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02.11.2025 08:04:51 |
Hallo zusammen, wir haben ein altes Haus (Keller, EG, DG) mit Ölheizung und Heizkörpern. Wir wollen daraus ein saniertes Haus mit FBH und LW-WP. Dieses Jahr haben wir angebaut (Förderanforderungen erreicht) und nun steht der Heizestrich an. Im Bestand wollen wir nächstes Jahr Fenster tauschen und Fassade dämmen. Das Dach ist schon gedämmt. Nach und nach sollen die Räume auf FBH umgestellt. werden. Im Bestand haben wir vor ein paar Jahren das Bad erneuert und wassergeführte FBH eingebaut, die per Rücklauftemperaturbegrenzer am normalen Heizkreis mit ist. Für die weiteren Schritte brennen mir 2 Fragen unter den nägeln: 1. Den Heizkreisverteiler bekomme ich nur sinnvoll im Keller unter. Nur dort bekomme ich die Rohre für alle Räume zusammen. Spricht da etwas dagegen oder muss ich in dem Zusammenhang etwas besonderes beachten? Im Zielzustand möchte ich einmal am Heizkreisverteiler die Heizkreise einstellen und auf eine Einzelraumregelung verzichten. 2. Da wir am Ende von einem sanierten Haus sprechen, frage ich mich, ob ich die Berechnung der Heizkreise nicht einfach die Grundflächen der Räume ins Verhältnis setzen kann. Unterschiede bei der Zieltemperatur (abgesehen vom Bad) würde ich vernachlässigen und über den Heizkreisverteiler einstellen, weil sich bei einigen Räumen noch die Nutzung ändern wird (kühles Schlafzimmer zum Kinderzimmer usw.). Ist das ein gangbarer Weg? Das Bad ist gegeben (ca. 8m² Grundfläche und 26m Rohr im Estrich (16mm Thermolutz). Eine Besonderheit bei dem Raum sind 2 große Dachflächenfenster nach Süden (bei einer Gaube wollte das Bauamt nicht so wie ich wollte) und die Option eines elektrischen Handtuchheizkörpers. Im Bestand haben die Räume im recht ähnliche Grundflächen (11-13m²). Im Anbau haben wir 2 Räume: 1x ca. 20m² (UG, formal Wohnraum, wird aber vermutlich eher Party-Keller -> wenn der Raum etwas knapp ausgelegt ist, komme ich damit klar) und 1x 30m² (EG, Wohnzimmer). Die 30m² im EG würde ich perspektvisch mittig teilbar lassen wollen, so dass ich dort zu einer geraden Anzahl der Heizkreise neigen würde - ist kein Muss, wäre aber schön. Bei Flow30 habe ich in Erinnerung, dass die Heizkreise sich um max 30% unterscheiden sollen. Und da hänge ich gedanklich fest. Wo liegen die 100% für die 30%? Ist der Längste oder der kürzeste Heizkreis 100%. 150m sind 50% mehr als 100m, aber 100m nur 33% weniger als 150m... Wenn ich den Ansatz mit dem Verhältnis mal durchspinne, komme ich für den 30m² Raum auf 4x ca. 24m. Für den Partykeller komme ich auf 2x 32m. Für die Räume in Bestand auf jeweils 1x 35m (zu lang?), oder eben 2x mit der Hälfte, wobei ich im DG definitiv nur 1 HK je Raum hinbekomme (neue Rohre hochziehen macht zu viel Dreck!). Lange Rede kurzer Sinn: Ich brauche hier etwas Unterstützung. Danke & Gruß Mati1
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02.11.2025 08:39:25 |
Die 26 m für 8 m2 im Bad finde ich hochgradig zu wenig. Das ist ein VA von etwa 30 cm! Das ist ja unterirdisch und schon für eine Fußbodenerwärmung wenig. Mit welcher VLT gehst du hier rein? Schließt dein RTL-Ventil da überhaupt? Hier würde ich eine Ergänzung der Heizflächen prüfen. Wegen der HK Länge, ggfs. eine Kombination mit einem weiteren HK prüfen, damit du auf größere Längen kommst. 100 m für 16x2 Rohr ist schon recht lang und 150 m sowieso. Ich favorisiere Längen im Bereich 60 bis 80 m und lege die 100 % in die Mitte. Eine pauschale Auslegung aller Räume über die Fläche wird in den meisten Fällen nicht (gut) funktionieren. Die Heizlasten der einzelnen Räume werden einfach zu unterschiedlich sein. (Außenwände, Zu- oder Abluft usw.)
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03.11.2025 20:43:40 |
Die 26m scheinen nicht zu stimmen, Die stehen zwar am RTL, aber auf der Rechnung (gerade herausgesucht) stehen 45m. Das könnte auch hinkommen, da unter der Wanne nichts liegt. Ich werde versuchen das verlegte Rohr an Hand von Fotos mal nachzustellen. Das Bad wird ausreichend warm und der Fußboden glüht auch nicht. Er fühlt sich meist neutral-kühl bis leicht temperiert an, obwohl ich die FBH ohne Mischer anfahre, also mit voller Vorlauftemp. für die Heizkörper (50°C +/-). Das Dach ist wirklich großzügig gedämmt, was man da merkt. Wegen der Auslegung über die Fläche: Spielen stark gedämmte Außenwände (wir packen 16-20cm Mineral drauf) eine so große Rolle? Das Haus ist sehr klein (ca. 6,5x7,5m), so dass die Räume im Bestand in den Ecken liegen (2 Außenwände). Die Aufteilung ist auch recht symetrisch. Durch den Anbau werden bei 2 Räumen in EG eine Außenwand zur Innenwand: Flur und Küche. Im Flur kann eh ich keinen großen Heizkreis machen. Und in der Küche spiele ich mit dem Gedanken einen Bayernlüfter zu verbauen. Ich nehme an, sowas hast du mit Zu-/ Abluft gemeint, oder?
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04.11.2025 06:04:07 |
Selbst 46 m wären nur 17 cm VA. Das erscheint mir noch arg wenig für das Bad und vermutlich nicht ausreichend für eine gute Selbstregulierung. Wegen der pauschalen Heizlast über Fläche: Das ist eben wie Lotto. Das KANN passen. Aber eine FBH machst du idealerweise einmal und dann soll das passen. Du kannst später mit den Durchflüssen ein bisschen was "glatt bügeln" aber keine Welten bewegen. Spielt das bei dir eine Rolle? Weiß ich nicht. Um das zu beurteilen braucht es eine Auslegung nach beiden Varianten. Wenn du ohne ERR arbeiten möchtest, ist eine niedrige VLT und eine gute Hydraulik essentiell. Ja, der Aufwand scheint groß, wenn man als Laie davor steht, aber es lohnt sich, sich damit vorher zu befassen. Wegen Zu- und Abluft: Wenn du zentrale oder dezentrale Lüftungen hast, kannst du Zu- und Ablufträume berücksichtigen. Bei Fensterlüftung bräuchtest du eine entsprechende "Reserve". Es sei den, du lässt bei NAT die Fenster zu ...
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04.11.2025 21:20:25 |
Schade, also doch die aufwändigere Variante. Ja, mich als Laien schreckt sie ab... Der Heizungsmensch hatte damals was von einem Verlegeabstand von etwa 10cm gesagt. Auf der Rechnung sind 4,5m² der Noppenplatte aufgeführt. Gerade nachgemessen: Kommt in etwa hin. Wahnsinn wie viel Fläche durch Badewanne, Vorbauten usw. verloren geht. Der Heizungsmensch war damals auch skeptisch, ob das Bad warm wird, weswegen er uns noch für ein Schweinegeld nen Handtuchheizkörper verkaufen wollte. Wir haben abgelehnt und uns für einen einfachen elektrischen aus dem Baumarkt entschieden. Der war genau 1x an, zum Testen ob er funktioniert. Wir haben meist so 22-23°C im Bad. Durch die großen Dachfenster und die träge FBH schwankt das zwangsläufig. Wenn die Sonne kräftig scheint, sind es auch mal locker 30 °C. Die Fenster sind der Wahnsinn! Im Sommer müssen natürlich die Rolläden runter. Wir haben nur das RTL, kein Raumthermostat oder sonstwas. Im Worst Case (kurze Tage, keine Sonne) geht es knapp unter 21°C Raumtemperatur. Dann drehe ich das RTL etwa eine Viertel-Umdrehung auf. Wenn die Tage wieder länger werden, drehe ich die Viertel-Umdrehung wieder zurück. Nachdem das so gut funktioniert haben wir uns ein Raumthermostat gespart. Beim extremen niedrigen Temperaturen bin ich bereit auch alles etwas "ins Risiko zu gehen" und knapp auszulegen. Niedrige Temperaturen bedeuten ja meist Hochdruck und damit Sonnenschein. Dann kostet der Strom nichts, so dass da auch mal ein Heizlüfter mitlaufen kann. Das, wovor ich mich am meisten fürchte, ist Novembergrau. Da reicht die PV nicht mal für den normalen Hausstrom.
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| | Zeit:
05.11.2025 14:16:12 |
Um das nochmal aufzudröseln: 46 m auf 4,5 m2 im VA 10 cm kommt ja hin, das ist zumindest plausibel. ABER... in Hinsicht auf eine WP wage ich die Prognose: Das ist zu wenig. Eine WP braucht für einen sinnvollen Betrieb 1. niedrige Vorlauftemperaturen 2. viel Volumenstrom Das unterstützt dein Anliegen ohne ERR auszukommen und auf den Selbstregeleffekt zu setzen, denn das funktioniert besser, je dichter deine Systemtemperatur an deiner Raumtemperatur liegt, ergo: möglichst niedrig. Um aber mit niedrigen Temperaturen auszukommen benötigst du (neben besagtem hohen Volumenstrom) viel Heizfläche, also entsprechend große Heizkörper, Heizkörper mit Lüftern oder eben viel FBH/DH/WH. Häufig wird das Bad als "Nadelöhr" genannt, da dort gern hohe Raumtemperaturen gefahren werden und daher recht viel Heizlast pro Fläche anfällt. Also fängt man in solchen Räumen wie dem Bad an und versucht so viel Heizfläche wie möglich unterzubringen. Wie gut einem das gelingt spiegelt sich dann in der benötigten VLT wieder. Hier gibt es 4,5 m2 mit 46 m Rohr. Nun liegt die raumweise Heizlastberechnung noch nicht vor, aber ich wage trotzdem die Einschätzung: Für einen sinnvollen WP-Betrieb vermutlich zu wenig. Da gibt es denn nun die Möglichkeiten (in der Reihenfolge): a) Mehr Heizflächen erschließen, zumindest dies wohlwollend zu prüfen. Deckenheizung ist oft eine Möglichkeit, wenn Wände nicht in Frage kommen und der FB voll ist. b) zusätzliche Heizkörper ggf. mit Lüftern c) mit den niedrigen Temperaturen leben oder d) die VLT anheben. Deine LWWP kannst du später knapp dimensionieren, aber gerade dann und sonst auch gilt: Heizflächen großzügig dimensionieren! Es ist jetzt einiges an Arbeit, aber du hast jetzt die Möglichkeit das meiste noch zu beeinflussen und ein gutes Heizungssystem zu generieren.
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08.11.2025 06:51:54 |
Nunja, da das Bad erst vor ein paar Jahren gemacht wurde, ist das Bad halt wie es ist. In der Konsequenz heißt das für mich, dass es am Ende entweder zu kalt ist ("Nadelöhr") oder die WP weniger effizient läuft. Da das Bad relativ klein ist und größtenteils Dachschräge, ist das Luftvolumen ja relativ gerin. Ich kann mich noch erinnern, dass in manchen DDR-Plattenbauten die Bäder als einzige Heizquelle einen Strahler über den Tür hatten. Der Wurde einfach wie das Licht engeschaltet, wenn man ins Bad ist. Sowas in der Art könnte ich mir auch vorstellen, nur dass ich vermutlich einen Lüfter nehmen würde, weil der Raum ja grundtemperiert ist und das bisschen Luftvolumen sich sehr schnell erwärmen lässt. Durch die großen Dachflächenfenster müsste ich das in der Heizperiode vermutlich jeden Morgen und und nur etwa jeden 2. Abend tun. Gehe ich von 15 Minuten je Zuheizen und 2kW und 180 Tage Heizperiode aus, kämen am Ende 135kWh pro Jahr hinzu, was ca. 40€/Jahr sind. Ja, das ist eine Milchmädchenrechnung, aber um überschlagsweise einen Wert zu bekommen, reicht mir das..Und bei der kleinen Summe lohnen sich aufwändige Umbauten am Bad einfach nicht mehr. Bzgl. raumweise Heizlastberechnung: Gibt es da zufällig eine Excel-Datei o.ä. in die man alles eintragen kann und die am Ende Zahlen ausspuckt?
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08.11.2025 07:12:50 |
Zitat von Mati1  Ich kann mich noch erinnern, dass in manchen DDR-Plattenbauten die Bäder als einzige Heizquelle einen Strahler über den Tür hatten. [...] Ja, das ist doch eine einigermaßen übliche Vorgehensweise: Eine Grundtemperatur im Bad und bei Bedarf zuheizen. Eine raumweise HLB kann man zB mit Danbasic von Danfoss machen, habe mich selbst aber noch nicht ausgiebig damit beschäftigt. Ubakus müsste auch gehen.
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09.11.2025 07:03:04 |
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