Hallo Forumsmitglieder,
nachdem ich im letzten Winter ein paar Tests mit unserer Ölheizung (20kW Rotex, Baujahr 2001) gemacht habe glaube ich, dass bei uns das Thema Wärmepumpe in unserem Altbau machbar ist. Ich möchte das Thema gerne angehen, bevor die Ölheizung das zeitliche segnet und dann Panikaktionen angesagt sind. Ich habe hier schon einiges gelesen und auch Handwerker dagehabt. Mich treiben ein paar Fragen zum Thema Hydraulik um und ich hoffe ihr könnt mir Eure Einschätzung dazugeben.
Kurzdaten:
- Baujahr 1963, Teilsaniert 2020, Dach saniert 2023
- Nutzung EG 80qm FBH: Wohnzimmer, Küche, Bad mit Dusche (mit zus. Handtuchheizkörper)
- Nutzung OG: 80qm, 3 Schlafzimmer mit Heizkörpern / Bad mit Dusche und mittelgroßer Wanne mit FBH + Heizkörper,
- Nutzung DG: 60qm, sporadische Nutzung als Arbeitszimmer / Gästezimmer - alles Heizkörper mit 18°
- Keller: zwei Räume mit Heizkörpern überschlagen ca. 15-18°
- Haushalt mit vier Personen (2 Damen, eine badet viel)
- Mittlerer Verbrauch von 2.300l Heizöl über die letzten drei Jahre
- 17kWP PV-Anlage mit 10kWh Speicher
- Ich bin diesen Winter ohne Probleme mit 1,0-
Heizkurve gefahren. Die
Vorlauftemperatur war meiner Meinung nach auch bei
Temperaturen von -10° unter 50°. Wir haben einen Heizkörper, der bei Sollwertsprüngen von 3° viele Stunden braucht, um die Temperatur zu erreichen. Hier würde ich evtl. von Typ 22 auf Typ 33 umstellen
Bestehende Haushydraulik:
- 150l
Trinkwassertank (bisher nur selten zu klein)
- Nur ein Heizkreis für die Heizung
- Die Fußbodenheizung für EG und OG wird über eine Festwertregelstation im Heizkreisverteiler EG angefahren, die vom Keller versorgt wird. Vor der Festwertregelstation wird noch der Handtuchheizkörper für das Bad im EG abgezweigt
- An der Rotex ist im Rücklauf ein Honeywell VC4012 3-Wegeventil eingebaut, das zwischen Trinkwassertank und Heizkreis umschaltet
- Am Trinkwassertank ist am Anschluss "Z" eine Vortex Blue 5 One
Pumpe angeschlossen
Frage zur bestehenden Hydraulik:
Wir hatten bei der Sanierung damals eigentlich festgelegt, dass keine Zirkulation eingebaut werden soll. Ich denke, aber dass wir trotzdem eine haben (Z-Anschluss am Tank mit Vortex-Pumpe). Wenn man sich den Verlauf der Rohrleitungen im Haus anschaut, treffen an zwei Punkten der Warmwasseranschluss und der Zirkulationsanschluss zusammen (im Keller am Rohr zur Küche im EG und im DG vor dem Badezimmer). Frage 1: Ist das eine Zirkulationsinstallation? Das wird z. B. bei der Abschätzung der Heizlast in verschiedenen Rechner als Einfluss abgefragt.
Frage zur zukünftigen Hydraulik:
Bisher werden mir gerne Schichtspeicher mit 500l und einer
Frischwasserstation angeboten. Ich hätte gerne eine einfache Hydraulik: Warmwasser mit separatem 300l Wärmepumpen-Speicher, kleiner Reihenrücklaufpuffer 100l. Ein Heizkreis wie bisher und versuchen, die Temperatur im Vorlauf in Zukunft weiter runter zu bringen, wobei ich aber glaube, dass wir nie 40° erreichen, um Heizkörper und FBH ohne Festwertregelstation anzufahren. Frage 2: Spricht da bei unseren Voraussetzung etwas dagegen? Frage 3: Reichen 300l Warmwasserspeicher für vier Personen mit trägerer Wärmepumpe für unsere Situation aus?
Wenn ich sage, dass ich es gerne einfach haben möchte, kommt von den Handwerkern gleich das
Legionellenargument, worauf ich erwidere, sie mögen mir bitte einen Heizstab für den 300l-Tank anbieten. Frage 4: Ist Heizstab nicht sowieso eine gute Idee, dann hat man wenigsten Warmwasser, falls mal der Kompressor der Wärmepumpe kaputt geht. Ich denke aber, dass ein einphasiger einen 300l-Tank nicht richtig warm bringt, oder? Auf der anderen Seite haben wir jetzt auch keinen. Fürsprecher könnten jetzt wieder sagen: dann macht halt mit dem PV-Überschuss die Legionellen tot.
Es gibt zum Reihenrücklaufpuffer die Meinung, dass man den nicht braucht, wenn man eine Fußbodenheizung hat. Bei uns deckt die FBH weniger als die Hälfte der beheizten Quadratmeter und es ist eine Sanierungsversion mit nur 1cm
Estrich. Frage 5: Wie schätzt ihr die Notwendigkeit eines Reihenrücklaufpuffers ein? Er soll ja auch nicht besonders effizienzschädlich sein.
Kondensatabführung:
Bei uns könnte man das Kondensat der Wärmepumpe nach innen ins Haus abführen. Ein Handwerker sagt: klar super Lösung, der andere sagt: fachgerecht ist eine Rohrheizung erforderlich, die die Effizienz kaputt macht. Der Nachbar hat einfach ein dickes
KG-Rohr isoliert und das Kondensat nach innen geführt. Frage 6: Mein Haus ist von 1963 und nicht unbegrenzt von außen dicht - ist Kondensatversickernlassen außen eine gute Idee? Der "andere" Handwerker sagt: das ist viel weniger als ein Regenguss und da bleibt es ja bei Euch auch trocken.
Heizkreise spülen / Schlamm- &
Magnetitabscheider:
Die Röhrchen in der Festwertregelstation der FBH-Heizkreise haben schwarze Schlieren. Ich habe das damals bei der Sanierung schon angemeckert, aber es wurde nicht mehr behoben. Frage 7: Ist es sinnvoll, die Heizkreise vor dem Umbau zu spülen und das
Heizungswasser zu tauschen? Frage 8: Schlamm- &
Magnetitabscheider ist Pflicht?
Hausdurchführung der
Rohre:
Ich tendiere stark zur Monoblock mit
Propan statt zur Splitanlage weil ich in 15 Jahren nicht mehr Leitungen legen und Kernohrungen machen lassen möchte, wenn das Außengerät aufgibt. Ich benötige wahrscheinlich zwei
Kernbohrungen, um noch oberirdisch mit allen Rohren aus dem Keller zu kommen. Ein Handwerker sagt: klar kein Problem - KG-Rohre mit
Brunnenschaum. "Anderer" Handwerker sagt: wir nehmen Doymahausdurchführungen, da ist es auch egal wenn man doch teilweise unterirdisch in Haus muss. Der Nachbar hat KG-Rohr mit Dichtmasse in die Kernbohrung gesetzt und die Rohre im KG-Rohr mit Brunnenschaum fixiert. Frage 9: Doyma ist fachgerechte Ausführung, oder?
Danke schonmal im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen.
Viele Grüße,
Bastian