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25.02.2026 10:22:11 |
Hallo, wir haben seit ca. 15 Jahren einen raumluft abhängigen Kaminofen vom Typ HWAM 3630 (Nennleistung 6 kW). Vor ca. 2 Jahren habe ich die Innenauskleidung erneuert. Ansonsten ist der Ofen aus meiner Sicht auch noch in einem guten Zustand. Der Ofen steht direkt vor einer Außenwand, auf der anderen Seite der Wand ist ein überdachter Balkon. Ich hatte mich bei der Aufstellung des Ofens damals gegen eine Frischluftzufuhr von außen entschieden, die an der Rückseite des Ofens angeschlossen werden könnte, aber zwischenzeitlch frage ich mich, ob ich diese nachrüsten sollte. Ich vermute, daß der Ofen sich die Luft über die gleiche Öffnung zieht, an der auch die Außenluftzufuhr angeschlossen werden könnte und bei Anschluß einer Außenluftzufuhr dann keine Luft mehr aus dem Raum gezogen wird. Zum einen verspreche ich mir eine geringere Auskühlung des Raums, in dem der Ofen steht, insbesondere auch, wenn er nicht befeuert wird, weil dem Raum selbst keine Luft mehr entzogen werden muß. Das Abgasrohr ist nicht komplett verschließbar. Zum anderen werden im Zuge einer Umstellung der Heizung von Gas auf Wärmepumpe demnächst mehrere Belüftungsöffnungen für den Gaskessel im Keller verschlossen, und ich bin nicht sicher, ob dann überhaupt noch genug Luft ins Haus nachströmen kann, wenn der Ofen brennt. Danke und LG
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25.02.2026 10:50:46 |
Hallo bei kalter Aussenluft muss diese auch "vorgewärmt" werden. Ob das durch die Zuluftführung oder erst in der Brennkammer geschieht ist, kann ich nicht beurteilen. Kältere Zuluft heißt aber schlechtere Verbrennung und damit schlechterer Wirkungsgrad. Der Ofen holt sich die Verbrennungsluft bei rumluftabhängigen Betrieb aus dem sog. Verbrennungsluftverbund und damit aus allen "Ritzen" durch die Luft nachströmen kann. Hat den großen Vorteil, dass die Raumluft regelmäßig ausgetauscht wird ohne notwendige Lüftungsanlage. Hat den Nachteil, dass auch Feuchtigkeit aus dem Raum abgeführt wird, was zu trockenerer Raumluft führt, mit allen Nebenwirkungen. Aber so auch die Möglichkeit der Schimmelbildung reduziert. Bzgl. der zu verschliessenden Öffnungen und dem Verbrennungsluftverbund frag Deinen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegermeister. Wenn Du an der Verbrennungsluftversorgung was umbaust mußt Du das nachmeinem Wissen auch beim bBSF anmelden und abnehmen lassen. ciao Peter
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25.02.2026 11:00:40 |
Hallo Peter, danke, ich dachte, die Verbrennung wird besser, weil in der Außenluft mehr Sauerstoff ist, insbesondere, wenn der Ofen schon länger in Betrieb ist und seitdem nicht gelüftet wurde. Die Frischluftzufuhr wird von HWAM ja mit diesen Argumenten angeboten.In der Produktbeschreibung steht: "Das HWAM Verbrennungsluftsystem sorgt für eine direkte Zufuhr von Frischluft von außen — ohne Nutzung der Raumluft. Über ein außen an der Wand geführtes Rohr wird Sauerstoff gezielt in die Brennkammer geleitet, wodurch der Kaminofen unabhängig von der Raumluft sauber und effizient arbeiten kann. Das Ergebnis: stabile Verbrennung, höherer Wirkungsgrad und weniger Wärmeverlust.
Wesentliche Vorteile
Raumluftunabhängige Verbrennung – Die Verbrennungsluft stammt vollständig von außen, was vor allem bei modernen, dichter gebauten Häusern mit Lüftungsanlagen oder Unterdruck wichtig ist.
Optimale Energieausnutzung & höhere Effizienz – Weil keine erwärmte Raumluft zum Feuer weggesaugt wird, bleibt die Heizleistung maximal erhalten; Wärmeverluste werden vermieden.
Konstant saubere Verbrennung – Das System liefert zuverlässig den für Verbrennung nötigen Sauerstoff — das führt zu gleichmäßigem Holzbrand und reduziert Ruß- sowie Emissionsentwicklung.
Kompatibel mit Lüftungs- oder Entlüftungsanlagen – Viele HWAM-Öfen lassen sich mit dem Verbrennungsluftsystem kombinieren, ideal für moderne Wohnräume mit kontrollierter Be-/Entlüftung.
Das HWAM Verbrennungsluftsystem ist perfekt für alle, die Wert legen auf hohe Energieeffizienz, saubere Verbrennung und maximale Heizleistung — insbesondere in gut isolierten oder belüfteten Häusern. Es erleichtert die Nutzung Ihres Kaminofens erheblich und macht das Heizen sauber, effizient und zuverlässig."Ich weiß wie gesagt nicht, ob die Vor- oder Nachteile in meinem Fall überwiegen. Das Haus wird durchgehend durch die Zentralheizung beheizt, und es gibt auch Deckenlüfter, also mit Schimmel haben wir auch so keine Probleme. Ich habe mich gefragt, wenn jetzt die Kernbohrung für die Wärmepumpe gemacht wird, ob ich dann in diesem Zug gleich noch eine Bohrung hinter dem Kaminofen für die Frischluftzufuhr machen lassen soll. KWL haben wir nicht, wir lüften uns aber auch ansonsten nicht zu Tode, vor allem nicht im Winter.
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25.02.2026 11:27:49 |
Ich würde mich auf jeden Fall für die raumluftunabhängige Variante entscheiden. Selbst dann wenn der Ofen zwar eine Zuluftöffnung hat, aber nach DiBT nicht als raumluftunabhängig geprüft wurde. Sowas gibts/gab es auch. Die Gebäude werden immer dichter gebaut. Sogar Abluft- Dunstabzugshauben, forcierte Toilettenabluftgeräte usw können beim raumluftabhängigen Kaminofen zu Problemen führen. Die von Peter888 angeführten "Vor- und Nachteile" kann ich nicht nachvollziehen. Aber das hast Du ja auch schon deiner Produktbeschreibung entnehmen können. Imho überwiegen die Vorteile deutlich.
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25.02.2026 13:12:53 |
Wenn der Ofen aus ist, sollte die Luftklappe sowieso manuell geschlossen werden. Außer man hat eine Abbrandsteuerung die das automatisch macht. Ich würde es mit der raumluftunabhängigen Variante versuchen. Wenn der Eindruck ensteht, die Verbrennung wäre schlechter oder ineffizienter, kann man immer noch auf den Zustand vorher zurück. Der abgedichtete Wanddurchlass steht dann eben für den nächsten Ofen bereit, der irgendwann ohnehin fällig wird.
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25.02.2026 13:21:31 |
Welche Luftklappe meinst Du? Der HWAM hat eine automatische Luftsteuerung über eine Bimetallfeder. Man kann ihn zwar manuell noch drosseln, aber damit habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, die Scheibe wird dann sehr schnell schwarz. Und das Abgasrohr hat zwar eine Klappe, aber die reduziert nur den Durchgang und verschließt ihn nicht komplett. Ist so eine weitere Kernbohrung nicht auch eine Wärmebrücke?
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25.02.2026 13:34:18 |
Den Ofen kenne ich ja nicht und bin davon ausgegangen, dass bei dem Alter die Zulftklappe noch manuell betätigt wird. Wichtig ist eben, dass der Zug zu ist, sobald der Ofen aus ist. Viele Wege führen nach Rom.
Wenn man es richtig macht, ist das keine Wärmebrücke. Kunststoff- oder Metallrohr mit PU-Schaum gegen das Mauerwerk. Und bei Nichtutzung das Rohr mit Dämmwolle stopfen und Blindstopfen drauf. Für die Optik dann davor eine Blende.
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25.02.2026 21:20:54 |
Kann man dann in der Küche nebenan auch die Abzugshaube einschalten, ohne das Fenster zu kippen, wenn der Ofen in Betrieb ist?
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26.02.2026 09:14:24 |
Hallo HWAM früher unter ABC firmiert, hat schon seit vielen Jahren gesteuerte Verbrennungsluft über eine Bimetallfeder im Abgas. Mein alter ABC 1 ist der BImSchV zum Opfer gefallen und war aus 1995 und hatte die schon. Feder hat auf primär und Sekundärluft eingewirkt. Verbrennungsluftverbund richtet sich nach der Leistung des Ofens und der Bauausführung. Und es ist ein Unterschied ob ich Luft mit Raumtemperatur für die Verbrennung habe und ggf nachheize, oder Luft mit Aussentemperatur, im Winter mit Minusgraden. Da der TE raumluftabhängig fährt wird die Verbrennungsluft aus dem Raum entnommen und strömt von aussen nach. Pro kg Holz sind ca. 4m³ Verbrennungsluft nötig. Durch die nachströmende Aussenluft wird gleichzeitig der Raum zwangsdurchlüftet. Bei raumluftunabhängiger Verbrennung nicht. Wenn Du diese "Zwangslüftung" nicht mehr hast, darfst Du halt mehr manuell lüften und eine vernünftige Raumluftqualität zu haben. Und Werbeversprechen betrachte ich immer skeptisch. Da war doch mal der Diesel sehr sauber oder wie war das??? Weniger Wärmeverlust halte ich dabei für relativ. Damit Dir Dein Kamin nicht versottet und auch richtig zieht muss das Abgas eine Mindesttemperatur haben. Und ich halte es für irrelevant, ob man das Abgas von Aussentemperatur auf Abgastemperatur aufheizt oder von Aussentemperatur über den Umweg der Raumluft und dann auf Abgastemperatur aufheizt. Bei Raumluftunabhängig hast Du halt den Nebeneffekt der kostenlosen Raumlüftung nicht mehr. Raumluftunabhängig bei dichten Gebäuden ist schon richtig. Aber erstens ist das Gebäude des TE nicht so dicht, sonst hätte es nicht schon 15 Jahre funktioniert und zweitens wird bei Abnahme des Ofen durch den bBSF der Raumluftverund und ggf. vorhandensein eine Küchenablufthaube im Raumluftverbund gepfrüft. Heizleistung bleibt maximal erhalten. Halte ich auch für schönfärberei. Bei Raumluftunabhängig verlierst Du einen Teil der Heizleistung weil die Aussenluft aufgeheizt wird und somit nicht als abgegebene Heizleistung zur Verfügung steht. Bei RLabhängig wird halt diese Aufheizleitung aus dem Ofen an den Raum abgegeben und dann wieder dem Ofen durch die Zulluft zugeführt. Unter dem Strich halte ich das für einen Nullnummer. Raumluftqualität ist viel schlechter als Aussenluftqualität. Bemüht einfach mal Onkel Gogol Suchbegriffe: Pettenkofer Kohlendioxid Sauerstoffkonzentration (alle in der Suchleiste) Belüftungsöffnungen im Keller gehören nur dann zum Raumluftverbund wenn ausreichend große Überstömöffnungen vorhanden sind. Aussenluftunabhänge Verbrennung halte ich dann für ideal wenn andere Randbedingungen gegeben sind: sehr dichte Bauweise, Lüftungsanlage, Dunstabzugshaube im Verbrennungsluftverbund. Aber bei den neuen hochwärmegedämmten, sehr dichten Häusern sind die meisten Kaminöfen nur Emissionsquellen (Stinker), weil sie totgedrosselt werden. Heizleistung bei Normalbetrieb viel zu groß füraktuellen Baustandard. Also Sauna, Fenster auf oder totdrosseln. Und dass bei einer kalten Zuluft die Verbrennung so sauber abläuft wie bei einer "vorgeheizten" Zuluft halte ich für nicht zutreffend. Ebenfalls mal Onkel Gogol bemühen. Begriffe Zulufttemperatur Holzverbrennung. Warum machen viel Holzvergaserherstller eine dedizierte Verbrennungsluftvorwärmung in die Kessel? ciao Peter
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26.02.2026 09:55:10 |
Zitat von Meaparvitas  Kann man dann in der Küche nebenan auch die Abzugshaube einschalten, ohne das Fenster zu kippen, wenn der Ofen in Betrieb ist? Wenn Du damals die RLU-Version des wirklich hübschen Teils gekauft hast, wäre das zuglässig. Für die "nicht RLU"-Version habe ich keinen Nachrüstsatz gefunden, mit dem sich eine DIBt-Zulassung als RLU bewerkstelligen ließe. DAS solte Dir aber der Händler flüstern können. Einfach "irgendwie" Außenluft anschließen, macht den Ofen jedenfalls nicht zu einem RLU für Deinen bBSF; und nur dann dürfte das Fenster zu bleiben.
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26.02.2026 09:59:55 |
Danke, es ist für mich schwierig zu entscheiden, welche die bessere Variante ist. Das Haus ist BJ. 1993 mit Porotonwänden, ist ungedämmt und hat auch noch die ersten Fenster und Türen ohne Wärmeschutzverglasung. Es gibt drei Etagen, die durch ein offenes Treppenhaus verbunden sind. Der Kaminofen steht in der mittleren Etage. Ich habe schon darauf geachtet, daß ich keinen unnötigen Zug im Haus habe. Z. B. habe ich am Ende des Luftkanals der Dunstabzugshaube eine doppelte federbelastete Klappe eingebaut, die sich nur öffnet, wenn die Abzugshaube eingeschaltet ist. Die Deckenklappe zum unbeheizten Dachboden über der gedämmten obersten Geschoßdecke habe ich auch mit Styrodur gedämmt und mit einem umlaufenden Dichtband versehen. Ich habe auch eine Wärmebildkamera, an der Klappe sieht man jedenfalls keine Wäremebrücke mehr. Die Fenster und Türen habe ich so eingestellt, daß sie möglichst fest schließen. 100%ig dicht ist das Haus natürlich nicht. Das Fenster in der Küche muß man aber schon kippen, wenn der Ofen brennt und die Abzugshaube eingeschaltet wird. Ich kann mir aber trotzdem kaum vorstellen, woher die vielen m³ Luft während des Betriebs des Ofens nachgeströmt sein sollen, wenn nicht hauptsächlich durch die offenen Lüftungsöffnungen des Heizraums in der unteren Etage, die ja demnächst verschlossen werden, wenn die Wärmepumpe eingebaut wird. Ich vermute, daß es ganz schön pfeifen würde, wenn die ganze Luft sich durch irgendwelche minimalen Undichtigkeiten an Fenstern und Außentüren zwängen müßte. Ich bin aber auch nur Laie, vielleicht unterschätze ich die Undichtigkeit des Hauses auch. Mir ist auch nicht klar, wie sich die kalte Außenluft in dieser Menge so schnell erwärmen soll, bevor sie in die Verbrennung gelangt. Der Ofen hat 6 kW Nennleistung. Auf der anderen Seite ist HWAM ja aus meiner Sicht kein unseriöser Hersteller, und ich denke nicht, daß die so ein System anbieten würden, wenn es nicht gut funktionieren würde. Ich würde mir damit in erster Linie einen geringeren Wärmeverlust im Raum bzw. Haus durch den Kamin wünschen und auf der anderen Seite eine bessere Luftqualität, wenn der Ofen sich nicht an der Raumluft bedient. Wenn der Ofen ein paar Stunden brennt, fühlt sich die Luft im Raum schon nicht mehr so frisch an, auch wenn natürlich irgendwo frische Luft nachgeströmt sein muß. Wir haben den Ofen gleich nach dem Einzug einbauen lassen und den Wohn-/Eßbereich auch immer nur damit geheizt, ich kenne es daher nicht anders, viel zusätzlich Lüften müssen wir wirklich nicht, gerade im Winter.
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26.02.2026 11:17:19 |
Zitat von Peter 888  Heizleistung bleibt maximal erhalten. Halte ich auch für schönfärberei. Bei Raumluftunabhängig verlierst Du einen Teil der Heizleistung weil die Aussenluft aufgeheizt wird und somit nicht als abgegebene Heizleistung zur Verfügung steht. Bei RLabhängig wird halt diese Aufheizleitung aus dem Ofen an den Raum abgegeben und dann wieder dem Ofen durch die Zulluft zugeführt. Unter dem Strich halte ich das für einen Nullnummer. Das Holz verbrennt bei Temperaturen bis über 1000 Grad. Du meinst es verbrennt kälter wenn die Zuluft 20 Grad kälter ist? Ausserdem geht die Energie auch bei RLA immer verloren, denn der Raum wurde ja nicht von selber warm. Bild hier gefunden. |
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27.02.2026 08:08:09 |
Hallo Rainer
bei -10°C sind es schon 30K........
wie weit sich das effektiv auswirkt.......
Aber für mich ist es ein Punkt aus einer ganzen Reihe.
ciao Peter
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03.03.2026 12:13:47 |
Ich habe jetzt mit einem Vertriebsmitarbeiter eines HWAM-Partnerbetriebes gesprochen. Er hat mir bei einem Haus Bj. 1993 ohne Dämmung und mit innenliegenden Rolladenkästen von der Nachrüstung einer Außenluftzufuhr abgeraten. Er meinte, in das Haus könne immer noch genug Frischluft nachströmen, auch wenn die Lüftungsöffnungen der Gasheizung verschlossen werden. Durch die großen Temperaturunterschiede bei Außenluftansaugung zwischen Innen- und Außenluft könne man auch ein Feuchtigkeitsproblem bekommen. Außerdem könne, weil der Ofen wahrscheinlich nicht komplett dicht ist, außerhalb der Brennzeiten auch kalte Außenluft in den Raum gelangen. Er meinte, diese Außenluftzuführung würde er nur bei neueren Häusen empfehlen, die sehr dicht sind bzw. eine Lüftungsanlage haben. Da er mich durch seine Empfehlung im Grunde von einer Bestellung des Systems eher abbringen wollte, gehe ich davon aus, daß die Empfehlung jedenfalls ohne Rücksicht auf finanzielle Interessen erfolgte, im Gegenteil.
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