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Ein Mono-Split-Gerät für ein ganzes EFH
Verfasser:
Wolfgang_111
Zeit: 03.07.2025 11:21:59
0
3857596
Hallo liebes Forum,

ich möchte gerne unser EFH mit einem einzigen Mono-Split-Gerät klimatisieren (entfeuchten/ kühlen). Dieses würde ich an der Giebelwand im OG (Flurbereich) installieren, oberhalb des großen Flurfensters. Das Außengeräte würde ich auf die Garage stellen.

KWL mit Wärmerückgewinnung, Wohnfläche ca. 220 m² (100 m² OG, 120 m² EG), BJ 2012, Effizienzhaus 70, Heizlast ca. 40 W/m², Energieverbrauch Heizung (Gas) ca. 14.000 kWh/p.a.

Vom zentralen Flur gehen vier Schlaf-/ Kinderzimmer ab. Offenes Treppenhaus bis in den Keller, offener Wohnbereich im EG.

Ich habe das Forum bereits mit dieser Fragestellung durchstöbert und habe überwiegend von positiven Erfahrungen gelesen, dass mein Vorhaben so möglich sein sollte. Anlage sollte möglichst durchlaufen, Türen immer wieder öffnen.

Welche Kühlleistung sollte ich installieren? Denke derzeit an 7 kW. Ist das überdimensioniert?

Und welchen Hersteller empfehlt ihr mir? Im Moment schwebt mir die Mideo Solstice vor.

Vielen Dank,

Wolfgang

Verfasser:
Wolfgang_111
Zeit: 03.07.2025 11:37:19
0
3857601
Hier noch Bilder dazu:



Bilder

Verfasser:
joe115
Zeit: 03.07.2025 12:55:07
1
3857628
Ohne Zweifel sind 7kW genug für das Haus, außer du willst 20°C bei Temperaturen wie gestern. Aber: Luft ist ein schlechter Wärmeträger; wie bekommst die die 7kW eines einzigen Gerätes in die Zimmer? Da muss viel, sehr viel Luft geblasen werden, damit das IG die 7kW auch loswird. Wird sich vermutlich jedoch nicht ausgehen: die Luft wird an den Zimmern vorbei geblasen, die Zimmer (mit offenen Türen) bleiben warm, am Installationsort wirds knackekalt und das AG taktet wie wild.

Ich habe im DG eines EnEV2002 Hauses (50qm) 3,5kW im Flur installiert. In den beiden Zimmern, die dem IG quasi gegenüberliegen (eines davon ein Badezimmer) , ist alles schick. Das Zimmer, das seitlich liegt, bekommt zwar auch etwas ab, aber bleibt ca. 3K über den beiden anderen Zimmern.

Im OG (auch 50qm, ebenfalls im Flur), werkelt ein 2,5kW IG. Es bläst halbdirekt ins AZ und macht es dort viel zu kalt, wenn die Tür offen ist. Lässt sich jedoch über eine halb/dreiviertel geschlossene Tür regeln. Die SZ Tür ist 2m versetzt, auch gegenüber dem IG. +1 bis +2K höhere RT. Ein 3. Zimmer liegt genau hinter dem IG. Interessanterweise wird durch die Reflektion des Luftstroms an der Wand des Flurs dieses Zimmer ausreichend gekühlt.

Beide IG arbeiten auch indirekt ins offene Treppenhaus. Das sorgt für vllt -1K im EG und KG, bei viel gutem Willen.
Würde ich das genauso wieder bauen? Eher nicht. Im DG käme in jedes der Zimmer ein 1,5kW IG, im OG würde ich das IG um 1m seitlich versetzen, so dass es direkter in die SZ und indirekter ins AZ bläst. Und im EG würde ich ein eigenes IG in die offen verbundenen Kü/WZ setzen.

Langer Rede... mit einem IG wirst du keinen zufriedenstellenden Kühleffekt, der im ganzen Haus wahrnehmbar ist, erreichen.

Verfasser:
godek
Zeit: 03.07.2025 13:27:57
0
3857641
Eine 7er ist sicher zu gross.

Verfasser:
Wolfgang_111
Zeit: 04.07.2025 09:22:58
0
3857804
Vielen Dank für die bisherigen Rückmeldungen.

Gibt es noch weitere Einschätzungen/ Abschätzungen bezüglich der Dimensionierung? 7 kW oder doch eher eine Nummer kleiner mit 5 - 5,5 kW?

Verfasser:
sunday747
Zeit: 04.07.2025 09:35:44
0
3857809
Hab zwar erst sein 2 Wochen meine Klima, aber bei den heißen Tagen der letzten Tage kann ich nur sagen, das indirekte Kühlung von angrenzenden Zimmern eher nicht funktioniert.
Man kann einen kalten Hauch an den Füßen erahnen...aber das könnte dann auch der Hausgeist sein.

Verfasser:
passra
Zeit: 04.07.2025 10:00:36
0
3857821
Einleitung:
Wir haben eine Wohnfläche von 125m², aber komplett auf 2 Stockwerken unterm Dach. Große Fensterflächen 2-fach-verglast nach Süden, Osten und Westen. Isolierstandard von 1997, Heizlast 8kW, also rund 125W7m²*a

Seit 4 Wochen läuft hier nun eine Klimaanlage von Daikin, in Summe 3 Innengeräte mit je 2,5kW, kleiner gibt es die halt nicht.
Während der letzten Hitzeperiode sind die Geräte trotz des großen Wärmeanfalls nie mit mehr als in Summe 500W elektrisch gelaufen, also rund 3kW Kühleistung.

Grundsätzlich würde ich also sagen, dass bei dir 5kW Kälteleistung locker ausreichend sind.

Allerdings habe ich aufgrund der Erfahrungen starke Zweifel, dass ein zentrales Geräte 4 angrenzende Zimmer vernüftig mitkühlen können. Die Wärme muss am Ort der "Entstehung" weggekühlt werden und das ist IN den Zimmern. Wie willst du die "Kälte" in die Zimmer bekommen? Die fällt nach unten...fürs EG, ok, aber oben wird das nicht funktionieren!
Wir kühlen unsere Empore(=Flur) mit, indem wir die Türen der angrenzenden Zimmer geöffnet lassen und das dortige Innengerät in Richtung Türe bläst, das funktioniert. Auch das WZ im Stockwerk darunter über offenes Treppenhaus bekommt da noch ausreichend ab.
Aber andersrum? Warum sollte die kalte Luft freiwillig in die Zimmer einströmen?

Verfasser:
Mark1234
Zeit: 04.07.2025 10:43:38
0
3857832
Das funktioniert nicht.
Du brauchst 1 Innengerät fürs Wohn/Esszimmer und 4 für die obere Etage.

Verfasser:
passra
Zeit: 04.07.2025 10:59:53
4
3857835
Außerdem ergeben 5 oder 7kW Kälteleistung einen ordentlichen Sturm.
Hab das mal für KWL berechnet:
200m³/h um 5K abgekühlt transportieren 500W "Kälte".
Abkühlung um 10K wie bei einer Klima also 1kW.
Bei 5kW bist du dann bei 1000m³/h, das ist richtiger Sturm!!!
Deshalb: je kleiner die Leistung und größer die Anzahl der Innengeräte, desto besserer Komfort!
Lieber 4 Innengeräte mit 2,5kW (kleiner selten kaufbar) als ein Innengerät mit 7kW.
Würde hier auch für Vollklimatisierung 2 Multi-Außengeräte mit 4kW und dazu passend verteilt 4 oder 5 Innengeräte verbauen.
EIN Monstergerät erzeugt nur Frust durch Luftzug und dazu nerviges und materialschädigendes Takten anstatt durchlaufen.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Klimabauer ein Einzelgerät verbauen würde...

Verfasser:
passra
Zeit: 04.07.2025 11:02:00
0
3857836
Zitat von passra Beitrag anzeigen

Seit 4 Wochen läuft hier nun eine Klimaanlage von Daikin,[...]

PS: Vorher hatten wir in den zwei Schlafräumen 10 Jahre lang jeweils ein 2-Schlauch-Gerät von Stiebel.
Langzeiterfahrung ist also durchaus vorhanden ;-)

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 05.07.2025 09:08:23
0
3857971
Zitat von Wolfgang_111 Beitrag anzeigen
... noch weitere Einschätzungen/ Abschätzungen bezüglich der Dimensionierung? 7 kW oder doch eher eine Nummer kleiner mit 5 - 5,5 kW?
Die benötigte Kühlleistung ist von mehreren Faktoren abhängig. Die für Dein Haus von dir beschriebenen Gegebenheiten (zentraler Flur / offenes Treppenhaus bis in den Keller, offener Wohnbereich im EG) sind ziemlich identisch wie bei uns. Unser Haus ist aber etwa 12 Jahre älter als Deines und dafür sind (bisher noch ohne KWL) zuletzt in 2018 maximal 18.744 kWh Jahresheizwärmeenergieeintragsbedarf gegeben gewesen. Der in den letzten Heizperioden gemessene Wärmeenergieeintragsbedarf (14.261 kWh in 2022, 16.013 kWh in 2023 und 14.975 kWh in 2024) lässt mich annehmen, dass die Winter wohl milder waren. In 2021 hatte ich zuletzt während einer mehrtägigen Kältephase bei der es mit bis zu -20°C Stundenweise wirklich so richtig kalt war per Wärmemengenzähler einen maximalen Heizleistungsbedarf von ~8 kW ermittelt. In 2017 hatte ich die Dämmung der obersten Geschossdecke von 180 mm auf insgesamt 520 mm Dicke aufgebessert.

Bzgl. des sommerlichen Energieaustrages teste ich in diesem Jahr eine Midea PortaSplit mit 12.000 BTU Kühlleistung.
Die Inneneinheit dieser Klimaanlage steht im Dachgeschoss des Hauses in einem etwa 11 qm großen Raum. Bei Interesse findest Du in folgend verlinktem Thread (https://www.haustechnikdialog.de/Forum/p/3848335) eingestellte Bilder auf denen die Situation vor Ort nachvollziehbar ist.

Am 02.07. ist das Gerät den gesamten Tag bei durchgehend geöffneter Innentür genutzt gewesen, dabei sind innerhalb von ungefähr 15 Stunden insgesamt 3,7 Liter Wasser aus der Raumluft entzogen und obwohl an diesem Tag bis zu +40°C Außenlufttemperatur im Schatten gegeben war, sowie die Sonne außen ordentlich auf die Dachziegel strahlte, ist die thermische Behaglichkeit in sämtlichen Räumen im Haus auf hohem Niveau gehalten worden und die Temperatur im Dachgeschoss relativ konstant gehalten worden wie per folgend beigefügtem Screenshot im untersten Diagramm zu erkennen ist.



Zumindest kann ich schon abschätzen, dass mit der aktuell genutzten Kühlmaschine ein optimaleres Klimatisieren als mit der vorher ab Sommer 2021 genutzten Ariston Nuos 80 funktioniert. Die Nuos hatte eine maximale Stromaufnahme von 250 Watt, heizte per am integrierten Speichermantel außenherumgewickelten Kältemittelkondensator höchstens wohl mit AZ3 und so gehe ich von kaum mehr als 750 Watt Kühlleistung aus. Vorteil war dabei jedoch gegenüber der PortaSplit, dass die Luft im Aufstellraum der Nuos von ihr abgesaugt wurde und abgekühlt sowie getrocknet mittig im Flur direkt unterhalb der Decke ausgeblasen worden ist.

Aktuell ist zwar keine Zeit dafür frei, aber sobald machbar wird wohl mindestens eine der beiden Varianten ausprobiert.
Zitat von lowenergy Beitrag anzeigen
... weil die Midea PortaSplit bei uns an sich besser als erwartet funktioniert überlege ich diese nun an anderer Position im Dachgeschoss des Hauses zu platzieren um eine noch optimalere Wirkung erzielen zu können.

Die Inneneinheit könnte dazu über der etwa 80 cm hohen Brüstung unserer Treppe direkt neben dem unbenutzten Schornstein installiert werden. Der Luftauslass vom Gerät wäre dann fast an identischer Position wo ehemals die Ariston Nuos ausgeblasen hat und da min. in 1,60 m Höhe über dem Fußbodenniveau zentral im Flur vom Dachgeschoss des Hauses. Das Schlauchpaket würde in einem Kabelkanal bis nach oben in den Spitzboden zu führen sein. Das Außengerät würde im direkt dort befindlichen Sparrenzwischenraum der Kehlbalkenlage durch die oberste Geschossdecke passen. Da die Deckenbekleidung sowieso bei der anstehenden Renovierung erneuert werden soll wäre das benötigte Loch einfach mit einzuarbeiten. Soweit meine Messungen korrekt sind ist das Schlauchpaket ausreichend lang um das Außengerät draußen auf der Norddachseite zu platzieren. Eine Steckdose und der Kondenswasserablauf wäre am bzw. im Schornstein zu realisieren.

Alternativ könnte im jetzigen Aufstellraum ein aktuell verschlossener Luftkanal geöffnet werden an dem ehemals die Dunstabzugshaube der Küche angeschlossen war. Diese in der Decke zwischen Erd- und Dachgeschoss verlaufende Verrohrung ist oben nur per 2 mm dicker Vinyldesigndiele überdeckt und wäre problemlos zugänglich zu machen.
Unten im Erdgeschoss ist das Rohr in der abgehängten Unterdecke offen und bei Bedarf könnte das genutzt werden um den etwa 11 qm großen Raum belüftet zu bekommen.
Dadurch sollte wohl mehr gekühlte Luft aus dem Raum durch die offene Tür in den Flur vom Dachgeschoss strömen und theoretisch ähnlicher Effekt resultieren als wenn das Gerät direkt im Flur platziert wäre.

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