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Gewährleistung nach Wartung durch ein fremdes Unternehmen
Verfasser:
Albert Kohl
Zeit: 07.09.2002 12:44:24
0
3157
Wir haben vor 11/2 Jahren ein Gas-Brennwertheizung bei einem Kunden im Neubau installiert. Der Bauvertrag ist ein VOB-Vertrag mit Gewährleistung nach BGB. Mit dem Kunden wurde eine Gewährleistung von 5 Jahren auf die Heizungsanlage vereinbart wenn er für diese Anlage einen Wartungsvertrag abschliest. Dies Hat der Kunde nun auch gemacht, allerdings bei einer anderen Firma (war 15,00 Euro billiger !!). Seit der letzten Wartung waren wir nun 2 mal an der Anlage weil immer wieder Störungen auftraten. Zum einem war das Gas/Luft Gemisch verstellt, zum anderen der Stecker für die Zündelektrode nicht fachgerecht befestigt. Gilt hier noch die Gewährleistungsfrist??? Wir können ja nicht jedesmal nach der Wartung des Kollegen kostenlos an die Anlage fahren, nur weil er es nicht fertig bringt den Kessel sauber eingestellt zu hinterlassen.

Verfasser:
heizmeister
Zeit: 07.09.2002 14:55:46
0
3158
Das ist ein schwieriges Thema. Eigentlich ist das eine Sache für einen Juristen. Ich würde sagen, da in diesem fall die VOL gilt (Verdingungsordnung für Lieferleistungen, gewährleistung 1/2 Jahr)ist die Fremdfirma auf jeden Fall für Mängel die sie einbaut haftbar zu machen.
Um solchen Problemen vorzubeugen schließen wir keine Wartungsverträge ab bei Anlagen die jünger als 5 Jahre sind und nicht von uns Installiert.

Verfasser:
woelfchen
Zeit: 07.09.2002 17:18:51
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3159
Moin,

Die VOB ist hierfür alleinig zuständig,da der Vertrag auf Basis der VOB geschlossen wurde.
Und hier steht unter §13 GEWÄHRLEISTUNG Absatz 4 Satz 2 folgendes:

"Bei maschinellen und elektrotechnischen/elektronischen Anlagen oder Teilen davon, bei denen die WARTUNG Einfluss auf die Sicherheit und funktionsfähigkeit hat, beträgt die Verjährungsfrist für die Gewährleistungsansprüche abweichend von Satz 1 EIN JAHR, wenn der Auftraggeber sich dafür entschieden hat, dem Auftragnehmer die Wartung für die Dauer der Verjährungsfrist NICHT zu übertragen."

Zusammendfassend heißt das für Sie, dass 1 Jahr nach Abnahme Ihrer Bauleistung (ohne Abschluss eines Wartungsvertrages) Ihre Gewährleistung geendet hat.
Das ist sicherlich sehr positv für Sie, ABER Sie waren nun wieder bei Ihrem Auftraggebr und haben Arbeiten ausgeführt.
Hier verlängert sich automatisch die Frist, da Sie die Mängel anscheinend ohne Widerspruch anerkannt haben.

An Ihrer Stelle würde ich dem AG für beide Reperaturarbeiten eine Rechnung stellen, da Sie für die falsche Wartung nicht verantwortlich sind.
JEDOCH sollten Sie sich absichern, sodass Sie nachweisen können, dass eine andere Firma Wartungsarbeiten ausgeführt hat bzw. dass der kunde einen Wartungsvertrag mit der anderen Firma abgeschlossen hat.

Somit dürften Sie auf der sicheren Seite sein.

Viel Erfolg
woelfchen

Verfasser:
ewu
Zeit: 07.09.2002 18:39:47
0
3160
Hallo,
ich denke wenn der Werkvertrag wörtlich so abgeschlossen wurde wie oben aufgeführt sieht es schlecht aus. Wurde der Vertrag Heizungsbauer/Endkunde geschlossen? Oder ist ein Bauunternehmer involviert? Als Heizungsbauer muß man spätestens bei der Abnahme der Leistung den Wartungsvertrag anbieten, weil dann die Gewährleistungsfrist zu laufen beginnt.Falls dies geschehen ist, würde ich auch eine Rechnung schreiben. Es kommt halt auf die Details an. Jetzt schau ich gleich Fußball.
Grüße

Verfasser:
SebLi
Zeit: 09.09.2002 16:53:29
0
3161
Die Definition des Begriffs Gewährleistung ist in § 13 VOB geregelt. Neben den vorstehenden Bemerkungen zu Abs. 4 Satz 2.
Absatz 1 besagt, dass der Unternehmer die Gewähr dafür übernimmt, dass die von ihm erbrachte Leistung zum Zeitpunkt der Abnahme keine Mängel aufweist und nicht mit Fehlern behaftet ist, d.h. er bürgt dafür, dass die Anlage bei der Abnahme einwandfrei funktioniert.
Eine vertragswidrige Leistung nach Absatz 5 Satz 1, welche den Anspruch auf eine Mängelbeseitigung erwirkt, liegt nur dann vor, wenn der Mangel zum Zeitpunkt der Abnahme vorlag, jedoch nicht erkannt wurde. Dann hat der Kunde den Gewährleistungsanspruch.
Das Problem bei dieser Sache ist, dass generell die Begriffe Gewährleistung und Garantie verwechselt werden. Es liegt fast nie ein Gewährleistungsanspruch vor, meist werden die Mängel aus Kulanz beseitigt, was aber nicht von der VOB gefordert wird.
Viel Erfolg

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