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Feuchtigkeitsschäden durch kontrl. Lüftung entdecken?
Verfasser:
Peter
Zeit: 01.07.2003 12:13:07
0
19905
Hallo,

eine Frage an die Experten. Morgen schauen wir uns ein Haus aus dem Jahr 2001 (Erstbezug Anfang 2002) an (Verkauf wg. beruflich bedingtem Umzug). Dieses Haus hat eine zentrale kontrollierte Lüftung mit WRG und ist NICHT Blower-Door getestet worden.
Hier gibt es ja nun das Risiko der Undichtigkeit und des (wg. der Lüftung) Ansaugens von kalter Luft im Winter / Kondeswasserbildung etc.

Frage: Wir interessieren uns für dieses Haus, aber haben keine Ahnung wie wir nun ohne Zerstörung von feststellen können, ob das Haus Schäden durch eine evtl. Undichtigkeit hat. Wir sind schon mal mit einem Bauingenieur durchgegangen, dem ist soweit nichts aufgefallen - es ist hochwertig gebaut und es sieht auch alles vernünftig aus, aber wir können ja nicht hinter die Verkleidung sehen.

Infos zum Haus: 2-stöckig; 30°Dachneigung im OK, Drempel bei ca. 2 Meter Höhe. Wände teilweise Kalksandstein (ca. 75%), teilweise Holzständerwand (ca. 25%) mit Lärchenholzverschalung; Keller: weiße Wanne.

Angenommen es gäbe Undichtigkeiten - würde man dies dann nach 1,5 Jahren (2 Winter) sehen können (z.B. an den Dachschrägen aus Gipskarton)?

Es gibt nur eine Öffnung innen in der Dachschräge in 2,5 Meter Höhe, das ist eine Klappe, wo die Sat-Anlage hinterhängt. Jetzt ist Sommer - würde sich evtl. Feuchtigkeit (aus dem Winter) dort bis jetzt halten oder brauchen wir da erst gar nicht nachzusehen?

Danke für die Hilfe
Peter

Verfasser:
Stefan Lieser
Zeit: 01.07.2003 13:21:43
0
19906
Hallo,

sollten tatsächlich Feuchtigkeitsprobleme existieren wird man diese (es sei denn sie sind so gravierend dass das Wasser "an den Wänden runter läuft") sicherlich nicht ohne eingehende Prüfung entdecken. Die offensichtlichen müßte der Bauingenieur gesehen haben.

Ich verstehe ihre Argumentation bzgl. Lüftungsanlage und _dadurch_ erhöhtes Risiko nicht ganz. Wenn die Anlage vernünftig gebaut ist läuft sie im Gleichdruck und die möglicherweise vorhandenen Undichtigkeiten verhalten sich so als wäre keine Lüftungsanlage vorhanden. Durch die Lüftungsanlage wird das Feuchteproblem sogar veringert da (vor allem im Winter) die Feuchtigkeit abgelüftet wird.

Ich würde eine Blower Door Messung machen. Dann ist klarer worauf sie sich einlassen.

Wurde das Haus bereits mit der Lüftungsanlage konzipiert und errichtet? Dann muß ein n50 Wert von <=1,5 eingehalten werden (andernfalls <=3,0). Auf diesen hat der Besitzer des Hauses ein Recht, der Bauträger muß ggf. nachbessern. Versuchen sie doch den jetzigen Besitzer des Hauses von der Blower Door Messung zu überzeugen.


Viele Grüße,
Stefan Lieser

Verfasser:
Peter
Zeit: 01.07.2003 15:17:09
0
19907
Es herrscht ja nicht überall der gleiche Druck. Luftzufuhr und Abluft werden sich zwar insgesamt aufheben, aber sicherlich wird es Räume geben (wie z.B. das Bad), in denen durch die Absaugung ein latenter Unterdruck herrscht - da ja die Luft durch die Türschlitze in das Bad gelangen muss. In anderen Räumen z.B. ein Schlafzimmer ist es eher umgekehrt, hier wird bei geschlossener Türe eher ein leichter Überdruck herrschen.

Nochmal die Frage: Wenn sich im Dach Feuchtigkeit gebildet hat, hat diese sich dann über das Dach verteilt? D.h. kann ich durch Kontrolle durch die o.g. genannte Klappe eine halbwegs gesicherte Aussage treffen?
Danke
Peter

Verfasser:
Stefan Lieser
Zeit: 01.07.2003 16:18:43
0
19908
Hallo Peter,

die Klappe durchbricht aber nicht die luftdichte Hülle, oder?

Wenn es im Dach Feuchtigkeit gegeben hat könnte man "hinter der Klappe" evtl. noch was davon sehen, je nachdem wo die Feuchtigkeit sich niedergeschlagen hat. Sicher nicht in Form von Wasser, aber Kränze die das Wasser beim Trocknen hinterlassen hat.

Andererseits würde ich den Umkehrschluß nicht zulassen: wenn du durch die Klappe keine Feuchtigkeitsschäden sehen kannst heißt das nicht dass keine da sind.

Wie gesagt, laß 'ne Blower Door Messung machen und schau dir dabei an wo die Luft durchkommt. Wenn die Bude dicht ist und es nur an einer Stelle durchpfeift nützt der schönste n50 Wert auch nix.


Viele Grüße,
Stefan Lieser

Verfasser:
C. Brenner
Zeit: 01.07.2003 16:27:32
0
19909
Hallo.

Meine Lüftungsanlagen regle ich grundsätzlich auf minimalen Überdruck ein.

Für den Fall, das tatsächlich geringe Mengen durch die Gebäudehülle treten (100% gibts halt nicht), ist das bezüglich der Feuchtigkeit eher unproblematisch, da ja ständig Luft geführt wird; Feuchtigkeit kann sich daher nicht ansammeln.

Ne Luftklappe in die Außenhülle setzte ich mal, da die Bauherrschaft einen (zeitweilig) offenen Kamin betreiben will; Dabei ist wichtig, das die Klappe gegenüber dem Mauerwerk isoliert wird.

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de

Verfasser:
Andreas
Zeit: 02.07.2003 07:55:38
0
19910
Bei den vorhergehenden Antworten sind mir doch einige Ungereimtheiten aufgefallen. Daher meine Ansicht zu dem Thema. Um Sicherheit über die Luft und Winddichte zu bekommen wird man um einen Blower Door test nicht herumkommen.

Die Lüftungsanlage aber auf leichten Überdruck einzustellen und zu sagen, dass keine Kondensation stattfinden kann, weil sich die Luft ja bewegt ist falsch. Kondensat bildet sich insbesondere wenn dauernd feuchte (warme) Luft durch die Konstruktion nach außen geführt und abgekühlt wird.

Aus bauphysikalischer Sicht ist eine ausgeglichener Voumenstrom bzw. eher sogar ein leichter Unterdruck von Vorteil (Kalte Winterluft wird angesaugt und die relative Feuchte sinkt bei der Erwärmung. Im Sommer müßte man dies genaugenommen umkehren - aufgrund der allgemein hohen Temperaturen ist aber kein Kondensat zu erwarten.)

Dahr ausgeglichenen Volumenstrom bzw. eher leichten Unterdruck (höherer Abluftstrom) bei der Lüftungsanalge einstellen.

Andreas

PS: Im winter vergrößert sich die Luftmenge und es findet eine Anreicherung mit Feuchtigkeit statt. Ausbalanziert ist daher immer relativ. Masse oder Volumen, mit oder ohne Feuchteberücksichtigung.

Verfasser:
Gerd Renner
Zeit: 02.07.2003 12:08:08
0
19911
Empfehlung 1: blower-door-test durchführen
Empfehlung 2: Funktion des Lüftungsgerätes kontrollieren: evtl. sitzt der Temperaturfühler für die Zuluft falsch, so dass zu kalte und damit zu feuchte Luft dem Raum zugeführt wird;
Empfehlung 3: falls möglich: installierte Dämmung des Gebäudes bestimmen; evtl. liegen diesbzgl. Mängel vor (Kältebrücken).

Sonnige Grüße

Verfasser:
Archi
Zeit: 02.07.2003 12:31:13
0
19912
@ Gerd Benner

Hallo Gerd,
Deine Empfehlungen sind schon richtig, aber die Aussage in Empfehlung 2
solltest Du dir nochmal überlegen. (Physikalischer Unsinn)

Verfasser:
Archi
Zeit: 02.07.2003 12:35:10
0
19913
Sory mir ist ein Fehler unterlaufen Herr Renner,
Empfehlung 3 von Herrn Renner ist auch nicht ganz korrekt.
Wenn dann sind das Wärmebrücken, Kältebrücken gibt es nicht mehr

Verfasser:
C. Brenner
Zeit: 02.07.2003 22:17:59
0
19914
@Andreas

Wenn durch eventuelle Undichtheiten kalte Luft ins Gebäude gesogen wird, kühlen die Bauteile um die undichten Stellen aus und bergen damit erhöhte Kondensationsgefahr.

Diese Gefahr sehe ich in entgegengesetzter Richtung als geringer an.


Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de

Verfasser:
baffm
Zeit: 03.07.2003 21:30:05
0
19915
Hallo,
wenn kein blower-door, dann vermutlich auch kein Passiv-Haus. Also machts der bisherige Besitzer wohl so wie ich. Ich gehe auch davon aus, dass bei den heutigen NEH die Gebäudehülle auch ohne Passiv-Hausstandard schon so dicht ist, dass sich eine Wohnraumlüftung rentiert.

Bzgl. Feuchteschäden sehe ich bei dieser Kombination also keine Probleme bzw. man muß nicht unbedingt Feuchtigkeitsschäden aufgrund Undichtheit erwarten. Zumal ja auch schon ein Bau-ing dabei war.

Typische Undichtheiten sind ja eher Fenster- und Türschlitze. Evtl. auch der Dachdurchbruch der Antenne/SAT-schüssel.

Wenn am Dach Feuchteschäden vermutet werden, dann hilft m.E. nur das Wegreißen der Verkleidung um wirklich sicher zu sein.

Baffm

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