Hallo zusammen,
nachdem ich hier schon eine Weile still mitlese und viel gelernt habe, ist es heute Zeit für meinen ersten eigenen Beitrag.
Wir haben einen Bungalow aus dem Jahr 1982 mit 190qm Wohnfläche und Satteldach (Kaltbauweise) gekauft und stehen nun vor der Renovierung. Energetisch wurde in den letzten Jahren bereits viel gemacht (
Energieklasse A im Ausweis), es scheint dafür habe noch recht hohe Verbrauchswerte der Erdwärmepumpe (bisher ca. 6.000kwh bei
COP von 4,1) zu geben. Deshalb will ich gerne gucken was man im Zuge der Sanierung noch an der Gebäudehülle mit moderatem Aufwand optimieren kann.
Obwohl die Grundsubstanz mit 36,5 cm Poroton und einem zusätzlichen 8 cm WDVS eigentlich solide erscheint und auch die
Fensterscheiben bereits (ca. 2000) gegen moderne Wärmeschutzverglasung getauscht wurden, ist der Stromverbrauch unserer Erdwärmepumpe mit ca. 6.000 kWh pro Jahr etwas hoch.
Ich habe mich daher einmal auf die Suche begeben und hab ein paar Dinge gefunden:
- Die vorhandene Dämmung (laut Vorbesitzer eigentlich 32 cm Mineralwolle 16cm von 1982 und doppelt auf 32 cm aus ca. 2000) ist ungleichmäßig verlegt. Ich messe eher 20–25 cm, die im Kriechgang zudem flachgedrückt sind.
- Zudem gibt es schwarze/dunkele Verfärbungen der Wolle im Bereich des
Schornsteins und der Deckenluke (das ist einfach nur ein Teil in der Decke wo ein rechteckiger Ausschnitt gemacht wurde der händisch von unten hochgedrückt wird). Diese Schmutzfahnen deuten für mich darauf hin, dass die
Luftdichtheit also faktisch nicht überall vorhanden zu sein scheint.
- Dachaufbau ist eine Sichtbalkendecke auf der eine
Holzdecke (mit Nut und Feder) verlegt wurde. Darüber ist eine transparente Folie und ein alukaschiertes Papier ersichtlich und dann kommt die Glas/Mineralwolle
- die Rolladenkästen (Holz) wurden innen mit etwa 2cm Styopor ausgekleidet.
- die Tür in den kalten Keller ist eine normale Zimmertür (immerhin mit Dichtung)
Wir planen nun, die Decken im Wohnbereich zwischen den markanten Sichtbalken (Abstand ca. 90 cm) um einige Zentimeter abzuhängen mit Gipskarton. Dabei sollen ein paar fehlende Elektro Kabel und eine Beleuchtung (Spots + Lichtrute) und auch die Auslässe für die zentrale KWL eingebauten werden.
Die Überlegungen für eine
Verbesserung der Dämmung/Luftsichheit wären:
- Nachträgliche
Isolierung der Rolladenkästen
- Ersatz der Kellertür gegen eine Wohnungsabschlusstür mit Dämmung
- zusätzliches anbringen einer
Dampfbremse auf der vorhandenen Holzdecke
- Isolierung der KWL-
Rohre in einem Holzkasten mit
Zellulosee-Dämmung oder Mineralwolle + Ausgleich der ungleichen Stellen auf dem Dachboden
Bei der Decke mit den Sichtbalken stoße ich jedoch auf ein Detailproblem: Die
Dampfbremse soll feldweise zwischen den Sichtbalken verklebt werden. Da ich aber mit den Leitungen regelmäßig das Feld wechseln muss und diese durch die Aussparungen oberhalb der Balken geführt werden, sehe ich die Gefahr, dass ich mir die Luftdichtheitsebene komplett „zerlöchere“.
Hierzu brennen mir folgende Fragen unter den Nägeln:
• Systematische Leitungsführung: Wie löst man den Übergang der Kabel von einem Balkenfeld ins nächste technisch korrekt, wenn diese oberhalb der Sichtbalken durch die bestehende Konstruktion geführt werden müssen?
• Integration von Einbauten: Welche Strategie empfiehlt sich, um KWL-Ventile und Spot-Gehäuse sicher in die Folien-Schlaufen einzubinden, damit das System am Ende wirklich luftdicht bleibt?
• Anschluss an Altbau-Holz: Mit welchen Dichtstoffen oder Klebesystemen habt ihr bei alten Sichtbalken die besten Erfahrungen gemacht?
• Dämmstoff-Wahl: Ist es bei der Komplexität der KWL-Rohre auf dem Dachboden sinnvoll, die alte Wolle aufzustocken, oder ist eine Einblasdämmung (z. B. Zellulose) hier die einzig saubere Lösung?
- Gibt es empfehlenswerte Systeme zur Rolladenkasten Dämmung oder kann man hier zu Systemen aus dem Baumarkt greifen?
Ich freue mich sehr auf eure Einschätzungen und Tipps für mein Projekt!
Beste Grüße