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Vitodens 300-w B3HB: hydraulischer & thermischer Abgleich und Heizkurve
Verfasser:
kathrin
Zeit: 22.11.2025 15:06:33
0
3900576
Zitat von ajokr Beitrag anzeigen
Wir kennen jetzt nur einen Durchfluß von 1900 l/h bei Wilo-Stellung 4.
Das gilt nur, wenn die Topmeter verlässliche und ausreichend genaue Werte liefern; daran bestanden bisher noch erhebliche Zweifel.

Ich fände diesen Versuch sinnvoll:
Zitat von ajokr Beitrag anzeigen
Wäre jetzt interessant, die Topmeter-Einstellungen bei einer Einstellung von 2 zu kennen. Das würde dann vermutlich um die 1500 l/h sein, und der Vorleistung der Therme entgegen kommen. Wenn du das mal testen könntest, wäre eine rechnerische Angleichung der Leistungen möglich. Dafür brauchst du nicht mal an den Topmetern zu schrauben!

Ausreichend lange abwarten mit Ablesen (resp. regelmässig vorbeischauen, damit man für spätere Ablesungen weiss, wie träge oder rasch die Anzeige auf eine Änderung reagiert).

Schönen Tag + Gruss

Kathrin

Verfasser:
kathrin
Zeit: 22.11.2025 15:22:58
0
3900584
P.S.
Bei Wilo-Stellung Stufe 2 unbedingt überprüfen, was der Brenner macht - das wäre wieder eine Situation "hoher VS in die Weiche, niedriger VS aus der Weiche". Wenn der Brenner dabei ins Takten kommt, diesen Zustand nicht allzu lange sein lassen, sondern die Wilo wieder höher stellen.

Verfasser:
ajokr
Zeit: 22.11.2025 15:42:43
0
3900591
Zitat von danielito Beitrag anzeigen
@ajokr:

Okay, vielen Dank für die Ausführung. Das übersteigt aber mein Wissen bei Weitem.
Was muss ich konkret tun? Pumpe wieder auf 2 und dann nach einiger Zeit die Topmeter ablesen?


Wir haben alle mal klein angefangen. Aber du hast immerhin verstanden, welchen Test du machen könntest. 1,5 und 1 eventuell auch noch. Irgendwann muß ja mal weniger als 1900 l/h zusammenkommen.

Verfasser:
danielito
Zeit: 23.11.2025 09:42:12
0
3900929
Guten Morgen zusammen,

Ich hab jetzt einfach mal die WIlo auf irgendwas zwischen "air" und 2 gestellt. M.E.n. müsste die der Einstellung 1 gleichkommen. Ich schaue in 30 - 60 min mal nach und mache Fotos von den Topmetern.

Eine Sache ist mir noch wichtig. Wir hatten die Heizkurve wegen der Brennerpause um 2 angehoben. Es wird so jedoch zu warm. Könnte es eine Verbindung zum RTSW geben? Evtl das Niveau wieder senken und den RTSW anheben, bis sich die Kurven ähneln?

Viele Grüße

Verfasser:
ajokr
Zeit: 23.11.2025 10:03:39
0
3900946
Zitat von danielito Beitrag anzeigen

Könnte es eine Verbindung zum RTSW geben?

Runde Tisch Soziales Wohnen?
Real-Time Solar Wind?

Jetzt steh ich mal auf der Leitung ;-)

Verfasser:
danielito
Zeit: 23.11.2025 10:50:41
0
3900985
Hallo ajokr,

Raumtemperatursollwert (in der Vito).

Ich hoffe ich habe es halbwegs gut abgelesen:


Verfasser:
ajokr
Zeit: 23.11.2025 11:25:04
0
3901012
Zitat von danielito Beitrag anzeigen
Hallo ajokr,

Raumtemperatursollwert (in der Vito).

Ich hoffe ich habe es halbwegs gut abgelesen:



Passt doch wunderbar: halber Durchfluß (972 zu 1920) bei einem Viertel der Förderhöhe/Druckdifferenz (1 zu 4). So ist die Rohrreibung auch in Abhänggkeit der Fließgeschwinidgkeit zu erwarten.
Dann bitte das ganze nochmal mit Einstellung 2. Ich bezweifle, dass dann wirklich die gleichen Werte rauskommen wie auf Seite 8 mit der Einstellung 4m.

Gibt es aktuelle Beschwerden zur Raumtemperatur?

Verfasser:
danielito
Zeit: 23.11.2025 11:30:40
0
3901017
Hallo @ajokr,

nein keine Beschwerden. Aber macht sich das überhaupt so schnell bemerkbar mit dem Durchfluss? Also bzgl. der Raumtemperatur?

Passt das wirklich? Das würde ja bedeuten, dass ein niedrigerer Durchfluss gar nicht möglich wäre mit der Pumpe? Der Wert von fünfhundernochwas wäre ja gar nicht realisierbar gem. Berechnung des Büros?

Ich stelle die Pumpe nun nochmal auf Ausgangsposition 2!

Verfasser:
ajokr
Zeit: 23.11.2025 11:50:16
0
3901031
Zitat von danielito Beitrag anzeigen
Hallo @ajokr,

nein keine Beschwerden. Aber macht sich das überhaupt so schnell bemerkbar mit dem Durchfluss? Also bzgl. der Raumtemperatur?

Passt das wirklich? Das würde ja bedeuten, dass ein niedrigerer Durchfluss gar nicht möglich wäre mit der Pumpe? Der Wert von[...]


Ja, die Raumtemperatur dauert noch. Hier mal dein Pumpendiagramm mit den bekannten Meßwerten:



Zwischenwerte sollten entlang der dünner eingezeichneten Parabel liegen. Außerhalb der dicken Linie kann die Pumpe nicht. Die einzustellende Förderhöhe ergibt sich aus dem an der Therme eingestellten Durchfluß zu: H =(Q/970)^2
Damit dürfte die Weiche unschädlich sein.

Das Ingenieurbüro hat nicht den Weg vom HKV zur Heizung angesetzt. Die kannten die Rohrlängen und Durchmesser dort vermutlich auch nicht. Dann wird die Förderhöhe etwas mehr. Aber laut dem Diagramm ist auch noch 0,5m im Bereich des Möglichen, und dann kann es auch mit 500 l/h passen. Ist aber für die Therme eventuell kontraproduktiv.

Wie sind denn die Bodenbeläge bei euch im einzelnen? Bei DanBasic habe ich zur Auswahl:
Stein/Parkett/Laminat/Teppich
Entsprechend wird die Leistung der FBH gedämpft, Stein ist am günstigsten.

Verfasser:
danielito
Zeit: 23.11.2025 11:55:12
0
3901037
Hallo @ajokr,

ich verstehe gar nichts von dem Diagramm. Ich hoffe das ist okay? Ich glaube dir aber alles was du sagst :)

Wir haben überall Fliesen (Feinsteinzeug) außer in den Kinderzimmern und im Schlafzimmer. Hier ist so eine Art Laminat würde ich sagen. Avatara Multisense oder so hieß das glaube ich.

Ich hoffe ich habe alles halbwegs korrekt abgelesen. Finde die Markierungen auf den Topmetern teils merkwürdig. Was soll zB der erste Strich nach der 0 sein? 0,1? 0,2?

VG

Verfasser:
ajokr
Zeit: 23.11.2025 12:04:04
0
3901048
ich verstehe gar nichts von dem Diagramm. Ich hoffe das ist okay? Ich glaube dir aber alles was du sagst :)

Vielleicht hilft dir das hier weiter.

Verfasser:
danielito
Zeit: 23.11.2025 12:22:03
0
3901062
Ist gerade etwas schwierig zwischen den Kindern und einem kaputten Geschirrspüler. :)

Ich mache gleich nochmal Bilder. Die Änderung dürfte ja mittlerweile wirken?

Verfasser:
DMS20
Zeit: 23.11.2025 12:30:40
0
3901066
... welche Wirkung meinst Du?

Eine Wirkung auf die Raumtemperatur dauert Stunden.

Die Wirkung einer Verstellung der Pumpenleistung auf den Volumenstrom umgehend.

Du bist ja echt beharrlich, dass Du Dich bei warmem Haus weiterhin um die Heizanlage kümmerst, obwohl auch noch akutere Aufgaben zu lösen sind (Kinder, defekter Geschirrspüler).

Viel Erfolg beim Mulittasking!

Verfasser:
danielito
Zeit: 23.11.2025 12:41:37
0
3901073
Ich hoffe was ich hier abgelesen habe passt so ca. Oben sind einige Schaugläser leider sehr schmuddelig.



Ich käme so auf 1221l/h

Verfasser:
ajokr
Zeit: 23.11.2025 17:06:55
0
3901217
Zitat von danielito Beitrag anzeigen


Ich käme so auf 1221l/h



Da hatte ich ein wenig mehr erwartet. Dann bitte nochmal das ganze für Einstellung 3. dann kann man die Werte besser mitteln.
Welche VLT/RLT sind hinter dem Mischer und der Pumpe, bei welcher AT aktuell?

Verfasser:
danielito
Zeit: 23.11.2025 17:15:47
0
3901226
Gedämpfte AT ist aktuell -3°- Reale AT -1°.

Ich kann jetzt nur noch die Temperaturen der analogen Anzeigen liefern, da ich alles andere nun entfernt habe, während ich auf das bestellte Thermometer warte.



Ich stelle nun die Wilo auf 3

Verfasser:
danielito
Zeit: 23.11.2025 17:45:22
0
3901247
Hier die neuen Stände der Topmeter:



Ich finde die echt schwer abzulesen. Ich weiß gar nicht, ob der Strich zwischen 1 und 2 überhaupt 1,5 markieren soll. Der Strich zwischen 0 und 1 wäre meines Erachtens nach auch nicht 0,5?

Verfasser:
ajokr
Zeit: 23.11.2025 18:43:56
0
3901278
Zitat von danielito Beitrag anzeigen

Ich finde die echt schwer abzulesen. Ich weiß gar nicht, ob der Strich zwischen 1 und 2 überhaupt 1,5 markieren soll. Der Strich zwischen 0 und 1 wäre meines Erachtens nach auch nicht 0,5?


Ich denke schon, dass es jeweils der Strich für ,5 ist. Das Ergebnis ist nicht ganz so schön wie ich dachte, aber bei der Skalenteilung ist halt nicht mehr drin:


Wenn du jetzt die Wilo auf 1,5 stellst, müsste in etwa der gleiche Durchfluß an der Therme und an der Wilo sein. Dann kannst du mal das Ergebnis der Raumtemperaturen an den nächsten Tagen abwarten.

Verfasser:
danielito
Zeit: 23.11.2025 19:09:31
0
3901287
Naja, wer weiß ob die Topmeter so genau sind? Macht es ggf, Sinn auf das Thermometer zu warten? Ich finde die Ableserei leider sehr ungenau, da ich gar nicht weiß, was manche Striche hier zu bedeuten haben. Der Strich zwischen 0 und 1 ist für mich nicht auf der plausiblen Höhe für 0,5. In der Anleitung der HKV steht auch nichts dazu.

Ich hatte eher das Gefühl, dass es mit höherer Pumpenleistung besser wurde. Mit 1,5 würde ich sogar unter unseren Ausgangswert gehen. Waren wir auf 2 nicht relativ nah dran?

Verfasser:
ajokr
Zeit: 23.11.2025 20:47:05
0
3901327
Zitat von danielito Beitrag anzeigen

Naja, wer weiß ob die Topmeter so genau sind? Macht es ggf, Sinn auf das Thermometer zu warten? Ich finde die Ableserei leider sehr ungenau, da ich gar nicht weiß, was manche Striche hier zu bedeuten haben. Der Strich zwischen 0 und 1 ist für mich nicht auf der plausiblen Höhe für 0,5. In der Anleitung der HKV steht auch nichts dazu.

Ich hatte eher das Gefühl, dass es mit höherer Pumpenleistung besser wurde. Mit 1,5 würde ich sogar unter unseren Ausgangswert gehen. Waren wir auf 2 nicht relativ nah dran?



Ich würde daran nicht allzusehr dran rumdoktorn. Der Zusammenhang zwischen Pegelstand und Durchfluß an den Topmetern muß nicht linear sein. Die Zwischenstriche sind für mich die ,5-Werte.
Du kannst auch gerne an der Wilo bei 2 bleiben, dann musst du aber die Pumpe in der Therme soweit hochdrehen, dass dort etwa 1250 l/h durchgehen. Also irgendwo bei 65% oder 70%.

Verfasser:
danielito
Zeit: 24.11.2025 04:29:15
0
3901395
Ich drehe mal auf 1,5. Bzw versuche es. Ist ja schwierig abzulesen. Angenommen die Volumenströme passen dann zueinander, was könnte ich dann tun? Wenn es dann Räume gibt, welche zu kalt oder zu warm werden, dann müsste ich am Verteiler schrauben?

VG

Verfasser:
ajokr
Zeit: 24.11.2025 07:11:47
0
3901403
Zitat von danielito Beitrag anzeigen

Wenn es dann Räume gibt, welche zu kalt oder zu warm werden, dann müsste ich am Verteiler schrauben?


Genau so. So langsam hast du das Prinzip verstanden ;-)

Und wenn es dann trotzdem irgendwo nicht warm genug werden will, muß die Heizkurve rauf.

Verfasser:
danielito
Zeit: 24.11.2025 07:15:43
0
3901406
Dann ist es doch so, dass der ausschlaggebende Wert ja eigentlich die Spreizung ist? Aus der ergibt sich dann der Volumenstrom? Und danach kann man dann thermisch abgleichen?

Ich hab jetzt mal auf 1,5 gestellt bei der Wilo. Falls ich es heute früh nicht mehr schaffe Bilder zu liefern, hole ich dies gegen Abend nach.

Einen schönen Tag zusammen.

VG

Verfasser:
ajokr
Zeit: 24.11.2025 07:26:09
0
3901409
Umgekehrt: Die Pumpe gibt den Volumenstrom vor, und die Therme die VLT.
Dann macht der Heizkreis daraus eine RLT und die Raumtemperatur. Und letztere möchtest du auf Wunschniveau halten. Dafür sind Volumenstrom und VLT deine Steuerparameter.

Verfasser:
DMS20
Zeit: 24.11.2025 12:14:53
0
3901553
Zitat von danielito Beitrag anzeigen
Dann ist es doch so, dass der ausschlaggebende Wert ja eigentlich die Spreizung ist? Aus der ergibt sich dann der Volumenstrom? Und danach kann man dann thermisch abgleichen?
Aus dem Produkt von Spreizung und Volumenstrom (und einer Konstante) ergibt sich eine Wärmeleistung.
Also erst'mal eine reine Berechnung.

Die Betrachtung aus Sicht einer Wärmefläche geht hingegen so:

- es sei ein Fußboden-Heizkreis von 100m gegeben und eine VL-T von 35°C.
- Volumen dieser Leitung sei rund 12 Liter
- die RT sei 21°C, der Fußboden hat auch komplett noch 21°C (Heizung war lange aus)


Szenario 1:
minimaler Volumenstrom von z.B. 0,1l/min (6l/h)

- am Vorlaufanschluss des Heizkreises liegen die 35°C an
- bei dem Minimalflow dauert es 120 Minuten, bis das Wasser ein Mal durch die 100m geflossen ist.
- man kann daher davon ausgehen, dass der RL dieses Heizkreises die besagten 21°C angenommen hat (es war viel Zeit zum Abkühlen bzw. zum Übergang der Wärmeenergie in den Fußboden).
- Spreizung für diesen Heizkreis also 14 Kelvin, Wärmeenergieabgabe (6 * 14 * 1,16) knapp 0,1kWh in einer Stunde - bzw.
0,1kW Heizleistung

Szenario 2:
mittlerer Volumenstrom von 1l/min (60l/h)

- Vorlauf ist wieder 35°C
- nun dauert es nur noch 12 Minuten, bis das Heizwasser einmal durch die 100m geflossen ist
- jetzt hat das Heizungswasser nicht mehr so viel Zeit zum Abkühlen, die Rücklauftemperatur ist dementsprechend nicht mehr 21°C sondern z.B. (!, das hängt stark von den Wärmeleit- und Speicherbedingungen des Fußbodenaufbaus ab) 29°C.
- die Spreizung wäre in diesem Beispiel nun also 6 Kelvin, Wärmeenergieabgabe in den Raum (bzw. zunächst Fußboden) wäre dann pro Stunde Laufzeit(60 * 6 * 1,16) 0,46 kWh - bzw.
0,46kW Heizleistung

Szenario 3:
hoher Volumenstrom 6l/min (360l/h)
- in zwei Minuten ist das Wasser durch die 100m durch, hat kaum Zeit zum Abkühlen
- die Spreizung sei nun nur noch 0,7K
- (600 * 0,7 * 1,16) -> ungefähr
0,49kW Heizleistung

Eine weitere Erhöhung des Volumenstroms wird keinen höheren Wärmeeintrag mehr ermöglichen können, weil der Fußboden jetzt praktisch schon überall gleich warm ist und die Vorlauftemperatur erreicht hat.
Es gibt also einen raumbezogenen Grenz-Volumenstrom, bei dem es sinnlos ist, ihn weiter zu erhöhen, weil der Fußboden überall bereits die Temperatur des Vorlaufs erreicht hat. Jetzt kann mehr Heizleistungsbedarf nur noch über die Erhöhung der VL-Temp erreicht werden.

Eine Spreizung von mindestens 2 Kelvin hat sich daher bei FBH als angemessen erwiesen, um einen tauglichen Kompromiss zwischen Heizleistung und verwirklichbarem Volumenstrom und etwaiger Geräuschentwicklung zu finden.

Im Rahmen eines formalen hydraulischen Abgleichs kann man diese Spreizungen der Einzelheizkreise letzlich aber nicht genau genug vorausberechnen, weil es in der praktischen bauseitigen Umsetzung doch immer anders kommt als berechnet: Qualität der Ausführung, Auswahl und Umsetzung des Fußbodenaufbaus, Teppiche, Möbel usw.

Deshalb die Messung der konkreten Speizungen im Istbetreib der Heizkreise und der thermische Abgleich. Beides schließt die konkrete Umsetzung und Realität des fertigen Bauwerks ein und ist quasi die qualitätsgemanagte Variante des HA.

Im schwächsten Raum ergibt sich dann die niedrigst sinnvolle Spreizung durch Einregulierung des dort maximal sinnvollen Volumenstroms. Vielleicht dann auch nur 1 Kelvin Spreizung, um das letzte Quentchen Heizleistung auszureizen.
Alle anderen Räume werden dann mehr oder weniger eingedrosselt und es resultiert einzelraumbezogen eine höhere Spreizung.
Die Gesamtspreizung, die die WP "sieht", ist dann eine Art Mittelwert aller Einzelspreizungen.
Im idealen Fall ergäbe sich überall die selbe Spreizung:
der Heizleistungsbedarf der Räume würde exakt zur Heizleistung der Fußbodenheizung bei exakt der selben Spreizung passen.

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Vitodens 300-w B3HB: hydraulischer & thermischer Abgleich und Heizkurve
Verfasser:
DMS20
Zeit: 24.11.2025 12:14:53
0
3901553
Zitat:
...
Dann ist es doch so, dass der ausschlaggebende Wert ja eigentlich die Spreizung ist? Aus der ergibt sich dann der Volumenstrom? Und danach kann man dann thermisch abgleichen?Aus dem Produkt von Spreizung und Volumenstrom (und einer Konstante) ergibt sich eine Wärmeleistung.
Also erst'mal eine reine Berechnung.

Die Betrachtung aus Sicht einer Wärmefläche geht hingegen so:

- es sei ein Fußboden-Heizkreis von 100m gegeben und eine VL-T von 35°C.
- Volumen dieser Leitung sei rund 12 Liter
- die RT sei 21°C, der Fußboden hat auch komplett noch 21°C (Heizung war lange aus)


Szenario 1:
minimaler Volumenstrom von z.B. 0,1l/min (6l/h)

- am Vorlaufanschluss des Heizkreises liegen die 35°C an
- bei dem Minimalflow dauert es 120 Minuten, bis das Wasser ein Mal durch die 100m geflossen ist.
- man kann daher davon ausgehen, dass der RL dieses Heizkreises die besagten 21°C angenommen hat (es war viel Zeit zum Abkühlen bzw. zum Übergang der Wärmeenergie in den Fußboden).
- Spreizung für diesen Heizkreis also 14 Kelvin, Wärmeenergieabgabe (6 * 14 * 1,16) knapp 0,1kWh in einer Stunde - bzw.
0,1kW Heizleistung

Szenario 2:
mittlerer Volumenstrom von 1l/min (60l/h)

- Vorlauf ist wieder 35°C
- nun dauert es nur noch 12 Minuten, bis das Heizwasser einmal durch die 100m geflossen ist
- jetzt hat das Heizungswasser nicht mehr so viel Zeit zum Abkühlen, die Rücklauftemperatur ist dementsprechend nicht mehr 21°C sondern z.B. (!, das hängt stark von den Wärmeleit- und Speicherbedingungen des Fußbodenaufbaus ab) 29°C.
- die Spreizung wäre in diesem Beispiel nun also 6 Kelvin, Wärmeenergieabgabe in den Raum (bzw. zunächst Fußboden) wäre dann pro Stunde Laufzeit(60 * 6 * 1,16) 0,46 kWh - bzw.
0,46kW Heizleistung

Szenario 3:
hoher Volumenstrom 6l/min (360l/h)
- in zwei Minuten ist das Wasser durch die 100m durch, hat kaum Zeit zum Abkühlen
- die Spreizung sei nun nur noch 0,7K
- (600 * 0,7 * 1,16) -> ungefähr
0,49kW Heizleistung

Eine weitere Erhöhung des Volumenstroms wird keinen höheren Wärmeeintrag mehr ermöglichen können, weil der Fußboden jetzt praktisch schon überall gleich warm ist und die Vorlauftemperatur erreicht hat.
Es gibt also einen raumbezogenen Grenz-Volumenstrom, bei dem es sinnlos ist, ihn weiter zu erhöhen, weil der Fußboden überall bereits die Temperatur des Vorlaufs erreicht hat. Jetzt kann mehr Heizleistungsbedarf nur noch über die Erhöhung der VL-Temp erreicht werden.

Eine Spreizung von mindestens 2 Kelvin hat sich daher bei FBH als angemessen erwiesen, um einen tauglichen Kompromiss zwischen Heizleistung und verwirklichbarem Volumenstrom und etwaiger Geräuschentwicklung zu finden.

Im Rahmen eines formalen hydraulischen Abgleichs kann man diese Spreizungen der Einzelheizkreise letzlich aber nicht genau genug vorausberechnen, weil es in der praktischen bauseitigen Umsetzung doch immer anders kommt als berechnet: Qualität der Ausführung, Auswahl und Umsetzung des Fußbodenaufbaus, Teppiche, Möbel usw.

Deshalb die Messung der konkreten Speizungen im Istbetreib der Heizkreise und der thermische Abgleich. Beides schließt die konkrete Umsetzung und Realität des fertigen Bauwerks ein und ist quasi die qualitätsgemanagte Variante des HA.

Im schwächsten Raum ergibt sich dann die niedrigst sinnvolle Spreizung durch Einregulierung des dort maximal sinnvollen Volumenstroms. Vielleicht dann auch nur 1 Kelvin Spreizung, um das letzte Quentchen Heizleistung auszureizen.
Alle anderen Räume werden dann mehr oder weniger eingedrosselt und es resultiert einzelraumbezogen eine höhere Spreizung.
Die Gesamtspreizung, die die WP "sieht", ist dann eine Art Mittelwert aller Einzelspreizungen.
Im idealen Fall ergäbe sich überall die selbe Spreizung:
der Heizleistungsbedarf der Räume würde exakt zur Heizleistung der Fußbodenheizung bei exakt der selben Spreizung passen.
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