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News vom 11.07.2014

Stetig steigende Strompreise und die Folgen für Verbraucher und Unternehmen

Die Strompreise steigen immer weiter an, doch worauf müssen sich Verbraucher im Jahr 2014 eigentlich genau einstellen? Fakt ist, dass die hohen Stromrechnungen die Privathaushalte Kaufkraft kosten und für Unternehmen können sie sogar zur Existenzbedrohung werden. Experten wie der Chef der bayerischen Wirtschaftsverbände VBW und VBM Bertram Brossardt gehen sogar soweit und prophezeien eine ernsthafte Gefährdung des Standortes Deutschland, sofern die Industriestrompreise nicht zumindest mittelfristig auf das Niveau vergleichbarer Industriestaaten sinken.

Bild: Commons.wikimedia.org © MdE (CC BY-SA 2.5)
Bild: Commons.wikimedia.org © MdE (CC BY-SA 2.5)
Hohe Strompreise schädigen den Standort Deutschland
Im Schnitt zahlen deutsche Haushalte derzeit 26 Cent pro Kilowattstunde und sind damit Vizemeister in Europa, denn lediglich die Dänen zahlen noch mehr. Im Vergleich zum Nachbarland Frankreich zahlt Deutschland damit tatsächlich doppelt so viel. Ähnlich verhält es sich auch bei den Industriestrompreisen, wobei Unternehmen hierzulande etwa 11,57 Cent pro Kilowattstunde zahlen, während beispielsweise in den USA lediglich 3,60 Cent gezahlt werden müssen. Gründe dafür sind Kostenpunkte wie die EEG-Umlage, die Netzentgelte und die Steuern, die oben drauf gezahlt werden müssen – das ist nicht nur teuer, sondern letztendlich auch ein klarer Wettbewerbsnachteil für den Standort Deutschland. Kein Wunder also, dass vor allem Unternehmen versuchen, ihre Stromkosten in den Griff zu bekommen. Immer häufiger wird daher darauf zurückgegriffen, den Strom einfach selbst zu erzeugen, also eigene Kraftwerke zu nutzen. Denn bisher ist eben dieser Eigenstrom von der EEG-Umlage befreit. Erst vor wenigen Tagen wurden allerdings Proteste seitens der EU laut, dass genau dieses Eigenstrom-Privileg in Zukunft wegfallen soll. Das wäre für etliche Betriebe fatal, besonders die Papierbranche produziert beispielsweise rund 40 Prozent ihres Strombedarfs in firmeneigenen Anlagen.

Was die hohen Energiekosten für die deutsche Wirtschaft bedeuten, wird übrigens schon heute zunehmend deutlich. So kündigte beispielsweise der Dax Konzern an, in Zukunft deutlich weniger Geld in Deutschland zu investieren und die Wahrscheinlichkeit, dass früher oder später auch andere Unternehmen ihre Produktionsstandorte verlagern, ist in jedem Fall gegeben.

Privathaushalte müssen aktiv handeln
Für private Haushalte verhält sich der Preisanstieg zwar weniger dramatisch, dennoch sorgt der immer teurere Strom auch hier für Frust. Die wirksamste Maßnahme ist zweifelsohne noch immer der Wechsel zu einem preiswerteren und zuverlässigeren Energieversorger, was jährlich durchaus für einige hundert Euro weniger Kosten führen kann. Das funktioniert mittlerweile relativ problemlos mithilfe von Vergleichsrechnern im Internet, wie von wechseln.de im Detail beschrieben - interessant hierbei ist übrigens, dass diese Tatsache mittlerweile zwar hinreichend bekannt sein dürfte, im Jahr 2012 beispielsweis aber lediglich 15 % aller Haushalte laut der Bundesnetzagentur von dieser Möglichkeit Gebrauch machten. Demnach scheint es also angebracht, den Wechsel in regelmäßigen Abständen zumindest wieder zu erwähnen, damit er präsent in den Köpfen der Menschen ist.

  • Aber Vorsicht: Auch der neue Energieversorger sollte in jedem Fall auf Herz und Nieren geprüft werden, denn immer wieder tappen Verbraucher hier in versteckte Fallen. Dazu gehören beispielsweise Pauschal-Pakete, Vorkasse, ein hoher Energiebonus nur für Neukunden oder nur kurz laufende Preisgarantien.


https://www.youtube.com/watch?v=VVK9t9cVuyk

Genauso sollten Verbraucher aber auch ihr eigenes Verhalten beobachten und analysieren, um versteckte Potenziale zu entdecken. Wenn die Jahres-Stromrechnung also wieder einmal unerklärlich hoch ist, so wird es Zeit, alle Stromverbraucher im Haushalt genau aufzulisten und auf ihren Verbrauch hin zu untersuchen. Dazu gehören sowohl Stromfresser wie der Kühlschrank oder die Waschmaschine als auch scheinbar kleine Geräte wie der Internet-Router. Oft wird so tatsächlich eine Vielzahl von kleinen Stromverbrauchern offenbart.

  1. Die genaue Erfassung des Stromverbrauchs kann dann mit verschiedenen Energiemess- und Analysegeräten erfolgen, die unter anderem bei Verbraucherzentralen ausgeliehen werden können.
  2. Wer darüber hinaus außerdem über lange Zeiträume hinweg messen möchte und nicht nur die aktuellen konkreten Daten wünscht, der kann aber auch den Gesamtverbrauch direkt am Strom- oder Gaszähler erfassen. Auf diese Weise kann auch herausgefunden werden, dass vielleicht über Nacht oder bei Abwesenheit eine recht hohe Grundlast besteht und das Problem dementsprechend gelöst wird. Auch hier stehen verschiedene spezielle Geräte zur Verfügung.
  3. Zwar dürfte es mittlerweile jedem bekannt sein, aber es fast immer einige Geräte im Haus gibt, die ständig am Netz sind und in diesem Moment also auch Strom verbrauchen. Hier heißt es abschalten und zwar komplett. Zwar zwingt die EU die Hersteller seit einigen Jahren schon zu weniger Stand-by-Gebrauch, vor allem ältere Geräte sind davon jedoch nicht betroffen. Gerade im Computer- oder Fernseherbereich ist daher eine Mehrfachsteckdose sinnvoll, die gleichzeitig alle angeschlossenen Geräte ausschaltet, wenn das Hauptgerät aus ist.
  4. Trotz allem gibt es aber auch eine Reihe von Geräten, die rund um die Uhr laufen müssen, um stets arbeitsbereit zu sein. Sparen lässt sich aber dennoch, nämlich mithilfe eines wohlüberlegten Kaufes. Hierbei sollte auf einen möglichst geringen Ruhestromverbrauch geachtet werden.
  5. Auch bezüglich des Lichts kann gespart werden, jedoch nicht zwangsläufig dadurch, dass nur noch im Dunkeln gewandelt wird, sondern vielmehr, in dem vornehmlich LEDs eingesetzt werden. Die Umstellung kann bei konsequenter Handhabung nämlich durchaus bis zu 85% Kostenersparnis betragen.
Bild: Commons.wikimedia.org © Jeff Kubina (CC BY-SA 2.0)
Bild: Commons.wikimedia.org © Jeff Kubina (CC BY-SA 2.0)
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