Für mich ist das ne ziemlich klare Sache....
Es kommen hier wieder mal alle Schandtaten der modernen Heiztechnik zusammen.
1. Der Kessel ist zu groß (wenn ich mal die WW-Bereitung aussen vor lasse) - deswegen könnte wahrscheinlich ohne Probleme die 2. Stufe blockiert werden und ich wette meinen Hintern...die Kesselleistung reicht selbst bei Auslegungstemperatur, mit 117 kW Leistung (wenn auch sehr knapp).
2. Der Kessel hat einen sehr sehr kleinen
Wasserinhalt.
Nach meinen Unterlagen 104 Liter...entspricht grade mal 0,5 l/kW,
100 Liter bei 20 Grad Delta-T machen grade mal ~2350 Watt plus die Kesselmasse aus Gußeisen....
Zum Vergleich ... Buderus Gußkessel mit 170 kW hat einen Wasserinhalt von 199 Liter, der mit 200 kW einen mit 227 Liter..also fast das Doppelte...
Weiterer Vergleich ... Viessmann
Stahlkessel Paromat Simplex 170 kW hat 259 Liter Kesselwasserinhalt.
Meine Einschätzung....*Schneller Brüter*...fast wie die
Brennwertkisten im kleinen Leistungsbereich....und deswegen vergleichbares Laufverhalten, vor allem wenn der Leistungsbereich nicht passt.
3. Betriebsbedingungen...Mindestrücklauftemperatur 40 Grad, Kesselmindesttemperatur 50 Grad bei Ölbetrieb, Mindestdurchströmung über Kesselkreispumpe 30%....bei gleitender Kesselwassertemperatur 1. 60%, bei angehobener Kesselwassertemperatur keine Mindestbelastung erforderlich...im reduzierten Betrieb min. 50 Grad Kesseltemperatur ...Wochendendabsenkung wie reduzierter Betrieb.
...heisst aus Kesselsicht steht ein extrem schmales
Temperaturband von 25 Grad zur Verfügung, wenn ich Kessel min mit 50 Grad sehe und max. bei 75 Grad setze.
Folge...extrem geringer Wasserdurchsatz im Kesselkreis, da die
Regelung die zu hohe Kesselwassertemperatur für den Heizkreis runtermischt und in der Übergangszeit fast nicht öffnet. Kesseltemperaturen unter 50 Grad sind nicht möglich, gem. Planungsanleitung....Bei kleiner
Hysterese schaltet die Kiste am laufenden Band.
4. Heizgasseitiger Widerstand ist gering.
Bei 15 m Edelstahlkamin ohne Zugregler herrschen sicherlich sehr gute Zugbedingungen, d.h. der Brenner muß stark luftseitig gedrosselt werden um ordentliche
Verbrennungswerte zu erreichen. Ohne Kaminzugbegrenzer ist bei jedem Start mit einer Rußphase zu rechnen, bis stabile Kaminzugbedingungen erreicht sind...Zugregler sollte auf jeden Fall eingesetzt werden, damit die Startemmissionen deutlich verringert werden können. Bis der Brenner ordentlich brennt, knipst ihm die Regelung schon wieder das Licht aus.....
....also...Zugregler nachrüsten, Hysterese des Kessels auf maximal möglichen Wert erhöhen, Temperaturüberhöhung des Mischers runternehmen, Einschaltverzögerung 2. Brennerstufe auf min. 20 Minuten hochsetzen, so dass die so wenig als möglich in Aktion tritt, Brennermindestlaufzeit auf max. Wert stellen.
Kesseltemperatur wird zwar durch diese Maßnahme extrem schwanken, der Mischer wird das allerdings ausregeln, allerdings werden sich längere Brennerlaufzeiten einstellen und somit stabilere Verbrennungswerte.
Durch den Zugregler werden wohl *vernünftigere* Betriebsbedingungen hergestellt...ich tippe auf nen Kaminzug zwischen 20 und 30 pa....mehr fällt mir dazu im Moment nicht ein...aber vielleicht hat ja noch jemand ne Idee...
Wenn ich mir die *alten* Verbrauchswerte ansehe, dann war der Kessel nicht schlecht. Was war denn da für einer montiert (nur so aus Neugier)...
Gruß
Achim Kaiser