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01.02.2004 15:47:43 |
Hallo,
ich habe da eine Frage an die Experten.
Mein Dach hat eine nutzbare Fläche von 14 x 6 m. Das Dach ist genau nach Süden ausgerichtet und hat 37 Grad Neigung. Leider stört der Kamin etwas. Reicht es aus, wenn man den Kamin einfach ausspart oder muss ich die Schattenbildung morgens und abends berücksichtigen ?
Die Module sind alle in Reihe geschaltet. Wird der Wirkungsgrad auch der nicht abgeschatteten Module beeinträchtigt oder nur der Module, die im Schattenbereich liegen ? Sollte ich links und rechts des Kamins ein Modul weglassen ?
Für sachkundige Antworten schon mal vielen Dank im Voraus.
Sonnige Grüße Norbert
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01.02.2004 23:50:52 |
Erstmal vorweg: Bin nur angehender Bauherr der sich etwas mit dem Thema Fotovoltaik beschäftigt hat. Bevor Sie gar keine Antwort bekommen traue ich mich mal: Jede Abschattung eines Moduls läßt die Leistung des gesamten Strangs sinken. Durch Bypass-Dioden wird zwar der totale Zusammenbruch der Leistung des gesamten Strangs verhindert - aber wie bei einer Kette: Das schwächste Glied bestimmt die Leistung. Ziel sollte also schon sein die Abschattung zur vermeiden. Da Sie eine große Dachfläche zur Verfügung haben stellt sich die Frage nach den "Randbedingungen". Wenn Sie die ganze Fläche nutzen wollen, dann könnten Sie eine Anlage in der Dimension 10kWp installieren ... das ist dann allerdings eine stattliche Investition - gaaanz grob und pi mal Daumen schätze ich um die 50.000 Euro. Wenn Sie bisher sagen - jo des passt scho, dann folgendes: Eine Anlage dieser Größe müssen Sie in verschiedene Stränge unterteilen für die zugehörige Wechselrichter zuständig sind. Wenn Sie die Stränge gemäß der Verschattung optimieren könnten Sie ein "relatives Optimum" aus der Anlage herausholen. Wenn Sie bei 50.000 Euro allerdings sagen: um Himmels willen... Dann sollten Sie den Verschattungsbereich des Kamins einfach aussparen. Auch wenn Sie dadurch vielleicht eine um ein Drittel kleinere Anlage installieren ... wirklich klein ist sie noch lange nicht. Und wirklich billig auch nicht. Verschiedene Stränge sollten (oder müssen) Sie bei einer solchen Anlage auch dann machen. Aber wie eingangs gesagt: dies ist nur eine Bauherrenmeinung ohne jeden Anspruch an Sachkundigkeit. Wolfgang
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02.02.2004 09:22:49 |
Dann unterschreibe ich hiermit als Sachkundiger die nicht sachkundige Meinung von Wolfgang :-) ... war alles vollkommen richtig ! Das schwächste Glied .....
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02.02.2004 20:50:39 |
Lieber Wolfgang und me.Ahrendt, ich möchte mich recht herzlich für die sachkundigen Antworten bedanken. Ich habe mir sowas auch schon gedacht aber wollte hier Sicherheit. Ich werde dann erst unterhalb des Kamins anfangen, das reicht immer noch für ca 7,5 KWp. Ein Verwandter von mir hat ein Elektrofachgeschäft und möchte gerne eine Pilotanlage errichten um Erfahrungswerte zu sammeln und eventuell auch weitere Anlagen anzubieten. Er gibt mir seine Einkaufspreise weiter. Schon jetzt ist abzusehen, dass die Kosten inkl. Montage unter 4000 € pro installiertem Kilowatt liegen ( Qualitätsmodule und -wechselrichter ). Mit dem folgenden Link lässt sich die Rendite einer Solaranlage grob berechnen ( ohne Steuern etc. ): http://www.wowi.de/info/finanzen/rechner/kapitalrechner/kapitalrechner.htm Setzt man hier : Anfangskapital 4000 € ( Preis für 1 KWp ) Annuität -400 € ( jährliche Prognose für die Einspeisevergütung ) Laufzeit 21 Jahre Endkapital 0 € und klickt dann auf Nominalzins, dann ergibt sich eine Rendite von 8,02 % effektiver Jahreszins. Die Währung spielt bei dieser Renditeberechnung keine Rolle, wenn Einzahlungen und Auszahlungen die gleiche Währung betreffen. Der Ansatz ist konservativ gewählt, ich habe Abzüge für Wartung, Versicherung etc. berücksichtigt. Ich wohne in einem sonnenreichen Gebiet im Südwesten, ein Freund erzielte im letzten Jahr 1114 KWh pro KWp. Man sieht, dass sich Solarkraftwerke inzwischen auch unter Renditegesichtspunkten lohnen. Kritik an meiner Rechnung ist sehr willkommen und kann mich auch vor falschen Erwartungen und Investitionen bewahren ! Zum Vergleich: Staatsanleihen gleicher Laufzeit bringen zur Zeit ca 4,5 % Rendite, Wohnimmobilien etwa 6 %, Aktien etwa 7 %, Kapitallebensversicherungen etwa 4,5 %. Wenn alles funktioniert wie vorgesehen, möchte ich noch eine weitere Anlage aufbauen auf einer Scheune. Die soll dann ca 20 KWp haben. Ich habe auch schon 3 Beteiligungen an Windparks, doch diese blieben bisher unter den Erwartungen - da verdienen schon zu viele andere mit. Auch unter Diversifizierungsgesichtspunkten möchte ich die Solarkraftwerke bauen. Es gibt übrigens sehr viele geeignete Landwirtschaftsgebäude in der Nachbarschaft wo man Geld und Dachflächen zusammenbringen kann. Viele Grüße Norbert
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02.02.2004 21:56:36 |
Wenn man nun keinen "Freund" als Elektriker hat kommt man trotzdem noch auf eine Rendite von 5,5 % ... das gibt einem sonst niemend !!!
Also nichts wie drauf auf's Dach !
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02.02.2004 22:18:45 |
Nachtrag: Mein Preis war ohne Mehrwertsteuer, die kriege ich ja wieder zurückerstattet vom Finanzamt.
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03.02.2004 19:23:09 |
Hallo Norbert, wir kennen uns ja schon aus einem anderen Forum. :-)) Mehrere Stränge sind in jeder hinsicht von Vorteil. Einmal das Problem mit dem Schatten. Ich habe es auch beobachten. Im Dez. / Jan. steht die Sonne so tief, das ein Baum eine Seite meiner (zweiteiligen) Photovoltaikanlage zeitweise beschattet. Die bringt dann nur die Hälfte von dem, was die andere Seite bringt. Und auch wichtig, sollte es zu Störungen kommen, laufen die anderen Stränge weiter. Eine gute Datensammelung über die Erträe gibt es unter: http://www.pv-ertraege.de/pvdaten/sfvpv_ertragserfassung.html bzw. www.sfv.de |
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03.02.2004 21:20:09 |
Bei den Photovoltaikanlagen wird die Einspeisevergütung zur Zeit stark gefördert und durch den garantierten Abnahmepreis kann sich die doch recht hohe Investition für den Einzelnen sicherlich rechnen. Aber natürlich nur dann, wenn man den Sonnenstrom nicht selbst verbraucht, sondern zum Garantiepreis komplett ins Netz einspeist. Idealerweise deckt man seinen Eigenbedarf dann noch mit billigem Atomstrom um die Rendite zu maximieren. Das bringt der Umwelt natürlich überhaupt nichts und inzwischen dürfte jeder kapiert haben, dass Gelder, die der Staat verteilt, auch nicht vom Himmel fallen, sondern vorher in Form von Steuern und Abgaben vom Bürger aufgebracht werden müssen. Thomas
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03.02.2004 22:37:47 |
@Dieter Danke für die Info ! Leider fällt meinem Solarkraftwerk auch eine haushohe Zeder zum Opfer, die sonst Schatten werfen würde. Aber die hat auch bisher schon zwei Räume zu stark verdunkelt. Die Links sind interessant. @Thomas Meine volle Zustimmung ! Dann muss man aber auch die Kosten für die Entwicklung der Atomkraftwerke, der Entsorgung und das Restrisiko ( hört sich niedlich an, aber wenn was passiert sind weite Landstriche unbewohnbar ) dagegenrechnen. Durch die Förderung der regenerativen Energien sind zahlreiche Arbeitsplätze entstanden ( 55000 alleine in der Windenenergiebranche ) und hat Deutschland zu einem der führenden Exportnationen auf diesem Gebiet gemacht. Ohne Förderung kein Fortschritt auf diesem Gebiet. Meine eigene Investitionsrechnung ist natürlich purer Egoismus. Ich investiere immer dort, wo ich die maximale Rendite vermute, insbesondere auch unter steuerlichen Aspekten. Das machen andere Investoren nicht anders. Wenn ich dabei auch noch ein gutes Gefühl für unsere Umwelt habe, bin ich doppelt glücklich. @alle Wenn wir hier schon einen interessanten Dialog aufgebaut haben, hätte ich noch eine Zusatzfrage: Wie lange hält ein Tonziegeldach ? Mein Haus ist 35 Jahre alt und hat noch die erste Eindeckung. An der Südseite sind an vielen Ziegeln kleine Absplitterungen an der Oberseite zu sehen. Das Dach ist aber dicht und der Dachboden ist nicht zu Wohnzwecken ausgebaut. Kann es während der nächsten 20 Jahre zu Problemen kommen ? Eine vorzeitige Neueindeckung wäre ein Renditekiller für die Solaranlage. Schützt andererseits die Solaranlage sogar das Dach vor vorzeitiger Alterung ? Fragen über Fragen - aber vielleicht haben die anderen Leser ja auch was davon. Viele Grüße Norbert |
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04.02.2004 12:07:44 |
Hallo Thomas, hallo Norbert, den Wirkungsgrad von PV-Anlagen kann man deutlich steigern, wenn man die Solarzellen bei Dunkelheit mit Scheinwerfern anstrahlt. Dies ist insbesondere für Deputatstrombezieher interessant. So lässt sich richtig abzocken! Zu den Arbeitsplätzen, die durch die erneuerbaren Energien entstanden sein sollen. Wie im Grunde alle Zahlen, die von Befürwortern dieser Energien veröffentlicht werden, sind auch diese Zahlen gelogen, wie das Bremer Energie-Institut nachgewiesen hat. Erschreckend hingegen ist es, dass sich selbst das BMU an den Lügen beteiligt, nur um seine Ziele durchzusetzen. Immer nach dem Motto "... im dienste einer guten Sache ist die Wahrheit nicht so wichtig". Gruß Bernd
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04.02.2004 19:09:12 |
Hallo Bernd, ich sehe die Sache anders, aber wir sind ein freies Land und da darf jeder seine Meinung haben und auch äußern. ..."den Wirkungsgrad von PV-Anlagen kann man deutlich steigern, wenn man die Solarzellen bei Dunkelheit mit Scheinwerfern anstrahlt"... Das funktioniert nicht. Die Scheinwerferlampe hat einen Wirkungsgrad von unter 10 % und selbst Stromsparlampen unter 25 %. Die Solarmodule wandeln davon auch nur 14 % in Strom um, bleibt ein Gesamtwirkungsgrad von höchstens 3,5 %. Also muss man mindestens 30 KWh aufwenden um eine zu erzeugen. Wenn einer unbedingt betrügen will, wandelt er die Netzspannung in Gleichspannung und speist direkt in den Wechselrichter wieder ein. Das ist so riskant wie wenn man einen Diesel mit Heizöl fährt. Braucht man auch gar nicht, die Anlage ist so rentabel dass man auch ohne solche Tricks auskommt ! Gruß Norbert
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04.02.2004 20:31:24 |
Hallo Norbert, Deputatstrombezieher schaffen es selbst mit größter Mühe selten, den Deputatstrom zu verbrauchen (besser: umzuwandeln). Hier bietet die Photovoltaik beste Möglichkeiten. Vielleicht gelingt es uns so, den Photovoltaikanteil an der Stromerzeugung auf sensationelle 0,05% zu katapultieren. Gruß Bernd
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04.02.2004 21:28:59 |
@Thomas Ihren Ausführungen ist zu entnehmen dass sie keine Ahnung haben wie die Förderung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren funktioniert. Sie sollten sich daher besser erstmal informieren bevor sie hier loswettern. Desweiteren verteilt der Staat beim EEG keine Gelder sondern die Mittel werden von den StromVERBRAUCHERN gezahlt. Wenn sie das EEG also ankotzt sollten sie ihren Stromverbrauch einfach reduzieren. Am besten auf Null. Erster Schritt dahin könnte sein den Rechner aus zu lassen. Sonnige Grüße, Stefan Lieser
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04.02.2004 21:31:50 |
@Bernd Haben sie einen Vorschlag wie die Welt unabhängig werden kann von fossilen Brennstoffen? Sonnige Grüße, Stefan Lieser
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04.02.2004 22:42:14 |
@Stefan Lieser Die Welt wird dann unabhängig von fossilen Brennstoffen, wenn sie so knapp geworden sind dass das Verheizen viel teurer ist als die Nutzung regenerativer Energien. Leider wird das erst in einigen Jahrzehnten sein und unsere Nachkommen verfluchen unsere Generation, dass wir ihnen ihre wertvollen Rohstoffe und ihre Lebensgrundlage verfeuert und mit dem CO²-Ausstoß das Klima verändert haben. Die heutige Förderung dient dem Zweck, die regenerativen Energien weiter zu entwickeln. Es ist auch besser, private Unternehmer zu fördern als wenn der Staat selbst solche Projekte angeht. Die Förderung dient nur dem Anschub und wird schrittweise reduziert bis sich die regenerativen Energien selbst tragen. Die Förderung der Atomkraft hat ein mehrfaches gekostet und findet seit Tschernobyl in großen Teilen der Bevölkerung keine Akzeptanz mehr. Zu regenerativen Energien gibt es langfristig keine Alternative. Tragen wir unseren Anteil dazu bei - egal ob Heizung, Strom oder Verkehr ! Viele Grüße Norbert
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04.02.2004 23:51:50 |
Wir werden unseren Neubau mit Pellets beheizen und eine Fotovoltaikanlage auf's Dach bauen. Ohne Förderungen würden wir das nicht tun können. Die Förderungen werden uns nicht reich machen, sondern es uns überhaupt ermöglichen über diese Technologien nachzudenken. Die fossilen Brennstoffe werden zu Ende gehen. Wenn nicht in unserer Generation dann in einer der Nächsten. Und nur wenige Generationen werden dann alle fossilen Energiespeicher geleert haben. Wenn alternative, regenerative Energien jeweils den Verbrauch von fossilen Energien auch nur um wenige Prozent verringern - die recht vielen verschiedenen Technologien und Energielieferanten machen dann vielleicht bald doch mehr als den Tropfen auf den heißen Stein aus. Wolfgang |
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05.02.2004 11:20:06 |
@Norbert damit wir uns nicht falsch verstehen, ich habe eine PV-Anlage auf dem Dach und würde sofort wieder ein bauen. Geld verdiene ich damit leider keines, ich werde nach 20 Jahren mein eingesetztes Kapital zurück haben. Die Photovoltaik kann einen wesentlichen Beitrag zur Stromversorgung leisten, sie muß dazu aber massiv ausgebaut werden. Das geht nur, in dem Investoren einen Anreiz erhalten, z.B. in Form eine Verzinsung. Dass die fossilen Brennstoffen erst in Jahrzehnten teurer werden sehe ich anders. Beim Öl gibt es genügend Hinweise, dass das Fördermaximum bereits überschritten ist oder dies in wenigen (<5) Jahren passieren wird. Ab dann geht's bergab. Sobald das genügend Leute gemerkt haben werden die Preise verrückt spielen. Ein Indiz ist die von Shell kürzlich veröffentlichte Mitteilung, dass sie ihre Angaben zu den Förderreserven reduzieren müssen. Die Reduktion betrug gut eine Weltjahresfördermenge (!). Die Börse spielte verrückt. Wenn schon eine Jahresproduktion für soviel Wind sorgt darf man wohl davon ausgehen, dass wir in den nächsten Jahren (nicht Jahrzehnten!) turbulente Märkte erleben werden. Sonnige Grüße, Stefan Lieser
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05.02.2004 22:44:52 |
@Wolfgang und Stefan Lieser Ich hatte nie Zweifel, dass ihr beide die Fähigkeit habt globale Zusammenhänge zu begreifen. Ich bewundere besonders, dass ihr offensichtlich noch nicht mal eine ordentliche Rendite aus der Anlage gewinnen wolltet und Euer Handeln aus tiefverwurzelten ökologischen Motiven heraus zustande kam. Ökologie und Ökonomie sind keine Gegensätze, ich finde es richtig, dass ökologisches Handeln belohnt wird. Und für die anderen: Ich bin auch gegen die unverantwortliche Schuldenpolitik aller Regierungen. Aber hier bezahlt der Stromkunde, der viel Energie verbraucht und das wird auch zu zu einer Verhaltensänderung und dem Einsatz stromsparender Geräte führen. Viele Grüße Norbert PS: Entschuldigt die "Ihr/Euch"-Anrede, aber in einem Forum kann ich nicht anders ;) |
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06.02.2004 20:25:01 |
@ Stefan, wieso sollte ich einen Vorschlag haben, wie sich die Welt unabhängig von fossilen Brennstoffen machen kann? Die Welt wird in jedem Fall für die nächsten Jahrhunderte von fossilen und nuklearen Energien abhängig sein. Daran werden die regenerativen Energien nie etwas ändern können, da sie weder qualitativ noch quantitativ die Ansprüche der Welt an eine sichere Energieversorgung erfüllen können. bezüglich Ihrer Nachricht @ Thomas Es ist ja schon ziemlich peinlich, wenn Sie Thomas vorwerfen nicht informiert zu sein und selber belegen, dass Sie keine Ahnung haben. Die erneuerbaren Energie erhalten sowohl direkte (siehe 19. Subventionsbericht) wie auch indirekte Subventionen (über EEG, steuerliche Abschreibung, etc.). @ Norbert und Wolfgang Wie gesagt, Kohle reicht noch für mindestens 500 Jahre. Unsere nachfolgenden Generationen werden sich über uns kaputt lachen, dass wir versucht haben, mit einer CO2-Reduzierung Einfluss auf das Klima zu nehmen. |
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06.02.2004 23:38:24 |
@Bernd - auch wenn die Kohle noch lange reichen wird - was machen die Generationen danach? Ich weiß - nach mir die Sintflut... Nee, im Ernst: Ich finde, Öl ist einfach viel zu wertvoll um es einfach nur in Wärme umzuwandeln. Öl sollten wir m. E. für "höherwertigere" Nutzung einsparen. Fängt ja schon mit Benzin/ Diesel für's Autofahren an. Und wenn wir z. B. mit einer Pelletsheizung unsere Hütte komfortabel und CO2-neutral wärmen können - warum sollte es dafür nicht einen Investitionsanreiz geben. Und genau das gleiche gilt m. E. auch für die Photovoltaik - was sind die Milliönchen Förderung heute gegenüber den Milliarden für die Kernenergie. Meine Meinung: durch eine Förderung sollte der Einsatz derartiger sinnvoller Technologien gefördert werden - ohne den Anreiz so hoch zu legen, dass es Haie anzieht. Ich geb ja zu, dass das nicht immer so einfach ist. Wolfgang
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07.02.2004 00:01:56 |
@ Wolfgang, dass alles irgendwann einmal zu Ende geht, trifft für die Rohstoffe, die Menschheit, die Erde und das Universum zu. Wir sollte daher versuche, das Ende möglichst lange hinaus zu ziehen und unsere Ressourcen sinnvoll einsetzen. Das macht aber gerade die grün beeinflusste Energiepolitik nicht. Sie blockiert dringend erforderliche Investitionen z.B. in effizientere Kohlekraftwerke. Unverantwortlich ist darüber hinaus, Gas in die Grundlaststromerzeugung zu drängen. Eine Partei die sich Nachhaltigkeit (siehe Brundland-Report) auf die Fahne geschrieben hat, verheizt den hochwertigsten Energieträger mit der geringsten Verfügbarkeit in der Grundlaststromerzeugung. DAS ist ein Verbrechen an unseren Kindern. grüne Energiepolitik. GRÜNE = GEHIRNLOSE REDEN ÜBER NATIONALE ENERGIEVERSORGUNG Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass bevor der Ausstieg aus der Kernenergie vollzogen ist, der Ausstieg vom Austieg beschlossen IST.
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07.02.2004 20:39:59 |
@Bernd >wieso sollte ich einen Vorschlag haben, wie sich die Welt >unabhängig von fossilen Brennstoffen machen kann? Zum Beispiel weil sie zur Neige gehen, zum Beispiel weil sie ein CO2 Problem haben, zum Beispiel weil sie ein Sicherheitsproblem haben, reicht das? >Die Welt wird in jedem Fall für die nächsten Jahrhunderte >von fossilen und nuklearen Energien abhängig sein. Daran >werden die regenerativen Energien nie etwas ändern können, >da sie weder qualitativ noch quantitativ die Ansprüche der >Welt an eine sichere Energieversorgung erfüllen können. Offenbar trauen sie den Ingenieuren die Beherrschung der komplexen Atomkraft zu. Da frage ich mich wieso ihnen die Vorstellungskraft fehlt die vergleichsweise einfachen Technologien der Erneuerbaren zu beherrschen?! Die Energiewende ist möglich und sie ist bereits in vollem Gang. Sie werden es auch noch merken. Und: es führt kein Weg daran vorbei, also verdienen sie lieber mit und investieren sie in Erneuerbare! Sonnige Grüße, Stefan Lieser
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07.02.2004 23:02:22 |
@ Stefan Kohle gibt es noch für mindestens 500 Jahre und ein Sicherheitsproblem sehe ich da überhaupt nicht. Auch wenn Öl und vor allem Gas deutlich schneller zu Ende geht, bis jetzt sind wir in der Situation, dass unsere Ölvorkommen noch wachsen, weil (noch) mehr gefunden als verbraucht wird. Darum müssen wir die Ressourcen schonen und so effizient wie möglich einsetzen. Die CO2 Problematik ist, wie der anthropogene Treibhauseffekt, eine "grüne" Erfindung um die Menschheit umzuerziehen. Die Mehrzahl der Wissenschaftler ist sich einig, dass es sich dabei um den Wissenschaftsskandal des ausgehenden 20. Jahrhundert handelt, aber ich glaube, dass habe ich Ihnen schon einmal gesagt. Übrigens redet man in den USA nach dem Rekordwinter vom Herannahen einer neuen Eiszeit. Das Problem bei den Erneuerbaren Energien liegt weniger an der Technik als an physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Für viele Formen (Wind und insbesonder Sonne) gilt: geringe Energiedichte, unzuverlässige Verfügbarkeit und irrsinnig teuer. Neben den Gesetzen der Pysik machen diese Voraussetzungen einen nationalen Alleingang ohnehin unmöglich. Jede Wirtschaft würde sich ins Abseits manövrieren, die ihre Energieversorgung auf erneuerbare Energien aufbaut. Und so sieht grüne Energiepolitik aus. Gruß Bernd
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08.02.2004 09:02:24 |
@Bernd Das Sicherheitsproblem bezog sich auf die Atomkraftnutzung. Wenn sie das CO2 Problem leugnen haben sie natürlich kein Problem mit der Kohlenutzung. Aber dass es sich um einen Wissenschaftsskandal handeln soll ist ausgemachter Blödsinn. Die Wissenschaftler des IPCC (und das sind nicht gerade eine handvoll...) sind also alle gekauft? Oder bekloppt? 500 Jahre Kohle, das ist garnichts! Was soll denn danach passieren? Erneuerbare gibt's noch "ewig", nämlich solange die Sonne noch funktioniert. Ihre Kritik an den Erneuerbaren (mangelnde Energiedichte, unzuverlässig, etc.) ist ein unhaltbarer Allgemeinplatz. Lesen sie zur Abwechslung auch mal die Literatur der Befürworter. Sonnige Grüße, Stefan Lieser
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08.02.2004 20:50:38 |
@ Stefan, vielleicht sollten Sie wissen, dass es sich beim IPCC mehr um ein politisches als ein wissenschaftliches Gremium handelt. Das IPCC betreibt selber keine Wissenschaft, sondern sammelt lediglich wissenschaftliche Ergebnisse und kann so gezielt Einfluss auf das Ergebnis der Auswertung nehmen, je nach dem, bei welchen Instituten es die Ergebnisse abfragt. Diesbezüglich empfehle ich Ihnen unbedingt, die Site http://www.iavg.org/klimaveraenderung.htm zu studieren. Der anthropogene Treibhauseffekt ist nicht mehr als ein erfundenes Erziehungsinstrument der UN, den Energiehunger der Industrienationen zu reduzieren. Ich stimme zu, dass eine Reduzierung geboten ist, aber die Mittel, womit das erreicht werden soll, bewirken genau das Gegenteil. Unsere Energiepolitik blockiert dringend erforderliche Neuinvestitionen in effizientere Kraftwerke. Die wenigen sinnvollen erneuerbaren Energien werden den Energiehunger der Welt nie befriedigen können und werden über ein Nischendasein nicht hinaus kommen. Daher werden wir neben der weiteren Nutzung der fossilen Rohstoffe (in situ-Vergasung etc.) leider auch nicht um die Kernenergie, einschließlich Brüter- und in Zukunft hoffentlich Fusionstechnologie, herum kommen. So dürften wir noch für ein paar tausend Jahre Energie zur Verfügung haben. Wenn wir aber irgendwann einmal nur auf die erneuerbaren Energien angewiesen sein sollten, wird es ein Hauen und Stechen geben, ganz so, als hätten wir gar keine Rohstoffe mehr. In tausend Jahren sprechen wir uns wieder. Gruß Bernd |