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News vom 31.05.2017

Sommerzeit – Wechselzeit für die Heizung

Rechtliches: Heizungslabel, Verordnungen und Gesetze

Wer seine Heizung tauschen will, muss nicht nur die Investitionskosten und die Brennstoffkosten beachten, sondern auch einige rechtliche Vorschriften. Die wichtigste ist sicherlich die EnergieEinsparVerordnung (EnEV). Seit letztem Jahr wurde diese deutlich verschärft und zwingt Heizungsbesitzer dazu, Uraltkessel, die älter als 30 Jahre sind, auszuwechseln – bei einigen wenigen Ausnahmen.

Heizungslabel für ein neues Kombigerät.<br />Bild: BDH
Heizungslabel für ein neues Kombigerät.
Bild: BDH
Hezungs-Check Messgerät<br />Bild: VdZ e. V.
Hezungs-Check Messgerät
Bild: VdZ e. V.

Damit korrespondiert auch ein Heizungslabel für alte Heizungen. Das ähnelt dem schon bekannten EU-Energieeffizienzlabel, das man von Kühlschränken oder Waschmaschinen kennt. Seit letztem Jahr konnten diese für 15 Jahre alte Anlagen durch Schornsteinfeger, einem berechtigten Handwerker sowie dafür geschulte Energieberater vergeben werden. Seit diesem Jahr sind Schornsteinfeger dazu verpflichtet. 70 Prozent der Heizgeräte sind ineffizient und werden maximal die Effizienzklassen C, D oder E erreichen.

Wer seine Heizung modernisieren möchte, empfiehlt es sich einen Heizungs-Check durchzufühern. Ein professioneller Heizungs-Check deckt die Schwachstellen Ihrer Heizung schnell auf. Wer seine Heizung wechseln will, ist da natürlich fein raus, steht aber vor einer weiteren Herausforderung. Denn seit 2015 werden alle neuen Heizgeräte ebenfalls mit dem Effizienzlabel ausgestattet. Brennstoffzellengeräte etwa erhalten die beste Einstufung mit A++. Wärmpumpe erreichen in aller Regel A+. Brennwerttechnik für Gas erreicht ebenso wie die für Öl maximal A.

Keine Aussagen zu Kosten

Wir wissen aber, dass Gas und Öl keineswegs ineffizient sind, was die Brennstoffkosten und die Investitionen betrifft. Und darin liegt auch das große Manko des Heizungslabels. Es trifft keine Aussagen über die Kosten, sondern nur über die Art der Energiewandlung. Und dabei werden – weil das politisch so gewollt ist – Anlagen, die potenziell Erneuerbare Energien nutzen können, wie etwa die Wärmepumpen mit grünem Strom, eindeutig bevorzugt.

Als Grundlage dient die jahreszeitlich bedingte Raumheizungs-Energieeffizienz oder, bei entsprechenden Kombi-Geräten, die Warmwasserbereitungs-Energieeffizienz. Sie errechnen sich aus der vom Heizkessel erzeugten Energie für Raumheizung und Warmwasserbereitung und dem jährlichen Energieverbrauch.

Eine wirkungsvolle, verbraucherfreundliche Differenzierung innerhalb der einzelnen Gerätegruppen, wie das von Kühlschränken und Waschmaschinen bekannt ist, gibt es hingegen nicht. Selbst Wärmepumpen mit schlechter Jahresarbeitszahl, also dem Verhältnis von eingesetztem Strom zu ausgegebener Wärme, das mindestens 4 betragen sollte, kommt dann besser weg als ein Gas-Brennwertkessel, der in der Investition deutlich günstiger und bei den Betriebskosten vergleichbar ist.

Soviel zur aktuellen Gesetzeslage. Doch die kann sich ändern. Jeder, der mit Bau- und Energiewirtschaft und -technik befasst ist, weiß, dass die ständigen Veränderungen an Verordnungen wie der EnEV und dem ErneuerbarenEnergienGesetz (EEG) sowie die ErneuerbarenEnergienWärmeGesetz (EEWärmeG) dauernd die wirtschaftlichen Voraussetzungen ändern. Auch das muss bei der Wahl einkalkuliert werden.

Werden Öl und Gas teurerer?

Eine mögliche Option hatten wir schon im Teil zur strombasierten Wärmesystemen skizziert.  Diese Überlegung sieht wie folgt aus: Heizöl trägt die geringste Steuerlast im Wärmemarkt, Erdgas ist dadurch ebenfalls relativ günstig. Teuer hingegen ist Strom durch die Umlagen für das EEG und die Netzentgelte. Quer durch alle Bundestagsfraktionen gibt es Überlegungen, wie dies zu ändern sei. Dabei soll regulatorisch der Preis für Heizöl und Erdgas angehoben und die Mehreinnahmen zur Senkung des Strompreises eingesetzt werden, sei es via Umlage, CO2-Preis oder Steuer. Kommt das nach der nächsten Bundestagswahl, und so unwahrscheinlich ist das nicht, wäre ein weiterer gesetzlicher Pfosten eingeschlagen, an dem sich Heizungswechsler orientieren müssten.

Bei einem Punkt haben sie jedoch, gegenüber Häuslebauern, die gerade ihre eigenen vier Wände errichten, Glück: In Deutschland existieren weit über 1.000 kommunale Anschlusszwänge und Brennstoffverbote. Für Anlagen, die bereits existieren und nur erneuert werden, gilt so gut wie immer Bestandsschutz.  Ein Heizungswechsler muss sich also nicht vorschreiben lassen, mit welcher Technik er in den nächsten 20 Jahren heizen möchte. Leider kann es in Modernisierungsgebieten auch hier Ausnahmen geben. Eine Übersicht über alle Verbrennungsverbote und Anschlusszwänge findet sich HIER.

In der letzten Folge am 02.06.2017 unserer Serie geht es mal nicht um trockene Rechtsfakten, sondern um ein gemütlich und trocken knisterndes Kaminfeuer. Denn auch das kann bei dem Wechsel einer Heizung eine Rolle spielen.

Bisher erschienen:
1 Wann eine Heizung raus muss
2a Neue Heizung - Brennwerttechnik
2b Neue Heizung - Hybride
2c Neue Heizung - Strombasierte Heizsysteme
3 Kostenvergleich für Erwerb und Installation sowie Wartungen
4 Kostenvergleich Brennstoff und Strom
5 Rechtliches: Heizungslabel, Verordnungen und Gesetze

Erscheinen demnächst: 
6 Kamine als Alternative

Aktuelle Forenbeiträge
Heizungsnewbie123 schrieb: Hallo zusammen, ich beobachte seit gut 2 Monaten unsere Heizung (Vaillant VKS 33) in unserem neuen Eigenheim, um den Verbrauch genauer zu beobachten (ggf. kommt eine Wärmepumpe ins Haus, aber das ist...
mikkahb schrieb: Pumpe läuft aber fördert nicht. Es gab schon mehrere Themen hierzu. http://my-htd.de/Forum/t/208128/Fehlersuche-Solaranlage- Habe auch die Tipps aus den Beiträgen angewendet. Jedoch ohne Erfolg. Nun...
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