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Schmutzige Lüftungskanäle
Verfasser:
Motte
Zeit: 17.02.2004 15:34:02
0
49170
Guten Tag zusammen!!

Ich möchte eigentlich eine zentrale Wohnungslüftung einbauen (Neubau EFH). Jedoch, wie schon in einigen Themen erwähnt, schreckt mich die evtl. Verschmutzung (Pilz etc.) in den Kanälen ab.
Ist das Risiko wirklich so hoch oder wird nur übertrieben.

Ich möchte mich ausdrücklich nur auf die Verschmutzung beziehen!
Danke!

Ciao
motte

Verfasser:
Stefan Lieser
Zeit: 17.02.2004 16:03:07
0
49171
@Motte

Kein Filter arbeitet 100%ig, in der Folge wird es in den Kanälen im Laufe der Zeit _definitiv_ zu Ablagerungen kommen. Das gilt schon für den Fall, dass die Filter _immer_ rechtzeitig gewechselt werden. Geschieht das nicht, kommt es zu stärkeren Verschmutzungen.


Sonnige Grüße,
Stefan Lieser

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 17.02.2004 16:15:23
0
49172
Das Risiko der Verschmutzung ist natürlich gegeben, und auch nicht unerheblich.

Allerdings kann man diesem Risiko sehr leicht entgegenwirken: In den Zuluftanlagen sind Luftfilter enthalten, die einen großen Anteil der Verschmutzungen zurückhalten.

Wie groß dieser Anteil ist, liegt am Betreiber. Er muß ja nicht die geringste zulässige Filterklasse wählen, er kann ja auch einen besseren Filter einsetzen.

Regelmäßige Wartung der Anlage und regelmäßiger Austausch der Filter erhält eine relativ gleichmäßige Qualität der Zuluft.

Bei der Abluft sieht die Sache wieder anders aus. Hier ist eine Gesundheitsbeeinträchtigung durch Verschmutzungen deutlich geringer als bei der Zuluft, da die Schadstoffe ja aus dem Wohnbereich heraustransportiert werden.
Allerdings ist die Verschmutzung um ein vielfaches höher, als bei der Zuluft, da (besonders im Winter bei niedriger Luftfeuchte) im Wohnbereich erst die Schwebstoffe entstehen, die zu einer Gesundheitsbeeinträchtigung führen können. Beispielsweise Abrieb von Papier, Textilien, Farben und Lacken....
Gewöhnlich sind im gesamten Abluftbereich keinerlei Abscheideeinrichtungen eingebaut, die man warten oder wechseln könnte. Daher ist hier das Kanalnetz als ganzes anfällig gegen Verschmutzungen. Hier muß dann in regelmäßigen Abständen "geputzt" werden. Allerdings habe ich im Bereich der kontollierten Wohnraumlüftung keine ausreichende Erfahrung, wie groß diese regelmäßigen Abstände sind.

In Verwaltungen habe ich die Erfahrung gemacht, das aufgrund der Verwendung von Unmengen an Papier die Abluftkanäle bereits nach 4 - 5 Jahren einer mechanischen Reinigung bedürfen.


Verfasser:
Stefan Lieser
Zeit: 17.02.2004 16:22:48
0
49173
Hallo Martin

>Er muß ja nicht die geringste zulässige Filterklasse wählen,
>er kann ja auch einen besseren Filter einsetzen.

Korrekt, wobei man erwähnen sollte, dass sich ein dichterer Filter auch auf den Stromverbrauch auswirkt denn der Druckverlust ist entsprechend höher.


Sonnige Grüße,
Stefan Lieser

Verfasser:
Martin Havenith
Zeit: 17.02.2004 18:31:54
0
49174
Hallo stefan

natürlich hat ein besserer Filter einen geringfügig höheren Widerstand, der sich ebenso geringfügig auf den Stromverbrauch auswirkt.

Wenn der dann "Voll" ist, muß er halt gewechselt werden. Aus Hygienischen Gründen würde ich den Filter sowieso alle 6 Monate wechseln----also lange, bevor er voll ist.

Die Anmerkung mit den Pilzen hab ich schon mal LIVE und in Farbe gesehen. Eine Anlage war nach Filterwechsel noch einen Monat in Betrieb. Nach Stillegung wuchsen nach weiteren 4 Monaten Hutpilze (10 cm hoch!!!) auf dem Filter......

Verfasser:
Abakus
Zeit: 17.02.2004 19:30:51
0
49175
@ Martin Havenith;
"In Verwaltungen habe ich die Erfahrung gemacht, das aufgrund der Verwendung von Unmengen an Papier die Abluftkanäle bereits nach 4 - 5 Jahren einer mechanischen Reinigung bedürfen."

Gemäß VDI 6022, Teil 1, "Hygienische Anforderungen an raumlufttechnische Anlagen Büro- und Versammlungsräume" müssen Hygieneinspektionen bei Anlagen ohne Befeuchtung alle 3, bei Anlagen mit Befeuchtung alle 2 Jahre durchgeführt werden.
Dabei ist zu entscheiden, ob anschließend eine Reinigung durchgeführt werden muss.
Bei Planung und Bau muss auf die hierzu notwendige Anzahl von Inspektions- und Reinigungsöffnungen geachtet werden.

An meine Wohnung würde ich keinesfalls geringere, eher höhere Anforderungen stellen.

Verfasser:
jochen
Zeit: 18.02.2004 08:48:37
0
49176
Hallo,

ich denke im allgemeinen wird die Verschmutzung in den Zuluftleitungen etwas überbewertet. Trotzdem würde ich bei der Auswahl des Systems darauf achten, daß es überhaupt reinigungsfähig ist. Das wird natürlich dann sehr schwierig, wenn Abzweige, T-Stücke und so weiter verwendet werden. Es gibt sogar Systeme, die ein Zertifikat für die Reinigungsfähigkeit vorweisen können. Danach würde ich einfach fragen, dann gehst Du auf Nummer sicher.

Gruß
jochen

Verfasser:
hazeh
Zeit: 18.02.2004 09:27:58
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49177
@abakus, @ Jochen
Völlig korrekt + trotzdem zu oft negiert!

Bitte auch daran denken, daß bei Lüftungsanlagen ein Teil der Au/Zuluftleitungen vor dem Filter liegt!
Dort ist die Verschmutzung am größten, also über Reinigungsmöglichkeiten nachdenken. Bei der Wohnungslüftung die höchstmögliche angebotene Filterklasse - zumeist F7 - wählen. Da werden Pilzsporen mit ihren 10 - 100 µm Größe abgeschieden.

Extrem lungengängig und damit krankheitsverursachend sind Partikel um 1 µm und Partikel unter 0,3 µm. Mikroorganismen haften besonders stark an Staubpartikeln von 0,5 bis 5,0 µm Größe, da hilft nur der Einsatz von F9 und Schwebstoff-Filtern (ab H10). Wer das im Hausgebrauch benötigt (Allergiker) sollte zusätzlich zur Wohnungslüftung mit F7 Hochleistungsluftreiniger einsetzen.

MfG
hazeh

Verfasser:
Peter
Zeit: 18.02.2004 10:33:37
0
49178
Da bleibt mir doch die Spucke weg !
Die ETH Zürich hat zum Beispiel in einer Untersuchung festgestellt, daß die Zuluft immer deutlich weniger mit Sporen... belastet ist als die Aussenluft (http://www.empa-ren.ch/ren/Projekte_Haustechnik/Pdf_Haustechnik/mikrobiologie%20erdregister96.pdf).
Außerdem ist die Zuluft zumindest immer, wenn es draußen kälter ist, als drinnen absolut trocken. Keine Feuchte - keine hygienischen Probleme!!!! Pilze wachsen sowieso im Luftstrom fast nicht.
Da die Abluft feucht ist, sieht´s hier anders aus. Eigentlich sollte das zwar kein Problem sein, da ja im Luftstrom das Wachstum nicht so groß ist und weil die Luft sowieso nach draußen geblasen wird. Aber eine geringe Leckage gibt´s im Lüftungsgerät doch. Es gibt deshalb einige Hersteller, die Filter für die Abluft anbieten. Soweit ich mitbekommen habe, stellt Pluggit gerade sogar so um, daß an jeder Luftansaugung ein Filter sitzt.
Peter

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 18.02.2004 11:21:26
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49179
@ abakus

die von dir genannte VDI Richtlinie ist, wie der Name schon sagt, eine RICHTLINIE des Verbandes Deutscher Ingenieure.

Damit hat sie keinen Gestzescharakter und istz somit auch nicht bindend.

Soweit zum Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Ich könnte noch viel schlimmere Horrorgeschichten aus der Lüftungstechnik erzählen----möchte ich aber nicht.

Wartung ist das A und O. Dann klappts auch mit der Hygiene.

Verfasser:
Wolfgang Keip
Zeit: 18.02.2004 21:11:11
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49180
Hallo Zusammen
Seit vier Jahren habe wir eine Lüftungsanlage in unserem Wohnhaus in Betrieb. Den Hauptfilter haben wir der Zeit einmal gewechselt.
Bei der Kontrolle der Zuluftkanäle habe ich nach vier Jahren Betrieb keine Verschmutzung oder Ablagerung festellen können.
Wie schon einige andere schrieben, ist die Zuluft wohl relativ sauber. Das Problem mit der Kanalverschmutzung kommt anscheinend bei Umluft-Lüftungsanlagen zum tragen. Bei Lüftungsanlagen in Wohnhäusern gibt es üblicherweise keine Umluft. Die Bedenken erscheinen mir doch etwas übertrieben und kommen vielleicht von Sachverständigen, die Ihr Geld am liebsten mit einer täglichen Luftkanalvisite verdienen.
Zu den Filtern:
Während meines Studiums habe ich gelernt, dass ein Filter mit zunehmender Verschmutzung im besser filtern, weil der Schmutz die Filterporen verkleinert. Der Stromverbrauch nimmt allerdings dann auch zu - daher ist ein Filterwechsel auf jeden Fall notwendig.
Viele Grüsse

Verfasser:
Torsten Petzold
Zeit: 18.02.2004 21:40:20
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49181
@martin Havenith

>>die von dir genannte VDI Richtlinie ist, wie der Name schon sagt, >>eine RICHTLINIE des Verbandes Deutscher Ingenieure.

>>Damit hat sie keinen Gestzescharakter und istz somit auch nicht >>bindend.

>>Soweit zum Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Hallo,

leider ist es seit letztem Jahr so, daß in der VOB/C die VDI 6022 als technische Regel aufgeführt ist. - Und somit über diesen Weg dem Recht am Bau näher gekommen ist....
Für die Anforderung, daß Filter max. 3 Tage mit 80 Prozent Luftfeuchtigkeit zu beaufschlagen sind würden mich die Lösungen der Praktiker interessieren.

Viele Grüße,

Torsten Petzold

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