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Cu und Trinkwasser im Bestand
Verfasser:
Stefan Ha
Zeit: 18.09.2006 20:01:45
0
474652
Hallo,

ich hätte mal eine rein theoretische Frage bezüglich Trinkwasser und Kuperrohr.
(Rein theoretisch, da sowieso Altbau mit Cu Wasserleitungen. Also zumindest momentan nichts zu ändern)

Vorab, es gibt keine Probleme oder so. Gehen wir einfach mal von aus, unser Wasser ist geeignet für Cu.
Nur habe ich gesehen, mittlerweile werden die Trinkwasserleitungen innen verzinnt.

Da heisst es doch eigentlich auf Cu-Seiten, Cu wäre besonders Hygienisch.
Doch nun plötzlich, obwohl es doch angeblich hygienisch ist, verzinnt man nun auf einmal doch die
Innenwandung. Warum?
Hat man neue Erkenntnisse, dass Cu doch nicht so gesund ist, oder warum auf einmal diese Innenverzinnung?

Ich frage hauptsächlich, weil sollten neue Erkenntnisse vorliegen, würde ich unseren neugeborenen Baby`s zu Liebe die Installation sanieren lassen. (das Bad hätte eigentlich eh mal eine Renovierung nötig, die Küche ist genau darunter, könnte meinetwegen Aufputz saniert werden)

Kann mir einer vielleicht die Sache mit der innenverzinnung erklären?

Grüße Stefan

Verfasser:
OldBo
Zeit: 18.09.2006 20:32:53
0
474684
Moin Stefan,

Cu-Rohre ansich sind nicht gefährlich. Nur wenn die Wasserqualität nicht stimmt, dann sollte man reine Cu-Rohre nicht einbauen. Auskunft darüber bekommst Du bei Deinem Wasserversorger.

Gruß

Bruno

Verfasser:
Rene Bergermann
Zeit: 18.09.2006 21:48:22
0
474776
Wie Bruno schon sagt.... Bzw. für Kupferleitungen die KÄLTEMITTEL transportieren werden innen verzinnte CU-Rohre verwendet. Vielleicht hat der, von dem Du das gehört hast eine Ladung davon "gefunden" und wusste nun nicht wirklich, was das soll!

:-)

Verfasser:
Zinker
Zeit: 18.09.2006 21:57:26
0
474782
Eine Innenverzinnung erfolgt nur, weil man glaubt, dass Zinn weniger schnell korrodiert als blankes Kupfer. Zinn wie Kupfer sind, wenn sie der DIN entsprechen, völlig unproblematisch bei einer Wasserzusammensetzung, die für Zinn und Kupfer geeignet ist.

Bei innenvezinntem Kupfer gibt es keine Einschränkungen, soweit der Werkstoff den gültigen Normen entspricht (in Bezug auf die Wasserzusammensetzung). Bei Kupfer schon (pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 bzw. größer/gleich 7,4 und der TOC-Wert kleiner gleich 1,5 g/m³). Hier gilt die DIN 50930-6 vom August 2001.

Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, würde ich trotzdem mal eine Trinkwasseranalyse machen lassen (z.B. bei Stiftung Warentest oder bei www.lutzehrlich.de). Kupfer sehe ich als problematisch an bei längeren Stagnationszeiten (über viele Tage hinweg). Hierbei kann der Grenzwert (2 mg/l) leicht überschritten werden.

Und wenn ich die Wahl hätte: immer Edelstahl.

Verfasser:
OldBo
Zeit: 18.09.2006 22:00:54
0
474783
Verfasser:
schwabenalf
Zeit: 18.09.2006 22:17:39
0
474797
@Stefan

Cu-Rohre und Trinkwasser verstehen sich nach wie vor sehr gut!
Kupfer wirkt bei der Patina-Bildung und -Erhaltung antibakteriell.

Lochfrass an Kupfer entsteht erst bei sehr hohen Temperaturen durch
anhaftendes, ausgefallenes Kalzium.
Dieses baut sich dann bspw. an Wärmetauschern schichtenweise auf
und verschlechtert systematisch den Wärmeübergang an das Wasser.

Damit entstehen immer höhere Temperaturen am Wärmetauscher,
vorzugsweise am E-Heizstab, welche das Material zerstören.
Das kennen wir dann aus der "CALGON"-Werbung...

Bei normalen Leitungen ist dies ausgeschlossen, da hier normal keiner
mehr als 80 Grad "fährt".

Schwabenalf

PS: Ausser Zink und Blei, kann jede Leitung sei.


Verfasser:
Zinker
Zeit: 18.09.2006 22:59:10
0
474854
>"Kupfer wirkt bei der Patina-Bildung und -Erhaltung antibakteriell.<"
Ich bitte mal um Angabe eines Fachbuches, dass dies als Vorteil von Kupfer herausstellt. Irgendwelche Publikationen vom Lobby-Verein "Deutsches Kupferinstitut" sind ausgenommen.

>"Lochfrass an Kupfer entsteht erst bei sehr hohen Temperaturen durch
anhaftendes, ausgefallenes Kalzium.<"

Ausgefallenes Calcit war, ist und wird nie alleine Korrosion verursachen. Die Korrosionswahrscheinlichkeit für Kupferwerkstoffe im Warmwasser ist erhöht, wenn der Quotient aus dem Anteil an Hydrogencarbonat zum Anteil an Sulfat (!) kleiner 1,5 ist (lt. DIN EN 12502-2). Allgemein gelten hohe Sulfat- und Nitratwerte (bei Kupfer) als korrosionsfördernd.

Die Korrosionswahrscheinlichkeit bei Kupfer ist wesentlich höher als bei Edelstahl; insofern ist Kupfer zweite Wahl. Das bestätigt jeder Gebäudeversicherer.


Verfasser:
OldBo
Zeit: 18.09.2006 23:04:09
0
474855
.. hast ja Recht und wer Recht hat, gibt einen aus :>))

Das kann man auch hier noch einmal nachlesen.

gute N8

me. Bruno Bosy, NF

Verfasser:
Stefan Ha
Zeit: 18.09.2006 23:04:29
0
474856
Hallo

Vielen Dank zunächst für eure Rückmeldungen.
Ob damals eine Wasseranalyse gemacht wurde, weiß ich nicht. Die Installation ist aber noch
"relativ neu" (Mir wurde gesagt vor 6 Jahren durch Fachbetrieb montiert)

Den Link habe ich mal verfolgt und habe herausgelesen, die Verzinnung hat den Vorteil für
jedes Wasser geeignet zu sein.
Normalerweise kann ich ja davon ausgehen, dass die Wasserqualität bekannt war, wenn ein
Fachbetrieb montiert hat, ansonsten könnte ich die Werte bestimmt von unseren Statdwerken erfahren.

Wenn die Werte geeignet sind für Cu, besteht also absolut keine Gefahr, wenn ich Recht verstehe.

Also ist diese Innenverzinnung eigendlich für Einsatzfälle mit Wasser, dass sich nicht für Cu eignet, oder
(wie auf der Homepage steht) falls keine Wasseranalyse gemacht wird.

Gruß Stefan


Verfasser:
OldBo
Zeit: 18.09.2006 23:19:17
0
474871
Moin Stefan,

meine Kinder sind auch mit Kupfer groß geworden und haben sich wunderbar entwickelt :>))

gute N8

Bruno

Verfasser:
Georg 10
Zeit: 19.09.2006 08:40:10
0
474943
Nun, es gibt aber auch eine Krankheit (selten, aber wenn man nicht frühzeitig auf die Ursache kommt, unheilbar), die sich

Morbus Wilson/Kupferkrankheit und Kupferallergie nennt.:

Symptome der Morbus Wilsonkrankheit/ Kupferkrankheit können, Störungen der Feinmotorik, Sprachstörungen, Versteifung und Fehlstellung der Gliedmassen sein.

Symptome der Kupferallergie können allgemeine Müdigkeit, Magen- und Darmstörungen sein.


Ich kenn eine junge Frau, die dadurch innerhalb von 5 Jahren zu einem völligen Pflegefall wurde.

Will hier niemanden Angst machen, aber wissen sollte man das schon.

Gruß Schorsch


Verfasser:
Georg 10
Zeit: 19.09.2006 08:50:24
0
474954
Nachtrag:

Bei der Morbus Wilson/Kupferkrankheit kann der Körper das Kupfer, das durch die Nahrung aufgenommen wird, nicht abbauen/ausscheiden. Es reichert sich im Körper an und blockiert m.W. Nervenbahnen. Der Betroffene ist zwar geistig voll da, verliert aber langsam sämtliche Kontrolle über seinen Körper, bis zum völligen Verlust der selbigen. Muskeln verkrampfen und bleiben verkrampft. Ist kein schöner Anblick.

Gruß Schorsch

Verfasser:
Zinker
Zeit: 19.09.2006 09:17:46
0
474974
Moin OldBo,

mein Vater war auch im Krieg und kam heil nach Hause. Deshalb sage ich nicht, dass der Krieg für Leib und Leben ungefährlich ist ... ;>))

Nochmals zu Kupfer: Wenn Wasser über mehrere Tage in einer CU-Trinkwasserleitung gestanden hat, können extrem leicht die 2 mg pro Liter überschritten werden; dann wird der Kupfergehalt für Säuglinge gefährlich. Wenn das Leitungswasser 4 Wochen während des Urlaubs gestanden hat, gilt die Empfehlung, erstmal für 1 bis 2 Minuten das Wasser laufen zu lassen! Und nicht nur die Stagnation führt zu erhöhtem Kupfergehalt, sondern, man glaubt es kaum, die Korrosion (!) Das sollte man auch bedenken.

Stefan Ha: Diskutiere doch nicht so lang rum, geb 40 bis 60 Euro aus und lass ne Analyse machen; fertig.
Das Geld wäre's mir wert.

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KarlZei schrieb: Die im übrigen sicher nicht nur für mich sehr hilfreich war. Danke dafür!
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