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Ein Winter mit der AIT Hybrox5, meine Erfahrungen
Verfasser:
Norbert_V
Zeit: 15.05.2026 11:25:45
0
3954675
Seit dem 16.10.26 ist nun bei mir eine AIT Hybrox5 mit dem Hydrauliktower HSV180 installiert. Hier nun meine Erfahrungen.
Erstmal die Daten zum Haus:
Doppelhaushälfte
Baujahr 1954
Wohnfläche ca. 80 m²
Fenster doppelverglast 1988, Wohnzimmer neu 2016, Scheiben Haustür neu 2023.
Neuer Estrich mit 40mm Styrodur drunter 2016.
Hohlwände (ca. 7cm) mit Glasschaumgranulat gefüllt.
Alle Räume mit Heizkörpern, nur im Bad FBH mit RTH.
Raumtemperaturen: Schlafzimmer, Flur 18 °C, Bad 21, sonst 20.

Ich bin leider etwas blauäugig an die Sache herangegangen. Im Sommer 2025 hatte ich den Entschluss getroffen, auf fossile Brennstoffe komplett zu verzichten. Eine Wärmepumpe sollte die 37 Jahre alte Gasheizung ersetzen. Ausserdem sollte eine PV-Anlage aufs Dach (mit Speicher) und ein E-Auto in die Grage.
Für die WP habe ich mir drei Angebote von örtlichen Heizungsbauern eingeholt. Mit allen dreien hatte ich Beratungsgespräche vor Ort geführt. Die Gespräche waren sehr interessant und dauerten bis zu einer Stunde. Im Nachhinein muss ich feststellen, dass leider alle keine gute und umfassende Beratung geboten haben. Wichtige Infos, z.B. zum Heizverhalten (keine HK-Thermostate benutzen, Regelung über Heizkurve) fehlten. Entweder verschweigt man so was bewusst, um die Kunden nicht abzuschrecken, oder die wissen es selber nicht besser.
Zwei haben mir eine Vaillant Arotherm plus VWL 35/8.1A mit Unitower plus VIH QW 190/7 E18 zu einem Preis von ca. 25000 Euro angeboten. Allerdings stand im Angebot, dass nach Aufwand abgerechnet wird. Der Dritte bot mir die AIT Hybrox5 für knapp über 20000 Euro an, ohne den Zusatz "abgerechnet wird nach Aufwand". Dass es nachher ca. 22000 wurden, lag an einigen zusätzlichen Sachen, die ich noch nachträglich mit rein genommen habe (z.B. einen 33er HK, Taupunktwächter für Kühlung).
Ich hatte mir die Anleitungen der WPs angeschaut und die technischen Daten verglichen. Es gab keine großen Unterschiede in der Effizienz und in den Geräuschangaben.
Da ich mit dem HB auch schon gute Erfahrungen gemacht hatte, habe ich mich für AIT entschieden.
Die Montage klappte recht reibungslos, in zwei Tagen lief die WP und machte die Wohnung und Warmwasser warm. Unangenehm fiel mir gleich der Lärmpegel des Aussengerät auf. 55 dB(A) habe ich in 1m Entfernung bei einer Heizleistung von 2,3 kW gemessen. Und im Haus war Nachts ein unangenehmes Brummen wahrzunehmen. Nach mehreren Besuchen des HBs und auch des Werkskundendienstes wurde als Lösung für Nachts der Silentmodus eingestellt. Das reduziert auch den Lärmpegel wirksam und es war kein Brummen mehr wahrzunehmen. Für AIT und den Heizungsbauer war es damit erledigt. Aber auch die Effizienz litt darunter. Jedenfalls schien der Stromverbrauch im Verhältnis zur Heizleistung zu steigen. Ich habe deshalb den Silentmodus wieder abgestellt.
Darüber hinaus zeigte sich schnell, dass die WP zu groß ist. Ab 4 °C Aussentemperatur fängt sie zu takten an. AIT hat zwar die Hysterese für den Heizkreis von 2 auf 3,5 K erhöht (später wieder wegen Komfortverlust auf 3 zurückgenommen) und die max. Heizleistung auf 4 kW reduziert, aber trotzdem bleiben ab 4°C 8-9 Takte in 24h. Auch der hydraulische Abgleich wurde gemacht. Allerdings passte danach gar nichts mehr. Das Wohnzimmer z.B. blieb kalt.
In der Zwischenzeit hatte ich mich hier im Forum schlauer gemacht und einige Ratschläge umgesetzt. Ich habe alle HK-Thermostatköpfe demontiert und einen thermischen Abgleich gemacht. Das Überströmventil wurde neu eingestellt, so dass es nun nur noch beim Abtauen anspricht, wenn der max. Volumenstrom benötigt wird.
Einen Fehler hat der HB meiner Meinung nach noch gemacht, indem er die Bohrung für die oberirdische Hauseinführung vom Aussengerät nicht groß genug gebohrt hat und dadurch kein Raum mehr für eine Abdichtung blieb. Er sagt dazu: Machen wir immer so, soll so.

Soweit zur Geschichte. Nun läuft die Wärmepumpe seit einigen Monaten und ich habe eine Bilanz für den Winter gezogen.
Das Haus wird warm, die WP läuft ohne Störungen. Für den Zeitraum vom 01.01.25 bis 31.04.26 habe ich die Stromverbräuche über einen Shelly Energiemesser (der sitzt direkt unter dem FI der Wärmepumpe) erhoben und die Heizleistung aus der Wärmepumpe ausgelesen (habe leider keinen externen Wärmemesser).
Für diesen Zeitraum hat die WP 1950 kWh aufgenommen. Multipliziert mit meinem Arbeitspreis von 0,28 Euro/kwh komme ich auf 546 Euro an Stromkosten. Die Gradtagszahl für den Zeitraum ist 2684.
Meine alte Gasheizung verbrauchte vom 01.11.24 bis zum 31.04.26 692 m³ Gas. Der Brennwert war 11,5 und mein Arbeitspreis 0,1 Euro/kWh. Grundpreis 18,33 Euro/Monat. Die Stromkosten für die Umwälzpumpe lagen bei ca. 7 Euro/Monat (den für die Steuerung kenne ich nicht, der müsste eigentlich auch noch da drauf). Da die Gradtagszahl mit 2588 um ca. 100 unter der von diesem Winter lag, habe ich 10 m³ Gas auf den Verbrauch addiert. Damit hat mich das Heizen mit Gas in dem Zeitraum 959 Euro gekostet. Dazu ist noch anzumerken, dass ich in 2022 den Gasverbrauch durch ein paar Maßnahmen (die auch den Komfort beeinträchtig haben) um über 30 % gesenkt hatte.
Wenn ich die Mehrkosten für die gestiegene Wohngebäudeversicherung abrechne, dann habe ich also eine Einsparung von ca. 350 Euro für den Zeitraum von November bis April. Ohne Berücksichtigung der PV-Anlage.
Was die im Winter zur Reduzierung der Heizkosten beiträgt kann ich leider noch nicht so richtig sagen. Ich bin noch dabei, die ermittelten Werte richtig einzuordnen. Sie hat allerdings im betrachteten Zeitraum 3351 kWh erzeugt.

Mein erstes Fazit:
Eine WP ist auch in einem Altbau von den laufenden Kosten her wirtschaftlich zu betreiben. Zumindest, wenn man ein paar Dämmmaßnahmen durchführt. Die Wohnung wird warm. Und man sollte sich vorher sorgfältig vorbereiten und sich nicht auf die Heizungsbauer und irgendwelche Datenblätter und Werbeversprechen verlassen (Thema Geräusche).

Verfasser:
DMS20
Zeit: 15.05.2026 12:29:54
0
3954691
Vielen Dank für diesen ehrlichen Erfahrungsbericht!

Bitte ein paar Angaben präzisieren/korrigieren:

- Seit dem 16.10.26 ist nun bei mir eine AIT Hybrox5 -->> gemeint ist 16.10.2025?

- Für diesen Zeitraum hat die WP 1950 kWh aufgenommen -->> also vom 16.10.2025 bis 30.04.2026? Fast eine gesamte Heizsaison.

- welche Wärmemenge hat die WP in dieser Zeitspanne produziert?

- Meine alte Gasheizung verbrauchte vom 01.11.24 bis zum 31.04.26 692 m³ Gas
-- >> hast du die Gasheizung parallel betrieben?

- PV ... Sie hat allerdings im betrachteten Zeitraum 3351 kWh erzeugt. -->> welchen Zeitraum meinst du?
Wieviel kWp hast du installiert?
Das BEV ist auch schon vorhanden?

Falls der Gasverbrauch sich auch auf eine Heizperiode bezieht und die 692m³ Gas repräsentativ für einen Vergleich mit deiner ersten Heizsaison mit der WP wären, könnte man eine erste Rechnung auch so aufstellen:

692m³ H-Gas, Heizwert 10,2 kWh (Brennwertgerät wirst du höchstwahrscheinlich vor 37 Jahren nicht bekommen haben; bezahlt hast du den Brennwert aber trotzdem), Jahrennutzungsgrad 80% -> 5650kWh bleiben verfügbar für die Heizung.
Nehmen wir an, dass soviel Energie auch die WP bereitstellen musste, relultiert eine JAZ von 2,9.

Verfasser:
Norbert_V
Zeit: 15.05.2026 13:15:59
0
3954703
Da bin ich ein paar Mal mit 25 und 26 durcheinander gekommen.
Also WP ab 16.10.25.

"Dieser Zeitraum" ist vom 01.11.25 bis 30.04.26 bei der WP und 01.11.24 bis 30.04.25 bei der Gasheizung. Auch die 3351 kWh der PV sind vom 01.11.25 bis 30.04.26.

Gasheizung wurde ausgebaut bei Montage der WP

Die PV hat 14,7 kWp und der Speicher 9,7 kWh

Das BEV habe ich im Dezember 2025 bekommen.

OK, ich habe im Netz gesucht. Heizwert ist dann ca. 10,36 (11,5 / 1,11). Wenn ich das richtig verstehe, dann muss ich bei der Gasheizung noch 11% aufschlagen, oder?
Die alte Gasheizung war natürlich noch kein Brennwertgerät.

Wegen der Heizleistung der WP muss ich nachher nachschauen.

Verfasser:
DMS20
Zeit: 15.05.2026 13:42:11
0
3954710
Zitat von Norbert_V Beitrag anzeigen
K, ich habe im Netz gesucht. Heizwert ist dann ca. 10,36 (11,5 / 1,11). Wenn ich das richtig verstehe, dann muss ich bei der Gasheizung noch 11% aufschlagen, oder?
Nein - wenn ich deine Frage richtig verstanden habe:

- du hast 692m³ Gas verbraucht und dafür
- (692 * 11,4kWh) 7890kWh in Rechnung gestellt bekommen (Brennwert)
- davon konnte dein Gas-Wärmeerzeuger ohnehin nur (692 * 10,36) 7170 kWh nutzen (Heizwert), der Rest ist schon direkt nach dem Verbrennungsvorgang mit dem Abgas als Wasserdampf verschwunden.
- in meiner Überschlagsrechnung bin ich dann noch von einem Wirkungsgrad von 80% ausgegangen durch die weiteren Energieverluste, die unabhängig von Brennwert-oder-nicht auf dem Weg vom Brennraum bis zu den Vorlauf-/Rücklaufrohren anfallen. Es gibt auch Foristen, die bei so alten Gasheizungen von noch nennenswert höheren Verlusten ausgehen.

Deshalb wird es ja so spannend zu erfahren, wieviel Wärmeenergie deine WP nun in deinen Heizkreislauf abliefern muss.

;-)

Verfasser:
Norbert_V
Zeit: 15.05.2026 14:31:11
0
3954717
OK, stimmt und ist logisch. Es geht ja um die Kosten.

Ich habe nun mal die WP ausgelesen (kein externer WMZ).
Vom 01.11.25 bis zum 31.04.26 hat die WP 7663 kWh Heizenergie erzeugt. Davon entfallen 849 kWh auf die Warmwassererzeugung. Dafür wurden 1950 kWh Strom aufgewendet. Damt komme ich auf eine AZ von 3,93.

Verfasser:
RayKrebs
Zeit: 16.05.2026 16:29:05
0
3954841
Was Du bisher nicht geschrieben hast, welche VLT bei NAT ist nötig, auch welche NAT in Deiner Region und welche WW-Temperatur? Für Heizkörper inklusive WW, quasi die schlechtesten Monate, ist die AZ von knapp 4 von 1.11. bis 30.04. recht passabel.

Verfasser:
ajokr
Zeit: 17.05.2026 07:39:36
0
3954910
Hast du mal die untere Leistungsgrenze antesten können? Also wieviel kW Strom verbraucht und wieviel kW Wärme mindestens erzeugt wird, bevor die Kiste abschaltet?
Und welchen Volumenstrom fährt die Anlage, modulierend oder konstant?

Verfasser:
Norbert_V
Zeit: 18.05.2026 21:43:34
0
3955215
Zitat von RayKrebs Beitrag anzeigen
Was Du bisher nicht geschrieben hast, welche VLT bei NAT ist nötig, auch welche NAT in Deiner Region und welche WW-Temperatur? Für Heizkörper inklusive WW, quasi die schlechtesten Monate, ist die AZ von knapp 4 von 1.11. bis 30.04. recht passabel.


NAT ist es hier 9,5 °C und WW lasse ich von Frühjahr bis Herbst am Nachmittag auf 55°C aufheizen, um die PV gut zu nutzen.
Die Hybrox5 ist rücklaufgeregelt, deshalb kenn ich bei NAT nur die Rücklauftemperatur von 34,5°C.

Verfasser:
Norbert_V
Zeit: 18.05.2026 21:54:13
0
3955217
Zitat von ajokr Beitrag anzeigen
Hast du mal die untere Leistungsgrenze antesten können? Also wieviel kW Strom verbraucht und wieviel kW Wärme mindestens erzeugt wird, bevor die Kiste abschaltet?
Und welchen Volumenstrom fährt die Anlage, modulierend oder konstant?

Bei Temperaturen über 0°C hat sie bisher nicht unter 2,2 kW Heizleistung geregelt. Die Stromaufnahme ist dabei recht unterschiedlich. Ich habe da schon mit dem Shelly etwas über 400 Watt gemessen, aber auch über 500. Meistens sind es zwischen 400 und 450 W.
Bei Temperaturen unter 0 ging die Heizleistung auch schon auf 1,9 kW runter. Leider weiss ich aber nicht mehr, wie da die Stromaufnahme war.

Verfasser:
Norbert_V
Zeit: 18.05.2026 22:22:53
0
3955221
Ergänzung zu WW: von November 2025 bis Mitte März 2026 hatte ich eine Solltemperatur von 50°C und eine Hysterese von 4K. Da wurde immer zweimal am Tag WW aufgeheizt.

Verfasser:
joe115
Zeit: 18.05.2026 22:45:31
0
3955224
Tipp: geh mit der Hysterese hoch. Bei 50grad WW gehen da ohne weiteres 8-10K. Das erhöhtt deine AZ. Parallel kannst du die WW Temp Stück für Stück senken, solange es der Komfortanspruch zulässt.

Verfasser:
Norbert_V
Zeit: 18.05.2026 22:48:17
0
3955225
Zitat von Norbert_V Beitrag anzeigen
Zitat von RayKrebs Beitrag anzeigen
[...]


NAT ist es hier 9,5 °C und WW lasse ich von Frühjahr bis Herbst am Nachmittag auf 55°C aufheizen, um die PV gut zu nutzen.
Die Hybrox5 ist rücklaufgeregelt, deshalb kenn ich bei NAT nur die Rücklauftemperatur von 34,5°C.

Habe Mist geschrieben:
NAT natürlich -9,5 °C und 34,5 ist die Temperatur der Heizkurve bei -20°C. Die Temperatur bei NAT muss ich nachschauen, war irgendwie in der Luxtronic nicht direkt einzugeben, musste durch probieren ermittelt werden.

Verfasser:
Norbert_V
Zeit: 19.05.2026 21:38:28
0
3956380
Zitat von joe115 Beitrag anzeigen
Tipp: geh mit der Hysterese hoch. Bei 50grad WW gehen da ohne weiteres 8-10K. Das erhöhtt deine AZ. Parallel kannst du die WW Temp Stück für Stück senken, solange es der Komfortanspruch zulässt.


Ich nutze das WW auch zum Abwaschen, da will ich schon über 45°C haben. Deshalb muss ich auf ein bisschen Effizienz verzichten. Beim Heizkreis habe ich aber die Vorlauftemperatur recht tief drücken können.

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