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Datenschutzhinweise

Bach als Wärmequelle für WP?
Verfasser:
Jens
Zeit: 17.01.2003 22:18:05
0
6425
Hei,

ich habe mir vorgestellt, eine Wärmepumpe für die Beheizung meines Heims zu nehmen. Nun stellt sich die Frage: Fläche (genug da), oder doch eine Sonde (nummer sicher, vor allem wegen der Bepflanzung des Gartens, Bäume etc.) oder - - - ich zapfe den Bach an, der unweit vom Haus sein Bett hat. Nachdem sonst das Grundwasser wegen der Beschaffenheit ausfällt (zuviel Eisen und sonst noch Dinge, welche den Sickerbrunnen zusetzen), warum nicht das Fließwasser nehmen? Die für das Grundwasser angedachten 2,5 m3 Wasser pro Stunde bringt der Bach locker, beinah auch im Winter unterm Eis. Jedenfalls bis jetzt.

Ist die Idee zu verrückt oder gibt dafür sogar schon Lösungen?

Schönen Tag noch,
Jens

Verfasser:
Fritz
Zeit: 17.01.2003 22:38:49
0
6426
Habe eine solche Anlage vor ca. 8 Jahren mal in Bayern gesehen.
Wärmepumpe zog auch Wasser aus einem Bach und heizte Pufferspeicher auf. Dahinter Fußbodenheizung.
Kunde war zufrieden.
Problem war das die WP nur über Nachtstrom lief und die Warmwasserbereitung über Speicher tagsüber manchmal in die Knie ging.
Wurde dann geändert so das dem Warmwasserspeicher noch ein elektr. geregelter Durchlauferhitzer nachgeschaltet wurde.
Ob das aber heute noch zufriedenstellend läuft weiss ich nicht.

Gruß Fritz

Verfasser:
Andreas
Zeit: 18.01.2003 15:14:23
0
6427
Hi!
Zuerst einmal brauchst du die Genehmigung der unteren Wasserbehörde. Mal angenommen du bekommst die Genehmigung der Behörde, was ich aufgrund der Tatsache dass du den Bach im Winter einfriest nicht vorstellen kann, dann kannst du das Bachwasser als Wärmequelle nutzen. Es gibt zwei Möglichkeiten:
1. Verdampfer im Wasser (wird die Wasserbehörde bestimmt nicht zulassen, Kältemittel könnte den Bach verunreinigen)
2.Bachwasserkreislauf (zum Verdampfer und wieder zurück, wird die Behörde ebenfalls nicht erlauben)
3.Solekreis aufbauen (ein geschlossener Wasserkreis-lauf bedient den Verdampfer der WP)
Es bleibt dir mit hoher Wahrscheinlichkeit nur der Bau des Solekreislaufs übrig.
Wenn der Bach nicht genügend Wasser führt oder er zu flach ist, dann friert er im Winter ein.
Besser ist ein Erdkollektorfeld auf deinem Grundstück aufzubauen. Wenn du dieses noch als Direktverdampfer ausführst, sparst du dir die Solekreispumpe (deren Elektroenergieaufwand nicht unerheblich ist).
Weitere Auslegungsparameter:
1.Monovalente WP besitzen schlechtes Teillastverhalten
2.Nachfrage beim EVU über dessen Konditionen für einen besonderen Tarif für WP
3.Pufferspeicher genau auslegen (Sperrzeiten ggf. Außentemperatursperrung des EVU beachten)
4.WP- Kreis unbedingt volumenstromkonstant betreiben (mit Pufferspeicher, der als hydr. Weiche dient, trennst du WP- Kreis von der Gebäudeheizung, die volumenstromvariabel als Beimischschaltung betrieben werden kann)
5.Gebäudeheizung als Niedertemperaturhzg. (Fussbodenhzg. oder noch besser Bauteilaktivierung, auf jeden Fall die VL- Temp. so tief wie möglich)
MFG
Andreas

Verfasser:
Jens
Zeit: 21.01.2003 15:12:23
0
6428
Danke für die ausführliche Antwort! Werde wohl doch graben :-)

mfg, Jens

Verfasser:
thermoscout.de
Zeit: 03.02.2003 19:20:48
0
6429
Hallo Jens,

die Ausführung von Andreas ist 100 % korrekt. Wenn man eine Direktverdampfungswärmepumpe im Erdreich verwendet und darüber noch gleichzeitig eine Flächendränage verlegt welche zeitweise mit Bachwasser gespeist wird um den Kollektor zu regenerieren wird man Jahresarbeitszahlen von über 5 erreichen. Dieses sind normalerweise JAZ für Grundwasserwärmepumpen.

mfg Michael

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