Hallo zusammen,
ich stehe vor der Entscheidung für eine neue Wärmepumpe. Mein Heizungsbauer tendiert sehr stark zur kleinsten Variante, während ich deutliche Bauchschmerzen habe. Ich würde mir hierzu gerne ein paar Meinungen einholen.
Hier die Rahmendaten zum Haus:
* **Baujahr:** 2004 (Standard der damaligen EnEV)
* **Wohnfläche:** 160 m²
* **Personen:** 3 Personen (Warmwasser läuft über die Heizung)
* **Zusatzheizung:** Ein
Kaminofen ist vorhanden und wird an kalten Tagen regelmäßig genutzt (Verbrauch ca. 2–3
Raummeter Holz pro Jahr).
Heizflächen &
Vorlauftemperaturen:
Im Haus sind Heizkörper verbaut. Bisher lag die maximale Vorlauftemperatur im tiefsten Winter bei ca. 55 °C. Im Zuge des Wärmepumpeneinbaus werde ich jedoch kritische Heizkörper deutlich vergrößern. Rechnerisch sollte ich damit die maximale Vorlauftemperatur auf ca. 45 °C absenken können.
Bisheriger Verbrauch & Heizlast:
Der reine Gasverbrauch lag in den letzten Jahren im Schnitt bei ca. 10.000 kWh/Jahr, in Spitzenjahren (wenn weniger mit Holz zugeheizt wurde) auch mal bei bis zu 13.000 kWh.
Wenn ich den reinen Gasverbrauch über die Schweizer Formel überschlage (10.000 kWh / 2.200
Vollnutzungsstunden), lande ich bei einer theoretischen Heizlast von knapp 4,5 bis 4,6 kW (deckt sich mit meiner Berechnung mit Heizreport) für den Gas-Anteil. Bezieht man das Holz mit ein, liegt die reale Heizlast des Hauses natürlich ein Stück höher.
Das Dilemma bzw. die Frage:
Mein Heizungsbauer ist fest davon überzeugt, dass die aroTHERM plus VWL 35/5* absolut ausreicht.
Ich schwanke jedoch stark zur VWL 55/5. Soweit ich weiß, sind die beiden Modelle (35 und 55) technisch und baulich absolut identisch (gleicher Verdichter, gleiches Gehäuse), wobei die 35er lediglich softwareseitig nach oben hin begrenzt ist. Das bedeutet ja auch, dass die VWL 55 im unteren
Modulationsbereich genauso weit herunterkommt wie die 35er – das oft gefürchtete "Takten" in der Übergangszeit wegen Überdimensionierung dürfte hier bei der 55er also kein Argument sein.
Der preisliche Unterschied bei den Anschaffungskosten ist minimal. Die VWL 55 würde mir aber deutlich mehr Seelenfrieden beim Warmwasserkomfort für 3 Personen bieten und verhindern, dass im tiefen Winter (falls der Kamin mal aus bleibt) sofort der Heizstab einspringen muss – zumal bei Heizkörpern im Vergleich zur Fußbodenheizung ja auch etwas weniger thermische Speichermasse im System vorhanden ist.
Übersehe ich hier irgendetwas oder spricht aus eurer Sicht irgendetwas dagegen, auf die VWL 55 zu setzen?
Vielen Dank für eure Einschätzungen