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Welches Kältemittel für Direktverdampfung ?
Verfasser:
Sirko
Zeit: 22.11.2003 00:44:30
0
36906
Hallo Klimatechniker,

welches Kältemittel kann ich durch einen hartgelöteten Cu-Erd-Kollektor schicken ?

Hintergrund der Frage:
Als privater Bauherr möchte ich mein gerade im Rohbau befindliches Haus demnächst mit Hilfe einer Wärmepumpe beheizen.
Ursprünglich war der Erdkollektor für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe ausgelegt. Jetzt spiele ich jedoch mit dem Gedanken, eine direktverdampfende WP einzusetzen, d.h. das Kühlmittel direkt durch´s Erdreich zu schicken.

Da der Erdkollektor (14er Cu-Rohr, üblicherweise für normale Fußbodenheizungen verwendet) schon verlegt ist, habe ich jetzt ein Problem. Ich habe mir erklären lassen, daß nicht jedes Kältemittel mit den eventuell vorhandenen Resten der Lötpaste klarkommt.
L. Steinbock (Danke, nochmal !) hat mir Propan (R 290) empfohlen.

Was sagen die anderen Profi´s dazu ?
Wer kann mir einen WP-Hersteller empfehlen, der ggf. auch mit R 290 arbeitet ?

Gruß
Sirko

Verfasser:
Abakus
Zeit: 22.11.2003 05:06:52
0
36907
... , daß nicht jedes Kältemittel mit den eventuell vorhandenen Resten der Lötpaste klarkommt.

Ich fürchte, dass mit dem Zunder der Lötstellen zwar das Kältemittel, aber kein Expansionsventil klarkommt!

Verfasser:
geri
Zeit: 22.11.2003 09:20:15
0
36908
Hallo
Man sollte sowieso einen Filtertrockner am Ausgang des Verdampfers
einsetzen (also einen zusätzlichen zum Geräteinternen) den kann man dann nach einigen Tagen Betrieb tauschen und eventuelle rückstände sind so schon zu Anfang entfernt. Du sagtest du verwendest Rohr für Fussbodenheizung ist dieses von der Wandsärke her ausreichend (1mm sollte es schon sein). ausserdem ist CU Rohr für Wärmepumpen innen extra gereinigt und damit absolut sauber (auch Chemisch!). Dass da normales CU Rohr genügt glaube ich nicht!
Grüsse Geri

Verfasser:
Martin Glane
Zeit: 06.01.2004 18:49:52
0
36909
V O R S I C H T !!

Im Kältemittelkreislauf wird immer Öl mitgeführt, das bei Undichtigkeiten austreten kann. Damit dürfte einen solche Anlage in den Geltungsbereich des Wasserhaushaltsgesetztes (WHG) und der Verordnung über Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) fallen. Danach müssen erdverlegte Rohrleitungen doppelwandig und lecküberwacht sein. Das wäre jedoch bei der vorgesehenen Nutzung nicht besonders günstig und außerdem überaus teuer.

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 06.01.2004 19:27:29
0
36910
@ Martin Glane
Nach aktuellem Stand der Kältetechnik sind Mineralöle für Kleinkälteanlagen (Hauswärmepumpen gehören auch dazu) nicht mehr gestattet.
Die aktuellen Esteröle sind biologisch abbaubar und haben nach meinen Informationen ein sehr geringes Grundwasserverschmutzungspotential, damit entfällt die Doppelwandigkeit und die Lecküberwachungspflicht.
Eine Lecküberwachungseinrichtung ist für einen Erdkollektor mit z.B. 500 lfm Verdampferrohr sowieso nicht machbar, da geht früher die Wärmepumpe auf ND-Störung als dass eine Leckanzeige anspricht.

Im standard WICU Rohr könnten Rückstände vom Ziehvorgang sein, die obige Empfehlung von Geri, einen zusätzlichen Filtertrockner in die Saugleitung des Kompressors zu Installieren hat absolute Priorität.
Allerdings wird Ihnen keine Kältetechnikfirma mit diesen Rohren eine 5 Jahres Garantie auf den Kompressor geben, bei den in Haustechnik- Wärmepumpen verwendeten Kompressoren ist ein zusätzlicher Ölwechsel allerdings nur unter schwierigen Bedingungen durchzuführen (normalerweise keine Ölablasschraube, dadurch Kompressor ausbauen und umdrehen dass das Öl aus dem Sauganschluss herausrinnt nötig).
Dies ist auch nur bei Kompressoren welche mit Schraubverbindungen eingebaut sind möglich, z.B. Maneurop.
Weiters hätte ich Bedenken wegen des Wärmeüberganges bei standard WICU Rohren da der Aussenmantel ja nur auf den Längsrillen anliegt und damit keine besonders gute Wärmeübertragung möglich ist.

Mfg. Hannes / esbg

Verfasser:
C. Brenner
Zeit: 06.01.2004 20:50:04
0
36911
Hallo.

Aufgrund der Füllmengen für einen Erdkollektor wird das brennbare und exposive R290 wohl ausscheiden (da macht der TÜV nicht mit).

Als Kältemittel kommt (auch in Bezug auf die Ölproblematik) nur R410A oder R407C in Frage.

Normalerweise verwendet man für Kälteanlagen nur sauerstofffreies Kupfer (SFCu).

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de

Verfasser:
stephan
Zeit: 07.01.2004 11:14:58
0
36912
Hersteller, die direktverdampfend unterstützen gibt es nicht viele. Die, welche ich kenne, habe ich mal unter http://www.bauweise.net/grundlagen/technik/waermepumpe/markt/wpmarkt.htm zusammengestellt. Hab ich da evtl. jemanden übersehen?

Verfasser:
steffnic
Zeit: 08.01.2004 09:36:45
0
36913
@stephan

Hallo Stephan, ja es fehlt noch jemand bei den dirktverdampfenden Wärmepumpen. Mir fällt da spontan meine zukünftige Heizung ein: www.acalor.de. Meinen lieben Nachbarn habe ich davon ebenfalls in Kenntnis gesetzt, dass ich mir diese Wärmepumpe einbauen werde. Er stand auf dem Standpunkt Wärmepumpen sind zu teuer. Nun habe ich ihm einfach mal den Link genannt, er hat sich kurz entschlossen mal mit Acalor in Verbindung gesetzt und sich ein Angebot erstellen lassen. Incl. aller Arbeitsleistung und Material war das Angebot von Acalor 4% günstiger als das günstigste Angebot für eine Gasheizung. Entfallen kann daher der Gasanschluß (keine Ahnung, was der Versorger dafür genommen hätte, dafür kommt ein kleines Fundament hinzu, da die Wärmepumpe einen Aussenaufstellplatz hat. Summasummarum also aus meiner Sicht ein Schnäppchen. Bei meinen vorliegenden Angeboten konnte ich nicht so direkt vergleichen, da ich immer Integralgeräte im Angebot vorliegen hatte und mich jetzt für Wärmepumpe für Heizung und Brauchwasser für Acalor und dezentrale Lüftung mit www.oekoluefter.de entschieden habe.

Happy new year @all

Steffen G.

Verfasser:
stephan
Zeit: 08.01.2004 11:44:31
0
36914
Was ich bei acalor gefunden hab ist lediglich eine Luft/x Wärmepumpe, die direktkondensierend arbeiten soll, nicht aber direktverdampfend. Hab ich was überlesen?

Verfasser:
steffnic
Zeit: 08.01.2004 12:40:03
0
36915
@stephan

Lt. Aussage Acalor per Telefon sind die Wärmepumpen direktverdampfend und direktkondensierend...

Verfasser:
Martin Glane
Zeit: 10.01.2004 14:36:55
0
36916
Ich komme noch mal zurück auf die mögliche Wassergefährdung durch Öl bei Undichtigkeiten.

Was Hannes schreibt kann ich mir auch vorstellen. Es wäre allerdings zu prüfen, welche Wassergefährdungsklasse (WGK) diese Estheröle haben. Wenn sie im Katalog wassergehärdender Stoffe nicht zu finden sind, ist die Verwendung in der hier vorgeehenen Weise sicher unkritisch

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