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Foren
Destilliertes Wasser
Verfasser:
Peter Kartnig
Zeit: 25.03.2007 08:45:18
0
594698
Das Thema destilliertes Wasser im Heizungskreislauf wurde schon einige Male behandelt. Für mich gibt es noch immer keine klare Aussage. Daher noch einaml die Frage: Ist destilliertes Wasser für den Heizungskreislauf mit Eisenrohren geeignet? Die gleiche Frage stellt sich auch für den Solarkreislauf, hier kommen eben andere Werkstoffe, vermutlich Kupfer zum Einsatz!

Ich habe die Frage auch im Forum Heizung gestellt!

mfg
Peter

Verfasser:
Mephistopheles
Zeit: 25.03.2007 09:44:12
0
594723
Geeignet, ichg würde sagen ja.

Aber was soll das bringen?

Verfasser:
stefans
Zeit: 25.03.2007 10:14:11
0
594733
Servus,

Wasser ist kein leichtes Thema!

Je reiner es ist, umso aggressiver wird es.
In Reinstform gehts dann sogar über Glas her.

Zum Glück hat man sich schon anderswo den Kopf zerbrochen:

Man suche nach VDI-Richtlinien 2035 Blatt1 / Blatt 2
oder starte mal
hier. :-)


Stefan

Verfasser:
Peter Kartnig
Zeit: 25.03.2007 13:20:26
0
594840
Was soll es bringen: Es ist billig und so hoffe ich immer in gleicher Qualität verfügbar!

Man suche nach VDI-Richtlinien 2035 Blatt1 / Blatt 2: Das ist mir alles zu hoch! Ich ahbe mir die Wasseranalysen von einigen Ortswassereltiungen angesehen, die würden ja alle die Anforderungen nicht erfüllen!

Je reiner es ist, umso aggressiver wird es: Das Leifähigkeitsmessgerät zeigt in destilliertem Wasser keine Leitfähigkeit an. Somit dürfte es ja auch nicht aggessiv seint?!

mfg
Peter

Verfasser:
meStefan
Zeit: 25.03.2007 13:38:50
0
594864
Hallo Peter Kartnig,

ich muß dem Stefans recht geben!

Das Heizungswasser sollte nach der VDI2035 aufbereitet sein, alles andere ist bei einem Anlagenvolumen von 20 ltr/kW nicht ok!


Vom Einsatz von Kondenswasser ist dringend ab zuraten, wenn es in metallischen Systemen eingesetzt werden soll!
Sicherlich ist die Leitfähigkeit des Kondenswassers gleich Null, da es eben keine Verunreinigungen hat, die es erst leitfähig machen!

Dennoch ist das Wasser sehr agressiv, da es eben auch rein ist!
Es ist immer bestrebt sich mit anderen Stoffen anzureichern, diese in sich aufzulösen, etc.

So z.B.: Gase! 1m³ kann bis zu 80 ltr. Gase in sich aufnehmen und diese wiederum wegen Temperatur- und/oder Druckveränderungen abgeben! Das Problem kennen die Heizungsbauer und haben deshalb Entlüfter, Entgaser, Druckausgleichsbehälter etc. eingesetzt.

Oder auch Salze, Mineralien, etc. alles mögliche läst sich in Wasser auflösen und wird eventl. zu gegebener Zeit, meist an einem Ort wieder freigesetzt oder ausgefällt, wo man es nicht haben will!

Auch werden so ziemlich alle Metalle durch Kondenswasser aufgefressen, selbst Edelstahl!


Eine Heizungsanlage mit einem Wärmeverteilsystem aus metallischen Werkstoffen mit Kondenswasser als Wärmeträger zu befüllen und zu betreiben, ist somit die schnellste Möglichkeit die Anlage zu zerstören!

Auch wenn das Wasser nicht Leitfähig ist, so hat man eben nur eine Art der Korrosion ausgeschlossen, die Elektrochemische.
Dies ändert sich aber in einem solchen System sehr schnell!


Mfg. meStefan, DÜW


Verfasser:
stefans
Zeit: 25.03.2007 13:46:24
0
594869
Servus Peter,

wenn deine Anlage hydraulisch/ druckhaltungstechnisch (ADG) i.O. ist, klingel deinen HBer an und bestell den mit einer mobilen Wasseraufbereitungsanlage ein.

Die hat der oder kann sie besorgen...und dann Wasser marsch.

Keine grosse Sache.



Stefan

Verfasser:
Peter Kartnig
Zeit: 25.03.2007 14:52:23
0
594906
Hallo,

danke für eure Antworten. OK destilliertes Wasser gestrichen!

Beeinflusst, bzw. wie beinflusst Frostschutzmittel den ph-Wert?

Ich habe in meiner Gegend keinen Wasserversorger mit einem ph-Wert >= 8,0 gefunden!

Die Installateure schmunzeln über meine Bedenken!

Wie kann ich sicherstellen, dass beim Nachfüllen des Heizungs- Solarkreislaufes nicht Wasser zum Einsatz kommt, welches sich mit dem bestehenden Füllwasser nicht verträgt?!

mfg Peter

Verfasser:
Destiller
Zeit: 25.03.2007 17:20:38
0
594970
Ich habe in meiner Heizungsanlage (Elco Klöckner) destilliertes Wasser mit Antifrogen gemischt (da die Anlage mehrere Monate, auch im Winter, abgestellt ist).

Technisches Datenblatt zu Antifrogen N:

http://www.antifrogen.de/C12572280032EFD6/vwLookupDownloads/merkblatt-antifrogen-n.pdf/$FILE/merkblatt-antifrogen-n.pdf

Destilliertes Wasser sowie Antifrogen N sind von Elco Klöckner schriftlich als völlig unbedenklich für den Öl-Heizungskessel (Straton) bezeichnet worden.

Die vorhergehenden Aussagen, dass destilliertes Wasser "aggressiv" sei, ist ein Ammenmärchen. Korrosionsauslösend sind in erster Linie Wasserinhaltsstoffe und Sauerstoff, sonst nichts. Wenn die Wasserinhaltsstoffe nicht mehr vorhanden sind, ist ein sehr großes Korrosionspotential eliminiert. Man könnte zum destillierten Wasser noch technisches Vitamin C hinzugeben (zur Sauerstoffbindung). Dann wäre es perfekt. Ein kleines Rest-Korrosionspotential bleibt noch vorhanden, nämlich das elektro(chemische) Potential, das ist richtig. Um den von fließenden Elektronen verursachte Korrosionsprozess zu stoppen oder gar nicht erst entstehen zu lassen, muss ein ziemlicher Aufwand getrieben werden, der sich in aller Regel aber nicht für Einfamilienhäuser eignet (z.B. Guldager in Duisburg hat Korrosionsverhinderungsanlagen für Heizungskreisläufe).

Ich empehle den Kesselhersteller und Solaranlagen-Hersteller zu fragen und das Ergebnis hier reinzustellen. Es würde mich wundern, wenn die Bedenken gegen destilliertes Wasser haben.




Verfasser:
stefans
Zeit: 25.03.2007 17:49:42
0
594990
Peter,

für den Solarkreis gibts fertig eingestellte Wärmeträger.

Brauchst du Frostschutz im Heizkreis?
Warum?
Sind dir die sich daraus ergebenden Nachteile bekannt?
Was ist das überhaupt für eine Anlagenart, die da bei dir befüllt werden soll?


@Destiller

Wie definierst du " destilliertes " Wasser ?

Was soll es bringen, bei Klöckner nachzufragen?
Ja, nach was soll man denn überhaupt fragen?

Wenn überhaupt, dann soll dort eine Gewährleistungserklärung ausgefertigt werden, über ..... Jahre Laufzeit, die alle Anlagenkomponenten mit einschliesst.

Dann sehen wir weiter!


Stefan


Verfasser:
meStefan
Zeit: 25.03.2007 18:28:25
0
595025
"Die vorhergehenden Aussagen, dass destilliertes Wasser "aggressiv" sei, ist ein Ammenmärchen."

Das halte ich wiederum für ein Gerücht, denn ich durfte in einem Labor von Benckiser mal eine Leitung für reines Kondenswasser verlegen.
Diese sollte in Edelstahl ausgeführt werden! Leider war die Edelstahlleitung nach wenigen Betriebswochen zerstört!
Wir haben die Leitung dann mit einem Kunststoff- Systemrohr (Friatherm) verlegt!

Und destiliertes Wasser mit Zusätzen (egal welche) verunreinigen somit das destilierte Wasser, welches dann natürlich andere Eigenschaften besitzen kann!

Destiliertes Wasser ist, wenn man es in ausreichender Menge trinkt sogar tötlich, denn es trocknet einen aus! Giftig ist es aber nicht! ;o)

Wie gesagt, jede Medallie hat zwei Seiten!

Verfasser:
Peter Kartnig
Zeit: 25.03.2007 19:25:56
0
595078
Hallo,

Warum Hiezungs und Solarkreislauf?:

Ich will eine Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung installieren. Dazu muss ich den bestehenden Warmwasserboiler abbauen und dabei natürlich auch den bestehenden Heizungskreislauf öffnen, teilweise ablassen und dann wieder neu befüllen. Den Solarkreislauf muss ich neu aufbauen.

Hätte ich nicht nachgelesen, die Handwerker einfach arbeiten lassen, die hätten für die Wieder-, Neubefüllung meinen Trinkwasseranschluss genommen aufgedreht und fertig!

Ich glaube immer alles genau wissen zu müssen und siehe da, ich stelle fest, mein Hauswasser efüllt die VDI-Richtlinien 2035 Blatt1 / Blatt 2 nicht. Ich suche die Wasseranalysen der nächsten Gemeinde, der nächste Stadt, keiner erfüllt die Anforderungen der VDI-Richtlinien 2035 Blatt1 / Blatt 2.

Ich will eine Erklärung, Sicherstellung vom Solaranlagenhersteller, dieser verweist auf die VDI-Richtlinien 2035 Blatt1 / Blatt 2.

Ich kontaktiere 3 Wasseraufbereiter und krige 3 Aussagen. Gleich wie wenn man zu 3 Ärzten geht.

Mein Frage nach dem Frostschutz für den Solarkreislauf ergibt sich daraus, dass der Solaranlagenhersteller meint, wenn der ph-Wert im Solarkreis auf unter 7,5 sinkt, muss der Frostschutz ausgetauscht werden.

Schwierig was?

mfg Peter

Verfasser:
stefans
Zeit: 25.03.2007 19:58:30
0
595098
Peter,



bezüglich belastbaren Aussagen über das Solarfluid schaust mal bei einem renomierten Hersteller nach, der auch keine Berührungsängste mit Kunden hat.;-)

Tyforop

Dort unter FAQs.

Vielleicht auch eine abschliessende, klärende E-Mail.

Was das wasserseitigen Heizsystem betrifft und wenn du alles richtig machen willst, ist da immer noch die VDI-Richtlinie von oben.
Speziell wenn das Anlagenvolumen durch die Solaranlage stark erweitert wird?!?
Aber das ist vom geplanten Anlagenschema abhängig.
Da kann ich von hier aus leider nicht detailierter antworten.



Stefan


Verfasser:
Destiller
Zeit: 25.03.2007 22:44:53
0
595225
>"Das halte ich wiederum für ein Gerücht, denn ich durfte in einem Labor von Benckiser mal eine Leitung für reines Kondenswasser verlegen.
Diese sollte in Edelstahl ausgeführt werden! Leider war die Edelstahlleitung nach wenigen Betriebswochen zerstört!<"

Soll diese Beobachtung ein Indiz dafür sein, dass destilliertes (oder gerne entmineralisiertes) Wasser "aggressiv" ist?

Nehme mal an , dass "Benckiser" irgendein chemischer Laden ist - und da gibt's keine Putzfrau, die mal auf die Idee kommt zu eruieren, warum eine Edelstahlleitung nach Befüllung mit destilliertem Wasser korrodiert ist?

So eine Analyse macht jedes drittklassige Hinterhof-Chemielabor für zweihunderfünfzig Euro ....

Und: Bei Gelegenheit mal a bisserl "Fachbücher" zu Korrosionsursachen in wasserführenden Leitungen studieren ... (da geht es, wie ich es bereits ausgeführt habe, in erster Linie um Wasserinhaltsstoffe). Und natürlich auch in sämtlichen relevanten DINs für die Installation von Trinkwasserleitungen.

Und nochmals: Im Zeitalter der Postkutschen hätte ich es mir dreimal überlegt, den Hersteller von Solaranlagen oder Heizkesseln zu fragen: Ist entmineralisiertes Wasser zum Befüllen Ihrer Anlagen geeigent? Welche Korrosionsschutzmittel empfehlen Sie?

Aber im Zeitalter von E-Mail (und bei einem funktionierenden Hersteller-Support) hat man die Antwort in aller Regel innerhalb von 48 Stunden (bei null Kosten). Und es gibt hier im Forum tatsächlich Sternchenträger, die das für überflüssig halten. Die würde ich dahin schießen, woher sie gekommen sind .... (nämlich vom Mond).

Verfasser:
meStefan
Zeit: 25.03.2007 22:58:55
0
595239
Destiller, du weist nicht wer Benckiser ist?

Na dann google mal: Benckiser Ludwigshafen

Verfasser:
Destiller
Zeit: 26.03.2007 00:01:46
0
595265
Okay, hast gewonnen: Destilliertes Wasser ist aggressiv. Und die Labor-Putzfrau von Benckiser hat's rausgefunden. Wie sich anschließend herausgestellt hat, hat die Putzfrau destilliertes Wasser mit Meister Proper verwechselt ....

Oder war's doch Escorial?

Verfasser:
bora33
Zeit: 26.03.2007 14:51:54
0
595615
@Destiller:

Bitte mal zum Thema "Korrosionsgefahr durch entmineralisiertes Wasser" sich mal mit dem Begriff "amphoter" auseinandersetzten.

Einfach gesagt: Destilliertes Wasser, ganz besonders heißes, verhält sich gegenüber Metallen und deren Legierungen, die ein Spannungpotential nahe oder kleiner Null haben, wie Säure oder Base - je nachdem, wie das Metall besser angegriffen werden kann.

Beispiel Zink: Ich kann es sowohl durch protonischen Angriff als auch als Hydroxy-Komplex unter basischen Bedingungen in Lösung bingen.

Buntmetalle und Stahllegierungen unterhalb der Qualtität 1.4571 oder 316 SS werden oberhalb 60 °C von reinem Wasser merklich angegriffen. Meist wird sogar Hastelloy / Alloy 59 verwendet. Im extremen Fall (Dampferzeugung im AKW) wird ausschließlich Zirkon verwendet!

Also bitte mit Pauschalaussagen, die Aggresivität von reinem Wasser sei ein "Ammenmärchen", zurückhalten.

Sie ist schlicht und einfach falsch und das kann im Einzelfall fatale Folgen haben!

MfG,

R. Bogner
SOLABO Energietechnik

Verfasser:
Big F
Zeit: 26.03.2007 16:32:17
0
595727
Moin,

@Destiller:

bora33 hats gerade 100% auf den Punkt gebracht. Um's vielleicht für dich etwas einfacher und nachvollziehbarer zu machen: Reines Wasser hat einen pH im sauren Bereich (um pH 5) und verhält sich den meisten Metallen gegenüber als Säure. Miß mal nach - Teststreifen bekommst du in jedem Zoofachhandel (Aquarienzubehör) oder in der Apotheke. Zusätzlich kommt dann noch die Möglichkeit der (Pseudo-)basischen Hydroxykomplexbildung dazu (und über den Mechanismus werden sogar verschiedene Gläser angegriffen).

Kurz Aqua dest. ist definitiv korrosiv.

@bora33:

Heimlicher Dipl.-Chem oder wie? ;-)


Grüße Jörg.

Verfasser:
Weiß Alles
Zeit: 26.03.2007 16:55:32
0
595742
Mahlzeit!

Das ist ja mal wieder ein Durcheinander hier im thread:

Also: Für den Fall einer geschlossenen, weitgehend sauerstoffdichten Heizungsanlage ist ein insbesondere entkalktes, gern aber auch vollentsalztes Wasser aus Sicht der Korrosion absolut unbedenklich, aus Sicht der Betriebssicherheit in jedem Fall vorzuziehen. Allerdings: Kleine Anlagen, so im 1-3-Familienhaus, die brauchen normalerweise keine Wasseraufbereitung. Normalerweise ist dann aber schon nciht mehr ein keleiner Durchlaufwasserheizer und ganz viel Fußbodenheizung, hier kommt es auf das Volumen/Wärmeübertrager-Verhältnis an. Der positive Effekt ist, dass sich kein Kalk auf den Wärmeübertragerflächen ablagern kann, das verbessert den Wirkungsgrad der Heizungen. Gerade durch das Auftreten gut wärmegedämmter Gebäude und von Heizgeräten mit kleinen Wärmeübertragerflächen kann das schon einmal Ärger geben. Daher wäre nichts gegen eine Füllung mit möglichst salzarmem Wasser zu sagen, die moderne Fahrweise von Fernwärmeanlagen ist ja ebenfalls die Salzfreie. Nur, beim Nachfüllemn nimmt man ja doch wieder das Wasser aus der Leitung. Aber dann ist ja wenigstens die Erstbefüllung ohne Wasserinhaltsstoffe.

Solange wir auf den Sauerstoff verzichten, machen wir der Korrosion den Garaus. Eigentlich Schade ;-). Zum Glück gibt es ja Aluminium, das kann zur Not auch ohne Sauerstoff korrodieren und das Wasser selbst zerlegen. Also daher besser keine Heizkörper aus Aluguss einbauen. Die sind zwar leicht rein- und wieder rauszutragen, aber der Zeitraum dazwischen ist meist unbefriedigend kurz ;-).

Destilliertes, entsalztes oder kondensiertes Wasser kann dagegen bei Sauerstoffzutritt sehr wohl Korrosion, insbesondere bei einfacheren nichtrostenden Stählen wie X5CrNi18-12 (1.4301) oder vergleichbaren Qualitäten verursachen (=> der Troll ist garnicht rostfrei, nur eine Billigvariante ;-))). Für solche Anwendungen ist dann häufig ein Kunststoffrohr günstiger. Soviel zum Fall der Kondensatleitung. meStefan hat insofern schon recht, aber ncht bei der Füllung der Heizungsanlage.

Kurz gesagt: In der Heizung schadet es eigentlich nie. Muss aber bei kleinen Anlagen auch nicht unbedingt, genaueres ist in der schon zitierten VDI 2035-1 und -2 enthalten. Und bevor jetzt wieder so ein Schorschi auftaucht: Mehr als das, was der TÜV dankenswerter ins Netz gestellt hat, muss man bei beuth kaufen.

Weiß Alles

Verfasser:
Expert35
Zeit: 26.03.2007 19:01:57
0
595815
im Heizungswasser schadet eigentlich nur Sauerstoff, da die dieser die Korrosion beschleunigt.
Diesen kann man nur in drucklosen Systemen bei hohen Temperaturen entweichen lassen!

Verfasser:
d-harry
Zeit: 26.03.2007 19:50:46
0
595853
Hallo,
Ich betreue unter anderem eine Wasserhydraulik, die mit entsalztem Wasser arbeiten muss. Diese Anlagen haben zimlich große Probleme, weil die "Schmierwirkung" des Wassers in den Pumpen und Ventilen bei entsalzem Wasser gegen Null tendiert.
Der Verschleiß an Ventilen und Pumpen ist selbst bei Speziell dafür angefertigten einfach riesig.
Nur als zusätzlicher Denkanstoß.

Gruß

Harald

Verfasser:
bora33
Zeit: 26.03.2007 20:02:56
0
595863
@BigF

1. "Reines Wasser hat einen pH im sauren Bereich (um pH 5)"

Sorry, total Falsch, bei REINEM Wasser hält sich durch das Dissoziationsgleichgewicht die Stofffmengenkonzentration an Protonen und Hydroxylionen exakt im Gleichgewicht, der pH-Wert MUSS daher 7,0 sein.

Die leichte Absenkung kommt durch die CO2-Sättigung. (Oder durch einen miesen Ionenaustauscher).

2. Bin zwar kein Dipl. aber ein Chem....


Nochmals zum Thema reines Wasser als Wärmeträgermedium.

Ich musste mal für einen Mikrostrukturwärmetauscher mit 20 kW Leistung bei einem Arbeitsvolumen von 0,5 ml (nein ich habe mich nicht verschrieben!) einen Wärmeträgerkreislauf aufbauen, um mit diesem Wärmetauscher ein Gas von 480°C auf 160 °C abzukühlen.

Herkömmliche Wärmeträgeröle schieden hier vollkommen aus, außerdem wäre die Leistung zu gering und die Viskoksität viel zu hoch gewesen.

WIr haben dann einen Hochdruck-Heißwasserthermostaten verwendet, der mit vollentsalztem Wasser arbeitete. Damit der Apparat das überlebte, musste auf jegliches Buntmetall verzichtet werden.

Sind übrigens tolle Geäte: www.single.de

Ein Schmutzfänger hatte einen Siebeinsatz aus normalem 1.4301 Wald und Wiesen Edelstahl und der war nach 3 Wochen Betrieb nur noch rudimentär vorhanden.

Die Arbeitstemperatur betrug 130°C.

Soviel zum Thema Wasser ist nicht korrosiv - aber wißts was? Machts doch was wollts!

MfG,

R. Bogner
SOLABO Energietechnik

Verfasser:
Peter Kartnig
Zeit: 26.03.2007 20:34:04
0
595889
Hallo,

ich würde mein Füllwasser ja gerne nach VDI 2035-1 und -2 aufberiten, ich weiß nur nicht wie!

Was haltet ihr davon? permasoft 5000 ermöglicht VDI-konforme Befüllung der Heizungsanlage

http://213.174.51.72/deutsche-handwerker.info/index.php?option=com_news&page=2006/0593#

mfg Peter


Verfasser:
Destiller
Zeit: 26.03.2007 20:38:12
0
595893
Ich kann und will jetzt nicht auf jeden Stammtisch-Einwurf eingehen (irgendein Phantast meint, destilliertes Wasser hätte den pH-Wert von 5 und so weiter ....).

Mal ein paar grundsätzliche Dinge:

In der Trinwasserinstallation wird dem System durch die permanente Erneuerung des Wassers regelmäßig Sauerstoff zugeführt. Daher liegt der Sauerstoffgehalt in der Größenordnung von 10 mg pro Liter. Ohne die ständige Zufuhr von Sauerstoff würde dieser an der Metallwandung aufgezehrt werden und der Korrosionsvorgang würde zum Erliegen kommen. Dies geschieht beispielsweise in der Heizungsanlage, da dort das System geschlossen ist und normalerweise kein Sauerstoff durch die Atmosphäre zugeführt wird. Anders sieht dies aus, wenn durch Membranen von Druckausgleichsgefäßen, Leckagen oder auch durch nicht diffusionsgesperrte Kunststoffleitungen Sauerstoff in das Heizungssystem gelangen kann. Die ständige Zufuhr von Sauerstoff führt zu einem Korrosionsvorgang mit der metallischen Wandung und damit zu einer Beeinträchtigung an der schwächsten Stelle des Heizungssystems.

Die Salze im NORMALEM LEITUNGSWASSER bestimmen für den jeweiligen Werkstoff die Korrosivität. Allerdings sind vor allem die Konzentrationen von bestimmten Anionen bzw. Anionenverhältnissen entscheidend.

Die häufigste mediumseitige Korrosionsursache sind Konzentrationsunterschiede von Sauerstoff (Belüftungselement) oder Salzen oder pH-Werten. Sauerstoffmangel innerhalb einer Korrosionspustel, in einem Spalt oder unter einer Ablagerung kann Anlass zu Loch- oder Spaltkorrosions geben. Ohne die Kenntnis von Potenzialdifferenzen ist es scher nachzuvollziehen, weshalb gerade an diesen Stellen, an denen der Sauerstoff nur schwer hingelangen kann, der Korrosionsvorgang begünstigt ist und Material abgetragen wird.

Bei Korrosionsvorgängen handelt es sich immer um Grenzflächenphänomene. Daher können sich zum Beispiel bei der Verletzung der Passivschicht Anoden ausbilden, die dann mit der intakten umgebenden Schicht als Kathode Korrosionselemente bilden. Dadurch wird das Beispiel der Chlorid-Anfälligkeit von hochlegierten Stählen erklärbar (Nadelstichkorrosion). Mit der Ausbildung von Anoden und Kathoden, die über das Metall elektrisch leitend verbunden sind und über die Ionenleitfähigkeit der gelösten Salze im Wasser, bildet sich ein Stromkreis, der einem galvanischen Element entspricht.

Insofern kommt neben den im Wasser gelösten Salzen und dem Sauerstoff noch ein dritter, extrem wichtiger Korrosionsauslöser hinzu: Das elektrochemische Potenzial (von dem bisher noch nie die Rede gewesen ist).

Also: Ganz so einfacht ist es denn noch nicht ...

Verfasser:
Big F
Zeit: 26.03.2007 21:04:59
0
595916
@Distiller:

o.k. hab ich's mir wohl zu einfach gemacht:

Selbstverständlich hat chemisch reines Wasser theoretisch und per definitionem den pH 7 - allerding nur und ausschließlich bei 25 °C. Wir reden hier allerdings von einem Heizungssystem und bei Temperaturen jenseits der 25° sieht das dann leider schon ganz anders aus. (60° => ph 6,5; 75° => pH 5)
Soviel dazu - hab ich mich offensichtlich schlecht ausgedrückt.

Unabhängig davon braucht dest. Wasser (sprich Wasser welches quasi seiner Puffersysteme beraubt wurde) eben gerade keinen zusätzlichen Sauerstoff um korrosiv zu sein - auch und gerade bei höheren Temperaturen nicht. Die notwendigen Zutaten liefert das Wasser dank seiner Autoprotolyse ganz alleine: Oxoniumionen für den sauren Angriff und Hydroxidionen für die basische Variante - wie gesagt je nach dem was leichter geht (sprich welcher Prozeß die geringere Aktivierungsenergie aufweist.

Grüße Jörg,

der über den Phantasten ausnahmsweise mal hinwegsieht.

Verfasser:
Weiß Alles
Zeit: 28.03.2007 12:07:44
0
596934
Mahlzeit!

@destiller:

>Bei Korrosionsvorgängen handelt es sich immer um Grenzflächenphänomene. Daher können sich zum
>Beispiel bei der Verletzung der Passivschicht Anoden ausbilden, die dann mit der intakten umgebenden
>Schicht als Kathode Korrosionselemente bilden. Dadurch wird das Beispiel der Chlorid-Anfälligkeit von
>hochlegierten Stählen erklärbar (Nadelstichkorrosion). Mit der Ausbildung von Anoden und Kathoden, die
>über das Metall elektrisch leitend verbunden sind und über die Ionenleitfähigkeit der gelösten Salze im
>Wasser, bildet sich ein Stromkreis, der einem galvanischen Element entspricht.

Das ist alles richtig. Die Aufspaltung in räumlich getrennte Teilreaktionen dürfte bei Problemen Mit Korrosion im Wasser die regel sein. Aber ohne Kathode kann die Anode nicht funktionieren, daher ist die Feststellung, dass es in einem weitgehend Sauerstofffreien System wie einer Heizung keine Korrosion gibt, absolut richtig. Abgesehen von der beschriebenen Aluminiumproblematik.

>Insofern kommt neben den im Wasser gelösten Salzen und dem Sauerstoff noch ein dritter, extrem
>wichtiger Korrosionsauslöser hinzu: Das elektrochemische Potenzial (von dem bisher noch nie die Rede
>gewesen ist).

Alles richtig, aber der gibt nur den thermodynamischen Antrieb an. Die Kinetik wirkt mit, und ohne Senke für die Elektronen läuft die Reaktion eben nicht ab.

@Big F:

>Unabhängig davon braucht dest. Wasser (sprich Wasser welches quasi seiner Puffersysteme beraubt
>wurde) eben gerade keinen zusätzlichen Sauerstoff um korrosiv zu sein - auch und gerade bei höheren >Temperaturen nicht.
> Die notwendigen Zutaten liefert das Wasser dank seiner Autoprotolyse ganz alleine: Oxoniumionen für
>den sauren Angriff und Hydroxidionen für die basische Variante - wie gesagt je nach dem was leichter
>geht (sprich welcher Prozeß die geringere Aktivierungsenergie aufweist.

Das geht wie beschrieben nur dann, wenn die Elektronen eine freundliche Hand finden. Unter den Bedingungen in einer Trinkasserinstallation oder einer Heizung geht da nichts. Dass reine Wässer mit Sauerstoff durchaus nicht so hochwertige Werkstoffe wie X5CrNi18-12 angreifen können, hat eben etwas mit der Reinheit zu tun, weniger mit der Autoprotolyse (Chemisches Potential der Metalloberfläche).

Weiß Alles


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reglerprofi schrieb: Der Preisunterschied zwischen Cat5e und Cat6/Cat7 beträgt nur ca. 0,25€ pro Meter. Der Arbeitsaufwand ist identisch und da stellt sich die Frage nach 100Mbit oder 1000Mbit nicht mehr! Viele Grüße Jürgen...
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Destilliertes Wasser
Verfasser:
Weiß Alles
Zeit: 28.03.2007 12:07:44
0
596934
Mahlzeit!

@destiller:

>Bei Korrosionsvorgängen handelt es sich immer um Grenzflächenphänomene. Daher können sich zum
>Beispiel bei der Verletzung der Passivschicht Anoden ausbilden, die dann mit der intakten umgebenden
>Schicht als Kathode Korrosionselemente bilden. Dadurch wird das Beispiel der Chlorid-Anfälligkeit von
>hochlegierten Stählen erklärbar (Nadelstichkorrosion). Mit der Ausbildung von Anoden und Kathoden, die
>über das Metall elektrisch leitend verbunden sind und über die Ionenleitfähigkeit der gelösten Salze im
>Wasser, bildet sich ein Stromkreis, der einem galvanischen Element entspricht.

Das ist alles richtig. Die Aufspaltung in räumlich getrennte Teilreaktionen dürfte bei Problemen Mit Korrosion im Wasser die regel sein. Aber ohne Kathode kann die Anode nicht funktionieren, daher ist die Feststellung, dass es in einem weitgehend Sauerstofffreien System wie einer Heizung keine Korrosion gibt, absolut richtig. Abgesehen von der beschriebenen Aluminiumproblematik.

>Insofern kommt neben den im Wasser gelösten Salzen und dem Sauerstoff noch ein dritter, extrem
>wichtiger Korrosionsauslöser hinzu: Das elektrochemische Potenzial (von dem bisher noch nie die Rede
>gewesen ist).

Alles richtig, aber der gibt nur den thermodynamischen Antrieb an. Die Kinetik wirkt mit, und ohne Senke für die Elektronen läuft die Reaktion eben nicht ab.

@Big F:

>Unabhängig davon braucht dest. Wasser (sprich Wasser welches quasi seiner Puffersysteme beraubt
>wurde) eben gerade keinen zusätzlichen Sauerstoff um korrosiv zu sein - auch und gerade bei höheren >Temperaturen nicht.
> Die notwendigen Zutaten liefert das Wasser dank seiner Autoprotolyse ganz alleine: Oxoniumionen für
>den sauren Angriff und Hydroxidionen für die basische Variante - wie gesagt je nach dem was leichter
>geht (sprich welcher Prozeß die geringere Aktivierungsenergie aufweist.

Das geht wie beschrieben nur dann, wenn die Elektronen eine freundliche Hand finden. Unter den Bedingungen in einer Trinkasserinstallation oder einer Heizung geht da nichts. Dass reine Wässer mit Sauerstoff durchaus nicht so hochwertige Werkstoffe wie X5CrNi18-12 angreifen können, hat eben etwas mit der Reinheit zu tun, weniger mit der Autoprotolyse (Chemisches Potential der Metalloberfläche).

Weiß Alles

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