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Datenschutzhinweise

Lambda Wärmepumpe - Erfahrungen und Tipps
Verfasser:
inki
Zeit: 17.03.2026 18:19:52
2
3942999
Zitat von efhsanierer Beitrag anzeigen
Zitat von inki Beitrag anzeigen
[...]


Laut Datenblatt hat die EU13L eine max Leistungsaufnahme von 5,3kw, also müsste schon abgeschaltet oder gedrosselt werden können.


Das ist wohl wahr.
Somit reicht unsere Begrenzung des Heizstabs natürlich nicht (ganz) aus.

Ich hatte schon in 2024 bei Lambda nach einem entsprechenden Feature in der Steuerung gefragt, das dann auch per Modbus zugreifbar sein sollte. Leider hatte man damals noch keine Lösung auf dem Schirm und ich habe den Heizstab fallweise deaktiviert.

Bin eben nochmal die Steuerung durchgegangen. Man kann inzwischen auf der zweiten Seite der Leistungseinstellungen zur Wärmepumpe für die EVU-Sperre eine maximale Aufnahmeleistung definieren.

Also stelle ich das so um, dass dort 4,2kW eingetragen werden und auf Seite 3 für den externen Wärmeerzeuger (Heizstab) keine Freigabe bei EVU-Sperre.
Dann mein Steuersignal auf den konfigurierten Eingang für EVU-Sperre legen und es passt...

Verfasser:
richard10
Zeit: 18.03.2026 13:02:46
0
3943257
Zitat von Abtaumeister Beitrag anzeigen
Zitat von richard10 Beitrag anzeigen
[...]

Also die Logik verstehe ich nicht.
DIe Abschaltung kann doch nicht auf durchschnittswerte gehen, das ist doch nicht sinnvoll? Da schaltet das ding gefühlt ja nie ab. Kann man nicht einstellen AT > 12 grad und das ding geht aus? Meine taktet mehr als sie müsste bei den temperaturen und[...]

Die Durchschnittswerte bilden die Trägheit deines Hauses ab und sorgen dafür, dass die Umschaltung nicht ständig hin und her springt und deine Bude auskühlt. Wenn du die normale AT (Außentemperatur) nehmen würdest, würde das Gerät tagsüber immer abschalten und nachts wieder anlaufen: Das ist ineffizient, weil die WP dann nachts dein Haus wieder aufheizen muss. Sieh dein Haus mal als riesigen Pufferspeicher. Einen Pufferspeicher ständig zu entladen und wieder zu beladen, kostet Effizienz, steigert die Kosten und ist schlecht für die Lebensdauer der Pumpe. Meine Lambda hat bisher nur 40-mal getaktet seit Dezember... Die Einstellungen wurden von Lambda empfohlen, damit der prädiktive Einfluss der Wettervorhersage einfließt und die WP sich vorbereiten kann, was kommt. Die Steuerung wird so gestaltet, dass ein maximaler COP erreicht wird. Ich habe mit meinem System jetzt bereits eine 5,8 für den Zeitraum Dezember bis März. Ich hätte es auch nicht geglaubt, weil wir so erzogen wurden: Heizung aus ist die beste Ersparnis. Das ist bei einer WP nicht so, weil diese Problematik immer in der Übergangszeit spielt, in der die WP einen sehr hohen COP hat. Momentan bei 11 °C habe ich einen COP von 10,4. Die Werte für den COP, die ich hier angebe, beziehen sich rein auf den Verdichter, ohne Pumpen, Steuerung und Verluste im Haus.

Verfasser:
Chaot
Zeit: 18.03.2026 22:28:21
0
3943385
Zitat von richard10 Beitrag anzeigen
Meine Gewichtung ist 20/80/100. Dies wurde so in Abstimmung mit Lambda eingestellt. Ich habe kein Überhitzung festgestellt

Mit meinen jeweils auf nur 10% Gewichtung abgesenkten 24h-Werten bekomme ich bei der aktuell großen Differenz zwischen Tag und Nacht bereits +/-0,5K Raumtemperaturschwankung. Mit Deinen Einstellungen bekäme ich Leistungsüberhöhungen > 20%. Das würde mit meinen 100% Heizkörpern nicht mehr passen. Bei 100% FBH würde ich den den 1h-Wert stattdessen komplett ignorieren.

Verfasser:
richard10
Zeit: 19.03.2026 08:07:15
0
3943429
Zitat von Chaot Beitrag anzeigen
Zitat von richard10 Beitrag anzeigen
[...]

Mit meinen jeweils auf nur 10% Gewichtung abgesenkten 24h-Werten bekomme ich bei der aktuell großen Differenz zwischen Tag und Nacht bereits +/-0,5K Raumtemperaturschwankung. Mit Deinen Einstellungen bekäme ich Leistungsüberhöhungen > 20%. Das würde mit meinen 100% Heizkörpern nicht mehr[...]

Ich habe einen Massivbau aus den 70ern mit einer Zeitkonstante von 150 h. Das heißt, es dauert 150 h, bis die Temperaturdifferenz zwischen Außentemperatur (AT) und Innentemperatur (IT) auf 63 % des Wertes reduziert ist (Zeitkonstante, e-Funktion). Weil ich die gesamte Bude heize, nutze ich das voll aus und habe dadurch einen Effizienzboost. Seit der Inbetriebnahme habe ich über den Zeitraum von Mitte Dezember bis heute bereits einen Verdichter-COP von 5,8 gesamt. Trau Dir die gesamte Bude zu heizen. Es kommt auch das Takten dazu. Ich hatte nur 25 Taktungen seit IBS am 11.12.2025. Später poste ich Screenshots

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 19.03.2026 08:12:10
0
3943431
Ich glaube, das hatten wir schonmal. Es mag eine bessere JAZ ergeben, wenn man alle Räume gleichermaßen heizt, aber der Energieverbrauch ist u. a. wegen geringerer Transmissionsverluste grundsätzlich trotzdem niedriger, wenn ich z. B. Nebenräume nur abgesenkt beheize. So hatte ich es jedenfalls verstanden, ich bin auch kein Gebäudeenergieexperte.

Verfasser:
richard10
Zeit: 19.03.2026 08:28:42
2
3943436
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Ich glaube, das hatten wir schonmal. Es mag eine bessere JAZ ergeben, wenn man alle Räume gleichermaßen heizt, aber der Energieverbrauch ist u. a. wegen geringerer Transmissionsverluste grundsätzlich trotzdem niedriger, wenn ich z. B. Nebenräume nur abgesenkt beheize. So hatte ich es jedenfalls[...]

Ich denke, man muss hier zwei Effekte sauber auseinanderhalten:

Ja, wenn ein Nebenraum abgesenkt wird, sinken zunächst einmal dessen direkte Transmissionsverluste nach außen.

Aber gleichzeitig entstehen im Gebäude stärkere Wärmeströme von den beheizten in die kühleren Räume über Innenwände, Decken, Böden, Türen, Treppenhaus usw.

Das hat zwei Folgen:

Die warm gehaltenen Räume müssen zusätzliche Wärme mitliefern für die abgesenkten Bereiche.

Dadurch steigt dort oft die erforderliche Vorlauftemperatur, weil dieselben Heizflächen mehr Leistung abgeben müssen.

Und genau das ist bei Wärmepumpen ein ganz wesentlicher Punkt:
Nicht nur die reine Bilanz eines einzelnen Raums zählt, sondern auch, mit welcher Systemtemperatur das gesamte Gebäude betrieben werden kann.

Wenn ich alle Räume gleichmäßiger beheize, dann reduziere ich die internen Wärmeflüsse innerhalb des Gebäudes. Die Temperaturverteilung wird homogener, einzelne Räume müssen weniger „Nachbarheizung“ übernehmen, und oft reicht dadurch eine niedrigere VL-Temperatur. Zusätzlich steigt die thermische Speichermasse, die aktiv genutzt wird. Das wirkt sich positiv auf Taktung, Regelruhe und COP aus. Ich konnte die Heizkennlinie um 2 K senken.

In der Praxis kann deshalb der Gesamtverbrauch trotz leicht höherer Verluste einzelner bisher abgesenkter Räume niedriger ausfallen, weil das Gesamtsystem effizienter arbeitet.

Ich sehe das bei mir sehr deutlich am Treppenhaus:
Das wurde früher nicht beheizt. Seit ich es mit beheize, ist das gesamte OG wärmer und die Heizlast der angrenzenden Räume ist faktisch gesunken. Selbst im Wohnzimmer darunter sieht man den Effekt: Die Decke liegt jetzt bei etwa 21 °C, vorher waren es nur etwa 19,5 °C. Das bedeutet, dass das Wohnzimmer nach oben deutlich weniger Wärme verliert als vorher. Genau dadurch sinkt dort die notwendige Heizleistung.

Deshalb ist die Aussage „Nebenräume absenken spart grundsätzlich Energie“ aus meiner Sicht zu pauschal.
Sie kann stimmen, muss aber nicht. In einem realen Massivbau mit inneren Wärmeübertragungen, begrenzten Heizflächen und Wärmepumpe kann das gleichmäßigere Beheizen des Gebäudes in Summe durchaus die bessere und sogar sparsamere Lösung sein. Es muss auch den Komfort betrachtet werden und dazu gibt eine Optimierung der WAF. Mein COP liegt jetzt bei 5,8 (Verdichter ohne alles) und im Zeitraum Dez.-März. Verbrauch 2.274 kWh bei 300 qm Wohnfläche. Geschätze Jahresverbrauch: 3.800 kWh der Lambda mit Brutto Effizienz COP= 6,3

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 19.03.2026 08:42:16
1
3943444
Komfort und Energiesparen vertragen sich oft nur bedingt.

Ich habe auch nicht von Häusern gesprochen, wo die anderen Räume nicht mehr warm werden, wenn man einzelne Räume absenkt.

Natürlich ist jedes Gebäude unterschiedlich, aber es dürfte doch kein ernsthafter Zweifel bestehen, daß man weniger Energie benötigt, wenn man 100 m² anstatt 200 m² beheizt, auch wenn meinetwegen ein paar Prozent an die unbeheizten Räume abfließen.

Bei mir ist der Vorlauf so eingestellt, daß das Wohnzimmer noch gut 22 Grad warm wird, auch wenn das benachbarte Treppenhaus auf 18 Grad abgesenkt ist.

Es kann mir niemand erzählen, daß ich weniger Energie bräuchte, wenn ich das Treppenhaus auch auf 22 Grad heizen würde.

Verfasser:
richard10
Zeit: 19.03.2026 09:02:43
1
3943452
Ich habe mein Gebäude mit TRNSYS dynamisch simulieren lassen. Genau dafür ist das Werkzeug da: zeitabhängiges Verhalten von Gebäude und Anlage, inklusive Speicherwirkung, Ausrichtung, solaren Gewinnen und Optimierung von Regelstrategien.

Bei meinem Gebäude war das Ergebnis eindeutig:
100 % beheizte Fläche hatte eine geringere Heizlast als ca. 70 % beheizte Fläche. Erst bei etwa 45 % beheizter Fläche wurde die Heizlast niedriger als im Fall „alles beheizt“.

Der Grund sind die inneren Wärmeströme. Wenn einzelne Räume abgesenkt werden, ziehen sie Wärme aus den beheizten Räumen über Innenbauteile und das Treppenhaus. Dadurch steigt dort die notwendige Heizleistung und oft auch die nötige Vorlauftemperatur. Genau das verschlechtert bei Wärmepumpen die Effizienz.

Ich sehe das bei mir auch praktisch: Seit ich das Treppenhaus mit beheize, ist das OG ausgeglichener und die Heizlast angrenzender Räume gesunken. Im Wohnzimmer ist die Deckentemperatur von ca. 19,5 °C auf 21 °C gestiegen – also weniger Wärmeabfluss nach oben.

Deshalb hängt die Antwort stark vom dynamischen Gebäudeverhalten ab und nicht nur von der Zahl der beheizten Quadratmeter.

Genau an den Thema arbeitet Lambda: https://lambda-wp.at/entwicklung-einer-pradiktiven-leistungsregelung-fur-warmepumpen/

Am 18. August 2025 hat Lambda einen ausführlichen Beitrag zur „Entwicklung einer prädiktiven Leistungsregelung für Wärmepumpen“ veröffentlicht. Darin steht, dass die neue Regelstrategie Wetterdaten und flexible Strompreise integriert, für den Folgetag per iterativer Simulation einen „Wärmefahrplan“ erstellt, die thermische Trägheit des Gebäudes bzw. der Speichermasse berücksichtigt und die Berechnung als digitalen Zwilling auf der Steuerung jeder einzelnen Wärmepumpe ausführen soll. In dem veröffentlichten Beispiel wird eine Reduktion der Wärmekosten von ca. 15 % angegeben!!

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 19.03.2026 09:09:40
0
3943458
Du kannst es doch gar nicht vergleichen, wenn Du es noch nicht anders ausprobiert hast.

Eine Simulation ist eben eine Simulation. Simulieren kann man alles, wenn man will, ob das dann der Realität entspricht, ist eine andere Frage.

Denk nur mal an die standardmäßigen Heizlastberechnungen, die in der Regel hinten und vorne nicht stimmen.

Ich würde z. B. mein Treppenhaus mit der eingestellten Heizkurve gar nicht so warm bekommen wie das Wohnzimmer, was bei der Auslegung der Heizkörper wohl auch niemand angestrebt hatte.

Ich kann da auch nicht einfach Lüfter nachrüsten wie im Wohnzimmer, weil neben den Heizkörpern keine Steckdosen sind.

Dein Haus ist kein Puffer zum Energiesparen. Je mehr Du die Außenhülle heizt, umso mehr geht nach außen verloren. Oder hast Du eine Styroporhütte?

Verfasser:
richard10
Zeit: 19.03.2026 10:00:12
1
3943470
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Du kannst es doch gar nicht vergleichen, wenn Du es noch nicht anders ausprobiert hast.

Eine Simulation ist eben eine Simulation. Simulieren kann man alles, wenn man will, ob das dann der Realität entspricht, ist eine andere Frage.

Denk nur mal an die standardmäßigen[...]

Meine tatsächlichen Verbrauchswerte entsprechen der Heizlastberechnung nach Norm sowie den Simulationsergebnissen des Programms mit einer Abweichung von nur +/- 4 %. Mein Arbeitgeber erzielt mit der GLT ähnliche Ergebnisse über das System des Digital Twin, wobei durch das prädiktive Verhalten die Dynamik der Transmissionen im Gebäude minimiert und entsprechend die Exergieverluste reduziert werden. Ein Digital Twin ist ein Modell, das parallel zur Realität mitläuft, das heißt ein virtuelles Gebäude in der Regelung.

Antwort auf die Frage:
Mein Wandaufbau besteht aus 24er Hochlochziegeln, 6 cm Glaswolle und 11 cm VHF, damals fortschrittlich (Architektenhaus). Alle Fenster sind 3-fach verglast, und haben einen Uw-Wert von 0,5 (Pax). Mitte April kommt ein neues Dach mit PV.

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 19.03.2026 10:13:10
1
3943474
Versteh mich auch bitte nicht falsch, ich versuche ja auch, alles so gut wie möglich zu optimieren, solange der Aufwand noch in einem vernünftigen Verhältnis steht.

Und natürlich ist Deine Decke im Wohnzimmer wärmer, wenn der darüber liegende Raum mehr beheizt wird.

Du steckst ja aber dafür auch mehr Energie in den darüberliegenden Raum, die auch wieder durch die Außenwände und die Decke verloren geht, und zwar in größerem Maße als bei geringerer Beheizung.

Mich irritiert schon der Ansatz in der Simulation. Die Heizlast wird doch in erster Linie durch das Gebäude bestimmt, und das ändert sich ja nicht durch die Art der Beheizung.

Die Heizlast entspricht dem Energieverlust des Gebäudes. Und der ist umso größer, je größer die Temperaturdifferenz von Innentemperatur und Außentemperatur ist. Also wird die Heizlast größer, je mehr Räume Du umso wärmer beheizt.

Und ich bezweifle auch, daß Du in der Simulation eine reale Abbildung Deines Hauses erzeugen kannst. Woher willst Du denn wissen, welche Wärmeübertragung z. B. durch die Zimmertür im Wohnzimmer in einen Nebenraum bei einer bestimmten Temperaturdifferenz stattfindet? Das sind wahrscheinlich alles nur pauschale Schätzungen.

Ich glaube Dir auch, daß die Wärmepumpe einen besseren COP hat, wenn sie das ganze Haus durchgehend auf der gleichen Temperatur bei einem niedrigen Vorlauf hält, wobei es durchaus auch besser sein kann, nachts ein oder zwei Grad abzusenken, wenn die WP genug Reserven hat, weil der COP tagsüber besser ist, von besserer PV-Ausnutzung mal ganz abgesehen.

Das ist aber nicht gleichbedeutend damit, daß Du weniger Energie aufwenden mußt.

Ohne Einbeziehung der täglichen Wetterdaten und anderer Faktoren läßt sich das sowieso nicht genau nachvollziehen.

Ich heize das Gebäude seit Herbst 2025 erstmals seit über 15 Jahren ohne Nachtabsenkung oder -abschaltung durch (allerdings nicht jeden Raum auf die gleiche Temperatur) und konnte den Vorlauf dadurch weiter absenken (derzeit noch Gasheizung, diente eher als Test für die kommende Wärmepumpe und näherungsweise Ermittlung der Heizlast). Ich brauche bei 0° AT jetzt nur noch einen Vorlauf von ca. 33° C bei Baujahr 1993 mit ca. 30 cm Porotonwänden ohne Dämmung oder Sanierung und 100% Heizkörpern.

Aber eine Reduzierung des Energieverbrauchs konnte ich dadurch eben nicht feststellen, eher im Gegenteil.

Es ging mir nur darum, auszuprobieren, wie weit ich mit dem Vorlauf heruntergehen kann, damit die WP einen besseren COP erreicht und ob die WP es dann voraussichtlich schafft, das Gebäude ohne viel Heizstabeinsatz zu heizen.

Verfasser:
AndreiLux
Zeit: 19.03.2026 11:16:40
0
3943495
Zitat von richard10 Beitrag anzeigen
100 % beheizte Fläche hatte eine geringere Heizlast als ca. 70 % beheizte Fläche. Erst bei etwa 45 % beheizter Fläche wurde die Heizlast niedriger als im Fall „alles beheizt“.
Solche Aussagen sind doch thermodynamischer Quatsch.

Ich weiss nicht was da bei dir berechnet oder simuliert wurde, es gibt aber keine physikalische Erklärung wieso bei geringerer Heizhülle eine größere Heizlast haben würde als bei einer größeren Heizhülle. Haben die da im Modell nicht-beheizte Räume mit AT simuliert oder was?

Verfasser:
richard10
Zeit: 19.03.2026 16:38:36
0
3943601
Du vermischst hier zwei verschiedene Dinge:

1) die stationäre Norm-Heizlast eines Gebäudes bei fest vorgegebenen Raumtemperaturen und
2) die tatsächlich vom Wärmeerzeuger im realen Betrieb bereitzustellende Leistung bei Teilbeheizung, inneren Wärmeströmen, Speichereffekten und begrenzten Heizflächen.

Wenn man nur Punkt 1 betrachtet, hast du natürlich recht: Bei niedrigerer mittlerer Gebäudetemperatur sinken die direkten Transmissionsverluste nach außen. Daran gibt es nichts zu diskutieren.

Mein Punkt ist aber ein anderer:

Wenn ich nur 70 % der Fläche beheize, sind die restlichen 30 % ja nicht „Außentemperatur“, sondern thermisch mit dem Rest des Gebäudes gekoppelt. Diese kühleren Räume ziehen Wärme aus den beheizten Räumen über Innenwände, Decken, Böden, Türen und Treppenhaus. Für den Wärmeerzeuger zählt dann nicht die reine Außenhülle eines fiktiv getrennten Gebäudes, sondern die Frage:

Welche Leistung müssen die aktiv beheizten Räume liefern, um trotz dieser inneren Wärmeströme ihre Solltemperatur zu halten?

Und genau da wird es bei Wärmepumpen interessant:

1) Die beheizten Räume müssen einen Teil der abgesenkten Räume mitversorgen.
2) Dadurch steigt dort die erforderliche Heizflächenleistung.
3) Weil die Heizflächen endlich sind, braucht man dafür oft eine höhere Vorlauftemperatur.
4) Höhere VL bedeutet bei der Wärmepumpe schlechteren COP.
5) Zusätzlich verliert man Speicherwirkung, wenn man Gebäudeteile thermisch „abkoppelt“, statt die gesamte Gebäudemasse mitzunutzen.

Das heißt:

Ich behaupte nicht, dass die reine stationäre Außenverlustleistung der gesamten Hülle immer steigt, wenn man weniger Fläche beheizt.

Ich sage, dass die für Komfort in den beheizten Zonen erforderliche Systemleistung und vor allem die erforderliche VL-Temperatur bei Teilbeheizung durchaus höher sein können als bei gleichmäßiger Beheizung des gesamten Gebäudes.

Bei Wärmepumpen ist das ein entscheidender Unterschied, weil nicht nur die abgegebene Wärme zählt, sondern auch auf welchem Temperaturniveau diese erzeugt werden muss.

Beispiel aus meinem Haus:

Früher war das Treppenhaus praktisch unbeheizt. Seit ich es mitheize,

1) ist das OG thermisch ausgeglichener,
2) angrenzende Räume verlieren weniger Wärme an das Treppenhaus,
3) die Oberflächentemperaturen sind gestiegen,
4) und die nötige Heizleistung in den angrenzenden Räumen ist gesunken.

Im Wohnzimmer konnte ich das mit der Wärmebildkamera sehen:
Die Decke lag vorher bei ca. 19,5 °C, jetzt bei etwa 21 °C.
Das heißt ganz simpel: weniger Wärmeabfluss nach oben, also geringere Last des Wohnzimmers.

Der springende Punkt ist also:

Teilbeheizung kann die mittlere Gebäudetemperatur senken, aber gleichzeitig die Last der tatsächlich beheizten Zonen erhöhen und die nötige VL anheben.
Und genau dadurch kann die Wärmepumpe im Gesamtsystem schlechter laufen als bei homogenerer Beheizung.

Deshalb ist der Satz
„weniger beheizte Fläche = automatisch geringere relevante Heizlast des Systems“
eben zu pauschal.

Korrekt wäre eher:

1) stationäre Außenverluste sinken oft bei Teilbeheizung,
2) interne Wärmeströme steigen,
3) erforderliche Heizflächenleistung in den warmen Räumen kann steigen,
4) Vorlauftemperatur kann steigen,
5) WP-Effizienz sinkt,
6) und im dynamischen Gebäudeverhalten kann deshalb 100 % Beheizung systemisch günstiger sein als 70 %.

Genau solche Effekte bildet eine dynamische Simulation ab, eine reine statische Hüllflächenbetrachtung aber nicht.

Das trifft genau den Punkt in der Lambda-Steuerung. Durch die Gewichtung von 24 Stunden Vergangenheit und 24 Stunden Vorhersage kann dieser Wert genutzt werden, um den Vorlauf (VL) aus der Heizkennlinie zu verfolgen und automatisch einen niedrigeren VL zu wählen, weil dies den Durchschnitt von Tag und Nacht berücksichtigt. Dadurch wird quasi bereits der VL gesenkt. Diese Art der Regelung funktioniert nur, wenn das gesamte Gebäude beheizt wird. Bei einer Teilbeheizung werden die Räume nicht warm, und man muss an der Heizkennlinie drehen

Verfasser:
Chaot
Zeit: 19.03.2026 20:16:14
0
3943659
Bei mir ist das OG nur teilbeheizt. Aus den Temperaturen in den unbeheizten Räumen weiß ich, wieviel Heizenergie die beheizten Räume in die unbeheizten Räume abgeben.
Daraus kann ich ausrechen, um wieviel Grad ich die VLT absenken könnte, wenn die Räume nicht passiv mitgeheizt werden müssten. Über das COP-Feld bekomme ich die dadurch mögliche Wirkungsgradverbesserung und die Einsparungen in den aktuell beheizten Räumen.

Das für mich überraschende: Für NAT würde es rechnerisch bei Komplettbeheizung tatsächlich zu einem minimal geringeren Stromverbrauch kommen, die AT gleichen Verbrauchs liegt aber nur wenig darüber.
Bei mir brächte eine Komplettbeheizung also keinen Vorteil, ich werde Theorie und Praxis trotzdem im nächsten Winter gegenprüfen.

Mir zeigt meine Rechnung, dass es für andere WPs mit schlechteren Wirkungsgraden und vor allen größeren relativen COP-Veränderungen bei VLT-Veränderung in Zusammenhang mit sehr steilen Heizkurven schon sein kann, dass das Beheizen aller Räume günstiger wäre.

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 19.03.2026 20:43:33
1
3943664
An Dich hatte ich auch gedacht, ich hatte es aber so in Erinnerung, daß Du bei unbeheiztem OG insgesamt weniger Energie benötigt hast.

Ich werde mit der WP auch mal testen, mit welcher Variante ich weniger Energie benötige.

Die Lambda hat aber so viele Stellschrauben, daß ich erstmal verstehen muß, was die beste Grundeinstellung bei mir ist.

Verfasser:
AndreiLux
Zeit: 19.03.2026 21:03:30
0
3943670
Zitat von richard10 Beitrag anzeigen
Du vermischst hier zwei verschiedene Dinge:

1) die stationäre Norm-Heizlast eines Gebäudes bei fest vorgegebenen Raumtemperaturen und
2) die tatsächlich vom Wärmeerzeuger im realen Betrieb bereitzustellende Leistung bei Teilbeheizung, inneren Wärmeströmen, Speichereffekten[...]

Deine Terminologie ist einfach irreführend. Heizlast bedeutet die Leistungsabgabe des Hauses nach Außen, punkt. Das steigt nie mit abnehmender Heizfläche im selben Haus.

Das eigentliche was du hier gross erklären willst ist dass die Heizlastdichte (also Watt pro Quadratmeter in der beheizten Fläche) mit abnehmender Heizfläche bei Teilheizung des Hauses steigt, was wahr und richtig ist.

Verfasser:
Chaot
Zeit: 19.03.2026 22:17:33
0
3943684
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
An Dich hatte ich auch gedacht, ich hatte es aber so in Erinnerung, daß Du bei unbeheiztem OG insgesamt weniger Energie benötigt hast.[...]
Ja, genauso ist es. Im Winter, wenn ich mal Langeweile habe, werde ich vielleicht nochmal eine exakte Rechnung machen, wie groß der Unterschied auf die gesamte Heizperiode bezogen ist.
Richard10 hat seine VLT um 2k (bei NAT) senken können. Bei mir wären es überschlagmäßig 5°C, und trotzdem gleicht das den zusätzlichen Heizbedarf für die Raumtemperaturerhöhung in den aktuell unbeheizten Räumen nicht aus.

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 19.03.2026 22:48:42
0
3943689
Wenn meine Lambda EU10L eher knapp als zu groß ausgelegt ist, sollte ich dann eher alle Räume gleich beheizen, wenn ich dann den Vorlauf auf Kosten eines höheren Gesamtenergiebedarfs noch etwas senken kann oder umgekehrt?

Es geht mir darum, wie ich wahrscheinlich besser erreiche, daß die WP weniger abtauen und/oder weniger auf den Heizstab zugreifen muß.

Verfasser:
richard10
Zeit: 20.03.2026 08:10:14
0
3943721
Zitat von Chaot Beitrag anzeigen
Das für mich überraschende: Für NAT würde es rechnerisch bei Komplettbeheizung tatsächlich zu einem minimal geringeren Stromverbrauch kommen, die AT gleichen Verbrauchs liegt aber nur wenig darüber.
Bei mir brächte eine Komplettbeheizung also keinen Vorteil, ich werde Theorie und Praxis trotzdem im nächsten Winter gegenprüfen.

Kennst du die Zeitkonstante deines Gebäudes? Diese muss in der raumweisen Heizlastberechnung vorhanden sein. Damit kannst du das gleitende Fenster mit den Gewichtungen in der Lambdasteuerung optimieren
Die Gebäudezeitkonstante gibt an, wie träge ein Gebäude auf Temperaturänderungen reagiert. Sie beschreibt die Zeitspanne, in der die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur um etwa 37 % abnimmt (bzw. auf 63 % des Ausgangswerts sinkt), wenn die Heizung ausfällt.

Verfasser:
richard10
Zeit: 20.03.2026 08:42:49
0
3943735
Meine Werte sind 20 % / 80 % / 100 % (1 h / 24 h / 24 h-Vorhersage). Die Summe beträgt 200 %, das entspricht dem Verstärkungsfaktor von 2 im Regelkreis der Steuerung. (!)

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 20.03.2026 11:55:18
0
3943805
Mal eine Frage zum Elekroanschluß bzw. der Leistungsmessung:

Ich habe einen go-e-Controller für die Wallbox, wo noch 3 zusätzliche Strommeßklemmen frei sind, um andere Lasten zu messen.

Diese 3 Klemmen wollte ich im Zählerschrank an die Wärmepumpeverkabelung anlegen, damit ich einen realistischen Stromverbrauch ermitteln kann.

Kann/Sollte ich hier dann die 230V-Verkabelung (Steuerung, Pumpe) und die Kabel für den Heizstab und die Wärmepumpe selbst durch die Klemmen führen, damit auch der tatsächliche Gesamtstromverbrauch erfaßt wird?

Ich stehe hier jetzt vor der Wahl, ob ich lieber den realen COP über die reine Leistungsaufnahme des Verdichters (in Verbindung mit einem externen WMZ) ermitteln will oder ob ich die JAZ inklusive Nebenverbraucher ermitteln will.

Wie würdet ihr das machen?

LG

Verfasser:
richard10
Zeit: 20.03.2026 15:30:28
0
3943840
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Mal eine Frage zum Elekroanschluß bzw. der Leistungsmessung:

Ich habe einen go-e-Controller für die Wallbox, wo noch 3 zusätzliche Strommeßklemmen frei sind, um andere Lasten zu messen.

Diese 3 Klemmen wollte ich im Zählerschrank an die Wärmepumpeverkabelung anlegen, damit[...]

Sind Verdichter, Heizstab, Steuerung und Pumpen bei der konkreten Anlage elektrisch gemeinsam erfasst oder auf getrennte Abgänge verteilt?

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 20.03.2026 15:44:58
1
3943845
Die WP wird demnächst erst eingebaut.

Verfasser:
Chaot
Zeit: 20.03.2026 16:15:54
0
3943852
Zitat von richard10 Beitrag anzeigen
Meine Werte sind 20 % / 80 % / 100 % (1 h / 24 h / 24 h-Vorhersage). Die Summe beträgt 200 %, das entspricht dem Verstärkungsfaktor von 2 im Regelkreis der Steuerung. (!)

10%/ 40% / 50% wirkt also anders als 20% / 80% / 100%?
Auf welche Regelsbweichung/Regelgrösse wird der Verstärkungsfaktor angewendet und auf welche Stellgrösse?

Verfasser:
richard10
Zeit: 20.03.2026 16:41:32
0
3943854
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Die WP wird demnächst erst eingebaut.

Willkommen im Lambda Cockpit :-) Welches Modell?

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Lambda Wärmepumpe - Erfahrungen und Tipps
Verfasser:
richard10
Zeit: 20.03.2026 16:41:32
0
3943854
Zitat:
...
Die WP wird demnächst erst eingebaut.
Willkommen im Lambda Cockpit :-) Welches Modell?
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