| | Verfasser: Andreas Siessmeir | Zeit:
11.08.2004 13:38:28 |
Hallo, ich bin gerade beim Hausbauen und informiere mich über Regenwasseranlagen. Wer hat Erfahrungen mit den einzelnen Komponenten ? - Tank ? Beton oder Kunstoff ? ich würde ihn in den Erdboden einbauen ca. 5000l für 4 Pers. Beton ist günstiger, wie sieht es mit der Wasserqualität aus ? - Hauswasserwerk ? ich möchte ein kpl. fertiges HWW (ist preislich anscheinend sowieso die einfachere Lösung Habe folgende HWW im Augenschein - WISY Optima (mit zwei Pumpen) - ESPA Tacoma Basic - KSB Aquarius - Kessel Aquatronic S mein Tank ist ca. 20m entfernt (genau andere Hausseite) Einfamilienhaus - Filter ? wird auserhalb des Hauses im Erdboden oder in der Zysterne eingebaut. Ich würde einen 3P Volumenfilter oder so etwas ähnliches bevorzugen - Selbstreinigend ? - Tipps zur Installation, Nachfilter, Problemen ..... Danke Andreas
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| | Zeit:
11.08.2004 13:47:44 |
Hallo,
ich würde mir ein kpl. Paket eines Anbieters holen. Ist in der Regel das beste.
Man könnte z.B. folgendes nehmen http://www.graf-online.de/index.php?id=102&lang=de
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| | Zeit:
11.08.2004 18:35:18 |
Ich schliesse mich den obigen Fragen von Andreas Siessmeir an 1. Tank Beton oder Kunststoff? Mir wurde heute ein Kunststofftank geraten, wenn ich das Regenwasser für WC und Waschmaschine verwenden will, Beton sei da ungeeignet. Hat da jemand Erfahrung und Wissen dazu? 2. Filter extern oder im Tank eingebaut? Ich tendiere zu extern, doch es wird zunehmend in den Tank integriert angeboten. 3. Bei Dachrinnenabläufen eeigene Grobfilter einbauen? 4. Welche Sammelleitungen werden empfohlen? Allgemein wird PVC angeboten. Gibt es eine ökologischere und technisch gleichwertige Alternative dazu? Danke Rudi |
Verfasser: Peter Brendler | Zeit:
11.08.2004 23:56:44 |
WASSERQUALITÄT ist nicht abhängig davon ob Beton oder Kunststoff, sondern vom richtigen Anlagenaufbau. (B- Zisternen haben allerdings eher die Fähigkeit, saures Regenwasser zu neutralisieren, spielt aber in der Praxis sogut wie keine Rolle) BETON / KUNSTSTOFF: preiswerter sind Betonzisternen, nicht nur die "billigen" ohne Armierung, sonder auch die Stahlbetonzisternen. (und wenn PE doch billiger, dann Vorsicht) Entscheidend sind ANDERE KRITERIEN: Anfahrweg an der Baustelle (LKW muss bei B-Z rückwärts ans Loch fahren können und der Lieferkran braucht Raum zum Schwenken). PKW oder LKW-Befahrbarkeit gefordert? Timing B-Z: Loch buddeln und dann am nächsten Tag liefern müssen. Timing PE-Z: liefern, in den Garten legen, Rest, wenn man dazu kommt. Installationsarbeiten in der Zisterne sind in B-Z wesentlich einfacher durchzuführen. Fazit für mich: ich empfehle meinen Kunden B-Z als 1te Wahl. SAUGLEITUNGSLÄNGE von 20 m (möglichst noch über "Berg und Tal")macht bei einer reinen Saugpumpe keinen Sinn mehr. Entweder Druckpumpe in der Zisterne oder Saugpumpe im Haus mit zusätzlicher Ladepumpe in der Zisterne. TRINKWASSERNACHSPEISUNG in die Zisterne erfordert ein Gefälle vom Anschlussraum zur Zisterne (reine Saugleitung ohne Ladepumpe übrigens ebenfalls). Alternativ TWN-Speisung direkt in die Saugleitung lässt sich am einfachsten mit Saugpumpe (evtl mit Ladepumpe) im Haus realisieren. WISY-Optima und ESPA-Raincenter Comfort m. Ladepumpe funktionieren so. Der Comfort spielt allerdings in einer anderen Preisklasse, hat dafür aber eine andere Qualitätsstufe und eine andere technische Ausstattung. Ist aber auch mit Tauchdruckpumpe (energetisch besser) in der Zisterne möglich, allerdings mit Einschränkungen (Gefälle gefordert). ZB mit Tacomat. HYBRIDANLAGE bei schwieriger Einbausituation wäre vielleicht die 1ste Wahl. Gibts für viel Geld am Markt, kann man aber auch leicht selbst bauen (Ladepumpe für den Zwischentank mit Schwimmerschalter als Trockenlaufschutz in der Zisterne, Regentonne als Zwischentank im Keller, Saugpumpe mit Schaltautomat im Keller, 1 Magnetventil an der TWN-Speisung mit Schwimmerschalter in Regentonne, darüber liegender Schwimmerschalter, der die Ladepumpe ansteuert. Vorteil: alle Komponenten lassen sich bei Bedarf einfach tauschen, auch gegen ein anderes Fabrikat. Man ist also nicht auf Ersatzteile vom Hersteller angewiesen. FILTER außerhalb der Zisterne (wer stemmt schon regelmässig den Guss- oder Betondeckel, ca 20-30 kg, um den Filter aus der Zisterne zu friemeln). "Im-Tank- Angebote" halte ich für Blendwerk, sie sind zwar kurzfristig ein Verkaufsargument, (einfach, kompkakt, einfach Zisterne einbauen, fertig) langfristig glaube ich, hat der Kunde aber mehr Nachteile als Vorteile FILTER - SELBSTREINIGEND nbedingt, ist aber ein Schlagwort, das falsche Vorstellungen erzeugt. S-reinigend bedeutet nur, dass der ausgefilterte Dreck mit ca 10% Restwasser in den Kanal gespült wird (im Gegensatz zB zu Kiesbettfilter) und somit einer Verkeimung vorgebeugt wird. Das Maschengewebe setzt sich aber trotzdem zu und muss daher regelmäßig gereinigt werden (sonst wird die Restwassermenge irgendwnn mall 100%) DACHRINNENFILTER entsprechen nicht dem Stand der Technik einer RWN-Anlage. Dort wird gefordert, dass nirgends im System eine Staustelle entseht, in der sich Keime feststetzen können (wie zB in den beliebten Rückspülfiltern). Was nützt ein "Selbsreinigender" Filter, wenn oben auf dem Dach sich das Laubwerk vor einem Sieb sammelt, verfault, und beim nächsten Regenguss das Bakteriennest in die Zisterne gespült wird. Dann lieber gleich durchspülen und die Blätter über den Filter entsorgen. SAMMELLEITUNGEN in der Regel aus PVC=braun=normales KG-Rohr. Alternativ Polypropylen (PP) = grün Gruß Peter
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| | Zeit:
17.08.2004 06:37:57 |
Lieber Peter Brendler, noch eine Zusatzfrage zum Zisternenmaterial: Mir wurden vom Installateur folgende Argumente gegen Beton genannt: 1. Dichtheitsprobleme 2. Auswaschungen von Zementpartikeln können Pumpenschäden verursachen 3. Kalkausscheidungen aus dem Beton der Zisterne können das kalkarme Waser hart machen und dadurch die Lebenszeit der Waschmaschine verkürzen (ich möchte das Regenwasser für WC, WM und Garten nutzen). Das alles ist vielleicht durch eine geeignete Behandlung (Dichtschlämme, Anstrich o. ä) der Innenseite der Zisterne in den Griff zu bekommen, doch - was ist eine geeignete Behandlung? - die ist (nach meinem derzeitigen Wissensstand) nicht billig |
Verfasser: Peter Brendler | Zeit:
17.08.2004 13:56:02 |
@ rudi >Mir wurden vom Installateur folgende Argumente >gegen Beton genannt: >1. Dichtheitsprobleme nicht bei monolithisch gebauten Zisternen. (keine Fugen im Wasserbereich). Rohrdurchführungen im Wasserbereich (zB Überlauf) dürfen nicht vermörtel werden, sondern müssen mit einer entsprechenden Dichtung montiert werden. Beton natürlich in "wasserfester" Ausführung. >2. Auswaschungen von Zementpartikeln können > Pumpenschäden verursachen Hoppla, der lässt sich aber was einfallen. Das Argument ist sogar für mich neu. Aber ernst, in kürzester Zeit hat sich überall im Wasserbereich ein ziehmlich unansehnlicher Schleim gebildet, da wird nichts mehr ausgewaschen (wenn es denn da was zu waschen gäbe) >3. Kalkausscheidungen aus dem Beton der Zisterne können >das kalkarme Waser hart machen und dadurch die Lebenszeit >der Waschmaschine verkürzen (ich möchte das Regenwasser >für WC, WM und Garten nutzen). Genau dasselbe Argument wird auch gerne als Vorteil für die Betonzisterne verwendet. Das saure Regenwasser wird durch den Beton neutralisiert und ist dadurch besser geeignet als das Wasser aus PE-Zisternen. Aber siehe oben: nach einem viertel Jahr ist die Oberfläche der Zisternenwand zu. Ich verkauf übrigends lieber PE als Beton, da ist die Marge größer ;-) Grüße Peter
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| | Zeit:
22.08.2004 20:38:19 |
Sehr geehrter Herr Brendler, ich habe aufmerksam Ihre Ausführungen gelesen. Ich plane auch eine Regenwassernutzung für Garten und Haus. Nun hat man aber bei der Masse von Herstellern und Angeboten kaum eine Übersicht mehr, was gut ist und was man wirklich braucht. Welchen Hersteller für eine Betonzysterne würden Sie empfehlen, ebenso welche Filter und Pumpen? (Einbau nach Möglichkeit alles außer Haus)? danke für Ihre Mühe. Dirk
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Verfasser: Peter Brendler | Zeit:
25.08.2004 11:18:19 |
@Dirk Wesiger
>was man wirklich braucht.
wäre die Hauptfrage im Vorfeld der Planung.
Abhängig von der örtlichen Situation lassen sich nicht immer alle Systeme einsetzen. Aber alle Möglichkeiten hier aufzuzählen, plus Produktvorschläge mit Alternativen, würde den Rahmen hier sprengen. Sie können mich aber gerne direkt ansprechen, dann lassen sich Ihre Fragen leichter eingrenzen.
peter.brendler ÄT gmx.de (02104) 98 36 46
Gruß Peter |
Verfasser: Peter Brendler | Zeit:
25.08.2004 18:27:22 |
@Dirk Wesiger
habe Ihnen heute morgen hier eine falsche emailadresse angegeben
Richtig: brendler ÄT gmx.de
Gruß Peter
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Verfasser: Günter Hübscher | Zeit:
30.08.2004 17:22:03 |
Sehr geehrter Herr Brendler, offensichtlich sind Sie ein "alter Hase" auf dem Gebiet. Mich interessieren Ihre Erfahrungen, die Sie mit einer Hybridanlage gemacht haben. Um einen Anfang zu machen, will ich die ersten Tanks im Keller installieren. Später sollen diese von einer Zisterne gespeist werden. Welche Komponenten von welchem Lieferanten können Sie empfehlen. Sollte es ein Paket von einem Lieferanten sein oder ein Mix verschiedener Anbieter? Mit freundlichem Gruß Günter Hübscher
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Verfasser: Peter Brendler | Zeit:
31.08.2004 22:29:07 |
@ Günter Hübscher Guten Abend Herr Hübscher, > Sollte es ein Paket von einem Lieferanten sein oder ein Mix verschiedener Anbieter? Das kann man schnell selbst zusammenstellen. Die Schwimmerschalter mit Zwischenstecker sind Standardteile, ebenso das Magnetventil für die Trinkwassernachspeisung. Der Zwischentank im Keller kann eine einfache Regentonne sein, allerdings nicht zu niedrig, da darin 3 Schwimmerschalter übereinander funktionieren müssen. Die Ladepumpe in der Zisterne muss einen Trockenlaufschutz in Form eines Schwimmerschalters und sollte eine Schwimmende Entnahme haben. Ich nehm dafür eine Provedo. Als Förderpumpe haben Sie die Wahl zwischen einer Saugpumpe oder einer Tauchdruckpumpe im Zwischenbehälter (ist absolut geräuschlos). Bei beiden arbeite ich mit ESPA- Pumpen. > will ich die ersten Tanks im Keller installieren Versteh ich nicht ganz, wieviel Tanks sollen das denn werden? Gruß Peter |
| | Zeit:
02.09.2004 11:03:44 |
Hallo Peter, dieser Zwischentank (Regentonne) im Keller hört sich ja wirklich interessant an. Endlich mal einer mit Ahnung und guten Tips. Sonst hört man hier ja immer nur " Also wir bauen immer die xy- Regenwasserzentrale für schlappe 2300,- EUR ein..." Wenn ich das richtig verstanden habe, erspare ich mir dadurch die mehr oder weniger komplizierte Trinkwassernachspeisung in die Zisterne ?! Reichen da 200 - 500 l ? (Gängige Tonnengrößen) Und das ganze nennt sich dann Hybridanlage ? Aha ! Und noch ne Frage: Ich habe hier gelernt, dass ein Hauswasserwerk mit Druckpeicher Käse ist wegen Verkeimung und so. Also eine Pumpe mit Schaltautomat. Das Ding springt also u.a. jedesmal an, wenn der Spülkasten befüllt werden soll und dauert entsprechend lange (kleiner Ventilquerschnitt) Wenn das durch den Druck des Trinkwassernetzes passiert, ist mir das egal, weil der Druck ist ja da. Wenn das meine Pumpe machen soll, muß ich den Druck erst mit Strom erzeugen. Also soll das ganze mögl schnell vonstatten gehen. --> gibt es Spülkastenbefüllventile mit größerem Querschnitt für Regenwassernutzung ? Jonas
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Verfasser: Peter Brendler | Zeit:
02.09.2004 21:58:05 |
@J onas > Hybridanlage > Wenn ich das richtig verstanden habe, erspare ich mir dadurch die mehr > oder weniger komplizierte Trinkwassernachspeisung in die Zisterne ?! Ist nicht so richtig rübergekommen. Die Einspeisung in die Zisterne ist die einfachste und wirtschaftlichste Variante. Nur lässt die sich unter bestimmten Bedingungen nicht realisieren. Dann ist u.U. die Hybridanlage angesagt. > Wenn das durch den Druck des Trinkwassernetzes passiert, ist mir das egal, weil der Druck ist ja da. > Wenn das meine Pumpe machen soll, muß ich den Druck erst > mit Strom erzeugen. Also soll das ganze möglichst schnell vonstatten gehen. > gibt es Spülkastenbefüllventile mit größerem Querschnitt für Regenwassernutzung Um die Laufleistung der Pumpe zu verkürzen, müsste der Durchmesser des gesamten Rohrnetzes vergrößert werden. Allerdings wird schon im Normalfall der Querschnitt der Leitungen an Hand der Grunddaten, wie Länge, Höhe, Anzahl Verbraucher und Pumpenleistung optimiert. Gruß Peter |
Verfasser: Detlev Steinle | Zeit:
03.09.2004 10:51:55 |
Alle hier gestellten Fragen sind in einem ausführlichen Ratgeber im Internet beantwortet. Der Ratgeber läßt sich auch als PDF-Datei herunter laden. Der Link zu dem Ratgeber ist: http://www.rewalux.com/ratgeber/rat.htm
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| | Zeit:
07.10.2004 01:16:32 |
Die grundsätzliche Frage ist was wollen Sie ausgeben ? haben Sie für einen Betonregenspeicher die geeignete Zufahrt ? Welche Verbraucher hängen an der Anlage ? Das Material spielt für die Wasserqualität nicht die Rolle. PE ist vom Einbau wesentlich schwierieger zu handhaben. Beton = Grube ausheben, Behälter wird von uns eingesetzt Sie verfüllen mit dem Aushub. Diese ist bei PE nicht so einfach. Ein weiterer Nachteil von PE gegenüber einem Beton Regenspeicher ist der Preis. (Je größer das Volumen je höher auch der Unterschied). Bei Filtern mit einer Maschenweite von 0,4 bekommen Sie Sedimente in den Behälter. Diese hat zur Folge, das der Behälter im laufe der Jahre auch gereinigt wird. Hier haben Sie es bei einer Betonzisterne mit waagerechtem Boden wesentlich leichter. Die Bedenken Ihres Installateurs sind vollkommen danaben. Ich vermute er bekommt von seinem Großhändler nur PE-Speicher mit viel Rabatt. Vergleichen Sie auf jeden Fall vor dem Kauf. Bei Betonspeichern sollten Sie unbedingt auf die Transportkosten achten. Als Technik empfehle ich Ihnen bei bieser Pumpstrecke auf jeden Fall eine Tauchdruckpumpe. Von ESPA der Tacomat Basic ist hier gekoppelt mit der Combipress schon das richtige Gerät. Gerne berate ich Sie auf die für Sie passende Anlage. Wir führen die Geräte sämtlicher namhafter Hersteller. Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur verfügung. Mario Porcher m.porcher@regenwasser.com http://www.regenwasser.com |