| | | | Zeit:
09.04.2026 19:10:58 |
Hallo, ende letzren Jahres wurde unser Haus mit 18cm WDVS gedämmt. Ich habe gesehen, dass, an allen Ecken oben und bei den Fensterbänken zusätzliche Diagonalarmierung eingebracht wurde. Wie genau es ausgeführt wurde kann ich leider nicht mehr sagen und Bilder habe ich von diesem Schritt leider keine gemacht. Jetzt, da es wärmer geworden ist, sind mir an einigen Fenster und der Haustür diese leichten Risse in den Ecken aufgefallen. An den Alufensterbänken ist aber nichts eingerissen. Sind diese Risse zu vernachlässigen oder sollte ich die Firma, die gedämmt hat, antanzen lassen? Danke!
|
| | Zeit:
09.04.2026 21:09:56 |
Nicht nur die Armierung ist wichtig. Viel wichtiger ist, wie die Dämmung dort verarbeitet wurde. In den Eckbereichen dürfen keine Stöße sein, sonst reißt es fast immer. Heißt, der Eckbereich muss aus ein Stück Dämmung geschnitten sein.
|
| | Zeit:
09.04.2026 21:30:30 |
Ein Bild habe ich gefunden wo die Ecken nicht aus einem Stück Dämmung waren. Ich gehe mal davon aus, dass das bei jeder Ecke so sein wird, da die Rollokästen als letztes überdämmt wurden. Was heißt das nun konkret für uns? Abwarten und gucken ob die Risse größer werden? Oder sollte gehandelt werden? Wenn ja, was kann hier sinnvolles gemacht werden?
|
| | Zeit:
09.04.2026 22:22:24 |
Wir haben das gleiche Problem (sofern es eins ist). Reicht da überstreichen, bzw. wäre das nötig? Ich frage mich nur, wieviel Regenwasser über so einen kleinen Riss eintreten kann? Ist das relevant? Es kann ja anschließend zumindest theoretisch, auch über den Riss wieder besser rausdiffundieren bei Sonnenschein. Wir haben Dämmung auf Mineralwollebasis.
|
| | Zeit:
09.04.2026 23:05:20 |
Ich vermute mal, dass das Problem bei EPS/XPS-Dämmstoff nicht ist, dass sich diese mit Feuchtigkeit vollziehen, sondern das Wasser im Winter am/im Riss kondensiert und sich beim dann beim Gefrieren ausdehnt und den Putz aufsprengt. Nur bei Mineralwolle könnte sich auch das zusätzliche Problem bilden, dass über den Riss mehr Wasser in die Dämmung eindringen kann als danach ausdiffundieren kann. Dieses könnte sich dann in größeren Menge sammeln und weitere Schäden verursachen - vor allem wenn sich die Risse durch Frost vergrößern. Ob die gezeigten Risse für die Problematik aber schon ausreichen kann ich auch nicht sagen. Da muss man vermutlich einen Sachverständigen fragen. Bevor man aber einen Sachverständigen beauftragt ist es vermutlich Besser den Auftragnehmer mit der Dokumentation der Risse zu konfrontieren und seine Einschätzung einzuholen. Wenn er damit schlechte Erfahrungen hat wird er vermutlich selber sofort etwas unternehmen, da die Haftungen am Bau üblicher Weise lang genug ist, um den Schaden auch nach Eintritt vom Auftragnehmer kostenfrei beseitigen zu lassen. Gruß Gwyn
|
| | Zeit:
10.04.2026 04:05:10 |
Ich habe 20 Jahre mit solchen Rissen im Oberputz der EPS Dämmung gelebt, da wurde nichts „gesprengt“. Sah nur irgendwann nicht mehr so schön aus, da sich an feuchteren Stellen, also auch im Randbereich der Risse, biologischer Belag bildet. Weil die Dämmung damals in Eigenleistung gebaut wurde, war es halt so. Eine Firma hätte ich vermutlich zur Nachbesserung aufgefordert, wobei ich mich frage, wie die vonstattengehen könnte? Mir fällt nur Acryl und drüber streichen ein. Wie lange das hält und gut aussieht, sei dahingestellt. Acryl ist kaum elastisch. Da auch der Oberputz, ebenfalls Eigenleistung, nicht unbedingt perfekt ausgeführt war, haben wir uns vor paar Jahren dann entschlossen, nicht nur zu streichen, sondern auch den Putz zu erneuern und neues, zusätzliches Gewebe aufbringen zu lassen. Seither (4 Jahre) sind keine Risse mehr festzustellen. Mein Vorschlag für dich, bevor du dich in die Todesspirale mit Sachverständigem, Anwalt und Gericht begibst: hole dir Rat vom Hersteller des Dämmsystems (den du hoffentlich kennst). Der hat ein Interesse daran, dass seine Produkte fachgerecht verbaut werden. Weitere Schritte in Abhängigkeit von seiner Aussage.
|
| | Zeit:
10.04.2026 06:34:17 |
Vor ein paar Jahren habe ich auch meine Fassade dämmen lassen. Auf den Eckbereichen habe ich aufgepasst, dass dort keine Stöße sind. An der Hintereingangstür habe ich aber dann trotzdem einen Stoß bekommen. Habe ich aber so durchgewunken, in der Hoffung, es passiert nichts. Aber nach 2 Jahren haben dort auch Risse angefangen.
Ich werde es wohl mit Acryl zumachen und überstreichen. Fassade ist komplett weiß.
|
| | Zeit:
10.04.2026 08:13:26 |
Vielen Dank für die Rückmeldungen. Systemhersteller ist Caparol. Also Frage ich da Mal nach und mach jetzt erstmal kein Fass beim "Fachbetrieb" auf? Ich sag mal so, einige Sachen habe ich schon am laufen mit denen. Ein 2,6m Alu Rollopanzer wurde von denen durchbohrt bein Versuch die Dämmplatten im Rollokasten zu verdübeln. Des weiteren ist die Hervorstehende Dämmung von unten am Sockel gesehen größtenteils sichtbar, hier habe ich gebeten diese zu verspachteln. Ein Schaden am Fensterrahmen habe ich bis jetzt noch nicht angegeben. Edit: die Kontaktaufnahme mit Caparol war sehr dürftig....ziemlich unhöflich wurde mir gesagt ich soll mich an das Fachunternehmen wenden welches das System verbaut hat und seitens Caparol gibt es keine Auskunft wie zu reparieren ist. Jedenfalls nicht per Telefon oder Email.
|
| | Zeit:
10.04.2026 08:34:58 |
Fachunternehmen habe ich jetzt doch informiert. Der Chef schien erschrocken und will sich das angucken. Bevor ich mich mit Acryl und Farbe abwimmeln lasse, soll er das selber mit Caparol klären.
|
| | Zeit:
10.04.2026 15:04:22 |
Zitat von Michael1988  die Kontaktaufnahme mit Caparol war sehr dürftig....ziemlich unhöflich wurde mir gesagt ich soll mich an das Fachunternehmen wenden welches das System verbaut hat und seitens Caparol gibt es keine Auskunft wie zu reparieren ist. Schade. Ist wohl stark vom Hersteller abhängig. Was ich nachvollziehen kann, ist, dass sie keine Aussage dazu machen (können), wie das zu reparieren sei. Da wäre eher zu fragen, warum das überhaupt aufgetreten ist unnd welche Verarbeitungsvorgaben existieren, die diese Risse verhindern. Jedenfalls viel Erfolg mit deinem Fachunternehmen und halte uns bitte auf dem Laufenden, gerne auch in 2-3 Jahren, nachdem repariert wurde.
|
| | Zeit:
10.04.2026 15:30:24 |
Werde ich machen!
Nächsten Donnerstag kommt der Chef vorbei und guckt sich alles an. Dann sehen wir weiter.
|
| | Zeit:
10.04.2026 15:59:55 |
Zitat von joe115  Da wäre eher zu fragen, warum das überhaupt aufgetreten ist unnd welche Verarbeitungsvorgaben existieren, die diese Risse verhindern.
Es liegt daran, dass in den Ecken ein Stoß ist. Dies ist zu verhindern. In den Ecken von Türen und Fenstern muss immer aus einer vollen Platte geschnitten werden.
|
| | Zeit:
10.04.2026 19:03:27 |
Zitat von Stefan2601  Zitat von joe115  [...] Es liegt daran, dass in den Ecken ein Stoß ist. Dies ist zu verhindern. In den Ecken von Türen und Fenstern muss immer aus einer vollen Platte geschnitten werden. Ist natürlich ein begründete Vermutung und liese sich sicherlich eher nachvollziehen, wenn es Fotos aus der Bauphase gäbe. Wenn darüber hinaus der Hersteller des Dämmsystems das auch noch in den Verarbeitungsvorschriften stehen hat, oder es (wo auch immer) als Stand der Technik beschrieben ist, hat Michael gute Chancen.
|
| | Zeit:
10.04.2026 21:43:50 |
Das liegt an Schrumpfung von Zementputz. Dagegen hilft nur wenig. Man könnte Plastifizierer dazu geben, um Dichte höher zu halten und s2 Kleber beimischen - so habe ich bei mir gemacht. Wenn ganz sicher, dann Winter abwarten, Risse aufweiten, verspachtlen/versiegeln und erst dann verputzen. Farbe kann Risse nur um Bereich von paar μm halten. Ist wie beim Estrich, da kann man mit Scheinfuge entgegenwirken: |
| | Zeit:
16.04.2026 09:42:28 |
Die Begehung ist durch. Der Chef der Firma hat direkt jemanden von Caparol dabei gehabt.
Laut Aussage des Experten sind diese Haarrisse bei einer WDVS Fassade vollkommen normal und es handelt sich bei meinen Rissen nur um optische Mängel. Rissspachtel würde hier genügen.
Als ich Ihn darauf hingewiesen habe, dass alle Ecken auf Stoß ausgeführt wurden, meinte er, dass dies nichts an den Rissen geändert hätte. Es liegt hier angeblich einfach an einer thermischen Ausdehnung.
Ich habe um eine schriftliche Aussage gebeten, dass diese Risse tatsächlich nur optischer Natur sind.
Mal sehen was die Jahre bringen.
|
| | Zeit:
16.04.2026 11:57:01 |
Das habe ich übrigens in den Verarbeitungshinweisen des Herstellers gefunden: Demnach wurde die Dämmung schonmal "korrekt" verlegt.
|
| | Zeit:
21.04.2026 11:30:27 |
Ich habe nun eine schriftliche Aussage vom Hersteller des Systems bekommen: Schwundrissbildung in BeschichtungenAn Ihrem Objekt wurden Schwundrisse in der Beschichtung festgestellt. Diese Schwundrisse können entstehen, wenn strukturierte Putzflächen überstrichen werden. In den Vertiefungen der Putzstruktur bleibt beim Rollen naturgemäß mehr Farbe liegen. In Witterungsabhängigkeit ( Temperatur, Wind) trocknet die Oberfläche des Anstriches schneller ab als in den Vertiefungen, wodurch es dort zu der feinen Rissbildung kommen kann. Da sich diese Risse nur in den Anstrichoberflächen befinden, wird die Funktionsfähigkeit, das heißt Schlagregendichtigkeit, Wetterbeständigkeit und Haltbarkeit des Anstriches in keiner Weise beeinträchtigt. Der Anstrich ist voll funktionsfähig und es kann nicht von einem Mangel gesprochen werden, da die feinen Risse (Rissbreite < 0,2 mm) feuchtetechnisch unbedenklich und unter gebrauchsüblichen Bedingungen (Abstand, Blickpunkt) nicht erkennbar sind. Diese Aussage steht im Einklang mit dem WTA-Merkblatt Nr. 2-4 Ausgabe 8.2008/D „Beurteilung und Instandsetzung gerissener Putze und Fassaden“ der Wissenschaftlich Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege e.V. bzw. dem BFS-Merkblatt Nr. 9 „Beschichtung auf mineralischem Außenputz“ des Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz. Das bedeutet, dass diese Risse keinen Qualitätsmangel darstellen. Die Funktionstüchtigkeit des Anstriches bleibt voll erhalten. Also für mich sieht das nicht so aus als wäre der Riss nur in der Farbschicht...
|
| | Zeit:
22.04.2026 09:57:17 |
Für mich auch nicht.
Bleibt die Frage, ob es nur optische Beeinträchtigung ist, selbst wenn der Oberputz selbst gerissen ist, oder ob es funktionale Auswirkung hat bzw. haben kann, weil es uU tiefer geht. Bei mir ging es 20 Jahre gut, die Risse waren größer.
|
| | Zeit:
22.04.2026 12:03:05 |
Der Riss geht bis Dämmung durch. Wegen Gewebe vielleicht nicht an der gleichen Stelle.
Jede weitere Aufarbeitung ist aufwendig.
Weiteren Winter abwarten, danach versiegeln.
1. Mit Farbe überstreichen. Hält den Riss nicht zusammen und wird auch reissen, füllt aber den Spalt zum Teil.
2. Mit Kanüle/Spritze reinspritzen. - entweder mit höheren Festigkeit, wie Epoxid. Je nach Rissbreite/Kapillarwirkung mit Viskosotät exepimentieren. - oder was ganz plastisches und dünnflüssiges nehmen. Muss man aber wieder experimentieren. Mann kann z.B. M500 Hybridkleber mit Isopropanol verdünnen oder bei sika informieren: https://deu.sika.com/de/construction/produkte-a-z/sikaflex/kleben-und-dichteninderindustriellenfertigung.html
3. 100% technisch geht nur aufweiten und richtig füllen.
|
| | Zeit:
22.04.2026 12:26:17 |
Kannst bitte noch ein Bild vom Sockel und vom Anschluss der Fensterbänke an das WDVS (insbesondere der Endstücke) reinstellen? Das sind meist neuralgische Punkte, bei denen gerne Fehler gemacht werden.
|
| | Zeit:
22.04.2026 19:59:30 |
Hier noch ein paar Bilder: Der Sockel wird morgen von unten noch zu gemacht.
|
| | Zeit:
23.04.2026 07:54:53 |
Die Endstücke der Fensterbank sind vorbildlich eingeputzt. Was meinst du mit "zugemacht"?
|
| | Zeit:
23.04.2026 15:31:00 |
Der Sockel wurde von unten armiert und verputzt. Da ich nicht weiß ob ich den Sockelbereich unterhalb noch dämmen lasse sollte alles verputzt werden. Nicht, dass mir irgendwelche Viecher da run nagen.
Heute wurden auch die Risse mit Pufas FR3 verfüllt. Mal sehen wie lange das hält.
|
| | Zeit:
23.04.2026 21:22:02 |
Ich habe mir letzten die Reihenhäuser von Freunden angeschaut. Die Häuser wurden vor 13 Jahren gebaut und sind komplett ohne Risse. Die Dämmstärke beträgt jedoch 16cm.
|
| | Zeit:
24.04.2026 17:09:14 |
Ich habe die untersten Dämmplatten auf ein an der Wand festgeschraubtes Aluprofil gesetzt. Da nagt nichts dran.
|