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Neubau: Heizung mir Erdwärme über Erdsonden und Sole/Wasser-Wärmepumpen?
Verfasser:
Verena Lindig
Zeit: 16.12.2005 07:26:31
0
294793
Hallo,

mein Freund und ich sind gerade in der Sanitär/Heizung/Abwasser-Planphase für unser Einfamilienhaus, dessen Bau im März 2006 beginnen soll.

Die Heizfläche wird ca. 200qm sein, die Bauweise "ganz normal" (also keine spezielle Niedrigenergie oder Dämmung) und zunächst werden wir ein 2-Personen-Haushalt sein, was sich in den nächsten Jahren aber aller Voraussicht nach aber ändern wird (so ca. 4 Personen).
Unser Heiz- und Duschverhalten würde ich als durchschnittlich bezeichnen.
Als Heizungssystem haben wir uns für Fussbodenheizung entschieden, werden aber im Wohnzimmer auch einen offenen Kamin installieren.
Soviel zu den äußeren Umständen. Nun mein Problem:

Nachdem wir schon über Solaranlagen/Gas/Öl/Pellets nachgedacht haben sind wir an der Idee mit der Erwärme per Tiefenbohrung hängengeblieben. Allerdings haben uns jetzt verschiedene Gespräche mit verschiedenen Installateuren komplett verwirrt:
Der Konsens ist allenthalben der, dass das wohl eine Energie der Zukunft ist, die durchaus Ihre Vorteil hat, die aber in der Anschaffung (allein durch die Bohrung) sehr teuer ist. Ausserdem müsse man zusätzlich über Strom heizen, was natürlich auch ins Geld geht. Gerade das Bad bekommt man zum duschen/baden durch die Fußbodenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur nicht auf die gewünschte Temperatur und hier wäre eine extra Heizung mit Strombetrieb anzubringen. Sorgen macht mir auch die sog. Legionärskrankheit, denn diese Viecher im Trinkwasser bekomme ich mit so niedrigen Temperaturen ja nicht abgetötet, oder?
Ausserdem ist auch die Frage bezüglich der Langlebigkeit dieser Anlagen. Ist diese Technik nicht relativ neu? Und was ist mit "Kinderkrankheiten"? Ist jetzt überhaupt der rcihtige Zeitpunkt für den Einbau einer solchen Anlage, oder sollte man lieber noch ein paar Jahre warten, bis diese Technologie weiter ausgereift ist? Oder ist sie schon komplett ausgereift?
Und was wäre der Vorteil einer Sole/Wasser-WP gegenüber einer Luft/Wasser-WP? Die ist wohl in der Anschaffung deutlich billiger, oder?
Kann jemand nach den obigen Angaben (gerne gebe ich bei Bedarf auch mehr Auskunft) eine ungefähre Einsparung der laufenden Kosten gegenüber einer Gas-Heizung angeben? Und eine ungefähre Angabe der Anschaffungskosten im Vergleich zur Gasheizung? Einen Schornstein brauchen wir ja trotzdem, wegen des Kamins im Wohnzimmer, den sparen wir also schonmal nicht ein ...

Ach herrje, ich habe sooo viele Fragen und würde mich unglaublich über Antworten von Erfahrenen Leuten Freuen.

Vielen Dank im Voraus,

LG
Verena

Verfasser:
helmutmg
Zeit: 16.12.2005 08:12:42
0
294806
Hallo Verena Lindig,
die von Ihnen befragten HB haben keine Ahnung.

Der Konsens ist allenthalben der, dass das wohl eine Energie der Zukunft ist, die durchaus Ihre Vorteil hat, die aber in der Anschaffung (allein durch die Bohrung) sehr teuer ist. Ausserdem müsse man zusätzlich über Strom heizen, was natürlich auch ins Geld geht.

WP Technik ist keine Energie der Zukunft! Es ist ein Heizsystem mit dem man ein Haus sehr günstig beheizen kann.
Sicher sind in Ihrem Fall die Kosten für die Bohrung
zu berücksichtigen.Aber auch da gibt es Alternativen.
( Erdkollektoren, Luftwärmepumpen )
Man muß bei diesen Systemen auch nicht zusätzlich mit Strom zuheizen, sondern benötigt den Strom für den Kompressor. (1Kw Strom = 4Kw Wärme)

Gerade das Bad bekommt man zum duschen/baden durch die Fußbodenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur nicht auf die gewünschte Temperatur und hier wäre eine extra Heizung mit Strombetrieb anzubringen.

Ihre HB sollen sich mal Gedanken über eine Auslegung der FBH machen, oder Ihren Betrieb schliessen.

Sorgen macht mir auch die sog. Legionärskrankheit, denn diese Viecher im Trinkwasser bekomme ich mit so niedrigen Temperaturen ja nicht abgetötet, oder?

Legionellen sind in EFH bisher noch nicht nachgewiesen worden.

Ausserdem ist auch die Frage bezüglich der Langlebigkeit dieser Anlagen. Ist diese Technik nicht relativ neu? Und was ist mit "Kinderkrankheiten"? Ist jetzt überhaupt der rcihtige Zeitpunkt für den Einbau einer solchen Anlage, oder sollte man lieber noch ein paar Jahre warten, bis diese Technologie weiter ausgereift ist? Oder ist sie schon komplett ausgereift?

Diese Technik ist nicht neu sondern seit Jahren bewährt. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt diese Technik einzubauen.

Und was wäre der Vorteil einer Sole/Wasser-WP gegenüber einer Luft/Wasser-WP? Die ist wohl in der Anschaffung deutlich billiger, oder?

Die Sole/Wasser WP ist effizienter als die Luft/Wasser WP.

Eine WP ist von den Verbrauchskosten ca. 40% günstiger als eine Gasheizung.
Die höheren Anschaffungskosten sind nach ca. 7 - 10 Jahren wieder drin.

MfG

Avenir-Energie
Helmut Golawsky
Bopparderstr.11
56281 Emmelshausen
Tel + Fax 06747-950762
info@golawsky.de


Verfasser:
Verena Lindig
Zeit: 16.12.2005 08:54:13
0
294840
Hallo Herr Golawsky,

zunächst einmal Dankeschön für die schnelle Antwort.
Mit der "Energie der Zukunft" habe ich mich wohl undeutlich ausgedrückt, gemeint war, dass diese Technologie auf dem Vormarsch ist und in Zukunft wohl immer häufiger auch in EFH eingesetzt wird.

Mit der Beheizung des Bades meine ich, dass man es dort ja schon gerne mal recht schnell deutlich wärmer hat (so ca. 30-35°). Kann das eine FBH über Erdwärme denn wirklich leisten? Ohne zusätzliche Hilfsmittel? In kurzer Zeit? Normalerweise gilt dieses System doch als relativ träge, oder?

Und wie warm bekomme ich das Trinkwasser in diesem geschilderten Fall höchstens?

LG
Verena Lindig

Verfasser:
Werner Stein
Zeit: 16.12.2005 08:55:16
0
294841
Hallo Frau Lindig,

vielleicht einfach mal selber rechnen, vergleichen und bei > www.hydro-energy.de < reinschauen. In der blauen Broschüre Seite 7. Das bringt Klarheit in der Sache.

Viele Grüße
Werner Stein

Verfasser:
DK
Zeit: 16.12.2005 09:53:29
0
294897
Hallo Frau Lindig,

ich habe am Anfang meiner Planungen die gleiche Aussagen von HBs gehört. Die meisten kennen die Technik nicht, machden diese nieder und verkaufen Ihnen lieber eine Gasheizung.
Wärmepumpen gibt es schon seit Jahrzehnten. Nur wir Deutschen hinken dem Trand hinterher. In Schweden, Östereich, Schweiz ist diese Technik schon lange sehr verbreitet. In der Schweiz werden im Moment mehr Neubauten mit WP als mit anderen Heizungen ausgestattet. Erst seit dem diesjährigen Energiepreisschock scheit sich ein kleiner Boom in Deutschland zu entwickeln.
Informieren Sie sich hier im Forum und auf anderen Internetseiten über Wärmepumpen (Google !). Seien Sie aber etwas kritisch in den Foren. Es gibt Teilnehmenr mit großem technischen Kenntnissen aber auch solche die keine Ahnung haben und trotzdem Behauptungen verbreiten wollen.
Es gibt nicht nur eine WP-Technik (Solebohrung), sondern viele Möglichkeiten. Informieren Sie sich zuerst, und lassen Sie sich nicht schon vorher auf eine Lösung festnagel. Gehen Sie auf die Web-Seiten der Hersteller und suchen Sie nach den Systempartnern (Heizungsbauer) dieser Hersteller, die in Ihrem Wohnbereich ansässig sind. Lassen Sie sich dann von diesen beraten.

Viel Erfolg
DK

Verfasser:
helmutmg
Zeit: 16.12.2005 09:56:38
0
294900
Hallo Frau Lindig,
bei meiner Antwort bezüglich der Beheizung des Bades bin ich von den "normalen" Temperaturen in einem Badezimmer ausgegangen.
Diese liegen bei ca. 24-26°C.
Eine gut ausgelegte FBH kann Ihnen diese Temperatur
auch bringen.
Falls Sie jedoch vorhaben Ihr Bad auf 30-35°C aufzuheizen wäre eine Zusatzheizung allerdings nötig.

Ihr Brauchwasser können Sie mit der WP ohne Heizstab auf ca.42°C erhitzen, mit Heizstab sind Temperaturen von 60°C möglich.

MfG

Avenir-Energie
Helmut Golawsky
Bopparderstr.11
56281 Emmelshausen
Tel + Fax 06747-950762
info@golawsky.de



Verfasser:
knork
Zeit: 16.12.2005 10:30:31
0
294925
hi verena...
wir beginnen auch im frühjahr 2006 mit eigenheim und ich habe 240m² beheizte fläche.
aus meiner sicht wäre eine einigermaßen effiziente dämmung wichtig. ich baue aus porenbeton, dämme dach und boden gut (nicht übermäßig) und komme so auf einen jahresenergiebedarf von etwa 70kWh/m² im jahr (lt. wärmeschutznachweis bauplaner).
meine wp habe ich mit etwa 12kW leistung überschlagen. weil ich viel freie fläche habe, entschied ich mich für einen erdkollektor - den kann ich auch selbst verlegen. eine bohrung kostet je nach region und fa. ca. 30 - 50€/m und würde mich ca. 6000€ kosten ... damit fällt das für mich weg.

eine luft-wp ist nach den informationen, die ich mir in diesem forum angelesen habe, nur bis etwa 5°C außentemp. effektiv. darunter wird sie zum stromschlucker. für leute, die in einer großstadt bauen, wäre eine luft-wp also genau das richtige, weil sie zudem noch preiswerter ist.

legionellen - dazu gibts hier auch nen thread. natürlich können legionellen auch in privathaushalten auftreten - wie sollen die dummen viecher auch zwischen eigenheim und krankenhaus unterscheiden können? ;o)
wenn du warmwasser über die wp erzeugen willst, hast du meist auch einen warmwasserspeicher so um die 300 ... 400l dabei. und in diesem speicehr kann ein heizstab installiert werden, der elektrisch alle paar wochen mal auf 55°C nachheizt. dadurch sterben evtl. sich bildende kolonien ab. das ganze nennt sich legionellenschaltung und funktioniert automatisch.

zum thema ausgereift... technik reift nie aus, aber wenn ich hier lese, dass einige schon 20 jahre alte wp im einsatz haben und nie probleme damit auftraten, dann würde ich dieser technik aus meiner laienhaften sicht eine zuverlässigkeit wie der der anderen systeme (öl, gas) bescheinigen.

offener kamin...
ich bau mir einen geschlossenen einsatz mit glasfront im meine stube und das bringt mir im winter nochmal ordentlich zusätzliche ersparnis.
der einsatz wird etwa 10kW leistung betragen und damit kann ich etwa die hälfte des hauses beheizen - die stellen, die aufgrund der zentralen wärmequelle nicht erreicht werden, macht die wp.

nochmal zum thema dämmung...
wenn ich statt meiner 100er aufsparrendämmung auf dem dach eine 160er einbauen würde und boden und decken nochmals dicker dämme, würde ich ca. 80€ im jahr einsparen, stecke aber ca. 2000 - 3000 € in zusätzliche dämmstoffe. es rechnet sich also nicht, ein passivhaus oder sowas zu bauen.
klar. man würde theoretisch der umwelt was gutes tun, wenn man weniger energie verbraucht - andererseits sind synthetische dämmstoffe in der herstellung ja auch nicht grad umweltfreundlich ... man sollte also abwägen.
genug off-topic.

viel spaß beim bauen und kommt gut durch den baustress und die ganzen streitereien, die sich zwangsläufig ergeben.

viele grüße - jörg

Verfasser:
WP Betreiber
Zeit: 16.12.2005 10:30:58
0
294926
Hallo Frau Lindig,

also als Luft-Wasser Wärmepumpenbetreiber kann ich den Ausführungen von Herrn Golawsky nur Zustimmen. Ihre HB haben nur vor Ihnen eine "normale" Heizung zu verkaufen, weil sie von dem Thema WP keine Ahnung haben.
Wie auch schon anderweitig berichtet habe ich eine Luft-Wasser WP die allgemein als die schlechteste Lösung im WP-Bereich angesehen wird, was die Leistungszahlen betrifft. Zusätzlich habe ich noch eine separate Warmwasser-WP, damit dies von der Heizung abgekoppelt ist. Da mir bei der Planung auch Angebote vorlagen, wo die Heizungs-WP auch das Warmwasser machen sollte, weiß ich, das meine Lösung auch nicht teurer ist, als die Kombilösung. Nun zu dem Müll mit dem Stromverbrauch.
Ich habe am 15.10.2005 einen Zwischenzähler eingebaut (Stand 0), der allen Strom aufnimmt, der im Heizungskeller abgenommen wird. Also WPs und Pumpen, kein Lichtstrom!
Gestern, also genau nach 2 Monaten, um 19:00 Uhr hatte dieser Zähler genau 1166 KWh auf der Uhr. Nun rechne ich einmal die Kosten hoch auf die Heizperiode, die ich mal mit 7 Monaten annehme. Das wären dann 4081 KWh dies mal meinem Strompreis von 13,47 Cent/KWh = 549,71 Euro. Wenn ich das einfach einmal für das Jahr hochrechne wären es 6396 KWh und 861,54 Euro/12 Monate=71,80 Euro/Monat an Heizkosten.
Ich hatte eine Ölheizung und über 13 Jahre einen Durchschnittsverbrauch von 2100 Liter incl. Warmwasserbereitung. Nach dem heutigen Stand rechne ich mit 58 Euro/100 Liter wären dann 1218 Euro/Jahr oder 101,50 Euro/Monat an Heizkosten, wenn ich bei Öl geblieben wäre.
Sie haben vollkommen Recht, wenn Sie jetzt sagen, es ist nur eine Hochrechnung, aber nur diese Hochrechnung sagt mit bereits, das ich mit meiner "schlechten" WP besser bin, als mit meiner alten Heizung. Ich denke, das ich bei ungefähr 50 Euro/Monat an Kosten für Heizung und Warmwasserbereitung hinkommen werde, mithin 50 % unter dem Ölpreis!
Sie haben noch alles vor sich und können/sollten sich für diese Technik entscheiden, denn dann haben Sie die Zusatzkosten für einen Heizungswechsel in der Zukunft gespart, die ich naturgemäß hatte.
Dies sind Angaben von mir als Betreiber, ich verkaufe die Dinger nicht, freue mich aber über jeden, der sich dafür entscheidet!

Verfasser:
tobacco
Zeit: 16.12.2005 10:55:24
0
294949
Hallo Verena Lindig!

Glück gehabt - einmal ehrliche und konstruktive Antworten.

Ich betreibe nun schon über 21 Jahre eine WW-WP und seit Sept. die neue Heliotherm-web.

Wenn ich künftig einmal das Badezimmer neu adaptiere, werde ich zusätzlich noch ein paar m2 Wandheizung anbringen lasser.

siehe:
http://www.m-tec.at/%5Fold/heizung.htm

mfg Ernst kt ltd.


Verfasser:
knork
Zeit: 16.12.2005 11:24:25
0
294970
hallo wp-betreiber...
hinzu kommen bei ölheizung noch folgende betriebskosten:

- strom für pumpen, brennerzündung und steuerung (kann man nicht explizit erfassen)
- kosten für wartung und abgasmessung

und folgende investitionskosten:
- ölraum mit beschichtung
- tanks
- abgaskamin

mein angebot inkl. fußbodenheizung, warmwasser und regelung liegt bei 17000€ unverhandelt.
eine gasheizung würde mich nicht wesentlich weniger kosten - vielleicht 2000€ weil ja der überteuerte anschluss noch hinzu kommt.
bei einer ölheizung müsste ich für den ölraum anbauen oder unterkellern - wird also in meiner situation teurer als wp.

Verfasser:
WP Betreiber
Zeit: 16.12.2005 13:17:07
0
295080
Hallo knork,

stimmt genau, deshalb ja auch mein Einwand für die WP obwohl ich 2002 einen Ölheizung gekauft hatte!
Die Kosten der Scheindienstleister in Schwarz hast du noch vergessen, sollte bei meinem Nachbarn für Gas Brennwert 164 Euro sein für die Abnahme.
Ich bin der Meinung, wer heute neu baut, der sollte diese Technik wählen.

Verfasser:
ManfredK
Zeit: 17.12.2005 08:36:25
0
295618
Guten Morgen Verena,

habe gerade mit Interesse Ihre Anfrage gelesen.

Als einer, der seit 11 Jahren eine Heizungswärmepumpe im Bivalenzbetrieb (Luft-Wasser Heizungs WP plus Ölkessel) betreibt und nur allerbeste Erfahrungen damit bis heute macht, hier ein paar Anmerkungen:

1) Der Durchschnitts-Heizungsbauer - ob Meister, Spitzengeselle oder sonstwer - hat nach meinen inzwischen vieljährigen Erfahrungen kaum ausreichend Fachkenntnis bezüglich einer Wärmepumpen-Heizung.

2) Hier im Forum - von wenigen Ausnahmen abgesehen - ist es ähnlich. Erschreckend, die große Unkenntnis über intelligente Heiztechniken.

3) Für einen WP-Betrieb sind niedrige Vorlauftemperaturen die allerwichtigste Voraussetzung!!

4) Da heutige Neubauten sowieso nur noch als Niedrigenergie-Häuser erstellt werden dürfen, dämmen Sie Ihr Bauvorhaben darüber hinaus noch zusätzlich. Ein Mehrfamilienhaus der Edelsorte in Stuttgart, das ich kürzlich zufällig gesehen habe, hatte eine Aussendämmung - ich schätze - von 18 bis 20 cm.

5) Eine Luft-Wärme WP hat im Vergleich zur Wasser-Wasser oder Sole-Wasser Wärmepumpe eine niedrigere Leistungszahl, stimmt. Aber die Kosten (Bohrung etc.) für eine WW- oder SW-wp sind immens hoch. Die holen Sie in 20, 30 Jahren vielleicht, wenn überhaupt, wieder rein.

4) Ein supergedämmtes Haus kommt meines Wissens mit einer Luft-Wasser Wärmepumpe zum Heizen aus. Zur Warmwasserbereitung installieren Sie zusätzlich eine Brauchwasser-WP.

5) Mein 25 Jahre altes Haus kostete mich im vergangen Winter ca. 930 € Heizenergie und 190 € Warmwasser.


Verfasser:
helmutmg
Zeit: 17.12.2005 13:37:35
0
295760
@knork
Hallo Knork,
mit Ihrem Entschluß eine Erdkollektor WP einzubauen sind Sie schon auf dem richtigen Weg.

@ManfredK
1) Der Durchschnitts-Heizungsbauer - ob Meister, Spitzengeselle oder sonstwer - hat nach meinen inzwischen vieljährigen Erfahrungen kaum ausreichend Fachkenntnis bezüglich einer Wärmepumpen-Heizung.

Stimmt so nicht!
Es werden oft von Planern und Architekten dem anschein nach günstige Heizungen verlangt.
Die späteren Kosten für den Bauherren sind bei diesen Leuten nicht von Interesse.Auch sind einige Bauherren hier im Forum Beratungsresistent, einige Fachleute im Forum bieten die Vermittlung von Fachbetrieben ja an. Fragen Sie mich mal nach dem Rücklauf.

2) Hier im Forum - von wenigen Ausnahmen abgesehen - ist es ähnlich. Erschreckend, die große Unkenntnis über intelligente Heiztechniken.

Die fachleute hier im Forum haben schon Ahnung von diesen inteligenten Heizsystemen. Nur fehlen für eine
Berating sehr oft die benötigten Angaben zum BVH.
(Siehe Punkt 5.2)

5) Eine Luft-Wärme WP hat im Vergleich zur Wasser-Wasser oder Sole-Wasser Wärmepumpe eine niedrigere Leistungszahl, stimmt. Aber die Kosten (Bohrung etc.) für eine WW- oder SW-wp sind immens hoch. Die holen Sie in 20, 30 Jahren vielleicht, wenn überhaupt, wieder rein.

Sicher sind die Kosten für eine Bohrung zu berücksichtigen.Aber es gibt ja auch die Möglichkeit der Erdkollektor WP. Diese WP ist im Kosten/Nutzenvergleich unschlagbar.

MfG
Avenir-Energie
Helmut Golawsky
Bopparderstr.11
56281 Emmelshausen
Tel + Fax 06747-950762
info@golawsky.de


Verfasser:
Verena Lindig
Zeit: 19.12.2005 07:29:51
0
296846
Hallo,

vielen Dank zunächst mal für die umfangreichen Ratschläge und Hinweise. Es ist für uns gerade ineteressant, die verschiedenen Meinungen zu den verschiedenen WP zu hören. Dazu habe ich gleich noch ein paar Fragen:

1) zur Luft-Wärmepumpe:
Was uns bei dieser Art der Wärmegewinnung stört wäre vor allem die Tatsache, dass ab -5°C die WP nicht mehr genügend Wärme produziert. Ausserdem sollen die Geräte recht laut und auch deutlich wartungsintensiver sein (Stichwort: Kondenzwasser), oder sind das evtl. Fehlinformationen?

2) Zur Sole/Wasser-WP mit Erdsonden:
Ich habe in diesem Forum schon verschiedene Rechenbeispiele gefunden, dass sich diese Anlage (inkl. Bohrung) erst nach ca. 15-20 Jahren amortisiert. Die Lebensdauer der WP wird ungefähr mit der eines Gasbrenners gleich gesetzt (ca. 20 Jahre) kostet aber deutlich ca. 4000€) mehr, sodass nach 20 Jahren wieder Mehrkosten anfallen, die sich ja auch erst wieder rechnen müssen...

3) Zur Sole/Wasser-WP mit Erdkollektoren:
Auch diese Sache hatten wir in Betracht gezogen, da das vorhandene Grundstück groß genug wäre. Allerdings ist es wohl so, dass nach 10 - 15 Jahren die Erde um die Erdsonden, die wohl ca. 1,50m tief liegen, dermassen ausgekühlt ist, dass die Effizienz der WP deutlich nachlässt. Was ist dadran?
Und wenn es bei den Erdkollektoren so ist, wie lange ist so eine Erdsonde effizient? Nach wievielen Jahren muss man dort mit einer Effizienzverschlechterung rechnen? Und vor allem: Was passiert, wenn bei den Erdsonden ein Defekt entsteht? Wie lange ist überhaupt die Lebewnszeit der Sonden?

Zwischendurch haben wir tatsächlich bereits wieder über Gas (mit Solarunterstützung) nachgedacht, bis uns zu Ohren kam, dass die Gaspreise wieder steigen sollen...

Man hat's nicht leicht...

LG
Verena





Verfasser:
Experte99
Zeit: 19.12.2005 07:56:44
0
296853
1) zur Luft-Wärmepumpe:
ob sich eine Luft-Wasser Wärmepumpe rechnet hängt auch sehr vom Klima des Einsatzortes ab. Im Gebirge macht so ein Gerät sicher wenig Sinn.
Für meinen Ort Dresden habe ich die stündlich vom deutschen Wetterdienst gemessenen Temperaturen statistisch ausgewertet.
Im Jahr 2004 waren nur 215 Stunden des Jahres (das sind 2,5% der gesamten Jahreszeit) unter -5°C. Für diese wenigen Stunden wird dann zusätzlich mit dem Heizstab nachgeheizt. Die Kosten dafür sind abhängig von der Heizlast des Haus, der genauen Temperaturkurve am Einsatzort und dem Strompreis des jeweiligen EVU. In meinem Beispiel betragen diese Kosten für die Heizstabheizung nach meiner Hochrechnung ca. 40 Euro/Jahr.
Die Mehrkosten für den Kapitaldienst bei Wärmepumpenanlagen mit Tiefenbohrung sind ein Vielfaches davon.
Das Kondenswasser der Luft-Wasser Wärmepumpen wird in die Kanalisation abgeleitet und verursacht keinen Wartungsaufwand.
Was die Lautstärke betrifft, da habe ich Referenzanlagen (Außenaufstellung) vom Dimplex und AlphaInnmotec gehört.
Man kann sagen das in 10m Entfernung die Geräte nicht mehr zu hören sind.

Verfasser:
knork
Zeit: 19.12.2005 08:28:37
0
296857
<<<3) Zur Sole/Wasser-WP mit Erdkollektoren:
Auch diese Sache hatten wir in Betracht gezogen, da das vorhandene Grundstück groß genug wäre. Allerdings ist es wohl so, dass nach 10 - 15 Jahren die Erde um die Erdsonden, die wohl ca. 1,50m tief liegen, dermassen ausgekühlt ist, dass die Effizienz der WP deutlich nachlässt. Was ist dadran?
Und wenn es bei den Erdkollektoren so ist, wie lange ist so eine Erdsonde effizient? Nach wievielen Jahren muss man dort mit einer Effizienzverschlechterung rechnen? Und vor allem: Was passiert, wenn bei den Erdsonden ein Defekt entsteht?>>>


hi verena. bei dimplex auf der homepage ist ein umfangreiches pdf zu finden. da steht auch drinnen, wieviel wärme die jeweilige bodenart abgeben kann, ohne dass das erdreich unterkühlt.
danach ist auch die entzugsfläche und der abstand der rohrleitungen zueinander zu wählen.
bei der sonde müsste es aus meiner sicht (bin kein fachmann) anders sein, da dort ja grundwasserbewegungen in verschiedenen tiefen eine rolle spielen. und da sich grundwasser (im hügelland) bewegt, kommt auch ständig neue wärme mit.

ich mach mir deshalb jedenfalls keinen kopp, weil ich auf einem grundstück mit grundwasserführender schicht an hanglage baue.

wie es sich bei deinem grundstück verhält, sollte dir ein guter planer sagen können, wenn du danach fragst. ich habe für mich übrigens beschlossen, keinen heizungsbauer dran zu lassen, weil das thema eben doch komplexer ist als ne gasheizung.

defekte an sonden und kollektoren...
die bohrlöcher in den sonden werden mit beton versiegelt. selbst wenn das rohr irgenswo undicht sein sollte - der beton dichtets ab.

bei erdkollektoren ist es etwas anders. wenn hier ein rohr defekt geht, kann man erstmal den kreis suchen, den es betrifft und diesen absperren. dann müsste die stelle geortet werden und das defekte rohrstück ausgetauscht.
ich hab keinen schimmer von pe-rohren im boden aber hab die jahrelang in anlagen zur oberflächenbeschichtung verbaut und da gehen ganz andere medien durch als wasser mit ein bissel kühlmittel. die temperaturen schwanken teilweise extrem (duch chemische reaktionen im rohr. erst säure, dann wasser und andere bedienerbedingte nettigkeiten), die chemische belastung ist sehr hoch. trotzdem halten diese rohre so lange, bis die gesamte anlage erneuert wird (etwa 20 jahre). ein geplatztes rohr hatte ich bis jetzt noch nie.

Verfasser:
Verena Lindig
Zeit: 19.12.2005 09:15:41
0
296872
Hallo Knork,

wenn Du keinen Heizungsbauer dranlässt, wen denn dann? Gibt es da extra Spezialisten?
Ich habe nämlich das Gefühl, dass der Installateur (Gas/wasser/Sch...) unseres Vertrauens auch keine Ahnung von Erdwärme hat. Hat soagr gesagt, dass es dafür zwar schon etliche Angebote geschrieben aber es noch nie durchgeführt hat.
Aber ist es nicht sinnvoll, Heizung und WP aus einer Hand machen zu lassen, wegen der Einstellungen?

LG
Verena

Verfasser:
wpibex
Zeit: 19.12.2005 09:33:44
0
296880
Hallo Verena,
nach vielen schlechten (und teuren!) Erfahrungen mit den HBlern vor Ort, wurde ich seit 2001 zum Heizungs/WP-Experten.
Deshalb habe ich in unserem 400 qm Haus
1. die Heizkörper getausch und vergrößert.
2. im Garten zwei Brunnen gebohrt (1500 Euro mit Genehmigung)
3. zusammen mit einem Kälteinstallateur eine Wärmepumpe gebaut (18 kW, ~ 5000 Euro)) und in den Heizkreis eingebunden. Die heizt unser Haus seit 7. 12. 2005.

Reine Ölkosten 1991-2001 im Schnitt 6000 Liter pro Jahr.
Geschätzte Stromkosten jetzt: 1200 Euro pro Jahr.

Gruß
Lothar Steinbock

Verfasser:
MattH
Zeit: 19.12.2005 09:44:17
0
296891
Hallo Verena,

bin auch gerade dabei ein Haus zu bauen. Ich habe mich für eine Solebohrung entschieden (Platzmangel). Wenn du Grundstück genug hast so ist meiner Ansicht nach der Erdkollektor vorzuziehen da billiger. Das System muß so ausgelegt werden das die Erde sich über das Jahr immer 'erholen' kann. Die Entzugsleistung die sicherlich Ende Januar/Februar ihren Höhepunkt hat führt zu einer Abkühlung der Erde. Diese Abkühlung muß sich dann im Sommer wieder erholen können.

Mir wurde geraten die Wärmepumpe etwas zu unterdimensionieren. Die Wärmequelle (Erdkollektor) sollte dann eher überdimensioniert sein (aber nicht zuviel wg. Preis).

Einen Heizungsbauer der noch nie eine solche Anlage gebaut hat würde ich nicht beauftragen. Hier im Forum findest du viele Beschreibungen von Systemen die nicht funktionieren da falsch geplant. (Einfahrt friert im Winter 25 cm hoch und sinkt im Sommer 50 cm ab...usw...)

Viele Grüße,

Matthias

Verfasser:
helmutmg
Zeit: 19.12.2005 10:03:00
0
296900
Hallo Frau Lindig,

3) Zur Sole/Wasser-WP mit Erdkollektoren:
Auch diese Sache hatten wir in Betracht gezogen, da das vorhandene Grundstück groß genug wäre. Allerdings ist es wohl so, dass nach 10 - 15 Jahren die Erde um die Erdsonden, die wohl ca. 1,50m tief liegen, dermassen ausgekühlt ist, dass die Effizienz der WP deutlich nachlässt. Was ist dadran?
Und wenn es bei den Erdkollektoren so ist, wie lange ist so eine Erdsonde effizient? Nach wievielen Jahren muss man dort mit einer Effizienzverschlechterung rechnen? Und vor allem: Was passiert, wenn bei den Erdsonden ein Defekt entsteht? Wie lange ist überhaupt die Lebewnszeit der Sonden?

Die Behauptung dass die Erde um die Erdkollektoren nach 10 – 15 Jahren auskühlt ist nicht richtig.
Bei dem Prinzip der Erdreich – Direktverdampfung wird die in der Erde gespeicherte Sonnenenergie
genutzt. Diese wird verstärkt durch Wärmeeinträge durch Regen und Schmelzwasser.
Aus diesem Grund steht die Energie immer zur Verfügung und die Effizienz der WP ist immer gewährleistet.
Zu einer Veeisung des Erdreichs kommt es ausschlieslich durch eine fasche Auslegung des Kollektorfeldes.

Wenn es zu einer Leckage bei den Erdkollektoren kommen sollte, (Baggerarbeiten) ist diese leicht durch ein Prüfgas zu orten.

Es werden auch keine PE Rohre verwendet sondern PE Ummantelte Kupferrohre.
Des weiteren wird bei diesem System nicht mit einer Soleflüssigkeit gearbeitet, sondern mit dem Kältemittel R 407 C.

wenn Du keinen Heizungsbauer dranlässt, wen denn dann? Gibt es da extra Spezialisten?
Ich habe nämlich das Gefühl, dass der Installateur (Gas/wasser/Sch...) unseres Vertrauens auch keine Ahnung von Erdwärme hat. Hat soagr gesagt, dass es dafür zwar schon etliche Angebote geschrieben aber es noch nie durchgeführt hat.
Aber ist es nicht sinnvoll, Heizung und WP aus einer Hand machen zu lassen, wegen der Einstellungen?

Sicher ist es sinnvoll eine Heizung aus einer Hand geplant und ausgeführt zu bekommen.
Auch Ihrem HB kann in dieser Hinsicht sicher geholfen werden.
Die Auslegung der WP sollte in Zusammenarbeit zwischen Hersteller und HB erfolgen.
Diese Vorgehensweise führt zu einer gut funktionierenden Heizungsanlage.


Mit freundlichen Grüßen


Avenir-Energie
Helmut Golawsky
Bopparderstr.11
56281 Emmelshausen
Tel + Fax 06747-950762
info@golawsky.de



Verfasser:
helmutmg
Zeit: 19.12.2005 10:25:25
0
296911
@Matth

Hallo Matthias,
Du schreibst:
Mir wurde geraten die Wärmepumpe etwas zu unterdimensionieren. Die Wärmequelle (Erdkollektor) sollte dann eher überdimensioniert sein (aber nicht zuviel wg. Preis).
Einen Heizungsbauer der noch nie eine solche Anlage gebaut hat würde ich nicht beauftragen. Hier im Forum findest du viele Beschreibungen von Systemen die nicht funktionieren da falsch geplant. (Einfahrt friert im Winter 25 cm hoch und sinkt im Sommer 50 cm ab...usw...)

Ein Erdkollektor sollte richtig ausgelegt werden, nur dann kommt es nicht zu diesen Folgen die Du beschrieben hast.
Dies hat allerdings nicht nur mit dem HB zu tun, sondern mit der von mir beschriebenen Zusammenarbeit zwischen Hersteller und HB.
Einen Erdreichkollektor in eine Einfahrt zu verlegen halte ich für grob fahrlässig.
Erdkollektoren sollten grundsätzlich in nicht überbaute Flächen des Grundstücks einbebaut werden.

MfG


Avenir-Energie
Helmut Golawsky
Bopparderstr.11
56281 Emmelshausen
Tel + Fax 06747-950762
info@golawsky.de




Verfasser:
Stefan Rink
Zeit: 19.12.2005 14:09:37
0
297071
Hallo Frau Lindig,

wo soll das HAus denn gebaut werden?

Gruß Stefan
www.stefanrink.de

Verfasser:
Verena Lindig
Zeit: 19.12.2005 15:40:07
0
297123
Hallo Herr Rink,

das Haus soll in der Nähe von Limburg an der Lahn gebaut werden.

MfG

Verena Lindig

Verfasser:
helmutmg
Zeit: 19.12.2005 17:17:46
0
297211
Hallo Frau Lindig,
falls Sie für Ihr BVH einen HB benötigen oder sich
ein Avenir Geopack in Betrieb ansehen wollen, setzen Sie sich mit mir in Verbindung.

MfG

Avenir-Energie
Helmut Golawsky
Bopparderstr.11
56281 Emmelshausen
Tel + Fax 06747-950762
info@golawsky.de

Verfasser:
Stefan Rink
Zeit: 19.12.2005 17:58:37
0
297251
Hallo Frau Lindig,

wenn Sie möchten, schicken Sie mir doch bitte mal eine Kontakt-Email: rink@stefanrink.de

Vielleicht kann man Ihnen ja helfen, hier über das Forum ist das immer etwas schwierig...

Gruß Stefan Rink
www.stefanrink.de

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Neubau: Heizung mir Erdwärme über Erdsonden und Sole/Wasser-Wärmepumpen?
Verfasser:
Stefan Rink
Zeit: 19.12.2005 17:58:37
0
297251
Hallo Frau Lindig,

wenn Sie möchten, schicken Sie mir doch bitte mal eine Kontakt-Email: rink@stefanrink.de

Vielleicht kann man Ihnen ja helfen, hier über das Forum ist das immer etwas schwierig...

Gruß Stefan Rink
www.stefanrink.de
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