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Datenschutzhinweise

RGK in 238** - Planung / Machbarkeit / Vorgehensweise
Verfasser:
Urduliz
Zeit: 20.04.2026 23:02:23
0
3950830
Moin zusammen,
ich wage mich an das Projekt "Wärme aus dem Graben", komme aber trotz einiger Recherchen nicht recht voran wobei die Hindernisse sowohl die Technik als auch den Ablauf betreffen. Ich hoffe mit dem geballten Schwarmwissen und eurer Erfahrung platzt der Knoten. ;)

Das Oblekt (kürzlich erworben)
Liegenschaftskarte

Luftbild

Freistehendes EFH, BJ 1956, 100m² Wohnfläche auf 1200m² Grundstück.
Dach in 2014 neu gedeckt und nach damaligem Dämmstandard gedämmt.
Fenster komplett 3-fach verglast.
Zweischaliges Mauerwerk mit 7cm Einblasdämmung.
Momentan Gasheizung aus 1991 die ersetzt werden soll (zusammen mit den uralten Rippenheizkörpern).
Laut Geologischem Dienst SH hat der Boden in einer Tiefe von 0-50m eine "Wärmeleitfähigkeit von ca. 1,8" und besteht aus "Lehmsand über Lehm".
Ich habe die betreffende Fläche noch nicht getestet, aber in allen Beeten auf dem Grundstück ist ein klebriger lehmhaltiger Boden zu finden.
Wärmeleitfähigkeit Boden

Die Heizlast des Häuschens beträgt 8,5kW. Scheint mir (Bauchgefühl als Laie) etwas hoch und wenn's an die Planung der WP geht werde ich zur Sicherheit noch eine zweite Heizlastberechnung in Auftrag geben.

Zur Technik.
Am Trenchplanner habe ich mich versucht, blicke aber teilweise nicht so wirklich durch.

Waagerechte Verlegung. Hier müsste ich fast den ganzen Garten aufreißen um auf die 8,5kW zu kommen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=u1UbzIW0m0uCdwfYoxDj

Senkrecht sieht es besser aus, aber immer noch erschreckend viel (mir klingt der Slogen "RGK geht super auf kleinem Grundstück" im Ohr ;) )
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=1HdDZWRIQtsJwFtrrNlu

Über Korrekturen und/oder Optimierungen würde ich mich sehr freuen. :)

Zum Ablauf.
Ich möchte das ganze (RGK,WP, Tausch der Heizkörper bzw. Umbau auf Flächenheizung) mit der KFW 458 realisieren. Also brauche ich als erstes ein Angebot für das "Hauptgewerk". Einige Heizungsbauer kontaktiert und, ohne Ausnahme, die gleiche Antwort erhalten: warum wollen sie denn Erdwärme, viel zu kompliziert, wir hätten da tolle LW-WPs....
Einer wäre bereit eine SW-WP zu installieren, aber nur "wenn die Wärmequelle vorhanden und abgenommen ist". Vorher gibt's von ihm nicht mal ein Angebot. Ich kann ihn ja verstehen, warum sich die Arbeit mit so einem Sonderling machen der unbedingt Erdwärme will wenn er in der gleichen Zeit drei LW-WPs verkaufen kann. Hilft mir aber nicht weiter.
Wenn ich den RGK vorher baue gibt es dafür keine Förderung weil das Angebot des Hauptgewerks fehlt. Ein Teufelskreis, wie komme ich da raus?
Kennt jemand im Raum Lübeck-Hamburg Heizungsbauer die sich auf so ein Abenteuer einlassen?

Dann haben wir die Behörden. Ich muss den RGK anzeigen. Im
Formular
muss ich Angaben machen zu Planungsunternehmen, Bauunternehmen, Heizungsbauer, Hersteller/Modell/technische Daten der WP, Hersteller und Produktbezeichnung des Kollektors, Darstellung des erwarteten Schichtenprofils (muss ich jetzt ernsthaft für nen Kollektor knapp unter der Grasnarbe ein Bodengutachten erstellen lassen?), etc. Alles Angaben die ich erst habe wenn ich das Projekt beauftrage, ich kann aber erst beauftragen wenn nach Einreichung des Formulars keine Einwände der Wasserbehörde vorliegen. Noch ein Teufelskreis.

Wie baue ich den RGK? OK, nen Bagger mit Fahrer kann ich mieten. Slinkies ausmessen, zusammenstrapsen und in den Graben werfen kriege ich mit 1-2 Helfern auch hin. Aber wer macht die "Enden" der Rohre? Da muss ja sicher eine Art "Armatur" drauf an die die WP angeschlossen wird und, siehe oben, die Heizies gehen nicht mal in die Nähe so eines "in Heimarbeit gebauten Teufelszeugs". Wer füllt die Rohre mit Sole, kann ich das selber machen? Wer prüft ob alles dicht ist?
Löcher in die Kellerwand braucht's auch, das ist kein Hexenwerk, sollte jeder Bauunternehmer hinkriegen. Aber wo genau müssen die Kernbohrungen hin, wer legt das fest? Ist es möglich die Bohrungen dicht unter der Kellerdecke zu machen, mit den Rohren oberirdisch das Gebäude zu verlassen und sie dann ins Erdreich zu führen (ich würde gern das potentielle Risiko von Feuchtigkeit aus dem Erdreich minimieren)?

Ihr seht, ich bin maximal ratlos. Wie gehe ich hier am besten weiter vor? Muss ich mir am Ende doch als "Plan B" eine hässliche Kiste von LW-WP in den Garten stellen?

Viele Grüße
Matthias

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 21.04.2026 14:11:20
0
3950912
Hallo Matthias,

du hast zwei Möglichkeiten für eine Erstellung, klassisch in waagrechter Ausführung als RGK oder Sonderform als Wendegrabenkollektor.
Beim RGK würde ich zwei Solerohre 40x300m empfehlen, beim Wendegrabenkollektor werden 3x40x300m benötigt. Die Ausführung des Wendegrabenkollektors sowie Berechnungsgrundlage wird von crink beschrieben, er hat auch den Trenchplaner erstellt.
Berechnungsgrundlage Wendegrabenkollektor

Planvorschlag Wendegrabenkollektor

Vorschlag RGK

Beide Vorschläge sind bei dir möglich, Vorteil des RGK, man benötigt weniger Rohrmaterial, Soleflüssigkeit, kleineren Verteiler. Dafür hat man mehr Aufwand beim Aushub und verfüllen. Ein weiterer Vorteil ist der Sicherheitsaspekt, der Wendegrabenkollektor wird ausschließlich von oben erstellt, beim RGK betritt man den Graben und hier muss man auf das abböschen der Seitenwände achten.
Den Wendegrabenkollektor kann man auch mit einem kleineren 5-8t Bagger erstellen,
den RGK sollte man bei der Aushubmenge nicht mit einem großen Bagger ausführen.
Frage hier bei einem Tiefbauunternehmen an.

Zuerst solltest du bei der unteren Wasserbehörde den Kollektor anmelden und nachfragen ob es für dein Gebiet Auflagen gibt. Beschreibe wie dieser ausgeführt ist, Besonderheit des RGK sowie Wendegrabenkollektor, es gibt keine Trennstelle außerhalb der thermischen Hülle. Man kann jederzeit eine Drucküberwachung installieren, Soleflüssigkeit nach Lawa, Solerohr ist ein PE RC Rohr jenes besonders haltbar ist.
Den Kollektor kannst du auch selbst befüllen, hierzu benötigt man ein Solarbefüllstation jene man häufig ausleihen kann.
Die Durchführung der Solerohre durch den Keller erfolgt durch eine Ringraumdichtung. Der Verteiler wird direkt auf die Außenwand des Kellers montiert.
Hier gibt es Vorgaben wie man dies am besten ausführt.

Wolfgang

Verfasser:
Urduliz
Zeit: 21.04.2026 21:05:27
0
3950992
Hallo Wolfgang,
besten Dank für die Tipps und die Grabenentwürfe. Mit dem Wendegraben hatte ich mich och nicht beschäftigt, ist aber eine durchaus interessante Variante.
Im Endeffekt läuft es wohl darauf hinaus in welchen "sauren Apfel" ich beißen will: mehr Rohrmaterial oder mehr Aushub.
Ich tendiere zu mehr Rohrmaterial (obwohl beim Wendegraben kaum ein Stück Garten unangetastet bleibt) da für ein kleinerer Bagger reicht. Die Durchfahrt am Haus vorbei zum Garten ist recht eng, einen 8-Tonner kriege ich da nicht durch. Ein 5-Tonner könnte gerade so eben klappen.
Wieviel Zeit muss man für die 150m in 11 Teilstücken ungefähr veranschlagen (ausheben, Rohr verlegen, verfüllen)? Basierend auf anderen Bauberichten würde ich so 4 Tage schätzen, ist das in etwa realistisch?

Den Tanz mit der Wasserbehörde habe ich ja schon einmal absolviert, sie bestanden auf dem besagten Formular, bitte komplett ausgefüllt mit Stempel. Die Tatsache dass ich die gewünschten Angaben erst bekomme wenn ich das OK zum Kollektorbau habe war denen egal.
Aber gut, ich ruf' nochmal an, vielleicht bekomme ich ja jemanden mit mehr Kompromissbereitschaft ans Rohr. ;)

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