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Probleme mit Schlussrechnung Heizung
Verfasser:
Hintereder
Zeit: 11.04.2004 18:49:52
0
58519
Liebe Forumsteilnehmer, ich habe folgendes Problem:

Wir haben in unserem Neubau Heizung- und Sanitärarbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen. Dazu ist im Vorfeld ein Angebot erstellt worden. Wir haben Einheitspreise vereinbart. Auf der letzten Seite steht: sämtliche Leistungen nach VOB, Abrechnung erfolgt nach Aufmass!! Eine Auftragsbestätigung haben wir bekommen und unterschrieben. Es sieht auch so aus, als ob die tatsächlich durchgeführten Arbeiten deutlich von dem im Angebot Beschriebenen abweichen. Stundenlohnarbeiten wurden nicht vereinbart und auch nie angemeldet, es wurden auch keine Stundenlohnzettel unterschrieben. Im Angebot wurde eine Solaranlage angeboten. Da wir uns keine Solaranlage gewünscht haben, wurde keine mehr in der Auftragsbestätigung aufgeführt.
Die Arbeiten wurden in etwa im September 2003 beendet. Eingezogen sind wir im Dezember 2003. Eine förmliche Abnahme haben wir nicht gemacht. Wir haben auch keine Einweisung, Unterlagen, Zeichnungen und ähnliches bekommen. Gemeinsames Aufmass wurde auch nicht genommen. Die Abschlagsrechnungen haben wir sofort beglichen. Im März 2004 haben wir die Schlussrechnung bekommen und zwar ohne jegliche Unterlagen, Skizzen oder Zeichnungen. Obwohl sich nichts geändert hat, weichen die Rohrlängen um ca. 30% vom Angebot ab. Uns wurden Leitungen für die Solaranlage eingebaut, obwohl wir uns keine Solaranlage gewünscht haben. Auf unsere spätere Frage „warum?“ haben wir folgende Antwort bekommen: früher oder später baust du eine Solaranlage ein. Auch die anderen Arbeiten Wasserleitungen und Abwasser wurden nach gleichem Muster durchgeführt.
Letztendlich funktioniert die Heizung schon, das muss man dazu sagen. Die letzte Rechnung haben wir als unprüfbar zurückgewiesen.

Nun die Fragen:

Ab wann beginnt die Gewährleistung

Kann der Handwerker:


a) Stundenlohnarbeiten abrechnen ohne eine frühere Vereinbahrung über die Notwendigkeit und Vergütung

b) zusätzliche Leitungen (Solar) ohne Auftrag einbauen. Sollte so etwas nicht schriftlich gemacht werden.

c) wie kann ich jetzt prüfen wie viele Rohre eingebaut worden sind



Für Antworten schon mal schönen Dank,

mfg, Sepp Hintereder

Verfasser:
Heizfisch
Zeit: 13.04.2004 15:53:00
0
58520
Wohl am falschen Ende gespart.
Hattet ihr einen Architekten?
Wenn die Rohrleitungsführung bekannt ist, einfach einmal nachmessen, ob die Gesamtlänge mit der abgerechneten übereinstimmt. Wenn nicht den Installateur darauf hinweisen. Auf jedenfall Revisionunterlagen verlangen aus denen man die Massen ermitteln kann. Gleizeitig die erforderlichen Rohrnetzberechnungen für Wasser und Heizung anfordern dann hat man die Dimension. Mit dem Linial die Massen ermitteln.

Verfasser:
me.Heizer
Zeit: 13.04.2004 16:22:34
0
58521
Aber auch bedenken: Revisionunterlagen, Rohrnetzberechnungen für Wasser und Heizung gesondert Beauftragt werden mussten, natürlich auch bezahlt werden müssen nach VOB.

Verfasser:
me.Heizer
Zeit: 13.04.2004 16:26:26
0
58522
und das er Solarleitungen eingebaut hat zeugt für Weitblick.

Was ist denn wenn die Brennstoffpreise so weit explodieren das dann doch Solar nachgerüstet werden soll???
Einfache Montage ohne Stemmen???

Die paar Meter fressen kein Brot.

Verfasser:
Me. Alfons Hoffrogge
Zeit: 13.04.2004 16:27:02
0
58523
Herr Hintereder,

meine Erste Frage in solchen Fällen ist immer die gleiche.

Haben sie schon mal in Ruhe mit dem Heiuzungsbauer darüber gesprochen, oder kommunizieren sie nur noch schrltlich (Rechnung als unprüfpar zurückgewiesen). Giebt es überhaupt noch eine Gesprächsgrundlage zwischen ihnen und dem Heizungabauer oder haben die Anwälte schon die Federführung übernommen. Wie äußert der sich zu den Mehraufwendugen. Gab es Sonderwünsche von ihnen die bei der Ausführung berücksichtigt wurden und wie hoch war überhaupt der Merhpreis gegenüber dem Angebot.

Das sind mal die Grundinformationen, ohne die kaum jemand hier inhaltlich sinnvoll etwas zu dem Thema sagen kann.

Kollege Heizfisch hat natürlich recht, Revisionsunterlagen aus denen die Massen ermittelbar sind stehen ihnen natürlich zu.

Meine Empfehlung.

Arufen, Termin vereinbaren, gemeinsam bei einer Tasse Kaffe in Ruhe über alles reden. Angebot, Pläne soweit vorhanden, Auftrag und alle Rechnungen zur Hand nehmen, den Heizungsbauer bitten er möge bitte nachvollziehbar und nachweisbar erklären wie sich die Mehrkosten zusammensetzen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in einem ruhigen besonnenem Gespräch viele Unklarheiten beseitigt werden können. Eventuell liegt ein Aufmaßfehler seitens des Heizungsbauers vor. Ev. wurden aber auch einge Extrawünsche von ihnen oder ihrer Frau berücksichtigt, die sich im Endpreis niedergeschlagen haben. Klären Sie das doch erst einmal ab.

Gruß Me. Alfons Hoffrogge

Verfasser:
Sukram
Zeit: 13.04.2004 16:46:37
0
58524
Ich würde mir halt einfach mal die VOB angucken:Da steht das alles drin...

z.B.

VOB Teil B (DIN 1961)
in der Fassung vom 2. Mai 2002

§ 1 Art und Umfang der Leistung

1. Die auszuführende Leistung wird nach Art und
Umfang durch den Vertrag bestimmt. Als Bestandteil
des Vertrages gelten auch die Allgemeinen
Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen.

2. Bei Widersprüchen im Vertrag gelten nacheinander
a) die Leistungsbeschreibung,
b) die Besonderen Vertragsbedingungen,
c) etwaige Zusätzliche Vertragsbedingungen,
d) etwaige Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen,
e) die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen
für Bauleistungen,
f) die Allgemeinen Vertragsbedingungen für die
Ausführung von Bauleistungen

3. Änderungen des Bauentwurfs anzuordnen, bleibt
dem Auftraggeber vorbehalten.

4. Nicht vereinbarte Leistungen, die zur Ausführung
der vertraglichen Leistung erforderliche werden, hat
der Auftragnehmer auf Verlangen des Auftraggebers
mit auszuführen, außer wenn sein Betrieb auf
derartige Leistungen nicht eingerichtet ist. Andere
Leistungen können dem Auftragnehmer nur mit
seiner Zustimmung übertragen werden.

§ 2 Vergütung
1. Durch die vereinbarten Preise werden alle Leistungen
abgegolten, die nach der Leistungsbeschreibung,
den Besonderen Vertragsbedingungen,
den Zusätzlichen Vertragsbedingungen, den Zusätzlichen
Technischen Vertragsbedingungen, den
Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für
Bauleistungen und der gewerblichen Verkehrssitte
zur vertraglichen Leistung gehören.

2. Die Vergütung wird nach den vertraglichen Einheitspreisen
und den tatsächlich ausgeführten Leistungen
berechnet, wenn keine andere Berechnungsart
(z. B. durch Pauschalsumme, nach Stundenlohnsätzen,
nach Selbstkosten) vereinbart ist.

3. (1) Weicht die ausgeführte Menge der unter einem
Einheitspreis erfassten Leistung oder Teilleistung
um nicht mehr als 10 v. H. von dem im Vertrag
vorgesehenen Umfang ab, so gilt der vertragliche
Einheitspreis.
(2) Für die über 10 v. H. hinausgehende Überschreitung
des Mengenansatzes ist auf Verlangen ein
neuer Preis unter Berücksichtigung der Mehr- oder
Minderkosten zu vereinbaren.
(3) Bei einer über 10 v. H. hinausgehenden Unterschreitung
des Mengenansatzes ist auf Verlangen
der Einheitspreis für die tatsächlich ausgeführte
Menge der Leistung oder Teilleistung zu erhöhen,
soweit der Auftragnehm er nicht durch Erhöhung der
Mengen bei anderen Ordnungszahlen (Positionen)
oder in anderer Weise einen Ausgleich erhält. Die
Erhöhung des Einheitspreises soll im Wesentlichen
dem Mehrbetrag entsprechen, der sich durch die
Verteilung der Baustelleneinrichtungs - und Baustellengemeinkosten
und der Allgemeinen Geschäftskosten
auf die verringerte Menge ergibt. Die Umsatzsteuer
wird entsprechend dem neuen Preis
vergütet.

(4) Sind von der unter einem Einheitspreis erfassten
Leistung oder Teilleistung andere Leistungen abhängig,
für die eine Pauschalsumme vereinbart ist,
so kann mit der Änderung des Einheitspreises auch
eine angemessene Änderung der Pauschalsumme
gefordert werden.

5. Werden durch Änderung des Bauentwurfs oder
andere Anordnungen des Auftraggebers die Grundlagen
des Preises für eine im Vertrag vor-gesehene
Leistung geändert, so ist ein neuer Preis unter Berücksichtigung
der Mehr- und Minderkosten zu vereinbaren.
Die Vereinbarung soll vor Beginn der
Ausführung getroffen werden.

6. (1) Wird eine im Vertrag nicht vorgesehene Leistung
gefordert, so hat der Auftragnehmer Anspruch
auf besondere Vergütung. Er muss jedoch den
Anspruch dem Auftraggeber ankündigen, bevor er
mit der Ausführung der Leistung beginnt.
(2) Die Vergütung bestimmt sich nach den Grundlagen
der Preisermittlung für die vertragliche Leistung
und den besonderen Kosten der geforderten Leistung.
Sie ist möglichst vor Beginn der Ausführung
zu vereinbaren.

7. (1) Ist als Vergütung der Leistung eine Pauschalsumme
vereinbart, so bleibt die Vergütung unverändert.
Weicht jedoch die ausgeführte Leistung von
der vertraglich vorgesehenen Leistung so erheblich
ab, dass ein Festhalten an der Pauschalsumme
nicht zumutbar ist (§ 242 BGB), so ist auf Verlangen
ein Ausgleich unter Berücksichtigung der Mehr- und
Minderkosten zu gewähren. Für die Bemessung des
Ausgleichs ist von den Grundlagen der Preisermittlung
auszugehen. Die Nummern 4, 5 und 6 bleiben
unberührt.
(2) Wenn nichts anderes vereinbart ist, gilt Abs. 1
auch für Pauschalsummen, die für Teile der Leistung
vereinbart sind. Nummer 3 Absatz 4 bleibt
unberührt.

8. (1) Leistungen die der Auftragnehmer ohne Auftrag
oder unter eigenmächtiger Abweichung vom
Vertrag ausführt, werden nicht vergütet. Der Auftragnehmer
hat sich auf Verlangen innerhalb einer
angemessenen Frist zu beseitigen; sonst kann es
auf seine Kosten geschehen. Er haftet außerdem
für andere Schäden, die dem Auftraggeber hieraus
entstehen.

(2) Eine Vergütung steht dem Auftragnehmer jedoch
zu, wenn der Auftraggeber solche Leistungen nachträglich
anerkennt. Eine Vergütung steht ihm auch
zu, wenn die Leistungen für die Erfüllung des Vertrags
notwendig waren, dem mutmaßlichen Willen
des Auftaggebers entsprachen und ihm unverzüglich
angezeigt wurden. Soweit dem Auftragnehmer
eine Vergütung zusteht, gelten die Berechnungsgrundlagen
für geänderte oder zusätzliche Leistungen
der Nummer 5 oder 6 entsprechend.

9. (1)Verlangt der Auftraggeber Zeichnungen, Berechnungen
oder andere Unterlagen, die der Auftragnehmer
nach dem Vertrag, besonders den
Technischen Vertragsbedingungen oder der gewerblichen
Verkehrssitte, nicht zu beschaffen hat,
so hat er sie zu vergüten.
(2) Lässt er vom Auftragnehmer nicht aufgestellte
technische Berechnungen durch den Auftragnehmer
nachprüfen, so hat er die Kosten zu tragen.
10. Stundenlohnarbeiten werden nur vergütet, wenn
sie als solche vor ihrem Beginn ausdrücklich vereinbart
worden sind (§ 15).

************

Verfasser:
helgo
Zeit: 13.04.2004 18:07:13
0
58525
Hallo Herr Hintereder,

Am Ende jeder Auftragsabwicklung muss die ordnungsgemäße Abnahme stehen. Sie sollte schriftlich in einem Abnahmeprotokoll festgehalten werden.

Bezahlen der Rechnung und/oder Nutzung des Gewerks bedeutet nicht in jedem Fall die Abnahme. Es besteht auch kein Vergütungsanspruch ohne Abnahme.

Nach der Abnahme besteht Umkehr der Beweislast und Beginn der Gewährleistungsfrist.

Obige Infos habe ich mir "zusammengelesen", bin auch kein Rechtsexperte.

Ansonsten kann ich Me. Alfons Hoffrogge nur zustimmen. Ein bißchen Kontrolle oder besser Nachfragen beim Einbau der Anlage wäre sicher auch gut gewesen. Es ist immer ärgerlich, wenn wann im Nachhinein "Kinder aus dem Brunnen holen" muss.

MfG

helgo

Verfasser:
Michael
Zeit: 13.04.2004 19:28:11
0
58526
@helgo

Also eine Abnahme muss nicht zwangsläufig stattfinden. Erst wenn eine förmliche Abnahme verlangt wird bzw. vereinbart wurde dann ist diese durch zuführen.


Aus VOB-Online :

http://www.bauportal.de/vobpub/1961/20021200/d2baf61a.00c.htm

§12 Abnahme

12.5 (1) Wird keine Abnahme verlangt, so gilt die Leistung als abgenommen mit Ablauf von 12 Werktagen nach schriftlicher Mitteilung über die Fertigstellung der Leistung.

(2) Wird keine Abnahme verlangt und hat der Auftraggeber die Leistung oder einen Teil der Leistung in Benutzung genommen, so gilt die Abnahme nach Ablauf von 6 Werktagen nach Beginn der Benutzung als erfolgt, wenn nichts anderes vereinbart ist. Die Benutzung von Teilen einer baulichen Anlage zur Weiterführung der Arbeiten gilt nicht als Abnahme.

@hintereder

Ich würde es wie Herr Hoffroge probieren und mit dem Heizungsbauer sprechen und ihn je nach Gesprächsverlauf darauf hinweisen, das er die abgerechneten Massen beweisen muss. (Aufmass oder Zeichnungen). Wegen der Solarleitung, nun rausbauen kann er diese sicherlich nicht mehr. Auch müssen Sie soich als Auftraggeber auch eventuell einen Mehrwert anrechnen lassen, auch hier würde ich eine Einigung anstreben.

Folgende Fragen stellen sich mir :

Liegt ein prüfbares Aufmass vor ?
Wurde ein gemeinschaftliches AUfmass gemacht ?
Wurde ein Termin zum Aufmass vom Unternehmer gefordert ?
Wie Lange halten Sie die Schlußrechnung schon ?
Sind noch Einwendungen dagegen möglich ?

Haben Sie die Möglichkeit einen Architekten/Planer hinzu ziehen ? Diese könnten eventuell beratend zur Seite stehen.

Natürlich wird das eventuell eine Stange Geld kosten, aber wer hier Fehler macht zahlt halt später. Die Kosten welche man sich durch das vermeintliche Einsparen von Architekten und Sonderfachleuten spart fallen meist später doppelt und dreifach an.

Hoffe geholfen zu haben.

Grüße

Michael

HINWEIS: dies ist keine Rechtsberatung , nur die Meinung des Verfassers. Bei Rechtsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Rechtsanwalt.



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