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23.09.2002 17:07:59 |
Hallo! 1. Mein Mann und ich haben vor kurzem ein altes Haus (Baujahr 1938) gekauft und wollen die bestehende und recht antiquierte Heizungsanlage (aus dem Jahre 1970) gegen eine moderne Gasheizanlage austauschen. Dies wurde uns von mehreren Heizungsfachmaennern empfohlen. Allerdings wurden uns von den verschiedenen Firmen verschiedene Heizungsstaerken empfohlen. Gibt es eine Formel zum Selberberechnen, oder ein Programm auf dem Internet, damit wir die Staerke einmal selber berechnen koennen? Das gleiche gilt fuer die Heizkoerper, die wir ebenfalls erneuern wollen - wie berechnet man die noetige Staerke eines Heizkoerpers in Funktion des Raumes? 2. Leitungen Die bestehenden Leitungen (mind. 30 Jahre alt, vielleicht auch aelter) sind aus Kupfer und Stahl. Wir haben die Heizung nicht ausprobieren koennen, und bekommen verschiedene Empfehlungen, ob wir die Leitungen ebenfalls austauschen sollen oder nicht. Einige empfehlen neue PEX-ALU-PEX-Leitungen, manche sagen, diese gingen nur fuer die Verlegung in Fussboeden, aber nicht in den Waenden aufgrund der Ausdehnung. Andere wiederum meinen, dass wir die existierenden Leitungen lassen sollten und diese erst im Problemfall austauschen sollten. (Allerdings waere dies ungleich komplizierter als zum jetzigen Zeitpunkt, da wir nun sowieso aufgrund anderer Renovierungsarbeiten die Waende und Boeden aufreissen und die Wasserleitungen erneuern.) 3. Wie steht es mit dem existierenden Kamin, an den die Heizung (nicht Brennwert) im Keller angeschlossen werden soll - sollte man erst mal den Schornsteinfeger kommen lassen, um den Schornstein zu ueberpruefen? Oder sollte man das erst machen, wenn die neue Anlage drin ist? Ich waere sehr dankbar fuer jeden Rat - bin recht verunsichert im Moment, da mir jeder Heizungsinstallateur etwas anderes empfiehlt. Ute
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23.09.2002 18:32:48 |
Fangen Sie ausnahmsweise mal von hinten an: Fragen Sie Ihren Schornsteinfeger zu allem ringsum die Abgasseite. Wenn Sie in Baden-Württemberg wohnen macht er Ihnen vielleicht sogar einen EnergieSparCheck und Sie wissen genau wieviel Leistung Sie brauchen. Bei Gas kann praktisch NUR noch Brennwerttechnik zum Einsatz kommen - oder wollen Sie immernoch 100% bezahlen, aber nur 85% nutzen? Ich habe bei mir auch gleich beim Umbau ALLE Leitungen erneuert (Baujahr '60 - 's Haus!). Das macht man nur einmal und fertig is! Wieviel hat denn das Haus voher verbraucht? m2 Fläche?
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24.09.2002 10:05:57 |
Da wir das Haus erst gerade gekauft haben und uns der vorherige Eigentuemer keine Angaben machen wollte/konnte, wissen wir nicht, wie die Leistung der Heizung bis jetzt war. Wir wuerden auch gerne eine Brennwertheizung einbauen lassen, aber das Problem ist, dass die Heizung im Keller stehen muss und wir keine Rohre fuer die Abgase nach draussen legen koennen. Die einzige Moeglichkeit ist der Kamin, und dieser ist ca. 15 m hoch. Ich weiss nicht, ob man auch unter diesen Bedingungen eine Brennwertheizung einbauen sollte/koennte - da muessten dann ja 2 Edelstahlrohre in den Kamin eingezogen werden, wenn ich das richtig verstehe?
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24.09.2002 10:17:37 |
Hallo Frau Wein, hier ein paar Tips: > Allerdings wurden uns von den verschiedenen Firmen verschiedene Heizungsstaerken empfohlen. Gibt es eine Formel zum Selberberechnen, oder ein Programm auf dem Internet, damit wir die Staerke einmal selber berechnen koennen? Nein. Notwendig ist hier eine ordentliche Wärmebedarfsberechnung nach DIN 4701. Die Berechnung ist einigermaßen kompliziert, so daß es hier keine Online-Software gibt. Anhand der offensichtlichen Streuung der Ergebnisse haben Sie ja schon selbst richtigerweise Zweifel an der Aussagekraft von Schätzungen bekommen. Also die Empfehlung: Lassen Sie von einem Planungsbüro oder auch einem Heizungsbauer die Anlage berechnen. Das kostet was, aber danach können Sie sich mehrere vergleichbare Angebote einholen. >Das gleiche gilt fuer die Heizkoerper, die wir ebenfalls erneuern wollen - wie berechnet man die noetige Staerke eines Heizkoerpers in Funktion des Raumes? Siehe vor. Das Ergebnis der Wärmebedarfsberechnung zeigt die notwendigen Leistungen raumweise. Danach kann man im entsprechenden Katalog die richtigen Heizkörper aussuchen. >Die bestehenden Leitungen (mind. 30 Jahre alt, vielleicht auch aelter) sind aus Kupfer und Stahl. Wir haben die Heizung nicht ausprobieren koennen, und bekommen verschiedene Empfehlungen, ob wir die Leitungen ebenfalls austauschen sollen oder nicht. Also, eigentlich sind Stahlrohrleitungen, wenn die Anlage richtig ausgeführt wurde, fast für die Ewigkeit gemacht. Nur, wenn Sie schon neue Heizkörper wollen, dann müssen sie auch die Anschlüsse wahrscheinlich ändern. Der Kessel wird auch neu. Trinkwasserleitungen sollen ebenfalls erneuert werden. In diesem Fall würde ich auch die Heizleitungen erneuern, zumal deren Isolierung damals nicht optimal ausgeführt worden sein dürfte. Außerdem wissen Sie nach der Erneuerung genau, wo die Leitungen nun liegen. Zur Materialfrage: Ich bin da altmodisch. Das gute, alte, schwarze Stahlrohr, ordentlich geschweißt, ist für mich immer noch die haltbarste Ausführung. Für mein Haus würde ich es immer wieder nehmen. Aber wehe: Das ist eine Glaubensfrage! Wahrscheinlich entwickelt sich hier jetzt eine heftige Diskussion um wesentlich günstigere ALU-PEX- Rohre, die ganz toll verlegt werden können, um Steckverbindungen, die auch für die Ewigkeit geprüft wurden und, und, und ... Lassen Sie sich Muster der angebotenen Rohrsysteme zeigen und nehmen Sie das, dem Sie gefühlsmäßig am meisten vertrauen und mit dessen Preis Sie leben können. Im Prinzip kann man mit allem leben; und ein Meisterbetrieb verdient ihr Vertrauen, daß er die Materialien nur so verwendet, wie es richtig ist. >Wie steht es mit dem existierenden Kamin, an den die Heizung (nicht Brennwert) im Keller angeschlossen werden soll - sollte man erst mal den Schornsteinfeger kommen lassen, um den Schornstein zu ueberpruefen? Oder sollte man das erst machen, wenn die neue Anlage drin ist? Das wurde vorher schon geschrieben, aber es ist so wichtig, daß man das ruhig zweimal sagen darf: Unbedingt vorher der Kaminkehrer fragen! Der muß nachher die Anlage abnehmen und kann Ihnen vorher schon verbindlich sagen, was notwendig ist und was nicht. Aber warum kein Brennwert? Irgendwann wird es eh nichts anderes mehr geben! Nun will ich ja keine Werbung für meinen Berufsstand machen. Aber wenn Sie sich von Firmen verunsichert fühlen, weil die alle in der Hoffnung auf einen Auftrag "beraten", dann nehmen Sie sich ein Planungsbüro. Adressen gibts in den gelben Seiten. Mit freundlichen Grüßen Fischer
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24.09.2002 10:24:21 |
Hallo Frau Wein, Nachtrag zum Kamin: Der alte Kamin und die Höhe machen der Brennwertheizung nichts aus. Man muß nur ein Edelstahlrohr einziehen. Kostet halt was! Ob der Querschnitt reicht und welches Abgassystem man nimmt, hängt von einer Berechnung ab, die nur unter Kenntnis der Gegebenheiten durchgeführt werden kann. Aber prinzipiell geht Brennwert auch bei Ihnen. Nur: Wie kommen Sie auf zwei Edelstahlrohre? Eigentlich reicht eins. Mit freundlichen Grüßen Fischer
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24.09.2002 15:34:01 |
Hallo Herr Fischer, vielen Dank fuer Ihre Ausfuehrungen! Ich hatte einigen Internetausfuehrungen entnommen, dass man fuer eine Brennwertheizung 2 Rohre braucht: eines fuer die Abluft und eines fuer die Belueftung. Gibt es mittlerweile schon Systeme mit einem Rohr nur fuer die Abluft? Die Heizungsfirma meinte, die Installationskosten fuer die Brennwertheizung seien vergleichsweise so hoch, dass sie sich nicht lohnen wuerden. Ich werde mal eine Berechnung anfordern und dann vergleichen, war von dieser Aussage nur ziemlich abgeschreckt worden.
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Verfasser: Sebastian Liebers | Zeit:
24.09.2002 18:05:21 |
Hallo Frau Wein, Ihre Ausführungen werfen ja kein gutes Licht auf den Berufsstand der Heizungs- und Lüftungsbauer. Ich würde ebenfalls vorschlagen, dass Sie ein Planungsbüro einschalten. Dieses berechnet den Wärmebedarf, legt die Heizkörper aus, führt die Rohrnetzberechung für Heizung und Sanitär durch und kennt meist noch eine gute Firma vor Ort. Außerdem sind die vielen gesetzlichen Vorschriften und Verordnungen zu berücksichtigen - in Anbetracht der Energieeinsparverordnung ein nicht zu unterschätzender Faktor. Diese schreibt z.B. auch Dämmstandards für bestehende Gebäude vor. Die Frage nach den Materialien und der besten Konzeption sollte sich bei einem guten Planer nicht stellen, da er jedes Haus wie sein eigenes planen sollte. Die Probleme bei der Ausführung kann er dann auch verhindern. Haben Sie schon an eine Dachheizzentrale gedacht. Es gibt wandhängende Geräte von fast allen Herstellern in Kombination mit Warmwassererzeugern. Sie gehen damit der Frage des Schornsteins fast komplett aus dem Weg. Diese Geräte sind meist raumluftunabhängig, so dass kein spezieller Raum, vorgesehen werden muss. Bei der Aufstellung des Kessels im Keller muss der Schornstein in jedem Fall saniert werden bzw. eine Querschnittsanpassung vorgenommen werden. Da die Abgase bei modernen Kesseln in der Regel unterhalb von 100 °C liegen, ist ein Auskondensieren im Schornstein sehr wahrscheinlich. Hier spielen noch andere Faktoren wie Zugverhalten eine Rolle; das vielleicht in anderem Rahmen. Das Wasser im Schornstein führt zu Schäden und Versottung. Des weiteren benötigt ein Niedertemperatur (NT) -Kessel wie ein Brennwertgerät auch Zuluft für die Verbrennung. Das muss eine Öffnung ins Freie sein oder ein eigener Zug im Schornstein, die Zuluft kann auch im Ringspalt zwischen Abgasleitung und Mauerwerk angesaugt werden. Am besten den Schornsteinfeger dazu befragen. Übrigens muss es nicht immer Edelstahl sein, dies ist eine Glaubensfrage. Die Rohrleitungen würde ich entfernen, da wie schon gesagt, die Dämmung nicht so ausgeführt wurde wie heute Standard. Die Schalldämmung ist manchmal sogar noch wichtiger, da das Geräusch fließenden Wassers in der Wand sehr unangenehm ist. Ein späteres Ersetzen kommt auf jeden Fall teurer als jetzt und ist mit wesentlich mehr Aufwand verbunden. Die Planungsarbeit für solch ein Haus ist für einen geübten Planer nicht zu umfangreich, die Details machen hier das Gros aus und das ist dann auch die Ausgabe wert. Ein anständig gerechneter Wärmebedarf und richtig ausgelegte Heizkörper und Rohrleitungen sparen Geld, der hydraulische Abgleich ist auch wichtig. Verlangen Sie diese Unterlagen vom Heizungsbauer oder Planer! Die Bauausführung sollten Sie ebenfalls genau überwachen, wenn möglich mit Hilfe erfahrener Freunde/Kollegen. Ich hoffe, mit diesen Zeilen geholfen zu haben. Es ist klar, dass das Thema Haustechnik nicht einfach ist, nicht umsonst ist das ein Studienfach (auch mein eigenes). Mit freundlichen Grüßen Sebastian Liebers |
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24.09.2002 22:45:50 |
Wenn Sie sich auf diesem Wege so intensiv um Ihre Möglichkeiten zur Beheizung informieren, dann sollten Sie sich den Einbau einer modernen Ölheizung - noch besser als Ölbrennwertheizung - überlegen. Sowohl unter Kostenaspekten vor allem auch im Betrieb als auch als Stück Unabhängigkeit - immer Wärme auf Vorrat. Nur wirklich gute Heizungsbauer kennen sich mit dem Thema ... aus. Bei Bedarf wenden Sie sich bitte an das IWO, Telefon 040 / 235113 - 0.
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Verfasser: Thomas Beutler | Zeit:
25.09.2002 07:42:43 |
Hallo Frau Wein, ich kann die Ausführungen von H. Fischer nur unterstützen, allerdings haben die meisten Brennwertgeräte Abgaszubehör aus Kunststoff, das Zu- und Abluft gewährleistet. Die Angaben Ihres Fachbetriebes sind ein Armutszeugnis für das SHK-Handwerk! Jeder gute Fachbetrieb muß in der Lage sein, Ihnen die Auslegung Ihrer Heizungsanlage zu berechnen und Ihnen ein Angebot für den Austausch zu unterbreiten, wobei Brennwerttechnik nicht wesentlich teurer ist, wie herkömmliche und heute einfach " Stand der Technik" darstellt. Gruß TeBe
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25.09.2002 08:34:15 |
Sehr geehrte Frau Wein, dem Beitrag vom Herr Sebastian Liebers habe ich nur noch folgendes beitragen: Wenn Sie ein Planungsbüro hinzufügen besteht die Möglichkeit bei ensprechnden Ausführung daß Sie das KFW-Gebäudesanierungsprogram in Anspruch nehmen können. Die Zinssätze liegen bei ca. 2,73% nominal. Ein Fachingenieur muß nur eine Energieeinsparrun von 40 kg CO2 pro m2/Jahr nachweisen bei ensprechenden Maßnahmen. mfg Richard Lebek
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25.09.2002 14:48:23 |
Hallo Frau Wein, zu den noch immer unbeantworteten Punkten: Es gibt in der Tat Heizgeräte, die zwei Rohre bzw. Anschlüsse brauchen: Das sind Geräte für den sogenannten raumluftUNabhängigen Betrieb. Das heißt, dem Kessel (oder Therme) wird die für die Verbrennung notwendige Außenluft über einen eigenen Außenluftanschluß direkt zugeführt. Sowas braucht man zum Beispiel bei dem nachträglichen Einbau einer Zentralheizung in eine Etagenwohnung im Altbaus, wo es keinen eigenen Heizkeller für diese eine Wohnung geben kann. Im Gegensatz zu den raumluftUNabhängigen Geräten gibt es dann auch die raumluftABHÄNGIGEN Geräte, die vor allem eingesetzt werden. Hier entnimmt das Heizgerät die Verbrennungsluft dem Aufstellungsraum. Heizräume im Keller haben daher in aller Regel eine nicht verschließbare Öffnung nach draußen, wo die Verbrennungsluft immer nachströmen kann. Klar ist, daß so eine ständige Öffnung in einer Etagenwohnung unerfreulich wäre, deshalb hat man die raumluftUNabhängigen erfunden. Nachdem ihr neues altes Haus ja schon immer eine Heizung hatte, gehe ich mal davon aus, daß es einen Haizraum im Keller mit besagter Öffnung bereits gibt. Somit reicht bei Ihnen (wie auch bei den meisten anderen) ein raumluftABHÄNGIGES Gerät, das nur einen einzigen Abgasanschluß hat. (-> nur 1 Rohr) Herr Liebers hat übrigens recht, dieses neue Rohr kann man auch in Kunststoff einbauen. Zur Rentabilität von Brennwertgeräten: Brennwert ist Stand der Technik. Neben der Energieersparnis zählen hierbei auch noch die ökologischen Effekte wie Reduzierung des Schadstoffausstoßes etc. Aber in den meisten Fällen rechnet es sich auch! Gerade in Zeiten ständig steigender Energiepreise ist die Investition in einen Brennwertkessel eigentlich immer die bessere Alternative. Man muß nur eines wissen: Brennwert funktioniert, indem das Abgas nicht mit ca. 160°C abgeführt, sondern ihm vorher noch Energie entzogen wird und es wesentlich kühler den Schornstein verläßt (bis zu 30° - 50°C). Das kann aber nur klappen, wenn das Temperaturniveau der Heizung NIEDRIG ist. Alte Heizungen arbeiteten mit Vorlauf 90°C, Rücklauf 70°C. Bei 70°C im Rücklauf können sie die Abgastemperatur nicht weiter senken, d.h. Brennwerteffekt = 0. Wenn sie nun im Altbau Heizkörper haben, die 90°C/70°C brauchen, damit die Bude warm wird, wirds nix werden mit großem Brennwerteffekt. Umkehrschluß: Zum Brennwertheizen brauchen sie niedrige Wassertemperaturen und damit auch größere Heizkörper. Macht bei Ihnen aber nichts, die sollen ja ohnehin neu gemacht werden. Fazit: Ich würde Brennwert kaufen. Viel Erfolg! Fischer |
| | Zeit:
25.09.2002 16:10:12 |
Hallo Frau Wein, ich bin Angestellter in einem großen Planungsbüro und betreibe nebenher ein kleines Büro, mit dem Ziel dem Bauherrn bei Fragen rund um die Haustechnik beizustehen und ihn zu unterstützen. Jeder Heizungsbauer favorisiert die Anlage die er am meisten einbaut, was auch sinnvoll ist, da er sich damit sehr gut auskennt. Für den unwissenden Bauherrn ist es jedoch unmöglich die verschiedenen Angebot zu überprüfen und zu vergleichen. Genau hier möchte ich mit meinem Wissen als Planer helfen und die erforderlichen Berechnungen nach DIN durchführen. Eine Wärmebedarfsberechung und Heizkörperauslegung ist schnell gemacht und für Sie schon der Anfang die Angebote genauer zu vergleichen. Gerne berate ich sie bei Ihrem Umbau. Mit freundlichen Grüssen Stefan Kurz 0160/6943255 |
| | Zeit:
26.09.2002 07:26:42 |
Hallo Frau Wein,
in all den E-Mails die man Ihnen geschrieben hat, sind einige gute Tips dabei, viel hat Sie aber bestimmt noch mehr verunsichert. Kann ich verstehen, denn selbst ich kann einigen Äußerungen nicht folgen. Zu dem Fall Planungsbüro, auch ein Thema für sich, denn hier gibt es die gleichen Unterschiede wie bei den Heizungsbauern. Ich habe schon gute, aber auch schon ganz schlechte erlebt. Zu den Berechnungen gebe ich allen Verfassern recht, dies können Sie selbst nicht tun. Für den Kunden ist nach meiner Auffassung ein persönliches Beratungsgespräch mit einem guten Heizungsbaubetrieb für die Sanierung Ihrer Heizungsanlage ausreichend und spart Ihnen auch Kosten.
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Verfasser: EnergieConcept | Zeit:
26.09.2002 08:44:28 |
Hallo Frau Wein, sinnvoll bei einer geplanten umfassenden Sanierung ist eine umfassende (Technik, Wärmeschutz) und neutrale, anbieterunabhängige Beratung. Diese heißt "Vor-Ort- Energieberatung" und wird von qualifizierten Ingenieuren durchgeführt und ausserdem bezuschußt. Infos darüber im Internet unter: www.bmwi.de oder www.bafa.de Weiterhin Viel Erfolg.
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| | Zeit:
26.09.2002 09:43:43 |
Hallo Frau Wein, den Beiträgen des Herrn Fischer kann ich als Heizungsbauer nur 100%-ig zustimmen. Sie sollten sich einen Heizungsbaubetrieb Ihres Vertrauens suchen. Die meisten Fachbetriebe machen eine korrekte Wärmebedarfsberechnung nach DIN 4701 und auch eine Rohrnetzberechnung, bevor sie ein entsprechendes Angebot erstellen. Es ist sicher möglich, daß der ein oder andere Betrieb für diese technischen Berechnungen ein Honorar nimmt, was auch gerechtfertigt ist, denn es stellt einen nicht geringen Aufwand dar. Allerdings wird es oft so gehandhabt (auch bei mir), daß das Honorar bei Erteilung eines entsprechenden Auftrages erstattet bzw. verrechnet wird. Auch wir haben die Erfahrung, daß die Zukunft der Brennwerttechnik gehört und nur noch geringfügig teurer als herkömmliche Heizungstechnik ist. |
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26.09.2002 22:27:43 |
Gerade in der Sanierung sollte überlegt werden, ob eine Hüllflächentemperierung eingesetzt werden kann. Ist in der Regel kostengünstig in Herstelung, Mindert den Verbrauch und sorgt für ein gutes Raumklima und der gute Nebeneffekt die es werden in der Regel keine weiter neue bauphsikalische Schäden verusacht und einige Vermieden. Da ich selber Planer bin, stehe ich Ihnen hier gern zur Verfügung.
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| | Zeit:
27.09.2002 14:58:52 |
Hallo Frau Wein, jede Menge Meinungen - jede Menge Unterschiede - jede Menge Zweifel?? Nein! Als Heizungsbauer kann ich fast gänzlich zustimmen. Nur einen Planer für ein kleines Häuschen zu nehmen, da scheint mir der Kostenaufwand zu hoch. Lassen Sie sich von einem Heizungsbauer Ihres Vertrauen beraten (vielleicht fragen Sie bie 2 oder 3 Firmen mal nach), und lassen sich von diesem ein Leistungsverzeichnis erstellen. Meistens ist es so, dass hier die Kosten bei Auftragserteilung wegfallen (bzw. muss eine andere Firma schon einmal so viel günstiger sein). Da ich nicht weiß, ob Sie in einer wärmeren Gegend oder einer kühlen Gegend wohnen, kann ich so zur Heizsleistung nichts sagen. Da wo ich wohne - Deutsches Mittelgebirge bei 400 bis 500müNN gilt als Faustformel für "normale Häuser" aus den 60er und 70er Jahren grob: Wohnfläche x 100W/m² = Heizleistung!! (z.B.: 120m² x 100 W/m² = 12000W >> oder 12 kW) Bei besserer Dämmung entsprechend niedriger. Auf jeden Fall sollte das Heizgerät ( Brennwert ist Stand der Technik)nicht größer sein. Wenn es möglich ist, dann bauen Sie das Gasbrennwertgerät in den oberen Stock - kurze Abgaswege - kein Sanieren des Schornsteins - evtl. Holzofen an Schornstein dann noch möglich! Die Aussage mit einem Ölbrennwertkessel sollte man überlegen: 1. Tankraum vorhanden? 2. Räumlichkeiten vorhanden? 3. Öldichte Auffangwanne oder teuere GFK-Tanks? 4. Sanierung des Schornsteins mit Edelstahl unumgänglich! 5. Brennwerteffekt bei Gas höher als bei Öl (physikalisch nachweisbar). Vielleicht erwähnen Sie einmal Ihr Wohnbereich (3-oder 4-stellige Postleitzahl??) Viel Glück und Erfolg bei Ihrer Auswahl. Gruß Norbert
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Verfasser: Franz Josef Scheurer | Zeit:
28.09.2002 00:21:28 |
Toll, daß es so interessierte und bewusste Leute wie Sie gibt, die sich scheinbar sehr mit vielen Dingen der Technik für ihr Wohlbefinden beschäftigen. Interssant, wie viele Meinungen da aufeinandertreffen. Sind gute Ansätze dabei, die ich großenteils teile. Ich möchte nur auf Ihre Verunsicherung eingehen: Nur wenn Sie sich gut beraten und wohl mit dem Gedanken fühlen, wichtige Teile ihres häuslichen Wohlfühlgefühls in die Hände eines Kollegen zu geben, sollten Sie meiner Meinung nach einen Auftrag erteilen und auf jeden Fall vorher vereinbaren alle Berechnungen nachzuweisen und evtl. Zeichnungen als Beleg (z. B. Leitungsführung) anzufertigen. Ein korrekt arbeitender Kollege wird keine Scheu haben seine Arbeit ordentlich vorzubereiten und zu protokollieren. Ich wünsche Ihnen eine gute Hand bei der Auswahl und ein bißchen Glück. mfg Franz Josef Scheurer (www.FJScheurer.de)
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28.09.2002 09:51:30 |
Sehr geehrte Frau Wein, ich stimme mit dem Kollegen Norbert zu. Eine Wärmebedarfsrechnug steht bei kleinen Gebäuden (5-15 Heizkörpern)in keinem Verhältnis zum Aufwand da (Es sei den bei einer Fussbodenheizung-Hydr. - Abgleich). Leider geht aus Ihren Fragen nicht die Gebäudegrösse hervor. Da das Haus Bj. 1938 hat es sehr wahrscheinlich starke Aussenwände und ist somit ein "schweres Gebäude", mit guter Wärmespeicherung. Auch ich habe schon die Erfahrung gemacht versch. Planer versch. Ergebnisse. Eine Berechnung bei alten Gebäuden ist ungleich schwerer da meist keine Infos über K-Zahlen der verwendeten Materialien (Bruchsteine?,Alte Fenster u.s.w.) vorliegen. Die Aussage über die Schornsteinausführung ist allerdings ein Armutszeugnis. Günstiger als Edelstahlabgasrohre sind Alu,- oder Kunststoffrohre und meines Erachtens genau so gut. Auch ich empfehle eine Brennwertheizung, jedoch nur wenn die Nebenkomponenten dazu passen, sprich grosse Heizkörper, vorhandene damals überdimensionierte radiatoren , Fussbodenheizung. Bei knapp Ausgelegten Plattenheizkörpern benötigen Sie wieder hohe Temperaturen sprich 70/50°C und beobachten Sie mal anschleissend Ihre Kondensatleitung vom Gerät- da tropft dann nix mehr- also Brennwertnutzung gleich null. Folge: Der Wärmetauscher wird nicht mehr gespült und nur eine Frage der Zeit wann der zu ist.Ein Brennwertgerät hat zudem ein Modulationsbereich von z.B. 3,5 KW bis 15 oder 20, was bdeutet das eine Überdimensionierung nicht ganz so ins Gewicht fällt. Bei 15 mtr. Abgasleitung sollte zudem geprüft werden welches Gerät das auch packt(abzüggl. Bögen und Revisions T-Stück. Steht in den Herstellerunterlagen. Eine Dachzentrale (zumindestens auf dem Speicher) ist grundsätzlich nicht günstiger und personlich lehne ich diese ab. Warum ? Sämtliche Leitungen also kalt,- Warmwasser, Zirkulation, Vor und Rücklauf als auch Gas müssen auf den Dachboden (inkl. 100% Dämmung)wo Sie normalerweise nicht nötig sind. Ausserdem läuft Wasser bei einem Defekt nach unten(wenn schon Leckagewanne)- bei späterem Ausstausch wesentlich mehr Aufwand (Speichertreppe zu klein, Sparrenbreite oft auch). Zudem Mitteilungspflicht bei der Versicherung da höheres Risiko. Bei Voheriger Ölheizung am selben Schornstein ist ein Raumluftabhängiges Gerät wegen der Rückstände nicht empfehlenswert. Zu Angeboten von Kollegen: Die Kesseltypen nehmen sich meiner Meinung nach alle nicht viel.Wir verwenden zum Beispiel das Fabr. Brötje(www.brötje.de) und Benraad(www.benraad.de), weil wir hier über ein grosses Ersatzteillager der Hersteller verfügen und im Notfall immer schnell helfen können. Darauf sollten Sie auch bei Ihrer Entscheidung Wert legen. Hoffe Ihnen geholfen zu haben. MFG Bad + Heizungsservice Peter Hörle
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| | Zeit:
28.09.2002 14:16:04 |
Also wenn ich Frau Wein wäre.........
Jeder hat so seine Meinung. Frau Wein weis jetzt mehr, aber was weis Sie wirklich ?? Garnichts. Wenn ich Frau Wein wäre, wäre ich jetzt noch mehr verunsichert. Die Meinungen gehen doch ziemlich weit auseinander.
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Verfasser: Hans Ziegerhofer | Zeit:
28.09.2002 20:36:08 |
Liebe Frau Wein! Schön langsam werden Sie sich überhaupt nicht mehr auskennen. Als Richtwert für die Heizlast Ihres Gebäudes können Sie annehmen: Ca. 120 Watt/m² X .....m² beheizte Fläche = Heizlast! Wenn das Haus isoliert wurde (was auf jeden Fall zu empfehlen ist, da die dadurch eingesparte Energie keine Kosten verursacht und die Umwelt nicht belastet), ist dies bei der Ermittlung der Heizlast zu berücksichtigen. Sollten Sie sich wirklich für eine Gasheizung entscheiden empfehle ich Ihnen ein Brennwertgerät, da hier die Energie besser genutzt wird. Grundvoraussetzung für eine bessere Nutzung ist jedoch die Dimensionierung der Radiatoren auf Niedertemperatur. Das Brennwertgerät kommt mit diesen Kaminquerschnitt durch, da es hier ein Rohr in Rohr System gibt. Auf den Einbau einer Solaranlage dürfen Sie auf keinen Fall vergessen!!! Sollten Sie in Zukunft Ihr Geld für´s Heizen nicht nach Russland exportiern wollen (durch Import von Erdgas), so könnten Sie sich für eine Pelletsheizung entscheiden. Sonnige Grüße aus dem SOLAREAL ENERGIEZENTRUM STRALLEGG Hans Ziegerhofer |
| | Zeit:
28.09.2002 21:04:57 |
Sehr geehrter Herr Hörle, also mit dem Ausstellen von Armutszeugnissen würde ich an Ihrer Stelle ein wenig vorsichtiger sein. Was soll denn das heißen: "Eine Wärmebedarfsrechnug steht bei kleinen Gebäuden (5-15 Heizkörpern)in keinem Verhältnis zum Aufwand da" Wahrscheinlich haben Sie die notwendigen Berechnungen genauso "im Gefühl" wie Grammatik und Interpunktion. Genau wegen solchen Heizungsbauern mußte Frau Wein ins Internet gehen.
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| | Zeit:
30.09.2002 14:37:29 |
Liebe Frau Wein, Sie sehen, viele Wege führen nach Rom, bzw. zu einer funktionierenden Heizungsanlage. Schade nur, daß in schöner Regelmäßigkeit die Wegweiser in unserer Branche dem Irrglauben unterliegen, "den einzig gangbaren Weg nach Rom zu kennen". Sie werden feststellen, 5 Installateure - 5 Meinungen 5 Planer - 5 Meinungen usw. Nun stellt der Planungs- und Installationsaufwand in einem schönen alten Haus nicht wirklich große Anforderungen. Ich rate Ihnen, sich einfach mal im Umfeld - bei Freunden, Nachbarn etc. nach Erfahrungen mit Installateuren erkundigen. Dann lassen Sie sich von 3-4 Firmen ein Angebot machen. Die Kriterien für die Auftragsvergabe überlasse ich natürlich Ihnen, aber der Billigste muß es nicht immer sein. An die liebe Kollegen: Nur weil mal wieder einer der ewig gestrigen Installateure von der Brennwerttechnik abrät, muß doch nicht gleich der Fachplaner an eine "kleine" Heizungssanierung. Es gibt genug gute Fachbetriebe, die ebenso sorgsam planen wie sie montieren. Wenn es dabei um die Wärmebedarfsberechnung geht, läßt (bzw. ließ...) uns die HeizAnlV im Sanierungsfall ausdrücklich die Möglichkeit über den spezifischen Wärmebedarf zu rechnen. Diese Methode wird von vielen Firmen, die sich auf die Sanierung spezialisiert haben angewandt und ist über jeden Zweifel erhaben. schöne Grüße aus Kölle |
| | Zeit:
30.09.2002 15:41:26 |
Hallo allerseits, ich freue mich ueber das Interesse zu meinen Fragen und die grosse Anteilnahme und viele Reaktionen. Einige erkundigten sich nach den Dimensionen des Hauses: es hat 190 m2 Wohnflaeche, dann noch 70 m2 Keller (der allerdings nicht geheizt werden soll, also denke ich mal, dies ist nicht wichtig), und eventuell soll irgendwann mal (nicht in den naechsten 5 Jahren) mal der Dachboden (keine Ahnung, wieviele m2, aber nicht so riesig) ausgebaut werden. Das Haus hat 3 m hohe Decken, und ueber die allgemeine Isolierung weiss ich nichts, es ist aber ein Reihenhaus. Asserdem werden alle Fenster durch Doppelglas-PVC-Fenster ersetzt, was den Heizaufwand auch verringern duerfte. Das Haus ist uebrigens im Westen der Republik. Bei den Heizungsbauern gab es eine Bannbreite von 24 kw bis 35 kw (bei letzterem sagte ich, dass ich es gerne warm habe, bin kein Mensch, der gerne mit 2 Wollpullis uebereinander im Winter rumlaeuft). Wenn ich die Berechnung 120 mal 190 m2 durchfuehre, komme ich auf 22 - das kommt mir angesichts der von den Heizungsbauern im Durchschnitt hoeher liegenden Berechnungen doch recht wenig vor??! Im Moment tendiere ich nicht zu einer Brennwertheizung, da der Boden des Dachbodens nicht sehr stabil ist und deshalb vielleicht das Gewicht der Heizung nicht aushalten wuerde, und da ich nicht ueberzeugt bin, dass ein 15 m langes Abgasrohr ab dem Keller moeglich ist fuer diese Art der Heizung. Die Heizungsbauer meinten uebrigens alle, dass bei einer neuen "normalen" Heizung die Einziehung eines Rohres in den Schornstein nicht unbedingt notwendig sei, solange das Haus gut isoliert sei. Da es nicht freistehend ist, sagten sie, duerften sie die Abgase nicht so sehr auf ihrem Weg nach oben abkuehlen, dass sie kondensieren wuerden. Das wuerde mir dann auch Kosten sparen. Oder gibt es da andere Meinungen? Verfolge die Diskussion mit grossem Interesse - vielen Dank. Ute Wein
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30.09.2002 15:49:24 |
Noch etwas, das mir gerade einfiel: Macht es eigentlich viel aus, wenn die Heizstaerke zu hoch berechnet ist, wenn man eine Aussensonde, Zeitschaltuhr und elektronischen Zirkulator hat? Mit diesen Geraeten kann man die Heizleistung bzw. -zeit ja begrenzen, so dass sich der "Schaden" in Grenzen halten wuerde, oder? Und muss man ein Mehr an Heizleistung rechnen dafuer, dass die Heizanlage auch das Wasser beheizen soll?
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