Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Alle
Foren
Wärmebedarf Wintergarten pro m³
Verfasser:
C.Weisener
Zeit: 19.10.2003 14:40:57
0
31875
Hallo,

gibt es einen ungefähren Erfahrungswert für den Wärmebedarf eines Wintergartens (voll verglast mit Wärmeschutzvergalasung) pro m³ ?
Habe bisher nur Schätzwerte pro m² gefunden. Macht allerdings in meinem
Fall wenig Sinn, da der Wintergarten an der höchsten Stelle ca. 7m hoch ist (also sehr hohes Volumen).
Für eine fachkundige Auskunft wäre ich sehr dankbar,

gruß

Christian Weisener

Verfasser:
Georg Stiefel
Zeit: 19.10.2003 14:48:07
0
31876
Hallo C.Weisener,
du wirst um eine Wärmebedarfsberechnung nicht herum kommen.
Gruß Georg Stiefel

Verfasser:
oekoluefter
Zeit: 19.10.2003 22:46:48
0
31877
Hallo Herr Weisener,

das hängt davon ab, bis zu welchen Außentemperaturen und dann ob auch nachts Sie den Wintergarten nutzen wollen. Ohne Sonneneinstrahlung und ohne Heizung wird es dort blitzschnell kalt, weil keine speichernden Massen außer der Hauswand da sind.
Sie können dann als Wärmebedarf für diesen Zustand ungefähr so rechnen: Heizleistung = (Raumlufttemperatur-Außentemperatur) x (U-Wert-Glas) x Glasfläche.
Allerdings sollten Sie als Lufttemperatur nicht die "normale" Lufttemperatur annehmen, sondern eine erhöhte, da die Glasflächen recht kalt sein werden. Über den Daumen gerechnet und bei U-Glas = 1.1 W/m²K brauchen Sie dann etwa folgende Lufttemperatur : Tluft = 21 + 0.08 x(Tempfunden-Taußen). Bei 0° draußen und Tempfunden 21 °C müsste die Raumlufttemperatur also rund 22.7°C sein, damit Sie sich so wohl fühlen wie bei 21°C im Haus. Dies gilt aber nur, wenn der Wintergarten dauernd warm gehalten wird und damit auch die anliegende Hauswand warm ist.
Wenn der WG nur sporadisch genutzt wird, und schnell aufgewärmt werden soll, ist eine weitaus höhere Heizleistung anzusetzen.

Die Rechnung war jetzt aber ganz ohne die Sonne gemacht. Im tiefsten Winter kann man noch mit einer durchschnittlichen Strahlungsleistung von etwa 30 W/m² (über 24 h gemittelt) rechnen, wovon etwa 50 % durch die Glasfläche erwärmend hereinkommen. Dies könnte dann etwa zu einer Temperatur über Außentemperatur im WG von 15W/m²/1.1W/m²K = 13 K führen.
Die Hauswandoberflächentemperatur wird noch um etwa 1-2 K darüber liegen, je nach Isolierung und Außentemperatur.

Für diesen Fall und bei dauernder Aufrechterhaltung der Temperaturen müßten Sie dann bei -15°C mit einer Heizleistung von 1.1 x (21-(-15)-13)x1.08 = 27 W/(m² Glasfläche) rechnen (43 W/m² ohne solaren Einfluß).

Das war alles ohne Lüftung gedacht und mit einer bestimmten Vorstellung, wie der WG aussehen könnte. Für ordentliche Aussagen müssten Sie mehr Input geben (Stichworte im Beitrag sind ja schon gefallen).

Oleg Stolz
www.oekoluefter.de


Verfasser:
Christian
Zeit: 21.10.2003 00:59:56
0
31878
Hallo Herr Scholz,

erstmal vielen Dank für die ausführliche Erläuterungen.
Also der Wintergarten ist eigentlich kein wirklicher Winter"garten"
sondern eher ein Glasvorbau. Er ist räumlich nicht getrennt von
dem anliegenden Essensraum (Heizlast Essensraum bisher ca. 2500W).
Die Grundfläche des Wintergartens beträgt ca. 25m². An der Stirnseite Südlich) ist er etwa 3,5mhoch, am höchsten Punkt (Anschluß WH mit Hausdach ca. 6m)Das Dach des Wintergartens soll mit Ziegel+Mineralfaser abgedeckt werden. Bis auf 2-3Fenster (schätze mal 4m²) ist es also dicht. Außer an dem Übergangspunkt von Wintergartendach auf Hausdach ist noch ein Lichtband über die 6m Länge von 1m vorgesehen.
Die West Süd und Ostseite (Nordseite ist gegen Essensraum)des WG wird
komplett verglast.Von der Glasfläche hab ich jetzt mal ca. 1/3als öffenbare Fenster angenommen.

Fußboden geht gegens Erdreich k-Wert ca.0,34W/m²K
Dach ?? ca.0,35W/m²K
Verglasung geschätzt k_Wert 1,1 W/m²K
Habe den ganzen Spaß jetzt mal in so eine uralte Dosversion zur Wärmebedarfsber. eingegeben, und bin auf 3,7kW gekommen.
Was halten Sie davon? (tiefste Außentemp Memmingen laut Taschenbuch -16°C)

Vielen Dank für Ihre Mühen
Christian Weisener

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 21.10.2003 07:41:16
0
31879
Hallo Christian,

blos weil die DOS Version etwas älter ist, rechnet sie nicht nach anderen Grundsätzen. Die Wärmebedarfsberechnung wurde in der heutigen Form 1982 festgelegt und wird nun nächstes Jahr von der neuen EU-Norm abgelöst, d.h. die Berechnung hat heute noch Gültigkeit ein Windooofsprogramm berechnet nix anderes.

Wenn eine Verglasung mit einem k( oder U ) -Wert von 1,1 vorhanden ist, wird die Rahmenkonstuktion mit einem Zuschlag berücksichtigt, so dass der verglaste Teil mit einem k-Wert von 1,3 anzusetzen ist.

Die Werte für Dach und Fußboden liegen im Bereich des Möglichen, die Mindestwerte nach der EnEV (...als PDF im Forum) können im Anhang 3 nachgelesen werden.

Wenn der Wintergarten direkt an den Wohnraum ohne Abtrennung anschließt muß zur Festlegung der Heizflächen die volle Heizlast angesetzt werden.

Große und hohe Verglasungen sollten durch möglichst vergleichbar lange Heizflachen beheizt werden um einen Kaltlufteinfall in den Raum zu vermeiden. Hierbei entsteht der alte Konflikt, dass bei Verglasung bis zum Fußboden der Heizkörper als Blickfang direkt dahinter bescheiden aussieht.

Je nach Art der vorgesehenen Beheizung ist oftmals eine kleine Brüstung mit dort montiertem Heizkörper die eleganteste und preiswerteste Art einen Wintergarten zu beheizen, leider lommt es bei der Ausführung immer wieder zum Clinch mit dem Glashausdesigner :-))

Andere Varianten sind z.B. gebläseunterstütze Fußbodenkonvektoren u.Ä...die allerdings deutlich preisintensiver sind.

Der Wert von 3,7 kW kann je nach Größe ders Glasanbaus leicht erreicht werden und begegnet mir öfters...wenn sie alle Werte richtig erfasst haben, liegt der schon im Bereich des Möglichen....

Wenn bei 6m Glashöhe die Heizfläche nicht an der Aussenseite angeordnet wird, tritt ganz schnell durch den Kaltlufteinfall das Problem von Zugerscheinungen auf....

Gruß
Achim Kaiser

Verfasser:
oekoluefter
Zeit: 21.10.2003 11:47:42
0
31880
Hallo Christian,

habe nachgerechnet und bin auch der Meinung, daß die 3.7 kW gut passen. Wäre natürlich schön gewesen, wenn Sie diese Daten gleich mitgeteilt hätten, dann hätte ich mich nicht so sehr mit Vermutungen usw. rumquälen müssen.
Sie sagen noch, "nicht räumlich getrennt" vom Esszimmer. Wenn damit mehr als eine Tür gemeint ist, also einige Meter freier Durchlass, wird es etwas schwierig, da dann wegen des großen Luftdurchlasses bei gewünschter Behaglichkeitstemperatur im WG dort eine höhere Lufttemperatur als im Esszimmer herrschen muß, ein entsprechend hoher Luftaustausch und damit Wärmetransport ins Gebäudeinnere findet dann statt, d.h., es wird dann vom WG aus das Hausinnere mitbeheizt. Auf meiner HP bei etwa 80% stehen einige Formeln bzgl. des Luftaustauschs und dem damit verbundenen Wärmetransport.

Oleg Stolz
www.oekoluefter.de

Verfasser:
C.Weisener
Zeit: 22.10.2003 00:55:35
0
31881
Hallo Herr Stolz und Herr Kaiser,

vielen Dank für Ihre Ausführungen.
@Herr Stolz
tut mir leid wenn ich Ihnen unnötig Arbeit gemacht habe, aber
ursprünglich habe ich nicht damit gerechnet dass mir gleich jemand die Heizlast ausrechnet, und deshalb nur nach einem Erfahrungswert pro m³
gefragt.Ihre Erklärungen fand ich trotzdem sehr informativ.

Zwischen Esszimmer und WG ist nicht nur ein breiter Durchlass sondern gar KEINE räumliche Trennung mehr vorgesehen (ursprüngliche Außenwand wird entfernt).Werde morgen mal Ihre HP durchforsten. Jetzt ist es mir zu spät... ab in`s Bett

VIelen Dank nochmal

gruß
Christian Weisener

Aktuelle Forenbeiträge
Kristine schrieb: Läuft schon ganz gut, Ich habe das Gefühl, dass Dein Temperatursensor noch immer leichte Spuren in der Kurve hinterlässt, müsste man mal sehen, wie sich das entwickelt. Was ich komisch finde sind...
bakerman23 schrieb: Das Problem hatte ich auch. Setze es richtig rum ein. Auf der einen Seite ist eine Nase. Dann drücke es ein, bis ein klicken zu spüren ist. Das erfordert etwas Kraft, danach dürfte aber Ruhe sein. Das...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Lüftungs- und Klimatechnik vom Produkt zum System
Website-Statistik