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Frage zu Leistungszahl/Energieaufnahme Grundwasserwärmepumpe
Verfasser:
Tiros2
Zeit: 02.09.2004 12:08:25
0
87234
Hallo,

In Betrieb: Wärmepumpe Waterkotte DS 5014.3 mit Grundwasser. Lt. Datenblatt hat diese bei W10/W35 und einem Grundwasserdurchfluß von 3,7 m³/h eine elektrische Leistungsaufnahme von 2,6 kW und eine Heizleistung von 15,6 kW. Dies entspricht also einer Leistungszahl von 6,0.

Die Angabe bezieht sich wie zu sehen auf eine Grundwassertemperatur von 10 °C und eine Vorlauftemperatur von 35 °C.

Nun die Frage dazu: Welche Auswirkung auf die elektrische Leistungsaufnahme hat es, wenn sich die Temperatur-Größen, also Grundwassertemperatur und Vorlauftemperatur, ändern, oder auch wenn die Grundwasserdurchflußmenge sinkt? Also z. B. wenn Brauchwasser mit z. B. 50 °C bereitet wird oder wenn die Vorlauftemperatur absinkt. Steigt die elektrische Leistungsaufnahme? Oder bleibt diese gleich und es verlängert sich nur die Einsatzzeit der Wärmepumpe, sprich die Heizleistung sinkt? Ändert sich die Leistungsaufnahme überhaupt oder ist diese als eine feste Größe zu sehen, natürlich zzgl. anderer Verbraucher wie Umwälzpumpen etc.?

Hintergrund: Die unverschämten Strompreiserhöhungen der Energieversorger. Besonders ärgern mich ja die aus der Luft gegriffenen Begründungen. Ich könnte die WP günstiger bedienen, aber leider nur bis zu einer Leistung von max. 3,0 kW. Danach wird es teurer.

Vielen Dank für eine Antwort.

MfG Tiros2

Verfasser:
H. Frank
Zeit: 02.09.2004 12:25:24
0
87235
Hallo Tiros,
schau dir mal die Leistungsdiagramme von Viessmann an. Versuch mal bei Waterkotte, ob du für deine WP auch so etwas bekommst. Wenn nicht, der Verlauf der Geraden sind ähnlich, nur die Zahlenwerte ändern sich etwas.
http://www.viessmann.de/web/germany/de_publish.nsf/AttachmentsByTitle/DB-5811119.pdf/$FILE/DB-5811119.pdf

Gruss
H.Frank

Verfasser:
wpibex
Zeit: 02.09.2004 12:30:11
0
87236
Hallo Tiros2,

Die elektrische Leistungsaufnahme steigt wenig, aber die Wärmeleistung eines Kompressors sinkt, wenn die Quelltemperatur sinkt.
Das Resultat ist ein schlechterer COP.
Dr. Preußer von U DD hat eine schöne Arbeit geschrieben, in der auch die Abhängigkeit von Pel, Pheiz von der Quelltemperatur experimentell untersucht wurde.

Ich finde leider nicht mehr den Link, aber kann bei Interesse den gespeicherten Bericht zumehlen.

Also Deine Leistungsaufnahme von 2,6 kW wird sicher auch im kältesten Winter nicht überschritten werden. Generell habe ich noch im Kopf: 1° mehr mittlere Temperaturdifferenz Quelle/Senke macht 4% schlechteren COP.

Gruß
Lothar

Verfasser:
Tiros2
Zeit: 02.09.2004 13:53:02
0
87237
Danke für die Antworten,

@ H. Frank:
Hab ich mir angeschaut. Zumindest im Internet gibt´s das bei Waterkotte nicht. Der von der Leistung in etwa vergleichbare Typ WW110 von Viessmann kommt danach bei W10/W35 auf 2,5 kW, bei W8/55 dann aber schon auf 3,75 kW Leistungsaufnahme. Das ist leider genau das, was ich nicht brauchen kann. Schade.

@ wpibex:
Eine schlechtere Leistungszahl ist klar. War nur die Frage, ob sich der COP dann wegen steigender Leistungsaufnahme oder sinkender Leistungsabgabe (=Heizleistung) verschlechtert. Oder beidem. Und so scheint es zu sein. Aber: Wie kommt dann die Aussage zustande: "Wird nicht über 2,6 kW steigen"???

Werde bei den jetzigen Gegebenheiten (W14/W49) mal eine halbe Stunde Brauchwasser aufheizen und so eine Messung via Stromzähler vornehmen und mich dann wieder melden.

MfG Tiros2

Verfasser:
Tiros2
Zeit: 03.09.2004 19:50:06
0
87238
So,

habe nun besagte Messung durchgeführt bei folgenden Voraussetzungen:
Grundwassertemperatur Wärmepumpeneingang: 16 °C
Grundwassertemperatur Wärmepumpenausgang: 10 °C
Abkühlung also: 6 °C
Grundwasserdurchflußmenge: 1.900 m³/h
Aufheiztemperatur Brauchwasser: 49 °C

Ergebnis:
gemessener Gesamt-Stromverbrauch: 3,0 kW/h

Da sind jetzt allerdings alle Verbraucher mit dabei, die die Heizung betreffen, also Steuerung, Umwälzpumpe, etc. (Grundwasserpumpe nicht, da hab ich keine). Die Messung erfolgte direkt am Stromzähler.

Also, der Verbrauch überrascht mich nicht, mit sowas war zu rechnen. Insgeheim hatte ich mir vielleicht doch etwas weniger erhofft. So ein halbes kW weniger wäre optimal gewesen, jetzt ist das ganze sehr knapp.

Hintergrund: ca. 3 kW kann ich mit meinem Kleinstwasserkraftwerk abdecken. Für den Strom bekomme ich nach der letzten Stromerhöhung seitens E.ON nun weniger als mich der Wärmepumpenstrom kostet. Also könnte ich auf meinen eigenen Strom umschalten. Aber: Wir verbrauchen natürlich auch noch anderweitig Strom in unserem 4-Personen-Haushalt (ca. 2.500 kW pro Jahr), so daß ich, wenn andere Verbraucher gleichzeitig mit der Wärmepumpe laufen, Strom zum Normaltarif, welcher natürlich noch teurer als der Heizstrom ist, beziehen muß. Und, selbst wenn es schaltungstechnische Möglichkeiten gibt, andere Verbraucher während der Betriebszeit der Wärmepumpe zwangsabzuschalten, ist natürlich auch keine wirklich komfortable Lösung. Alles in allem ist das ganze wohl so ungefähr eine Nullnummer, egal ob ich jetzt auf meinen eigenen Strom umschalte oder nicht.

Trotzdem werde ich vielleicht umschalten, weil mich das Verhalten unserer Wieder-Monopolisten ganz einfach ärgert. Spätestens dann mit der nächsten Stromerhöhung. Und die kommt bestimmt.

Gruß, Tiros2

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