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Datenschutzhinweise

Jahresnutzungsgrad/ großer Kessel <->kleiner Kessel
Verfasser:
Jojo
Zeit: 17.08.2004 10:00:28
0
83347
""wieso sollte im Sommerbetrieb der *mittlere* Kessel genutzt werden ????""

Sommerbetrieb ist vielleicht der falsche Ausdruck, sagen wir mal Übergangszeit (ein bißerl Raumheizung und überwiegend TWW-bereitung).
Hintergrund ist die ungleichmäßige Kessellaufzeit (bisher:Kessel 1 46% K2 14% K3 40%). Sei mal dahingestellt wann die Kesselfolge wie verändert wurde ...


die 85% beziehen sich auf Wärmeerzeugung-> Übergabe ins Netz.
Also Nutzungsungsgrad Kesselhaus.

Anlagennutzungsgrad Wärmerzeugung ->Übergabe Verbraucher liegt bei ca.75%

sorry, blöd geschrieben....

ja, die 90%-91% max. hören sich gut an.....
Abgasklappen sind vorhanden



""Mindestkesselleistungen gibts bei Kessel in der Leistungsklasse *immer*, wenn du dem Brennertechiker auf den Leim gehst, bist du selber Schuld, wenn du nachher an den Ohren gezogen wirst ;-)). ""

;-), das ich darauf nicht hinweise habe ich nicht gesagt.


""Wenn Kessel in den Bereichen gequält werden müssen die Anlagentemperaturen absolut stimmen, ansonsten Kondensatanfall --> geht heftigst auf die Lebensdauer der Kisten und ist so gesehen dann mit Sicherheit nicht im Sinne des Betreibers. Stetig geregelte Rücklauftemperaturen sind da ein *absolutes MUSS*......""

das hatten wir an anderer Stelle auch schon mal....
das haut mit den Rücklaufanhebepumpen via Bypass nicht wirklich hin.

""An nem Wettbewerb *wer schraubt am billigsten* beteilige ich mich eh nicht...also sind die Chancen, dass wir uns an der Anlage sehen eher als gering einzustufen...aber nicht absolut auszuschließen ;-))""

ich befürchte sogar ein "wer schraubt am billigsten und läßt sich am meisten drücken". Der bisherige HZB ist mit dem ehem. Betreiber (Sie erinnern sich an dei Vorgeschichte) ganz dicke.....
also der wird nur in Rücksprache Hand anlegen, und warum sollte er das tun.... Anlage läuft doch "optimal" ;-)

gruß

und vielen Dank

Jojo






Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 17.08.2004 10:33:18
0
83348
Hui.....

Hier ist ja einiges passiert.....

Ich stimme dem Achim zu, wenn er sagt, im Sommer soll der kleinste Kessel laufen...., wenn es die Regelung managen kann, und der (oder die) andere Kessel kalt bleibt.

Mindestkesselleistung ist zwar meist nicht definitiv angegeben, wohl aber meist eine Mind. Abgastemperatur.....

Rücklauftemp. _Anhebung funktioniert auf herkömmliche weise tatsächlich nicht, aber beispielsweise Buderus hat in seinen Unterlagen schöne Hydraulik-Schltungen mit aktiver Rücklaufregelung.

Ich hab so was ähnliches bei mir zuhause nachgebaut....funktioniert wirklich prima.

Übrigens gibt es ja auch noch Kesselanlagen, bei denen verschiedene Techniken kombiniert werden.

Aus Kostengründen habe ich leider des öfteren die Variante mit einem Brennwertkessel als festen Führungskessel und einem NT-Kessel als Spitzenlastkessel gebaut.

Es gibt also immer mehrere Lösungen für ein und das selbe Problem.

Ach ja, Bereitstellungsverluste entstehen auch, wenn der Brenner läuft....über die Oberfläche. Wie Achim sagte, sind das bei den heutigen Kesseldämmungen 0,15 % der Kesselleistung.

Früher waren das mal bis zu 1,75%.....
auf den Verbrauch bezogen waren es dann schon bis zu 25 %....

www.heizungsoptimierung.de.vu

Verfasser:
Peter
Zeit: 17.08.2004 16:28:44
0
83349
Hallo zusammen,

haeb auch ein bißerl mitgelesen...

wie ist das denn jetzt mit großen Kesseln bei geringer Last...
was war da jetzt die Quintessenz aus der ganzen Diskussion
Wenn er sow eit runter modulieren kann spricht doch nichts dagegen ?

Das mit den "die 85% beziehen sich auf Wärmeerzeugung-> Übergabe ins Netz. " wäre ja heftig....
kann das sein ?


gruß

Peter

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 17.08.2004 16:36:54
0
83350
Hallo Peter,

Denkansatz: Ein großer Kessel hat große Oberflächen (innen und aussen)
ein kleiner Kessel hat kleine Oberflächen

daraus folgt: Der Bereitstellungsverlust des Kleinen Kessels ist geringer....

Der Anlagennutzungsgrad mit 85 % bei der Wärmeerzeugung ist doch schon akzeptabel. 5% Abgasverlust, 10 % Bereitstellung....

Viele Anlagen aus den 70er Jahren dümpeln mit einem Anlagennutzungsgrad von 45 - 55 % rum.

Sicherlich kann man alles noch weiter optimieren, ----wenn man es bezahlen kann.

www.heizungsoptimierung.de.vu

Verfasser:
Peter
Zeit: 17.08.2004 18:05:26
0
83351
Hallo Martin,

Bereitstellungsverlust bezieht sich doch nur auf die Brenner-"Aus"-Phasen. Wenn der Kessel einen großen Modulationsbereich hat, und nicht ins Takten gerät.... interessieren die bereitschaftsverluste doch nicht ? Und dann ist doch das was oben (glaub Harry wars) geschrieben hat => niedriger Abgasverlust gewichtiger ?!

wieder so mal drauflos geplappert


Peter

Verfasser:
Sukram
Zeit: 17.08.2004 18:12:58
0
83352
Bereitschaftsverluse = außere + innere (Auskühl)verluste.

die Inneren fallen bei Brennerbetrieb weg- allerdings sind die meist vernachlässigbar (sowieso wenn der Brenner eine Zuluft- oder der Kessel eine Abgasklappe hat). Und das wenige was den Kamin hochgeht, dienst dann als Kaminabwärme dem inneren Wärmegewinn des Hauses.

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 17.08.2004 18:44:49
0
83353
Hallo Peter,

Beispiel :

Zapfventil Nutzmenge 15 l/min, davor ist es leicht undicht 0,01 l/min, und wenn gezapft wird spritzen 0,03 l/min daneben...

Das macht einen Wasserstrom von 15,04 l/min.

Daraus berechnen wir mal den *Wirkungsgrad* = 15,00/15,04 = 99,73 %
oder 99,73% = 100%-0,0665%-0,199%

Wenn man sich die Verluste so ansieht, könnte man meinen na bei 0,07% und 0,2 % rentiert es nicht was zu unternehmen...der Wirkungsgrad der Armatur ist doch gut...oder ?

Nun gucken wir mal nach den Kosten...und setzen 50 Zapfungen a 10 Min pro Jahr an...

Nutzwassermenge = 15 l/min * 10 min * 50 /a = 7500 l/a
Verlust vor dem Zapfventil = 0,01 l/min * 60 min/h * 8760 h/a = 5256 l/a (ständiger Verlust)
Verlust nach dem Zapfventil = 0,03 l/min * 10 min * 50 /a = 15 l/a (nur wenn gezapft wird)

Ergibt ne Gesamtwasseermenge von 7500+5256+15 = 12771 l/a

Der *Nutzungsgrad* beträgt 7500 / 12771 = 58,7%
oder 58,7% = 100% - 41,2% - 0,1%

Das Zapfventil mit einem *Wirkungsgrad* von 99,73% hat im dargestellten Fall *nur* einen *Nutzungsgrad* von 58,7%....

Der kleine ständige Verlust 1 führt zu einem 400 fachen Verlust in der Summe als 3x größere Verlust 2.

Hier kann man deutlich erkennen welche Gefahren in relativ kleinen aber ständig wirkenden Verlusten stecken kann.

Umgesetzt auf den Kessel ist Verlust1 der Bereitschaftsenergieverlust und der Verlust2 der Abgasverlust.

Nur mal so zur Darstellung....

Bei den Kesselanlagen wirds dann noch bizzli aufwendiger...deswegen haben schlaue Denker die VDI 2067 Nutzungsgradberechnung zusammengefummelt....aber das ist mir nun etwas zu heftig die im Detail hier zu tippen und mal an nem Kessel das nachzuvollziehen....

Jojo braucht ja auch noch etwas für seine Diplomarbeit und das gibt viele bunte Seiten :-))

Gruß
Achim Kaiser

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 17.08.2004 19:45:40
0
83354
Hallo Achim,

schönes Beispiel.

Prozentrechnen ist sehr gefährlich, wenn man die Bezugsgrößen nicht kennt.

Beispiel:

Eine Anlage mit 1000 kW hat einen Feu Wirkungsgrad von 95 %

Einen Bereitstellungsverlust von 1 %
Angenommener Brennstoffverbrauch 1000 MWh

Dann weiß ich ganz sicher, das der Abgasverlust 50 MWh beträgt.
Wie hoch ist aber der Bereitstellungsverlust?
Ohne zu Überlegen, werden jetzt einige sagen: 10 MWh.

Ist aber ganz falsch.....

Fall 1) 1 Kessel
8760 Std Bereitstellung / Jahr (WWB)

Bereitstellungsverlust 1 % von 1 MW ergibt 10 kW pro stunde
also 86 MWH

Hier ist der Bereitstellungsverlust schon höher, als der Abgasverlust

Fall 2) 1 Kessel
3500 Std Bereitstellung / Jahr, da keine WWB und unterbrochener Betrieb
Bereitstellungsverlust etwa 35 MWH

Fall 3) 2 Kessel je 500 kW, hydraulisch getrennt

Kessel 1 3500 Std Bereitstellung
17,5 MWh

Kessel 2 nur Spitzenlast
500 Std Bereitstellung
5 MWH
Summe 22,5 MWH

Diese Fallspiele lassen sich noch bis zum Erbrechen weiterspielen....

Besser geht es immer noch durch die verkürzung der Bereitstellungszeiten beispielsweise mit "intelligenten" Reglern mit optimiertem Ein- und Ausschalten, Heizgrenzabschaltung etc....

Es kommt also nicht auf den Feuerungstechnischen Wirkungsgrad an, sondern auf den Gesamtwirkungsgrad der Anlage.

Hier ist aber sowohl das Hydraulische Schaltungskonzept, als auch das Gesamtkonzept der DDC-Regelung maßgeblich am Erfolg beteiligt.

Auch bei neuen Großanlagen gibt es Anlagennutzungsgrade zwischen 60 und 95 %....
Je nach dem, wie gut der Planer alles aufeinander abgestimmt hat.

www.heizungsoptimierung.de.vu

Verfasser:
Jojo
Zeit: 17.08.2004 19:52:42
0
83355
@Achim Kaiser,

sehr anschaulich.....

aber ich habe ja zum Glück Abgasklappen....

und berufe mich auf Handbuch Heizungstechik:

"Der Nutzungsgrad ist eine vielverwendete Größe für Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Verzichtet man auf äußere Exaktheit
können viele Situationen durch Vereinfachung und Reduzierung auf das wesentliche mit minimalen Aufwand abgeschätzt werden.
.... Bei Dominanz Brennerlaufzeit: es gilt Brennerstillstandszeit ~0
=> Wirkungsgrad Kessel = Nutzungsgrad "

""Bei den Kesselanlagen wirds dann noch bizzli aufwendiger...deswegen haben schlaue Denker die VDI 2067 Nutzungsgradberechnung zusammengefummelt....aber das ist mir nun etwas zu heftig die im Detail hier zu tippen und mal an nem Kessel das nachzuvollziehen....""

die habe ich glücklicherweise net ;-)

""Jojo braucht ja auch noch etwas für seine Diplomarbeit und das gibt viele bunte Seiten :-))""

ich höre da so nen ironischen Unterton von wegen schade um die Tintenpatronen/Papier oder s.ä. raus ;-)

greetings

Jojo

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 17.08.2004 21:10:36
0
83356
@Jojo,

klar, eine beschissene Hydraulik aber Abgasklappen :-))

Wenn die Anlage vor 6 Jahren umgebaut wurde, dann würde ich den Jungs mal vorrechnen wieviel Geld sie seit dem Umbau in den Sand gesetzt haben und das der jetzige Umbau auch unter *unnötige Kosten* zu buchen ist, denn beim Umbau hätte man es auch *richtig* machen können.

Jetzt kostets garantiert Faktor 5 mehr....

Das Handbuch für Heiztechnik ist nicht schlecht, was die Wirtschaftlichkeitberechnungen im hinteren Teil angeht. Da ist einiges an brauchbaren Infos drine...vor allem der Teil über statische und dynamische Wirtschaftlichkeitberechnungen ...die Ausführungen zur Empfindlichkeitsanalyse sind auch nicht von Pappe...aber im Moment durch die steigenden Ölpreise mehr als aktuell.

Die Berechnungen des Jahresnutzungsgrades auch für Mehrkesselanlagen ist unter 14-23 enthalten... die Ausrede hab ich nicht...kannste also gleich mal vergessen ;-))

Gruß
Achim Kaiser

Verfasser:
Jojo
Zeit: 17.08.2004 22:45:56
0
83357
@Achim Kaiser,

verdammt, hätte ich bloß die Klappe gehalten ;-)

""Die Berechnungen des Jahresnutzungsgrades auch für Mehrkesselanlagen ist unter 14-23 enthalten... die Ausrede hab ich nicht...kannste also gleich mal vergessen ;-))""

mein handbuch hat aber nur 17 Kapitel. 14-23 ????
habe aber glaub was Sie meinen:
Normnutzungsgrad ist für ne 2Kesselanlage gerechnet.... Berechnung basiert auf vorgegebnes Auslastungsverhältnis für 2Kesselanlagen....
so ein Pech, nur für 2Kesselanlagen :-)

Achja, jetzt weiss ich auch wieder wo ich das mit dem großen <-> kleinen Kessel schon mal gesehn habe..... Beispiel 16.12
Wenn ich das jetzt richtig verstehe kommt da raus das der große Kessel einen besseren Nutzungsgrad hat als der kleene.




""Wenn die Anlage vor 6 Jahren umgebaut wurde, dann würde ich den Jungs mal vorrechnen wieviel Geld sie seit dem Umbau in den Sand gesetzt haben und das der jetzige Umbau auch unter *unnötige Kosten* zu buchen ist, denn beim Umbau hätte man es auch *richtig* machen können.""

vor 6Jahren wurden ja nur die Kessel getauscht. das wars.
Außer die Mehrkosten für die Spezialkonstruktion mit vertauschtem VL-und RL .........

Die jetztigen betreiber können ja nichts dafür....sind ja erst seit kurzem dabei.

Wenn man aber Sachen wie die Umstellung des Bauabschnittes (Druckhaltung+ Systemtrennung der Hochhäuser) rechnet kommt man leider
nicht so schnell auf nen grünen Zweig.
Strom und Heizöl ist für den Bertreiner einfach noch zu billig....
und dann jemand der hinten dran steht und nur Investkosten sieht......

ich bin mal gespannt auf was das hinausläuft.

Verluste durch Fehlzirkus komme ich jetzt so ca. auf 7% bezogen auf Brennstoffeinsatz => knappe 600MWh/a ~ 16.000€/a
Bin bloß immer noch am Querrechnen, net dass ich was vergessen habe...

wenn ich mal keine Bleibe mehr habe ziehe ich in den Container mit den ADG. Da ist es wenigstens immer schön warm ;-)


gruß

Jojo




Verfasser:
Peter
Zeit: 17.08.2004 23:59:10
0
83358
@martin

Also noch mal was grundlegendes.....

ich habe jetzt mal Lehrbuch von 1800 rausgekramt.(War vpr 15Jahren mal in der GWS-Branche,
jetzt aber zu den Kabelwuslern übergeechselt. Haeb also keine Ahnung mehr, interessiert mich aber trotzdem.

Da steht drin dass der Betriebsbereitschaftsverlust die verluste während der Brennerstillstandszeiten wiederspiegelt.
Wenn der Brenner läuft fließen die Wärmeverluste über die Oberfläche in den Strahlungsverlust.

Redn wir denn dann über das selbe ?
Oder verstehe ich wieder mal was falsch?

--------------------
Fall 1) 1 Kessel
8760 Std Bereitstellung / Jahr (WWB)
Bereitstellungsverlust 1 % von 1 MW ergibt 10 kW pro stunde
also 86 MWH
--------------------------
also ich versteh das nicht ganz... Bereitstellungsverlust über 8760h ? Oder ist das jetzt wieder Strahlungverlust und Bereitstellungsverlust.....



@Jojo

600MWh/ a ?
Was ist denn das für ne Anlage,
wo um alles in der Welt soll denn die ganze Wärme hin ?
Über ein Ausdehnungsbehälter kann ich doch keine ca. 70kW die Stunde verbraten.


aber wie gesagt glaubt einem Elektriker nix,


gruß

Peter






Verfasser:
Peter
Zeit: 18.08.2004 08:44:53
0
83359
oha, war wohl gestern ein bißerl zu spät für mich.....
wenn ich die vielen Tipfehler sehe :-(

nochmal eine Frage hinterher.
Beziehst Du die Verluste (egal ob jetzt Strahlung oder BBV auf die
maximale Kesselleitung ? Muss man da dann nicht auch berücksichtigen
dass der Kessel irgendwo im teillastbetrieb rumspringt ?

Fragen über Fragen

Peter

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 18.08.2004 10:22:37
0
83360
@ Peter

Abgasverlust eines Kessels bezieht sich immer auf die momentan abgegebene Leistung.
Daraus resultiert (konstanter Abgasverlust vorausgesetzt) das der Abgasverlust auch auf die Jahresheizarbeit bezogen werden kann.

Jahresheizarbeit 1000 MWh, Abgasverlust 5 % ergibt 50 MWh Abgasverlust.

Bereitstellungsverlust eines Kessels entsteht immer dann, wenn der Kessel warm ist.
Dabei ist die entscheidende Größe die Oberfläche innen und aussen, die die Wärme verliert. Diese ist aber proportional zur NENNLEISTUNG des Kessels.

Bereitstellungsverluste über die äussere Oberfläche entstehen Immer, während die über die innere Oberfläche nur dann entstehen, wenn der Brenner steht. (Daher sind gut modulierende Brenner immer besser, als taktende)

Es spielt hierbei also keinerlei Rolle, wie groß die Brennerleistung ist. der Bereitstellungsverlust ist bei einem 1000 kW Kessel immer gleich, egal, ob drinnen eine 1000 kW-Flamme brennt, oder eine 50 kW-Flamme.
Daher ist es auch so wichtig, das man die Kesselgröße an den Bedarf anpasst.


Nochmal ein detaillierteres Beispiel

Unser Kessel hat 1000 kW, 0,6 % Oberflächenverlust / o,4% innere Verluste.
Damit beträgt der Oberflächenverlust 60 kWh pro Bereitstellungstunde,
der innere Verlust 40 kWh während jeder Stunde, in der der Brenner NICHT läuft, der Kessel aber warm ist.

4000 Stunden Bereitstellung 1500 Stunden Brennerbetrieb

Oberflächenverlust 60 x 4000 ergibt 240.000kWh Jahresverlust
Innerer Verlust 40 x (4000-1500) ergibt 100.000Wh Jahresverlust

Bereitstellungsverlust gesamt nur alleine für den Kessel (Rohrleitungen, Armaturen...extra) 340.000 kWh

zuzüglich abgasverlust 50.000 kWh....390.000 kwh verlust.

daraus ergibt sich dann ein Jahresnutzungsgrad von 61 % für den Kessel


Jetzt Verständlich?

www.heizungsoptimierung.de.vu

Verfasser:
Peter
Zeit: 18.08.2004 18:51:27
0
83361
hallo martin,

ja jetzt hat`s geschnackelt.
glaub ich zumindest

danke für Deine Erklärung

gruß

Peter

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 18.08.2004 19:28:29
0
83362
Freut mich, wenns geholfen hat.

In diesem Zusammenhang: Die meisten Grafiken zu den Verlusten bei Heizkesseln sind übrigens falsch...

Da werden die Prozentangaben für Abgasverlust und Bereitstellungsverlust kackfrech ins gleiche Kuchendiagramm geschrieben.

Sogar das IWO hat solch eine falsche Grafik auf seiner Internetseite.
Ich hab das mal angemeckert.....aber es hat keine Reaktion gegeben!

Sehr wahrscheinlich haben sie nicht darauf reagiert, weil dann die Werbung für Kesselsanierungen nicht mehr ganz so toll aussehen..

www.heizungsoptimierung.de.vu

Verfasser:
Falk Nienaber
Zeit: 20.08.2004 21:49:55
0
83363
Mann Leute, das ist ja spannender als en Krimi !

Wie soll man da nachts schlafen? Nehm ich 2? Nehm ich alle 3? Welche zuerst? Last-Umschaltung nach 40 oder erst 60%?

DER Hammer.

Dr.Achim kannst Du kurz (nur 25-30 Zeilen) einem hydraulischen Laien (wie zum Beispiel diesem neugierigen Schwarz-Leser hier) erklären wie diese horrenden Verluste übers Ausdehnungsgefäß kommen???

Dafür steh ich auch nachts auf.

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 21.08.2004 09:28:43
0
83364
Hallo Falk

Verluste übers ausdehnungsgefäß? Wenns richtig angeschlossen ist, dann sind die marginal....

Hast du da was falsch verstanden? Wir sprachen eigentlich über die Strahlungsverluste und Auskühlverluste des KESSELS, wenn er denn Warm ist.

Leistungsregelung:

Da scheiden sich die Geister.
Kommt auch ein wenig drauf an, wie groß der Wasserinhalt der Anlage ist.

Bei großem Wasserinhalt musst man etwas genauer die Schaltgrenzen einstellen, bei kleinem Inhalt kann ich da ein wenig Schlampern.

Ich mache es jedenfalls meist so, das ich den Folgekessel immer Doppelt verriegle: Einmal über die Aussentemperatur, einmal über eine Zeitsperre.

Beispiel: Beide Kessel haben 50 %
Dann besteht rein rechnerisch ein Leistungsbedarf von 50 % bei einer Aussentemp von 5°C
Um zu verhindern, das der Folge-Kessel jeden Morgen nach der Totalabschaltung auch bei höheren Aussentemperaturen einschaltet, ist die Freigabe bis etwa 8°C gesperrt.

Zeitsperre: Zur Freigabe des 2.Kessels muss die Leistungsanforderung mehr als 30 Minuten auf 100% stehen, sonst keine Freigabe.

Leistungsregelung:
Kessel 1 ein bei mehr als 50%, aus bei weniger als Mindestleistung.
Kessel 2 ein bei 100 %, aus bei 40 %

Führungsgröße: GesamtSystemVorlauftemperatur

Den Rest mache ich mit P und I und D anteil des Reglers

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 21.08.2004 09:39:55
0
83365
Hallo Martin,

an Jojos Anlage hängt ein riesen Ausdehnungsgefäß und alle 3 Kessel sind nach alter DIN (Schwerkraftabsicherung) an diesem Monster mit Vor- und Rücklauf angeschlossen um sich die TÜV-Gebühren zu sparen.

Guckst du da :
http://www.haustechnikdialog.de/forum.asp?fid=67219&forum=1&uebersicht=1

Das ist ein Riesenmonster - Oberfläche sicherlich größer als alle 3 Kessel zusammen -, Isolierstandard unbekannt...und das Ding steht ständing auf Anlagentemperatur und verteilt die Wärme schön gleichmäßig auf alle Kessel...da diese ja mit Vor- und Rücklauf angeschlossen sind und sorgt nebenbei noch für wunderbare hydraulische Kurzschlüsse.

Ich wette, dieses Monster ist mit 3 bis 5% des Anlagenverbrauchs an den Verlusten beteiligt....man könnte ja mal zu rechnen anfangen...;-))

Gruß
Achim

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 21.08.2004 11:32:00
0
83366
Hallo Achim

sorry, den gedankensprung hatte ich heut morgen noch nicht hinbekommen.

Bei diesem Thread hatte ich mich bewusst rausgehalten, weil eine Optimierung einer solchen Anlage nicht für Lau drin ist,

Obwohl die Potentiale hier gigantisch sind.

Nur wo viel Energie verbraucht wird, kann man auch viel sparen.

Aber da müsste ich ja schon für die Analyse viel Geld verlangen...

Das wäre übrigens von der Anlagengröße eher meine Kragenweite (Beruflich).

Ich hatte mal eine Anlage (Baujahr 1991), die hatte ein Ähnliches Problem.
2 Kessel, eine Ausdehnungsleitung, ein Temperaturschischtbehälter 4 m³, 2 MAG 10 m³...

Kurzschlusszirkulation über Kesselrücklauf und Ausdehnungsleitung.

Beide Kessel waren immer warm (1 x 140°C / 1 x 120 °C)

2 Motorklappen eingebaut (in KRL), so war dann ein Kessel nachher auch kalt, der Schichtbehälter wurde kalt, die Membranen blieben kalt und hielten länger...

Aber was das gespart hat, habe ich damals noch nicht dokumentiert. Damals hatte wir alle noch Geld...

Verfasser:
Jojo
Zeit: 21.08.2004 13:51:16
0
83367
Hallo zusammen,

falls es noch interessiert....

Ich habe mal unter:

http://www.hollodex.de/Igor/Schema.ppt

das Schema hocgeladen. Für den Fall dass nur 1 Kessel läuft,
sind ein paar Pfeilchen (schwarz ist gewünscht,rot eher weniger)
mit den nur von mir mal evtl."vermuteten" Strömungswegen.
Sicher bin ich mir da gar nicht..... (mal nochmal drüber nachdenken, so wie`s eingezeichnet ist kanns glaub net wirklich sein)

vielleicht schaut ja (Zitat ;-) ) "Dr.Achim" mal kurz drüber ;-)


""Ich wette, dieses Monster ist mit 3 bis 5% des Anlagenverbrauchs an den Verlusten beteiligt....man könnte ja mal zu rechnen anfangen...;-))""

wie schon geschrieben:

Ich komme bei der Wärmeerzeugung auf einen Nutzungsgrad von ca. 85%:

mittlerer Abgasverlust ca. 7% bezogen auf brennstoffeinsatz
Strahlungsverlust ca. <1% bezogen auf mittlere kesselleistung
Wärmeverluste durch Wärmeverteilung im Kesselhaus ca. 1% " " "
=> mir fehlen ca. 6-7% im Kesselhaus

Rückwärts gerechnet über Jahresnutzungsgrad Gesamtsystem = 76%(enschließlcih Netz):

Wärmeverluste Netz ca. 10% bezogen auf Brennstoffeinsatz
Wärmeverluste Hausanschlussleitungen ca. 1% " " "
=> Nutzungsgrad Wärmevertteilung ca. 89%
=> Nutzungsgrad Kesselhaus = 76%/89% =85%

und 6-7% bezogen auf jährlichen Brennstoffeinsatz sind knappe 600MWh/a


Wenn ich was vergessen habe... bitte sagen ;-)


@m.havenith

""Bei diesem Thread hatte ich mich bewusst rausgehalten, weil eine Optimierung einer solchen Anlage nicht für Lau drin ist""

Der Betreiber ist ja gewillt was zu tun,
Geld ist ja auch da....

thx for all

jojo




Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 21.08.2004 13:57:17
0
83368
Ja dann....ich bin arbeitslos!

Was ist drin? Schon hole ich mir nen Gewerbeschein und bin bei euch.

www.heizungsoptimierung.de.vu

Verfasser:
Jojo
Zeit: 21.08.2004 20:07:33
0
83369
ich habe da gar nix zu melden.... ;-)
kann also auch nicht sagen was zu "holen" ist

Jemand mit dem nötigen know-how der dem Betreiber zur Seite steht wäre
bestimmt nicht verkehrt, aber ob die Jungs das genauso sehen !?
Könnte mal anfragen wenn es spruchreif wird



Achja,
zu den Nutzungsgraden:

""Ich komme bei der Wärmeerzeugung auf einen Nutzungsgrad von ca. 85%:""

das ist aus den Messungen... Ölverbrauch <-> ins Netz geliferte Wärme


und :

""Rückwärts gerechnet über Jahresnutzungsgrad Gesamtsystem = 76%(enschließlcih Netz):""

ist über den Jahresölverbracuh <-> verkaufte Wärme gerechnet.


Verfasser:
Holger
Zeit: 22.08.2004 10:29:16
0
83370
@SUKRAM
Ich vermisse hier einen Beitrag von SUKRAM
....
Du schwörst doch immer so auf überdimensionierte Kessel,
das muss doch genau Dein Thread sein hier

gruß

Holger

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 22.08.2004 10:39:26
0
83371
Hallo Holger

Sukrams Schwur bezieht sich auf ganz besondere Anwendungsfälle:

Einzelkesselanlagen älterer Bauart.

Wenn ich einen Konstanttemperaturkessel mit 30 KW habe, dort aber einen Brenner mit 15 kW einbaue, dann habe ich die gleiche Flächenbelastung (Wirkungsgrad), wie ein moderner NT-Kessel...

Was unterscheidet diesen Kessel dann noch vom modernen Kessel????

......richtig! Die dicke der Isolierung!

So einfach ist das!

www.heizungsoptimierung.de.vu

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Jahresnutzungsgrad/ großer Kessel <->kleiner Kessel
Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 22.08.2004 10:39:26
0
83371
Hallo Holger

Sukrams Schwur bezieht sich auf ganz besondere Anwendungsfälle:

Einzelkesselanlagen älterer Bauart.

Wenn ich einen Konstanttemperaturkessel mit 30 KW habe, dort aber einen Brenner mit 15 kW einbaue, dann habe ich die gleiche Flächenbelastung (Wirkungsgrad), wie ein moderner NT-Kessel...

Was unterscheidet diesen Kessel dann noch vom modernen Kessel????

......richtig! Die dicke der Isolierung!

So einfach ist das!

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