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18.11.2025 08:04:23 |
Hallo an alle, wir besitzen ein Einfamilienhaus aus den 70er Jahren. Es wurde bereits das Dach sowie der Keller gründlich gedämmt. Da unsere Gasheizung leider den Löffel abgibt, sind wir nun auf der Suche nach einer Wärmepumpe. Wir bekamen jetzt ein Angebot mit einer 16kw Wärmepumpe. Ist das nicht total überdimensioniert? Ich kenne mich mit WP leider fast gar nicht aus. Aktuell fahren wir unsere alte Gasheizung aus den 70ern mit 30.000 Jahresverbrauch um damit 220qm zu heizen. Testweise haben wir diese jetzt mal auf 50 grad Vorlauftemperatur gestellt (was so halbwegs an der Heizung klappt) und wir bekommen damit die Räume gut warm (klassische Heizkörper aber modernisiert) bei jetzt knapp -2 grad draußen. Ich habe im Internet ein Bedarfsrechner gefunden und der spuckte mir 15.4 kw aus. Was sagt ihr dazu? Habt ihr Erfahrungen oder Tipps für mich? Hier nochmal kurz die Eckdaten: - Haus aus 1970 - bewohnt von 5 Leuten - 220 qm Heizfläche - Dach gedämmt und Keller gedämmt - Gasverbrauch 30.000 im Jahr - moderne Heizkörper - Aktuell mit ca. 50/55 grad Vorlauftemperatur ist das haus bei -2 grad sehr warm. Genauer geht es mit der alten Anlage leider nicht. Schaue gerade ob es noch etwas runter geht. - Erster Anbieter will 16kw Anlage mit 300 Wasserspeicher einbauen. Danke für eure Unterstützung :)
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18.11.2025 08:36:08 |
Zitat von AndreasAndi89  Hallo an alle, wir besitzen ein Einfamilienhaus aus den 70er Jahren. Es wurde bereits das Dach sowie der Keller gründlich gedämmt. Da unsere Gasheizung leider den Löffel abgibt, sind wir nun auf der Suche nach einer Wärmepumpe. Wir bekamen jetzt ein Angebot mit einer 16kw Wärmepumpe.[...] Wenn man mit den ersten Daumenschätzungen startet, kommt man tatsächlich auf 16 kW. Wieviel kW hat den die Gasheizung? Was ist das für ein Typ? Du kommst trotz Dachdämmung auf 30000 kWh Jahresverbrauch. Was sind den für Fenster verbaut?
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18.11.2025 08:38:41 |
Nur damit du eine Vorstellung bekommst:
Bei der VLT von dir und einer 16 kW WP wirst du ungefähr 5 kWh Stromverbrauch haben, macht am Tag ca. 128 kWh… Überleg es dir nochmal und verbessere deine Gebäudehülle
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18.11.2025 08:40:00 |
>> Was sind den für Fenster verbaut? Und wie sieht es mit den Rolladenkästen aus? Die lassen sich sehr günstig und im DIY dämmen…und bringen dafür ziemlich viel
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18.11.2025 08:51:51 |
Die. Gasheizung aus den 70ern kann gerne 30 bis 40 Prozent Verluste haben. Wenn man das annimmt, liegt man nach Daumenwerten bei unter 10kW. Es kommt aber bei den Faustformeln.auch noch drauf an, ob ihr eher von August bis Juni geheizt habt, oder von November bis März ( Heizgrenze). Am Besten also mal rechnen (lassen) und ggf. per Wärmemengenzähler den Energieverbrauch messen, der tatsächlich im Haus ankommt.
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18.11.2025 09:10:44 |
Zitat von Wunsen  Die. Gasheizung aus den 70ern kann gerne 30 bis 40 Prozent Verluste haben. Wenn man das annimmt, liegt man nach Daumenwerten bei unter 10kW. Es kommt aber bei den Faustformeln.auch noch drauf an, ob ihr eher von August bis Juni geheizt habt, oder von November bis März ( Heizgrenze). Am Besten[...] "Die. Gasheizung aus den 70ern kann gerne 30 bis 40 Prozent Verluste haben." Deshalb habe ich gefragt, was für eine Gasheizung er denn hat.
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18.11.2025 09:12:29 |
Wo wohnt das Haus ? (PLZ)
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18.11.2025 09:20:24 |
Mit dem Vorlauf lässt du das besser. Oder du denkst ernsthaft über bauliche Änderungen nach. Unter 40 grad. Ggf andere Heizkörper. Neue Fenster oder Glaspakete…
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18.11.2025 09:38:24 |
Mal so ein Daumenwert 30000 kWh*0,75 JNG/2500Vollaststunden= 9kW. Davon können 1-2kW auf den Heizstab entfallen. Die WP muss dann die verbleibenden 7-8 kW sicher bei -5°C und deiner notwendigen VLT von vllt 48° C per WP Prozess erzeugen können. Das schafft dann vllt ein 10 kW Gerât. Das klingt knapp, aber ... Mit 5 Personen macht WW viel aus. Hier könntest du den Bedarf auf eine WWWP verschieben, wenn die Maschine d zu knapp sein sollte. Beachte: der nominake Wert einer WP ist Werbung. Es kommt auf die Kennlinie an! Hast du einen Kaminofen? Den berücksichtigst du bei NAT. Die WP nutzt du 15-20 Jahre und du solltest in Betracht ziehen, dass du die Hülle des Wohnhauses und die Wärmeverteilflächen stetig verbesserst. Vor finaler Festlegung benötigst Du eine Raumweise Heizlastberechnung und damit schätzst du dann ab, wohin die Reise Raum für Raum geht. Und konkret: Baue dir in der nächsten Woche einen WMZ ein und dann erfasst du im DEZ, JAN damit wie viel kWh du an einem Tag in das Haus lieferst. Und dazu schreibst du die mittlere Tagestemperatur auf die du für deinen Standort vom Wetterdienst beschaffst. Du trägst dann in einer Grafik die Temperatur auf der unteren Achse und den TagesVerbrauch auf der oberen Achse . Ende Januar legst du eine Gerade durch die Punktewolke und verlängerst die bis zur NAT ( ca -10° C.) hier liest du dann den prognostizierten Wärmebedarf für einen Tag bei NAT ab. Und den Wert teils du dann durch 20 h. ( 4h ist die WP aus oder beim Abtauen, oder der WP Hersteller schönt seine Daten...) Das Problem zu großer WP ist nicht nur der Stromverbrauch, sondern vor Allem, dass die Leistung nicht zur Hydraulik passt. Beste Grüße MIKA
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18.11.2025 10:17:06 |
Vielen Dank erstmal für eure vielen Beiträge. Ich versuche mal so gut es geht alles zu beantworten: 1. Unser Gasverbrauch ist wirklich 30.000 im Jahr, also knapp 300 Abschlag im Monat. 2. Die Gasheizung ist Baujahr 1972 und hat 30 kw Leistung =D 3. Fenster sind aus Aluminium und aus ca. 1cm dickem Glas, keine Ahnung ob das einfach oder zweifach ist. Ich erkenne nur eine dicke Scheibe. 4. Rolladenkästen sind noch komplett ungedämmt. 5. PLZ ist 67346, also im südwesten Deutschlands 6. Kleinere Modernisierungen sind die nächste Zeit noch möglich. Aber Fenster und Hülle frühestens in 10-15 Jahren. 7. Wir haben darüber nachgedacht im Wohnzimmer an den alten Kaminofen der Gasheizung ein Ofen anzuschließen, um bei extrem kalten Wintern evtl. mit Holz dann zuzuheizen. Allerdings ist das eher als Unterstützung bei Temperaturen unter -5 und tiefer gedacht. Danke für eure Unterstützung.
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18.11.2025 10:27:08 |
also in Speyer. Gar nicht so weit weg, ich sitze in Saarbrücken ;-) zu 3.) du wirst ja hoffentlich keine Einfachverglasung mehr haben. Das wäre dann wirklich dringend nötig zu ändern. Das Baujahr der Fenster kann man meistens im Glasrahmen irgendwo ablesen, unten, rechts oder links oder oben. Foto: FensterrahmenDa sind man auch das Doppelglas. Die erste Energieeinsparverordnung war 1978, damit müsste Doppelglas gekommen sein...? Mein Bungalow ist von 1979.
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18.11.2025 10:31:52 |
Das wären dann laut https://www.waermepumpe.de/werkzeuge/heizlastrechner/ eine Heizlast von 17,6 kW Bei den Fenstern solltest du mal deinen Glaser fragen, ob er neue Wärmeschutzscheiben einsetzen kann, ist bei Alu Fenstern manchmal nicht so einfach. Ggf. den Dachboden mit Dämmung Oberster Geschoßdecke energetisch stillegen. Zusammen mit Rollokästen und ein paar Dichtungen wird das die Heizlast um die 25% mindern. Dann wärst du bei 13 kW Heizlast, was gut mit Standardgeräten abbildbar ist. Die 10kW WP haben meist viele Gleichteile mit den 13kW und modulieren deswegen auch nicht weiter runter, sodaß du auch die 13er oder 12er nehmen kannst. Die Idee mit dem Holzofen im Wohnzimmer würde ich befürworten.
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18.11.2025 10:41:16 |
Zitat von AndreasAndi89  Vielen Dank erstmal für eure vielen Beiträge. Ich versuche mal so gut es geht alles zu beantworten: 1. Unser Gasverbrauch ist wirklich 30.000 im Jahr, also knapp 300 Abschlag im Monat. 2. Die Gasheizung ist Baujahr 1972 und hat 30 kw Leistung =D 3. Fenster sind aus[...] Hallo Andreas, Grüße ins schöne Speyer. Da mache ich immer meine Radtouren hin. Um die Fenster zu prüfen hilft dieser Trick: Fenster prüfenDu solltest sorgfällig überlegen, in welcher Reihenfolge zu vorgehst. Es droht sonst die Gefahr den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Die Effizienz einer Wärmepumpe geht steil mit der Höhe der benötigten Vorlauftemperatur in den Keller. Guck dir mal dieses Video an. Der Vortragende ist hier im Forum unterwegs: Wärmepumpe effizient betreiben.Einer der ersten Punkte heißt Begutachtung der thermischen Hülle und damit solltest du anfangen.
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18.11.2025 10:55:59 |
Zitat von AndreasAndi89  - Aktuell mit ca. 50/55 grad Vorlauftemperatur ist das haus bei -2 grad sehr warm. Genauer geht es mit der alten Anlage leider nicht. Schaue gerade ob es noch etwas runter geht. Mit Baujahr 70er wird das weder Niedertemperatur noch Brennwert sein. Da kommst du bauartbedingt mit der VLT nicht weiter runter. Das geht erst mit den oben genannten. Insofern hilft dir wirklich nur der WMZ, und an Frosttagen den Wärmebedarf ablesen und durch 24h teilen. Oder du beauftragst den Wärmepumpendoktor aus Köln zur externen Messung. Wenn es im Sommer unterm Dach unerträglich warm wird, kannst du noch über eine Klimaanlage als Ergänzung nachdenken, die im Sommer mit PV kühlt und im Winter zuheizen kann. Die Geräte sind vom förderungsbedingten Preiswucher der WP ausgenommen.
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18.11.2025 10:58:49 |
Also die Fenster sind zweifach, habe das nochmal überprüfen können.
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18.11.2025 10:59:59 |
ich würde hier auch dringend empfehlen das Haus energetisch auf einen sinnvollen Stand zu bringen. Über 50 Jahre alte Alu- Fenster sollten schnellstens getauscht werden. Lieber das Geld, das für die Heizung eingeplant ist, dort investieren. Und nicht nur das Glas tauschen, auch die Rahmen sind eine pure Katastrophe. Hier jetzt eine Wärmepumpe zu installieren wäre völlig falsch, da sie dann nach erfolgten energetischen Maßnahmen völlig überdimensioniert sein wird, und damit ineffizient läuft und Lebensdauer einbüßt. Wenn man noch berücksichtigt das die meisten Heizungsbauer eh schon immer völlig überdimensioniert verbauen... Bis das passiert ist muss halt der alte Kübel durchhalten oder hilfsweise durch ein möglichst billiges Gebrauchtgerät (Gas) getauscht werden. Auch eine Vorlauftemperatur von 55 Grad (womöglich meinst du damit sogar JETZT, und nicht bei NAT?) ist komplett ungeeignet für eine Wärmepumpe. Die muss bei max. 45 °C bei NAT, somit bei -10,1°C bei dir, liegen. Alles andere führt nicht zu einem wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpe.
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18.11.2025 11:11:07 |
Zitat von Gnampf  ich würde hier auch dringend empfehlen das Haus energetisch auf einen sinnvollen Stand zu bringen. Über 50 Jahre alte Alu-Fenster sollten schnellstens getauscht werden. Lieber das Geld, das für die Heizung eingeplant ist, dort investieren. Und nicht nur das Glas tauschen, auch die Rahmen sind eine[...] Ich wollte schon schreiben, wie man eine Gasheizung aus den 70er betreiben kann, aber das würde dem TE auch nicht helfen.
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18.11.2025 11:21:28 |
Er hat eine Gasheizung, die jederzeit die Grätsche machen kann, die WP wird auch nicht unter 30.000€ kosten, wenn noch ein paar Heizkörper getauscht werden müssen kommen auch noch ein paar Tausender zusammen. Ich würde mich jedenfalls jetzt schon mal um einen billigen Holzofen kümmern. Die Kombination kleinere WP und Holzofen, bis die Fenster erneuert sind, sind besser als im Winter ohne Heizung dazustehen.
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18.11.2025 11:34:26 |
Moin zusammen
Ich lese es eher so, das er die jetzige Heizung vom Vorlauf nicht weiter herunter regeln kann. Ich hoffe für dich, das ich dich, den Themenstarter, richtig verstanden habe 🤔
Ich hoffe auch, dass alle Thermostate bei diesem Test auf fünf/ offen stehen.
Edgar
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18.11.2025 11:45:09 |
Die alte Heizung kann ich nicht weiter runterregeln. wir bekommen mit biegen und brechen 50 grad vorlauftemperatur hin, aber da sind die ventile auch auf 3. Wenn man die auf 5 öffnet dann funktioniert das alles mit der alten möhre nicht. die zimmer weren dann unerträglich heiß und die heizung heizt dann komplett wieder hoch. Ich weiß es ist ein Henne Ei problem. Aber ich habe leider nur begrenzen Einfluss. Die Heizung ist alt und eine neue muss her. Eine neue Gasheizung will ich eigentlich vermeiden. Eine energische Sanierung von Fenstern ect. ist nicht drin, vermutlich erst in 15 jahren wenn dann irgendwann wahrscheinlich die nächste Wärmepumpe fällig wird ;) Eine ideale Lösung gibts hier sicher nicht. Die Frage ist nur, wie man am besten fährt.
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18.11.2025 11:50:06 |
Zitat von AndreasAndi89  Also die Fenster sind zweifach, habe das nochmal überprüfen können. Mach mal den Feuerzeug Test mit den Fensterscheiben, und zwar mit allen. Wenn das noch einfaches Doppelglas ist, könntest du für kleines Geld vom Glaser Wärmeschutzverglasung einsetzen lassen. Und einen WMZ einbauen.
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18.11.2025 11:54:56 |
Ich kann mir aber eigentlich nicht vorstellen, daß der Kaminkehrer da seit über 5 Jahren die Augen bei einem über 30 Jahre alten Konstantemperturkessel zudrückt. Das müsste zumindest ein Niedertemperaturkessel sein, den man auch entsprechend mit 40-45° VLT fahren kann, wenn der Regler noch
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18.11.2025 11:56:33 |
kleines Geld? Bei alten Alurahmen, die womöglich noch mehr Wärme abtransportieren als die Scheiben? Habt ihr überhaupt schonmal Angebote für neue Fenster eingeholt? Auch dafür gibt es Förderungen und wohl zinsvergünstigte Kredite. Damit noch 15 Jahre leben heisst Jahr für Jahr viel Geld zu verbrennen. So würde ich das Haus erstmal jedenfalls noch keine Wärmepumpentauglichkeit bescheinigen. Und wenn sich die Vorlauftemperatur nicht durch ausprobieren ermitteln lässt, dann muss man sie zumindest mal rechnerisch anhand der Wärmebedarfsberechnung und verbauten Heizkörper berechnen.
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18.11.2025 11:57:45 |
Sicher wird man die Wärmepumpe in dem mehr oder weniger unsanierten Haus nicht so wirtschaftlich betreiben können, wie man es sich wünschen würde. Aber die Gasheizung ist auch Alles andere als wirtschaftlich. Und das Einsparpotenzial in absoluten Zahlen kann viel höher sein, als bei einem neueren Haus, wo mit einer modernen Gasheizung z.B. nur um die 10.000kWh/a verbraucht werden. Selbst, wenn man nur eine Jahresarbeitszahl von 3 erreicht, wird man im Vergleich zur jetzigen Heizung schon ordentlich Energiekosten sparen können. Alles Weitere wird vom zukünftigen Verhältnis der Strom- und Gaspreisentwicklung abhängen.
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18.11.2025 12:07:59 |
Zitat von belzig  Ich kann mir aber eigentlich nicht vorstellen, daß der Kaminkehrer da seit über 5 Jahren die Augen bei einem über 30 Jahre alten Konstantemperturkessel zudrückt.
Laut dieser Quelle ist der Austausch zwar im Prinzip vorgeschrieben. Aber: Dies gilt jedoch nur für Besitzer, die das Haus nach dem 01.02.2002 gekauft haben. Diese sind zur Modernisierung verpflichtet. Aber im regelmäßigen Kehrbericht des Schornis sollte zumindest stehen, welcher Kesseltyp es ist.
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