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16.03.2026 09:18:50 |
Hallo, bei einem Haus BJ. 1979, Fertighaus als Holzständer. Keller ist gemauert und mit Betondecke abgeschlossen. Darüber ist Holzständer. Der Wandaufbau ist unklar. Auf jeden Fall ist außen verputzt. Dämmung kann aufgrund der Wanddicke von ca. 15cm kaum vorhanden sein. Wir wollen da in Eigenregie EPS Dämmung mit 160mm Stärke drauf machen. Nun ist meine Frage, wie die EPS Dämmung nach dem Kleben verdübelt werden soll? Die normalen WDVS Wanddübel, die man 35mm ins Mauerwerk einbringen soll, werden denke ich nicht funktionieren, bzw. nicht das Richtige sein? Eine andere Frage wäre, ob ich bei diesem Haus mit Unter- und Obergeschoss Brandriegel einsetzen muss? Vielen Dank für Eure Antworten. LG
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16.03.2026 18:22:21 |
Also ein unklares Mauerwerk zu dübeln dürfte schwierig sein. Am besten wendest du dich an an den Hersteller der Dämmung, der kann dir vermutlich weiter helfen. Das gilt auch für die Brandriegel. Häufig sind die nicht vorgeschrieben bei gängigen EFH (vorsicht, Halbwissen) , aber die konkreten Vorschriften sollten sich in der für dich gültigen Landesbauordnung finden.
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16.03.2026 19:54:48 |
wie sollen wir denn bei einem unklaren Wandaufbau eine Befestigung empfehlen? Den Standard-Dübel für alle Wandarten gibt es leider nicht ;-) Wenn die Fassade aus einer verputzten Holzfaserplatte besteht, kann mit WDVS-Schrauben gesichert werden. Ggf. müssen die aber gezielt in das Tragwerk gesetzt werden. Du wirst also um eine Sondierung des Wandaufbaus nicht herumkommen, bevor du da außen was draufbauen kannst (wenn dein Anspruch ist, das so zu gestalten, dass es auch dauerhaft hält)
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17.03.2026 07:41:00 |
Danke für Eure Beiträge.
Sondierung des Wandaufbaus ... wie wäre das zu machen? Reicht es ein Loch von außen rein zu Bohren, oder muss man ein bischen größer ausschneiden?
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17.03.2026 15:50:22 |
Kommt drauf an. Ich würde aber eher Richtung Lochsäge gehen. Du musst halt erkennen können, ob der Untergrund (mit geeigneten Schrauben) für ne Befestigung taugt. Wie sieht's mit der Schadstoffbelastung aus? Holzschutzmittel von damals sind heute oftmals weit jenseits von Gut und Böse. Lohnt sich die zusätzliche Dämmung? Bei belasteter Bausubstanz und knapper Rentabilität würde ich mir die alleinige Dämmung 2 mal überlegen. Damit wäre schließlich zementiert, dass die Schadstoffe weitere 30 Jahre bleiben.
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18.03.2026 01:30:22 |
Zitat von sh2807  Kommt drauf an. Ich würde aber eher Richtung Lochsäge gehen. Du musst halt erkennen können, ob der Untergrund (mit geeigneten Schrauben) für ne Befestigung taugt. Wie sieht's mit der Schadstoffbelastung aus? Holzschutzmittel von damals sind heute oftmals weit jenseits von Gut und[...] Keine Ahnung, haben die da damals innen in den Wänden Holzschutzmittel angewendet? In Bezug auf Rentabilität - bei den Ölpreisen rechnet sich denke ich alles und Trump wird den Ölpreis sicherlich noch weiter nach oben treiben.
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18.03.2026 06:11:55 |
Wenn deine Holkammer gedämmt sind hast du evtl. schon 10cm Dämmung. Auch das sollte man mal rechnen ob sich dein Vorhaben überhaupt lohnt.
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18.03.2026 14:25:53 |
Zitat von Klausi1967  Zitat von sh2807  [...] Keine Ahnung, haben die da damals innen in den Wänden Holzschutzmittel angewendet? In Bezug auf Rentabilität - bei den Ölpreisen rechnet sich denke ich alles und Trump wird den Ölpreis sicherlich noch weiter nach oben treiben. Holzschutzmittel ggf. überall. Und wenn du außen dicht abschließt landen die Holzschutzmittel verstärkt im Inneren. Sprich durch die Dämmung erhöhst du ggf. die Schadstoffbelastung. "Alles" rechnet sich bestimmt nicht. Wenn die Außenwand schon nen U-Wert um 0,5 hat - bei 15cm Gesamtstärke durchaus noch möglich - hast durch die Außenwände bei 10x10x6m (=2 Vollgeschosse und 160-170qm Wohnfläche) grob 3-3,5kW Heizlast ( Fenster etc. gehen ja weg, also so 220qm Außenwand). Mit Fenstern, Decke, Keller/Bodenplatte, Lüftung hast vielleicht 6-10kW Heizlast insgesamt. Sparen kannst aber nur von den 3-3,5kW. Die 3-3,5kW sind etwa 7MWh Wärmebedarf pro Jahr. Bei Gas ca. 900€/Jahr. Mit 16cm EPS kannst des auf vielleicht 250€/Jahr drücken. Wären 650€ Einsparung pro Jahr. Bei Wärmepumpe je nach Heizflächen, aber eher weniger. Wenn die Wände schlechter sind entsprechend mehr Ersparnis. Nur das EPS-Dämmaterial für die Fläche im DIY ist günstig. Für Montagematerial, Anschlüsse, Laibungen etc. kommt aber noch einiges oben drauf. Gerüst auch. Selber Verputzen und ggf. Streichen? Dann noch ggf. Fenster nach Außen versetzen mit entsprechenden Arbeiten innen, Rollläden neu, ... Das summiert sich dann doch. Und übersteigt zeitlich meistens das, was man selbst noch machen kann. Hängt halt auch davon ab, was eh gemacht werden muss. Evtl. wird das ganze dadurch erst WP-tauglich und Heizung steht auch an, Fenster müssen auch neu und der Putz eh weils überall bröckelt. Dann wirds zum No-Brainer.
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18.03.2026 23:37:58 |
Bevor du dein Haus "aufschneidest", hinterfrage mal, ob du dübeln musst.
Gerade EPS bietet sich auch ohne dübeln an, wenn die Rahmenbedingungen passen. Siehe z.B, hier: https://www.baustoffwissen.de/sind-wdvs-duebel-notwendig-31102023
Und google mal nach "Haftzugprüfung Fassade".
Man darf bei den WDVS-Systemen die Rolle des Gewebes nicht unterschätzen. Du klebst du Platten und wickelst das Haus rundrum -bildlich gesprochen mit eienr Art Binde - noch ein. Der Kleber ist also nicht auf sich alleine gestellt.
Ich fühle mich mit Dübeln zwar auch sicherer und die 6€/m² bringen einen auch nicht um, aber wenn es schwer zu realisieren ist, würde ich schauen, ob man es auch ohne Dübel vertreten kann.
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19.03.2026 07:21:40 |
Zitat von Klausi1967  Nun ist meine Frage, wie die EPS Dämmung nach dem Kleben verdübelt werden soll? Die normalen WDVS Wanddübel, die man 35mm ins Mauerwerk einbringen soll, werden denke ich nicht funktionieren, bzw. nicht das Richtige sein?
Mauerwerksdübel sind natürlich nur für den Untergrund Mauerwerk zugelassen. Der ist bei neuzeitlichem Holzständerwerk eher unüblich. Wenn du was davor setzen willst, kannst du statisch unbedenlich nur in das Holzständerwerk dübeln. Dann macht es eventuell Sinn, sich vom WDVS zu verabschieden, und gleich in Holzständerwerk aufzudoppeln. Das kann dann z.B. so aussehen: ( Quelle) Der erzeugte Hohlraum kann dann mit Einblasdämmung verfüllt werden. Näheres dazu findest du auch im Dämmatlas. Beim Holzständerwerk brauchst du dir um den Brandschutz wenig Illusionen zu machen.
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19.03.2026 18:24:51 |
Hallo,
mir war nicht klar, dass EPS Dämmung auch ohne Dübeln hält? Weil mit dem Armierungsmörtel und dem Putz kommt ja da noch einiges an Gewicht drauf?
Wenn ich mit Holzbalken außen aufdopple - da muss ich ja die Balken im Holzständer finden, um die fest zu machen? Wie geht das?
LG
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19.03.2026 18:36:46 |
Hab nachgelesen. Bei Altbauten raten die davon ab nicht zu verdübeln.
Ich denke, ich sollte die Balken im Holzständer finden und da die Dämmplatten fixieren.
Die Frage ist, wie kann ich die Balken finden? Und dann was sind die richtigen Spaxschrauben oder wie immer die heißen für den Zweck?
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19.03.2026 19:16:03 |
Zitat von Klausi1967 
Wenn ich mit Holzbalken außen aufdopple - da muss ich ja die Balken im Holzständer finden, um die fest zu machen? Wie geht das?
1) Probebohren 2) Wärmebildkamera 3) Leitungssucher oder Ortungsgerät: Der Putz muß ja auf eine feste Fläche aufgebracht sein, die wiederum mit den Holzständern verschraubt ist. Die Schrauben sollten sich bei dem Leitungssucher bemerkbar machen.
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19.03.2026 22:48:42 |
Zitat von Klausi1967  mir war nicht klar, dass EPS Dämmung auch ohne Dübeln hält? Ja, wenn die Rahmenbedingungen passen. Tragfähiger Untergrund und Windlastzone sind da von zentraler Bedeutung. Zitat von Klausi1967  Hab nachgelesen. Bei Altbauten raten die davon ab nicht zu verdübeln.
Das Problem beim Altbau ist oft, dass die Fassden die Haftzugprüfung nicht bestehen. Es gibt nur einen Weg es herauszufinden... Und wenn die Prüfung nicht bestanden wird, kannst du an der Stelle "tiefer" schauen, wie der Wandaufbau aussieht. Wenn die Prüfung aber bestanden wird, kannst du dir das Kopfzerbrechen und den Aufwand sparen ;-) Ich würde daher zumindest ausloten ob es passt. Zum Gewicht: Die Platten selbst wiegen ja fast nichts. Wenn du 20kg/m³ annimmst, kommst du bei 16cm Dämmstärke auf 3,2kg/m². Armierung kannst du ca. 5kg annehmen. Bei nem 2mm Rauputz 3kg/m². Zum Vergleich: Einer Mineralfaser-Dämmplatte kommt auf 85kg/m³, macht also 13,6kg/m² bei 16cm ohne alles. ja, die müssen gedübelt werden.
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22.03.2026 10:02:43 |
Zitat von Mati1  Bevor du dein Haus "aufschneidest", hinterfrage mal, ob du dübeln musst.
Gerade EPS bietet sich auch ohne dübeln an, wenn die Rahmenbedingungen passen. Siehe z.B, hier: https://www.baustoffwissen.de/sind-wdvs-duebel-notwendig-31102023
Und google mal nach "Haftzugprüfung[...] Das Armierungsgewebe dient dazu, den Armierungsmörtel widerstandsfähiger zu machen und Rissbildung vorzubeugen. Auf die Haftung der Dämmung auf der Fassade, hat das Armierungsgewebe keinen Einfluss.
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24.03.2026 22:58:41 |
Indirekt schon. Die Armierung sorgt dafür, dass die Däuumg sich nicht von der Wand wegbewegen kann. Wenn der Untergrund aber nichts wert ist, so dass man vom Lösen der Klebeverbindung ausgehen muss, ist es ja auch nicht zulässig.
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Verfasser: bricolaje | Zeit:
25.03.2026 03:23:47 |
Zitat von Klausi1967  Hallo,
mir war nicht klar, dass EPS Dämmung auch ohne Dübeln hält? Weil mit dem Armierungsmörtel und dem Putz kommt ja da noch einiges an Gewicht drauf?
Wenn ich mit Holzbalken außen aufdopple - da muss ich ja die Balken im Holzständer finden, um die fest zu machen? Wie[...] Bei mir wurde die 160er EPS-Dämmung damals nicht gedübelt. Hält zumindest 20 Jahre bis jetzt. Bei einem Hochhaus würde ich sagen, muss gedübelt werden, aber hier geht es um eine Etage, wenn UG wirklich unter der Erde ist. Wenn der alte Putz noch fest ist, abkärchern, grundieren und die Platten dranklatschen. So hätte ich es gemacht. Ähnlich sehe ich es auch mit dem Brandriegel. Die werden normalerweise alle zwei bis drei Etagen vorgesehen. Können hier also sowieso entfallen. Bei mir wurden welche an den Fenstersturzen gesetzt. Das halte ich für sinnvoll, damit ein Zimmerbrand nicht sofort die Fassade erfasst. Wenn man Bedenken wegen der Brennbarkeit der Dämmung hat, dann lieber gleich komplett auf Steinwolle umschwenken. Es gibt schließlich Beispiele, wo auch die Brandriegel versagt haben. Außerdem..., bei Holzständer..., was gibt's da abzuriegeln? ;-)
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27.03.2026 08:35:50 |
Vielen Dank für all Eure Beiträge. Es sind an mehreren Stellen Holzverkleidungen, die farblich zum Putz abgesetzt wurden, gemacht worden. Da habe ich eine entfernt. Unter der Holzverkleidung kamen Heraklitplatten zum Vorschein. Die sind genagelt worden. Daneben sind wohl irgendwelche Spanplatten gemischt mit Zement drauf gemacht, wahrscheinlich genagelt. Diese Spanplatten wurden dann verputzt. Die Holzträger drunter sind im Abstand v. ca. 98cm angeordnet. Ich kann die Nägel mit einem Leitungssucher ausmachen. Von daher könnte ich lange Spaxe in die Holzträger treiben, um die EPS Platten zu halten (statt Dübel). Nur ist das wohl nicht das richtige. Was für Schrauben brauch ich da? Welche Schrauben sind für diesen Zweck richtig? Brandriegel über den Fenstern ist ne gute Idee, das kann ich machen.
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27.03.2026 08:38:36 |
Ich wollte noch nachschieben, dass die Heraklitplatten wahrscheinlich durchgängig die Fassade bekleiden und dann entweder Holzlatten oder diese Faserzementplatten drauf gemacht wurden. Mann kann also denke ich von ca. 2cm Heraklit und darüber nochmal ca. 2cm Faserzementplatten ausgehen.
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27.03.2026 08:39:17 |
Ach ja, und das Haus ist ziemlich freistehend. Also könnte da schon einiges an Windlast auftreten.
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27.03.2026 21:49:24 |
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