als 80° auf... Harry
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08.07.2005 21:25:26 |
Hallo, da bin ich ebenfalls Harry`s Meinung. Das Wort "Barackenklima" ist hier völlig fehl am Platz, in einem anderen Beitrag hab ich auch irgendwo erklärt, woher der Ausdruck stammt. Zu den verschiedenen Dämmungen gibt es auch schon genug einschlägige Tests, in aus denen eindeutig die Untauglichkeit geläufiger Dämmstoffe gegen sommerliche überhitzung hervorgeht. Bei den Tests, bei denen die Aussenseite des Dämmstoffes künstlich auf 60 Grad erhitzt wurden, ist innerhalb kürzester Zeit eine Temperatur von über 40 Grad auf der Innenseite aufgetaucht. Lediglich massive Holzbalkenteile und selbstverständlich auch Steine und mehrere Gipsfaserplatten konnten sich dagegen wehre. Bei zB einem 20cm Holzbalken dauerte es Stunden bis die Hitze die andere Seite erreichte. Gruß Martin Asrav der dank Masse keine Hitzeprobleme hat....
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Verfasser: Gregor Weyrich | Zeit:
08.07.2005 22:14:05 |
@ Martin Asrav Was willste von Leuten anderes erwarten, die den Dachstuhl voll haben mit fuffzig Zentimeter Glaswolle, Steinwolle, Schafswolle, Sonstwaswolle, alles alukaschiert, die müssen doch so babbeln... Masse hilft hier nur, sonst nichts (die Grünzweigund Hartmannvertreter sollen jetzt mal einen Cognac trinken - oder auch zwei...)
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| | Zeit:
08.07.2005 22:18:48 |
Ich dämme gerade das Schrägdach meines Altbaus mit 140mm Glaswolle und nutze den Dachboden anschließend als (einzige) "Rumpelkammer". Da kommt ganz bestimmt genug "Masse" hinein. Mein Keller (Tiefparterre) ist zum Garten hin ebenerdig und mir zu einem solchen Zwecke zu schade. Der wird für Wohnzwecke hergerichtet. Der nächste Sommer kann ruhig kommen.
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| | Zeit:
08.07.2005 22:26:29 |
Wir haben unser Holzständerhaus mit Zellulose gedämmt. Die spezifische Wärmespeicherkapazität, angegeben in J/(kg*K) ist doppelt so hoch wie bei Mineralwolle und genau so hoch wie bei Holzfaserplatten. Holzfaserplatten haben jedoch eine deutlich höhere Dichte und haben damit eine höhere Wärmespeicherkapazität. Wie gut die Zellulose wirkt, können wir derzeit noch nicht sagen, da die Fenster teilw. noch keinen Sonnenschutz haben und die Strahlungswärme dann natürlich eine weitaus größere Rolle spielt. Viele Grüße, Christof
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Verfasser: Gregor Weyrich | Zeit:
08.07.2005 22:28:56 |
Dann guckst Du mal hier rein: www.gutex.de Klar, der eine kann mit 29 Grad in der Dachwohnung leben, der andere bezeichnet das als Sauna. Alles nachzulesen beim Fischer-Konrad: www.konrad-fischer-info.de
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Verfasser: Walther von der Vogelweide | Zeit:
08.07.2005 22:48:09 |
@Petersson Mal ein ganz anderer Aspekt. Irgendwann wird auch bei Ihnen eine Sanierung des Dachs erforderlich. Dann werden Sie das eingebaute Dämmanterial auch entsorgen (lassen) müssen. Denken sie bei der Auswahl des Baumaterials auch an die Kosten der Entsorgung.Bei uns z.B. kostet für Privatleute die Entsorgung von 1000 kg Mineralwolle 40 Euro. Schafswolle wird durch die chemischen Zusätze als Sondermüll eingestuft (!) und kostet 900 Euro je Tonne. |
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08.07.2005 23:17:08 |
Hallo zusammen, also der Preis für 3,5 cm Pavatex aussen auf dem Dach soll bei 100m2 ca. 2.100 Euro koste. Da stellt sich natürlich die Frage ob das in Relation zum Ergebnis steht. Wahrscheinlich bringt es mehr statt der normalen Rigipsplatten (12mm) eine dickere Rigipsplatte (25mm) zu verwenden zumindest in der Relation Preis/Egebnis. Oder was würdet Ihr dazu sagen ? Die Masse wird ja verdoppelt und die Hitze dringt langsamer ein. Einer wochenlanger Hitzeperiode trotz wahrscheinlich keine Dämmart auf die Dauer. Schönen Abend noch, T.Thal |
Verfasser: Kurth von der Kuhweide | Zeit:
08.07.2005 23:20:06 |
@ Walther Wenn der seinen Dachstuhl entsorgen muss, sitzt der auf Wolke sieben, zupft an der Harfe (nein, es ist nicht der aus dem Münchner Hauptbahnhof), singt "Halleluja", und frohlockt: "Selig die im Geiste Kinderlein geblieben, sorget euch nicht um irdische Dinge, die Väter haben es ja nur gut gemeint". Und haben das HaustechnikForum nicht gelesen...
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08.07.2005 23:26:02 |
:-) Lllujah!
@Du, Peters Sohn-
irgendwo hab' ich gelesen, dass man das berechnen können tut, das mit der Phasenverschiebung =f(Speicherkapazität, Uwert...)
wobei die Praxis hinterher evtl. auch wieder anders funzt...
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08.07.2005 23:26:04 |
Hallo, klar, wenn es wochenlang Tag+Nacht extrem warm wäre, kannst Du nichts machen außer aktiv kühlen. Es gibt aber in Deutschland ausgesprochen wenig Tage im Jahr, an denen es nachts nicht abkühlt. Wichtig ist dann, dass Du nachts die Nachtauskühlung nutzt, indem die Fenster geöffnet werden. Dann bist Du gewappnet für die kommende Hitze am nächsten Tag. Dass Gipsfaser besser als Gipskarton ist habe ich bereits das 3. Mal geschrieben, entweder glaubst Du es ist das gleiche, oder Du hast es ignoriert ;-). Nun, wenn Du unbedingt Gipskarton willst, auch das geht. Gruß Martin Asrav
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08.07.2005 23:29:12 |
>Es gibt aber in Deutschland ausgesprochen wenig Tage im Jahr, an denen es nachts nicht abkühlt. Soso. Ich merke Du hast noch nicht im Markgräflerland geschwitzt... die 1-2 Wochen bisher haben wir schon wieder gereicht... >Wichtig ist dann, dass Du nachts die Nachtauskühlung nutzt, indem die Fenster geöffnet werden. Sachichdoch- Sukram's Diode ;-) |