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23.01.2026 23:09:54 |
Hallo, ich benötige bitte Hilfe bei der Bestimmung der Anschlussleistung unserer Fernwärmeanschlüsse: Wir haben zwei Doppelhaushälften aus dem Jahr 1926 und im September Ende letzten Jahres von Gas bzw. Öl (jede Haushälfte hatte unterschiedliche Energieträger) auf Fernwärme umgestellt. Soweit alles gut, nur die Anschlussleistung macht mir Kopfzerbrechen: Pro Doppelhaushälfte gelten folgende Werte: Beheizte Wohnfläche: 256m2, verteilt auf 3 bis 4 Wohneinheiten Im Rahmen des hydraulischen Abgleichs von unserem Installateur ermittelte Heizlast pro Haushälfte: 14 kW (56W/m2) bei ... - Normaußentemperatur: -10 - Mittlere Außentemerpatur: 10,2 - Auslegungsvolumenstrom: 347 l/h - Vorlauftemperatur: 78 - Rücklauftemperatur: 39 In einer Doppelhaushälfte wird Warmwasser nur über Durchlauferhitzer erzeugt, nicht über die Fernwärme (bzw. bisher Gas). Bisheriger jährlicher Verbrauch nur für die beheizten Wohnräume: 25.000 bis 28.000 kWh In der zweiten Doppelhaushälfte wird Warmwasser über Fernwärme und einen 200 Liter Boiler erzeugt (scheint zwar klein dimensioniert und wurde "vor meiner Zeit" angeschlossen, scheint aber auszureichen). Bisheriger jährlicher Verbrauch: 25.000 bis 28.000 kWh für beheizte Wohnräume + 11.000 kWh für Warmwasser Der aktuelle Verbrauch (Dezember und Januar, also Mitten in der Heizperiode) mit Fernwärme liegt bei ca. 4.500 kWh pro Monat für beheizte Wohnräume. Aufs Jahr hochgerechnet müssten wir damit zu ähnlichen Verbrauchswerten wie vor der Umstellung auf Fernwärme kommen. Und jetzt kommt die große Verwirrung: Momentan beträgt unsere Anschlussleistung 25 kW (ohne Warmwasser) bzw. 29 kW (mit Warmwasser) Ich befürchte, dass die momentane Anschlussleistung zu hoch ist. - Das passt schon mal nicht zur (erst nach dem Anschluss) erstellten Heizlastberechnung von 14 kW (siehe oben). - Verschieden Quellen geben zudem unterschiedliche Angaben zu den Vollbenutzungsstunden, um aus dem Verbrauch die Anschlussleistung zu bestimmen: mal sind es 1.200 (Stadtwerke Heidelberg bei denen wir angeschlossen sind), 1.600 (Stadtwerke München, als zweite Referenz) oder auch 1.800 (u.a. hier im Forum). Mit Warmwasseraufbereitung habe ich im Forum sogar schon von 2.200 Vollbenutzungsstunden (und mehr) gelesen. - Wenn ich auf den Wärmemengenzähler schaue, zeigt er tagsüber bei 0 Grad Außentemperatur Werte zwischen 6 bis 10 kW, um eine konstante Raumtemperatur zu halten. Nur wenn morgens der Wechsel von Nachtabsenkung zu Tagbetrieb erfolgt, springt die Anzeige kurzzeitig auf 20 kW und höher, geht aber auch sehr schnell (ca. innerhalb einer Stunde) auf 6 bis 10 kW zurück. Hier sagen die Stadtwerke, dass ich diese Spitzen ignorieren kann. Je nachdem woran ich mich orientiere, komme ich also auf völlig unterschiedliche Anschlussleistungen. Unser Installateur rät dazu, erstmal den Verbrauch weiter zu beobachten. Die Stadtwerke rechnen mit 1.200 Vollbenutzungsstunden bzw. sind bzgl. der errechneten Heizlast von 14 kW für einen Altbau "überrascht". Da wir pro kW Anschlussleistung eine Grundgebühr von ca. 70 Euro zahlen, ist die richtige und effiziente Anschlussleistung für uns sehr relevant. Was ist hier die Meinung bzw. Empfehlung bezüglich der Anschlussleistung für die beheizten Wohnräume mit den oben genannten Paramatern? Der Heizlastberechnung trauen und die 1.800 Vollbenutzungsstunden als alternativen Richtwert nehmen? Eventuell noch einen Puffer von 10% einrechnen und somit die Anschlussleistung auf 16 kW reduzieren? Und benötigt die Haushälfte mit der Warmwasserbereitung über Fernwärme mehr Anschlussleistung? Wenn ja, wieviel mehr (es handelt sich um 3 Wohnungen mit jeweils 3 Personen). Über eure Hilfe und Ratschläge wäre ich sehr dankbar :)
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24.01.2026 10:14:41 |
Ich halte selbst die 14 kW der HLB für zu hoch. Ein Angstzuschlag ist hier nicht angemessen.
Du hast rechtlichen Anspruch darauf, die bisherige vertragliche Anschlussleistung zu reduzieren, den würde ich an deiner Stelle nutzen und für das Gebäude ohne WWB auf 12 kW gehen. Das entspricht dann der HLB abzüglich 10-20% wegen geringeren Lüftungswärmeverlusten in der Realität sowie inneren und äußeren thermischen Gewinnen die die HLB so nicht kennt.
Zum Thema Warmwasser: da das höchst individuell ist, würde ich mit einem hoch gegriffenen Zuschlag von 500 W pro Person ins Rennen gehen. Damit würdest du hier mit 13,5-14 kW klar kommen.
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24.01.2026 10:45:26 |
das Problem ist: die tatsächlich mögliche Abnahmeleistung ergibt sich aus dem max. möglichen Durchfluss, der duch den Differenzdruckwächter bestimmt wird. Also wichtig ist: wie groß ist der max. Durchfluss bei welcher Eintritts- und welcher Rückflusstemperatur. Als Beispiel: 100l/h, 80°, 40° ist z.B. die Grundlage des FW-Lieferanten. Damit ergibt sich eben Q = m x delta T x 1,16 0,1 x 60 x 1,16 = 7 kWh also Leistung gemittelt über die Stunde 7 kW Realistisch bei WW: Vorlauf 80°, Rücklauf aber am Ende der Ladung 62°, wenn die WW- Temperatur ca. 60° haben soll 0,1 x 18 x 1,16 = 2 kW Deshalb: das WW bestimmt sehr stark, welche Leistung benötigt wird. Leistungsangabe muss aber immer beinhalten, bei welchem Durchfluss, Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur diese angegeben wird. Für Heizung: bei FBH hast du z.B. 25° Rücklauftemperatur, bei Heizkörpern z.B. 45°, damit ergibt sich natürlich, dass du bei FBH bei gleichen Anschlussbedingungen wesentlich mehr Nutzleistung entnehmen kannst als bei Heizkörpern
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24.01.2026 11:55:22 |
Zitat von Slupsk  Ich halte selbst die 14 kW der HLB für zu hoch. Ein Angstzuschlag ist hier nicht angemessen.
Du hast rechtlichen Anspruch darauf, die bisherige vertragliche Anschlussleistung zu reduzieren, den würde ich an deiner Stelle nutzen und für das Gebäude ohne WWB auf 12 kW gehen. Das[...] Vielen Dank für die Einschätzung :) Genau wegen dem rechtlichen Anspruch die Leistung zu reduzieren, frage ich nach, um eine zu hohe Anschlussleistung zu vermeiden, aber auch nicht zu wenig an Leistung zu haben. Ich war tatsächlich wegen den unterschiedlichen Aussagen gerade zu Vollbenutzungsstunden als 2. Orientierungspunkt neben der HLB verunsichert ... ich bin absoluter Laie in dem Thema ;) Wenn ich deine Antwort richtig verstehe, dann ist die Leistung für die Warmwasserbereitung auf die Anschlussleistung gemäß HLB aufzuschlagen. (Hinweis: Wir haben laut Samson Regler (5573) eine 2.1 Anlage.) Ist mein Verständnis so richtig? VG
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24.01.2026 12:16:42 |
Zitat von egal1  das Problem ist: die tatsächlich mögliche Abnahmeleistung ergibt sich aus dem max. möglichen Durchfluss, der duch den Differenzdruckwächter bestimmt wird. Also wichtig ist: wie groß ist der max. Durchfluss bei welcher Eintritts- und welcher Rückflusstemperatur. Als Beispiel: 100l/h,[...] Vielen Dank für die Einschätzung! Wir haben keine Fußbodenheizung sondern zumeist (wenige Ausnahmen) alte Röhrenradiatoren. Ich bin absoluter Laie in dem Thema, hier noch einige Details: - Die Vorlauftemperatur aus dem Fernwärmenetz beträgt 95 Grad im Winter, 75 Grad im Sommer. - In der Übergabestation ist die maximale Vorlauftemperatur derzeit auf 70 Grad gestellt. - Brauchwasser wird bei Unterschreiten von 55 Grad erwärmt bis es 60 Grad erreicht. Die Erhöhung ist auf 15 Grad eingestellt (somit jene 70 Grad max. Vorlauf). Lässt sich somit die notwendige Anschlussleistung bei den weiteren oben genannten Gegebenheiten für Wohnraum (Heizlast Berechnung = 14 kW) + Warmwasser (+ x kW) annährend bestimmen? VG
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24.01.2026 12:35:16 |
Moin, frag doch beim WVU an ob die das auch wie unser Wärmeversorger machen würden. Der nimmt praktisch zur Grundpreisberechnung den real per Wärmemengenzähler während des Abrechnungszeitraumes ermittelten Maximalabnahmeleistungspeak. Für unsere Immobilie sind in den vergangenen Jahren zwischen 4 und 6 kW als Peak für die Berechnung gemessen worden. Bei Neubau des Hauses war in 1999 zur Auswahl der Übergabestation die damals mit 21 kW berechnete Heizlast angenommen worden. Ich habe den Volumenstrombegrenzer im Rücklauf des Wärmenetzes vor einigen Jahren selbst eingestellt, dass maximal ~200 Liter Wasserdurchsatz pro Stunde funktionieren. Bei theoretisch maximal möglicher Vorlauftemperatur von +85°C (real noch nie gegeben) und per RTL-Ventil auf +40°C begrenzter Rücklauftemperatur dürften ((1,16×200×45)/1.000) wohl nie mehr als ~10,5 kW als Maximalwert realisiert werden können.
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24.01.2026 13:38:09 |
Zitat von lowenergy  Moin, frag doch beim WVU an ob die das auch wie unser Wärmeversorger machen würden. Der nimmt praktisch zur Grundpreisberechnung den real per Wärmemengenzähler während des Abrechnungszeitraumes ermittelten Maximalabnahmeleistungspeak. Für unsere Immobilie sind in den vergangenen Jahren[...] Danke für die Einschätzung. Die Stadtwerke Heidelberg schauen nicht nach dem Peak, sondern nehmen die beantragte bzw. eingestellte Anschlussleistung (derzeit 25 kW bzw. 29 kW) zur Berechnung des Grundpreises. Wenn wir von der Nachtabsenkung in den Tagbetrieb wechseln, kommt es kurzzeitig zu einem Peak von knapp über 20 kW (am WMZ ausgelesen). Wenn ich völlig übertreibe und manuell die Vorlauftemperatur z.B. von 45 auf 60 Grad erhöhe (das wäre ungefähr der Wert laut Heizkennlinie bei -10 Grad Außentemperatur), dann kommen wir kurzzeitig sogar auf einen Peak von 30 kW (somit erreichen wir sogar mehr als in unserem Vertrag steht und worauf der Anschluss eingestellt ist). Diese kurzzeitigen Peaks können wir laut Stadtwerke ignorieren. Warum habe ich - noch - nicht verstanden. Einerseits ist mir das sehr recht ... andererseits verwirren mich diese kurzzeitig hohen Werte. Die Peaks verschwinden ganz schnell wieder, wenn die notwendige Vorlauftemperatur (annähernd) erreicht ist und sich Vor- und Rücklauftemperatur auf "Normalbetrieb", eingependelt haben, um die Wärme im Haus zu halten. Ab dem Moment zeigt der WMZ bei den aktuellen Außentemperaturen von etwas über 0 Grad ca. 6 - 10 kW. VG
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24.01.2026 14:00:58 |
Bei uns wird auch die Grundgebühr nach der gebuchten Anschlussleistung berechnet. Es wird auch nur die gesamte Wärmemenge am Jahresende abgelesen und davon eben der Vorjahreswert subtrahiert. Peak oder auch Überschreitung Rücklauftemperatur wird nicht beachtet. Natürlich kann man mehr als die gebuchte Anschlussleistung entnehmen, wenn die Rücklauftemperatur niedriger als der Wert ist, zu dem die FW-Lieferanten die Leistung berechnen. Nochmal: es wird nur der Durchfluss begrenzt und die zugesagte Leistung ergibt sich erst, wenn ich Vor- und Rücklauftemperatur habe. Wenn ich z.B. den WW-Speicher lade und der unten eben nur 10°C hat ( Kaltwassertemperatur) und ich mit 70°C lade, komme ich doch auf eine wesentlich höhere Leistung als bei 40°C Rücklauftemperatur. Aber eben nur für einen kurzen Moment, bis eben die Temperatur am Speicherboden rel. schnell ansteigt. Bei einem gut geschichtetem Vertikalspeicher sind das realistische Zahlen.
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24.01.2026 14:27:37 |
wie hoch ist den der eingestellte Maximaldurchfluss? Bei uns ist da immer ein Aufkleber auf dem WMZ vorhanden. Der Lieferant stellt das in unserer Stadt aber immer recht großzügig ein :-) Wie sind die Vertragswerte, also welche Leistung bei welcher Vor- und Rücklauftemperatur?
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24.01.2026 16:11:42 |
Zitat von egal1  wie hoch ist den der eingestellte Maximaldurchfluss? Bei uns ist da immer ein Aufkleber auf dem WMZ vorhanden. Der Lieferant stellt das in unserer Stadt aber immer recht großzügig ein :-) Wie sind die Vertragswerte, also welche Leistung bei welcher Vor- und Rücklauftemperatur? Vielen Dank, langsam komme ich dahinter ... leider fehlen mir die entscheidenden Parameter: Die gefragten Vertragswerte (welche Leistung bei welcher Vor- und Rücklauftemperatur) finde ich nicht öffentlich oder übersehe sie, weder in den TAB noch in irgendwelchen Ergänzungen :( Der eingestellte Maximaldurchfluss ist auch nicht ersichtlich. Muss ich bei den Stadtwerken nachfragen. Die einzig transparenten Werte sind die Vorlauftemperaturen aus dem Fernwärmenetz = 95 Grad bis 75 Grad (Jahreszeit-abhängig) sowie Rücklauftemperatur = 50 Grad (wobei die Einhaltung der Rücklauftemperatur nicht geprüft wird). VG
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24.01.2026 16:39:02 |
Du kannst doch den Durchfluss beim WMZ ganz einfach ablesen. Am Samson- Regler auf Hand, das Primärventil auf 100% stellen, 30 sec. warten, bis das Ventil ganz offen ist, Durchfluss am WMZ ablesen. Erledigt :-) Samson wieder auf Automatik stellen.
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24.01.2026 16:49:12 |
Zitat von heidel  Zitat von egal1  [...] Vielen Dank für die Einschätzung! Wir haben keine Fußbodenheizung sondern zumeist (wenige Ausnahmen) alte Röhrenradiatoren. Ich bin absoluter Laie in dem Thema, hier noch einige Details: - Die Vorlauftemperatur aus dem Fernwärmenetz beträgt 95 Grad im[...] Grob gerechnet ergibt sich überschlägig (gemäß Schweizer- Formel) aus 28000kWh/a eine Anschluß Wert von 11.6 kW. Ob ihr Fußbodenheizung oder Heizkörper nutzt ist nur von interesse für die Optimierung der Nutzung der Haus eigenen Hydraulik, ist aber unerheblich für die Anschlußleistung da diese 24/7 bereitsteht. Die interen Optimierung hilft den Verbrauch/a auf niedriegem effizentem Nivaue zu stabilisieren.
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24.01.2026 18:20:56 |
Zitat von egal1  Du kannst doch den Durchfluss beim WMZ ganz einfach ablesen. Am Samson- Regler auf Hand, das Primärventil auf 100% stellen, 30 sec. warten, bis das Ventil ganz offen ist, Durchfluss am WMZ ablesen. Erledigt :-) Samson wieder auf Automatik stellen. Perfekt, ich lerne immer mehr dazu, vielen Dank :) Folgende Durchfluss Werte konnte ich im Handbetrieb bei 100% offenem Primärventil ablesen - bei der Haushälfte ohne Warmwasser mit 25 kW = 0,540 - bei der Haushälfte mit Warmwasser mit 29 kW = 0,630 Um zurück zu meiner Ausgangsfrage zu kommen: Was sagt mir das für die momentane Anschlussleistung bzw. der berechneten Heizlast von 14 kW? Auf welchen Durchfluss bzw. Anschlussleistung kann ich hier sinnvoll reduzieren? - Bei der Haushälfte ohne Warmwasser die 14 kW gemäß Heizlast? - Bei der Haushälfte mit Warmwasser die 14 kW gemäß Heizlast + x kW Warmwasser? VG
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25.01.2026 12:55:15 |
Moin, Du hattest geschrieben, dass ~28.000 kWh Gas pro Jahr für die Beheizung der Räume in der einen Doppelhaushälfte verbrannt worden sind bei der für die Trinkwassererwärmung elektrische Durchlauferhitzer benutzt werden. Bei diesem Bedarf würde ich mit 90% JNG und 2.200 Vollbenutzungsstunden angenommen per Rechnung 11,5 kW als maximalen Heizleistungsbedarf als Ergebnis bekommen. Dieser Wert wird aber real mit sehr großer Sicherheit nicht benötigt falls die Beheizung entsprechend angepasst erfolgen wird (24/7 Temperierung anstatt On-Off-Heizen) und eine vernuftgesteuerte Wohnraumlüftung erfolgt. Für die Trinkwassererwärmung würde ich selbst wohl pro Person nicht mehr als 0,1 kW (100 Watt) zusätzlich ansetzen. Die im zweiten Doppelhaus dafür pro Jahr verbrannten 11.000 kWh Gas deuten m. M. n. auf einen sehr miserablen JNG des Systemes. Was für ein Typ Speicher von welchem Hersteller ist für das Erwärmen des Trinkwassers verbaut? Ist eine Warmwasserzirkulation vorhanden? Sind Bauteile zur Verhinderung von Mikrozirkulation installiert und diese funktionierend?
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| | Zeit:
25.01.2026 15:14:47 |
Zitat von lowenergy  Moin, Du hattest geschrieben, dass ~28.000 kWh Gas pro Jahr für die Beheizung der Räume in der einen Doppelhaushälfte verbrannt worden sind bei der für die Trinkwassererwärmung elektrische Durchlauferhitzer benutzt werden. Bei diesem Bedarf würde ich mit 90% JNG und 2.200[...] Danke für die Einschätzung :) Um es nicht unnötig kompliziert zu machen, hatte ich Folgendes bisher nicht erwähnt: In der Haushälfte ohne Warmwasseraufbereitung durch die Fernwärme sind 2 Ferienwohnungen. Diese sind nicht dauerbelegt, daher muss ich vermutlich mit weniger Vollbenutzungsstunden rechnen? On-Off heizen stimmt nicht ganz ;) Wir haben eine Nachtabsenkung der dauerhaft bewohnten Wohnräume von ca. 2-3 Grad (von 21 Grad tagsüber auf 18-19 Grad nachts). Daher neige ich dazu, es zunächst mit den Werten aus der Heizlastberechnung (14 kW) zu versuchen, damit kommen wir schon mal 11 kW von der bisherigen Leistung runter (25 kW). Weiter reduzieren können wir immer noch :) Zumal wir mit den Ferienwohnungen nicht zu stringent mit den Vorgaben beim Heizen sein wollen und wir das auch nur indirekt über die Vorlauftemperaturen begrenzen können. Bezüglich der anderen Haushälfte hatte ich den ähnlichen Gedanken, pro Person 0,1 bis 0,2 kW zum Wert aus der Heizlastberechnung dazu zu geben (10 Personen). Damit kommen wir auf eine Anschlussleistung von 16 kW (statt der bisherigen 29 kW). Der WW Speicher ist von cosmo (Typ E200). Eine Wasserzirkulation ist vorhanden. Vom Keller bis zu den oberen Stockwerken kommen schon einige Meter zusammen, daher macht die Zirkulation aus Komfort-Gründen vermutlich Sinn. Ob Mikrozirkulation verhindert wird weiß ich (noch) nicht. Der Einbau ist erfolgt, bevor wir das Haus erworben haben. Dank @egal1 habe ich (vermutlich :) auch den Unterschied zwischen Anschlussleistung und verfügbarer Abnahmeleistung bei der WW Bereitung verstanden (Annahme: 16 kW Anschlussleistung mit 0,350 m3/h Volumen). Ich denke im Winter ist es kein Problem, da wir ausreichend hohe Vorlauftemperaturen bekommen (95 Grad). Im Sommer wenn die Vorlauftemperaturen sinken (auf bis zu 75 Grad), ist eine etwas längere Aufheizzeit hoffentlich zu verschmerzen, zumal ich noch nie erlebt habe, dass der Speicher komplett entladen war, weil z.B. alle Bewohner gleichzeitig bzw. direkt nacheinander geduscht haben. Ist das nachvollziehbar und macht das Sinn? Reduzieren wie beschrieben, beobachten und ggf. noch feinjustieren? VG
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25.01.2026 15:26:00 |
je nach Gebäude kann man natürlich auch die WW-Bereitung mit Vorrang machen. Natürlich ist hier eine Gegenstromplattenwärmetauscher sehr von Vorteil, weil dann der Speicher in so kurzer Zeit geladen werden kann, dass es zu keiner merklichen Raumtemperaturabsenkung kommt. Ansonsten: ja, dein Vorgehen ist sicher vernünftig.
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| | Zeit:
25.01.2026 15:59:18 |
Zitat von heidel  ... hatte ich den ähnlichen Gedanken, pro Person 0,1 bis 0,2 kW zum Wert aus der Heizlastberechnung dazu zu geben (10 Personen). Damit kommen wir auf eine Anschlussleistung von 16 kW (statt der bisherigen 29 kW). Der WW Speicher ist von cosmo (Typ E200). Eine Wasserzirkulation ist vorhanden. Vom Keller bis zu den oberen Stockwerken kommen schon einige Meter zusammen, daher macht die Zirkulation aus Komfort-Gründen vermutlich Sinn. Ob Mikrozirkulation verhindert wird weiß ich (noch) nicht. Der Einbau ist erfolgt, bevor wir das Haus erworben haben ... Moin, mit einem 200 Liter fassenden Warmwasserspeicher bei 10 Personen ist aber sportlich. Der unten integrierte Rohrwärmetauscher im E200 müsste 0,95 qm Oberfläche bieten. Damit wirst Du eine entsprechende Anschlussleistung benötigen um bei hohem Bedarf genügend thermische Energie ins Trinkwasser zu bekommen, dass damit ausreichend Warmwasser verfügbar bleibt. Der Kalkausfall im Speicher könnte problematisch sein. Um eine möglichst große Reduzierung der Anschlussleistung realisieren zu können wäre wohl ein größerer Pufferspeicher nötig an dem eine leistungsfähige Frischwasserstation angebunden werden könnte. Beispielsweise auf folgend verlinkter Seite dazu ein System beschrieben. 👉 https://www.facebook.com/watch/?v=463828416017286Die Anlage wird dann so parametriert, dass das Speicherwasser konstant konsequent mit geringstmöglicher Leistung auf Temperatur gehalten wird.
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| | Zeit:
25.01.2026 18:59:01 |
Zitat von lowenergy  Zitat von heidel  [...] Moin, mit einem 200 Liter fassenden Warmwasserspeicher bei 10 Personen ist aber sportlich. Der unten integrierte Rohrwärmetauscher im E200 müsste 0,95 qm Oberfläche bieten. Damit wirst Du eine entsprechende Anschlussleistung benötigen um bei hohem Bedarf genügend thermische[...] Danke, genau das ist mein Unsicherheitsfaktor. Mit den aktuellen Gegebenheiten: was wäre deiner Meinung nach die "entsprechende Anschlussleistung", um genügend Warmwasser mit dem aktuellen Speicher zu haben? Als "worst case": es können maximal 3 Personen im Haus gleichzeitig duschen. Um es zu relativieren ... kann sich natürlich mit Änderung im Nutzungsverhalten auch anders darstellen: Bisher haben die 200 Liter mit 60 Grad Ladung ausgereicht, es gab zumindest noch keine Beschwerde über kaltes Wasser. Und wenn ich gerade mal an dem Speicher vorbeilief, war er nie komplett entladen. VG
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| | Zeit:
25.01.2026 19:55:59 |
Moin, habe ich korrekt verstanden, dass dieser 200 Liter Speicher aus Altbestand vorher per Ölkessel beheizt worden ist? Was hatte der Ölbrenner für eine Leistung?
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25.01.2026 20:23:08 |
Schau doch in deinen Wärmeliefertrag mal rein. Dort stehen die Temperaturen und ggf die Leistungen aufgeschlüsselt für WW und Gebäude. Dein Versorger weiß das in einem normalen EFH eine Spreizung zwischen 7 und max 10K im Dauerbetrieb entstehen. Somit wird er auch die Spreizung für eine Leistungseinstellung verwenden. Heizung fällt da unten Runter weil sie immer kleiner ist als Warmwasser. Bei Braichwasser muss man gucken. Was steht im Vertrag? Gibt es eine max Rücklauf Temperatur? Dann ist die bindent. Scheint vei sor aber nicht der Fall zu sein. Wenn du jetzt deine Heozleisting entsprechend senken möchtest dann kannst du mit einem Warmwassersystem welches eine sehr hohe Spreizung hat Leisting ziehen die bei 50kw und mehr liegt ohne das dein Vetrag das abbilden muss. Bau deine Warmwasserbersorging so um das dein Rücklauf unter 25 Grad liegt und dein Vorlauf entsprechend mit dem Netzvorlauf klar kommt. Dann hast du evtl 55k Spreizung was bei 500 Liter/h 32kw Heizleistung bedeutet. Das kann dein 0,95m2 Speicher natürlich nicht! Dazu aber den Vertrag mal anschauen wieviel das ermittelt wird bei dir. Grüße
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| | Zeit:
25.01.2026 21:01:18 |
Zitat von lowenergy  Moin, habe ich korrekt verstanden, dass dieser 200 Liter Speicher aus Altbestand vorher per Ölkessel beheizt worden ist? Was hatte der Ölbrenner für eine Leistung? Genau, richtig verstanden. Der Ölbrenner war ein Brötje NovoCondens SOB 26 C mit einer Nennwärmeleistung von 26 kW. Wenn ich das mit der Anschlussleistung und der Abnahmeleistung bei der WW Bereitung richtig verstanden habe, dann hätten wir bei 16 kW Anschlussleistung einen Volumenstrom von 0,350 m3/h und für Warmwasser eine Leistung ... ... im Winter mit 95 Grad Vorlauf vom Versorger - von ca. 30 kW bei 20 Grad Wassertemperatur im Speicher, - von ca. 22 kW bei 40 Grad Wassertemperatur im Speicher, - von ca. 13,5 kW bei 62 Grad Wassertemperatur im Speicher ... im Sommer mit 75 Grad Vorlauf vom Versorger - von ca. 22 kW bei 20 Grad Wassertemperatur im Speicher, - von ca. 14 kW bei 40 Grad Wassertemperatur im Speicher, - von ca. 5,5 kW bei 62 Grad Wassertemperatur im Speicher Die kW Zahlen kommen nach allem was ich hoffentlich richtig gelernt habe durch die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf und Berücksichtigung des Durchfluss während der WW Bereitung zustande. Momentan haben wir (noch) keine Beschränkung im Rücklauf vom Versorger. Zum Vergleich: Derzeit ist die Anschlussleistung 29 kW, der Volumenstrom ist 0,630 m3/h. Tatsächlich ist am Samson Regler die Vorlauf Temperatur derzeit auf max. 70 begrenzt (gilt auch für WW Bereitung). Die Überhöhung der Ladetemperatur ist auf 15 eingestellt. D.h. wenn ich es richtig verstehe, nutzen wir die max. mögliche Leistung für Warmwasser derzeit gar nicht. Ist das alles richtig gedacht? Und steht das einigermaßen in Relation zum bisherigen Öl Brenner und dem vorhandenen WW Speicher mit seinen 200 Liter und seinen 0,95 qm Oberfläche? VG
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| | Zeit:
26.01.2026 06:36:23 |
Moin, soweit ich das blicke scheinen mir Deine Überlegungen schlüssig. Frage wird jedoch sein was Dein WVU für eine maximale Heizwasserdurchsatzmenge im Primärkreis per Einstellung am Volumenstrombegrenzer justiert nachdem Du den Antrag auf Reduzierung der Anschlussleistung bei dem eingereicht hast. Angenommen das WVU begrenzt den Durchfluss so, dass hinterher mit der im Netz des Versorgers maximal möglicher Vorlauftemperatur wirklich nur höchstens die vereinbarten 14 kW möglich sind, könnte das für die Trinkwassererwärmung knapp sein, falls innerhalb kurzer Zeit alle 10 Personen hintereinander Duschen wollen. Was würde diese Reduzierung der Anschlussleistung in finanzieller Sicht genau bringen?
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| | Zeit:
26.01.2026 06:58:18 |
Zitat von lowenergy  Moin, soweit ich das blicke scheinen mir Deine Überlegungen schlüssig. Frage wird jedoch sein was Dein WVU für eine maximale Heizwasserdurchsatzmenge im Primärkreis per Einstellung am Volumenstrombegrenzer justiert nachdem Du den Antrag auf Reduzierung der Anschlussleistung bei dem[...] Moin, bei Reduzierung auf z.B. 16 kW Anschlussleistung hätten wir einen Volumenstrom von 0,350 m3/h. Durch die Spreizung bei der WW Erwärmung lassen sich nach Berechnung die beschriebenen kW Werte erzielen: Q = m x delta T x 1,16 Also z.B. Q = 0,350 x 55 x 1,16 = 22,3 kW (die 55 ergibt sich aus T Vorlauf = 75 und T Wasser im Speicher = 20) bzw. Q = 0,350 x 13 x 1,16 = 5,3 kW (die 55 ergibt sich aus T Vorlauf = 75 und T Wasser im Speicher = 62, also geladen). Aktuell sind es ja 29 kW und 0,630 m3/h. Eine Reduzierung auf 16 kW bringt 13 x 70 = 910 Euro jährlich. Ich frage mich nun, sind die zu erwartenden Zeiten zum Aufheizen des Speichers bei Reduzierung des Anschluss ähnlich im Vergleich zum vorherigen Öl-Brenner? ... denn damit kamen alle Bewohner (derzeit sind es tatsächlich nur 8) seit über 10 Jahren aus. VG
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| | Zeit:
26.01.2026 08:37:18 |
hmmm ... das Problem dürfte der Wärmetauscher im Speicher sein, dessen Tauscherfläche auch für die kleine Wassermenge von 200l ausgelegt ist. Wenn man hier einen Gegenstromplattenwärmetauscher nimmt: ca. 90% Wirkungsgrad. Ich glaube nicht, dass du mit dem eingebauten auf über 50% kommst.
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| | Zeit:
26.01.2026 16:38:55 |
Zitat von heidel  ... Reduzierung auf 16 kW bringt 13 x 70 = 910 Euro jährlich ... Ui, das ist zwar je kW/a etwa 30 Euro weniger als bei uns, aber durch die Verringerung in dem Maße schon eine ordentliche Summe die weniger zu zahlen wäre. Um konsequent mit solch geringer oder noch weniger Anschlussleistung auszukommen wäre ein ausreichend leistungsfähiger Wärmetauscher in Kombination mit genügend Puffervolumen nötig. Z.b. sowas wie ein TWL HLP mit 7,7 m² Rohrwärmetauscher und 1.000 Liter Inhalt wäre geeignet um nicht auf ein Ladespeicherprinzip mit Plattenwärmetauscher switchen zu müssen. Siehe: https://fero.de/wasser_waerme/produkte/speicherladesysteme/die-funktion/Diese Art Puffer von TWL gibt's in der Bauform auch als Hygienespeicher zusätzlich mit einem 5,8 m² Edelstahl-Wellrohr-Wärmeaustauscher für die Trinkwassererwärmung per Durchlauferhitzeprinzip. Darin wäre dann das Problem des Kalkausfalles wohl auch nicht ganz so arg problematisch wie beim normalen Trinkwasserspeicher.
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