| | Verfasser: Gelöschter Nutzer | Zeit:
28.07.2025 17:36:15 |
Hallo zusammen, ich hoffe, ich finde hier ein paar gute Hinweise, Erfahrungsberichte oder auch technische Einschätzungen zur Situation bei uns: Zweifamilienhaus (Je Wohnung ca. 96 m² Wohnfläche), Baujahr 1984, nicht gedämmt Aktuell haben wir eine Buderus Logano Plus GB135 (18 kW) für Warmwasser + Heizung installiert Problem: die Anlage ist seit Monaten unzuverlässig, häufige Ausfälle, Reparaturkosten steigen etc. obwohl der Heizkessel und die Elektronik 2015 teilweise oder komplett erneuert wurden und der Öltank ebenfalls vor 5–10 Jahren erneuert wurde… Ich bin nun auf der Suche nach einer Alternative und habe mir bisher folgendes überlegt - Split-Klimaanlage - jedoch wäre da die Überlegung wie effizient die ist bzw. ob das nicht einfach nur die Stromkosten verdreifacht? - Luft-Solarthermie - aber ich vermute ohne Dämmung als alleiniges Heizsystem (monovalent) ist das unrealistisch? Hybride Lösung (mit Ölheizung) scheint mir auch nicht sinnvoll, da man sich die Wartung und die laufenden Kosten für den Ölkessel ja trotzdem nicht spart (und ich bis jetzt nur negatives darüber gehört habe).. - Evtl. Solarthermie oder PV zur Unterstützung? Vielleicht denkbar zur Warmwassererzeugung oder zur Entlastung der Wärmepumpe? Ich suche im Grunde die wirtschaftlich sinnvollste Lösung ohne gleich das ganze Haus sanieren zu müssen. Habt ihr Ideen, Erfahrungen oder könnt Alternativen empfehlen, die bei einem unsanierten Altbau realistisch und bezahlbar sind – evtl. auch Lösungen wie man am besten vorgeht das man den Warmwasser- und Heizwärmeverbauch künftig pro Wohneinheit ablesen und anteilig verrechnet kann? Danke im Voraus für alle Ideen und Hinweise! Viele Grüße :-)
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28.07.2025 17:45:08 |
Split-Klima: In der Anschaffung billiger als LWWP, kann aber kein WW machen, und man muß mit Luftzug und Geräuschpegel leben. LWWP: Derzeit teuer, kann aber Heizkörper oder FBH weiter nutzen Solarthermie: Mega-out, das kann PV inzwischen effizienter und billiger. Allerdings nicht dann, wenn du die meiste Heizleistung brauchst (kalte Winternächte) Wenn das Haus von 1984 ist, könnte es noch wärmetechnische Dokumentationen geben, mit deren Hilfe du die Heizlast selber ermitteln kannst. 18kW werden es nicht sein. Ist der Jahresverbrauch bekannt?
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28.07.2025 18:58:53 |
Vielleicht schreibst du erstmal, was an der GB135 nicht tut, eine kurze Abhandlung zur Reparaturhistorie und auch noch deinen Wohnort dazu. Es gibt ein paar fähige Ölheizungsmonteure hier im Forum, vielleicht findet sich jemand, der das Gerät wieder zurück ins Leben holt, damit anschließend ein Fahrplan zur energetischen Ertüchtigung des Gebäudes ausgearbeitet werden kann. Die Vorschläge zur Solarthermie und Split-Klimatisierung ersetzen in keinem Fall eine funktionstüchtige Gebäudeheizung. Solarthermie ganz vergessen, das Geld ist anderweitig besser investiert. Split-Klima kann zur Heizungsunterstützung in der Übergangszeit Sinn machen, der Invest zur vollwertigen Beheizung von 200 m² Wohnfläche ist aber beträchtlich hoch und nicht jeder Mensch mag Betriebsgeräusch und Zuglufterscheinungen. In puncto Betriebskosten kann eine LLWP besser abschneiden als eine störungsanfällige Ölheizung. Solange jedoch die Warmwasserbereitung ganzjährig über den Öler läuft, wird dieser auch nicht geschont und der Mehrwert der Klimaanlagen ergibt sich nicht. 1984 sollte nach der ersten Wärmeschutzverordnung '77 gebaut sein und ist damit energetisch kein klassischer Altbau. Fenster wie Türen sind schon mit Isolierverglasung und Dichtungen ausgestattet, es gibt leichte Fassaden- und Dachdämmung. Dinge, die sich in jedem Fall mittelfristig bezahlbar machen, ist die Kontrolle der Luftdichtigkeit, Ertüchtigung der Dämmung im Dach und der Tausch der Fenster, die nach über 40 Jahren oft einer umfassenden Wartung und Neuabdichtung bedürfen. Bei umfassenderen Maßnahmen sollten Kältebrücken gezielt nachgearbeitet werden, so z.B. innenliegende Rolladenkästen entfernt oder luftdicht verschlossen werden, die Heizkörper aus den Nischen unter der Fensterbank raus, eine Zweirohr-Heizungshydraulik sichergestellt werden, Niedertemperaturheizflächen realisiert und eine Wärmepumpentauglichkeit des Gebäudes ermöglicht werden. Ausnahmen ergeben sich durch Fernwärmenetze. Abhängig von der eigenen Lebenserwartung, dem persönlichen Geldbeutel, der Anschlussnutzung des Gebäudes durch die eigene Familie und dem allgemeinen Wartungszustand von Gebäude und Heizungsinstallation kann es Sinn machen, vor dem Torschluss in 2026/2028 noch über eine neue Ölheizung nachzudenken. Tankanlage ist ja bereits neu. Wenn man sich da bis 2045 über Wasser halten kann und absehbar nicht das Geld für eine Wärmepumpe hat, ist das ein Weg. Ökologisch fragwürdig, aber besser als frieren.
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29.07.2025 08:02:41 |
Wir haben Anfang 22 eine 5kWp- PV aufs Dach gebracht und vor der Heizsaison 22 von Öl auf WP (95%HK)umgerüstet. Unsere Hütte haben wir Anfang der 80er bezogen und bis auf Fenster in 2000 keine Sanierung vorgenommen. Diesen Schritt wurde ich jederzeit wieder gehen, gegenüber 2200-2500l Öl/a, kommen wir jetzt mit ca. 4TkWh Strom locker über das Jahr. PV liefert von 3-10 zu 95% WW und unterstützt etwas den Strombedarf der WP. Es gibt allerdings einiges zu beachten!! FB , welche wirklich WP wollen und können sind sehr rar, die meisten wollen möglichst viel verkaufen. Folgendes würde ich empfehlen: 1. viel zum Thema WP lernen 2. WMZ vor der kommenden Heizperiode installieren. 3. das eigene praktische Können einschätzen 5. WP bzw. WP'en und Hydraulik planen 6. Gut vorbereitet Angebote von FB einholen, gründlich hinterfragen und vergleichen 7. Abschätzen ob DIYS oder FB Eine fossile Heizung würde ich heute nicht mehr einbauen, eine WP erfordert allerdings sehr viel Eigeninitiative und richtet sich nach den Gewohnheiten der Bewohner.
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29.07.2025 11:57:22 |
Wie der Vorredner schon anmerkte, erst einmal den wirklichen Bedarf erheben (WMZ)und nicht in den Panikmodus verfallen! Andrerseits, wenn der Kessel / Brenner und die Steuerung 2015 bereits erneuert wurde können da doch nicht so viele ständige Probleme damit auftauchen, das deutet meiner Ansicht nach auf einen unfähigen Servicetechniker hin, denn das verbaute Equipment ist eigentlich für zuverlässige Funktion bekannt! Die WW-Bereitung mittels Öl oder Gaskessel im Sommer ist leider so ziemlich das ineffizienteste was man machen kann, besonders wenn dies rund um die Uhr eingestellt ist, schuld daran ist auch dass eine relativ große Wassermenge (zusätzlich zum Boiler) unnötig mitaufgeheizt werden muß, was den Gesamtwirkungsgrad entsprechend drückt! Eventuell eine halbwegs angepasste PV Anlage mit Überschussnutzung durch PV-gesteuerten E-Heizstab anschaffen bzw eine E-Heizpatrone im Boiler welche zusätzlich zeitgesteuert von etwa 10 bis 16:00 läuft um so einen großen Teil der Solarleistung zu nutzen! Ich denke bei der PV so etwa an 7 bis 8 kW, wo sich die Errichtung in vernünftigen Grenzen hält, vorausgesetzt die E-Installation des Objektes ist halbwegs auf aktuellem Stand!
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29.07.2025 12:23:49 |
Hallo, das ist ja immer alles sehr individuell und letztlich vom finanziellen Hintergrund und den Selbstbauermöglichkeiten abhängig. Mein Nachbar hat sich je Etage Split-Klimaanlagen einbauen lassen und 10KW PV aufs Dach gebracht. Dazu eine Brauchwasserwärmepumpe im Keller. Damit nimmt er die Ölheizung nur bei kälteren Temperaturen ran. Ich habe die Ölheizung rausgeschmissen, da sie Bj 91 war und nun immer wieder was ausfiel, Brenner, Düsenstock, Ölpumpe, Steuerung hab ich immer gerettet aber meine Frau steht da recht hilflos da wenn ich mal unterwegs bin und unsere Heizungsfirma hat auch an Fachkräften eingebüßt, die was reparieren können oder wollen. Umstellung auf Brennwert wäre auch ein neuer Schornstein fällig und die Haltbarkeit der Geräte laut Heizungsbauer inzwischen eher 10 Jahre dank Dünnblechtechnik und recht anfälligen Komponenten. Also großer Umbau Heizung auf Ringgrabenkollektor und Solewärmepumpe von Nibe S1256-8. Eine 10 kW PV samt Akku hatte ich letztes Jahr schon angeschoben. Nun fehlt noch Flächenheizung, dann sollte wieder Ruhe einziehen und als Reserve habe ich noch einen relativ neuen Kaminofen mit Speichersteinen.
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29.07.2025 13:53:23 |
Zitat von cmuesei  Wir haben Anfang 22 eine 5kWp- PV aufs Dach gebracht und vor der Heizsaison 22 von Öl auf WP (95%HK)umgerüstet. Unsere Hütte haben wir Anfang der 80er bezogen und bis auf Fenster in 2000 keine Sanierung vorgenommen. Diesen Schritt wurde ich jederzeit wieder gehen, gegenüber 2200-2500l Öl/a, kommen[...] Das ist der richtige Weg.
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30.07.2025 06:44:17 |
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30.07.2025 09:10:45 |
Zitat: 1984 sollte nach der ersten Wärmeschutzverordnung '77 gebaut sein und ist damit energetisch kein klassischer Altbau. Fenster wie Türen sind schon mit Isolierverglasung und Dichtungen ausgestattet, es gibt leichte Fassaden- und Dachdämmung. Genau, "ungedämmt" kann das nicht sein. Wenn die 10 Jahre alte Ölheizung streikt und der HB das nicht in die Reihe bekommt, sollte man vielleicht mal den HB wechseln.
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30.07.2025 14:19:45 |
Von DAIKIN gibt es Multisplit-Anlagen, wo man statt eines Innengeräts einen Warmwasserspeicher anschließen kann. Förderfähig sind bestimmte DAIKIN Multi-Split Kombinationen auch, also kannst du auch noch ordentlich Förderung in Anspruch nehmen. Vorausgesetzt, Deine Heizung funktioniert noch ein bisschen, und das ist ja nach Deiner Beschreibung gegeben. Meine ganz grobe Einschätzung: für 12.000€ - 15.000€ pro Wohneinheit bekommst Du eine zukunftsfähige und energieeffiziente Lösung eingebaut. Davon 50% Förderung weg, günstiger kommst Du nicht zu einer neuen Heizung, die im Sommer auch noch kühlen kann. 1984 wurde schon ganz ordentlich gebaut. Meine Einschätzung: Du kannst mit einer Multi-Split je Wohneinheit das Gebäude ganz wunderbar beheizen, getrennt Warmwasser machen und die Abrechnung ist auch ganz einfach über den Strombezug. Ein Warmwasserspeicher pro Wohneinheit hat darüber hinaus den Vorteil dass du auf die Zirkulation verzichten kannst. Wir haben hier teilweise mit einem einzigen Innengerät im Wohnzimmer das ganze Haus geheizt. Bis ca -5°C. Entscheidend ist, das Gerät durchlaufen zu lassen. Wenn man außer Haus ist, den Lüfter evtl. höher drehen.
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30.07.2025 15:12:14 |
Zitat von 12390  Hallo zusammen, ich hoffe, ich finde hier ein paar gute Hinweise, Erfahrungsberichte oder auch technische Einschätzungen zur Situation bei uns:
Zweifamilienhaus (Je Wohnung ca. 96 m² Wohnfläche), Baujahr 1984, nicht gedämmt Aktuell haben wir eine Buderus Logano Plus GB135[...] Da ist guter Rat teuer Am besten,wie hier schon gesagt,die Buderus möglichst kostengünstig den nächsten Winter am Laufen halten Und dann informieren,informieren,informieren Nicht nur bei WP-Fanatikern Nicht nur bei HB LLWP zum Heizen,muß nicht viele Geräusche und Luftzug machen,die modernen Truhengeräte(als Innengerät zum Heizen unbedingt Truhengerät,die kann da platzieren,wo jetzt die HK sind)blasen die warme Luft fast geräuschlos und unbemerkt unten raus,die haben Personenerkennung,man kann unglaublich viel individuell einstellen,das ist HighTech. Richtig günstig wird das aber auch nicht,wenn man nichts selber machen kann und alles vom Handwerker(Kältebetrieb) machen lassen muß. Dazu braucht man pro Wohnung noch einen DLE oder Elektroboiler,aber da ist der Invest überschaubar. Am besten die Buderus so lange wie es geht am Laufen halten,jetzt beginnen zu informieren, Angebote holen,und LLWP(mit Truheninnengerät) ist für die Zukunft eine gute Alternative zur wassergeführten ZH,weil individuell steuerbar,auch kostengünstig(JAZ 3 problemlos möglich),mit DLE kein Energie-Verlust am Wasserspeicher,keine Legionellenprobleme,man spart viel Platz,wenn der ganze Kram,Öltank,Kessel,Warmwasserspeicher erst mal aus dem Haus ist,bei LLWP spielt die Heizungshydraulik/Volumenstrom keine Rolle,und LLWP sind ziemlich wartungsfrei und weniger störanfällig wie LWWP.
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31.07.2025 09:43:04 |
für einen Wasserspeicher je Wohnung braucht man erstmal den Platz. Will man auf die Zirkulation verzichten, dann muss der Platz auch noch sehr nah am Bad sein. Sowas ist im Bestand nur sehr selten zu realisieren. Durchlauferhitzer sind anzumelden und zu genehmigen, gehen ggf. mit einer Erhöhung der Anschlussleistung und entsprechend einmaligen und dauerhaften Kosten einher. Dazu müssen neue Drehstromleitungen ab Zählerkasten in die Bäder und Küchen gelegt werden. Um zu wissen wie viele Multisplits man braucht müsste man erstmal wissen wie viele Zimmer mit welcher Nutzung es gibt. Klar ist das man bei einer Multisplit-Lösung sehr schnell überdimensioniert ist., erst bei einer VRF/VRV fürs ganze Haus dürfte es da besser passen. Grundsätzlich kann ich jedem nur empfehlen, sich Heizen mit LLWP in der Praxis vorher anzuschauen, und das insbesondere für vermietete Wohnungen gut zu überlegen. Es ist toll, weil man kühlen kann, und es ist mies, weil man permanent Geräusche und Luftumwälzung hat. Ersteres braucht nicht jeder, letzteres mag nicht jeder, erstrecht im Schlafzimmer (wo ja auch nicht jeder bei -20°C schläft). Dazu brauchts dann jährlichen Zutritt zur vermieteten Wohnung zur Wartung der Inneneinheiten. Gefällt manchem Vermieter, manchem Mieter hingegen weniger, und Terminabsprachen für sowas können schwierig sein. Und das Truhen leiser sein sollen wäre komisch, denn dem Datenblatt nach sind die Truhen definitiv lauter. Zum Heizen durch ihre Position aber definitiv empfehlenswerter, aber auch wieder teurer. LWWP wäre sicher die klassische Lösung. Was da an Invest fällig wird kann natürlich auch keiner so sagen, mit den vorhandenen Daten. Dazu müsste man vor allem mal die Heizlast und die aktuell nötigen Vorlauftemperaturen und Heizflächen wissen, sowie ob Potential zur Optimierung besteht oder schon alles ausgereizt wurde. Kostentechnisch sicher höher als LLWP, dafür besser in den Bestand zu integrieren und ggf. keine oder weniger Arbeiten in den Wohnungen nötig. Neue Ölheizung? Kann man machen, ist in meinen Augen dämlich. Im Endeffekt gabs die ja 2015 schon neu, und jetzt brauchts schon wieder einen Austausch? Heizen rein mit Solarthermie: in Afrika kein Thema. In Deutschland müsste man sich dafür wohl noch einige Freiflächen dazu anmieten, wenn das klappen soll, außer man überwintert in Spanien.
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