Hallo zusammen,
ich habe hier nun mein „eigenes“ Thema eröffnet, da die Fragestellung bzw. die Antworten dazu wohl doch etwas umfangreicher werden, als ich das erst gedacht hatte und vermutlich auch im Laufe meines Projektes noch weitere Fragen auftauchen erden.
Ich bitte daher nochmal um Nachsicht, dass ich das erst in das „fremde“ Thema mit reingeschrieben habe, da das ebenfalls um Dimensionierung EU10 und EU13 ging.
Ganz kurz hier nochmal die Fakten: Ich habe ein älteres Haus (1979), dass 1999 um ein Stockwerk erweitert wurde.
DG = 118 m² (überdachte
Terrasse, daher größer als EG)
EG = 114 m²
Keller (2,35m Höhe) = 114 m²
Dämmung ist soweit modernisiert und erledigt und die
Fenster sind ebenfalls auf Uw 0,85 bzw. 0,95 getauscht. Es wird also nur noch ein paar kleine Modernisierungen geben, die an der Heizlast nicht wesentlich mehr etwas ändern werden. Nur im EG werden wir die Heizflächen im Wohnzimmer noch etwas vergrößern, so dass wir ggf. noch 2-3 Grad im Vorlauf runter kommen. Die raumweise
Heizlastberechnung ist noch in der Mache, daher habe ich da noch keine genauen Werte aber das Wohnzimmer im EG ist aktuell der Raum, der teilweise knapp nicht die gewünschten 22 Grad erreicht (~ 20-21 Grad).
Der Verbrauch liegt für Heizung und WW (4 Personen / z.T. „Extrem-Duscher“) bei ca. 2.800 Litern Öl mit einem
Niedertemperaturkessel von 1999 (15% Wirkungsverlust ???).
Dazu kommen noch ca. 3 RM gemischtes Holz, dass zu 2/3 im EG in einem ineffizienten Ofen von 1984 verbrannt wird. Im DG steht ebenfalls ein moderner Kamin mit 11 kW. Guter Wirkungsgrad aber viel zu groß für die Fläche.
Die NAT liegt bei uns bei ca. -11 und am kältesten Tag der letzten 10 Jahre (Spitzenwert von -16 Grad) sind wir mit ca. 46 Grad
Vorlauftemperatur klar gekommen. Konkrete ist die Ölheizung mit 27 kW-Brenner ca. 11 Stunden gelaufen ~ 300 kW in 24 Stunden. Sollten die 15 % Ineffizienz stimmen, entspricht das ca. 260 kW/h genutzter Wärme inkl. WW. Umgerechnet auf 24 Stunden wären das dann also 11 kW und nen Keks, was den Werten von Heizreport ja sehr nahe kommt. Wir verfügen ausschließlich über Heizkörper (25 Stück + 3x Rücklauferwärmung im Fußboden der Bäder).
Das Haus verfügt auf jedem Stockwerk noch über eine 3-fach-
Split-Klimaanlage mit je ca. 7 kW, so dass wir in Summe mehr als genug Wärmeerzeuger haben.
Voraussichtlich wird in 2026 eine 16 kWp PV-Anlage mit 15 kW/h Speicher dazu kommen.
Der aktuelle Plan:Lambda EU13 mit LINK3 POWERLINK 900 Liter.
Der Ofen im EG wird gegen einen
Wasserführenden Kamin 11 kW (6,5 kW Wasser) ausgetauscht. Per Relais wird die WP automatisch deaktiviert wenn der Kamin die Versorgung übernimmt. Die WP kann man manuell auch wieder dazu schalten, wenn man das will bzw. der Kamin es alleine nicht schaffen sollte.
Erklärung warum Wasserführender Kamin:Ich möchte, dass das Haus für eine gewisse Zeit (3-5 Tage) energieautark inkl. WW betrieben werden kann. Das geht zum Teil um Krisenvorsorge aber im Wesentlichen ist das rein meinem technischen Spieltrieb geschuldet. Es geht also nicht ausschließlich darum für möglichst wenig Geld nur die Ölheizung Heizung zu ersetzt.
Die Ursprüngliche Hydraulik, die ich mir rausgesucht hatte, sah zwei getrennte Speicher für WW und Heizung vor. Leider finde ich hier keinen Heizungsbauer in der Gegend, der das mit zwei Speichern realisieren will.
Es war schon eine wahnsinnige Herausforderung überhaupt einen Heizungsbauer zu finden, der bereit ist ohne einen Parallel-Puffer zu arbeiten. Die Klassischen Herstellen scheinen darauf zu bestehen und somit machen die Heizungsbauer auch nichts anderes. Deswegen bin ich bei LAMBDA gelandet, da die den Speicher per Stichleitung anbinden und ich so mit WP direkt in den Heizungskreislauf gehen kann.
Das mit dem LINK3 ist also der Kompromiss aus einer Stichanbindung (LAMBDA und Reduktion auf einen Speicher, da alle Heizungsbauer davon abraten. Preislich soll sich das nicht viel nehmen wenn man 2 Speicher inkl. der gesamten Verrohrung und aufwendigeren
Steuerung mit diversen Ventilen verbaut, zumal dann auch viel Potenzial für Störungen da wäre – lasse ich mal so im Raum stehen/kann ich am Ende nicht beurteilen.
Mir ist bewusst, dass der Schicht-Speicher Effizienz kostet. Von denen, die es gibt ist der LINK3 aber wohl noch mit das kleinste Über, wenn man vom Preis mal absieht.
Meine Ursprüngliche Frage:Wenn ich vom tatsächlichen Verbrauch am kältesten Tag der letzten 10 Jahre ausgehe, dann müssten wir mit 12 kw Heizlast klar kommen und das würde perfekt zum Leistungsdiagramm der EU10 passen (Bivalenz Punkt ca. -5,5 Grad und Grenze zum Takten ca. +11 Grad).
Durch die Abtauvorgänge könnte das mit der EU10 aber zur Milchmädchen-
Rechnung werden, da ja dann gar nicht 24 Stunden zum Heizen zur Verfügung stehen. Aktuell würde ich von 20 % Zeitverlust durch den Abtauvorgang ausgehen, wenn die WP bei extremer
Luftfeuchtigkeit 1x die Stunde abtaut. Von den 8,8 kW bei -10 Grad und 45 Grad Vorlauf bleiben dann nur ca. 7 kW über, was dann wohl doch etwas wenig ist.
Ich gehe doch richtig in der Annahme, dass die Grafiken der Hersteller zum Leistungsbereich OHNE Abtauvorgänge sind - oder?
Wenn es tatsächlich 15 kW wären, dann ist die 13er wohl gesetzt auch wenn das laut Grafik des Herstellers dann monovalente Auslegung wäre und ab 6 bis 7 Grad nicht mehr durchlaufen würde. Mit dem Speicher und ein paar Einstellungen kann man da sicher noch was machen oder dann in der Zeit eben auf Luft-Luft (also Klimaanlage) umstellen.
Lese ich das aus Euren Antworten also richtig raus, dass Ihr ebenfalls eher bei der 13er als bei der 10er seid?
@belzig:
Wie kommst Du auf die 15kW Heizlast anhand des Verbrauchs? Hast Du da die Schweizer-Formel genutzt oder wie hast Du das ermittelt. Heizreport kommt bei den Verbräuchen auf 11,8 kW Heizlast. Ist das bei Heizreport nur die reine Gebäudeheizlast ohne WW was die da ausgeben auch wenn man angegeben hat, dass die Verbräuche inkl. WW sind? Kann es sein, dass 3 kW alleine für WW zu berücksichtigen sind, zumal ich ja bei meinen eigenen Messungen auf max. 11 Stunden mit 27 kW-Brenner inkl. WW gekommen bin.
Wäre super, wenn Du mir hier mal den Weg dahin erläutern kannst.
Der Strom für den Ofen ist über PV mit Speicher sichergestellt, das Haus kann manuell vom Netz getrennt werden. Die WP wird so verdrahtet, dass Kompressor und Heizstab gezielt deaktiviert werden können, so dass wie PV mit Speicher nur noch die
Pumpen und allgemeine Steuerung versorgen muss. Der
Frostschutz wird so ebenfalls sichergestellt.
@Gueho:
WP wird über ein Relais automatisch deaktiviert, sowie wasserführender Kamin die Arbeit aufnimmt. Dass das alles sau teuer wird, ist mir bewusst aber ich finde das einfach interessant mit dem wasserführenden Kamin, den hat mir also keiner auf "geschnackt", das habe ich ganz alleine „verbrochen“! 😉
@lowenergy: Danke für die Grafiken, muss ich mich mal näher mit beschäftigen, habe aber jetzt erstmal Termine.