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04.04.2023 10:52:01 |
Hallo, seit ein paar Jahren heize ich mein ZFH mit rund 300 qm beheizter Fläche mit einem Pelletkessel mit 10 qm Solarthermie auf dem Westdach. WW erzeugt die FRIWA am 1000.l-Puffer. Der Gesamtverbrauch liegt bei 6 T = 30.000 kWh/a. Mein Gedanke angesichts der hohen Pelletpreise in den letzten Monaten war, den STA-Kreislauf durch eine kleine WP zu unterstützen. Nur bei kalten Temperaturen (< 5 Grad AT = VLT 40 Grad) würde dann der Pelletkessel laufen. Ist so etwas machbar und vor allem betriebswirtschaftlich sinnvoll? Geld verbrennen möchte ich nicht, aber aus heutiger Sicht bin ich halt vom HB schlecht beraten worden, da mein Haus aus 1994 schon WP-ready ist. Anspruchsvoll halte ich die Steuerung nicht, denn läuft bei Wärmeanforderung die STA, steht die WP. Ist es bedeckt, läuft die WP, idealerweise gekoppelt mit der vorhandenen Ost/West-PV-Anlage, denn vormittags und auch bei bei bedecktem Himmel liefert die immer noch Strom. Wäre hakt nur eine zweite Steuerung für den Puffer.
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11.04.2023 19:55:57 |
Was erwartest Du Dir denn von der Maßnahme? Ich weiss nicht wie es bei Dir ist, aber ich verfeuere 2/3 der Pellets von Nov-Feb, wenn es richtig kalt ist - wo Du ja Deine WP nicht laufen lassen willst. Von April bis Oktober liefert die ST fast alles (ist etwa so groß wie bei Dir). Du verfeuerst ca. 2.000€ Pellets pro Jahr. Macht dann also 700€ pro Jahr die Du an Pellets sparst minus dem Strom die die WP verbraucht. Wenn die installation dann 20k€ kostet brauchst 100 Jahre bis sich das rechnet. Oder wie sieht Deine Rechnung aus?
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11.04.2023 21:02:06 |
Bei mir ist es ähnlich. Ich verfeuer auch rund 2/3 der Pellets in den 4 Wintermonaten. Da kommt bei meiner West-Solarthermie nichts dazu. Von Juni bis August muss ich bei meiner STA kaum zuheizen. Bleiben 5 Monate Übergangszeit für eine einfache WP. Daher wird sich das wohl nicht rechnen.
Mein ursächliches Problem ist halt, dass ich den Pelletkessel als Fehlinvestition sehe. Ich wollte vor 4 Jahren etwas für die Umwelt tun, höre aber, dass ein nicht unerheblicher Teil der Pellets aus illegalem Raubbau stammen. Also nichts mehr mit Ökologie.
Meine nächste Planung geht in Richtung Ausbau der 10 kWp-PV, wenn es geht weitere 10 kWp. Da wäre dann eine WP neben meinem BEV ein guter Abnehmer. Aber wenn es keinen Sinn macht, dann lasse ich das eben.
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12.04.2023 18:48:06 |
Das ist so etwas zu sehr vereinfacht gerechnet. Die WP sollte immer dann laufen, wenn sie billiger ist als der Pelletkessel. Und das ist keineswegs nur oberhalb von 5 Grad. Und wenn der Pelleter nur unterhalb von 5 Grad laufen soll, heißt das noch lange nicht, daß die WP dann aus ist! Es heißt erst einmal nur, daß irgendwann unter 5 Grad der Kessel zugeschaltet wird, mehr nicht. Die Rechnung sieht damit dann völlig anders aus. Dazu später mehr.
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13.04.2023 11:21:04 |
Deine Pellets haben mit Raubbau genau so wenig zu tun, wie meine aus dem Sauerland. Entscheidend ist doch die Frage, wann die Kosten je kWh aus Pellets die Einspeisevergütung übersteigen. Unter Berücksichtigung des Hebels der WP funktioniert das schon jetzt - nutzt aber nur innerhalb eines kleinen Teils des Jahres, nochmal limitiert durch die Solarthermie. Und dann noch die zusätzliche Investition über 20 Jahre - da sehe keine Rentabilität. Da schicke ich lieber die PV in die Volleinspeisung - wenn es gut läuft, ist die nach rund 10 Jahren bezahlt. Kommt ein Verbraucher - wie ein E-Auto - dazu, muß man neu rechnen. In jedem Fall ist der Pelleter dann im fortgeschrittenen Alter, meine Rechnungen sind bis dahin bezahlt und dann gibt es was neues. Evtl schon früher, weil Heizung und Dach durch die Vermietung nach 5 Jahren abgeschrieben sind. Da kann ich mir durchaus vorstellen, daß ich mir so eine Kiste in DIY vors Haus stelle.
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13.04.2023 11:58:01 |
Zitat von muensterlaender  Mein ursächliches Problem ist halt, dass ich den Pelletkessel als Fehlinvestition sehe. Ich wollte vor 4 Jahren etwas für die Umwelt tun, höre aber, dass ein nicht unerheblicher Teil der Pellets aus illegalem Raubbau stammen. Also nichts mehr mit Ökologie. Ich habe diese Berichte auch gelesen und gesehen. Bei näherem Hinsehen sind das reisserische manipulative Machwerke, bei denen völlig unterschiedliche,Dinge vermischt werden, einmal umgerührt und dann der Slogan "Holz ist böse" verkündet wird. Ja, Scheitholzkamine sind meist ineffizient, Feinstaubschleudern und verbrennen idR wertvolles Holz. Ja, Pelletskraftwerke (wie z.B. Drax, das mehr Pellets verheizt als alle Pelletsheizungen in Deutschland zusammen) verbrauchen Unmengen an Pellets und fördern so den Raubbau, der offenbar in Osteuropa und Russland betrieben wird/wurde. Aber meine Pellets kommen aus der Region, werden überwiegend aus Holzabfällen gemacht und das verarbeitete Holz kommt aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Soweit ich das überblicken kann ist das umweltfreundlicher als alle anderen Heizmethoden die bei mir möglich wären (das ist im Wesentliche nur Öl). Ein bisschen fühle ich mich auch verarscht, weil mir vor ca. 10 Jahren als wir den Pelleter eingebaut haben alle gesagt haben das wäre doll umweltfreundlich und Co2-neutral und wurde deshalb gefördert. Heute ist es ganz schrecklich böse, so mancher meint sogar seine Gasheizung wäre umweltfreundlicher Die WP wird auch nicht nur aus erneuerbaren Energien gespeist, der Strom kommt auch aus Kohle und AKW, wenn Du also wirklich sicher umweltfreundlich sein willst, musst Deine Solarthermie vergrößern und einen gigantischen Speicher bauen, der den halben Winter überbrückt und überall Flächenheizung einbauen. Wenn der Speicher dann leer ist, musst mit WP oder Heizstab heizen, den darfst aber dann nur aus der eigenen PV speisen, die dann auf einen Akku gehen muss, weil sonst ist ja vielleicht doch wieder Kohlestrom drin... Ich würde mich nicht verrückt machen lassen und die Anlage so beibehalten wie sie ist. So schlimm wie oft behauptet sind die Pellets nicht für die Umwelt. Das ist IMHO zumindest hierzulande eine der umweltfreundlichsten Methoden überhaupt zum heizen.
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13.04.2023 12:03:16 |
Zitat von Ich_habe_Feuer_gemacht  Das ist so etwas zu sehr vereinfacht gerechnet.
Die WP sollte immer dann laufen, wenn sie billiger ist als der Pelletkessel. Und das ist keineswegs nur oberhalb von 5 Grad. Pellets kosten aktuell ca. 7ct/kWh. Strom bei uns 59,02ct, soll aber auch Anbieter geben, bei denen es billiger ist. Rechnen wir mal mit dem Preisdeckel von 40ct/kWh, das dürfte für die meisten hinkommen. Dann muss die WP einen COP von mindestens 6 haben, damit sie nur marginal günstiger ist als die Pellets. Ist das realistisch bei <5°C?
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13.04.2023 12:31:06 |
Es geht ja nicht um eine Ad-hoc Entscheidung, sondern um die Perspektive. Derzeit ist man mit Pellets gut aufgestellt und die Solarthermie tut ein übriges. Da aber die Politik hierzulande zunehmend erratisch handelt, kann es nicht schaden, für die Zeit danach zu planen. Und, wie gesagt : Eine abgeschriebene PV + WP ist nicht mehr zu schlagen. Zumal im Zuge des Umstiegs auf den Pelleter die Anlage insgesamt auf aktuellen Stand gebracht wurde - dann kostet die WP selbst ausserhalb von DIY nicht mehr die Welt. Ich wette heute schon, dass Ökofen früher oder später kompatible Upgrades anbieten wird. Die - meiner Meinung nach hervorragende - Steuerung kann das zentrale Management unterschiedlicher Wärmeerzeuger ja bereits.
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13.04.2023 23:08:45 |
Auch wenn ich mit 30,5 ct/kWh einen günstigen Stromtarif habe und Pellets aktuell nur gut 300 €/t kosten, wird sich das nicht rechnen. Da verschiebt sich der Wechsel auf WP um 20 Jahre. Dafür weiß ich, dass mein Haus WP-ready ist. Das beruhigt mich.
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