| | Verfasser: Michael Mertens | Zeit:
15.01.2003 14:44:38 |
Guten Tag, ein etwas exotisches Problem, ich wäre dennoch sehr dankbar für hilfreiche Hinweise. Da sitze ich nun in unserer Londoner Whg. und erstmal nützt all mein deutsches Wissen nur noch begrenzt was:-) Ich habe ein offenes System in dem die Radiatoren nicht mehr warm werden(Bauweise siehe erstes Bild auf www.housingnet.co.uk/mainternet/boilers/howdoes.html). Ca. 15 Jahre alt, nie Probleme. Heißwasser geht noch in vollem Umfang, alle 6 Radiatoren sind sorgfältig entlüftet. Vorlauf Rohre am Radiator werden nicht mehr warm, nur noch einer wird gut handwarm, der nahe bei der Pumpe sitzt. Pumpe wurde erneuert (Grundfos). Ich habe ca. 20 ltr Wasser abgelassen (kam weitgehend klar raus). Aus dem Zuführtank, der auch als Ausdehnungsgefäß dient (nicht MAG, System ist offen)habe ich gut 2 cm braunen Schlamm entfernt um den nicht beim Neubefüllen zusätzlich ins System zu bringen. Der Neubefüllung habe ich 300 ml Spülmittel zugesetzt, ohne jede Wirkung. Nun überlege ich , mit einer Chemikalie (synth polymer phosponate, surfactant, darf lt Herst drin bleiben) das System zu "reinigen". Solcherart Reinigung scheint hier auf der Insel gängig, u.a. auch wegen mancherorts vorkommenden starken Kalkablagerungen. Ich glaube aber ehr an Verschlammung. Gleichwohl: Wer gibt mir weiteren Rat ? Und ist meine Idee gut ? Besten Dank M. Mertens
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| | Zeit:
15.01.2003 17:32:07 |
Ich würde mal das elektrische Umschaltventil für die Brauchwasserbereitung prüfen. Event. geht das ja im Heizbetrieb nicht mehr richtig auf. Gruß, Tilly
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15.01.2003 18:45:07 |
Das Ventil hat zwei Hebelstellungen Auto und Man/Open. Es steht auf Man/Open. Egal was ich am Steuergerät (Timer der Heiz/WW schaltet) oder am einzigen Raumthermostat verstelle: Der im Ventil Obergehäuse sitzende Motor erreicht nie eine andere Stellposition. (Ist ein Honeywell V4073A1039 in Y-Schaltung (siehe http://content.honeywell.com/uk/homes/systems.htm). ABER: Zuführung und beide Ableitungen zu WW und Heiz sind klar normal heiß, und es ist nicht nur die metallische Wärmeleitung. Das Ventil steht intern wohl in OFFEN-Position fest, was im Ergebnis deutlich mehr Wärme zu den Radiatoren liefern müßte. Hat es schließlich bis vor kurzem noch getan. Im Klempner Laden empfiehlt man mir jetzt einen Cleaner, Fernox, http://www.fernox.com/products/hd_restorer.htm. 1 Ltr für das ganze System, das Zeug hat pH 7-7.5, soll ne Woche drinbleiben, müßte dann rais und dann soll Inhibitor rein. Inhibitor is m.E. aber nichts anderes als Spülmittel. Soll ich das mit dem Fernox machen, oder muß ich jetzt einen der Powerflushing Dienste buchen, die "Lümmel" wollen zwei Tage spülen und wollen rd 600 Euro dafür haben. Danke für weitere Tips. M.Mertens
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15.01.2003 20:57:10 |
Wenn Sie aus dem Ausdehnungsgefäss schon 2cm Schlamm entfernt haben,dann werden ihre Radiatoren schon etwas verschlammt sein.Das Ausdehnungsgefäss in ihren Falle ist ja der höchste Punkt und da setzt sich als letztes der Schlamm ab.Eine andere Möglichkeit ist dieses Um- schaltventil event. defekt? Ist denn die gleiche Pumpe eingebaut worden die früher drin war? Förderhöhe/Leistung? Drehen sie doch mal die Ventile an den Radiatoren zu und lassen an der Entlüftung von diesen Wasser raus .Kommt kein Wasser so ist der Rücklaufanschluss vom jeweiligen Radiator verschlammt oder zugesetzt.Mal ausprobieren.Viel glück.
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| | Zeit:
16.01.2003 08:38:15 |
Hallo, wir benutzen auch Umschaltventile von Honeywell, die stromlos geschlossen in Richtung Heizung und mit Spannung in Richtung Warmwasserspeicher geöffnet sind. Die Manuell Stellung öffnet beide Wege in etwa gleichmäßig. Da aber ein Warmwasserspeicher weniger Widerstand aufweist als eine eventuell etwas verschlammte Heizungsanlage wird der Volumenstrom zum größten Teil im WW Speicher verschwinden. Rasten Sie das Umschaltventil mal aus und versuchen es in die Auto Stellung laufen zu lassen. Dann ist der Weg (sofern der WW Speicher nicht gerade anfordert) ausschließlich für die Heizkörper offen und es sollte auch etwas mehr Volumenstrom in diese fließen. Mfg Krahnert
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| | Zeit:
16.01.2003 17:32:57 |
Die Pumpe ist eine Grundfos UPS 15-60 130, schafft bei den vorliegenden max 1,5 mtr Anlagenhöhe 3,1 m3/h. Eingebaut mit Förderrichtung von oben nach unten. Da dürfte das Problem ehr nicht liegen. Stimmt denn derlei Förderleistung ? Aus den Hinweisen hier lerne ich hinzu, dass das elektrische Ventil außer vom Raumthermostaten mitsamt dem Zeitsteuergerät der Anlage, auch von einem (für mich nicht sichtbaren) Thermostaten des Heißwasser-Zylinders angesteuert wird. Habe ich es bei den Spannungen für dieses Ventil ehr mit Netzspannung oder mit kleineren Steuerspannungen zu tun ? (Ich kann mit beidem umgehen, wüßte es nur halt gern vorher) Ich behelfe mir mit einem Handventil auf der Ableitung des Heißwasserzyl. das ich im 1-Std Rythmus, 15 Gradweise langsam weiter zudrehe, denn das Heißwasser ist ehr zu heiß. Weil ich unter Zeitdruck stehe (Anlage muß bis Sonntag wieder flott sein, weil ich dann 2 Wochen auf Reise gehe und meine Frau nicht im kalten zurücklassen will, und auch nicht in der Situation teure Not- Klempner unbekannter Qulität rufen zu müssen; -- Ach was lobe ich mir den deutschen Meisterbrief in solchen Fragen, gibts hier in GB alles nicht) habe ich gestern abend einen Reiniger gegen die Verschlammung ins System gebracht(Fernox, siehe vorige Beiräge). Seit dem habe ich wechselnden Erfolg. Ein PP Radiator (130x 50 cm) geht wechselnd von gerade schon warm auf kalt und umgekehrt, ohne daß ich was ändere. In gewisser Weise hat Fernox was gebracht, einen gleichmäßigen Zustand haben wir aber noch nicht. Jeder weitere Hinweis wird von mir dankend aufgenommen, ich bin ja hier weit weg von qualifizierten SHK Leuten. Britische Grüße M.Mertens
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| | Zeit:
16.01.2003 18:27:48 |
Hallo, Was für ein Heizgerät ist überhaupt eingebaut? Nach dem was Du schildernst, tippe ich doch eher auf zugesetzten Wärmetaucher oder Kessel. In einem System setzten sich nicht gleichzeitig alle Heizkörper bzw. die Heizungsrohre zu. Gruß Bernd
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| | Zeit:
16.01.2003 19:45:04 |
@Bernd: Es ist ein klassischer Gasboiler (außenwandmontiert), ca. 15-20 Jahre alt. Er is meiner Meinung nach aber ok, denn er heizt ja u.a. normal die Heizschlange des WW-Zylinders, und diejenigen Radiatoren die warm werden, sind ja auch richtig warm. ---- Die hiesige Warmwassserbereitung erscheint deutschen SHK Leuten als EXTREM (und ich meine EXTREM) unwirtschaftlich. Der WW Zylinder ist in einem Schrank im Bad eingebaut, umgeben von einem einfachen Steinwollemantel, der obere Teil des Schranks wird zum Trocknen von zB Handtüchern/Wäschestapeln genutzt, denn er ist fast immer gut warm. Das berühmte "Airing Cupboard". Man möchte fast lachen, aber so ist das in bestimmt 2/3 aller brit Haushalte. ---- Mittlerweile habe ich Wärme in allen Radiatoren, bis auf einen. Da auch der wähernd meiner "Maßnahmen" der letzten paar Tage durchaus schon mal warm wurde, ist er selbst wohl ehr nicht völlig zugesetzt. Kann es sein, daß blockierende Schlammportionen die Reise machen und mal hier mal dort in Blockadehaltung gehen, bevor sie sich dank meines Reinigers dann hoffentlich in eine Art Lösung/Schwebezustand begeben, aus der ich Sie aus dem System ablassen könnte ? Klingt das plausibel ? Und sagt mir bitte noch jemand was zu den Betriebsspannungen eines Motorventils ? Danke und Gruß MM
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| | Zeit:
17.01.2003 02:09:45 |
Hallo Herr Mertens, nach allem was ich hier gelesen habe kann ich nur noch kleine Tipps hinzufügen. Bei Heizungsumwälzpumpen ist mit Förderhöhe nicht die Höhe der Anlage gemeint sondern der Widerstand den die Pumpe überwinden kann, das heißt wenn in Ihrem Fall der Widerstand im Rohrnetz, bei einer Wassermenge von ca. 3 qm, 1,5m Wassersäule (ca. 0,15 bar) beträgt dann kennen Sie den Betriebspunkt der Anlage wenn die Pumpe auf höchster Stufe läuft. Genauso denkbar wäre aber auch das der Widerstand sich, durch Verstopfungen, auf sagen wir ca 4,5m Höhe und dann ca 1qm Umlaufmenge einpendelt. Ich kann mir vorstellen das Ablagerungen im Rohrnetz wandern und dann Verstopfungen an unterschiedlichen Stellen hervorrufen, halte das aber nicht für wahrscheinlich. Wenn Sie Thermostatventile an den einzelnen Heizkörpern haben, könnte ich mir eher vorstellen das der Heizkörper, der jetzt noch "muckt", den größten Widerstand im Netz hat und nur dann mit ausreichend Wasser versorgt wird wenn andere Thermostate schließen. In einem der vorigen Beiträge wurde erwähnt das wenn das Umschaltventil für WW geschlossen ist, der ganze Pumpendruck für die Versorgung der HK's zur Verfügung steht - das kann Ihnen auch helfen. Wenn die Regelung so ist wie in Ihrem Link bei Honeywell aufgeführt, dann stehen alle Teile unter Netzspannung. Wenn Sie ein elektonisches Regelgerät mit elektrisch angeschlossenen Temperaturfühlern (nicht Thermostate) haben, dann sind die Fühler wahrscheinlich mit einer geringen Spannung angeschlossen. Viel Glück
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