zunächst danke für die Antworten; das Forum ist eine schöne Diskussions-Plattform.
Meine ersten Angaben waren etwas kurzgefasst, deshalb hier weiteres:
Wir sind Heizungsbauer und installieren ständig Öl-,Gas-Heizungen und Solaranlagen.
Da wir im Westerwald sind, ist Holz vor der Tür und in nahezu jeder Form preiswert erhältlich.
"Jede Form": 2 Jahre trocken gelagerte Buche bis zu noch stehenden Bäumen; 1m-Stücke bis zu gerissenen Scheiten von 20cm bis 1m.
Per Traktor mit Hänger ist es frei Haus lieferbar oder es kann selbst im Wald geholt werden.
Das Holz wird bei den meisten in Kamin- oder Kachelöfen eingesetzt (teilweise bis zu 60m³ pro Jahr pro Heizung).
Einige haben noch Zweifach-Kessel (Öl - Festbrennstoff).
Nachdem wir mehrfach gefragt wurden, wie es mit "
Holzheizung" aussieht und ob wir selbst mit Holz heizen, haben wir uns entschlossen Holzheizungen zu versuchen.
Pellet-Heizungen sind in den Investitionskosten sehr hoch, aber komfortmäßig mit Öl vergleichbar. In unserer Nähe wird z.Zt. eine "Pellet-Fabrik" fertiggestellt.
Pellets sind für Häuser reicher Senioren die beste Lösung; damit meine ich, daß keinerlei (minimalste) Bedienung der Heizung notwendig ist und Investionskosten keine Rolle spielen.
Holz in seiner "Naturform" ist hier aber im Überfluss vorhanden und viele Häuser sind seit
Generationen im Familienbesitz und fast jeder hat irgendeine Art Holzfeuer.
Bei diesem speziellen Kundenkreis ist ganzjährig immer mindestens ein Familienmitglied im Haus und mit der Holzfeuerung vertraut.
Die praktische Erfahrung unserer Kunden ist: es funktioniert, aber wie könnte es optimal aussehen bezgl. Investition, Effektivität, Bedienkomfort usw.
Einer hat seine komplette Holzheizung selbst gebaut; vom Mauern des Brennraumes, Einbau des
Wärmetauschers bis zum Setzen der Heizkörper...
Mit den BzSchFms haben wir selbstverständlich gesprochen und aus o.g. Situation heraus sind meist "holzbefeuerte" Kamine sowieso vorhanden.
Da wir unsere Kunden nicht nur theoretisch beraten möchten, haben wir uns entschlossen "Experimente" mit Holzheizungen durchzuführen, um auch durch praktische Erfahrung Ergebnisse aufzeigen zu können.
Technische Unterlagen vieler Hersteller stehen uns mehr als ausreichend zur Verfügung und ebenso Preise/Materialkosten.
Auf den ersten Anschein scheint dies ein sehr spezieller Kundenkreis zu sein, aber tatsächlich könnten wir "zig" Kunden bekommen. Das Marktpotential ist also vorhanden (vorwiegend Ersatz von Holzöfen ältester Art).
Aber wir haben keine Erfahrung inwieweit die techn. Angaben moderner Holzbrenner der Praxis entsprechen und welcher Bedienaufwand (Versorgung, Beschickung,
Entsorgung) real erforderlich ist.
Hinzu kommt, daß wir die Holzheizung nur zusammen mit Solarthermie betreiben/anbieten wollen.
Die Hauptgründe für diese Kombination sind, daß
Pufferspeicher,
Rücklaufanhebung,
Wärmemengenmessung usw. kosten-/investitionsmäßig im Zusammenhang stehen und die Holzheizung kostenmäßig nur ein Teil der Anlage ist.
Unsere jahrelange Erfahrung mit Solarthermie ergab, daß der Pufferspeicher groß bis sehr groß zu wählen ist, damit zum einen die Solarenergie maximal genutzt werden kann und zum anderen die Öl- oder
Gasheizung möglichst lange im optimalen Betrieb läuft (wenig Ein-/Ausschaltungen; Minimierung der Anfahrverluste usw.).
Beste Ergebnisse erzielten wir mit Pufferspeichern (mit Wärmeschichtung) im Bereich von 750 bis 1500 Liter für zu beheizende
Wohnflächen im Bereich von 150 bis 300 m² mit Warmwasserbereitung.
Es gibt noch viele weitere Bedingungen/Aspekte, die ich hier nicht weiter ausführe, weil ich den Einzelpunkt Holzheizung konkretisieren möchte.
Mit der niedrigsten Investition (schlechtester Holznutzung) der Anfang:
Holzkessel ca. 12 kW mit oberem Abbrand ( ca. 70l-Befüllung mit Scheiten 1/3m; Materialkosten unter 2.000.--€ netto.
Anschluß an vorhandene Anlage: Solarthermie mit 1000l-Schichtspeicher (seit 4 Jahren in Betrieb)mit allem Zubehör (von Rücklaufanhebung bis zu
Plattenwärmetauschern,
Wärmemengenzählern,
Brauchwasser-Temperaturbegrenzer usw.) mit max. Speichertemperatur von 95°C (Ausgleichsgefäß 200 Liter / 2bar / ca. 30 Liter Vorlage).
Im nächsten Schritt: Investition im Bereich 3.000.-- bis 3.500.-- €; unterer Abbrand bis 14 kW.
weitere Schritte: Holzvergaser 4.000.-- bis 8.000.--€
Insgesamt ein mehrjähriges Versuchsprogramm, wenn nicht ein Kunde/Bekannter parallel "mitmacht".
Ein Punkt ist auch, daß zwar Buche, 2 Jahre getrocknet, ausreichend verfügbar ist, aber "kostenlos" auch anderes (Kiefer, Fichte, Weide, Ahorn usw.); das brennt auch, wenn auch anders und der Kamin ist ständig zu überwachen... Folgen eines Kaminbrandes habe ich schon gesehen...
Vielleicht wird es für das forum zu umfangreich, falls jemand direkten Kontakt wünscht: email:sar.rostek@t-online.de
MfG Udo
Rostek