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Datenschutzhinweise

Neubau-Konzept: Mehr heizen oder mehr dämmen?
Verfasser:
Fertig
Zeit: 17.03.2026 11:22:56
0
3942869
Zitat von Anbau78 Beitrag anzeigen
Ganz still ist es dann aber auch nie im Haus. Die Wärme ist angenehm; trockene Luft ebenso Quatsch....

Quatsch ist das, was du schreibst.
Deine Klimaanlage wälzt die verbrauchte Luft nur um. Sie bläst dir keine Frischluft ins Haus rein. Lüften musst du trotzdem, sei es per Fenster oder per KWL.

Ich bezog mich auf eine Heizung per KWL, die @uwe-htd bei sich im Haus einbauen möchte. Die Funktionsweise ist grundlegend anders im Vergleich zu deiner Klimaanlage.

Grüße

Verfasser:
DMS20
Zeit: 17.03.2026 12:06:34
1
3942881
Zitat von richard10 Beitrag anzeigen
... --> Ich persönlich würde sagen:
Keine Lüftungsanlage – einfach klassisch über Fenster lüften.
Gerade bei einem gut geplanten Haus funktioniert das völlig problemlos.

In einem dichten Haus sollte auf keinen Fall auf eine KWL verzichtet werden, es sei denn, dass es sehr groß ist und nur wenige Menschen darin wohnen und auch die Schlafzimmertüren immer weit offen sind.

Nächtens während der Schlafenszeit steht niemand alle paar Stunden auf und lüftet quer.
Unweigerlich steigt die CO2-Konzentration in den Schlafräumen an.
Das sollte man sich auf Daue nicht antun.

Auch nach längerer Abwesenheit schätzen wir unsere schlichte (>30 Jahre) KWL sehr:
man kommt nach Hause und es riecht nichts "abgestanden".

Das ist bei relativ undichten Häusern irrelevant, weil auch ohne KWL meistens ausreichend Luftwechsel erfolgt. Es sei denn, dass es windstill ist.

-> Ich persönlich sage:

Auf keinen Fall ohne KWL, über WRG lässt sich unabhängig davon trefflich streiten.

Verfasser:
Gauchoi
Zeit: 17.03.2026 12:26:28
1
3942888
Eine hohe Masse des Hauses und Größe+Ausrichtung der PV-Anlage halte ich für einen entscheidenden Faktor für niedrige Betriebskosten beim Heizen im Winter und Kühlen im Sommer. Ebenso die Ausrichtung der Fensterflächen und deren Vertschattung.

Außen und Innenwände in Kalksandstein gehalten mit 16 cm WDVS außen drauf, große PV auf einem Satteldach, ggf. noch BKA in den Decken, ermöglichen über weite Strecken des Winters nur mit Eigenstrom zu heizen. Und da weiß man schon vorher, was der kostet. KWL ist Pflicht und Kühlen wird bei viel Masse zur Nebensache.

Dagegen vernimmt man in den meisten Holzständerbauten, auch bei den neueren, dass im Sommer intensiv und aktiv gekühlt werden muss.

Verfasser:
Gelöschter Nutzer
Zeit: 17.03.2026 13:03:12
0
3942897
Nehmen wir doch mal den absoluten Worst Case für ein 150m² Haus von 15.000kwh für einen Neubau. Dann kostet das pro Jahr noch mit Flow30 3000 kWh Strom und sind so bei etwa 800€ (ohne PV und Batterie Hebel etc.) pro Jahr. Bei 4% Zinsen darf also eine Halbierung der Heizbedarfs (nehmen wir mal an das halbiert auch die Heizkosten) gerade mal 10.000€ kosten nur um die Zinsen zu decken, denn diese 10.000€ sind die letzten € die man abzahlt, also finanziell gesehen ein reines Verlustgeschäft.

Um diese 10.000 € nämlich nicht nur zu verzinsen, sondern auch tatsächlich abzubezahlen (Tilgung), reicht die Ersparnis von 400 € im Jahr gar nicht aus. Rechnet man zu den 4 % Zinsen noch eine branchenübliche anfängliche Tilgung von 2 % hinzu, kostet dieser zusätzliche Kreditbaustein bereits 600 € pro Jahr (6 % Annuität von 10.000 €). Die "Einsparung" durch die bessere Dämmung führt also schnell zu einem negativen Cashflow. Man zahlt Jahr für Jahr darauf.

Die ganze Rechnung funktioniert natürlich, nur wenn die Dämmung, die einzige Variabel ist und auch dort kann sich wiederum kleine Verteuerungen wie Material mit besser U-Wert etc lohnen. Wem natürlich auf einmal 50.000€ Heizungseinbau verzichten kann, weil ein Kanalgerät die Bude warm macht, der hat wieder ne andere Rechnung.

Verfasser:
uwe-htd
Zeit: 17.03.2026 13:10:26
0
3942899
Erst mal VIELEN DANK für eure Gedanken!

@Fertig
Standort Hunsrück (Nähe HHN Airport) ... also (im Sommer zum Glück) deutlich frischer, als Köln ;-)
Große PV mit rund 25 kWp ist auch geplant. Auf 45° Satteldach, damit im Winter Schnee besser abrutscht und der winterliche Ertrag höher ist, als zb auf 30°-Dach ... lt. PVGIS habe ich im Dezember rund 895 kWh/Monat im Gegensatz zu 785 kWh bei 30° ... immerhin rund 15% mehr.

@Mastermind1
Zitat:
- und sich traut -

Tja, das ist auch die Frage ... auch wenn es angeblich geht, traue ich mich dann das Risiko einzugehen, dass es dann doch ungemütlich ist? ;-)

Es werden Massivholzdielen sein ... und wenn, dann Deckenheizung

@richard10
Zitat:
Du bleibst weit weg von „übertriebenem“ baulichen Aufwand (Passivhaus-Kosten)
Gleichzeitig bist Du im optimalen Bereich für moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen (LWWP). Der Markt ist hier extrem gut → hoher Wettbewerb, gute Preise, ausgereifte Technik

Gutes Argument!

Wenn ich mich dann doch von dem "Gedankenexperiment nur über Lüftung zu Heizen/Kühlen" verabschieden würde:

- Gut dämmendes Mauerwerk. 42-er oder 49-er Poroton mit oder ohne Füllung ... es darf ruhig ein bisschen mehr sein, als Standard ;-)

- Als Flächenheizung hatte ich bisher im Kopf: "Argillatherm Klimadecke". Das sind so Ton/Lehm-Module in die ein "PP-Rohr" eingelegt wird. Da sollte das Leckagerisiko = 0 sein.

Die Frage wäre halt noch:
LuftWWP oder Sole-WWP.
LuftWWP sollen ja "fast" so effizient sein, wie Sole, so dass sich das Mehrinvest für Solebohrung nicht lohnt, zumal die große PV im Sommer mehr als genug Strom liefert, um zu kühlen (was bei der Sole ja nicht notwendig wäre).

Ist das dann der bessere/sinnvollere Weg ... wenn auch deutlich teurer?

Verfasser:
Fertig
Zeit: 17.03.2026 13:13:36
0
3942900
Zitat von Raubfisch Beitrag anzeigen
Nehmen wir doch mal den absoluten Worst Case für ein 150m² Haus von 15.000kwh für einen Neubau. Dann kostet das pro Jahr noch mit Flow30 3000 kWh Strom und sind so bei etwa 800€ (ohne PV und Batterie Hebel etc.) pro Jahr. Bei 4% Zinsen darf also eine Halbierung der Heizbedarfs (nehmen wir mal an[...]

Genau darum geht es ja hier.
Eine Mehrinvestition in Dämmung/Baustandard, welche zum Einsparen von Flächenheizung und Wärmepumpe führen soll.

Vereinfacht gesagt: ich spare mir 30000€ für FBH und WP und gebe dafür 30000€ mehr für Dämmung aus.

Grüße

Verfasser:
Anbau78
Zeit: 17.03.2026 13:31:52
0
3942907
Zitat von Fertig Beitrag anzeigen
Zitat von Anbau78 Beitrag anzeigen
[...]

Quatsch ist das, was du schreibst.
Deine Klimaanlage wälzt die verbrauchte Luft nur um. Sie bläst dir keine Frischluft ins Haus rein. Lüften musst du trotzdem, sei es per Fenster oder per KWL.

Ich bezog mich auf eine Heizung per KWL, die @uwe-htd bei sich im Haus einbauen[...]


Da ich keine KWL habe; kann ich mich nur auf das generelle Heizen mit Luft beziehen - hier eben LLWP. Ich glaube, das war durchaus verständlich und kein Quatsch. Klar muss man dann noch lüften. Aber gleichmäßig warm wird es schon in einem gut gedämmten Haus. Das war die Aussage, nicht mehr und nicht weniger.

Verfasser:
uwe-htd
Zeit: 17.03.2026 13:38:02
1
3942908
Zitat von Fertig Beitrag anzeigen
Vereinfacht gesagt: ich spare mir 30000€ für FBH und WP und gebe dafür 30000€ mehr für Dämmung aus.

Meine Überlegung war eher, dass ich 20T€ mehr in Dämmung/Wand investiere, um mir 60T€ für Flächenheizung und WP zu ersparen.

Verfasser:
richard10
Zeit: 17.03.2026 14:17:54
0
3942916
Zitat von uwe-htd Beitrag anzeigen
Erst mal VIELEN DANK für eure Gedanken!

@Fertig
Standort Hunsrück (Nähe HHN Airport) ... also (im Sommer zum Glück) deutlich frischer, als Köln ;-)
Große PV mit rund 25 kWp ist auch geplant. Auf 45° Satteldach, damit im Winter Schnee besser abrutscht und der winterliche[...]
Zitat:
[...]

Tja, das ist auch die Frage ... auch wenn es angeblich geht, traue ich mich dann das Risiko einzugehen, dass es dann doch ungemütlich ist? ;-)

Es werden Massivholzdielen sein ... und wenn, dann Deckenheizung

@richard10
Zitat:
[...]

Gutes Argument!

Wenn ich mich dann doch von dem "Gedankenexperiment nur über Lüftung zu Heizen/Kühlen" verabschieden würde:

- Gut dämmendes Mauerwerk. 42-er oder 49-er Poroton mit oder ohne Füllung ... es darf ruhig ein bisschen mehr sein, als Standard[...]

Ich würde in deinem Fall eher den Mittelweg gehen und dann auf eine gute Luft-Wasser-Wärmepumpe setzen. Da gibt es heute ein großes Angebot an ausgereiften Geräten mit guter Effizienz. Ein Blick in die BAFA-Liste ist dafür aus meiner Sicht ein guter Anhaltspunkt.

Bei der Warmwasserbereitung würde ich in deinem Fall eine wirtschaftliche und praxistaugliche Lösung wählen, also z. B. eine Wärmepumpe mit kleinem Rücklaufpuffer und einem 300-Liter-Speicher im Durchlaufprinzip. Damit bekommst du eine robuste Lösung, ohne das System unnötig kompliziert zu machen.

Der Vorteil dieser „mittleren“ Lösung ist für mich vor allem:
Du bleibst in einem Bereich, in dem es sehr viele Wärmepumpen mit guter Effizienz gibt, zu vernünftigen Preisen und mit viel Wettbewerb am Markt.

Erdwärme kann man natürlich überlegen. Die Effizienz ist in der Regel etwas besser als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Aber der Unterschied ist oft nicht so groß, dass sich die Mehrkosten für Bohrung und Erschließung wirklich deutlich rechnen. Am Ende reden wir häufig eher über einige hundert Euro pro Jahr als über riesige Unterschiede.

Da du neu baust, halte ich eine Klimadecke bzw. Deckenheizung/-kühlung für eine sehr gute Lösung. Du bekommst damit eine sehr gleichmäßige Wärmeverteilung im Haus und im Sommer auch eine angenehme Temperierung, weil die WP auch kühlen kann (Inverter Prinzip)

Wenn du beim Dämmstandard den Mittelweg gehst, würde ich zusätzlich auf einen diffusionsoffenen und insgesamt bauphysikalisch sauberen Wandaufbau achten. Außen finde ich einen mineralischen Putz sinnvoll, innen z. B. einen Putz, der Feuchtigkeit gut puffern kann. Silikat basierte Putz. Das trägt aus meiner Sicht zu einem angenehmen Raumklima bei. Nach meiner Renovierung war meine Frau begeistert vom „neuen“ Raumklima. Das sagt etwas aus! :-)

Unterm Strich wäre mein Ansatz also:
gut dämmen, aber nicht bis ins Extrem gehen + Deckenheizung/Klimadecke + gute Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Das ist aus meiner Sicht heute oft der beste Kompromiss aus Invest, Effizienz, Komfort und technischer Einfachheit.

Verfasser:
Fertig
Zeit: 17.03.2026 16:14:40
0
3942954
Zitat von uwe-htd Beitrag anzeigen
Zitat von Fertig Beitrag anzeigen
[...]

Meine Überlegung war eher, dass ich 20T€ mehr in Dämmung/Wand investiere, um mir 60T€ für Flächenheizung und WP zu ersparen.

60k€ wirst du durch den Wegfall kam einsparen. Das ist zu viel. Außer du nimmst überall die Luxus Sachen.

Realistisch würde ich bei einem normal großen Haus von etwa 30-40k€ ausgehen.
Wasserleitungen, Kanal et cetera brauchst du trotzdem. Wahrscheinlich auch den Estrich, außer du verlegst alle Leitungen in den Wänden. Auch Elektrik.

Warmwasser wird bei dir auch erzeugt werden müssen, also eine BWWP oder ähnliches.
Also an 60k€ glaube ich nicht. An nur 20k€ für PH auch nicht.

Grüße

Verfasser:
bauhaus mg
Zeit: 17.03.2026 16:24:41
0
3942958
Zitat von uwe-htd Beitrag anzeigen
Zitat von Fertig Beitrag anzeigen
[...]

Meine Überlegung war eher, dass ich 20T€ mehr in Dämmung/Wand investiere, um mir 60T€ für Flächenheizung und WP zu ersparen.


Stolze Summe. Woher kommt die Zahl?
Mal mit der Bank gesprochen, was die davon hält?
Häuser mit Luftheizung werden mit großem Abschlag normalerweise gehandelt und beliehen.(außer in Toplagen, da ist alles egal)
Bist du sicher das du nie verkaufen willst/musst?

Verfasser:
Fertig
Zeit: 17.03.2026 16:32:32
0
3942960
Zitat von Anbau78 Beitrag anzeigen
Zitat von Fertig Beitrag anzeigen
[...]


Da ich keine KWL habe; kann ich mich nur auf das generelle Heizen mit Luft beziehen - hier eben LLWP. Ich glaube, das war durchaus verständlich und kein Quatsch. Klar muss man dann noch lüften. Aber gleichmäßig warm wird es schon in einem gut gedämmten Haus. Das war die Aussage, nicht[...]

Genau deswegen schreibst du sowas, weil du es nicht kennst.
Mit KWL rutscht man im Winter je nach Haus ganz leicht in eine kritische Luftfeuchtigkeit. Nicht immer reicht der Enthalpietauscher.

Wenn man mit KWL heizen will, muss man zwangsweise noch mehr Luft bewegen, damit die Heizleistung erreicht wird. Das kann dazu führen, dass die Luft im Haus noch trockener wird.
Es gibt aber auch dazu gute Lösungen. Man muss dann nur die Luft aktiv befeuchten. Es gibt Luftbefeuchter, welche man direkt in die KWL Leitung einbaut. Diese befeuchten dann die Luft.
Kosten aber Geld und müssen regelmäßig gewartet werden.

Grüße

Verfasser:
Mark1234
Zeit: 17.03.2026 16:49:17
0
3942965
Die Frage ist doch, was für ein Neubau das werden soll.
Ein Sparhüttchen in der 250.000€ Klasse oder n EFH freistehend für 600.000€`?
(Ohne Grundstück).

Beim Sparhüttchen würde ich mir ne Klimaanlage gefallen lassen, aber nicht bei nem richtigen EFH, da gehört ne Fußbodenheizung rein.

Wer ein anständiges Haus in Deutschland ohne richtige Wasserführende Heizung baut, der verbrennt spätestens bei einem Wiederverkauf richtig Geld...

Verfasser:
uwe-htd
Zeit: 17.03.2026 16:50:00
0
3942966
Zitat von bauhaus mg Beitrag anzeigen
Stolze Summe. Woher kommt die Zahl?

Ich habe von Argillatherm eine grobe Kostenschätzung für 200 qm Klimadecke inkl. Montage/Verputzen von 25T€ für Material + rund 25T€ für Montage.
Kennt jemand bessere/günstigere Deckenheizung?

Verfasser:
Gelöschter Nutzer
Zeit: 17.03.2026 17:42:21
0
3942986
Zitat von bauhaus mg Beitrag anzeigen
Zitat von uwe-htd Beitrag anzeigen
[...]


Stolze Summe. Woher kommt die Zahl?
Mal mit der Bank gesprochen, was die davon hält?
Häuser mit Luftheizung werden mit großem Abschlag normalerweise gehandelt und beliehen.(außer in Toplagen, da ist alles egal)
Bist du sicher das du nie verkaufen willst/musst?

Wer alte Luftheizungen aus den 80ern mit einem modernen, zertifizierten Passivhaus verwechselt, zieht völlig falsche Schlüsse. Das Gegenteil ist der Fall: Banken lieben Passivhäuser, da sie das Kreditausfallrisiko minimieren und extrem wertstabil sind. Weil die Energiekosten nahe null liegen, bleibt den Kreditnehmern jeden Monat mehr Geld, was ihre Bonität stärkt. Gleichzeitig ist das Gebäude durch die überlegene Bauphysik absolut immun gegen steigende Energiepreise, teure Heizungserneuerungen oder künftige Sanierungszwänge – was es für jede Bank zu einer erstklassigen, zukunftssicheren Sicherheit macht.

Verfasser:
uwe-htd
Zeit: 17.03.2026 18:14:14
0
3942996
Angenommen ich würde mich für ein Mauerwerk mit einem U-Wert von 0,14 entscheiden.
Würdet ihr dafür einen gefüllten 42,5-er Stein wählen, oder einen ungefüllten 49-er?

Verfasser:
richard10
Zeit: 17.03.2026 19:14:12
0
3943020
Zitat von uwe-htd Beitrag anzeigen
Angenommen ich würde mich für ein Mauerwerk mit einem U-Wert von 0,14 entscheiden.
Würdet ihr dafür einen gefüllten 42,5-er Stein wählen, oder einen ungefüllten 49-er?

Ich würde bei gleichem Ziel-U-Wert eher den gefüllten 42,5er nehmen.
Begründung: gleicher Wärmeschutz, aber schlankere Wand, also mehr Wohnfläche und meist angenehmere Details.
„49 cm“ klingt zwar erstmal massiver, ist aber nicht automatisch die bessere Lösung.
Entscheidend sind am Ende Gesamtsystem, Statik, Schallschutz und
Zudem nennt Wienerberger für verfüllte Ziegel Vorteile bei Robustheit, Putz-/Befestigungsuntergrund und teils auch beim Schallschutz.
Ausführungsqualität – nicht nur die Wanddicke.
Der größte praktische Vorteil des 42,5ers ist für mich die gewonnene Nutzfläche. Die 6,5 cm Unterschied klingen klein, summieren sich aber über den ganzen Gebäudeumfang. Bei einem grob 10 × 10 m großen Haus bringt die schlankere Außenwand überschlägig rund 2,3 m² mehr Innenfläche. Dazu kommen meist etwas schlankere Laibungen und etwas entspanntere Details bei Dachüberständen, Fensterbänken und Anschlüssen. Das ist kein bauphysikalischer Zaubertrick, sondern einfach Geometrie.

Verfasser:
Mark1234
Zeit: 17.03.2026 20:03:48
0
3943034
Zitat von Raubfisch Beitrag anzeigen
Zitat von bauhaus mg Beitrag anzeigen
[...]

Wer alte Luftheizungen aus den 80ern mit einem modernen, zertifizierten Passivhaus verwechselt, zieht völlig falsche Schlüsse. Das Gegenteil ist der Fall: Banken lieben Passivhäuser, da sie das Kreditausfallrisiko minimieren und extrem wertstabil sind. Weil die Energiekosten nahe null[...]


Banken lieben Passivhäuser nicht.
Das Problem ist dass die in der Regel individuell geplant sind und daher gerne neu gebaut werden, aber nicht so gerne gebraucht gekauft werden. Damit sind die erzielbaren Verkaufspreise im Vergleich zu "Standardhäusern" ziemlich ähnlich, die Baukosten aber deutlich höher.

Deshalb ist zumindest die Beleihungsquote von Passivhäusern bei normalen Banken geringer.

Verfasser:
Marco M aus W
Zeit: 17.03.2026 20:08:04
1
3943037
Wenn dir 0,16 auch reichen nimm 17,5er kalksandstein und 20cm 032er eps drauf.
Durch den KS stein gute schalldämmung, viel thermische speichermasse und insgesamt unter 40cm wandstärke. Und erheblich günstiger als die dämmziegel.

Gefüllte ziegel sind irgendwann mal als nicht verwertbarer bauschutt zu entsorgen, mit steinwolle gefüllt noch viel aufwendiger (künstliche mineralfaser). Kalksandstein wird am ende zu recyclingmaterial und das eps wird "thermisch verwertet" - wir verheizen auf dieser welt zig tonnen Erdöl täglich, da kann das erdöl auch einfach noch ein paar jahrzehnte an der fassade hängen bevor es verheizt wird, mit entsprechenden temperautren und filtern verbrennt das sauber. Und beim eps brauchts halt bloß paar Kilo für einen kubik dämmstoff, bei gebrannten und gefüllten ziegeln ist viel mehr masse im spiel und auch viel mehr energie bei der herstellung.
Am ende versucht aber wohl jeder hersteller seine lösung so grün wie nur möglich darzustellen.

Verfasser:
Fertig
Zeit: 17.03.2026 20:15:02
0
3943049
Ohne den Markt zu kennen, würde ich auch eher so schätzen, dass PH beim Wiederverkauf eher im Nachteil sind.
Nicht jeder würde so ein sehr spezielles Haus kaufen wollen. Ich meine jetzt ohne FBH et cetera. Es findet sich sicher ein Käufer, aber für die Masse ist es nichts.
Ich glaube auch nicht, dass solche PH für besonders gutes Geld weg gehen.

Ich würde das Mauerwerk so dünn wie möglich machen. Es ist und bleibt eine Raum- und oft Geldverschwendung. Dickere Außenmauer kostet mehr Geld. Außerdem hat man bei zu dickem Mauerwerk oft das Gefühl, man wohnt in einer mittelalterlichen Burg.

Also maximal 42,5cm.

Grüße

Verfasser:
Gelöschter Nutzer
Zeit: 17.03.2026 20:25:18
0
3943053
Zitat von Mark1234 Beitrag anzeigen
Zitat von Raubfisch Beitrag anzeigen
[...]


Banken lieben Passivhäuser nicht.
Das Problem ist dass die in der Regel individuell geplant sind und daher gerne neu gebaut werden, aber nicht so gerne gebraucht gekauft werden. Damit sind die erzielbaren Verkaufspreise im Vergleich zu "Standardhäusern" ziemlich ähnlich, die[...]


Zitat von Fertig Beitrag anzeigen
Ohne den Markt zu kennen, würde ich auch eher so schätzen, dass PH beim Wiederverkauf eher im Nachteil sind.
Nicht jeder würde so ein sehr spezielles Haus kaufen wollen. Ich meine jetzt ohne FBH et cetera. Es findet sich sicher ein Käufer, aber für die Masse ist es nichts.
Ich glaube[...]


Nein, das war vielleicht früher so. Heute können Passivhäuser auf dem Gebrauchtmarkt deutliche Preisprämien erzielen, weil sich die Prioritäten der Käufer und Banken massiv verschoben haben.

Käufer suchen heute vor allem finanzielle Planungssicherheit und den ultimativen Schutz vor unkalkulierbaren Energiekosten oder gesetzlichen Sanierungszwängen. Für Banken wiederum stellen diese hochgradig energieeffizienten Gebäude extrem wertstabile Sicherheiten dar, weshalb sie die Beleihungsquote nicht etwa senken, sondern solche zukunftssicheren Objekte oft sogar mit vergünstigten Zinskonditionen belohnen.

Das machen die Banken nicht aus reiner Umweltliebe: Sie können diese Kredite am globalen Kapitalmarkt als hochbegehrte "Green Bonds" (grüne Anleihen) bündeln und weiterverkaufen. Da institutionelle Großinvestoren durch ESG-Kriterien gezwungen sind, massiv in nachhaltige Portfolios zu investieren, reißen sie den Banken diese Pakete förmlich aus den Händen. Den Refinanzierungsvorteil, den die Bank dadurch hat, gibt sie als Zinsrabatt an den Käufer weiter. Ein Passivhaus ist für die Bank also ein hochprofitables Premium-Produkt mit minimalem Kreditausfallrisiko.

Auch das Argument, Passivhäuser ließen sich schlechter verkaufen, weil sie "in der Regel individuell geplant" seien, ist ein klassisches Scheinargument (Red Herring). Nahezu jedes architektengeplante Einfamilienhaus in Deutschland ist individuell auf die Erstbesitzer zugeschnitten – völlig unabhängig vom Energiestandard. Ein Passivhaus hat nicht automatisch einen exzentrischeren oder unpraktischeren Grundriss als ein Standard-KfW-Haus. Wenn Zimmeraufteilung und Lage für einen Käufer auf dem Gebrauchtmarkt passen, ist der Passivhaus-Standard heute kein "spezielles Hindernis" mehr, sondern der entscheidende Kaufanreiz, der den Preis nach oben treibt.

Verfasser:
uwe-htd
Zeit: 17.03.2026 20:30:54
1
3943056
Also 42,5-er ... Danke ... vor allem auch für die Begründung!

Verfasser:
Johannes92
Zeit: 17.03.2026 20:47:26
1
3943065
Zitat von Raubfisch Beitrag anzeigen
Käufer suchen heute vor allem finanzielle Planungssicherheit und den ultimativen Schutz vor unkalkulierbaren Energiekosten oder gesetzlichen Sanierungszwängen.


Das ist heutzutage aber kein Alleinstellungsmerkmal von Passivhäusern. Im Grunde ist doch das, was das GEG heute vorschreibt sehr sehr nah an dem, was vor 20 Jahre noch ein Passivhaus war.
Sprich mit einem aktuellen Neubau hat niemand "unkalkulierbare Energiekosten" oder "Sanierungszwänge".
Ob wenige hundert Euro Heizkosten im Jahr für ein normales, modernes Niedrigenergiehaus oder quasi Null für ein Passivhaus spielt doch unter Hausbesitzern praktisch überhaupt keine Rolle.
Das ist ein Argument beim Kauf gegen alte, unsanierte Bestandshäuser aber sicher kein Argument exklusiv für Passivhäuser.

Verfasser:
Gelöschter Nutzer
Zeit: 17.03.2026 21:01:48
0
3943073
Zitat von Johannes92 Beitrag anzeigen
Zitat von Raubfisch Beitrag anzeigen
[...]


Das ist heutzutage aber kein Alleinstellungsmerkmal von Passivhäusern. Im Grunde ist doch das, was das GEG heute vorschreibt sehr sehr nah an dem, was vor 20 Jahre noch ein Passivhaus war.
Sprich mit einem aktuellen Neubau hat niemand "unkalkulierbare Energiekosten" oder[...]

Rein rational stimmt dieser Punkt, aber richtig vermarktet sehe ich trotzdem hohe Chancen auf einen sehr guten Preis:

Käufer zahlen oft irrationale Aufpreise für Immobilien, die eine vollständige Unabhängigkeit von externen Systemen versprechen. Dieser psychologische Effekt, bekannt als Zero-Risk-Bias (Nullrisiko-Tendenz) oder Autarkie-Prämie, bringt Menschen dazu, viel Geld auszugeben, um alle gefühlten zukünftigen Risiken wie langer Stromausfall oder extreme Energiekosten auszuschalten. Beim hohen Wiederverkaufswert eines Passivhauses geht es also nicht nur um pure Mathematik, sondern um den richtigen Verkauf eines emotionalen Schutzschildes an extrem sicherheitsorientierte Menschen.

Verfasser:
Mark1234
Zeit: 17.03.2026 21:24:18
0
3943089
Meine Aussage bzgl. des niedrigeren Wiederverkaufswertes von Passivhäusern kommt von meiner Bankerin. Also das scheint mir nicht an den Haaren herbeigezogen zu sein.

Das sich bei Banken die Gewichtungen im Energieverbrauch verschoben haben, ist richtig, betrifft aber vor allem die schlechten Energieeffizienzklassen.

Nach oben hin ist es egal und den Gebrauchtkäufern ist es auch tendentiell egal ob ein Haus 400 oder 600€ Heizkosten im Jahr verursacht oder 0. In der Preisliga über die wir sprechen macht das in den Jahresfinanzierungskosten keinen Unterschied.

Bei den aktuellen Bauzinsen von mitlerweile wieder 4% ist der Anteil an Passivhäusern sowieso deutlich gesunken. (Quella DENA). Die Leute die vor ein paar Jahren noch Passivhäuser bezahlen konnten, sind jetzt froh wenn es noch für ein Bauträgerstandardhaus reicht...

Dazu sind ältere "Passivhäuser" jenseits der 30 Jahre bei Käufern so interessant wie Holzhäuser oder Fertighäuser. Die ziehen jeden Massivbau vor.

Aktuelle Forenbeiträge
Flicky77 schrieb: Hallo Haustechnik-Forum, ich hab den Schichtpufferspeicher STG SPS-2WT mit 800 l und möchte einen my-PV Heizstab nachrüsten. Kann mir jemand sage, ob ich dafür einen der beiden oberen Anschlüsse...
RayKrebs schrieb: Was dann natürlich schon die Frage der Verhältnismäßigkeit stellt. Und wenn Du bei ca. 5° mit unter 30° auskommst, was willst Du mehr erreichen? Dann wirst Du doch kaum oberhalb 35° bei NAT landen? Bei...
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Neubau-Konzept: Mehr heizen oder mehr dämmen?
Verfasser:
Mark1234
Zeit: 17.03.2026 21:24:18
0
3943089
Meine Aussage bzgl. des niedrigeren Wiederverkaufswertes von Passivhäusern kommt von meiner Bankerin. Also das scheint mir nicht an den Haaren herbeigezogen zu sein.

Das sich bei Banken die Gewichtungen im Energieverbrauch verschoben haben, ist richtig, betrifft aber vor allem die schlechten Energieeffizienzklassen.

Nach oben hin ist es egal und den Gebrauchtkäufern ist es auch tendentiell egal ob ein Haus 400 oder 600€ Heizkosten im Jahr verursacht oder 0. In der Preisliga über die wir sprechen macht das in den Jahresfinanzierungskosten keinen Unterschied.

Bei den aktuellen Bauzinsen von mitlerweile wieder 4% ist der Anteil an Passivhäusern sowieso deutlich gesunken. (Quella DENA). Die Leute die vor ein paar Jahren noch Passivhäuser bezahlen konnten, sind jetzt froh wenn es noch für ein Bauträgerstandardhaus reicht...

Dazu sind ältere "Passivhäuser" jenseits der 30 Jahre bei Käufern so interessant wie Holzhäuser oder Fertighäuser. Die ziehen jeden Massivbau vor.
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