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Fragen zum Brunnen bauen - Tiefbrunnenpumpe, Druckschalter, Frost
Verfasser:
IchBinDerBenutzer
Zeit: 07.06.2026 15:53:54
0
3959327
Hallo zusammen!

Ich bin neu beim Thema Brunnen, und benötige eure Hilfe. Vielen Dank schon mal im Voraus.

Wir haben einen Brunnen bohren lassen für eine Tiefbrunnenpumpe. Leider haben wir leichte Probleme mit dem Brunnenbauer - wir können ihn nicht mehr erreichen bzgl. er meldet sich nicht bei uns zurück. Da das nun schon einige Wochen so geht, überlegen wir, das Thema selbst in die Hand zu nehmen.

Das gebohrte Loch ist ca. 10,5-11m tief. Es wurden bereits 2m Filter unten eingesetzt - jedenfalls war das so besprochen und wir hoffen, dass das tatsächlich passiert ist.

Der Brunnenbauer sagte, eine 3 Zoll Pumpe würde technisch passen, riet aber zu einer 2-2,5 Zoll Pumpe. Er sagte, da die Kabellage bei den günstigeren Pumpen am Rand vorbeigeführt wird, könnte diese sonst beim Herausnehmen im Winter stecken bleiben/es zu Problemen kommen.

Wir wollen den Brunnen hauptsächlich zur Gartenbewässerung nutzen. Wir planen, ein Bewässerungssystem (Hunter) zu installieren, um damit hauptsächlich Rasenflächen (ca. 500qm) zu bewässern. Wir denken, dass es höchstwahrscheinlich in ein paar Zonen unterteilt werden sollte, um genug Wasserdruck zu haben, zum Wässern als auch um damit die Sprinkler herausfahren können.


Teil 1 unserer Fragen:

Jetzt wollten wir folgende Dinge/Geräte kaufen und die Frage ist, ob das Sinn macht:

- CHM Tiefbrunnenpumpe 2,5 Zoll 550 Watt 2800 L/h 8,2 Bar mit Schaltbox Tauchpumpe Brunnenpumpe bis 3% sandverträglich (https://amzn.to/4edAmmD)
- Druckschalter/Pumpensteuerung Alternative 1: MONZANA® Druckschalter Wasserpumpe mit Kabel 10 Bar Trockenlaufschutz Pumpensteuerung Hauswasserwerk Druckwächter Gartenpumpe Drucktaster (https://amzn.to/4g5n0Ly)
- Druckschalter/Pumpensteuerung Alternative 2: KESSER® Pumpensteuerung mit Baranzeige | mit Kabel | 10 bar Druckwächter Elektronische Pumpensteuerung | Druckschalter (https://amzn.to/4odFziF)

Könnt ihr uns sagen, ob das Sinn macht oder nicht? Falls nicht, was würdet ihr empfehlen?


Teil 2 unserer Fragen:

Wir haben dieses Video gefunden bzgl. dem Installieren/Herablassen usw. einer Tiefbrunnenpumpe:

- https://youtu.be/XQGSbdNbKOU?is=4vuOilcsX4B4JWOZ

Macht das so Sinn, auch mit dem Deckel oben, der Befestigung usw.? Oder sollte man es irgendwie anders machen?


Teil 3 unserer Fragen:

Wir würden die Pumpe (es wird keine frostsichere Brunnenstube geben) im Winter gerne unten drin lassen, so dass wir weder die Pumpe, noch das lange PE-Rohr herausziehen und woanders lagern müssen.

Ist das möglich?

Unser Verständnis als Laien ist derzeit, dass das nur möglich ist, wenn direkt oberhalb der Pumpe kein Rückschlagventil ist, da dieses ja dazu führen würde, dass das Wasser von unten bis oben im PE-Rohr stehen bleiben würde und dann eben frieren könnte.

Wenn es aber dann da unten oberhalb der Pumpe kein Rückschlagventil gibt, wäre das dann nicht schlecht für die Pumpe (würde das Wasser nach dem Pumpvorgang dann nicht immer nach unten in die Pumpe gedrückt werden?)? Oder schlecht aus anderen Gründen?

Hier dann auch das Thema, dass es wohl Tiefbrunnenpumpen mit und ohne eingebautes Rückschlagventil geben soll.

Ganz, ganz vielen Dank für eure Hilfe!

Viele Grüße!

Verfasser:
wpibex
Zeit: 07.06.2026 18:13:01
0
3959349
Hallo,...
für Brunnen ist das hier das falsche Forum.
Frage Tante Guhgel mit "Brunnen Selbstbau"

Verfasser:
Brendler
Zeit: 07.06.2026 18:30:11
0
3959353
Ihr wollt jetzt schon kaufen aber wisst eigentlich noch überhaupt nicht, was ihr brauchen könnt und was ihr braucht.

Der bessere Weg wäre erst

- heraus finden, was der Brunnen liefern kann. Das wäre eigentlich Aufgabe des Brunnenbauers gewesen der euch sagt, soundsoviel Wasser/std kann man aus dem Brunnen problemlos pumpen. Das zu wissen ist ein MUSS.

- danach werden dann die Bewässerungskreise geplant.

- dann sucht man sich eine Pumpe die mit ihrer Leistung dazu passt. Wie man das macht, wird hier gut erklärt

https://www.bewaesserung-selbst-bauen.de/pumpenberatung-welche-leistung-benoetigt-meine-pumpe.html

Zum Thema frostfrei.

Die Pumpe bleibt immer im Brunnen. Sie braucht auch keinen Rückflussverhinderer.
Der Durchflusswächter, der die Pumpe steuert, hat innen einen Rückflussverhinderer. Der reicht.

Der ist aber auch der Knackpunkt. Die Bewässerungsleitungen kann man mit Druckluft entwässern, nicht aber den Durchflusswächter. Der muss dazu immer abgebaut werden.

Es gibt aber Durchflusswächter, die kann man so umbauen, dass man sie im Winter auch entwässert bekommt ohne sie abzubauen.

Grüße Peter
brendler-regenwasser.de

Verfasser:
Anton35
Zeit: 07.06.2026 20:25:36
0
3959369
Wenn die Bewässerungsanlage auch unbeaufsichtigt im Urlaub laufen soll und ein Schlauch- bzw. Leitungsbruch vor der Bewässerungssteuerung zu einer Überschwemmung führen kann, ist ggf. ein Überschwemmungsschutz sinnvoll.

Dieses kann eine Überwachung der Pumpenlaufzeit sein. Läuft die Pumpe länger als die längste Bewässerungszeit, wird die Pumpe abgeschaltet und kann erst nach einer Quittierung des Fehlers wieder gestartet werden.

Verfasser:
Oelwechsler
Zeit: 08.06.2026 08:32:29
0
3959413
Zitat von Brendler Beitrag anzeigen
heraus finden, was der Brunnen liefern kann. Das wäre eigentlich Aufgabe des Brunnenbauers gewesen der euch sagt, soundsoviel Wasser/std kann man aus dem Brunnen problemlos pumpen. Das zu wissen ist ein MUSS
... wie stellt er das a am besten an, wenn sein Brunnenbauer weggelaufen ist? Interessiert mich auch, weil ich einen Brunnen ohne bekannter Kapazität übernommen habe und auch auf Tiefbrunnenpumpe mit Beregnung gern umstellen würde...

Verfasser:
IchBinDerBenutzer
Zeit: 08.06.2026 10:57:32
0
3959438
Zitat von Brendler Beitrag anzeigen
Zum Thema frostfrei.

Die Pumpe bleibt immer im Brunnen. Sie braucht auch keinen Rückflussverhinderer.
Der Durchflusswächter, der die Pumpe steuert, hat innen einen Rückflussverhinderer. Der reicht.

Der ist aber auch der Knackpunkt. Die Bewässerungsleitungen kann man mit Druckluft entwässern, nicht aber den Durchflusswächter. Der muss dazu immer abgebaut werden.

Es gibt aber Durchflusswächter, die kann man so umbauen, dass man sie im Winter auch entwässert bekommt ohne sie abzubauen.


Vielen Dank, Brendler!

Wenn nur der Durchflusswächter (ist das das Gleiche wie ein Druckschalter/Pumpensteuerung?) einen Rückflussverhinderer (ist das das Gleiche wie ein Rückschlgaventil?) hat, die Tiefbrunnenpumpe aber nicht, bedeutet das, dass wenn die Pumpe/das Bewässerungssystem ausgeht, das Wasser aus dem PE-Rohr, das an die Tiefbrunnenpumpe angeschlossen ist, wieder bis ganz nach unten ins Grundwasser fließt, sprich in die Tiefbrunnenpumpe hinein?

Wenn ja, ist das OK bei allen Pumpen oder kann das dieser schaden?

Bedeutet das auch, dass wenn die Pumpe angeht, das Wasser immer erst die 10 Meter durch das PE-Rohr bis nach oben gepumpt werden muss, man dadurch also erstmal ein paar Sekunden warten muss bis Wasser kommt?

Ich hatte vermutet, dass das Rückschlgaventil direkt oberhalb der Tiefbrunnenpumpe das verhindern würde. Aber dann würde eben das Wasser wieder im PE-Rohr stehen und dann im Winter einfrieren, was ich ja verhindern möchte.

Wie verhält sich das bzw. wie löst man das?


Die im Garten verlegten Bewässerungsleitungen würde ich per Ventil und Kompressor ausblasen, kein Problem.


Den Durchflusswächter oben kann ich theoretisch abbauen, ja. Aber du schreibst:

Zitat von Brendler Beitrag anzeigen
Es gibt aber Durchflusswächter, die kann man so umbauen, dass man sie im Winter auch entwässert bekommt ohne sie abzubauen.


Muss man den wirklich umbauen oder kann man den so kaufen? Hast du hier eine Empfehlung, die Sinn macht und nicht die Bank sprengt?


Vielen Dank für deine Hilfe!

Verfasser:
Brendler
Zeit: 08.06.2026 17:00:17
0
3959490
Durchflusswächter (ist das das Gleiche wie ein Druckschalter/Pumpensteuerung?)

Der Durchflusswächter ist eine Art von Pumpensteuerung. Die Bezeichnung dafür ist nicht einheitlich. Ua liest man Druckwächter, Schaltautomat oder Presscontrol. Alles meint das selbe. Und eben auch fälschlicherweise wird das Teil Druckschalter genannt.

Die Unterschiede zwischen einem Druckschalter und Durchflusswächter(DW) liegen in der Art, wie die Pumpe abgeschaltet wird.

Bei einem Druckschalter wird immer an einem bestimmten Druck abgeschaltet. Er funktioniert nur zusammen mit einem Ausdehnungsgefäß(MAG)

Durchflusswächter schaltet ab, wenn der Durchfluss gegen Null geht. Der braucht kein MAG

Wie die Unterschiede im Detail sind, habe ich hier zusammengstellt.

Wenn nur der Durchflusswächter... einen Rückflussverhinderer(RV) ... hat, die Tiefbrunnenpumpe aber nicht, bedeutet das, dass ... das Wasser aus dem PE-Rohr, ... wieder bis ganz nach unten ins Grundwasser fließt,

Nein. Das ergibt eine "hängende Wassersäule". Das Wasser bleibt im Rohr genauso wie die Limo im Strohalm wenn man in aus der Flasche zieht und den Daumen draufhält. Das funktioniert aber nur, wenn der Wasserspiegel nicht tiefer als 9m unter der Steuerung steht.

Den Durchflusswächter oben kann ich theoretisch abbauen,

Das wird wesentlich vereinfacht wenn man Eingang und Ausgang mit so einer Verbindung anschließt. Die lässt sich einfach handeln.



Es gibt aber Durchflusswächter, die kann man so umbauen, ...Muss man den wirklich umbauen oder kann man den so kaufen?


Die gibt es nicht zu kaufen.

Bei manchen DW ist der RV gleichzeitig ein Teil der Steuerung, bei anderen ist er nur für die Rückhaltung zuständig. Den kann man ausbauen.Wie so ein Teil innen aussieht, dazu dieses Video.

https://www.youtube.com/watch?v=OFsXyGg-S5Q

Dann kommt so ein RV unter den DW. Um den zu entwässern müssen nur die beiden Schräubchen gedreht werden.



Die Steuerung im Video hat kein Manometer. Ein Manometer an oder nach der Steuerung und dann ein Absperrventil sind mE jeweils ein MUSS um eine Kontrolle über die Druckverhältnisse zu haben.

... wie stellt er das am besten an, [die Ergiebigkeit des Brunnen zu testen] wenn sein Brunnenbauer weggelaufen ist?

Dazu kann ich Dir nur allgemein was sagen. Fundierte Angaben dazu bekommst nur von jemand, der sich wirklich damit auskennt.

Im Prinzip willst Du wissen, wie schnell abgepumptes Wasser nachfließt.

Eine pi x Daumen-Möglichkeit:

Du lässt die Pumpe gedrosselt mindestens 1std laufen und misst dann, wieviel das Wasser gesunken ist. Dann steigerst Du die Menge wieder für 1std und misst. Der Wasserstand muss sich aber eingepegelt haben. Das machst Du über meherere Stunden. Du darfst aber immer erst dann erhöhen, wenn der Wasserstand sich nicht mehr ändert.

Irgendwann ist Schluss, der Brunnen ist leer oder die Pumpe selbst hat ihr maximum erreicht. Wann man da wirklich aufhört, ich weiß es nicht.

Jetzt misst Du die Zeit wie lange es dauert, bis der ursprüngliche Wasserstand erreicht ist. Damit kannst Du die Liter/std ermitteln, die im Brunnen nachlaufen.

Davon 50-80% wäre die Wassermenge, die Du dem Brunnen dauerhaft abverlangen kannst.

Aber nochmal, das ist angelesenes Halbwissen für den Hausgebrauch und entsprechend mit Vorsicht zu genießen.

Grüße Peter
www.brendler-regenwasser.de

Verfasser:
MD2000
Zeit: 08.06.2026 20:14:05
0
3959506
Brunnenbauer benutzen Wasserstands-Messgeräte. Die sehen aus wie eine Kabeltrommel. Die Sonde kommt in das Brunnenrohr und piept bei Wasserkontakt.

Bei der Wasserentnahme sollte der Wasserspiegel nicht zu stark absinken, auf keinen Fall unter die Filterstrecke. Normalerweise hängt die Pumpe über der Filterstrecke und darüber sollte auch noch etwas Reserve sein.

Privat könnte man den Wasserstand ggf. mit einem heutzutage relativ günstigen Videoendoskop bestimmen.

Für die Frostsicherheit reicht es eigentlich, wenn der erste Meter des PE-Rohres wasserfrei ist. Das könnte man vor dem Winter auch einfach absaugen.

Alternativ kann man auch etwas Erde um das Rohr ausheben und einen kleinen Schachtring setzen. Meiner ist 40 cm tief und darüber liegt eine Mamorplatte. Da ist noch nie was eingefroren, auch wenn ich das Wasser nicht ablasse.

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