| | Verfasser: Frank Bettinger | Zeit:
12.07.2002 11:23:20 |
Hallo zusammen es wird ein Öl- Brennwert-Kessel mit einer Leistung von 45KW gesucht. Welche Möglichkeiten ausser Buderus gibt es noch. Wer kann welche nennen bzw. eine Bezugsadresse angeben. Vielen Dank im voraus. |
| | Zeit:
12.07.2002 15:42:16 |
Buderus hat ja nur einen Bomat- Wärmetauscher nachgeschaltet. www.therma-tec.de ist IMHO ein guter Kessel. Ansonsten schau mal bei www.vollbrennwerttechnik.de , allerdings glauber ich nicht, dass sich die Mehrkosten für einen vollbrennwertkessel amortisieren.
|
| | Zeit:
12.07.2002 18:21:01 |
oder gleich bei www. oeko-condens.de VOLL- Brennwertkessel UND Kondensation in den wasserführenden Heizflächen!
|
| | Zeit:
12.07.2002 20:38:07 |
Nanu? Hat sich bei denen was getan? dachte immer, Ökokondens = KSI =ProCondens (ungefähr, bis auf den Sekundär-WT)und ausserdem sei die Firma inaktiv...
Wenn's wirklich V4a wäre... andererseits: diese Preise hab ich in einem anderen Forum aufgeschnappt (OHNE GEWÄHR!):
>Hier die aktuellen Preise für Vollbrennwert >Ryll 3.495,-- € >KSI 4.550,-- € >Vetter 4.234, --€ >ProCondens > 5.394,--€ >ÖkoCondens 6.425, --€
wahrscheinlich alles ohne WW.
Da müsste ein Öko-Condens wohl 100 jahre laufen, um die Mehrkosten gg. z.B. Therma-Tec wieder reinzuholen. Ganz zu schweigen von einem Standard-NT-Kessel.
|
Verfasser: Stefan Kasselmann | Zeit:
13.07.2002 10:12:03 |
Hallo! Beim Öko-Condens sehe ich das Problem, dass die Verbindung aus Stahl-Brennkammer und Edelstahl- Rauchgaszügen auf Dauer nicht beständig sein dürfte, da ja immer Eisenpartikel aus der Brennkammer gelöst werden und sich dann in den Edelstahlrauchgaszügen festsetzen können. Den Rest kann man sich denken... Ansonsten hängt die Armotisation dieser Technik sicher von vielen Faktoren ab. Das muss jeder für sich selber ausrechnen. Bei uns rechnet es sich jedenfalls. Was die Preise angeht, so wäre ich vorsichtig. Ich habe den Verdacht, dass gewisse Preise (absichtlich?) falsch angegeben wurden. Würde mich bei den Firmen lieber direkt erkundigen... Grüße Stefan Kasselmann
|
| | Zeit:
15.07.2002 11:06:47 |
Zitat: --------- Der im Kessel oben angeordnete Brennraum mit vorgebautem Brenner enthält eine zentrisch liegende Brennraumhülse aus Edelstahl. Sie bildet die erste Stufe der Kesselkonstruktion und ist für Servicezwecke ausbaubar. --------- Da geh ich mal davon aus, dass das Teil aus V2a ist. Weiter: --------- Darunter angeordnete Nachschalt- Heizflächen aus Spezial-Edelstahl mit Wirbulatoren geben weitere Wärmeenergie an das Wasser ab. --------- Da denke ich an V4a. Das müsste sich doch vertragen?
|
| | Zeit:
15.07.2002 11:10:03 |
Bitte wenden Sie sich an IWO: Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.v. Süderstraße 73 a 20097 Hamburg Telefon 040 / 235113 - 0 oder DW - 14 Telefax 040 / 235113 - 29 Herr Lucks wird Ihnen gerne eine Auflistung aller uns bekannten Ölbrennwerttechnik-Hersteller zusenden.
Viele Grüße
Franz Brandner, Dipl.-Ing. Repräsentant Süd IWO
|
Verfasser: Öko - Condens Heizsysteme | Zeit:
15.07.2002 12:27:55 |
Sehr geehrte Damen und Herren, in Bezug auf unseren Edelstahl, möchten wir Ihnen mitteilen, dass diese Erfahrung schon Jahre zurück liegt und die Versuche in den siebziger Jahren bei einem Unternehmen, dass weltweit tätig ist, erprobt wurden. Dies beruht darauf, dass der jetzige Produktionsleiter unseres Zulieferers, damals dort als Entwicklungschef tätig war. Der verwendete Edelstahl in den Nachschaltheizflächen ist kein gewöhnlicher V4A Edelstahl, sondern ein ganz spezieller säurebeständiger Edelstahl. Für diese Konstruktion von Stahl/ Edelstahl und die spezielle Schweissverbindung haben wir einen Gebrauchsmusterschutz angemeldet. Dies gerechtfertigt auch den Preis für unsere Vollbrennwertkessel. Nachfolgend ein kleiner Auszug aus unserer Preisliste: Preisliste gültig ab 1. Mai 2002 Condens C25B, 14-25 KW, einstufig, 5328,00 Euro+ MWST. Condens C30B, 18-30 KW, einstufig, 5439,00 Euro+ MWST. Zur Zeit befindet sich unser Vertriebsnetz im Aufbau. Bisher waren wir überwiegend im süddeutschem Raum tätig, was sich aber in Zukunft ändern soll. Mit freundlichen Grüssen Das Team von Öko-Condens Heizsysteme |
Verfasser: SF Energietechnik GmbH | Zeit:
15.07.2002 18:46:40 |
Sehr geehrter Herr Bettinger, schauen Sie doch mal unter www.condtec.de nach; hier finden Sie den nachgeschalteten Abgas - Wärmetauscher recumaxx der Firma Condtec. Dies ist in Verbindung mit jedem überdruckdichten Niedertemperaturkessel und einem Blaubrenner eine preiswerte aber leistungsstarke Variante; gerade in dem angesprochenen Leistungsbereich von ca. 45 kW. Zudem ist hier die notwendige Schachtsanierung durch das mitgelieferte PPs - Kunststoff - Abgassystem gleich mit erledigt. Die erforderliche Neutralisationseinheit gehört ebenso zum Lieferumfang, sodaß Sie ein komplettes und aufeinander abgestimmtes System erhalten. Die Montage kann dann leicht durch den Heizungsbauer Ihrer Wahl ausgeführt werden. Ein weiterer Vorteil ist, daß sich der Heizungsbauer nicht auf ein neues Kessel- und Regelungsprodukt einstellen muß, sondern fast immer den von Ihm favorisierten Kesselhersteller verwenden kann (Vorhaltung von Ersatzteilen, Service, Wartung etc.). Gern stellen Ihnen auch die unter der Website genannten Ansprechpartner den Kontakt zu entsprechenden Installationsbetrieben her, falls Sie selbst keinen Heizungsbauer haben. Mit freundlichen Grüßen SF Energietechnik GmbH sf-energietechnik@t-online.de Peter Schröder
|
| | Zeit:
16.07.2002 05:04:56 |
Ich vermisse in diesem Forum den Rotex A1 der auch noch bei der Stiftung Warentest als bester Kessel abschnitt.
|
| | Zeit:
16.07.2002 07:38:59 |
Was spricht den gegen die Buderus Lösung ? Ich sehe folgende Vorteile : Die Anlage kann mit der gängigen Heizölart betrieben werden. (Ich muß kein teureres schwefelfreies Heizöl kaufen, was ein Armortisation unmöglich macht). Dies bedeutet ich muß gerade bei einer Anlagensanierung im Vorfeld die gesamte Ölanlage nicht reinigen. Durch den nachgeschaltetetn (Bomat)- Wärmetauscher aus Keramik habe ich keine Probleme mit dem Werkstoff des Wärmetauschers ( Korrosion durch Schwefelsäure, wie bei Edelstahl möglich). Dadurch auch einfache Granulatneutra möglich. Abgassystem ist ein einfaches, zugelassenes Kunststoffsystem. Der vorgeschaltete Gußheizkessel ist seit Jahren am Markt bewährt, und verfügt schon in der Serie über eine leistungsstarken Blaubrenner, gleiches gilt im brigen ach noch für die Regelung. Mfg C. Kern |
Verfasser: Stefan Kasselmann | Zeit:
16.07.2002 10:46:18 |
Hallo! Ja, der Rotex war Testsieger. Beste ergonomische Bedienung, beste (entgratete) Waermeleitbleche, bestes Design, beste Regie... und bei 80/60 110 Grad Celsius (!!!) Abgastemperatur. In diesem Sinne: And the winner is...wer sich am besten verkaufen kann... Und wer immer noch meint, die meisten der Haeuser die bis 2004 umgeruestet werden muessen, kaemen mit 40/30 aus, dem empfehle ich z.B. einen Blick in die "Baustatisitk" der Bundesrepublik... Gruesse Stefan Kasselmann P.S.. Natuerlich ist das nur MEINE Meinung (oder doch nicht?) P.P.S.: Manchmal bekomme ich den Eindruck, dass einige Heizungsbauer mit diesem Kessel ihre "Pflicht" einen Brennwertkessel im Programm zu haben, erfuellt sehen. Die werden angeboten, obwohl manche ihn noch nie eingebaut haben oder weil er eben so schoen leicht ist. Nach dem Motto: Ja, Brennwert haben wir auch. Ich versteh den "ROTEX-Hype" ueberhaupt nicht. Leider konnte Stiftung Warentest fuer eine vernuenftige Aufklaerung NICHT sorgen. Wenn er wenigstens guenstig waere...
|
| | Zeit:
16.07.2002 10:55:58 |
Herr Kern hat Recht. Kein besonderes Öl. Geringe Wartung. Relativ niedrige Investition. Bewährtes Produkt.Großer Wirkungsgrad. Dies sind nur einige Argumente! Bei der Entscheidung hängt es davon ab, welches Risiko (=Kosten!)man bereit ist einzugehen. MfG Hans
|
Verfasser: Rotex A1 BO 20i oder 35i | Zeit:
16.07.2002 17:55:26 |
Herr Bettinger, der Rotex Ölbrennwertkessel ist der Beste. Stiftung Warentest Juni 2002. Der Kessel ist schon Jahre auf dem Markt.Rotex gibt auf den Kesselkörper aus Alu-Edelstahl 10 Jahre Garantie. Wartungsarbeiten sind einfach. Mit freundlichem Gruss Dörr
|
| | Zeit:
16.07.2002 19:56:41 |
Sehr geehrter Herr Bettinger , vorstehend ist einige male der Rotex A1BO35I genannt worden . Seit dem Rotex Ölkessel baut werden diese durch mich installiert und ich habe durchweg positive Erfahrungen mit diesem Kessel gesammelt . Im Vorfeld wurde in einem Beitrag eine zu hohe Abgastemperatur und ein zu hoher Preis genannt . Ich kann aus diesen Aüßerungen nur schlußfolgern , daß dieser Herr keine ausreichenden Erfahrungen mit dem Kessel hat oder Kessel kennt welche falsch dimensioniert , falsch hydraulisch eingebunden oder falsch eingestellt sind . Der Preis ist zudem in Verbindung mit einer Komplettanlage zu sehen . Der A1 ist komplett ausgestattet und ich muß nicht großartig hinter dem Kessel das Montieren von Zubehör anfangen . Ich bitte jedoch zu bedenken , daß die maximale Leistung des Kessels bei 35 kW liegt und Sie 45 kW benötigen . Mit 35 kW bei einem System mit 70 °C Vorlauf und einer Bausubstanz aus den 70er Jahren können Sie ( unverbindliche Erfahrung meinerseits ) über 400 m² Wohnfläche heizen wenn alle Räume 21°C bei -12°C Außentemperatur haben sollen . Meine Erfahrung zeigt , daß auch heute noch viele Kessel überdimensioniert werden . Mit freundlichen Grüßen , Reinhard Lütkemeier |
Verfasser: Stefan Kasselmann | Zeit:
18.07.2002 20:49:37 |
Sehr geehrter Herr Lütkemeier Sie haben Recht. Erfahrungen persönlicher Art habe ich mit dem ROTEX nicht. Das ist aber auch gar nicht nötig. Ich glaube Ihnen ja auch, dass Sie mit dem ROTEX durchgehend "positive Erfahrungen" gemacht haben. Für den Installateur heisst das wahrscheinlich: Möglichst wenig Arbeit beim Aufstellen zu haben, nicht viel schleppen und bloß keine umfangreichen Einstellungen machen zu müssen. Was ich (zurecht) kritisierte ist, dass gerade mancher Heizungsbauer (und hier spreche ich aus Erfahrung) von der Brennwerttechnik nicht viel versteht. Ihre Aussage, den ROTEX als Brennwertkessel auch bei 70°C betreiben zu wollen, untermauert diese These. Denn bei dieser Temperatur kann man mit einer Rücklauftemperatur von ca. 55-60°C rechnen. Unter diesen Bedingungen ist der Kessel wirkungsgradtechnisch zwar immer noch gut, aber er ist sicher kein Öl-Brennwertkessel mehr (wohl mehr Abgastieftemp.-Technik). Denn bei Ölfeuerung kondensiert das Abgas erst unterhalb von ca. 50°C. Bei einer für diesen Kessel typischen Spreizung von minimal 15°C zwischen Abgastemp. und Rücklauftemp. (bei 60°C Rücklauf beträgt diese Spreiung sogar 50°C !) kann man also bei einer Rücklauftemp. oberhalb von 35°C keine Vollkondensation mehr erwarten. Spätestens wenn die Rücklauftemp. über den Taupunkt ansteigt (also ca. 50°C), bleibt der Kessel absolut trocken. Zum Verständnis dieser Zusammenhänge braucht es lediglich die Grundlagen der Wärmetechnik. Von transienten Betriebszuständen (wie einem Kaltstart) möchte ich hier einmal absehen. Mancher Kessel kondensiert nämlich nur dann, wenn der bereits vorher erheblich "ausgekühlt" war. Im übrigen (dies geht an die Adresse von Herrn Bettinger): Das der Kessel "der Beste" ist, wage ich sehr zu bezweifeln. Hätten Sie sich den Test etwas genauer angesehen, dann wäre Ihnen vielleicht nicht entgangen, dass z.B. in punkto Energieausnutzung der ROTEX Kessel unter den Brennwertkesseln am schlechtesten abgeschnitten hat. Das der Unterschied in dieser Rubrik so gering ist, zeigt nur, dass man diesem Punkt meiner Meinung nach viel zu wenig Gewicht beigemessen hat. Dafür ging die Verarbeitung, also hauptsächlich die Verkleidung (!) zu 15% in das Gesamturteil ein, ebenso der Punkt "Handhabung", d.h. scheinbar erst wenn jeder "Fachmann" die Knöpfchen vollständig ohne nachzudenken bedienen, die Anleitung ohne nachzudenken lesen kann und diese ergonomisch (sitzen Sie auch jeden Tag 7h vor der Heizungsregelung wie vor Ihrem Monitor?) einzustellen ist, kann man mit der Zustimmung der Prüfer rechnen. Aus meiner Sicht gingen in die Bewertung fast zur Hälfte Aspekte ein, die für die Praxis vollkommen sinnlos sind. Ich stelle die Regelung nicht täglich um, noch habe ich jemals ernsthaft über Verletzungsriskien nachgedacht, die von nicht entgrateten Wärmeleitblechen ausgehen. Aber was solls. Es ließen sich meiner Meinung nach noch einige weitere Nachteile des ROTEX aufzählen (Abgas und Heizwasser fliessen nicht im Gegenstrom, die Heizwasserrohre werden parallel angeströmt und haben einen engen Querschnitt, der Wasserinhalt des Kessels von lediglich 3 Litern führt zu häufigem Takten des Brenners...). Und bevor man mir wieder vorwirft, ich sei als Vertreter gewisser Firmen für Voll-Brennwerttechnik im Forum unterwegs (in diesem Zusammenhang möchte ich eimal anmerken, ob es nicht vielleicht vorstellbar ist, dass ich mir ZUNÄCHST ein objektives Bild über die verfügbare Ölbrennwerttechnik gemacht habe und DANN für ein bestimmtes Produkt eingetreten bin), möchte ich gleich mehrere Alternativen (abseits der VBT) zum ROTEX anführen. So ist der Multijet mit seinen Jeteinsätzen und den grossen Wärmetauscherflächen als Brennwertkessel bei gleichen Vor- und Rücklauftemp. sicher besser geeignet, ebenso der Therma Nova 2010 der Firma Therma-Tec. Ebenso wie beim Auto (trotz viele technischer Rafinessen) nichts gegen einen höheren Hubraum auszurichten ist, ebenso kann man bei der Heizungstechnik nichts besseres tun, als genügend Wärmetauscherfläche vorzusehen, um die Heizflächenbelastung möglichst niedrig zu halten und lange Austauschzeiten zu bewirken. Von nichts kommt nichts und bei ROTEX geht die Kompaktheit des Kessels ganz eindeutig zu Lasten der Effizienz, sobald die Rücklauftemp. über die "Standardangabe" von 30°C merklich ansteigt. Ich bleibe dabei: Der ROTEX Kessel mag alles in allem ein guter Kessel sein, aber als "universeller Brennwerkessel" ist er meiner Meinung nach die schlechteste Wahl. Das er sich trotzdem so gut verkauft liegt m.E. nicht zuletzt daran, dass die Heizungsbauer manchmal mehr Wert auf das Gewicht oder eine möglichst einfache Reinigung wert legen, als auf die Tatsache, dass ein Brennwertkessel möglichst in vielen Betriebssituationen auch KONDENSIEREN muss. Sicherlich muss auch eine einfache Reinigung eines Kessels gegeben sein. Aber die größte Zeit des Jahres wird der Kessel BETRIEBEN und nicht GEWARTET. Und, um an den Anfang zurückzukehren, ich stelle meine Überlegungen ihren Erfahrungen gerne entgegen. Was wärmetechnisch nicht möglich ist, brauche ich mir durch Erfahrungen nicht bestätigen zu lassen. Und wenn Sie ihrem Kunden den ROTEX als ÖL-BRENNWERTKESSEL mit 70°C Vorlauftemp. empfehlen, dann sollten Sie auf dem Gebiet der Theorie etwas mehr "Erfahrungen" sammlen... (das Thema Schichtenspeicher oder die Anwendung komplizierter "Rücklauftemp.-Absenkungen" hätte einen eigenen Thread verdient) Mit freundlichen Grüßen Stefan Kasselmann
|
Verfasser: Stefan Kasselmann | Zeit:
18.07.2002 23:08:40 |
Es sollte heissen:
"Im übrigen (dies geht an die Adresse von Herrn Dörr):" Entschudigen Sie Herr Bettinger!
Herzliche Grüße Stefan Kasselmann
|
| | Zeit:
20.07.2002 14:01:15 |
Sehr geehrter Herr Kasselmann , einige Ihrer Argumente kann ich sehr gut nachvollziehen und theoretisch haben sie durweg recht. Bei einem Neubau würde ich auch sicher nicht eine Vorlauftemperatur von 70°C annehmen. Ich bin davon ausgegangen das Herr Bettinger eine Sanierung einer Heizungsanlage durchführen möchte und auf 70°C Vorlauf angewiesen ist . Ich bitte Sie aber auch zu bedenken wann die 70°C Vorlauftemperatur benötigt werden . Die anteilige Jahresarbeitszeit mit Brennwertnutzen liegt bei einer Vorlauftemperatur von 70°C bei über 90 % welches sich dadurch begründet , daß ich im Jahresmittel über 90% eine Außentemperatur von über -3°C habe und bei einem Sytem 70/55 und einer Außentemperatur von über -6°C mit dem Rücklauf unter die Kondensationsgrenze von Öl gelange ( Das ist Kesselunabhängig). In der Warmwasserbereitung ist der Rotex-Kessel sicherlich nicht großartig am kondensieren . Aus 1kg Öl kann man theorethisch 1,32 kg Wasser aus den Verbrennungsprodukten zurückgewinnen . In der Praxis liegt der A1 im Schnitt bei ca 0,5-0,6 l Kondensat pro kg Öl . Und da kommt wieder meine praktische Erfahrung ins Spiel , da ich leider bei einem Kunden nach Wartungsarbeiten vergessen habe den Kondensatschlauch wieder in den Abfluß zu stecken und am nächsten Tag durfte ich dann den "Brennwertnutzen" aus dem Keller entfernen . ( Die Literzahl von dem was ich aufgewischt habe, habe ich nicht ermittelt. Die Außentemperatur lag so ca. um den Gefrierpunkt) Ich möchte auch bemerken, daß ich den Rotexkessel nicht als den "besten" Kessel bezeichnen würde , da mir das Urteil über die anderen Kessel nicht zusteht . Diese Kessel kenne ich nur aus Berichten und von Messen. Praktische Erfahrungen habe ich mit denen nicht. Sicherlich hat jeder Kessel seine Stärken und Schwächen und die Entwickler der Kessel haben sich alle wohl etwas beim Entwickeln gedacht . Das die Stiftung Warentest nicht immer richtig liegt ist auch völlig klar, schließlich kann man einen Jahreszyklus und den über mehrer Jahre nur schwer nachstellen. Ich kann nur aus meinen Erfahrungen im Einbau, Betrieb und Kundendienst sowie aus Erfahrungen , die das IWO mit Brennwertkesseln gesammelt hat ein Urteil über den A1 bilden . Beim A1 werden die untere und obere Kesselhäfte nacheinander durchströmt und Aluminium hat eine 7fach höhere Speicherkapazität als Stahl wodurch der Geringe Kesselwasserinhalt kein Problem dartstellt. Zudem liegt der ELCO- Blaubrenner beim Start bei ca. 20 ppm CO und kurz danach bei 0 ppm. Die Definition Brennwertkessel sagt auch nur aus , daß ein Kessel für den kondensierenden Betrieb geeignet ist . Wieviel der Kessel kondensiert ist dabei egal. Ein Kessel welcher über alle Betriebzustände kondensiert , wäre sicherlich ideal. Nach meinen Meinung nach geht es doch um folgendes. Ich tätige eine Investition für einen Kessel und dessen Montage (incl. Abgassystem).Ich stecke "vorne" Brennstoff hinein und "hinten" kommt ein Nutzen heraus, "seitlich" gehen mir Verluste ab. Zudem möchte ich den Kessel lange betriebsicher und effektiv betreiben und dann sollte dieser Kessel auch noch jährlich gereinigt werden und wenn mal etwas nicht funktioniert sollte die Reparatur und Ersatzteilversorgung auch gewährleistet sein . Diese ganze Paket an Investitionen , Betriebskosten und Brennstoffverbrauch geben unterm Strich einen Wert nach dem ich einen Kessel beurteilen kann. Diesen Wert kann man wohl kaum theoretisch ermitteln . Welcher Kessel nun über seine Lebensdauer in der Summe der Ansprüche die man an diesen stellt der beste ist kann wohl im Moment noch niemand genau beurteilen. Also muß man sich auf die bisher gemachten Erfahrungen "Anderer" verlassen . Ob diese dann immer objektiv sind (da schließe ich mich ein) bleibt dahingestellt. Mit freundlichen Grüßen, Reinhard Lütkemeier
|
Verfasser: Stefan Kasselmann | Zeit:
20.07.2002 20:38:45 |
Hallo Herr Lütkemeier! Vielen Dank für Ihre umfangreiche und sachliche Antwort. Ein paar Dinge möchte ich noch anmerken bzw. nachfragen: Ich habe schon öfter diese Artikel gelesen, wo einem dargelegt wird, wie ein für 70/55°C ausgelegtes System bei steigender Aussentemperatur schnell in den Brennwertbereich kommt. Sie sagen ja, dass dies in diesem Falle bereits ab -6°C Aussentemperatur geschehen soll. Nach dieser Heizkurve werden, wenn ich mich nicht irre, bei ca. 5°C nur noch etwa 40°C Vorlauf angegeben. Ich halte das für sehr optimistisch. Wenn man bedenkt, dass ca. 75% aller Wohnungseinheiten (die seit 1900 gebaut wurden) in Deutschland älter als 24 Jahre sind (Quelle: Statistisches Bundesamt), kommen einem da schon mal Zweifel, ob man mit dem Dämmstandard von füher die Räume damit in angemessener Zeit warmbekommt, wenn überhaupt. Diese Bauten verfügen nur in Einzelfällen über Fussbodenheizung und wurden heizflächenmässig (Heizkörper) auf eine Heizkreistemperatur von ca. 90°C ausgelegt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst bei unserem Haus von 1981 eine Vorlauftemp. (für die Heizkörper) von unter 50°C zu Einbussen im Wohnkomfort führt. Die Heizkörper (großzügig dimensioniert) brauchen einfach zu lange, um den Raum auf Temperaturzu bringen. Gerade die Gebäude, die bis 2004 umrüsten müssen, sind meist älteren Ursprungs, so dass es dabei zu Problemen kommen kann. Sie schreiben weiterhin, dass aus der Verbrennung von einem Kilogramm Öl 1,35 kg Wasser "herausgeholt" werden kann. Mit einer Differenz von 0,6 kWh zwischen Brennwert und Heizwert pro Kilogramm Öl und einer Verdampfungswärme von ca. 2,26 MJ/l komme ich aber auf knapp ein Liter Kondensat pro Kilogramm Öl. Dies ist auch die gängige Angabe. Wie kommen Sie auf die 1,32 kg? Sie schreiben im folgenden, dass der A1 in der Praxis zwischen 0,5 und 0,6 Liter Wasser pro kg Öl kondensiert. Können Sie das etwas spezifizieren? Meinen Sie damit, dass dies bei einem System 70/55 im Jahresmittel der Fall ist? Zuguterletzt haben Sie natürlich Recht, dass die Definition des Brennwertkessels nur auf die Fähigkeit zu Kondensieren ohne Schaden zu nehmen ausgerichtet ist. Obwohl es da ja mal ein Urteil gab, das da etwas anderes sagt:"BGH-Urteil vom 19.03.98: "Brennwertkessel sind nach einschlägiger Norm Kessel, in denen latente Wärme, die im Abgas in Form von Wasserdampf enthalten ist, durch Kondensation nutzbar gemacht wird." Allerdings kann man dies ja "umgehen", indem man einen Kessel, der sich Brennwertkessel schimpft, aber kaum oder nur marginal kondensiert, "boykotiert". Vielleicht wird sich wirklich in ein paar Jahren dieser Markt von selber lüften, wenn die ersten Langzeit Erfahrungen der verschiedenen Kessel vorliegen. Man darf gespannt sein. Herzliche Grüße Stefan Kasselmann
|
Verfasser: Mike Tomoscheit | Zeit:
19.02.2003 03:46:31 |
Welcher Kessel denn nun? Ich habe voller Interesse die vorstehenden Beiträge in der Hoffnung auf eine klare Antwort gelesen. Leider vermisse ich eine eindeutige Empfehlung. Ich habe von Veritherm ein 40 KW Kessel seit 1998 installiert um 350qm zu beheizen. Der Kessel selbst brauchte in dieser Zeit 2 neue Steuerungen 1 Stellmotor und verrusst trotz regelmässiger Wartung. Verbrauch ca. 9000 L Öl p.a. Bei der Installation wurde natürlich ein Verbrauch von max. 4000L suggeriert um den Preis von damals 14000,- DM mit der Ersparnis zu rechtfertigen. Da ich jetzt in einem 430 qm Haus die Heizung nach Anbau auch vergrössern muss, frage ich mich ob es wirklich sinnvoll ist die Ölbrennwerttechnik einzusetzen und welcher Kessel sowohl wirtschaftlich als auch unanfällig und zuverlässig arbeitet, sowie woher ich den Kessel beziehen kann. Danke im voraus Mike Tomoscheit
|
| | Zeit:
19.02.2003 09:38:55 |
Ist schon witzig wie sich Kasselmann immer wieder total reinsteigert, wenn nur irgendjemand andere Erfahrungen gemacht hat als er selbst.
|
| | Zeit:
19.02.2003 21:37:13 |
@Mike, es ist bekannt, daß der Vetter-Kessel nicht ausgereift war. Aber immerhin war er der erste seiner Art und außerdem von einem ehem. Bäcker gebaut ,-) Heute gibt's genug gute Ölbrennwerter, sogar welche mit V4a-Tauscher oder eben die sog. Vollbrennwerter. Manche nichtmal viel teurer als NT-Kessel. Und je nachdem wie man die Energiepreissteigerung prognostiziert, rechnet es sich. 6-10% sind bei sorgfätiger Auslegung auch mit einem "Standard"- Brennwerter zu erreichen. |
Verfasser: Mike Tomoscheit | Zeit:
20.02.2003 02:08:52 |
Hallo und Danke für die schnelle Antwort
Was heisst "Standardbrennwerter". V2A empfiehlt sich wegen der agressiven Kondensate oder haben die noch weitere Vorteile? Hat jemand Erfahrung mit den RYLL Kesseln (die sind wirklich kaum teurer als NT-Kessel)?
Vielen Dank Mike Tomoscheit
|
| | Zeit:
20.02.2003 11:37:56 |
Nicht V2a, sondern V4a, aber auch nur in einer schwefelsäureresistenten Legierung . Wie z. B. der von www.therma-tec.de . Das ist aber kein "Vollbrennertkessel" wie die mit Abgas> Zuluftwärmetauscher, siehe www.vollbrennwerttechnik.de von Stefan Kasselmann, sondern eben ein Standard- Brennwerter mit Abgas>Rücklaufwärmetauscher, der eben unterhalb von 48° Rücklauf nicht mehr kondensieren kann.
|
Verfasser: Stefan Kasselmann | Zeit:
20.02.2003 12:21:26 |
Hallo jojo!
Jeder macht sicher seine eigenen Erfahrungen. Aber wenn jemand z.B. schreibt, dass er 1,35 kg Kondensat pro Liter Oel erreicht, dann ist das einfach faktisch falsch, da es chemisch nicht moeglich ist! Über andere Dinge koennen wir gerne diskutieren, dafuer sind wir ja hier :-)
Gruesse Stefan Kasselmann www.vollbrennwerttechnik.de
|