Hallo,
das Thema kam schon öfter, aber ich möchte ganz konkret nachfragen, ob man das bauphysikalisch irgendwie halbwegs sicher hinkriegen kann: In meinem wenige Jahre alten KfW55 Haus sind bisher die
Dachschrägen auf dem unbeheizten
Warmdachboden gedämmt, und im Winter hat es oben 18-19°C. Der Dachboden dient als Lager (Kellerersatz) und ist zu niedrig, um zukünftig ausgebaut zu werden. Nun ist der Gedanke, die maximale Heizlast meines Hauses nochmal um gut 500Watt zu senken, durch zusätzliche Dämmung der obersten Geschossdecke. Ich habe das mal mit TGA Tools
BIM simuliert, bei moderater Dämmung von 3cm durchgehend und 6cm über dem Badezimmer sowie den Kinderzimmern sinkt die
Temperatur auf dem Dachboden auf ca. 10°C bei länger anhaltender Außentemperatur von -12°C. Hinterfragt bitte nicht den wirtschaftlichen Nutzen, ich sehe das eher als Hobby und Physik-Spielerei...
Die Frage ist nun, ob es einen Weg gibt, so etwas bauphysikalisch halbwegs sicher ohne Schimmelgefahr hinzukriegen. Aktuell hätte ich zwei dampfsperrende Schichten, einmal direkt über der
Betondecke, sowie einmal an den Dachschrägen. Die Giebelmauern sind diffusionsoffen und mit Kalkinnenputz versehen, allzu viel Feuchtigkeit wird hier aber im Winter wohl nicht rausdiffundieren. Weiterhin sind zwei
Fenster zur Querlüftung vorhanden. Ich könnte schon hin und wieder hoch zur manuellen Lüftung, aber nicht unbedingt täglich. Aktuell zeigt ein Funkhygrothermometer einen
Taupunkt von 8-10 Grad an, je nach Taupunkt der Außenluft und wann ich das letzte Mal gelüftet habe. Der Dachboden ist nach außen recht luftdicht und reagiert ohne Fensterlüftung nur sehr sehr träge auf Taupunktänderungen in der Umgebung, so dass ich womöglich nicht über Undichtigkeiten die nötige Lüftung erreichen werde.
Was könnte ich ändern, damit der
Wasserdampf im Winter von alleine aus dem Dachboden entweicht? Viel
Wasserdampf muss ja hoffentlich nicht raus, nur das was vom Spätsommer noch drin ist in den Bauteilen, sowie geringe Leckströme der feuchten Innenluft aus den Stockwerken darunter. Bisherige Ideen:
- Die PE-
Dampfbremsfolie von den Dachschrägen ersetzen und durch im Vergleich diffusionsoffenere, aber gründlich luftdicht verspachtelte Gipskartonplatten o.ä. ersetzen, bzw. durch eine diffusionsoffene Unterspannbahn oder andere Folie?
- Fensterfalzlüfter einbauen - oder verliere ich da im Endeffekt mehr
Energie als ich durch die Dämmung spare? Gefällt mir irgendwie nicht so gut.
- Anschluss an die zentrale KWL fällt aus, da ich die Wohnräume darunter im Winter mit
Enthalpietauscher belüfte, das würde nur viel
Luftfeuchtigkeit auf den Dachboden bringen. Und Löcher in die Giebelmauern bohren für dezentrale KWL wie Bayernlüfter wäre mir zu viel Aufwand.
Habt ihr sonstige Ideen oder Hinweise? Kann der Plan überhaupt halbwegs ohne Schimmelgefahr funktionieren, wenn die Luftdichtigkeit an den richtigen Ebenen gut eingehalten wird?
Oberste Geschossedecke wäre geplant als:
1) Betondecke 22cm
2) *neu* Luft- und Dampfdichtigkeit:PE-Dampfbremsfolie vollflächig auf die Betondecke, sowie alle Durchdringungen luftdicht abgeklebt. Schwachpunkt ist hier die gedämmte Wellhöfer Gutholz Bodeneinschubtreppe, die kriegt man trotz Hohlkammerdichtung womöglich nicht 100% dicht
3) *neu* Dämmung z.B. 3 cm WLG35 Styrodur, darunter
Trittschalldämmung o.ä. damit es gut aufliegt. Über manchen Zimmern 6cm WLG35 begehbare
Steinwolle-Elemente, teilweise abgedeckt durch OSB-Platten bzw. Rauspund (?)
4) <Dachboden als "mittelkalter" Lagerraum>
Dachaufbau von innen nach außen:
5) PE-Dampfbremsfolie Alujet Topjet (SD-Wert 100m), gut angeschlossen an Giebelwänden und alle auffindbaren Löcher nochmal nachträglich verklebt
6) Die Dachsparren verlaufen nur vertikal, dazwischen ist 22cm TI 135 U
Glaswolle von Knauf eingeklemmt Zwischensparren-Dämmrolle UNIFIT TI 135 U für das Dach
7) 6cm starke
Holzfaserdämmplatten https://www.schneider-holz.com/file...er/Technische_Datenblaetter/DE_TD_TOP_180.pdf
8) Creaton Duo Extra Dachbahn DUO extra
9) Dann Lattung und Ziegel
Danke schon mal für eure Hinweise!