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"unterdurchschnittlich" Aktuelles Ergebnis der Ausbildung im Handwerk
Verfasser:
Steffen
Zeit: 19.03.2004 10:58:41
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Quelle: Märkische Allgemeine, 19.03.2004

Schlechtester Azubi-Jahrgang seit 1991 / Freisprechung der Junggesellen
Ein Drittel durchgefallen

YVETTE VON GIERKE
Anders als in den Jahren zuvor konnte diesmal kein einziger Junggeselle ausgezeichnet werden. Trotzdem kamen etwa 150 Absolventen, Eltern und Gäste zur Freisprechungsfeier der Brandenburger und Belziger Handwerkerschaft. Noch bevor die Gesellenbriefe im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz am Mittwoch vergeben wurden, machte Geschäftsführer Mathias Mischker aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "Die Prüfungsergebnisse lassen zu wünschen übrig."

Von 72 Auszubildenden in den Metallberufen haben nur 48 die Gesellenprüfung bestanden. Demnach sind gut 33 Prozent durchgefallen. Die erbrachte Leistung der Absolventen nannte Mischker "mehr als unterdurchschnittlich". Insgesamt bezeichnete er diese Jahrgang als den schlechtesten seit 1991. Geschenke gab es keine. Den besten Notendurchschnitt erreichte Maik Nickel aus Ziesar mit 2,6. Doch erst mit einer glatten Zwei hätte sich der Metallbauer über Präsente freuen können. Das miese Resultat könne ein Ausdruck der schwierigen Zeit sein, vermutete der Innungschef knapp. "Die Auswertung überlasse ich ihnen", schloss Mathias Mischker.

Dessen Rede stimmte Landrat Lothar Koch etwas nachdenklich. "Gerade im ländlichen Raum ist das Handwerk wichtig für eine ausgewogene Lebensstruktur." Sein Appell galt den Ausbildern und ehrenamtlichen Prüfern wie den Junggesellen: "Lassen Sie nicht nach." Besonders für die jungen Facharbeiter sei die schwere Zeit des Lernens niemals vorbei. Die Illusion vom Zurücklehnen wollte er ihnen gleich nehmen, schließlich seien gute Ergebnisse auch im Arbeitsalltag nötig.

Mit Klaus-Dieter Weinreich ging es endlich ans Eingemachte. Die hölzerne Innungslade öffnete der Chef der Kfz-Mechaniker-Innung traditionell nach drei Hammerschlägen. Somit kamen die Gesellenbriefe ans Licht. Damit überschritt eine neue Generation aus Zentralheizungs- und Lüftungsbauern, Elektro- und Gas-Wasser-Installateuren sowie Kfz-Mechanikern eine bedeutende Schwelle im Berufsleben.
Den Metallbauern widmete Mathias Mischker sogar ein Zitat aus dem 16. Jahrhundert: "Wenn nur an jedes lose Maul ein Schloss müsst' ang'hängt werden, dann wäre die edle Schlosserkunst die beste Kunst auf Erden." Allen Junggesellen riet er, sich im Betrieb einzubringen. Die nicht Übernommenen spornte er indes an: "Bloß nicht den Kopf in den Sand stecken, bewerben Sie sich weiter." ...

Wenn ich sowas lese wundere ich mich nicht mehr über einige Diskussionen im Forum zu Qualität und Ehre und Facharbeit und und ...

Me´s, sieht das bei allen so aus?

Steffen

Verfasser:
KLaus
Zeit: 19.03.2004 11:43:33
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Hallo Steffen,ich bin Umschüler Gas-Wassserinstallateur(43J) aus dem Jahr 2001.Mich wundert dein Bericht nicht,ich konnte das treiben auf den Berufsschulen bewundern. Der grösste Teil an jungen Teilnehmer,ist kaum zugebrauchen, da sie alle nur "Rosinen" im Kopf haben und oftmals mit den schulichen Ansprüchen überfordert sind .Was mich betrifft,bis her will mich trotz meiner Zensuren ,Theorie 2, Parxis 3,keiner haben . Also ist doch drauf gesch... ob ich nun schlau oder blöde bin. Wenn ich diese Sprüche schon höre, man soll sich Qualifizieren, für was denn? Mit 40 Jahren als Neueinsteiger bekommst du keine Chance mehr.

Wer hat schuld....?

mfg Klaus

Verfasser:
Me. Alfons Hoffrogge
Zeit: 19.03.2004 13:47:10
0
54561
Es ist schon traurig manchmal, wenn ich meinen beiden Azubis nicht regelmäßig Dampf mache wird weder ein Bereicht geschrieben, noch werden Hausarbeiten für die Schule erledigt. Auto, Mopped, Disko, Saufgelage und Mädchen sind den meisten wesentlich wichtiger.

Ich könnte manchmal vor Wut aus der Hose hüpfen.

Beispiel ein Azubi von mir hatte von Anfang an Probleme in Mathe. Also gut ein Jahr lang jeden 2. Tag teils während der Arbeitszeit mit ihm gebüffelt. Und zwar zu erst mal überwiegend Grundlagen aufgearbeitet die schon aus Hauptschulzeiten fehlen. Dreisatz, Bruchrechnen, Prozentrechnen, Rechnen mit Unbekannten, Gleichungen umstellen. Geübt und gebüffelt mit ihm bis er es drauf hatte, immer wieder Tests geschrieben.

Als er es dann endlich konnte habe ich im gesagt so nun rechnest du bitte mindestens einmal in der Woche selbständig aus diesen 5 Bereichen je eine Übungsaufgabe, dann kannst du alle anderen Aufgaben in Mathe selbständig lösen. Antwort: "Ja klar Chef, jetzt kann ich es ja, jetzt macht es mir ja auch Spaß, jetzt will ich auch am Ball bleiben."

Also gut, denke der hats gepackt. Ein Jahr später Zeugnis, Mathe 5. Ich mir von ihm die letzten Mathearbeiten zeigen lassen, und was war los, egal um welches Thema es ging er hatte grade mal gesucht und gegeben hingeschrieben und manchmal die richtige Formel. woran hat es gefehlt? Dreisatz, Bruchrechnen, Prozentrechnen, Rechnen mit Unbekannten, Gleichungen umstellen.

Ehrlich da fällt einen nichts mehr ein. Da werden mir die Halsschlagadern dick wie Ölbrennerschläuche. Der konnte das nachdem wir ein Jahr lang dran gearbeitet haben, nur danach hat er es nie wieder angeschaut, nicht ein einziges mal, hats sogar selber zugegeben. :“Naja Chef, ich dachte jetzt wo ich das ja kann brauch ich das nicht mehr zu üben“ Nur als es drum ging bekam er es natürlich nicht mehr auf die Reihe. Hey Leute sagt mal, da kriegt man doch Zorn oder??

Auto, Mopped, Disko, Saufen, Weiber, in dieser Reihenfolge, und dann na lnge zeit nichts, und dann erst die Berufsschule. Auf der Arbeit stellt der sich zum Glück besser an.

Da wundern mich solche Ergebnisse nicht.

Bei der Zwischenprüfung als er auch seine 5 Heimgetragen hat, sagte er mir, dass über die Hälfte der Klasse eine 5 Hätte.

Als ich ihm dann erklärt habe, dass es aber letztlich egal ist, wenn er bei der Gesellenprüfung durchfällt ändert sich an seinen Ergebnis nichts dadurch, dass andere auch durchgefallen sind, er selber steht dann da ohne Abschluss und noch ein halbes Jahr und noch ein Versuch, und noch ein halbes Jahr und noch ein Versuch, und Aus, vom Platz gestellt, 4,5 Jahre für nichts. Als Antwort dann nur ein Schulterzucken.

Traurig mehr kann man da nicht sagen, und das ist kein Einzelfall.

Mann Mann Mann ... ... ich muss jetzt Schluss machen ... ... mein Halsschlagadern schwellen schon wieder an .... ... wo ist mein Baldrian

Gruß Me. Alfons Hoffrogge

Verfasser:
Kathrin
Zeit: 19.03.2004 20:46:03
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Hallo,

auch ich möchte mal was dazu schreiben:
Meine Ausbildung habe ich von 98-2001 gemacht. Resultat: über 50% hatten die erste Abschlußprüfung in der Theorie nicht bestanden. Bei der Wiederholungsprüfung wiederum 50% durchgefallen. In meiner Klasse waren von 25 etwa 4 echte Interessierte. Der Rest gammelte so vor sich hin, aber auch die Lehrer hatten keine Lust. Gelernt habe ich fast alles von unserem Ausbilder und mich selbst dahinter geklemmt. Einen so schlechten Unterricht habe ich selten erlebt.
In der Praktischen lief alles ganz gut, alle kamen ordentlich durch. Man überlegte sogar, das Bleilöten wieder einzuführen, damit wieder ein paar "ordentliche" Anforderungen an die Prüflinge gestellt werden. Nun ja.
Jetzt habe ich zwei Lehrlinge im Betrieb. Der Erste hat die Praktische mit 3 gemacht, die Theorie nie bestanden, steht ohne Abschluß nach 41/2 Jahren Ausbildung, Lernhilfen, Wo-End-Nachhilfen etc.
Der andere fing gut an, ließ nach, entdeckte Party und Freundin und rutschte überall mit einer 4 durch. Chance für die Zukunft also recht gering.
Nun suchen wir wieder. Gern möchte ich weiter ausbilden, aber:
Ich habe einen wirklichen leichten Grundlagen-Einstellungstest entworfen (4x36, 3% von 20 und vorlesen), so in der Art ein paar Aufgaben.
Von von ca. 15 Bewerbern es kaum einer halbwegs ordentlich geschafft. Weder Prozentrechnen noch Formeln umstellen ist drin. Und die Anforderungen sind mit der Überarbeitung des Berufsbildes ja höher geworden. Was tun? Alle halbwegs geeigneten wollten Bedenkzeit und haben was anderes gefunden.

So, ich hoffe, es war nicht zu lang.
Kathrin

Verfasser:
W. Mo.
Zeit: 20.03.2004 07:50:46
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54563
@ Steffen,
denke das die Anforderungen einfach zu hoch angesetzt werden. Folge die Enttäuschung ist groß, wenn das Ziel nicht erreicht wird. Warum, nun das liegt daran das um jeden Auftrag von den Betrieben hart gekämpft wird. Man möchte nicht soviele schwache Gesellen auf dem Markt haben, nach dem Motto seht, was wir und doch um Ausbildung bemüht haben (politischer Auftrag). Das füllt die Berufsschulen und die überbetrieblichen Ausbildungshäuser mit ihren Rattenschwanz. Gibt ja prima Geld vom Land, da geht es schon lange nicht mehr um berufsbegleidende Ausbildung.
Das ist ja auch OK nur frage ich mich warum bilden dann Betriebe Lehrlinge mit schwacher Vorbildungen aus? Denke das hier wesentlich mehr Verantwortung in der Auswahl übernommen werden muß. Warum geht man nicht bei und sagt bei schlechten Berufsschulnoten, sitzen geblieben wiederhole das Schuljahr. Sitzenbleiben kennt man auf den Berufsschulen nicht. Da wird bis zum bitteren -Ende- in aussichtloser Position von Betrieb und auch Berufsschule einschl. überbetriebliche Ausbildung von beiden Seiten geklammert.
Mathias Mischker Deine Ansicht aus dem 16. Jahrhundert: "Wenn nur an jedes lose Maul ein Schloss müsst' ang'hängt werden usw. passt auf viele, oder wer selbst im Glashaus sitzt werfe nicht mit Steinen.

@ Me. Alfons Hoffrogge, finde ich prima das Du Nachhife gibst, habe ich auch schon gemacht, jedoch wurde ich nicht enttäuscht mach weiter.
W. Mo.



Verfasser:
KLaus
Zeit: 20.03.2004 10:43:09
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54564
Die Betriebe sind doch selber schuld.
Wer kann sich denn ein Stamm hochbegabter Gesellen leisten?
Man brauch vielleicht je nach Firmengrösse ein zwei Gesellen die die "Kiste" mit den Gasfach gut drauf haben, und den Rest, so ein paar Kuhköpfe die den ´ganzen Tag wie die Irren Rohre verlegen,schwere Heizkörper schleppen und anbauen usw....
Diese Leute müssen nicht besonders Helle sein, sondern einfach nur schnell. Die Vier ist die Zwei des kleinen Mannes.

Was die überbetrieblichen Ausbildungshäuser betrifft: wenn diese mehr praxisnahe Arbeiten könnten und nicht nur Prüfungsstücke bis zum erbrechen zusammen schustern würden, hätten die Leute eine grössere Chance auf dem Arbeitsmarkt. Ich hatte das Glück, einen über 60 Jahre alten Doppelmeister, Gaswasser und Heizungsbauer, als mein Ausbilder zu haben. Die Leute die wirklich wollten, haben von den Mann was gelernt.

Was die Berufsschule betrifft, habe ich die Max-Taut-Schule in Berlin kennen gelernt und kann nur in den höhsten Tönen von den "Lehrern" sprechen.Die meisten sind alle hoch motiviert und super Fachleute.
Nur die Einrichtungen haben zuwünschen übrig gelassen,die Labore waren meisten überbucht oder ausserbetrieb,da fehlte einfach das Geld.

Was die praktische Prüfung betraf, waren wir Umschüler den Erstauszubildenen haushoch überlegen.Die Schweissnähte der Rohrformstücke sind bei dem Erstauszubildenen teilweise schon beim Angucken auseinander gefallen, von Masshaltigkeit ganz zuschweigen.
Die Blechteile ,Kastenrinne über Ecke,Halbrunde Rinne mit 45° Auslauf, Dachddurchführung 15°, haben wir teile weise schon mit den Füssen gebaut *grins*

Plastikrohrformstück: Berechnung ,Spiegelschweissen,Masshaltigkeit.


Gas-therme: lumpiger Gaswasserheizer, drei Fehler eingebaut, Gerät in betrieb genommen und eingestellt, den Prüfer noch ein bisschen was über Schutzziel eins und zwei erzählt und noch einige Sicherheitsbauteile und dessen funktionsweise erklärt.

Amatur : Thermostatbatterie : Fehler gefunden,auf 38°C eingestellt,Verbrühungsschuz überprüft,war alles kein Problem.


Wäre ich bei der Prüfung nicht so Nervös gewesen,hätte ich mir da auch noch ne Zwei geholt. Egal ,die Zwei in Theorie ist mir wichtiger als die Fähigkeiten, denn die kann man noch nachholen.

Auf was ich hinaus will,viele Meisterbetriebe haben an der heutigen Situation selbst schuld.Die Ausbildungsbetriebe , lassen den jungen Leuten nicht genug Zeit, sich auf die Prüfungsstücke zu konzentrieren,oder ihr sagt den uralten Meistern, wir brauchen den ganzen Kram mit der Fingerfertigkeit und den Fähigkeiten nicht mehr und schaffen es ab.

Also Handwerkstradizion ade.

Klaus



Verfasser:
Jenny
Zeit: 20.03.2004 11:09:18
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54565
@ KLaus,

"Auf was ich hinaus will,viele Meisterbetriebe haben an der heutigen Situation selbst schuld.Die Ausbildungsbetriebe , lassen den jungen Leuten nicht genug Zeit, sich auf die Prüfungsstücke zu konzentrieren,oder ihr sagt den uralten Meistern, wir brauchen den ganzen Kram mit der Fingerfertigkeit und den Fähigkeiten nicht mehr und schaffen es ab."

Tolle Einstellung KLaus, wenigstens haben diese "uralten Meister" noch was drauf und sind dir sicherlich theoretisch und praktisch um ein vielfaches überlegen, da genau diese Fingerfertigkeit und diese Erfahrung über viele Jahre hinweg diese Menschen auszeichnet.

Weg mit den Alten, her mit den Jungen ... ob in Handwerk, Industrie oder Politik, das Ergebnis kannst Du täglich sehen.

Armes Deutschland!

MfG Jenny


Verfasser:
KLaus
Zeit: 20.03.2004 11:30:54
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54566
Die Messlatte ,Jenny, setzt doch die Innung selber. Ich habe kein Problem damit, wären die Anforderungen an mich noch höher gewesen, hätte ich mich noch mehr ins Zeug gelegt.

Für was allerdings soll man ein Kupferrohr ,aufbohren,aufhalsen,anbördeln? dafür gibt es doch Fittinge.
Kein Monteur würde sich auf so was einlassen.
Die Blechteile,die ich angeführt habe, gibt es alle zukaufen, macht auch kaum einer,oder wer hat das letzte mal ein Rinnendeckel angefertigt?

Diese ganzen Fähigkeiten ,die ich erlernen "musste" nützen mir im nachhinein überhaupt nichts. Wenn ich Gesellen höre, "noch so ein Spinner von der Schule,hört euch mal an,was se den beigebracht haben".

Oder wenn ich mal gesagt habe,kontrollierst du das nicht nach? sagte er spasshalber, "wenn ich nicht gleich meine Fresse halte...." . Nicht das der Mann blöde war, er war ein super Altgeselle.


Also irgend was stimmt doch nicht in euren System. Das ist doch nun fast wirklich ne Lachnummer

Klaus

Verfasser:
Jürgen
Zeit: 20.03.2004 13:47:27
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Es entsteht ja fast der Eindruck, dass es nur noch minderwertig augebildete und nicht motivierte Jugendliche gibt. Dem ist aber nicht so. Nur die "Guten" beginnen (möglichst) keine Lehre im Handwerk, sondern gehen in die Industrie, ins Dienstleistungsgewerbe oder weiter zur Schule. Das Handwerk sollte mal was an seinem Image tun, um auch wieder diese "Zielgruppe" anzusprechen. Meine beiden Kids sind gut in der Schule und recht pfiffig, aber Handwerk kommt für sie überhaupt nicht in Frage. Auf die Frage, warum nicht, höre ich nur" Die Typen, die das lernen sind doch alles Prollies und saufen nur" Sie können es zwar nicht beurteilen, aber hören es von anderen. Ein wenig hat das Handwerk ja auch dazu beigetragen. In der Realität oftmals modernste Maschinen, EDV und techisches Know-How und auf der anderen Seite jedes dritte Wort "Tradition" und Sprüche aus der "guten alten Zeit". Was denkt sich wohl ein junge Mensch, der mit dem PC groß geworden ist, wenn er dieses hört:

"Die hölzerne Innungslade öffnete der Chef der Kfz-Mechaniker-Innung traditionell nach drei Hammerschlägen. Somit kamen die Gesellenbriefe ans Licht."

Und das beschreibt die Beendigung eines Ausbildungsganges für Leute, die mit Bordcomputern und modernster Elektronik zu tun haben. Für uns Erwachsene vielleicht akzeptabel, wie Sprüche in einem Schützenverein. Aber für einen Jugendlichen ? Die wollen nicht nur Geld verdienen, sondern auch Anerkennung ihres Berufes in der Gesellschaft. Daran sollte man vielleicht auch mal denken. Dann kommen auch wieder mehr gute Schüler in's Handwerk.

Verfasser:
Me. Alfons Hoffrogge
Zeit: 20.03.2004 13:50:45
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Klaus kann es sein, dass du irgendwie ne kleine Identitätskriese hast.

Das ist nicht nur unser Sythem sondern auch deines, wenn du diesen Beruf ernsthat ausüben willst, dann wirst du auch irgendwann begreifen warum es wichrig ist die Grundfertigkeiten zu erlernen. Oder meinst du es wäre sinnvoll einem Azubi zu zeigen wie mann eine Presszange bedient und dann zu erklären so junge nu kannst du alles, hier ist diue Zeichnung, jetzt leg mal los, kannst ja jetzt alles.

Mönsch Klaus im anderen Thread beschwest du dich, dass alle Kundendienstler die du kennt Pfuscher sind, hier sagst du es wird in der Ausbildung zu umfangreiches Wissen vermittelt.

Wer diesen Beruf ernst nimmt wird feststllen dass nach der Umfagreichen Ausbildung das eigentliche Lernen erst anfängt, das ist grade mal ein Grundstock gelegt worden, und nun gilt es sich das Fachwissen anzueignen und die Erfahrungen zu sameln, die man braucht um die Aufgaben di einem bei der Täglichen Arbeit gestellt werden selbsständig zu erledigen.

Übrigens hat wohl jeder Klempner schon mehr als einen Rinndoben selber angefertigt, oder was glaubst du was ein selbsständiger Montuer macht wen ner eine Fahststunde von der Firma entfernt kurz vor Abschluss seiner Arbeit feststellt, dass er morgens einen Rinnenboden zu wenig mitgenommen hat, ganz genau, er nimmst sich ne Blechschere, und schneidet sich aus einem Stück Rinne ein passendes Blechstück aus bördelst es passend und stellt seine Arbeit fertig.

Das ist genau das was jeder Arbeitgeben erwartet, oder glaubst du der Cheff will am nächsten Tag nochmal jemand eine Stunde hin und eine Stunde zurückfahren lassen wegen einem fehlenden Rinnenboden, da ist dann mit Ausladen, Leiter anstellen, Löten, Frühstück, Einladen, .. ... ein halber Tag weg, wer soll das denn bitteschön bezahlen, also erwartet auch dein Cheff von dir dass du die Grundfertigkeiten besitzt Fehlende Teine anfertigen zu können, die notwendige Fachkenntnisse um solche dinge ohne Rückfragen und Telefonate selbstständig zu entscheiden.

Das gilt für Monteure auf Baustellen ebenso wie für Kundendienstler.

Klaus ich Zitiere dich mal kurz:
"Man brauch vielleicht je nach Firmengrösse ein zwei Gesellen die die "Kiste" mit den Gasfach gut drauf haben, und den Rest, so ein paar Kuhköpfe die den ´ganzen Tag wie die Irren Rohre verlegen,schwere Heizkörper schleppen und anbauen usw.... Diese Leute müssen nicht besonders Helle sein, sondern einfach nur schnell."

Mann also ehrlich wenn die Belegschaft in Meiner Firma den von dir beschriebenen Anforderungen entsprechen würde, dann würde ich lieber meine Toore schließen als diese Kuhköpfe zu disponieren. Ich muss mich auf meine Jungs verlassen können, die Jungs müssen wissen was zu tun ist, un wie es geht, dafür reicht es nun mal nicht aus, wenn man nur "Dumm Stark und Wassserdicht" ist.

Ich glaube, dir fehlt ein bisschen die richtige Einstellung zu dem Beruf den du grade erlernst, oder erlernt hast.

Setze dich doch mal hinn und denke mal nach über die Anforderungen die eine Firma an einen Mann stellt, stellen muss, der als Gegenleistung für seine Arbeit eine adequate Bezahlung erhält.

Bei mir wird keiner mit der Qulifikation "Dumm Stark und Wasserdicht" Geld verdienen.

Denk mal drüber nach Klaus, oder wärst du ev, doch lieber Bäcker geweorden??

Gruß Alfons

Verfasser:
KLlaus
Zeit: 20.03.2004 15:32:51
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Hallo Alfons, es kann schon sein das ich ein bisschen neben mir bin.
Das hört sich alles ganz gut an,was du hier vorbringst,du bist sicher ein guter Chef ,mit gesunden Menschenverstand.Es leuchtet mir ein,das auf dem Lande ein bisschen schärfer Gedacht werden muss,hier in Berlin sind die Wege nicht so weit bis zum nähsten Grosshandel,die Fehler sind da mehr verzeihlich.

Ich habe diesen Beruf erlernt, weil ich schon immer irgend wie zwei goldene Händchen hatte. In meiner Jugend hatte ich aber nie die Möglichkeit ein Beruf zuerlernen ,erst jetzt auf den zweiten Bildungsweg. Mit 40 Lenze ist sicher ein bisschen spät, aber irgend wie haben ich mich bis da hin,mit Jobs und Kraftfahrerei über Wasser gehalten und das nicht schlecht.

Nun sagt man ,Qualifiziere dich.
Das Arbeitsamt wollte mir ein Führerscheinklasse Zwei finanzieren,ich hatte aber abgelehnt und wollte lieber was vernünftiges lernen,ebend den Beruf des Gas-Wasserinstallateur. Gesagt getan, jetzt hab ich den Brief, nur keine Handwerksbude will ein 40Jährigen Neueinsteiger einstellen,da ich gegenüber gleichaltrigen Gesellen "unqualifiziert" bin. Das soll mal einer verstehen, das System ist einfach schlecht.
Mit 40 in die Altersarmut,das kann doch nicht sein ? Ich habe weder ein Puckel,noch bin ich Alkeholiker oder Raucher und Fett wie ein Schwein bin ich auch nicht.

Egal, ich bin ein fleissiger Mensch, und bin bis jetzt immer irgend wie weiter gekommen. Verdammt zum arbeiten würde ich sagen. Nur leider lässt mir das System nicht immer Luft,die legale Schiene zunehmen.
Aber leben muss ich auch irgend wie .


Gruss Klaus

Verfasser:
Me. Alfons Hoffrogge
Zeit: 20.03.2004 17:00:37
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In was für einer Firma hast du denn deine Aubildung abgeschlossen, konntest du dort nicht bleiben, undwie lange ist die Ausbildung jetzt her?

Gruß Alfons

Verfasser:
KLaus
Zeit: 20.03.2004 17:54:00
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Bei Winkler & Partner, einen freien Bildungsträger der das Haus voller Meister hat ,für viele Berufszweige ,wie:Gas-Wasser, Heizungsbauer, Elektriker, Trockenbauer, Fliesenleger, Maurer, Zimmermann.Zum grössten Teil ,kommen die Leute kaum aus der Werktstadt raus, ausnahme wenn der alte Winkler seine Immobilien ein bisschen auffrischen liess, was jj letztlich ne Wertsteigerung zur folge hatte *g*. Nach der Ausbildung ist definitiv schluss. Meine Praktikumsbude hat einen festen Stamm,da geht keiner freiwillig raus und der Alte muss auch kämpfen das er über die Runden kommt.Die Prüfung war 2001 ,ich war von Zeit her bestimmmt nicht untätig ,aber mehr darf ich dazu nicht sagen.

KLaus


Verfasser:
W. Mo.
Zeit: 20.03.2004 18:37:59
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54572
@ KLaus,
oftmals ist eine 2. Ausbildung einfach nur eine Notlösung des Trägers Arbeitsamt. Die heutige Auftragslage mit den noch zu erzielenden Preisen läßt es nicht mehr zu gute Leute einzustellen. Das ist sehr schade, aber leider so. Es wird wesendlich mehr ausgebildet als vom Markt eingestellt, daß betrifft aber alle Berufsarten zur Zeit. Nur wer eine Ausbildung hat, erhält mehr Möglichkeiten eine Anstellung zu finden als ein Ungelernter, dessen Möglichkeit einen Arbeitsplatz zu finden ist praktisch null.
Wenn Dir das lernen doch so leicht gefallen ist mach doch weiter und Deinen Meister, zu alt bist Du noch nicht. Hier nach kannst Du das machen was Du nicht erzählen willst.
Denke auch mal an die Leute die ein Studium erfolgreich abgeschloßen haben und Taxi fahren müssen um zu leben. Trotzdem ist es erforderlich eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen um sich die Tür in eine Festanstellung offen zu lassen.
Mit der überbetrieblichen Ausbildung bin ich auch nicht einverstanden meine aber das man hier ein Endstück in ein Dachrinne einfalzen können muß, einschl. der kleinen Wulst. Hier müßte viel mehr gemacht werden und auch aufgezeigt werden, damit wir nicht zu Affen der Industrie werden zum Teil sind wir das schon geworden. Die klaut uns oftmals den Werklohn und keiner merkt es mehr.
Natürlich muß man Aushalsungen, Sattel, Biegen, Löt.- Schweißarbeiten und Verlegung der Rohre nach Z Aufmaß können usw.
W. Mo.

Verfasser:
Me. Alfons Hoffrogge
Zeit: 20.03.2004 19:15:13
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54573
Klau den Tipp von M.Wo wird dir hier jeder zweite mit unterschreiben. Ich übrigens auch.

Fast jeder hier hat einige Jahre in sein Ausbildung investiert, und somit seinen Arbeitsplatz abgesichert, oder sich neue Wege geebnet.

Versuch das mal mit der Meisterschule, falls du keine Zulassung bekommst fegen fehlender Beruferfahrung (Nachweisbare Gesellenjahre) dann mach nen Staatlich geprüften Techiker, damit hast du den Theoretischen Teil der Meisterprüfung schon im Sack, geht dann für ins Handwerk und machst den Praktischen Teil der Meisterprüfung eben ein par Jahre später.

Ausbildung, Weiterbildung, Weiterbildung, Weiterbildung ... ... Weiterbildung, und wen ndu damit fertig bist, dan Weiterbildung, Weiterbildung,

Viele hier im Forum haben etliche Jahre in ihre Aus,- und Weiter,- Bildung gesteckt, aber keiner hier wird von sich behaupten wollen er hätte schon ausgelernt.

Ich wünsche dir viel Glück für die Weiterbildung.

Gruß Alfons

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Lupo1 schrieb: Hallo, es gibt einen schmalen hohen Hygienespeicher, suche hier nach Solimpeks 300 oder 500. Habe mich mit dem Thema WW...
ThomasShmitt schrieb: Naja ist beides. Das Thermometer misst die Temperatur und zeigt sie dir an und danach regelt dann das Thermostat. Bzgl....
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