Hallo Klaus,
dein relativ kleines Haus eignet sich besonders gut für eine
Einrohrheizung. Ich gehe einfach davon aus, dass nicht mehr als 6 oder 7 Heizkörper eingebaut werden müssen und die Rohrführung ebenso problemlos möglich ist. Wenn man das Heizungsrohr kreuz und quer verlegen muss, kann man gleich zwei
Rohre verlegen.
Das ganze ist mit herkömmlichen Flachheizkörpern und einfachen Einrohr- bzw. Schwerkraft-
Thermostatventilen ohne Drossel-T-Stücke auf eingfachste Weise möglich.
Die Berechnung erfolgt nur umgekehrt:
1. Der
Wärmebedarf wird festgestellt.
2. Das Heizgerät wird festgelegt. Die
Systemtemperatur 70/60 wird angestrebt. Mit der Restförderhöhe der
Pumpe und der erforderlichen
Wassermenge (nach Wärmebedarf und Druckverlust) wird der Rohrquerschnitt der Ringleitung festgelegt.
3. Die einzelnen Heizkörper bekommen anteilig an der Gesamtumlaufwassermenge mit Einrohrventilen und herkömmlichen T-Stücken in Abhängigkeit von der Kurzschlusstrecke und Anschluss-Rohrstärke ca. 10% - 20% des Wassers. Damit weiss ich die Wassermenge, die ein Heizkörper erhält und kann anhand der
Temperaturspreizung den Korrekturfaktor berechnen. Erst dann lege ich die Heizkörpergröße fest.
4. Mit der resultierenden Temperatur am Rücklauf des ersten Heizkörpers und der gleichen Gesamtumlaufwassermenge lege ich den Heizkörperanteil und dessen Größe für den nächsten und allen weiteren Heizkörper fest.
Am Ende erhalte ich dann die oben angestrebte
Rücklauftemperatur, wobei der erste Heizkörper die volle
Vorlauftemperatur erhält und meistens eine kleinere Spreizung hat. Ich muss ihn also kleiner auslegen, als für 70/55 vorgesehen. Der letzte Heizkörper wird evtl. mit 62/45 durchströmt. Er muss also wesentlich größer werden. Mit der Fließrichtung des Kreises kann ich allerdings die Reihenfolge sehr gut festlegen. Hohe Wärmeleistung zuerst - kleinere
Heizflächen -, kleine Wärmeleistung zuletzt (Bad,
WC, Küche) - größere aber akzeptable Heizflächen.
Viele o.g. Kritikpunkte sind zu widerlegen:
Einrohrheizungen können auch junge Leute bauen und reparieren.
Teure Heizkörper müssen nicht sein. Das kann durch die Fließrichtung evtl. verhindert werden.
Teure Ventile sind nicht nötig. Einfache Einrohrventile tun´s auch.
Unterschiedliche Heizkörperauslegung? Klar, aber wir sind doch vom Fach!
Die Stillegung von Heizkörpern ist kein Problem. Die dahinterliegenden Heizkörper bekommen allerdings mehr Temperatur. Eine Herabsetzung der Temperatur ist aufgrund der davorliegenden Heizkörper nicht möglich. Das sollten die Thermostate aber wegschlucken. Aber - warum sollen Heizkörper stillgelegt werden?
Die Temperaturdifferenz in den Heizkörpern spielt keine Rolle, wenn sie berücksichtigt wurde.
Die Heizkörper werden natürlich fast gleichzeitig warm. Das ist nur abhängig von der Fließgeschwindigkeit in der Ringleitung.
Der Pumpendruck ist zwar höher, dafür ist der Betriebspunkt mit Wassermenge und Druckverlust immer gleich. Und - wir werden von der Hydraulik nicht überfordert. Keine Fleißgeräusche, keine pfeifenden Ventile - is`ja auch mal ganz schön.
Das sieht kompliziert aus, läßt sich aber auf einem vorbereiteten Formblatt (mittl. Heizkörperübertemperatur logarytmisch, Eingangs-, Ausgangstemperaturen, usw.) schnell berechnen. Mit Einrohr-Vorschaltgeräten (Spezialventilen) lassen sich kleinere Anlagen noch besser dimensionieren. Allerdings ist die Größe eines Heizkreises durch den hohen Widerstand noch mehr begrenzt.
Eine Erweiterung ist kaum möglich, muss ja auch nicht immer sein.
Brennwertgeräte eignen sich natürlich auch hier, da das hohe Temperaturniveau nur selten benötigt wird. Oder ich kann gleich andere Temperaturen wählen. Meine geliebten Brötje-Geräte mit der
Temperaturdifferenzregelung sind geradezu ideal.
Grüße, vor allem an einen Ausbilder der
Handwerkskammer Hildesheim.
HeiZie